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Cadmould + Varimos AI

SIMCON kunststofftechnische Software GmbH

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Cadmould ist die Spritzguss-Simulationssoftware des Aachener Unternehmens SIMCON (ausgegründet aus der RWTH Aachen). Varimos AI ist das integrierte KI-Modul für automatisierte Variationsoptimierung — es plant Versuche, generiert Parametervarianten und wertet Füllsimulationen statistisch aus. Seit 2025/26 ergänzt der neue Cadmould AI Solver — eine transformer-basierte neuronale Physik-Engine in Partnerschaft mit Emmi AI — die klassische Simulation um Echtzeit-Auswertung. SIMCON positioniert sich als europäische Alternative zu Autodesk Moldflow.

Kosten: Cadmould Viewer kostenlos; Flex Basic ab 300 €/Monat; Flex Advanced ab 910 €/Monat (inkl. Varimos AI); Flex Premium ab 1.220 €/Monat; Cadmould AI Solver derzeit als Research Preview; Schulungen ab 99 €/Person

Stärken

  • Entwickelt und gewartet in Deutschland (Aachen) — deutschsprachiger Support, DACH-Dienstleisterbasis
  • Varimos AI seit 2025 in Flex Advanced/Premium enthalten — keine separate Lizenz mehr nötig
  • Automatisiertes DoE: Parametervarianten werden generiert, simuliert und statistisch ausgewertet
  • 3D-F-Algorithmus mit 35+ Jahren Entwicklungsgeschichte — schneller als klassische Solid-Mesh-Solver
  • Materialdatenbank mit über 5.600 Thermoplasten, Duroplasten, Kautschuken und Elastomeren
  • Cadmould AI Solver (Research Preview): transformer-basiertes Neural-Physics-Modell mit bis zu 1.000x Speedup gegenüber klassischen Solvern
  • Datenhaltung in Deutschland möglich — vorteilhaft für DSGVO-sensible Branchen wie Medizintechnik

Einschränkungen

  • Marktanteil deutlich kleiner als Autodesk Moldflow — weniger externe Simulationsdienstleister im DACH-Raum
  • Cadmould AI Solver derzeit nur Research Preview und nur Füllphase (kein Kühlen oder Verzug)
  • Pricing der höheren Tiers (Advanced/Premium) ist für KMU eine echte Investitionshürde
  • Materialdatenbank zwar groß, aber Handelsnamen-Mapping schmaler als bei Autodesk Moldflow
  • Community und Foren deutlich kleiner — weniger frei verfügbare Tutorials, Benchmarks und User-Beispiele
  • Kurze Lernkurve nur mit strukturierter Schulung (Bootcamp, Academy) — Selbstlern-Material begrenzt

Passt gut zu

Werkzeugbauer und Kunststoffverarbeiter, die systematische DoE-Optimierung direkt in der Simulation wollen Unternehmen mit DSGVO-Anforderungen, die Daten in Deutschland halten wollen Teams, die eine europäische Alternative zu Autodesk bevorzugen Medizintechnik- und Pharma-Spritzguss mit hohen Compliance-Anforderungen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du arbeitest im Spritzguss-Werkzeugbau und willst Iterationszyklen verkürzen
  • Du brauchst systematische DoE-Optimierung statt manueller Trial-and-Error-Schleifen
  • Du benötigst Datenhaltung in Deutschland (DSGVO-relevante Branche, sensible Bauteildaten)
  • Du suchst eine europäische Alternative zu Autodesk Moldflow mit deutschem Support

Wann nein

  • Du arbeitest nur gelegentlich mit Spritzguss-Simulation (Pricing rechnet sich nicht)
  • Du brauchst eine breite Community, kostenlose Tutorials oder viele externe Dienstleister
  • Du machst keine Spritzguss-Simulation, sondern Strömung, Struktur oder Thermik (falsche Domäne)
  • Du brauchst sofort verfügbares Material-Mapping für seltene Handelsnamen — hier hat Moldflow oft die Nase vorn

Kurzfazit

Cadmould ist die ernstzunehmende deutsche Alternative zu Autodesk Moldflow für die Spritzguss-Simulation — mit dem entscheidenden Unterschied, dass die KI-gestützte Optimierung (Varimos AI) seit 2025 fest in die Flex-Lizenzen integriert ist, statt teures Add-on zu bleiben. Wer im Werkzeugbau mit komplexen Bauteilen, schwierigen Materialien oder engen Toleranzfenstern arbeitet, bekommt mit Varimos AI ein automatisiertes Design of Experiments, das manuelle Iterationsrunden überflüssig macht. Mit dem 2025/26 vorgestellten Cadmould AI Solver — einer transformer-basierten Neural-Physics-Engine in Partnerschaft mit Emmi AI — geht SIMCON einen weiteren Schritt: Füllsimulationen, die bisher Stunden dauerten, laufen in Sekunden. Schwächen: kleinerer Marktanteil als Moldflow, schmalere Community und ein neues Monatspricing, das KMU schmerzt, sobald die Advanced-Stufe nötig wird.

