Zum Inhalt springen
Bezahlt 🇩🇪 Deutschsprachig ⚠️ Hybrid Geprüft: Mai 2026

CAESES

Friendship Systems AG

4/5
Tool öffnen

CAESES ist die führende Software für parametrische Schiffskörper-Modellierung und CFD-gestützte Rumpfoptimierung. Die Plattform von Friendship Systems (Potsdam) verbindet parametrisches CAD, Optimierungsalgorithmen und Schnittstellen zu CFD-Solvern (OpenFOAM, STAR-CCM+, Fluent) in einem Workflow. Naval Architects nutzen sie für systematische Parameterraum-Exploration und Surrogatmodell-basierte Optimierung.

Kosten: ab ca. 2.000 €/Jahr (Einstiegsedition, auf Anfrage); kostenlose Student-Lizenz verfügbar; kommerzielle Vollversion Preis nur auf Anfrage (typisch fünfstellig pro Sitz und Jahr für Werften)

Stärken

  • Speziell für hydrodynamische Parametrisierung entwickelt — Bulbous-Bow, Heckform, Krupp-Spanten
  • Direkte Kopplung mit allen gängigen CFD-Solvern: OpenFOAM, STAR-CCM+, Fluent, SHIPFLOW
  • Integrierte Design-of-Experiments- und Bayes'sche Optimierungsroutinen
  • Exportiert NAPA-kompatible Hullforms und IGES/STEP für weitere Bearbeitung
  • Studentenlizenz kostenlos — niedrige Einstiegshürde für Hochschulen und Werftpraktikanten
  • Aktive Community und regelmäßige Workshops, auch auf Deutsch
  • Deutscher Hersteller mit Sitz in Potsdam — kurze Wege bei Support und Schulung

Einschränkungen

  • Steile Lernkurve für CAESES-spezifische Parametrisierungslogik
  • Setzt grundlegende CFD-Kenntnisse voraus — kein Self-Service ohne Schulung
  • Hochauflösende RANS-Simulationen erfordern separaten HPC-Zugang
  • Lizenzkosten für kommerzielle Editionen ausschließlich auf Anfrage
  • Visuelles Feedback und Rendering deutlich schlanker als bei Mainstream-CAD (Rhino, CATIA)
  • Außerhalb der Schiffbau- und Turbomaschinen-Domäne kaum bekannt — geringe Wechselmöglichkeiten für Personal

Passt gut zu

Rumpfform-Optimierung für Neubau-Entwürfe in Werft-Entwicklungsabteilungen Parametrische Bulb-Optimierung im Kontext hydrodynamischer CFD-Studien Aufbau von CFD-Trainingsdatensätzen für ML-Surrogatmodelle Forschungsprojekte an Universitäten und Schiffbauversuchsanstalten Turbomaschinen-Design (Pumpen, Turbinen, Propeller) mit Parameterraum-Exploration

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du arbeitest in der Schiffsentwicklung oder Turbomaschinen-Auslegung und brauchst systematische Parameterraum-Optimierung statt manuelles Probieren.
  • Deine Werft oder dein Forschungsinstitut hat CFD-Kompetenz im Haus und sucht eine Klammer zwischen Geometrie und Solver.
  • Du baust ein ML-Surrogatmodell und brauchst eine automatisierte Pipeline für hunderte konsistent parametrisierte Geometrien.
  • Du willst einen deutschen Hersteller mit deutschsprachigem Support und EU-Datenhaltung.

Wann nein

  • Du suchst ein allgemeines CAD-Programm für Schiffsdetails (Aufbauten, Innenausbau) — dafür ist CAESES nicht gedacht.
  • Du hast keine CFD-Kompetenz im Haus und kein Budget für Schulung — die Lernkurve frustriert ohne Vorwissen.
  • Du brauchst hochwertige Visualisierung und Rendering — andere CAD-Pakete liefern das fertiger.
  • Du arbeitest nur gelegentlich an Rumpfformen — der Setup-Aufwand lohnt erst bei systematischer Nutzung.

