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AVEVA Process Simulation

AVEVA (Schneider Electric)

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AVEVA Process Simulation ist die einheitliche Simulationsplattform aus dem AVEVA-Stack (vormals SimSci PRO/II und DYNSIM aus dem Invensys-/Schneider-Erbe), die stationäre und dynamische Prozesssimulation in einem gemeinsamen Modell zusammenführt. Stärke ist die dynamische Simulation für Operator-Training-Simulatoren (OTS) und virtuelle Inbetriebnahmen, sowie die enge Integration mit AVEVA PI System und der breiten AVEVA-Engineering-Suite.

Kosten: Lizenz auf Anfrage; kein öffentlicher Listenpreis. Typisch vergleichbar mit AspenTech: 40.000–120.000 €/Jahr für Simulationssoftware; Dynamic Simulation und Digital-Twin-Module zusätzlich. Subscription über AVEVA Flex Credits.

Stärken

  • Dynamische Simulation für Operator-Training-Simulatoren (OTS), reale Anlagenreaktion ohne Anlagenrisiko
  • Stationäres und dynamisches Modell in einem einzigen Datenmodell statt getrennter Tools
  • Enge Integration mit AVEVA PI System und der AVEVA-Engineering-Suite (E3D, ERM)
  • Umfangreiche Thermodynamikbibliothek aus SimSci-Erbe für Kohlenwasserstoff- und Petrochemieprozesse
  • Bewährt für virtuelle Inbetriebnahmen bei Neuanlagen und Erweiterungen

Einschränkungen

  • Geringere Marktdurchdringung in der kontinuierlichen Großchemie als AspenTech Aspen Plus/HYSYS
  • Strategische Roadmap nach vollständiger Schneider-Übernahme noch in Entwicklung
  • Kein Self-Service-Einstieg, Implementierung erfordert Spezialisten und Branchenpartner
  • Lizenzmodell über AVEVA Flex Credits schwer kalkulierbar ohne Vertriebskontakt
  • Thermodynamikmodelle für Spezial-/Feinchemie weniger umfangreich dokumentiert als bei AspenTech

Passt gut zu

Prozessanlagen, die bereits AVEVA PI als Historian einsetzen Operator-Training-Simulatoren für kritische chemische Prozesse Virtuelle Inbetriebnahmen bei komplexen Neubauprojekten Anlagen mit Schwerpunkt Petrochemie und Raffinerien im Schneider-Electric-Ökosystem

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du brauchst einen Operator-Training-Simulator für eine kritische Anlage und willst dort echte Dynamik abbilden
  • Du setzt bereits AVEVA PI System ein und willst den AVEVA-Stack konsequent ausbauen
  • Du planst eine virtuelle Inbetriebnahme einer Neuanlage und brauchst ein gemeinsames Modell für Engineering und Betrieb
  • Du arbeitest in einem Schneider-Electric-getriebenen Werk mit EcoStruxure-Infrastruktur

Wann nein

  • Du brauchst die breiteste Thermodynamikbibliothek für Spezialchemie, dann ist Aspen Plus stärker
  • Du suchst eine kostengünstige Self-Service-Simulationssoftware ohne Vertriebsverhandlung
  • Du betreibst Batch- oder diskrete Fertigung statt kontinuierlicher Prozesse
  • Du hast keinen AVEVA- oder Schneider-Electric-Stack und kein internes Modellierungsteam

Kurzfazit

AVEVA Process Simulation ist die Simulations-Suite im Schneider-Electric-/AVEVA-Ökosystem, entstanden aus dem SimSci-PRO/II- und DYNSIM-Erbe und seit der Schneider-Übernahme 2023 vollständig in den Konzern integriert. Die Stärke liegt in der dynamischen Simulation für Operator-Training-Simulatoren (OTS): Anlagenfahrer können kritische Szenarien, Schnellabschaltungen, Druckstöße, Katalysatorüberhitzung, in einer vollständig virtuellen Anlage üben, bevor sie sie an der echten Anlage erleben. Als Engineering-Werkzeug für stationäre Auslegung ist AVEVA solide, aber gegenüber Aspen Plus/HYSYS bleibt es im Mittelfeld; als Ausbildungs- und Commissioning-Tool ist es in der Prozessindustrie fest etabliert.

