Zum Inhalt springen
Bezahlt Low-Code 🇪🇺 EU-Server Zuletzt geprüft: Juni 2026

bioGASMAS

bioGASMAS UAB

3/5
Tool öffnen

Spezialisierte SaaS-Plattform aus Litauen für die KI-gestützte Steuerung von Biogasanlagen. Das System bildet Anlagen als digitalen Zwilling ab, wertet Betriebsdaten (Substrat, Fermentation, Wartung, Budget) aus und liefert Vorhersagen und Empfehlungen entlang der Produktionskette, von der Substratplanung über die anaerobe Fermentation bis zur Equipment-Wartung.

Kosten: SaaS-Lizenz, Preise nur auf Anfrage. Verfügbar auch als On-Premises-Installation laut Anbieter. Keine öffentliche Preisliste. Anbieter nennt bis zu 5 % mehr Vollbenutzungsstunden und ca. 55 t CO2-Einsparung je Anlage sowie bis zu 50.000 Euro Jahresersparnis pro Betrieb.

Kategorien

Stärken

  • Branchenspezifisch: versteht anaerobe Fermentationsdynamik und Biogas-Prozessparameter nativ
  • Ganzheitliche Prozesskette: Substrat-Input, Biologie, Wartung, Budget, kein reines Fermenter-Monitoring
  • Digital-Twin-Ansatz mit automatischer Sensoreinbindung laut Anbieter
  • EU-Anbieter (Litauen) mit Cloud- und On-Premises-Option
  • AI-basiertes Lernen aus anderen bioGASMAS-Nutzern (Plattform-Effekt)

Einschränkungen

  • Sehr kleines Unternehmen (2-10 Mitarbeitende laut LinkedIn), Lieferzuverlässigkeit und Roadmap-Tempo nicht vergleichbar mit etablierten SCADA-Anbietern
  • Kein deutschsprachiger Support, englischsprachige Plattform
  • Keine öffentlichen Fallstudien mit Anlagen-Referenzen, Kennzahlen oder Kundennamen
  • Webseite seit 2022 nicht erkennbar aktualisiert (Copyright-Vermerk, fehlende News), LinkedIn zeigt Aktivität, Marketing-Präsenz wirkt aber dünn
  • Preisstruktur intransparent, jede Evaluierung beginnt mit individueller Anfrage
  • Keine veröffentlichten Angaben zu Datenhosting-Region, AVV oder DSGVO-Konformität

Passt gut zu

Biogasanlagenbetreiber in der EU, die ohne große IT-Integration einen KI-gestützten Steuerungsansatz testen wollen Anlagen mit wiederkehrenden Prozessproblemen (Übersäuerung, Gasertragsschwankungen), die systematisches Monitoring aufbauen möchten Betriebe ohne eigene Data-Science-Kapazität, die ein fertiges Branchenwerkzeug einer Eigenentwicklung vorziehen

Kurzfazit

bioGASMAS ist eine branchenspezifische SaaS-Plattform für Biogasanlagen, gebaut von einem kleinen litauischen Team rund um Linas Jurgutis (PhD, 12+ Jahre Biogas-Erfahrung). Stärke: Das Tool versteht Fermentationsbiologie nativ und deckt die gesamte Prozesskette von Substratplanung bis Wartung ab, anders als ein generischer SCADA-Aufsatz. Schwäche: Es ist ein sehr kleines Unternehmen ohne öffentliche Kundenreferenzen, ohne deutschsprachigen Support, ohne transparente Preise und mit einer Webseite, die seit 2022 nicht erkennbar überarbeitet wurde. Wer eine spezialisierte, weniger riskante Alternative zu Eigenentwicklungen oder generischen Industrie-Plattformen sucht und mit einem Start-up als Lieferant umgehen kann, findet hier ein ernsthaftes Werkzeug. Wer Enterprise-Stabilität, deutschsprachigen Service und nachprüfbare Referenzen braucht, sollte vorsichtig sein.

Für wen ist bioGASMAS?

Mittelgroße Biogasanlagenbetreiber: Anlagen ab etwa 250 kWel mit qualifiziertem Betriebspersonal, die eigene Optimierungsversuche schon ausgeschöpft haben und einen strukturierten Datenansatz suchen. Die Plattform setzt voraus, dass jemand vor Ort die Empfehlungen einordnen und umsetzen kann, sie ersetzt keinen Anlagenfahrer.