Kurzfazit

CAESES ist im Schiffbau und in der Turbomaschinen-Auslegung der Branchen-Standard für parametrische Geometrie-Erzeugung und CFD-gekoppelte Optimierung — ein deutsches Tool aus Potsdam, das eine ungewöhnlich saubere Nische besetzt. Für Werft-Entwicklungsabteilungen, die Bulb- und Heckform systematisch optimieren wollen, gibt es faktisch keine Alternative gleicher Tiefe. Schwächen: steile Lernkurve, CFD-Vorwissen unbedingt erforderlich, kommerzielle Preise nur auf Anfrage. Vier Sterne als ehrliches Urteil — in seiner Nische exzellent und mit deutschem Support und EU-Datenhaltung gleich doppelt attraktiv für europäische Werften, aber kein Allzweckwerkzeug für allgemeine Schiffs-CAD-Arbeit.

Für wen ist CAESES?

Werft-Entwicklungsabteilungen mit Neubau-Pipeline: Wer für Container-, RoRo-, Tanker- oder Spezialschiff-Neubauten eigene Rumpfformen entwickelt, gewinnt mit CAESES das wichtigste fehlende Glied: eine systematische Methode, hunderte Varianten in einem konsistenten Parameterraum zu erzeugen und automatisch durch CFD zu schicken. Manuelles Bulb-Probieren entfällt — der Workflow wird wissenschaftlich.

Forschungsinstitute und Schiffbauversuchsanstalten: Die Hamburgische Schiffbau-Versuchsanstalt (HSVA), das Maritime Research Institute Netherlands (MARIN), MARINTEK und viele Universitäten nutzen CAESES für Forschungsprojekte. Die Studentenlizenz senkt die Einstiegshürde — Promovierende können auf dem gleichen Werkzeug arbeiten wie später in der Industrie.

Turbomaschinen-Entwickler: CAESES ist nicht nur Schiff — Pumpen-, Turbinen- und Propeller-Entwickler nutzen die parametrische Schaufel- und Gehäusegeometrie ebenfalls intensiv. Anwendung außerhalb der maritimen Welt: vor allem in der Aerospace-, Energie- und HVAC-Branche.

ML-Engineers für CFD-Surrogatmodelle: Wer ML-Modelle für CFD-Vorhersagen trainiert, braucht große Datensätze konsistent parametrisierter Geometrien plus deren Simulationsergebnisse. CAESES ist eine der wenigen Plattformen, die diese Pipeline (Geometrie → Mesh → CFD → Auswertung) automatisierbar macht.

Weniger geeignet für: Allgemeine Schiffs-CAD-Aufgaben (Aufbauten, Tank-Layouts, Maschinenraum — dafür sind Rhino, NAPA, AVEVA Marine besser), Konstrukteure ohne CFD-Background (CAESES ohne CFD-Kontext ist wie ein Sportwagen ohne Strecke), und Gelegenheits-Anwender mit nur einem Projekt pro Jahr — Setup- und Schulungsaufwand amortisieren sich nicht.

Preise im Detail

EditionPreisWas du bekommst
Free / Student0 €Vollständige Funktionalität, nur für nicht-kommerzielle Nutzung; ideal für Lehre und Forschung
Educationalindividuelles AngebotHochschul-Lizenzen mit Mehrbenutzer-Verträgen, deutlich günstiger als kommerzielle Editionen
Commercial Entryab ca. 2.000 €/Jahr (auf Anfrage)Eingeschränkte Funktionalität, für kleine Ingenieurbüros oder Startups
Commercial Fulltypischerweise fünfstellig pro Sitz/JahrVollständige Optimierungs-, DoE- und Solver-Integration; reguläre Werft- und Engineering-Edition
Enterprise / Floatingindividuelles AngebotMehrbenutzer- und Floating-Lizenzen, Site-Lizenzen für große Werften und Forschungsverbünde
Wartung & Supportjährlich, im Lizenzpreis enthaltenUpdates, neue Solver-Kopplungen, technischer Support, Workshops

Einordnung: Friendship Systems kommuniziert kommerzielle Preise nicht öffentlich — das ist branchentypisch für CAE-Tools. Die genannten 2.000 €/Jahr für die Einstiegsedition sind ein realistischer Startpunkt; die volle Werft-Edition liegt erfahrungsgemäß im fünfstelligen Jahresbereich pro Sitz. Realistisch sollten Werften 10.000–25.000 € pro Sitz und Jahr einplanen — Floating-Lizenzen für mehrere Engineers parallel kosten entsprechend mehr. Im Vergleich zu Mainstream-CAE (STAR-CCM+ allein liegt deutlich darüber pro Sitz) ist CAESES kein Sonderfall, aber auch keine Sparlösung. Die kostenlose Studentenlizenz ist ein bewusster strategischer Hebel: Wer im Studium mit CAESES gearbeitet hat, bringt das Werkzeug später in den Berufsalltag.

