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ArisGlobal LifeSphere

ArisGlobal

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ArisGlobal LifeSphere ist eine AI-first-Plattform für Pharma-R&D mit Schwerpunkt auf Pharmakovigilanz, Regulatory Affairs und Clinical Operations. Mit der NavaX-Engine (agentische KI, generative KI, NLP) automatisiert sie Case Processing, MedDRA-Coding, Signal Detection und Literaturrecherche. Über 220 Life-Sciences-Unternehmen, darunter Roche, Boehringer Ingelheim, AstraZeneca und Astellas, nutzen die Plattform. Kein Allrounder wie Veeva Vault, sondern fokussiert auf den klassischen Drug-Safety- und Regulatory-Workflow.

Kosten: Enterprise-Lizenzmodell, keine öffentliche Preisliste. Jahreslizenzen liegen branchentypisch im sechs- bis siebenstelligen Bereich, abhängig von Modulen (Safety, Regulatory, Clinical, Quality, Medical Affairs), Anzahl der Anwender und NavaX-AI-Add-ons.

Kategorien

Stärken

  • NavaX als integrierte AI-Engine: agentische KI für MedDRA-Coding, Signal Detection, Distribution und Regulatory Intelligence
  • Pharmakovigilanz-Tiefe: 'Touchless Case Processing' adressiert einen Workflow, den generische Plattformen nicht abdecken
  • Starkes Modulportfolio über die gesamte R&D-Lifecycle (Safety, Regulatory, Clinical, Quality, Medical Affairs)
  • Etablierter Anbieter mit über 220 globalen Pharma-Kunden, GxP-validiert
  • Bis zu 50 % Effizienzgewinn auf zentralen Workflows laut Hersteller (intern überprüfbar in Pilotphasen)
  • Mehr Spezialisierung in Drug Safety als Veeva, historisch gewachsene Domänen-Expertise

Einschränkungen

  • Keine öffentliche Preisliste, Kosten erst nach mehrwöchigem Vertriebsprozess erkennbar
  • Globales Hosting ohne explizit dokumentierte EU-Region für deutsche DSGVO-Anforderungen
  • Implementierung dauert auch im günstigsten Fall mehrere Monate; nichts für schnelle Pilotprojekte
  • Markenwahrnehmung: Veeva Vault hat in den letzten Jahren erheblich Marktanteile gewonnen, gerade bei Clinical/eTMF
  • Frontend wirkt im Vergleich zu modernen SaaS-Tools weniger aufgeräumt, sichtbar gewachsene Enterprise-Software
  • Volle NavaX-AI-Funktionalität nur in höheren Paketstufen verfügbar

Passt gut zu

Pharmaunternehmen mit eigener Drug-Safety-Abteilung Mittlere bis große Biotech-Unternehmen mit mehreren parallelen klinischen Studien Generika- und Biosimilar-Hersteller mit hohem ICSR-Volumen CROs mit Pharmakovigilanz-Mandaten für mehrere Sponsoren

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du brauchst eine validierte PV-Plattform mit Case Processing für ICSRs in hohem Volumen
  • Du willst MedDRA-Coding, Signal Detection und Literaturrecherche per AI-Agenten automatisieren
  • Dein Unternehmen führt mehrere klinische Studien parallel und braucht ein integriertes RIM-System
  • Du suchst eine Alternative zu Veeva Vault mit längerer PV-Historie

Wann nein

  • Du brauchst ein DSGVO-konformes EU-Hosting mit klarer Dokumentation, frag das explizit ab
  • Du willst eine schnelle, leichtgewichtige eTMF-Lösung für ein einzelnes Studienprojekt
  • Dein Budget liegt unter ca. 100.000 € pro Jahr für die Plattform
  • Du erwartest moderne, intuitive Consumer-UX wie bei jüngeren SaaS-Tools