Betreiber mit Prozessproblemen: Wer wiederkehrende Übersäuerungsereignisse, FOS/TAC-Drift, saisonale Ertragsschwankungen oder schwer steuerbare Substratmischungen hat, profitiert vom systematischen Monitoring. Hier zahlt sich der Branchenfokus aus, generische Predictive-Maintenance-Plattformen kennen die anaerobe Fermentation nicht.

EU-Anlagen ohne IT-Tiefe: Litauen ist EU-Mitglied, der Anbieter sitzt in Vilnius. Damit ist bioGASMAS in puncto Drittlandsübermittlung unkomplizierter als US-Tools, auch wenn der Anbieter keine detaillierten Hosting-Angaben veröffentlicht. Für Betriebe, die “EU-Lieferant” als Grundvoraussetzung sehen, ist das ein praktischer Filter.

Investoren-getriebene Anlagenparks: Wer mehrere Anlagen gleichzeitig betreibt oder berät, bekommt mit dem Plattform-Lernen über mehrere bioGASMAS-Installationen einen Vergleichseffekt, Anomalien und Best Practices werden zwischen den Anlagen sichtbar. Allerdings gibt es bislang keine veröffentlichten Belege, wie groß das Nutzernetzwerk tatsächlich ist.

Weniger geeignet für: Kleinanlagen unter 150 kWel (Lizenzkosten amortisieren sich kaum), Betriebe, die zwingend deutschsprachigen Support oder schriftliches Material auf Deutsch brauchen, hoch regulierte Branchen mit strengen Lieferanten-Audits (zu wenig öffentliche Compliance-Dokumentation), und alle, die eine Enterprise-Garantie mit Service-Level-Agreement und nachprüfbarer Roadmap erwarten.

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
SaaS-LizenzAuf AnfrageCloud-gehostetes System, Datenanalyse, Empfehlungen, Reporting, Wartungs- und Aufgabenmanagement
On-PremisesAuf AnfrageInstallation auf Kundeninfrastruktur, laut LinkedIn-Kommunikation des Anbieters verfügbar, ohne öffentliche Konditionen
PilotphaseAuf AnfrageÜblich bei spezialisierten Branchentools: Testphase mit beschränktem Funktionsumfang gegen Datenfreigabe

Einordnung: bioGASMAS veröffentlicht keinerlei Preise. Vergleichbare Branchenwerkzeuge für Biogasanlagen liegen erfahrungsgemäß im niedrigen vier- bis fünfstelligen Bereich pro Anlage und Jahr, abhängig von Anlagengröße, Modulumfang und Vertragslaufzeit. Wer evaluieren will, muss sich auf einen klassischen B2B-Vertriebsprozess einlassen: Bedarfsgespräch, Anlagen-Profilierung, individuelles Angebot. Das ist branchenüblich, lässt aber keinen schnellen Plug-and-Play-Einstieg zu. Vor jedem Angebot empfehlen sich harte Fragen zu Hosting-Region, AVV, SLA, Roadmap und Referenzkunden, gerade bei einem Start-up dieser Größe.

Stärken im Detail

Branchenwissen ist eingebaut. Der Gründer Linas Jurgutis bringt 12+ Jahre Biogas-Praxis und eine Promotion über nachhaltige biobasierte Düngemittel mit. Das merkt man am Funktionsumfang: FOS/TAC, Substratmix, Rührwerklaufzeiten, Gärrest-Management sind nicht als Generalist-Features angepappt, sondern strukturierender Teil des Datenmodells. Generische Industrie-IoT-Plattformen brauchen typischerweise sechs bis neun Monate, um diese Domänen-Semantik überhaupt aufzubauen.

Ganzheitliche Prozesskette, nicht nur Fermenter-Monitoring. Eingaben (Input) und Ausgaben (Output) erstrecken sich auf Substratflüsse, biologische Prozessparameter, Wartungsaufgaben und Rechnungen, also auch betriebswirtschaftliche Größen, nicht nur Sensorwerte. Das macht das System eher zu einem Plant-Management-Werkzeug als zu einem reinen Monitoring-Tool. Wer Anlagensteuerung und Budgetkontrolle bislang in getrennten Excel-Welten führt, bekommt hier eine konsolidierte Sicht.