Stärken im Detail

Parametrisierung ist kein Add-on, sondern das Produkt. Anders als bei klassischer CAD-Software, in der man Parameter-Features irgendwie nachträglich baut, ist CAESES von Grund auf für variable Geometrie konstruiert. Bulbous-Bow-Variationen mit fünf bis zwölf Parametern (Länge, Höhe, Volumen, Eintrittswinkel, Spantflächenverteilung) sind in Stunden statt Tagen aufgesetzt — und liefern dann konsistente, mesh-fähige Geometrien für jede Parameterkombination.

Solver-Integration als zentraler Workflow. OpenFOAM, STAR-CCM+, ANSYS Fluent, SHIPFLOW, FINE/Marine — alle gängigen CFD-Solver sprechen mit CAESES über fertige Templates und Macros. Du klickst auf „Run DoE”, CAESES generiert Geometrien, schickt sie an den Solver (lokal oder auf HPC), sammelt Ergebnisse ein und stellt sie in der eigenen Auswertung dar. Manuelle Datei-Brückenarbeit entfällt fast komplett.

Optimierungs-Algorithmen ab Werk. Design of Experiments (Sobol, Latin Hypercube, Faktoriell), Gradientenbasierte Optimierung, Genetische Algorithmen (NSGA-II), Bayes’sche Optimierung mit Gauß-Prozess-Surrogaten — alles eingebaut. Für ML-getriebene Optimierungsstrategien lassen sich eigene Algorithmen über die Python-API hinzufügen.

Saubere Schnittstellen nach außen. NAPA-kompatible Hullform-Exports für Sub-Division, IGES und STEP für Detail-Konstruktion in CATIA/Rhino, glTF/OBJ für Visualisierung, Mesh-Formate (CGNS, STL) direkt für Solver. Wer CAESES als Optimierungs-Klammer einsetzt und dann die finalen Geometrien in andere Pakete übernimmt, hat sehr wenig Reibung.

Studentenlizenz als strategischer Hebel. Die kostenlose Studenten-Edition ist vollständig funktional — kein abgespecktes Demo. Promovierende und Master-Studierende arbeiten echte Forschungsergebnisse darauf, was sowohl der akademischen Reputation als auch der späteren Industrieadoption nützt. Für Hochschulen ist das ein Standard-Werkzeug ohne Lizenzbürokratie.

Deutscher Hersteller, deutscher Support. Friendship Systems sitzt in Potsdam und ist als Aktiengesellschaft ein etabliertes mittelständisches Unternehmen. Workshops und Support auf Deutsch sind verfügbar, was im Schiffbau-Mittelstand (norddeutsche Werften) ein realer Komfort-Faktor ist. EU-Datenhaltung ist Standardfall — keine US-Cloud-Diskussion.

Community und Anwender-Verbund. Die jährliche FRIENDSHIP Conference und regelmäßige Workshops bringen Anwender aus Werften, Forschungsinstituten und Engineering-Büros zusammen. Wissensweitergabe zwischen den Anwendern (Best Practices für Bulb-Parametrisierung, Solver-Kopplung) ist substanziell besser als bei vielen US-CAE-Tools.

Schwächen ehrlich betrachtet

Lernkurve ist real und steil. CAESES hat eine eigene Logik (Features, Surfaces, Variable Sets, Design Tables), die sich nicht aus Rhino- oder CATIA-Erfahrung erschließt. Plane für einen erfahrenen Naval Architect realistisch zwei bis vier Wochen aktive Einarbeitungszeit, bevor produktive Bulb-Parametrisierungen gelingen. Ohne Schulung oder erfahrenen Mentor steigt das Frustrationspotenzial deutlich.