Kurzfazit

ArisGlobal LifeSphere ist eine der ernstzunehmenden AI-first-Plattformen für Pharma-R&D, mit besonderem Fokus auf Pharmakovigilanz, Regulatory Affairs und Clinical Operations. Der eigentliche Hebel ist die NavaX-Engine: agentische KI-Agenten für MedDRA-Coding, Signal Detection und Regulatory Intelligence, die einen Workflow automatisieren, in dem heute oft noch Hunderte Stunden manueller Case-Bearbeitung anfallen. Wer in einer Pharmaorganisation Drug Safety oder RIM verantwortet, kommt an ArisGlobal als Wettbewerber zu Oracle Argus und Veeva Vault Safety praktisch nicht vorbei. Für kleinere Biotechs oder reine eTMF-Projekte ist die Plattform allerdings überdimensioniert, und die fehlende Preistransparenz macht eine Erstbewertung mühsam.

Für wen ist ArisGlobal LifeSphere?

Pharma-Konzerne und Mid-Caps mit eigener Drug-Safety-Abteilung: Wer ICSRs (Individual Case Safety Reports) im vier- oder fünfstelligen Jahresvolumen verarbeitet, profitiert massiv vom „Touchless Case Processing” der LifeSphere Safety Suite. NavaX-Agenten übernehmen MedDRA-Coding, Duplikatsprüfung und Literaturrecherche, laut Hersteller mit bis zu 50 % Effizienzgewinn auf den zentralen PV-Workflows.

Biotech-Unternehmen mit mehreren parallelen Studien: LifeSphere Clinical inkl. eTMF ist sinnvoll, sobald du mehr als zwei bis drei aktive Phase-II/III-Studien parallel führst. Die Integration zwischen Clinical, Regulatory und Safety vermeidet doppelte Datenpflege, typische Schmerzpunkte bei Standalone-eTMF-Lösungen.

Generika- und Biosimilar-Hersteller: Hohe ICSR-Volumina aus globalen Märkten, Routine-Berichtsformate, viel MedDRA-Coding. Genau das Szenario, in dem agentische KI ihr volles Effizienzpotenzial ausspielt.

Regulatory-Affairs-Teams im RIM-Aufbau: LifeSphere Regulatory bietet integriertes Submission-Management, Health-Authority-Interaktionen und Labeling. Wer aktuell mit einem Flickenteppich aus Excel und SharePoint arbeitet, gewinnt durch die zentrale Datenbasis.

CROs mit PV-Mandaten: Service-Provider, die Pharmakovigilanz für mehrere Sponsoren betreuen, profitieren von der Mandantenfähigkeit und den Audit-Trails der Plattform.

Weniger geeignet für: Kleine Biotechs mit nur einer laufenden Studie (zu schwer, zu teuer), Start-ups ohne validierten PV-Prozess, Medizinprodukte-Hersteller (andere regulatorische Logik), und alle, die DSGVO-Hosting in der EU als harte Vorgabe haben, die Hosting-Region muss explizit verhandelt und vertraglich fixiert werden.

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
LifeSphere SafetyAuf Anfrage (sechs- bis siebenstellig p.a.)MultiVigilance, Advanced Intake, Literature Intelligence, Signal Detection, ReporterX
LifeSphere RegulatoryAuf AnfrageRIM, Submissions, Labeling, Regulatory Intelligence, Health Authority Interactions
LifeSphere ClinicalAuf AnfrageCTMS, eTMF, Studienplanung, Site Management
LifeSphere QualityAuf AnfrageQMS für R&D, Clinical, Regulatory und Manufacturing
LifeSphere Medical AffairsAuf AnfrageMA-Workflows mit Anbindung an Safety
NavaX-AI-Add-onsModulabhängigAgentische KI-Agenten (MedDRA Coding, Signals, Distribution, Intelligence, Translation)

