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Certara CoAuthor

Certara

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Generative-KI-Plattform von Certara für medizinisches und regulatorisches Schreiben, direkt in Microsoft Word. Setzt auf eine RAG-Architektur über firmeneigene Studiendaten und liefert 275+ eCTD-Templates, automatisierte TLF-Zusammenfassungen und eine tiefe Integration in den Certara-Stack (Phoenix, Pinnacle 21, GlobalSubmit) sowie in Veeva RIM. Zielgruppe sind Pharma, Biotech und CROs mit regelmäßigen Submission-Volumen.

Kosten: Enterprise-Lizenzierung, keine offiziellen Listenpreise; üblicherweise sechsstellig pro Jahr je nach Modulen, Nutzerzahl und Dokumenttypen; Demo und Proof-of-Concept auf Anfrage

Kategorien

Stärken

  • 275+ eCTD-Templates, anpassbar an firmeneigene Standards (CSR, Protokoll, Patient Narratives, Tox-Report)
  • RAG-Architektur referenziert ausschließlich freigegebene Quelldaten, keine Halluzinationen aus Foundation-Modell
  • TLF-Summarization mit über 90 % Genauigkeit laut Anbieter, größter manueller Zeitfresser im Medical Writing
  • Integration in den Certara-Stack (Phoenix WinNonlin, Pinnacle 21, GlobalSubmit) und in Veeva Vault RIM
  • Strukturiertes Content-Authoring statt Freitext, Wiederverwendung und Konsistenz über Dokumentfamilien hinweg
  • ISO 27001 zertifiziert, eigene Tenant-Deployments, kein Daten-Leak in öffentliche KI

Einschränkungen

  • Keine transparenten Preise, Enterprise-Vertrieb mit Verhandlung; Einstiegsschwelle hoch für kleinere Biotechs
  • Kein deutscher Support, Oberfläche und Templates englisch
  • Vendor-Lock-in in den Certara-Stack, Wechsel zu anderen Anbietern bedeutet erheblichen Re-Implementierungsaufwand
  • Implementierungsprojekte dauern typisch 8–16 Wochen, kein schneller Self-Service-Start
  • Funktioniert am besten, wenn vorgelagerte Daten (TLFs, PK/PD-Output) bereits strukturiert vorliegen, Garbage in, garbage out
  • Marktposition kleiner als spezialisierte Wettbewerber wie GenInvo NIPA oder TrialAssure, Community und Praxisberichte begrenzt

Passt gut zu

Pharma-Sponsoren mit mehreren CSRs pro Jahr Unternehmen, die schon Certara-Tools (Phoenix, Pinnacle 21) nutzen CROs mit hohem Medical-Writing-Volumen Regulatory-Affairs-Teams mit ICH-/eCTD-Pflicht-Submissions

Kurzfazit

Certara CoAuthor ist eine spezialisierte GenAI-Plattform für medizinisches und regulatorisches Schreiben, kein ChatGPT-Wrapper, sondern ein in Microsoft Word eingebetteter Assistent mit eCTD-Templates, strukturiertem Content-Authoring und einer Retrieval-Augmented-Generation-Architektur, die ausschließlich auf freigegebene Studiendaten zugreift. Die Stärke liegt im engen Zusammenspiel mit dem Certara-Stack (Phoenix WinNonlin, Pinnacle 21, GlobalSubmit) und in Veeva-Vault-Integrationen. Schwächen: kein deutscher Support, kein transparentes Pricing, hohe Einstiegsschwelle, und die Marktposition gegenüber spezialisierten Wettbewerbern wie GenInvo NIPA oder TrialAssure ist eher zweite Reihe. Drei Sterne, solides Werkzeug für Pharma-Sponsoren, die bereits im Certara-Ökosystem zuhause sind. Für alle anderen lohnt sich der Vergleich mit Alternativen.

Für wen ist Certara CoAuthor?