Digital-Twin-Konzept mit Sensoreinbindung. Laut Anbieterdarstellung können Daten automatisch aus Anlagensensoren übernommen werden, und in der Cloud verschlüsselt gespeichert. Damit reduziert sich die manuelle Eingabearbeit, die viele KI-Aufsätze in der Praxis scheitern lässt. Wie tief die SCADA-Integration in konkreten Installationen wirklich geht, lässt sich öffentlich nicht prüfen, sollte aber Teil jeder Vor-Vertrags-Evaluation sein.

Cross-Anlagen-Lernen als Plattform-Effekt. Das System nennt explizit “AI-based learning from other bioGASMAS users”. Das ist theoretisch ein echter Hebel: Anomalien, Substrat-Spezifika oder Wartungsmuster, die anderen Anlagen schon aufgefallen sind, können bei dir früher erkannt werden. Praktisch hängt der Wert davon ab, wie groß das Nutzernetz ist, und genau dazu fehlen öffentliche Zahlen.

EU-Anbieter mit On-Premises-Option. Vilnius ist EU-Standort, und der Anbieter wirbt mit beiden Bereitstellungsformen (SaaS und on-prem). Für Anlagen, die ihre Daten nicht in fremde Clouds geben wollen, ist das eine seltene Kombination, viele branchenspezifische SaaS-Tools bieten nur Cloud. Auch hier gilt: vor Vertragsabschluss die genauen Hosting-Modalitäten dokumentieren lassen.

Schwächen ehrlich betrachtet

Sehr kleines Unternehmen. Auf LinkedIn 2 bis 10 Mitarbeitende, nur ein öffentlich gelisteter Mitarbeiter. YouTube-Kanal mit 5 Abonnenten. Das heißt: Wenn der CTO im Urlaub ist oder der Lead Developer das Unternehmen verlässt, ist das Risiko überschaubar konzentriert. Für unternehmenskritische Steuerungstools ist diese Größe ein echtes Lieferantenrisiko. Wer einsetzt, sollte vertraglich Datenexport-Rechte und Source-Code-Escrow-Klauseln verhandeln.

Webseite seit 2022 nicht aktualisiert. Copyright-Vermerk ”© 2022”, keine erkennbar neuen Blog-Beiträge auf der Site, Pitch-Brochure datiert November 2022. LinkedIn zeigt Aktivität (Posts in den letzten Wochen), aber die Marketing-Präsenz wirkt insgesamt dünn. Das nährt den Verdacht, dass das Produkt zwar lebt, aber von einem extrem schlanken Team in geringer Schlagfrequenz weiterentwickelt wird.

Keine veröffentlichten Kundenreferenzen. Auf der Webseite stehen Effizienz-Behauptungen (“bis zu 5 % mehr Vollbenutzungsstunden”, “55 t CO2/Jahr”, “bis zu 50.000 Euro Jahresersparnis”), aber kein einziger benannter Anlagenbetrieb, keine Case Study mit Vorher-Nachher-Zahlen, keine Testimonial-Anlage. Das ist im B2B-Branchengeschäft ein Warnzeichen, etablierte Anbieter zeigen ihre Referenzen, weil sie sie haben.

Kein deutschsprachiger Support, keine deutsche Oberfläche. Die Plattform und alle Materialien sind englisch. Für viele kleinere deutsche Biogasanlagen mit operativem Personal aus Landwirtschaft und Mechanik ist das eine echte Hürde, gerade bei Fehlermeldungen oder Reports, die schnell verstanden werden müssen. Wer Personal mit nur Grundkenntnissen Englisch beschäftigt, sollte das vorher offen ansprechen.

Keine öffentlichen Compliance-Angaben. Trotz EU-Sitz nennt die Webseite keine Datenhosting-Region (Litauen? Dublin? Frankfurt?), keinen AVV-Pfad, kein ISO/SOC-Zertifikat. Datenschutz-Hinweise sind auf Standard-WordPress-Niveau. Für Anlagen, die Teil größerer Industriegruppen oder kommunaler Versorger sind, wird der Einkauf hier Nachfragen stellen.