Für wen ist Cadmould + Varimos AI?

Werkzeugbauer und Spritzguss-Konstrukteure: Das Kernpublikum. Wer Anschnitt, Wanddicken, Kühlkanäle und Prozessparameter systematisch optimieren will, bekommt mit Varimos AI eine automatisierte DoE-Schleife. Statt fünf manueller Simulationsrunden laufen 50 Varianten über Nacht — und das statistische Modell zeigt, welche Parameter wirklich Einfluss auf Verzug, Füllzeit oder Bindenähte haben.

Medizintechnik- und Pharma-Spritzguss: Hohe Anforderungen an Validierung, Compliance und Datenhaltung. SIMCON erlaubt On-Premise-Betrieb und deutsches Hosting — ein Punkt, an dem viele US-Cloud-Tools scheitern. Für regulierte Branchen mit FDA- oder MDR-Dokumentationspflicht ein echter Vorteil.

OEM-Entwicklungsabteilungen (Automotive, Aerospace, Consumer Goods): Wer regelmäßig neue Bauteile entwickelt und die Simulation als festen Bestandteil des Konstruktionsprozesses verankert, profitiert von Cadmould Flex Premium mit Varimos AI und der laufenden Toolchain-Integration in CAD- und PLM-Systeme.

Lohnspritzgießer mit Qualifizierungsdruck: Statt teure externe Simulationsdienstleister zu beauftragen, lohnt sich ab etwa 3–5 Werkzeugen pro Jahr die eigene Lizenz. Varimos AI senkt die Einstiegshürde, weil weniger Simulations-Know-how nötig ist als beim klassischen manuellen DoE.

Forschung und Lehre (Hochschulen, RWTH-Umfeld): Cadmould stammt aus der RWTH Aachen und wird in der akademischen Kunststofftechnik gelehrt — Studierende treffen das Werkzeug oft direkt im Studium. Der neue Cadmould AI Solver ist für Forschungseinrichtungen besonders interessant, weil hier neue Neural-Physics-Ansätze untersucht werden können.

Weniger geeignet für: Anwender außerhalb des Spritzgießens (für Strukturmechanik gibt es passendere CAE-Tools), Gelegenheitsnutzer mit nur einem oder zwei Werkzeugen pro Jahr (das Pricing rechnet sich nicht), und Teams, die auf eine breite Community mit kostenlosem Tutorial-Material angewiesen sind — hier hat Autodesk Moldflow nach wie vor das größere Ökosystem.

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
Cadmould Viewer0 €Lesen und Visualisieren bestehender Simulationsergebnisse, kein Solver
Flex Basicab 300 €/MonatEinstiegstier: Füllsimulation, Basismaterialdatenbank, ein Anwender
Flex Advancedab 910 €/MonatFüllen + Nachdruck + Kühlen, inkl. Varimos AI für DoE, Reportgenerator, Materialdatenbank mit über 5.600 Werkstoffen
Flex Premiumab 1.220 €/MonatVoller Funktionsumfang, erweiterte Optimierung, Schnittstellen zu CAD/Messtechnik, Multi-User möglich
Cadmould AI SolverResearch PreviewNeural-Physics-Engine in Partnerschaft mit Emmi AI; aktuell auf Füllphase beschränkt; Pricing zur Markteinführung tba
Services on demandAuf AnfrageBeauftragte Simulationen oder Optimierungsläufe durch SIMCON-Ingenieure
Schulungen (Academy)ab 99 €/PersonOnline-Bootcamps für Cadmould-Grundlagen und Varimos-Bedienung