Einordnung: ArisGlobal nennt öffentlich keine Preise, Enterprise-Software in dieser Liga wird per individuellem Angebot vertrieben. Branchenerfahrungswerte: Eine produktive LifeSphere-Safety-Implementierung beginnt typischerweise im mittleren sechsstelligen Bereich pro Jahr, größere Konzern-Setups (mehrere Module, hohe Nutzerzahlen, NavaX-AI vollumfänglich) erreichen schnell siebenstellige Beträge. Implementierung kostet extra, typisch 4–9 Monate mit zertifizierten Partnern. Vor der Demo solltest du deine Kennzahlen kennen: ICSR-Volumen pro Jahr, Anzahl aktiver Studien, Submission-Frequenz pro Markt. Ohne diese Zahlen wird der Vertriebsprozess zäh, und das Angebot bleibt unscharf. Wer unter ca. 100 k € Jahresbudget für die Plattform liegt, sollte sich Spezialwerkzeuge anschauen, ArisGlobal lohnt sich erst ab Konzern- oder Mid-Cap-Niveau.

Stärken im Detail

NavaX ist eine echte AI-Plattform, kein Marketing-Etikett. Anders als bei vielen Legacy-Pharma-Tools, die KI nur als Feature-Liste anhängen, ist NavaX als eigene Cognitive-Computing-Schicht konzipiert. RPA, ML, NLP, LLMs und agentische KI greifen ineinander. Die Agenten (MedDRA Coding, Signals, Distribution, Intelligence, Translation) sind keine Chatbots, sondern arbeiten autonom in definierten PV-Workflows, das ist näher an einem produktiv einsetzbaren Agenten-Setup als die meisten Wettbewerber liefern.

Pharmakovigilanz-Tiefe, die wenige Anbieter haben. ArisGlobal ist historisch ein PV-Anbieter und konkurriert in diesem Segment direkt mit Oracle Argus. „Touchless Case Processing”, also Cases, die ohne manuelle Eingriffe von Intake bis Submission durchlaufen, ist ein Versprechen, das Oracle und Veeva so noch nicht eingelöst haben. Wer hohe ICSR-Volumina abarbeitet, findet hier das ausgereifteste Toolset.

Modulportfolio über den gesamten R&D-Lifecycle. Safety, Regulatory, Clinical, Quality und Medical Affairs aus einer Hand, das ist konsolidiert, was bei vielen Wettbewerbern aus Akquisitionen zusammengeflickt ist. Die Datenmodelle teilen sich Stammdaten, was Doppelpflege reduziert.

Etablierte Kundenbasis. Über 220 globale Pharmaunternehmen, darunter Roche, Boehringer Ingelheim, AstraZeneca und Astellas, nutzen die Plattform. Das ist nicht nur Vertriebs-Branding, es bedeutet ein belastbares Ökosystem aus Implementierungspartnern, geprüften SOPs und Schulungsangeboten. Für deutsche Pharma- und Biotech-Unternehmen ist die Zertifizierung durch große CROs ein wichtiges Signal.

GxP-Validierung als Standard. Die Plattform ist für regulierte Umgebungen ausgelegt (21 CFR Part 11, Annex 11, GxP), inklusive Audit-Trails, elektronischen Signaturen und Validierungsdokumentation. FDA, Health Canada und NMPA sind direkt unterstützt; EMA-Konformität ist über die Submission-Engine adressiert.

Effizienzpotenzial konkret messbar. Der „bis zu 50 %“-Wert für NavaX-Workflows ist Marketingsprache, aber Customer Stories und Konferenzbeiträge berichten von realen 30–40 % Reduktion bei Case-Processing-Aufwand in Pilotprojekten. Bei Personalkosten im PV-Bereich (Senior Case Processors > 100 k € p.a.) ist das ein Hebel, der Lizenzkosten relativ schnell rechtfertigen kann.

Schwächen ehrlich betrachtet

Keine Preistransparenz, schmerzhaft im Sales-Prozess. Wer wissen will, ob LifeSphere ins Budget passt, muss durch einen mehrwöchigen Vertriebsprozess mit Discovery Calls, Demos und Scoping-Workshops. Erst dann liegt ein Angebot vor. Für interne Vorab-Bewertungen oder Vendor-Longlisten ist das frustrierend, gerade gegen Wettbewerber, die zumindest Richtwerte nennen.