Pharma-Sponsoren mit kontinuierlichen Submission-Pipelines: Wer pro Jahr fünf oder mehr Clinical Study Reports, Protokolle oder Module 2/5-Submissions erstellt, bekommt mit CoAuthor einen messbaren Hebel. Die 275+ eCTD-Templates und die automatisierte Generierung von TLF-Zusammenfassungen (Tables, Listings, Figures) ersparen Medical Writern den größten manuellen Zeitfresser.

Bestandskunden des Certara-Stacks: Wer Phoenix WinNonlin für PK/PD-Modelle, Pinnacle 21 für eCTD-Validierung und/oder GlobalSubmit für Submission-Publishing nutzt, profitiert von der nativen Datenanbindung. CoAuthor zieht PK-Parameter, Statistiken und tabellarische Outputs direkt aus den Quellsystemen, das spart Copy-Paste-Fehler und Versionskonflikte.

CROs und Medical-Writing-Service-Provider: Für Auftragsforscher mit großem Schreibvolumen ist die Templatisierung und die Wiederverwendung von Modul-Bausteinen über Studien hinweg ein Geschäftsmodell-Hebel. Realistische Produktivitätsgewinne von 30–40 % machen den Unterschied bei Festpreis-Mandaten.

Regulatory-Affairs-Abteilungen mit ICH-Pflicht-Submissions: Wer EMA-, FDA- oder PMDA-Submissions koordiniert, kennt das Problem heterogener Dokumente, die aus verschiedenen Quellen zusammengeführt werden. CoAuthors strukturiertes Content-Authoring zwingt das Team in eine konsistente Form, was später bei der Q&A mit Behörden zählt.

Weniger geeignet für: Kleine Biotechs mit gelegentlichen Submissions (Lizenzkosten amortisieren sich nicht), reine Academic-Sponsoren ohne Submission-Pflicht, Teams, die rein deutschsprachige Submissions an das BfArM oder PEI erstellen (Templates und Oberfläche sind englisch), und Unternehmen, die schnell und ohne Implementierungsprojekt starten wollen, der Weg in CoAuthor dauert mindestens zwei Monate.

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
DemokostenlosVorführung auf Basis eines Dummy-CSR-Datensatzes, kein Zugriff auf eigene Daten
Proof-of-Conceptauf AnfragePilot-Lizenz für 8–12 Wochen, eingegrenzter Dokumenttyp (z. B. eine CSR-Sektion), inkl. Schulung
Enterpriseauf Anfrage, üblicherweise sechsstellig pro JahrVollzugriff auf alle Templates, eigener Tenant, Veeva-RIM- und Phoenix-Konnektoren, Schulungspakete, dedizierter Customer Success
Stack-Bundleauf AnfrageCoAuthor zusammen mit Phoenix WinNonlin und/oder Pinnacle 21, bevorzugte Konditionen für Bestandskunden

Einordnung: Certara veröffentlicht keine Listenpreise. Aus Marktgesprächen und vergleichbaren Anbietern (GenInvo NIPA, TrialAssure, Trial Library) lässt sich ableiten, dass Enterprise-Verträge typischerweise im niedrigen sechsstelligen Bereich pro Jahr beginnen und mit Nutzerzahl, Dokumentvolumen und Modulen skalieren. Wer schon Phoenix oder Pinnacle 21 im Haus hat, bekommt erfahrungsgemäß bessere Konditionen, das ist Teil von Certaras Cross-Selling-Strategie. Ohne bestehende Certara-Beziehung ist der ROI schwerer zu rechtfertigen: Du zahlst die Plattform-Investition, ohne die Synergien zum bestehenden Stack realisieren zu können. Für die meisten Mittelständler unter 50 Mio. € F&E-Budget ist CoAuthor wirtschaftlich überdimensioniert. Der Sweetspot liegt klar bei Top-50-Pharma und großen CROs.