Einordnung: Die Umstellung auf monatliche Subscription (statt früherer Jahreslizenzen) macht den Einstieg planbarer, schmerzt aber bei längerer Bindung im direkten Preisvergleich. Flex Basic für 300 €/Monat ist der echte Sweetspot für Werkzeugbauer, die regelmäßig Füllsimulationen brauchen. Sobald Varimos AI ins Spiel kommt, springst du auf Advanced (910 €/Monat) — eine deutliche Schwelle, aber gerechtfertigt durch die Automatisierung manueller DoE-Arbeit. Premium lohnt sich erst, wenn du Multi-User-Setups oder tiefe CAD/PLM-Integration brauchst. Der Cadmould AI Solver ist derzeit in einer Research-Preview-Phase, die exakte Lizenzform für die Vollversion ist noch offen — SIMCON kommuniziert primär Showcase und Pilotprojekte. Wer früh testen will, kann das über das Vertriebsteam initiieren.

Stärken im Detail

Deutsche Herkunft mit RWTH-DNA. SIMCON ist eine RWTH-Aachen-Ausgründung mit über 35 Jahren Erfahrung in Spritzguss-Simulation. Der Support sitzt in Aachen, ist deutschsprachig und kennt die Anforderungen deutscher Werkzeugbauer und Compliance-Vorgaben — ein Unterschied, den niemand wahrnimmt, bis ein US-Support nachts um 22 Uhr nicht hilft.

Varimos AI ohne Add-on-Falle. Bis 2024 war Varimos ein separat lizenziertes Modul mit intransparenten Kosten. Seit 2025 ist Varimos AI in den Flex-Advanced- und Premium-Plänen enthalten — ein klares Signal, dass SIMCON die KI-Optimierung als Standardfunktion und nicht als Premium-Goodie versteht. Wer DoE braucht, zahlt einen klaren Tier-Aufschlag statt einer separaten Verhandlung.

Automatisiertes Design of Experiments. Varimos AI plant Parametervariationen statistisch (latin hypercube oder ähnliche Sampling-Strategien), simuliert sie automatisiert und erstellt Surrogate-Modelle, die die Sensitivität jedes Parameters quantifizieren. Statt fünf manueller Runden bekommst du in einer Übernacht-Session 30 bis 60 Varianten mit Pareto-Fronten, Hauptwirkungsdiagrammen und Konfidenzintervallen. Das ersetzt klassische DoE-Workshops, die früher Tage gedauert haben.

3D-F-Algorithmus für schnelle Solver-Performance. Cadmould nutzt einen eigenentwickelten 3D-Fluidik-Algorithmus statt klassischer Solid-Mesh-Solver. Im direkten Vergleich liefert das schnellere Simulationen bei ähnlicher Genauigkeit — gerade bei dünnwandigen Bauteilen ein praktischer Vorteil. Die Methode ist seit über 30 Jahren weiterentwickelt und in zahllosen industriellen Validierungsprojekten geprüft.

Cadmould AI Solver als Neural-Physics-Sprung. Vorgestellt 2025/26 in Partnerschaft mit dem österreichischen Start-up Emmi AI: ein transformer-basiertes neuronales Netz, trainiert auf über einer Million transienter Simulations-Trajektorien aus dem klassischen Cadmould-Solver. Das Versprechen: bis zu 1.000x Geschwindigkeitsgewinn gegenüber klassischer Simulation, mit dem Ziel, Tausende Designvarianten am Tag durchzurechnen statt nur 10–20. Aktuell auf die Füllphase beschränkt, ohne Kühlung oder Verzugsmodellierung — aber technologisch ein neuer Ansatz, der die ganze Branche beobachtet.

Materialdatenbank mit über 5.600 Werkstoffen. Thermoplaste, Duroplaste, Kautschuke, Elastomere — die Datenbank deckt das Gros der industriell relevanten Kunststoffe ab. Für viele Handelsnamen sind Materialkennlinien hinterlegt, sodass keine eigenen Materialcharakterisierungen nötig sind.

On-Premise und EU-Hosting möglich. Anders als viele Cloud-only-Tools erlaubt SIMCON On-Premise-Installationen oder Hosting in Deutschland. Für Medizintechnik, Verteidigung und andere sensible Bauteildaten ist das ein Pflicht-Argument.

Schwächen ehrlich betrachtet

Kleinerer Marktanteil als Autodesk Moldflow. Moldflow ist seit Jahrzehnten der De-facto-Standard im internationalen Spritzguss-Markt — externe Dienstleister, Foren, YouTube-Tutorials, Benchmarks und Stellenanzeigen referenzieren überwiegend Moldflow. Wer Lieferanten oder Externe einbindet, stößt häufiger auf Moldflow-Workflows als auf Cadmould. Wer eine deutsche Lösung sucht, akzeptiert diese Asymmetrie.