Hosting-Region ist Verhandlungssache. ArisGlobal hat Standorte in den USA, Europa, Indien, Japan und China, aber eine dedizierte, dokumentierte EU-Region für deutsche DSGVO-Anforderungen wird auf der Webseite nicht prominent ausgewiesen. Wer DSGVO-sauber arbeiten muss, sollte Hosting-Standort, Subprozessoren und AVV explizit vertraglich fixieren, sonst riskiert er Compliance-Lücken nach Datenschutzrecht und Berufsgeheimnis (Anwälte, Ärzte als Sponsoren).

Implementierung ist und bleibt schwer. Selbst „schnelle” Rollouts dauern 4–6 Monate, komplexere Setups deutlich länger. Datenmigration aus Legacy-Systemen (oft Oracle Argus oder Excel-Workflows), SOP-Anpassungen und Validierungstests fressen einen relevanten Teil des ersten Jahres. Wer eine schnelle Pilotlösung sucht, ist hier falsch.

UI-Erbe sichtbar. Im direkten Vergleich zu jüngeren Cloud-SaaS-Tools wirkt LifeSphere stellenweise wie das, was es ist: eine gereifte Enterprise-Plattform mit gewachsener Oberfläche. Workflows funktionieren, aber sie sind nicht so intuitiv wie bei Tools, die aus den 2020ern stammen. Schulungsaufwand für Endanwender ist real.

Veeva-Marktdynamik. Veeva Vault hat in den letzten Jahren, gerade im Clinical/eTMF-Segment, erhebliche Marktanteile gewonnen. Für reine eTMF-Projekte wählen viele Sponsoren heute Veeva, weil das Ökosystem (Vault CRM, CTMS, eTMF) eng integriert ist und der Markenstandard im Clinical-Umfeld geworden ist. ArisGlobal ist in Drug Safety stärker, in Clinical eher die zweite Wahl.

AI-Add-ons differenziert lizenziert. Die vollumfängliche NavaX-Funktionalität (alle Agenten, Translation, XDI) ist nicht in jeder Paketstufe enthalten. Wer das AI-Versprechen ernst nimmt, muss prüfen, welche Agenten im konkreten Angebot tatsächlich aktiviert sind, sonst kauft er die Plattform ohne den eigentlichen Differenzierungsfaktor.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Eine breit etablierte Plattform für Clinical und eTMF willstVeeva Vault
Eine deutsche/europäische Foundation-Model-Alternative für eigene PV-Workflows brauchstAleph Alpha
Eigene strukturierte Recherche-Workflows aufsetzen willstPerplexity
Dokumentenanalyse für klinische Studien-Akten brauchstNotebookLM

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Oracle Argus (Marktführer in PV, aber technologisch älter und teils On-Prem-lastig), Veeva Vault Safety (jünger als ArisGlobal, gewinnt Marktanteile, schwächere AI-Funktionen Stand 2025), Medidata Rave Safety (eng mit Rave EDC integriert, weniger AI-Fokus) und Ennov Pharma (kleinerer europäischer Anbieter, gute EU-Hosting-Story, schlankere Funktionalität). Für reine eTMF-Projekte sind außerdem Wingspan eTMF und Phlexglobal/PHARMASEAL Marktteilnehmer. ArisGlobals Alleinstellungsmerkmal bleibt die Kombination aus PV-Tiefe und integrierter agentischer AI, wer beides braucht, hat aktuell wenig vergleichbar starke Alternativen.

So steigst du ein

Schritt 1: Use Case und KPIs sauber definieren. Bevor du den Discovery Call führst, sammle interne Zahlen: ICSR-Volumen pro Jahr, durchschnittliche Case-Processing-Zeit, Anzahl aktiver Studien, geplante Submissions pro Markt, aktuelle Tool-Landschaft (was wird abgelöst, was bleibt). Ohne diese Zahlen wird die Bedarfsanalyse oberflächlich und das spätere Angebot unscharf. Erstelle eine Liste von 5–10 konkreten Workflows, die du durch NavaX-Agenten automatisieren willst, das wird zur Messlatte für den späteren ROI.