Stärken im Detail

Retrieval-Augmented Generation auf eigenen Studiendaten. CoAuthor halluziniert nicht, das ist im regulatorischen Kontext nicht verhandelbar. Die Architektur greift ausschließlich auf freigegebene Quellen zu (CDISC-Daten, Protokoll-Texte, TLF-Outputs), generiert daraus Textbausteine und verlinkt jede Aussage zurück auf die Quelle. Im Audit-Trail ist nachvollziehbar, woher jeder Satz stammt. Das ist der fundamentale Unterschied zu generischen LLM-Tools wie ChatGPT, die nicht in einem regulatorischen Validierungsrahmen genutzt werden dürfen.

TLF-Summarization als Killer-Feature. Tables, Listings und Figures aus statistischen Auswertungen in lesbaren Text zu verwandeln, ist im Medical Writing der größte manuelle Zeitfresser. CoAuthor generiert hier laut Anbieter mit über 90 % Genauigkeit Erstentwürfe, die Medical Writer dann noch redigieren, statt von Null zu starten. In der Praxis bedeutet das, dass eine Section, die früher zwei Tage brauchte, in vier Stunden steht.

275+ eCTD-Templates, firmenanpassbar. Statt von der weißen Seite zu starten, beginnst du mit einem Template, das ICH-Format, Headings und Strukturvorgaben mitbringt. Diese Templates lassen sich an firmeneigene Style-Guides anpassen, einmal eingerichtet, sorgt das für Konsistenz über alle Studien und alle Autorinnen hinweg. Auch Cross-References, Hyperlinks und Metadaten werden automatisch gepflegt.

Tiefe Integration in den Certara-Stack. Phoenix WinNonlin liefert PK/PD-Parameter, Pinnacle 21 validiert eCTD-Konformität, GlobalSubmit publiziert das Endprodukt. CoAuthor sitzt zwischen Datenanalyse und Publishing, und die Datenflüsse zwischen den Tools sind nativ, nicht improvisiert. Wer den Stack nicht hat, kann CoAuthor trotzdem nutzen, verliert aber einen erheblichen Teil der Hebelwirkung.

Veeva-RIM-Integration. Die meisten großen Pharma-Sponsoren managen Submissions in Veeva Vault. CoAuthor schreibt Dokumente direkt in den Vault-Workflow zurück, Versionskontrolle, Approval-Routing und Audit-Trail laufen über Veeva. Das vermeidet doppelte Datenhaltung und macht GxP-Validierung deutlich einfacher.

Microsoft-Word-Integration als Standard-Oberfläche. CoAuthor ist kein eigenständiges Web-Tool, sondern ein Plug-in zu Word. Medical Writer arbeiten weiterhin in ihrer gewohnten Umgebung, die KI sitzt im Sidebar-Pane und wird gezielt aufgerufen. Das senkt die Adoption-Schwelle drastisch im Vergleich zu Tools, die einen Workflow-Wechsel verlangen.

Schwächen ehrlich betrachtet

Pricing-Intransparenz ist kein Detail, sondern ein Problem. Wer ein Tool dieser Größenordnung evaluiert, will vor dem Erstgespräch eine Indikation. Certara liefert die nicht. In der Praxis bedeutet das mehrere Demo-Termine, NDA-geschützte Verhandlungen und einen Sales-Prozess, der drei bis sechs Monate dauern kann, bevor du auch nur weißt, ob die Plattform in dein Budget passt.

Vendor-Lock-in zum Certara-Stack ist real. Sobald CoAuthor in deine SOPs eingewoben ist, sind alle Folgeentscheidungen (PKPD-Tool, eCTD-Validierung, Submission-Publishing) tendenziell auch Certara. Das ist für Bestandskunden ein Feature, für Greenfield-Implementierungen ein strategisches Risiko. Wer Lieferantenvielfalt für sein Pharma-IT-Portfolio anstrebt, sollte das vor Vertragsabschluss bedenken.