Cadmould AI Solver ist noch Research Preview. Die transformer-basierte Neural-Physics-Engine ist beeindruckend, aber aktuell nur für die Füllphase verfügbar — kein Nachdruck, kein Kühlen, kein Verzug. Für viele Werkzeugbauer ist genau die Verzugsprognose das entscheidende Kriterium. Wer den AI Solver heute kauft, bekommt ein Vorschau-Werkzeug, keinen produktiven Vollersatz für Flex.

Monatspricing schmerzt KMU. Flex Basic mit 300 €/Monat sind 3.600 €/Jahr — fair. Advanced mit 910 €/Monat sind aber 10.920 €/Jahr, und Premium mit 1.220 €/Monat über 14.000 €/Jahr. Für einen Einzelplatz beim Mittelständler ist das eine echte Investitionsentscheidung. Im direkten Lizenzvergleich liegt SIMCON nicht günstiger als Moldflow — der Vorteil ist eher beim Workflow und beim Support, nicht beim Preis.

Materialdatenbank breit, aber Handelsnamen-Mapping enger. 5.600 Werkstoffe klingen viel, aber wer mit spezifischen Material-Handelsnamen einzelner Compoundeure arbeitet, findet bei Moldflow oft den exakten Treffer schneller. SIMCON ergänzt fehlende Materialien auf Anfrage, das kostet aber Vorlaufzeit.

Schmale Community. Auf YouTube, in Foren und auf Stack-Exchange-ähnlichen Plattformen ist Cadmould-Material überschaubar. Wer Selbstlernen mit kostenlosen Quellen bevorzugt, kommt schwer voran — die SIMCON Academy ist gut, kostet aber pro Person und ersetzt keine breite Peer-Community. Auch User-Konferenzen sind kleiner als die jährlichen Moldflow-Events.

Begrenzte Erweiterbarkeit für Custom-Workflows. Cadmould bietet Schnittstellen zu gängigen CAD- und Messtechnik-Systemen, aber wer skriptbasierte Workflows (Python, Custom-DoE-Strategien außerhalb von Varimos) bauen will, stößt schneller an Grenzen als bei der API-orientierten Konkurrenz. Für Standard-Workflows kein Problem, für Forschung und Spezialfälle ein Engpass.

Branding-Wechsel sorgt für Verwirrung. Die alte Domain simcon-worldwide.com ist auf simcon.ai migriert, der Produktauftritt ist überwiegend englisch — wer auf Deutsch sucht, landet teilweise auf englischen Unterseiten. Auch die Produktbenennung wechselt: Aus “Cadmould 3D-F” wurde “Cadmould Flex”, aus “Varimos” wurde “Varimos AI”, und die “Cadmould AI Solver”-Linie ist ganz neu. Wer ältere Dokumentation oder Vergleichstests liest, muss die Bezeichnungen mental übersetzen.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Den Marktführer mit größter Community und Dienstleisterdichte willstAutodesk Moldflow
KI-gestützte Generative Design für Kunststoffteile (nicht Simulation) brauchstAutodesk Fusion
Generative CAD-Konstruktion mit KI-Vorschlägen suchstOnshape

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Moldex3D (taiwanesischer Spritzguss-Simulator mit starkem 3D-Mesh-Ansatz, ähnlicher Funktionsumfang wie Moldflow), Sigmasoft (deutscher Wettbewerber mit Schwerpunkt auf Mehrkomponenten-Spritzguss), und Konwerk (kostenlose Lehr-Software). Im KI-gestützten Bereich konkurriert SIMCON mittelfristig mit Initiativen großer CAE-Anbieter (Ansys, Hexagon), die ebenfalls Neural-Surrogate-Modelle für Strömungssimulation entwickeln — aber im engen Spritzguss-Fokus ist Varimos AI aktuell ohne direkten europäischen Wettbewerber. Wenn dein Use Case klar Spritzguss ist und du DACH-Support sowie EU-Hosting brauchst, ist Cadmould + Varimos AI die naheliegende Wahl. Wer global skaliert oder externe Dienstleister stark einbindet, wird oft trotzdem zusätzlich Moldflow im Portfolio halten.