CFD-Vorwissen ist Voraussetzung. CAESES ist die Geometrie- und Workflow-Klammer, nicht der CFD-Solver. Wer Mesh-Qualität, Turbulenzmodelle (RANS k-omega-SST, DES, LES), Konvergenzkriterien und Solver-Setup nicht versteht, kann mit CAESES schöne Variantenraum-Plots produzieren, aber keine validen Optimierungen. CFD-Kompetenz im Haus ist Pflicht — entweder selbst oder über externe Partner (Hamburgische SVA, MARIN, ETH Zürich).

HPC-Zugang nötig für ernsthafte Studien. Eine DoE mit 80 Bulb-Varianten à 4 Stunden RANS-Rechenzeit summiert sich auf 320 CPU-Stunden — pro Studie. Lokale Workstations reichen für Vorstudien, ernsthafte Optimierungen verlangen HPC-Cluster (eigenes Rechenzentrum oder Cloud-HPC wie AWS Parallel Cluster, Microsoft Azure HPC). Das ist Zusatzbudget jenseits der CAESES-Lizenz.

Visualisierung und Rendering sind funktional, nicht schön. Wer CATIA, Rhino oder NX gewöhnt ist, findet CAESES visuell altmodisch. Geometrien lassen sich darstellen und qualitativ prüfen, aber für Präsentations-Renderings, Marketing-Material oder Klassifizierungs-Visualisierung wirst du in ein anderes Werkzeug exportieren. Das ist Workflow-Aufwand, der pro Projekt einige Stunden kostet.

Außerhalb der Nische unbekannt. Wer im Lebenslauf „CAESES” stehen hat, findet einen sehr begrenzten Arbeitsmarkt (Werften, Forschungsinstitute, ein paar Engineering-Büros). Personal-Rekrutierung und -Wechsel sind in dieser Nische langsamer als bei Mainstream-CAE — sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer ein realer Punkt.

Preise nur auf Anfrage erschweren Budget-Planung. Wer für eine Werft das CAE-Budget plant, muss bei Friendship Systems anfragen, NDA unterschreiben, Angebot bekommen — die Preisgestaltung ist nicht öffentlich. Das ist branchentypisch, aber für Vergleichsanalysen zwischen CAESES und Alternativen (Open-Source-Stacks, andere kommerzielle Tools) ein Reibungspunkt.

Solver-Kopplung pflegt sich nicht von selbst. Wenn STAR-CCM+ ein Major-Release herausbringt, hängt die Aktualität der CAESES-Macros vom Hersteller ab. In der Vergangenheit hat das einige Wochen Verzug bedeuten können — bei kritischen Projektphasen ein Risiko, das mit dem Friendship-Support eingeplant werden sollte.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Allgemeine Schiffs-CAD-Arbeit (Aufbauten, Innenausbau) brauchstNAPA, AVEVA Marine, ShipConstructor — ohne Tool-Seite
Reines parametrisches CAD ohne CFD-Optimierungs-Fokus suchstRhino + Grasshopper, CATIA Parametric Design — ohne Tool-Seite
Open-Source-Optimierungs-Pipeline bevorzugstOpenFOAM + DAKOTA oder Python-basierte DoE-Frameworks — ohne Tool-Seite
Kommerzielle CFD-Optimierung mit anderem Geometrie-Ansatz willstANSYS DesignXplorer, modeFRONTIER, Optimus — ohne Tool-Seite
Turbomaschinen-spezifisches Werkzeug suchstNUMECA AutoBlade (jetzt Cadence), TurboTools — ohne Tool-Seite

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: modeFRONTIER (italienischer Anbieter, breitere Optimierungs-Plattform, weniger Schiffbau-spezifisch), OpenFOAM (Open-Source-CFD-Solver, mit dem CAESES nativ koppelt), NAPA (finnischer Schiffbau-Marktführer für allgemeine Schiffsentwicklung) und Friendship Systems’ eigenes SHIPFLOW (kommerzieller CFD-Solver). In der Schiffbau-CFD-Optimierungs-Nische hat CAESES keinen direkten Wettbewerber gleicher Tiefe — selbstgebaute Python-Pipelines mit OpenFOAM und DAKOTA sind die einzige echte Alternative, kosten aber massiven Entwicklungs-Aufwand und Senior-Engineering-Zeit.