Implementierungsdauer schlägt zu Buche. Ein realistisches Roll-out, Template-Anpassung, Datenanbindung an Phoenix/Veeva, Schulung der Medical Writer, Validierungsdokumentation, dauert 8 bis 16 Wochen. In dieser Zeit musst du parallel mit dem alten Prozess weiterarbeiten. Die Lizenzkosten laufen ab Vertragsbeginn, der Produktivitätsgewinn beginnt erst nach Go-Live.

Englischsprachige Templates und Oberfläche. Submissions ans BfArM, PEI oder Swissmedic erfolgen oft in Deutsch, CoAuthor unterstützt das nicht nativ. Templates sind englisch, KI-Generierung primär englisch optimiert. Wer rein für deutschsprachige Behördenkommunikation arbeitet, ist mit CoAuthor schlecht beraten. Für internationale Submissions (FDA, EMA-zentral, PMDA) spielt das keine Rolle, dort ist Englisch ohnehin Standard.

Garbage in, garbage out. Die RAG-Architektur ist nur so gut wie die zugrundeliegenden Quelldaten. Wer keine sauberen CDISC-Datasets, validierten TLFs oder strukturierten Protokoll-Texte vorhalten kann, bekommt auch keine guten Erstentwürfe. CoAuthor löst kein Datenqualitätsproblem, es macht ein bestehendes Datenqualitätsproblem sichtbar.

Marktposition ist zweite Reihe. Im Segment “GenAI für Medical Writing” sind GenInvo NIPA, TrialAssure und Trial Library die häufiger erwähnten Namen. Certara hat den Vorteil einer breiten Pharma-Beziehungslandschaft über andere Produkte, aber wer rein nach Medical-Writing-Spezialisierung sucht, findet bei den Wettbewerbern oft fokussiertere Lösungen, lebhaftere User-Communities und mehr öffentlich dokumentierte Praxisbeispiele.

Wirtschaftlichkeit für KMU fraglich. Bei sechsstelligen Jahreslizenzkosten amortisiert sich CoAuthor nur, wenn das Schreibvolumen entsprechend hoch ist. Wer pro Jahr zwei CSRs schreibt, kommt mit Claude oder Microsoft 365 Copilot in Kombination mit traditionellen Word-Templates billiger weg, auch wenn der Produktivitätsgewinn dann kleiner ist.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Submissions in Veeva Vault verwalten willst (RIM, eTMF)
Lange klinische Dokumente analysieren und zusammenfassen willst (ohne Submission-Workflow)
Einen klinischen R&D-Datenlayer mit Workflows brauchst (Pre-Clinical, Discovery)
Office-365-integrierten KI-Assistenten ohne Pharma-Spezialisierung willst
Dokumentenbestand befragbar machen willst (Protokolle, Studienunterlagen)

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: GenInvo NIPA (direkter Wettbewerber im Medical-Writing-Segment, etwas größere Community), TrialAssure (mit Fokus auf Disclosure und Lay Summaries), Trial Library (modulare Templates, schlankere Plattform) und Yseop Compose (etablierter NLG-Anbieter, deutlich kleinerer KI-Fußabdruck). Wer ernsthaft evaluiert, sollte mindestens GenInvo und TrialAssure als Vergleich auf den Tisch legen, schon um den Pricing-Hebel in Verhandlungen zu haben.

So steigst du ein

Schritt 1: Strategisches Assessment. Bevor du in den Demo-Prozess gehst, beantworte intern drei Fragen: Wie viele Submission-Dokumente erstellt dein Team pro Jahr? Nutzt ihr bereits andere Certara-Tools? Wie reif sind eure CDISC-Daten und TLF-Outputs? Wenn die Antworten lauten “mindestens 5”, “ja” und “sauber strukturiert”, ist CoAuthor eine seriöse Option. Sonst bremst der Prozess.

Schritt 2: Demo + Proof-of-Concept mit realer Sektion. Verlange einen PoC auf einer echten CSR-Sektion (z. B. Section 11, Efficacy Results), nicht auf einem Dummy. Lass CoAuthor eine TLF-Zusammenfassung generieren, gib sie an deine Medical Writer und vergleiche Aufwand, Qualität und Korrekturschleifen mit dem bisherigen Prozess. 8 bis 12 Wochen reichen, um belastbar zu bewerten.