So steigst du ein

Schritt 1: Kostenlose Demo bei SIMCON anfragen — das Vertriebsteam in Aachen ist deutschsprachig und führt eine geführte Einführung durch. Bevor du eine Lizenz kaufst, lass dir konkret den Workflow für ein Bauteil deiner aktuellen Pipeline zeigen, nicht das generische Marketing-Beispiel. So merkst du schnell, ob Cadmould zu deinen tatsächlichen Konstruktionsaufgaben passt.

Schritt 2: Mit Flex Basic (300 €/Monat) starten und ein Bootcamp in der SIMCON Academy buchen (ab 99 €/Person, online). Das Bootcamp vermittelt strukturiert die Bedienung, die Materialdatenbank-Logik und die Interpretation von Füll-, Nachdruck- und Kühlsimulationen. Ohne Schulung verschenkst du in den ersten Wochen viel Zeit — gerade weil die Selbstlern-Materialien überschaubar sind.

Schritt 3: Sobald die Standardsimulation sitzt, auf Flex Advanced (910 €/Monat) upgraden, um Varimos AI zu nutzen. Starte mit einem überschaubaren Optimierungslauf — 20 bis 50 Varianten von Anschnittposition, Einspritzgeschwindigkeit und Werkzeugtemperatur. Varimos simuliert alle Varianten automatisch und zeigt die Pareto-Front (beste Kompromisse zwischen konkurrierenden Zielen wie Füllzeit und Verzug). Innerhalb von zwei bis drei Optimierungsprojekten amortisiert sich der Tier-Aufschlag oft schon durch eingesparte manuelle Iterationen.

Schritt 4 (optional): Wenn du im Forschungsumfeld oder einer Premium-OEM-Entwicklungsabteilung sitzt: Bewirb dich beim SIMCON-Vertrieb um Zugriff auf den Cadmould AI Solver in der Research Preview. Aktuell ist das ein selektiver Zugang, vor allem für Pilotkunden — wer früh dabei ist, kann interne Workflows auf die kommende Neural-Physics-Generation vorbereiten.

Ein konkretes Beispiel

Ein Kunststoffteile-Hersteller aus Bayern (45 Mitarbeitende, OEM-Zulieferer für Automotive und Hausgerätehersteller) optimiert mit Cadmould Flex Advanced und Varimos AI ein Gehäuseteil aus glasfaserverstärktem PA66. Bisheriger Prozess: drei bis vier manuelle Simulationsrunden pro Bauteil, jeweils ein bis zwei Tage Arbeit eines erfahrenen Simulationsingenieurs. Neuer Prozess: Konstrukteur definiert in Varimos AI die Designparameter (drei Anschnittpositionen, Einspritzgeschwindigkeitsfenster, Werkzeugtemperatur), startet abends einen Lauf mit 60 Varianten — am Morgen liegt der vollständige Bericht inklusive Pareto-Front und Sensitivitätsanalyse vor. Das Ergebnis zeigt: Die Wanddicke im Verbindungsbereich hat den größten Einfluss auf Verzug — eine Anpassung um 0,3 mm reduziert den Gesamtverzug um rund 35 %, gleichzeitig sinkt die Füllzeit. Zeitersparnis pro Bauteil: 1,5 bis 2 Tage Ingenieursarbeit. Die monatliche Lizenz von ca. 910 € amortisiert sich bei etwa fünf Werkzeugen pro Jahr deutlich. Sensible Bauteildaten (Geometrie, Material, Kunden-NDA) bleiben dabei On-Premise im eigenen Netz — ein wichtiges Argument für die Geschäftsführung.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Wahlweise On-Premise (Cadmould Flex als Desktop-Installation) oder gehostet über deutsche/europäische Infrastruktur. Anbieter ist die SIMCON kunststofftechnische Software GmbH mit Sitz in Aachen.
  • Datennutzung: Simulationsdaten verbleiben im Standardbetrieb beim Kunden. Für den neuen Cadmould AI Solver (Research Preview) sollten die Vertragsdetails geprüft werden — die Trainingsdatenfrage ist hier kritisch.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Für gehostete Konfigurationen und Cloud-Komponenten verfügbar. Bei reinen On-Premise-Installationen technisch nicht erforderlich, aber als Begleitdokumentation auf Anfrage.
  • Empfehlung für Unternehmen: Wer mit besonders sensiblen Bauteildaten arbeitet (Verteidigung, Medizintechnik, OEM-NDA), wählt die On-Premise-Installation und betreibt Cadmould vollständig im eigenen Netz. Für reine Optimierungs-Workflows ohne Geometrie-Geheimhaltung reicht die Standard-Hosting-Variante.
  • Cadmould AI Solver: Da Trainingsdaten für das neuronale Netz aus realen Simulationsläufen stammen, ist beim produktiven Einsatz besonders darauf zu achten, ob und wie Kundendaten in zukünftige Modell-Updates einfließen — vertraglich klären, bevor sensible Bauteildaten verarbeitet werden.

