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Bezahlt Low-Code 🇺🇸 US-Server Geprüft: Mai 2026

Afresh

Afresh Technologies, Inc.

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US-amerikanische KI-Plattform für das Management von Frischeprodukten im Lebensmitteleinzelhandel. Afresh kombiniert Bestelloptimierung, Bestandsführung und abteilungsspezifische Demand-Forecasting-Modelle für Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren, Feinkost und seit 2025 auch Trockensortiment. Eingesetzt bei Albertsons (2.200+ Filialen), Heinen's, CUB, WinCo und weiteren US-Ketten — kein aktives Programm in der DACH-Region.

Kosten: Preise auf Anfrage; Enterprise-SaaS gestaffelt nach Abteilung und Filialanzahl; Pilotprogramme verfügbar

Stärken

  • Native Frische-Logik: Modell versteht MHD-Kurven, Rotationsfrequenz und Abverkaufsmuster von Frischeprodukten
  • Durchschnittsergebnisse bei Kunden: 25 % Shrink-Reduktion, 80 % weniger Stockouts, 3 % Umsatzsteigerung (Eigenangaben Afresh)
  • Einfache Store-App für Ladenmitarbeitende — niedrige Einarbeitungshürde, gut für Filialalltag
  • Drei Modul-Suiten: Store Suite (Filiale), Corporate Suite (Zentrale), abteilungsspezifische Lösungen
  • Belastbare Kundenreferenzen: Albertsons-Rollout über 2.200 Filialen in 7 Monaten, Heinen's mit 1 Mio. USD jährlicher Einsparung
  • Nachhaltigkeits-Profil: ausgerichtet auf Food-Waste-Reduktion, finanziert u. a. von Just Climate

Einschränkungen

  • Kein Deutsch, kein aktives EU- oder DACH-Marktprogramm
  • Datenhaltung in den USA — DSGVO-Compliance erfordert zusätzliche Prüfung, AVV und Standardvertragsklauseln
  • Primär auf US-amerikanische Supermarkt-Systeme und Sortimentslogik optimiert
  • Keine öffentliche Preisstruktur — Enterprise-Evaluation und Pilotphase erforderlich
  • Erfolgszahlen stammen größtenteils aus Anbieter-Case-Studies, unabhängige Audits selten
  • Setzt saubere Stamm- und Bestandsdaten voraus — Rollout-Aufwand bei heterogenen Systemlandschaften erheblich

Passt gut zu

US-amerikanische Lebensmittelketten ab mittlerer Größe Frischekategorien mit hoher Rotation und klarer MHD-Dynamik Teams, die Bestelloptimierung und Markdown-Empfehlungen kombiniert wollen Händler mit ambitionierten Nachhaltigkeitszielen (Zero-Waste-Strategien)

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du betreibst eine US- oder international tätige Lebensmittelkette mit dutzenden bis tausenden Filialen
  • Du willst Shrink, Stockouts und Food Waste in der Frischekategorie messbar reduzieren
  • Du hast saubere Stamm-, Bewegungs- und Abverkaufsdaten und Budget für einen 8–12-wöchigen Pilot mit echten Kontrollgruppen
  • Du verfolgst eine ESG-/Zero-Waste-Strategie, in der reduzierter Lebensmittelabfall messbar berichtet werden soll

Wann nein

  • Du bist ein DACH-Händler mit strikten DSGVO-Anforderungen und brauchst EU-Hosting und deutschsprachigen Support
  • Dein Filialnetz ist klein (unter ca. 20 Standorte) — der Implementierungsaufwand amortisiert sich nicht
  • Deine Datenbasis ist fragmentiert (uneinheitliche EANs, lückenhafte Schwund-Buchungen, instabile Kassendaten)
  • Du suchst primär eine Trockensortiment-Forecasting-Lösung — dafür sind Relex, Blue Yonder oder o9 reifer

Kurzfazit

Afresh ist die im US-amerikanischen Lebensmitteleinzelhandel am stärksten profilierte KI-Plattform für Frischeprodukt-Management. Wo klassische Warenwirtschafts- und Forecasting-Tools Frischwaren wie jedes andere SKU behandeln, hat Afresh Modelle gebaut, die MHD-Dynamik, Tagesschwankungen und kategorienspezifisches Verderbsverhalten verstehen. Die Plattform läuft bei Albertsons in über 2.200 Filialen, Heinen’s berichtet von rund 1 Mio. USD Jahresersparnis, CUB von 18 % weniger Produce-Shrink. Für deutsche und europäische Händler ist Afresh derzeit aber nur eingeschränkt relevant: kein EU-Hosting, kein deutschsprachiges Produkt, kein lokaler Vertrieb und ein klarer Fokus auf das US-Sortiments- und Datenmodell. Wer in der DACH-Region mit ähnlichen Use Cases arbeiten will, sollte Afresh als Referenz beobachten — aber für die operative Umsetzung eher europäische Anbieter prüfen.