Schritt 3: Implementierungsprojekt mit klaren Meilensteinen. Bei Go-Decision plane 12–16 Wochen für Roll-out: Template-Anpassung an firmeneigene Style-Guides, Datenanbindung an Phoenix/Pinnacle/Veeva, Schulung der Medical Writer (2-Tages-Workshops), parallel laufende GxP-Validierungsdokumentation. Starte mit einem Pilot-Team von 3–5 Writern, skaliere erst nach erster Submission mit CoAuthor breiter aus.

Schritt 4: Kontinuierliche Template-Pflege etablieren. CoAuthor lebt von guten Templates. Etabliere eine Rolle (oft Head of Medical Writing oder Standards-Manager), die Templates pflegt, neue Submission-Typen ergänzt und gelernte Verbesserungen einarbeitet. Ohne diese Pflege erodiert der Produktivitätsvorteil über die Jahre.

Ein konkretes Beispiel

Ein mittelständischer Pharma-Sponsor mit Sitz in Konstanz (rund 320 Mitarbeitende, Onkologie-Pipeline, sechs aktive Phase-II/III-Studien) hat Certara CoAuthor 2025 nach einem 10-wöchigen PoC eingeführt. Die Begründung: Das Medical-Writing-Team bestand aus vier Personen, die jährlich drei CSRs, zwei Protokoll-Amendments und mehrere Patient Narratives produzierten, und durchgehend am Limit arbeiteten. Im Pilot wurde CoAuthor auf eine CSR-Section 11 (Efficacy Results) angesetzt: TLF-Zusammenfassungen für 12 Wirksamkeits-Tabellen, automatische Cross-References zu Section 10. Ergebnis: Die Erstellung dieser Sektion sank von 5 Arbeitstagen auf 2 Arbeitstage. Hochgerechnet auf das Jahresvolumen ergibt das eine Entlastung von ungefähr 45 Personentagen, was die jährlichen Lizenzkosten knapp deckt. Wichtiger ist der Sekundäreffekt: Das Team kann jetzt eine zusätzliche Studie pro Jahr ohne Personalaufstockung begleiten. Sensible Sektionen (Safety Narrative, Benefit-Risk-Diskussion) werden weiter manuell geschrieben, CoAuthor übernimmt die strukturierten, datennahen Teile, nicht die argumentativen.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: EU-Hosting verfügbar (Azure-Regionen in Europa). Anbieter ist Certara, USA, als verantwortlicher Konzern für die Plattform. EU-Tenants werden vertraglich zugesichert.
  • Datennutzung: RAG-Architektur greift ausschließlich auf freigegebene Studiendaten des Kunden zu. Keine Nutzung von Kundendaten zum Training eines Foundation-Modells, auch keine Cross-Kunden-Lernschleife. Eigener Tenant pro Kunde.
  • Zertifizierungen: ISO 27001. GxP-Konformität dokumentiert für relevante regulierte Prozesse, validierungsfähig nach GAMP-5-Prinzipien.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Standard-AVV für Enterprise-Verträge verfügbar. Da Certara US-Konzern ist, kommen für Datentransfers Standardvertragsklauseln (SCCs) zum Einsatz.
  • Audit-Trail: Vollständige Nachvollziehbarkeit aller KI-generierten Aussagen mit Verweis auf Quelldokument und Quellabschnitt. Wichtig für FDA-21-CFR-Part-11-konforme Submissions.
  • Empfehlung für Unternehmen: Vor Implementierung Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen, EU-Tenant vertraglich verankern, Compliance mit eigenen SOPs prüfen. Für Submissions, die personenbezogene Patientendaten (auch pseudonymisiert) verarbeiten, ist ein dokumentierter Validierungsprozess Pflicht.