Für wen ist AVEVA Process Simulation?

Raffinerien und Petrochemie-Betreiber mit AVEVA-Stack: Wer bereits AVEVA PI System als Historian, AVEVA E3D als Engineering-Werkzeug oder AVEVA System Platform als Visualisierungsschicht einsetzt, bekommt mit Process Simulation ein nahtlos integriertes Modellierungs-Tool. Die gemeinsame Datenstruktur, die identischen Stoffdatenmodelle und das durchgängige Asset-Modell zahlen sich im laufenden Betrieb aus.

Operator-Trainings-Teams: OTS ist das Paradeszenario. Schichtführer und neue Operatoren üben kritische Szenarien, von Notabschaltungen bis Katalysator-Runaway, am virtuellen Zwilling, bevor sie an die echte Anlage gelassen werden. Die Investition zahlt sich messbar aus, sobald Bedienfehler oder kostspielige Trainingstage an der realen Anlage reduziert werden.

Engineering-Büros für virtuelle Inbetriebnahmen: Neubauprojekte und größere Erweiterungen profitieren stark von dynamischen Modellen, die das Verhalten der Anlage vor dem ersten Anfahren testen. AVEVA Process Simulation kann das stationäre Auslegungsmodell und das dynamische Betriebsmodell in einem gemeinsamen Datensatz halten, was bei getrennten Tools (z. B. Aspen Plus für stationär, Aspen HYSYS Dynamics für dynamisch) regelmäßig zu Übertragungsfehlern führt.

Schneider-Electric-Großkunden: Werke, die Schneider EcoStruxure als Leitsystem betreiben, finden mit AVEVA die strategisch konsistente Simulationswahl. Schneider treibt seit der vollständigen Übernahme 2023 die Integration zwischen Leitsystem, Asset-Management und Simulation aktiv voran.

Weniger geeignet für: Mittelständische Chemiebetriebe ohne dedizierte Prozesssimulations-Abteilung, Anlagen mit Schwerpunkt Spezial-/Feinchemie und komplexer Thermodynamik (dort ist Aspen Plus stärker dokumentiert), Batch-Prozesse, Pharma-Kristallisation und alle, die eine schnelle, günstige Simulation für Einzelfragen brauchen.

Preise im Detail

KomponenteKonditionenGeeignet für
Steady-State SimulationLizenz auf Anfrage; in AVEVA Flex CreditsStationäre Auslegung, Massen-/Energiebilanz
Dynamic SimulationZusatzmodul, auf AnfrageOTS, virtuelle Inbetriebnahme, Sicherheitsstudien
Equation Oriented (EO) SolverZusatzmodulOptimierungsstudien, Sensitivitätsanalysen
AVEVA Flex (Subscription-Plattform)Credit-Pool, jährlich abgerechnetFlexibler Zugriff über mehrere AVEVA-Produkte
Implementierungsprojekt100.000–400.000 € pro Anlage (einmalig)OTS-Aufbau, Modellvalidierung, Operator-Training
Wartung & Support18–22 % der Lizenz p.a.Updates, Patches, Hotline

Einordnung: AVEVA veröffentlicht keine Listenpreise, alle Zahlen sind Branchenerfahrungswerte aus Beratungs- und Integrationsprojekten. Das AVEVA-Flex-Credit-Modell ist der entscheidende Unterschied zu klassischen Lizenzen: Du kaufst ein Credit-Kontingent, das du flexibel zwischen AVEVA-Produkten umverteilen kannst. Klingt attraktiv, ist in der Praxis aber schwer kalkulierbar, die Credit-Berechnung pro Modul ist nicht transparent veröffentlicht. Für eine erste Schätzung: Ein OTS-Projekt mit Dynamic Simulation für eine mittlere Anlage bewegt sich Lizenz-plus-Engineering im sechsstelligen Bereich pro Jahr, das Implementierungsprojekt selbst meist nochmal sechsstellig einmalig. Wer DMC3-Lizenzkosten gewohnt ist, wird AVEVA-Pricing in derselben Größenordnung verorten, beide spielen im Enterprise-Bereich, nicht für KMU.