Preisliche Intransparenz. Kein Self-Service-Tarif, keine Listenpreise, keine öffentliche Demo-Sandbox. Jede Erkundung beginnt mit einem Verkaufsgespräch. Das ist branchenüblich, aber für KMU-Betreiber, die schnell Optionen sondieren wollen, eine echte Reibung.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Eine etablierte Industrie-IoT-Cloud mit breiter Sensorintegration brauchstSiemens Insights Hub
Predictive Maintenance lokal an der Anlage (Edge) ausführen willstSiemens Industrial Edge
Eine MES/MOM-Plattform mit Feinplanung und Qualitätsmanagement suchstSiemens Opcenter
Datenpipelines selbst orchestrieren willst (Open Source)Apache Airflow
Englische Reports schnell ins Deutsche übersetzen musstDeepL

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite im KI-Syndikat: BioG (österreichischer Biogas-Spezialist mit eigener Steuerungstechnik), schmack biogas/Hitachi Zosen Inova (großer Engineering-Anbieter mit eigener Plattform), 2G Energy (deutscher BHKW-Hersteller mit Telemetriesystem) und proprietäre SCADA-Aufsätze einzelner Anlagenbauer. bioGASMAS positioniert sich gegen all diese als spezialisierte, herstellerunabhängige Software-Schicht, wer bereits stark an einen Anlagenbauer gebunden ist, sollte zuerst dessen eigene Optimierungsmodule prüfen, bevor er ein zusätzliches System einführt. Wer eine Schweizer-Taschenmesser-Lösung sucht, ist bei einem der großen Anbieter besser aufgehoben; bioGASMAS lohnt sich vor allem dort, wo der branchenspezifische Fokus den Größenunterschied überwiegt.

So steigst du ein

Schritt 1: Bestandsaufnahme der eigenen Datenlage. Bevor du Kontakt aufnimmst, klär für deine Anlage: Welche Sensoren liefern bereits digital (Gasertrag, FOS/TAC, Temperaturen)? Welche Daten werden noch manuell auf Papier oder in Excel geführt? Wie schnell kann dein Team neue Eingaben übernehmen? Je besser dein Datenfundament, desto realistischer die Erwartung an den ROI.

Schritt 2: Erstgespräch über hello@biogasmas.com oder LinkedIn. Bitte explizit um folgende Informationen: Hosting-Region, AVV, On-Premises-Konditionen, Referenzkunden in DACH, technische Anbindung an dein SCADA-System, Pilotmodalitäten, monatliche bzw. jährliche Lizenzkosten für deine Anlagengröße. Erwarte einen typischen Start-up-Sales-Prozess mit mehreren Iterationen.

Schritt 3: Pilotphase mit klaren Metriken aufsetzen. Vor dem Vollvertrag mindestens drei bis sechs Monate Pilot mit definierten Erfolgskennzahlen: Reduktion von Übersäuerungsereignissen, Steigerung der Vollbenutzungsstunden, Reduktion ungeplanter Stillstände, Aufwand für die Dateneingabe. Vertraglich Datenexport-Klauseln und Beendigungsmodalitäten festhalten, gerade bei einem kleinen Anbieter.

Ein konkretes Beispiel

Hinweis: bioGASMAS veröffentlicht keine benannten Fallstudien. Das folgende Szenario beschreibt einen typischen Anwendungsfall auf Basis der Plattform-Dokumentation, keine verifizierten Kundendaten.

Eine landwirtschaftliche Biogasanlage mit 500 kWel elektrischer Leistung (Substratmix Maissilage und Rindergülle) mit saisonal wiederkehrenden FOS/TAC-Anstiegen nach Frühjahrs-Siloöffnungen könnte mit bioGASMAS folgendes systematisch erfassen: tägliche Gasproduktion, FOS/TAC-Wert (Labor 2x/Woche), Substratmengen je Komponente, Fermentertemperatur und Rührwerklaufzeiten. Das System soll Drift-Muster früher als das Betriebsteam erkennen und auf kritische FOS/TAC-Tendenzen hinweisen, bevor sie eskalieren. Der Anbieter verspricht laut Pressematerial bis zu 50.000 Euro Jahresersparnis und bis zu 5 % mehr Vollbenutzungsstunden. Unabhängige, namentlich bestätigte Referenzen dazu sind öffentlich nicht verfügbar. Einschränkung: Sämtliche Auswertungen und Empfehlungen kommen auf Englisch, was im Tagesbetrieb mit dem Schichtpersonal zusätzliche Übersetzungsarbeit bedeutet.