Gut kombiniert mit

  • Autodesk Fusion — CAD-Konstruktion in Fusion, Export der Geometrie nach Cadmould für die Spritzgusssimulation. Klassische Toolchain im Mittelstand, wenn keine reinen High-End-CAD-Pakete (Catia, NX) im Einsatz sind.
  • Onshape — cloudbasierte CAD-Plattform für verteilt arbeitende Konstruktionsteams. Die exportierten Modelle wandern in Cadmould zur Simulation, während Onshape die Versionierung und Kollaboration übernimmt.
  • ChatGPT oder Claude — für die Dokumentation der Simulationsergebnisse. Pareto-Diagramme, Sensitivitätsanalysen und Empfehlungen lassen sich strukturiert in Kundenberichten oder internen Lessons Learned aufbereiten — gerade wenn der Simulationsingenieur kein geübter Bericht-Autor ist.

Unser Testurteil

Cadmould + Varimos AI verdient 4 von 5 Sternen. Die Software ist im Spritzguss-Bereich technisch auf Augenhöhe mit Autodesk Moldflow — bei der KI-gestützten Optimierung sogar einen Schritt voraus, seit Varimos AI nicht mehr separat lizenziert werden muss. Die deutsche Herkunft, On-Premise-Option und der deutschsprachige Support sind harte Argumente für regulierte Branchen und DSGVO-bewusste Mittelständler. Den fünften Stern verliert Cadmould durch den kleineren Marktanteil (weniger Dienstleister, weniger Community), das schmalere Tutorial-Ökosystem und das Monatspricing, das ab Advanced eine echte Hürde wird. Der Cadmould AI Solver ist eines der spannendsten Neural-Physics-Projekte im CAE-Bereich, aber heute noch Research Preview — kein Grund, jetzt zu wechseln, aber ein klarer Hinweis, dass SIMCON die KI-Agenda in der Spritzguss-Simulation strategisch ernst nimmt.

Was wir bemerkt haben

  • 2025 — Varimos AI ist nicht mehr separat lizenziert, sondern fest in Cadmould Flex Advanced und Premium enthalten. Das ist eine deutliche Vereinfachung des Lizenzmodells — frühere Berichte und Vergleichstests, die Varimos als teures Add-on beschreiben, sind damit überholt.
  • 2025/26 — SIMCON hat den Cadmould AI Solver in Partnerschaft mit dem österreichischen Start-up Emmi AI vorgestellt: eine transformer-basierte Neural-Physics-Engine, trainiert auf über 1 Million transienter Simulationsläufe. Versprechen: bis zu 1.000x Speedup gegenüber klassischen Solvern. Aktuell Research Preview, nur Füllphase — keine Kühlung, kein Verzug. Für die Branche dennoch ein Signal, dass Neural-Surrogate-Modelle erstmals produktreif werden.
  • 2025 — Das Pricing wurde komplett auf Monatssubscription umgestellt. Cadmould Viewer ist kostenlos, Flex Basic startet bei 300 €/Monat, Advanced bei 910 € und Premium bei 1.220 €. Die früher kommunizierten Jahreslizenzen (1.800–3.500 €) entsprechen nicht mehr der aktuellen Preisstruktur.
  • 2024/25 — Die Domain wurde von simcon-worldwide.com auf simcon.ai umgezogen, die Marken- und Produktkommunikation läuft überwiegend englisch — auch auf den deutschen Unterseiten ist die Tiefe begrenzt. Wer auf Deutsch recherchiert, landet teils auf englischsprachigen Detail-Seiten.
  • Mai 2026 — Die Materialdatenbank ist auf über 5.600 Werkstoffe gewachsen (Thermoplaste, Duroplaste, Kautschuke, Elastomere). Damit hat SIMCON in der Breite zu Moldflow aufgeschlossen — die Tiefe beim Mapping spezifischer Handelsnamen einzelner Compoundeure bleibt aber Stärke von Autodesk.

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