Stärken im Detail

Gemeinsames Datenmodell für stationär und dynamisch. Das ist der eigentliche Differentiator gegenüber dem AspenTech-Stack: In AVEVA Process Simulation liegen das Auslegungs-Modell (steady-state) und das dynamische Modell in einer einzigen Datenstruktur. Wenn Engineering die Auslegung ändert, sehen Betrieb und OTS die Änderung automatisch, ohne dass Modelle zwischen Tools migriert werden müssen. Das spart Übertragungsfehler, Modellinkonsistenzen und vor allem Engineering-Zeit.

OTS als Reifeprodukt. Dynamische Simulation aus dem DYNSIM-Erbe ist seit den 1990ern in produktivem OTS-Einsatz, in der Raffinerie- und Petrochemie-Welt zählt das. Reale Anlagendynamik mit echten Steuerlogiken: Operatoren üben am virtuellen Anlagenmodell, das genauso reagiert wie das echte DCS, inklusive Verriegelungen, Interlocks und Notabschaltsequenzen. Das ist der entscheidende Sicherheits- und Lernhebel.

Integration mit AVEVA-Stack. PI System (Historian), E3D (3D-Engineering), Asset Information Management, System Platform (HMI), wer mehrere AVEVA-Produkte im Einsatz hat, kombiniert Process Simulation nahtlos. Stoffdaten und Anlagenstruktur werden über die AVEVA-Asset-Information-Modelle geteilt; Modellergebnisse fließen in Dashboards, Reporting und Asset-Performance-Management ein.

Umfangreiche Thermodynamik aus SimSci-Erbe. Die Stoffdatenbank umfasst die etablierten SimSci-Modelle (SRK, PR, NRTL, UNIFAC, GS-Methoden für Schweröl, etc.) und ist für Petrochemie und Raffinerie produktiv erprobt. Für Crude-Distillation, FCC, Reformer und Olefin-Anlagen ist die Modellqualität konkurrenzfähig, auch wenn die Bibliothek nicht so breit dokumentiert ist wie bei Aspen Plus, das eine andere Verbreitung in der Feinchemie hat.

Equation-Oriented Solver für Optimierung. Im EO-Modus löst AVEVA das gesamte Gleichungssystem simultan statt sequenziell, das ist die Voraussetzung für ernsthafte Optimierungsstudien und Sensitivitätsanalysen mit hunderten Variablen. Für Engineering-Teams, die Auslegungsentscheidungen mit Trade-off-Analysen unterfüttern wollen, ist das ein deutlicher Mehrwert.

Schneider-Backing. Seit Schneider Electric AVEVA im Januar 2023 vollständig übernommen hat (Buy-out der verbleibenden 40 % für 3,9 Mrd. GBP), ist die Firmenstabilität gesichert. Schneider hat AVEVA strategisch zur Industriesoftware-Speerspitze des Konzerns gemacht, Roadmap-Investitionen werden konsequent fortgeführt.

Schwächen ehrlich betrachtet

Marktanteil hinter AspenTech. In der globalen Großchemie und Petrochemie ist Aspen Plus/HYSYS die häufigere Wahl, vor allem in Anlagen, die historisch ohne Schneider-Stack gewachsen sind. Wenn du Engineering-Personal mit Aspen-Plus-Erfahrung rekrutieren willst, ist der Pool größer als bei AVEVA Process Simulation. Das ist kein technisches Argument gegen AVEVA, aber ein praktisches Onboarding-Thema.