Schritt 2: Demo gezielt fordern, nicht nur Marketing-Tour. Bestehe darauf, dass die Demo mit deinen Daten (anonymisiert) oder zumindest mit realistisch nachgebauten Cases gefahren wird. Lass dir „Touchless Case Processing” live zeigen, End-to-End, nicht nur Module einzeln. Frage explizit, welche NavaX-Agenten im angedachten Lizenzpaket aktiv sind und welche extra kosten. Hole gleichzeitig Referenzen von Bestandskunden in vergleichbarer Größe ein.

Schritt 3: Implementierungspartner und Hosting verbindlich klären. Wähle einen erfahrenen Implementation Partner (ArisGlobal selbst, eine spezialisierte Pharma-Beratung oder einen großen CRO) und plane mindestens 4–6 Monate Rollout-Zeit. Für DSGVO-Compliance: Lass dir Hosting-Region, Subprozessoren-Liste, Standardvertragsklauseln und AVV vorlegen, vor Vertragsunterzeichnung, nicht danach. Plane parallel die Validierungsstrategie (URS, IQ, OQ, PQ) und SOP-Anpassungen.

Ein konkretes Beispiel

Ein mittelständischer Generika-Hersteller aus Nordrhein-Westfalen (rund 800 Mitarbeitende, 12 Märkte EU/UK/CH) verarbeitet pro Jahr etwa 6.000 ICSRs aus Spontanmeldungen, Literatur und PSMF-Aktivitäten. Die bestehende PV-Abteilung mit 9 Case Processors hatte chronische Überlast: Ende-zu-Ende-Bearbeitungszeit bei durchschnittlich 11 Stunden pro Case, MedDRA-Coding war der größte Engpass. Nach einer 7-monatigen LifeSphere-Safety-Implementierung mit NavaX MedDRA Coding Agent und Advanced Intake sinkt die durchschnittliche Bearbeitungszeit auf 6,5 Stunden, Coding wird zu rund 70 % vom Agenten erledigt, Reviewer prüfen nur noch. Die Abteilung verlagert frei werdende Kapazität auf Signal Detection und Risk Management Plans, statt sie zu reduzieren. Jährliche Lizenzkosten plus Implementierung: etwa 420.000 € im ersten Jahr, danach ca. 290.000 € p.a. Die Personalentlastung entspricht rein rechnerisch rund 1,8 FTE im Case Processing, die sich aber als qualitative Verbesserung im PV-System auszahlen, nicht als Personalabbau.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: ArisGlobal betreibt Rechenzentren in mehreren Regionen (USA, Europa, Indien, Japan, China). Eine EU-spezifische Region für deutsche Kunden ist verfügbar, muss aber im Vertrag explizit fixiert werden, auf der Webseite ist sie nicht standardmäßig dokumentiert.
  • Datennutzung: Als Enterprise-SaaS für regulierte Pharma-Workflows nutzt ArisGlobal Kundendaten nicht für Modelltraining. NavaX-Agenten arbeiten auf den Tenant-Daten des jeweiligen Kunden.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Standard für Enterprise-Verträge, inklusive Standardvertragsklauseln nach Schrems-II-Logik. Subprozessor-Liste muss bei Vertragsabschluss eingefordert werden.
  • Validierung: GxP-konform (21 CFR Part 11, EU GMP Annex 11), mit dokumentierter Computer System Validation. Audit-Trails, elektronische Signaturen, Rollen- und Rechtekonzepte sind Standard.
  • Datenresidenz für DSGVO-Sensitive Felder: ICSRs enthalten Patient Initials, Geburtsdaten und Krankheitsverläufe, also besondere Kategorien personenbezogener Daten nach Art. 9 DSGVO. Hosting in der EU ist daher praktisch verpflichtend und vertraglich zu sichern.
  • Empfehlung für Unternehmen: Vor Vertragsabschluss Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) durchführen, Subprozessor-Liste prüfen, Hosting-Region im SLA verankern. Bei multinationalen Pharma-Kunden zusätzlich BCR (Binding Corporate Rules) und konzernweite Compliance-Mappings beachten.