So steigst du ein

Schritt 1: Studentenlizenz herunterladen und Bulb-Tutorial durcharbeiten. Lade die kostenlose Studentenlizenz unter caeses.com/products/caeses-free/ herunter — ohne Funktionsbeschränkung, nur für nicht-kommerzielle Nutzung. Auch kommerzielle Anwender starten so für die ersten Übungstage. Durchlaufe das Tutorial „Hull Form Parameterization Basics” — die Video-Reihe von Friendship Systems ist umfangreich und didaktisch gut aufgebaut. Plane realistisch zwei bis drei volle Arbeitstage ein, um sicher mit der Software umgehen zu können.

Schritt 2: Solver-Kopplung mit einem 30-Variant-Pilotlauf testen. Koppele CAESES mit deinem CFD-Solver: Für OpenFOAM gibt es fertige CAESES-Templates für waveResistanceFoam; für STAR-CCM+ sind Macros verfügbar. Starte mit 20–30 RANS-Läufen einer Bulb-Parametervariation, um die Automatisierungskette zu testen, bevor du eine vollständige DoE-Kampagne mit hunderten Variants startest. Bei der Pilotphase sind Mesh-Qualität und Konvergenz wichtiger als das Optimierungs-Ergebnis — wenn die Pipeline läuft, läuft sie nachher auch für 500 Variants.

Schritt 3: Erste echte Optimierungs-Kampagne mit klarem Ziel. Definiere ein konkretes Optimierungsziel (z. B. „Minimum Wellenwiderstand bei Fn = 0,22 und konstanter Verdrängung”) und ein klares Set von Constraints (Bauraum, Spantflächenkurve, IMO-Stabilität). Wähle einen passenden Algorithmus (NSGA-II für mehrkriterielle Optimierung, Bayes’sche Optimierung für teure Solver). Plane HPC-Ressourcen ein — eine seriöse Kampagne braucht 500–2.000 CPU-Stunden, abhängig von Solver und Mesh-Auflösung. Friendship Systems bietet Schulungen, in denen genau dieser Schritt mit erfahrenem Coaching durchläuft.

Ein konkretes Beispiel

Eine mittelgroße Werft in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt den Nachfolger eines RoRo-Fährschiffs (Lpp 180 m, Fn ≈ 0,22). Die Entwicklungsabteilung parametrisiert die Bugform mit fünf CAESES-Variablen (Bulb-Länge, -Höhe, -Volumen, Eintrittshalbwinkel, Mittelspant-Koeffizient) und fährt eine automatisierte DoE mit 80 OpenFOAM-RANS-Runs auf einem HPC-Cluster der Universität Rostock. CAESES wertet die Widerstandswerte aus und identifiziert die drei Pareto-optimalen Bugkandidaten — Aufwand: zwei Wochen Rechenzeit, ein Ingenieur-Arbeitstag für Setup und Auswertung. Der beste Kandidat zeigt 3,8 % weniger Wellenwiderstand gegenüber dem Basisentwurf — bei 180-m-Schiff und 20-Jahre-Lebensdauer entspricht das mehreren Millionen Euro Brennstoff-Ersparnis über die Schiffslebenszeit. Die Investition: zwei CAESES-Sitze à rund 18.000 €/Jahr plus interne Schulungs- und HPC-Kosten. Amortisierung durch ein einziges optimiertes Schiff — und die Werft hat damit eine reproduzierbare Methodik für jeden weiteren Neubau.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenkategorie: Konstruktionsdaten (Geometrien, Parameter, Simulationsergebnisse) sind keine personenbezogenen Daten — DSGVO-Relevanz im Kernbetrieb gering.
  • Hosting-Modell: CAESES läuft als Desktop- und Workstation-Software lokal — keine Cloud-Pflicht. Alle Daten verbleiben auf der eigenen Infrastruktur (Workstation, Werft-Server, HPC-Cluster im eigenen Rechenzentrum).
  • Anbieter und Sitz: Friendship Systems AG hat ihren Sitz in Potsdam, Deutschland — voller EU-Datenschutz-Rahmen, deutsches Vertragsrecht.
  • Lizenzserver: Floating-Lizenzen werden über einen Lizenz-Server bezogen, der je nach Vertrag beim Kunden oder beim Hersteller stehen kann. Beim Hersteller bedeutet das eine regelmäßige Lizenz-Validierung übers Internet — die Geometrie- und Simulationsdaten selbst werden dabei nicht übertragen, nur Lizenz-Heartbeats.
  • IP-Schutz: Für Werften und Engineering-Büros ist Schiffsgeometrie geistiges Eigentum. CAESES überträgt standardmäßig keine Geometrie- oder Simulationsdaten an Friendship Systems. Bei aktiviertem Telemetrie- oder Crashreport-Modul vor Aktivierung mit IT- und Compliance-Abteilung sprechen.
  • AVV: Bei reinem On-Premise-Betrieb ohne Daten-Transfer ist keine Auftragsverarbeitung gegeben. Bei Wartungs- oder Schulungsverträgen, in denen Friendship-Berater auf Kundendaten zugreifen, wird ein klassischer Geheimhaltungs-/NDA-Rahmen genutzt.
  • Exportkontrolle: Bei militärischer oder dual-use-relevanter Schiffsentwicklung gelten zusätzlich Exportkontroll-Regelungen (BAFA, EU Dual-Use). CAESES selbst ist keine Dual-Use-Software, aber die damit erzeugten Geometrien können es sein — eine eigene Compliance-Prüfung ist Pflicht.