Für wen ist Afresh?

US-amerikanische Supermarktketten mittlerer und großer Größe: Die Plattform ist explizit für Ketten ab mehreren Dutzend Filialen gebaut, mit zentraler Disposition und filialspezifischer Nachbestellung. Albertsons, WinCo, Smart & Final, Stater Bros und Heinen’s gehören zu den dokumentierten Referenzen. Wer in dieser Liga spielt, bekommt mit Afresh eine der wenigen Plattformen, die sich tatsächlich auf Frischeware spezialisiert haben — statt diese Kategorie mit Tools für Trockenware mitzuverwalten.

Category Manager und Frische-Verantwortliche: Die Corporate Suite liefert Forecasts, Sortimentsentscheidungen und DC-Buying-Empfehlungen für Obst, Gemüse, Fleisch, Backwaren und Feinkost. Insbesondere für Sortimente mit hoher MHD-Dynamik liefert Afresh deutlich präzisere Mengenempfehlungen als generische ERP-Module.

Filialleitung und Marktmitarbeitende: Die Store-App ist so gestaltet, dass auch ungeschulte Mitarbeitende Bestände täglich erfassen und Bestellungen mit zwei, drei Klicks bestätigen können. Das senkt die Schulungslast bei Mitarbeiterfluktuation deutlich — ein realer Vorteil in der personalknappen Branche.

Händler mit Sustainability-Mandat: Afresh wird offen über Food-Waste-Reduktion und ESG-Ziele positioniert. Investoren wie Just Climate signalisieren diese Ausrichtung, und Kunden wie Albertsons nutzen die Plattform messbar im Rahmen ihrer Zero-Waste-Strategien.

Weniger geeignet für: deutsche und europäische Händler, die DSGVO-konform und mit deutscher Schnittstelle arbeiten wollen; kleine Filialisten mit weniger als ein paar Dutzend Standorten; Händler, die keine sauberen Stamm- und Abverkaufsdaten haben (ohne saubere Datenbasis liefert auch Afresh keine guten Empfehlungen); und Spezialisten für Trockensortiment — hier ist Afresh erst seit 2025 unterwegs und gegenüber etablierten Forecasting-Tools wie Relex, Blue Yonder oder o9 nicht klar im Vorteil.

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
PilotAuf AnfrageBegrenzte Filial- und Abteilungsanzahl, zeitlich befristet, mit definierten KPI-Zielen (typisch Shrink, Stockouts, Umsatz)
Department SuiteAuf AnfrageEine Abteilung (Produce / Meat / Bakery / Deli / Center Store) über alle Filialen, inkl. Store- und Corporate-App
Full PlatformAuf AnfrageAlle Frische- und Center-Store-Abteilungen, DC-Buying, Recipe-Management, Corporate Insights
EnterpriseAuf AnfrageCustom-Integrationen, dedizierter Customer-Success-Manager, SLA, erweiterte Compliance- und Audit-Optionen

Einordnung: Afresh veröffentlicht keine Listenpreise — typisch für Enterprise-SaaS im Retail-Bereich. Die Abrechnung erfolgt nach Filialanzahl, Abteilungen und Funktionsumfang. Aus Marktberichten und Branchen-Indizes lässt sich der Preisrahmen grob auf eine fünfstellige bis sechsstellige USD-Jahresgebühr pro Mittelständler bis hin zu mehrstelligen Millionen für Großkunden wie Albertsons schätzen. Für deutsche Händler kommt hinzu, dass jede Einführung mit Implementierungskosten verbunden ist, die typischerweise 50–150 % der Jahreslizenz ausmachen — Schnittstellen zu SAP S/4HANA, Microsoft Dynamics oder lokalen Warenwirtschaftslösungen sind nicht out-of-the-box vorhanden. Realistisch ist Afresh eine Investition jenseits von 100.000 USD pro Jahr, mit klarer Erwartungshaltung an Shrink- und Stockout-KPIs als Gegenwert.

Stärken im Detail

Native Frische-Logik statt Forecasting-Aufsatz. Klassische ERP- und Demand-Planning-Tools modellieren Bananen wie Wischwasser — als SKU mit Bestand, Abverkauf und Bestellfrequenz. Afresh ist von Anfang an für Frischeprodukte gebaut: das Modell kennt MHD-Kurven, kennt den Effekt von Wochenend-Stoßzeiten auf Verderbsraten, kennt Cross-Effekte (wenn die Mango ausgeht, kauft der Kunde stattdessen Avocados). Diese Spezialisierung ist der zentrale Differenzierer und der Grund, warum Afresh in der US-Frischeszene als Quasi-Kategorie-Leader gilt.