Gut kombiniert mit

  • Veeva Vault, In gemischten Toolstacks (eTMF/CTMS in Vault, Safety in ArisGlobal) muss eine saubere Schnittstelle für Cross-System-Reporting aufgesetzt werden. Beide Plattformen bieten APIs; die Integration ist nicht trivial, aber etabliert.
  • Aleph Alpha, Für ergänzende AI-Workflows auf deutschsprachigen Pharma-Inhalten (interne Literaturanalysen, BfArM-Korrespondenz) bietet Aleph Alpha als europäische Foundation-Model-Alternative eine DSGVO-saubere Ergänzung zu NavaX, die selbst US-zentriert entwickelt wurde.
  • NotebookLM, Für die strukturierte Recherche in Studienprotokollen, Investigator Brochures oder regulatorischen Guidelines kann NotebookLM als ergänzendes Tool dienen, das Dokumentenbestände dauerhaft befragbar macht. Klar abzugrenzen von der validierten PV-Plattform: NotebookLM ist kein GxP-Werkzeug.

Unser Testurteil

ArisGlobal LifeSphere bekommt 3 von 5 Sternen. Die Plattform ist in ihrem Kernsegment, Pharmakovigilanz mit agentischer AI, eine der technologisch ambitioniertesten Lösungen am Markt, und NavaX ist mehr als Marketing. Für Pharma-Unternehmen mit hohen ICSR-Volumina liefert die Plattform real messbare Effizienzgewinne. Sterne kosten: die fehlende Preistransparenz (die jeden Vergleich erschwert), die nicht standardmäßig dokumentierte EU-Hosting-Region (was für DSGVO-sensible deutsche Kunden ein echter Stolperstein ist), die wachsende Marktstärke von Veeva Vault im Clinical/eTMF-Bereich und die UI, die ihren Enterprise-Software-Hintergrund nicht verleugnen kann. Wer in Drug Safety oder RIM verantwortlich ist und ein vier- oder fünfstelliges Case-Volumen verarbeitet, sollte ArisGlobal zwingend in die Vendor-Longlist nehmen, als Single-Sourcing-Entscheidung ist die Plattform dann gerechtfertigt. Für kleine Biotechs, schlanke eTMF-Projekte oder Pilotvorhaben ist sie überdimensioniert.

Was wir bemerkt haben

  • 2024–2025, ArisGlobal hat NavaX als integrierte agentische AI-Schicht ausgerollt. Das ist eine deutliche Repositionierung weg vom klassischen PV-Software-Anbieter hin zu „AI-first für Life Sciences”, und folgt dem Branchentrend, generative und agentische KI direkt in regulierte Workflows einzubetten.
  • 2024, Veeva Vault Safety hat in mehreren großen Pharma-Ausschreibungen gewonnen und damit ArisGlobals Position im Mid-Market angegriffen. Die Antwort von ArisGlobal: stärkere AI-Differenzierung über NavaX-Agenten, ein Wettrennen, das 2025/26 weitergeht.
  • 2018, Nordic Capital (skandinavische Private-Equity-Firma) hat ArisGlobal übernommen. Seitdem deutlich erhöhte Investitionen in Produktentwicklung und Cloud-Transformation. Das erklärt das Tempo der NavaX-Initiative, koppelt das Unternehmen aber auch an PE-typische Renditeerwartungen, was perspektivisch Pricing-Druck bedeuten kann.
  • 2025, Die Kundenliste auf der Webseite zeigt prominent Roche, Boehringer Ingelheim, AstraZeneca und Astellas, alle vier sind auch in Deutschland stark vertreten. Implementierungspartner mit DACH-Erfahrung sind verfügbar, deutscher Support ist über die europäischen Standorte abgedeckt.
  • Mai 2026, Auch im Mai 2026 nennt ArisGlobal weder auf der Hauptseite noch auf den Produktseiten konkrete Lizenzpreise. Diese Intransparenz ist Branchenstandard für Enterprise-Pharma-Software, bleibt aber ein echter Reibungspunkt im Vergleich zu jüngeren Cloud-SaaS-Tools mit öffentlichen Preislisten.

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