Thermodynamik für Spezialchemie weniger dokumentiert. Für klassische Petrochemie ist die Bibliothek vollständig. Für Pharma-Kristallisation, Polymerprozesse, Elektrolyt-Lösungen und exotische Stoffsysteme ist Aspen Plus mit seinen branchenspezifischen Erweiterungen (Aspen Polymers, Aspen Electrolyte) oft die robustere Wahl. Workaround: Eigene Stoffdaten und Korrelationen lassen sich einbinden, kostet aber Engineering-Zeit.

Lizenzmodell intransparent. Das AVEVA Flex Credit-System ist flexibel, aber undurchsichtig: Wie viele Credits ein bestimmtes Modul oder ein bestimmter Anwendungsfall verbraucht, lässt sich vor Vertragsabschluss schwer abschätzen. Praxis: Lass dir vom Vertrieb vor Unterschrift einen Beispielverbrauch für 12 Monate hochrechnen, sonst stehen am Jahresende Nachlizenzierungen an, die nicht im Budget waren.

Strategische Konsolidierung läuft noch. Seit Schneider die volle Kontrolle hat, wird der AVEVA-Portfolio aktiv neu sortiert. Produkte werden umbenannt, in EcoStruxure-Linien überführt oder zusammengelegt. Für Process Simulation selbst ist die Roadmap stabil, aber Randthemen (z. B. ältere Tool-Linien wie PRO/II Classic) sind in der Übergangsphase. Bei Vertragsabschluss explizit klären, ob du auf der aktiv weiterentwickelten Linie landest.

Steile Lernkurve für Modellierung. Wie bei jeder ernsten Prozesssimulation: Wer noch nie Stoffdaten parametriert, Konvergenzprobleme gelöst oder einen Reaktor differentialgleichungstechnisch beschrieben hat, kommt ohne Schulung nicht weit. AVEVA bietet Trainings und Partner-Netzwerke, aber ein OTS-Projekt ohne erfahrenes Modellierungsteam scheitert verlässlich.

Cloud-Anbindung jünger als bei Wettbewerbern. AVEVA Connect (das Cloud-Portal) ist seit 2022/2023 produktiv, aber die echte Cloud-native Architektur für Process Simulation ist noch in Aufbau. Wer eine moderne MLOps-Pipeline mit versionierten Modellen und Container-Deployment erwartet, findet sie hier nur ansatzweise.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Multivariable Predictive Control statt Simulation brauchst
Die etablierteste Steady-State-Simulation der Großchemie suchstAspen Plus / Aspen HYSYS (kein eigenes Tool-Profil)
First-Principles-Modellierung mit Open Equations brauchstSiemens gPROMS (kein eigenes Tool-Profil)
Open-Source-Prozesssimulation evaluieren willstDWSIM / IDAES (Open Source, kein eigenes Tool-Profil)
Schwerpunkt Asset Performance statt Simulation hast

Im breiteren Markt erwähnenswert: Aspen HYSYS (AspenTech, dynamisch und stationär, direkter Konkurrent zu AVEVA Process Simulation, größerer Marktanteil), Aspen Plus (AspenTech, der De-facto-Standard für stationäre Chemie-Simulation), Siemens gPROMS (rigorose erste-Prinzipien-Modellierung, stark in Pharma), Honeywell UniSim Design (mittlere Verbreitung, primär in Honeywell-Werken), sowie die Open-Source-Alternativen DWSIM und IDAES (kostenlos, aber ohne kommerziellen Support, sinnvoll für Lehre und Konzeptstudien, nicht für Produktivbetrieb).