Belastbare Kundenresultate. Anders als viele KI-Tools mit Marketing-Slides liefert Afresh konkrete, namentlich belegte Case Studies. Heinen’s (mittelgroße Familienkette) berichtet 1 Mio. USD jährlicher Einsparung und 70 Basispunkte Shrink-Reduktion. CUB (Minnesota) berichtet 18 % weniger Produce-Shrink, 6,7 % schnellere Inventory Turns und 2,5 % Sales Lift. Albertsons hat den kompletten Frischebereich seiner 2.200+ Filialen ausgerollt — ein Rollout dieser Größenordnung bei einem börsennotierten Großhändler ist ein starkes Validierungssignal.

Klare Drei-Suiten-Architektur. Store Suite (Bestelloptimierung, Inventur, Production Planning), Corporate Suite (Recipe Management, DC Buying, Corporate Insights) und Department-spezifische Solutions (Produce, Meat, Bakery, Deli, Center Store). Diese Strukturierung erlaubt es, Schritt für Schritt einzuführen — typisch beginnt man mit einer Abteilung (oft Produce oder Meat), beweist den ROI und erweitert dann.

Mitarbeiterfreundliche Store-App. Die Filial-Anwendung ist explizit für Frontline-Mitarbeitende gestaltet — wenig Text, klare Aktionen, robuste Workflows bei mobilem Einsatz. In einer Branche mit hoher Personalfluktuation und unterschiedlichen Sprachhintergründen ist das ein realer Hebel, der oft den Unterschied zwischen erfolgreichem Rollout und Schubladen-Software ausmacht.

Sustainability-Ausrichtung als strategische Klammer. Lebensmittelverschwendung ist eines der größten ESG-Themen im Einzelhandel: rund ein Drittel aller produzierten Lebensmittel landet im Müll. Afresh positioniert sich konsistent als Tool, das Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit verbindet — die Finanzierungsrunde 2025 unter Co-Lead von Just Climate (Climate-Fonds aus dem Generation-Investment-Umfeld) unterstreicht diese Ausrichtung glaubwürdig.

Konsolidierter Markt-Footprint im US-Retail. 12.500+ Abteilungen auf der Plattform, 70 % YoY-Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2025, und prominente Kunden in unterschiedlichen Segmenten (Discount, Premium, Familienketten, große Public Companies). Das spricht für ein Produkt, das auch unter realen, datenseitig oft chaotischen Bedingungen funktioniert.

Schwächen ehrlich betrachtet

Kein DACH- oder EU-Programm. Afresh ist eine US-Plattform, gebaut für US-Handelsstrukturen, mit englischsprachiger UI und Vertriebsteam ausschließlich in Nordamerika. Für deutsche Händler bedeutet das: kein lokaler Account-Manager, keine Lokalisierung, kein deutscher Support, kein nachgewiesener Track Record bei Edeka, Rewe, Aldi, Lidl oder Migros. Das ist nicht prinzipiell ein Showstopper — internationale SaaS funktioniert oft auch ohne lokale Filiale —, aber bei einer Plattform, die tief in operative Filialprozesse eingreift, ist es eine ernste Hürde.

US-Hosting und DSGVO-Reibung. Daten werden in den USA verarbeitet. Eine native EU-Region ist nicht verfügbar. Für deutsche Händler ist die einzige saubere Option ein dokumentierter AVV mit Standardvertragsklauseln, eine Datenschutz-Folgenabschätzung und idealerweise ein Risiko-Audit. Auch wenn primär anonymisierte Bestandsdaten verarbeitet werden, bleiben Filial- und Sortimentsinformationen sensibel — Wettbewerbsschutz und Datenschutz sind hier eng verknüpft.

Erfolgszahlen kommen vom Anbieter. Die zitierten 25 % Shrink-Reduktion, 80 % weniger Stockouts, 3 % Sales Lift, 1 Mio. USD Heinen’s-Ersparnis — alles stammt aus Afresh-Case-Studies. Das ist nicht zwingend irreführend; vergleichbare US-Branchenpublikationen wie Grocery Dive zitieren ähnliche Zahlen. Aber unabhängige, peer-reviewed Audits gibt es nicht, und Kontrollgruppen-Designs sind selten transparent dokumentiert. Wer Afresh evaluiert, sollte im Pilot eigene KPIs, eigene Kontrollgruppen und eigene Methodik definieren.

Datenqualität ist Voraussetzung, nicht Ergebnis. Wie alle Forecasting-Plattformen lebt Afresh von sauberen Stamm-, Bewegungs- und Abverkaufsdaten. Wer mit fragmentierten Kassendaten, inkonsistenten EAN-Codes, fehlenden Schwund-Buchungen oder unzuverlässigen Lieferanten-Daten arbeitet, wird auch mit Afresh keine guten Empfehlungen bekommen. Der Plattform-Wert hängt direkt am Datenfundament — und das bedeutet in der Praxis oft 6–12 Monate Datenarbeit vor dem ersten echten ROI.