Gut kombiniert mit

  • OpenFOAM oder STAR-CCM+ (CFD-Solver) — CAESES ist die Geometrie- und Optimierungs-Klammer, der eigentliche CFD-Lauf passiert im Solver. OpenFOAM ist die Open-Source-Wahl mit hohem Anpassungs-Aufwand, STAR-CCM+ die kommerzielle Lösung mit deutlich schnellerem Setup. Beide sind über CAESES-Templates und Macros nativ angebunden.
  • NAPA (Schiffs-CAD und Stabilitätsrechnung) — NAPA ist der Industrie-Standard für allgemeine Schiffsentwicklung (Generalplan, Stabilität, Stückliste). CAESES exportiert NAPA-kompatible Hullforms; die optimierte Rumpfform wird in NAPA übergeben für die Detail-Entwicklung. Workflow-Kombination ist in vielen Werften Standard.
  • Claude oder ChatGPT — Für die Generierung und Anpassung von CAESES-Python-Skripten (CAESES-API), für die Auswertung großer Optimierungs-Datensätze (Pandas-Code, Plot-Generierung) und für die Interpretation komplexer Solver-Logs. Ein KI-Assistent spart einem CFD-Engineer regelmäßig Stunden bei Routine-Skripting und Reporting.

Unser Testurteil

Vier von fünf Sternen. CAESES ist in seiner Nische — parametrische Hull-Form-Modellierung mit CFD-Optimierungs-Workflow — eines der ausgereiftesten und konzeptionell saubersten CAE-Tools am Markt. Die Tiefe der Solver-Integration, die eingebauten Optimierungs-Algorithmen und die Studentenlizenz-Strategie sind in der Industrie einzigartig. Hinzu kommen die strategischen Vorteile für europäische Anwender: deutscher Hersteller mit Sitz in Potsdam, deutschsprachiger Support, EU-Datenhaltung als Standardfall. Was den fünften Stern kostet, sind nicht Qualitätsmängel, sondern strukturelle Eigenschaften der Nische: steile Lernkurve, CFD-Vorwissen Pflicht, Preise nur auf Anfrage, und Visualisierung deutlich weniger poliert als bei Mainstream-CAD. Für die Zielgruppe (Werften, Turbomaschinen-Entwicklung, CFD-Forschung) sind das aber bewusste Spezialisierungen, keine Schwächen. Innerhalb dieser Zielgruppe wären fünf Sterne fair; gemittelt über die Gesamtwahrnehmung „CAE-Software für Engineering-Aufgaben” landet CAESES bei einer ehrlichen Vier.