So steigst du ein

Schritt 1: Evaluiere, ob dein primärer Use Case Operator-Training (OTS) oder laufende Engineering-Berechnung ist. Für OTS ist AVEVA Dynamic Simulation eine robuste Wahl; für Echtzeit-Betriebspunkt-Optimierung schau dir an, das eine andere Kategorie ist (MPC, nicht Simulation). Für klassische Steady-State-Engineering-Auslegung in der Spezialchemie ist Aspen Plus oft die naheliegendere Wahl.

Schritt 2: Kontaktiere AVEVA (Schneider Electric) oder einen autorisierten Systemintegrator (in DACH z. B. Yokogawa-Partner, AVEVA Select-Partner) für eine Demo. Stelle sicher, dass du die aktuelle Flex-Credit-Kostenstruktur vollständig verstehst, bevor du ein Angebot unterschreibst, bitte um einen Beispielverbrauch über 12 Monate für deinen geplanten Use Case.

Schritt 3: Beginne mit einem OTS-Piloten für eine einzelne Anlageneinheit (z. B. eine Destillationskolonne oder einen Rohrreaktor), statt von Anfang an die gesamte Anlage zu modellieren. Plane vier bis acht Monate für Modellaufbau, Validierung gegen Realdaten und erste Operator-Trainings ein. Erst nach erfolgreichem Piloten weiterausbauen, sonst verbrennst du Budget an einer übergroßen Modellierungslandschaft.

Ein konkretes Beispiel

Eine Raffinerie in Nordrhein-Westfalen setzt AVEVA Dynamic Simulation für den Operator-Training-Simulator ihrer Vakuumdestillationsanlage ein. Neue Operatoren üben vier Wochen lang kritische Szenarien am Simulator (Kolonnendruck-Ausreißer, Reboiler-Blockade, Notabschaltung), bevor sie in den Schichtbetrieb an der echten Anlage einsteigen. Ergebnis: Einarbeitungszeit von sechs auf vier Monate reduziert; Anzahl sicherheitsrelevanter Bedienfehler im ersten Betriebsjahr um 45 % gesunken gegenüber der Vergleichsgruppe ohne OTS-Training. Die Investition (ca. 280.000 € Implementierungsprojekt plus 90.000 €/Jahr Lizenz) hat sich nach zwei Jahren über reduzierte Trainingstage an der echten Anlage und vermiedene Produktionsausfälle amortisiert. Wartungsthema: Nach jedem größeren Anlagenumbau (neues Rohr, neuer Wärmetauscher) muss das OTS-Modell nachgeführt werden, das übernimmt ein interner Prozessingenieur mit ca. 20 % seiner Arbeitszeit.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Hybrid, On-Premises (klassisch in der Anlagen-OT-Zone) oder Cloud über AVEVA Connect auf Microsoft Azure mit EU-Regionen (Frankfurt, Niederlande, Irland).
  • Datennutzung: Anlagen- und Prozessdaten sind primär nicht personenbezogen. Modell- und Engineering-Daten gelten als Geschäftsgeheimnis und werden in vertraglichen NDAs explizit geschützt.
  • AVV und Verträge: AVEVA/Schneider bietet AVV-Vorlagen, deutschsprachige Verträge über die DACH-Niederlassung verfügbar. Standardvertragsklauseln für Cloud-Deployments verfügbar.
  • Personenbezug: Operator-Logs und Trainingsergebnisse können personenbeziehbar sein (Wer hat welches OTS-Szenario wie bestanden?). Hier ist eine klare Zweckbindung und Aufbewahrungsfrist im Betriebsrat-/Personalvertretungs-Pfad zu vereinbaren.
  • Cybersicherheit: Da AVEVA Process Simulation für OTS und virtuelle Inbetriebnahme oft in OT-Netzwerken läuft, gelten NAMUR-Empfehlungen und IEC 62443. AVEVA ist als Anbieter IEC-62443-zertifiziert.
  • Empfehlung für Unternehmen: Für OTS-Einsätze klassische On-Premises-Architektur bevorzugen, externe Cloud-Verbindungen brauchen explizite Datenschutz- und OT-Security-Bewertung. Trainingsergebnisse personenbezogen nur mit dokumentierter Zweckbindung verarbeiten.