DSGVO & Datenschutz

  • Anbieter: bioGASMAS UAB, Vilnius, Litauen, EU-Sitz, damit grundsätzlich DSGVO-pflichtig ohne Drittlandsproblematik.
  • Datenhosting: Auf der Webseite nicht explizit ausgewiesen. Laut Eigenangabe werden Daten “verschlüsselt in der Cloud” gespeichert, Region und Cloud-Anbieter (AWS Frankfurt? Hetzner? Azure?) bleiben offen. Vor Vertragsabschluss schriftlich klären und im AVV festhalten.
  • AVV: Im öffentlichen Material nicht beworben. Bei einem EU-Anbieter dieser Größe ist eine standardisierte Vorlage selten, meist wird der AVV individuell verhandelt. Plane das Zeit-Budget ein.
  • Personenbezug: Biogasanlagen-Betriebsdaten sind in der Regel nicht personenbezogen. Sobald aber Mitarbeitende über das Task-Management eingebunden werden (Wartungsaufgaben, Schichten), entstehen personenbezogene Daten, diesen Datenfluss explizit in der DSFA berücksichtigen.
  • On-Premises-Option: Laut Anbieter verfügbar, für Betreiber mit besonders strengen Datenanforderungen die saubere Alternative zur Cloud-Variante. Konditionen unbekannt, vermutlich deutlich teurer.
  • Empfehlung für Unternehmen: Vor Vertragsabschluss eine Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen. Source-Code-Escrow oder klare Exit-Klauseln vereinbaren, bei einem Anbieter mit 2 bis 10 Mitarbeitenden ist die Geschäftskontinuität ein echtes Compliance-Thema, nicht nur ein theoretisches Risiko.

Gut kombiniert mit

  • SCADA/Leitsystem der Anlage, bioGASMAS ist ein Auswertungs- und Empfehlungssystem, kein Leitsystem. Es ergänzt vorhandene Steuerung, ersetzt sie nicht. Die saubere Schnittstelle zwischen Sensorik (SCADA) und Optimierungsschicht (bioGASMAS) ist entscheidend für den Praxisnutzen.
  • DeepL, für die schnelle Übersetzung englischer Reports und Empfehlungen ins Deutsche, wenn das Schichtpersonal nicht fließend Englisch spricht. Klingt banal, ist im Tagesbetrieb aber regelmäßig der Engpass.
  • Klassisches Laborwesen (FOS/TAC, TS, Gärrest-Analytik), bioGASMAS lebt von der Qualität der eingespeisten Laborwerte. Wer am Laborbudget spart, bekommt entsprechend schwächere KI-Empfehlungen. Die Investition in regelmäßige Probenanalytik ist Voraussetzung, nicht Beiwerk.

Unser Testurteil

bioGASMAS verdient 3 von 5 Sternen. Das Konzept ist richtig, der Branchenfokus ein echter Vorteil, und die Gründer bringen ernstzunehmende Biogas-Expertise mit. Die Plattform deckt mehr als nur Fermenter-Monitoring ab und ist damit konzeptionell weiter als viele generische Industrie-IoT-Aufsätze. Was Sterne kostet: das sehr kleine Unternehmen, die fehlenden öffentlichen Referenzen, der nicht aktualisierte Webauftritt, die intransparente Preisgestaltung und das fehlende deutschsprachige Material. Für interessierte Betreiber lohnt sich eine Pilotphase mit klaren Metriken, aber nur, wenn die Vertragsklauseln (Datenexport, Beendigung, Compliance) sauber sind. Wer eine etablierte, breit referenzierte Lösung will, ist hier am falschen Anbieter; wer einen spezialisierten Innovationspartner sucht und mit Start-up-Risiken umgehen kann, bekommt mit bioGASMAS möglicherweise das fokussierteste Werkzeug für sein Problem.

Was wir bemerkt haben

  • 2020, bioGASMAS UAB in Vilnius (Litauen) gegründet. Die zentrale AI-Erzählung wird im Juni 2021 in einem Eigen-Artikel publiziert (“we are now training it”), der Produktreifegrad war zu dem Zeitpunkt explizit “im Aufbau”.
  • November 2022, Pitch-Brochure für Investoren auf der Webseite veröffentlicht (BioGASMAS_pitch.pdf). Seitdem keine erkennbar neuen Inhalte auf der Webseite, Copyright-Vermerk steht weiterhin auf ”© 2022”. Hinweis: ein früher im Pitch-Material kursierender Wert von “+320 Vollbenutzungsstunden” taucht auf der offiziellen Website nicht auf; das Unternehmen kommuniziert offiziell “bis zu 5 % mehr Vollbenutzungsstunden”.
  • 2024/2025, LinkedIn-Aktivität bleibt bestehen (Posts in regelmäßigen Abständen), Themen kreisen um Feedstock-Optimierung und Plattform-Verfügbarkeit als SaaS oder On-Premises. Das Unternehmen ist also operativ aktiv, kommuniziert aber primär über LinkedIn, nicht über die eigene Webseite.
  • Mai 2026, Keine veröffentlichten Kundenreferenzen, keine benannten DACH-Anlagen, keine Roadmap, keine SLA-Dokumentation öffentlich auffindbar. Der Status changiert zwischen “aktives, aber sehr schlankes Start-up” und “Zombie-Kandidat”, verbindlich beurteilen lässt sich das nur über direktes Gespräch mit dem Anbieter und Anfrage nach Referenzkunden.
  • Begriffsnotiz, Das früher hier geführte Branding “bioGASMAS AI SPICED” findet sich auf der offiziellen Webseite und in den LinkedIn-Materialien nicht wieder. Wir führen das Produkt deshalb als “bioGASMAS”, wer auf “SPICED” stößt, hat vermutlich ein älteres Marketing-Dokument oder eine externe Drittquelle vor sich.