Was wir bemerkt haben

  • Laufend — Friendship Systems pflegt eine bemerkenswert stabile Produkt- und Firmenpolitik. Anders als viele CAE-Anbieter, die durch Übernahmen ständig in neue Konzern-Strukturen wandern (NUMECA → Cadence, CD-adapco → Siemens, Esteco-Werkzeuge), bleibt Friendship Systems als unabhängiger Mittelständler in Potsdam. Diese Kontinuität ist in der CAE-Welt selten und für langfristige Werft-Investitionen ein realer Wert.
  • 2023–2025 — Die ML-Integration in CAESES wurde schrittweise ausgebaut. Surrogatmodell-basierte Optimierung mit Gaussian Process Regression ist Standard geworden, und Friendship-Workshops adressieren zunehmend ML-Engineers, die CFD-Trainingsdatensätze brauchen. Das ist ein deutlicher Pivot Richtung KI-getriebener Engineering-Workflows.
  • Hinweis zur Pricing-Kommunikation — Friendship Systems hat über die Jahre den Anteil der „Preise auf Anfrage”-Kommunikation beibehalten, anders als manche Wettbewerber, die zwischenzeitlich öffentliche Listenpreise eingeführt haben. Für Budget-Planung in Werften ist das ein bekannter Reibungspunkt — frühzeitige Anfrage mit konkretem Nutzungsprofil (Sitze, Module, Solver-Anbindungen) ist der pragmatische Weg.
  • Studentenlizenz-Strategie funktioniert — Die kostenlose Studentenlizenz hat über die Jahre eine Generation von Naval Architects mit CAESES-Kompetenz hervorgebracht. Wer heute in deutschen Werften und Forschungseinrichtungen Stellen ausschreibt, findet bei Bewerbenden überdurchschnittlich oft CAESES-Erfahrung — ein direkter strategischer Erfolg, der den Wettbewerbern fehlt.

Diesen Inhalt teilen:

Empfohlen in 1 Use Cases

Redaktionell bewertet · Preise und Funktionen können sich ändern.

Stimmt etwas nicht?

Preise geändert, Feature veraltet oder etwas fehlt? Wir freuen uns über Hinweise und Ergänzungen.

Feedback geben

Nicht sicher, ob CAESES zu euch passt?

Wir helfen bei der Tool-Auswahl und begleiten die Einführung in euren Arbeitsalltag — unverbindlich und kostenlos im Erstgespräch.

Erstgespräch anfragen

Weitere Tools

Altair HyperWorks

Altair Engineering

Altair HyperWorks ist eine integrierte CAE-Plattform für Crash- und Struktursimulationen, die HyperMesh (Pre-Processing), HyperCrash (Crash-spezifisches Pre-Processing), RADIOSS (expliziter Crash-Solver) und HyperStudy (DOE/Optimierung) bündelt. Besonders stark bei Topologieoptimierung und automatisierten Parameterstudien für Crashworthiness. RADIOSS liest LS-DYNA-Formate und ist damit migrationskompatibel.

Mehr erfahren

Ansys LS-DYNA

Ansys

Ansys LS-DYNA ist der Industriestandard für nichtlineare explizite FEM-Simulationen — Crash, Impact, Umformen, Falldynamik. Nahezu alle globalen OEMs und Tier-1-Zulieferer nutzen LS-DYNA als Referenz-Solver für Crashtest-Simulationen gemäß Euro NCAP, FMVSS und UN-Regelungen. Mit der Ansys-Übernahme 2019 wurde LS-DYNA Teil eines integrierten Simulationsökosystems; KI-Surrogate-Frameworks wie NVIDIA PhysicsNeMo und Neural Concept trainieren ihre Modelle primär auf LS-DYNA-Daten.

Mehr erfahren

Ansys STK

Ansys (ehemals AGI – Analytical Graphics)

Ansys STK (Systems Tool Kit) ist die Branchen-Standardplattform für Missionsanalyse und Systemsimulation in Raumfahrt und Verteidigung. Physikbasierte Modellierung von Satellitenbahnen, Sensor-Coverage, Radar-Sichtbarkeiten, Kollisionsvermeidung, probabilistische Risikoanalysen und Multi-Domain-Operationen (Boden, See, Luft, Weltraum) in einer integrierten Umgebung. Kunden sind NASA, ESA, CNES, DLR, JAXA, Boeing, Lockheed Martin, Airbus und das US-DoD.

Mehr erfahren
Kostenloser Newsletter

Bleib auf dem neuesten
Stand der KI

Wähle deine Themen und erhalte relevante KI-News, Praxistipps und exklusive Inhalte direkt in dein Postfach – kein Spam, jederzeit abmeldbar.

Was interessiert dich? Wähle 1–3 Themen — du bekommst nur Inhalte dazu.

Mit der Anmeldung stimmst du unserer Datenschutzerklärung zu. Jederzeit abmeldbar.

Kostenlos
Kein Spam
Jederzeit abmeldbar