Gut kombiniert mit

  • , PI liefert historische Betriebsdaten für die Modellkalibrierung; die Simulation validiert ihre Ergebnisse gegen reale PI-Daten und kann umgekehrt simulierte KPIs an PI zurückgeben. Das ist die natürliche Datenstrecke zwischen Anlage, Historian und Simulation.
  • , Komplementär statt konkurrierend: Process Simulation modelliert das Anlagenverhalten (auch für OTS), DMC3 regelt die Anlage produktiv. In Großwerken laufen beide parallel, und der OTS-Simulator wird häufig genutzt, um neue DMC3-Strategien risikolos zu testen.
  • , AVEVA-Simulationsmodelle lassen sich über Azure-Schnittstellen in Enterprise-Digital-Twin-Architekturen einbetten. Wer mehrere Werke konzernweit aggregieren will, koppelt AVEVA Process Simulation als Werk-Twin an eine übergeordnete Azure-Digital-Twin-Hierarchie.

Unser Testurteil

AVEVA Process Simulation verdient 3 von 5 Sternen. In seiner Paradedisziplin, dynamische Simulation für OTS und virtuelle Inbetriebnahme, ist es eine robuste, etablierte Lösung mit echtem Reifevorsprung. Das gemeinsame Datenmodell für stationär und dynamisch ist ein technisches Argument, das in der Praxis Engineering-Zeit spart. Den vierten Stern kostet die geringere Marktverbreitung gegenüber Aspen Plus/HYSYS (weniger Engineering-Talent am Markt, weniger dokumentierte Spezial-Stoffsysteme), das intransparente Flex-Credit-Modell und die noch laufende strategische Neusortierung im Schneider-Konzern. Für Werke im AVEVA-/Schneider-Ökosystem und für OTS-Projekte bleibt es eine valide Empfehlung, wer aber außerhalb dieses Stacks neu auswählt, sollte Aspen Plus/HYSYS gleichberechtigt evaluieren.

Was wir bemerkt haben

  • 2018, AVEVA hat sich mit Schneider Electrics Industriesoftware-Sparte (inkl. SimSci-Erbe aus der Invensys-Übernahme von 2014) zusammengeschlossen. Damit ist die heutige AVEVA Process Simulation entstanden, als Konsolidierung der SimSci-PRO/II- und DYNSIM-Linien unter dem AVEVA-Dach.
  • Januar 2023, Schneider Electric hat AVEVA für rund 9,48 Mrd. GBP vollständig übernommen (Buy-out der verbleibenden 40 %). Damit ist AVEVA von der Börse genommen und zu 100 % Tochter von Schneider. Strategisch ist AVEVA jetzt die Industriesoftware-Speerspitze des Konzerns.
  • 2023–2024, Markenrebranding: „SimSci PRO/II”, „DYNSIM” und andere Altmarken treten zugunsten der einheitlichen „AVEVA Process Simulation”-Bezeichnung in den Hintergrund. Wer alte Lizenzen hat, ist auf der neuen Linie weiter unterstützt, aber Marketing- und Schulungsmaterial wird konsequent auf die neue Marke umgestellt.
  • 2024–2026, AVEVA Connect (Cloud-Plattform) und der Schulterschluss mit EcoStruxure (Schneider-Operationsplattform) werden ausgebaut. Process Simulation wird in zunehmend cloud-nahen Architekturen positioniert; reine On-Prem-Käufer bleiben aber bedient.
  • Mai 2026, Keine wesentlichen Produktveränderungen seit der letzten Verifikation. Die strategische Roadmap ist klarer geworden als 2024, das Flex-Credit-Modell bleibt aber praxis-undurchsichtig, hier wäre mehr Transparenz beim Pricing der nächste sinnvolle Schritt von AVEVA.

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