Quellen

  1. bioGASMAS - Produktseite. https://biogasmas.com (abgerufen am 2026-06-13). Produktname, Funktionsumfang, AI-Ansprüche, Hosting-Angaben, kein Preis öffentlich, Copyright 2022.
  2. bioGASMAS - Artificial Intelligence. https://biogasmas.com/artificial-intelligence/ (abgerufen am 2026-06-13). Effizienzversprechen: bis zu 5 % mehr Vollbenutzungsstunden; keine CO2-Zahl auf dieser Unterseite; kein Kundenname.
  3. Bioenergy Insight - Pressebericht über bioGASMAS. https://www.bioenergy-news.com/news/ground-breaking-biogas-plant-software-can-save-producers-e50000-each-year/ (abgerufen am 2026-06-13). Produktname 'AI SPICED', Einsparungsversprechen 50.000 Euro/Jahr, 5 % mehr Vollbenutzungsstunden, 55 t CO2-Einsparung, Erstnutzer bestätigen Vorteile laut Anbieter.
  4. Tracxn - bioGASMAS Unternehmensprofil. https://tracxn.com/d/companies/biogasmas/__XPiESqX8TkAUvLJB0eeLkBLo8FT2Icvv9aX0uTBA01o (abgerufen am 2026-06-13). Gründungsjahr 2020, Standort Kaunas (Litauen), kein Funding, Profil zuletzt aktualisiert April 2026.

Diesen Inhalt teilen:

Empfohlen in 3 Use Cases

Empfohlen für diese Branchen

Arthur Atlas

KI-Analyst

So entsteht diese Bewertung

Diese Seite bewerten wir redaktionell, mit kräftiger Unterstützung von Arthur Atlas, unserem KI-Analysten. Er prüft Bewertungen nach und markiert veraltete Angaben, sobald sich der Markt dreht. Unsere Angaben stammen überwiegend aus öffentlich zugänglichen Quellen wie Anbieter-Website, Doku und Preislisten. Preise und Funktionen können sich ändern.

Hinweis: Diese Angaben können veraltet oder fehlerhaft sein. Prüfe im Zweifel immer direkt auf der Website des Anbieters.

Preise geändert, Feature veraltet oder etwas fehlt?

Wir freuen uns über Hinweise und Ergänzungen.

Feedback geben

Du arbeitest bei bioGASMAS UAB?

Gib uns einen Testzugang, dann schauen wir tiefer rein und ergänzen die Bewertung aus erster Hand.

Testzugang anbieten

Nicht sicher, ob bioGASMAS zu euch passt?

Wir helfen bei der Tool-Auswahl und begleiten die Einführung in euren Arbeitsalltag, unverbindlich und kostenlos im Erstgespräch.

Erstgespräch anfragen

KI-Tools und Trends

KI-Wochenbriefing: jeden Freitag KI-News, Praxistipps und Tools

Kostenlos abonnieren, jederzeit abmeldbar, kein Spam.

Kostenloser Newsletter

Bleib auf dem neuesten
Stand der KI

Wähle deine Themen und erhalte relevante KI-News, Praxistipps und exklusive Inhalte direkt in dein Postfach – kein Spam, jederzeit abmeldbar.

Was interessiert dich? Wähle 1–4 Themen, du bekommst nur Inhalte dazu.

Mit der Anmeldung stimmst du unserer Datenschutzerklärung zu. Jederzeit abmeldbar.

Kostenlos
Kein Spam
Jederzeit abmeldbar