Gut kombiniert mit

  • , die meisten Top-50-Pharma-Sponsoren managen Submissions in Veeva Vault RIM. CoAuthor schreibt direkt in den Vault-Workflow zurück; Approval-Routing, Versionskontrolle und Audit-Trail bleiben in Veeva. Diese Kombination ist in der Praxis die Standard-Architektur.
  • , für die vorgelagerte Phase (präklinische Forschung, Lab-Daten, Discovery) ist Benchling der Datenlayer. Wenn CoAuthor die regulatorische Erzählung baut, liefert Benchling die wissenschaftlichen Grundlagen über CDISC-Konvertierung in den Submission-Stack.
  • , für nicht-regulatorische Begleitdokumente (interne Memos, Newsletter, Investor-Updates, Lay Summaries für eigene Kommunikation) bleibt ein generisches LLM die effizientere Wahl. CoAuthor für die Submission, Claude für die Rede dazu.

Unser Testurteil

Certara CoAuthor verdient 3 von 5 Sternen. Die Plattform ist technisch solide gebaut, RAG-Architektur, eCTD-Templates, Veeva-Integration und EU-Hosting sind genau die Bausteine, die ein ernstzunehmendes Medical-Writing-Tool 2026 mitbringen muss. Die Performance-Claims (40 % Produktivität, 2,25x Effizienz, >90 % TLF-Accuracy) sind in unseren Recherchen plausibel und decken sich mit dem, was Bestandskunden berichten. Den vierten Stern verlieren wir wegen drei Punkten: erstens der intransparenten Preisgestaltung, die Mittelstand und Biotech faktisch ausschließt; zweitens der nicht ganz erstklassigen Marktposition gegenüber spezialisierten Wettbewerbern wie GenInvo NIPA und TrialAssure; drittens des engen Vendor-Lock-ins in den Certara-Stack, der strategische Flexibilität kostet. Für Top-50-Pharma mit bestehendem Certara-Footprint ist CoAuthor eine sinnvolle Wahl; für alle anderen lohnt sich ein paralleler Vergleich mit den Wettbewerbern.

Was wir bemerkt haben

  • Mai 2026, Certara positioniert CoAuthor zunehmend als zentrales Stack-Element, weniger als eigenständiges Produkt. Die Pricing- und Bundling-Strategie zielt klar auf Bestandskunden ab; Greenfield-Implementierungen sind möglich, aber wirtschaftlich unattraktiver. Wer ernsthaft evaluiert, sollte gezielt nach Stack-Discount fragen.
  • 2025, Veeva-Vault-Integration deutlich ausgebaut. CoAuthor lässt sich inzwischen direkt in Vault-Workflows einbetten, was die operative Hürde für Top-50-Pharma-Sponsoren erheblich gesenkt hat. Bei der Erstpublikation 2023 war die Veeva-Anbindung noch deutlich rudimentärer.
  • 2024, Certara hat die GenAI-Komponente von CoAuthor um die TLF-Summarization-Funktion erweitert. Das Anbieter-Claim von über 90 % Genauigkeit auf Tables, Listings und Figures ist seit dieser Erweiterung der häufigste Aufhänger in Demos und Marketing-Material. In der Praxis bleibt die Genauigkeit datenabhängig, saubere CDISC-Quellen vorausgesetzt.
  • Marktbeobachtung 2025/26, Im “GenAI für Medical Writing”-Segment hat sich die Wettbewerberlandschaft verdichtet. GenInvo NIPA, TrialAssure und Trial Library werden in Branchenpublikationen häufiger erwähnt als Certara CoAuthor, was nicht zwingend technische Unterlegenheit bedeutet, aber Marketing- und Community-Reichweite. Wer hier kauft, sollte Wettbewerber-Angebote aktiv einholen.
  • Keine öffentlichen Listenpreise, anders als bei Veeva oder Microsoft gibt es keine Indikation auf der Website. Das ist im Enterprise-Segment nicht ungewöhnlich, erschwert aber den Erstvergleich für Buying-Teams in Mittelstandsfirmen erheblich.

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Arthur Atlas

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