Keine öffentliche Preistransparenz. Enterprise-SaaS ist nie listenpreis-transparent, aber Afresh geht hier sehr weit: selbst grobe Größenordnungen sind ohne Vertriebsgespräch nicht zu bekommen. Das macht Vorab-Budgetierung schwierig und Vergleichsanalysen aufwendig.

Expansion ins Trockensortiment ist jung. Afresh hat 2025 sein “Center Store”-Modul gelauncht und damit den Sprung über die Frischecke hinaus gewagt — ein Bereich, in dem etablierte Forecasting-Tools wie Relex Solutions, Blue Yonder oder o9 deutlich mehr Track Record haben. Wer Afresh als Komplettlösung evaluiert, sollte hier kritisch hinsehen — der Wettbewerbsvorteil aus der Frischedomäne überträgt sich nicht automatisch auf Trockenware.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Retail-Demand-Planning mit starkem EU-Footprint und Frische-Track-Record brauchstRELEX Solutions
Demand Planning und Bestandsoptimierung im EU-Umfeld mit deutschem Support brauchstSlim4
Markdown- und Pricing-Optimierung speziell für Retail mit deutschem Anbieter willst7Learnings
Connected Planning über Finance, Supply Chain und Sales hinweg brauchstAnaplan
Back-of-House-Bestandsmanagement für Gastronomie / Multi-Standort-Betrieb suchstApicbase

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Blue Yonder (umfassende Supply-Chain-Suite, Konzernskala), Shelf Engine (US-Wettbewerber mit ähnlichem Frischefokus, aber kleinerem Footprint), Symphony AI (breite Retail-Suite inkl. Forecasting), o9 Solutions (Supply-Chain-Plattform, eher Konzern-Maßstab), Remira (deutscher Anbieter für Bestands- und Dispositionssoftware) sowie spezialisierte Eigenentwicklungen großer Handelskonzerne. Für DACH-Händler ist die ehrliche Antwort: Afresh ist die spannendste reine Frische-KI im Markt, aber keine praktikable Erstwahl, solange weder lokale Präsenz noch EU-Hosting noch Deutsch-Lokalisierung verfügbar sind. Wer den US-Markt bedient oder dort ein Joint Venture hat, sollte sich Afresh ansehen — alle anderen tun gut daran, die europäischen Alternativen zuerst zu evaluieren und Afresh als Benchmark im Hinterkopf zu behalten.

So steigst du ein

Schritt 1: Demo und Eignungs-Check. Demo direkt über afresh.com anfragen. Für deutsche/europäische Interessenten wird die Anfrage an das internationale Vertriebsteam in San Francisco weitergeleitet — rechne mit Englisch und US-zentrischen Demos. Wichtig: Im Erstgespräch klären, ob dein Unternehmen überhaupt im Roadmap-Fokus liegt. Wenn nicht, ist eine Implementierung zwar technisch möglich, aber Service-Niveau und Schnelligkeit werden anders sein als bei Albertsons.

Schritt 2: Datenschutz- und Compliance-Vorprüfung. Bevor du in Vertragsverhandlungen gehst, brauchst du einen klaren Compliance-Pfad: geprüfter AVV, Standardvertragsklauseln, Datenschutz-Folgenabschätzung, idealerweise begleitet von einem auf IT-/Datenschutzrecht spezialisierten Anwalt. Wer das nicht vor dem Pilot klärt, riskiert, dass der Pilot später kompliancegetrieben zurückgerollt werden muss.

Schritt 3: Pilotrahmen schmal halten. Eine Abteilung (z. B. Obst und Gemüse oder Fleisch), 10–20 Filialen mit echten Vergleichsmärkten ohne Afresh, klare KPI-Ziele (Shrink-Reduktion, Out-of-Stock-Rate, Sales Lift) und ein 8–12-Wochen-Horizont. Lieber klein und sauber als groß und unscharf. Die belastbarsten Kunden-Cases (Heinen’s, CUB) folgen genau diesem Muster.

Schritt 4 (optional): Rollout-Plan vor dem Pilot mitdenken. Wenn der Pilot funktioniert, wirst du ausrollen wollen. Das bedeutet: Schnittstellen zu Warenwirtschaft, Kassensystem und Lieferanten-Portal, Training für Filialmitarbeitende, parallele Prozesse während der Migration. Plane mindestens 12 Monate für einen Vollrollout über alle Frischeabteilungen — Albertsons hat 7 Monate gebraucht, aber das war eine bereits stark digitalisierte Organisation mit dediziertem Programm-Team.

Ein konkretes Beispiel

Eine US-amerikanische Familienkette mit 50 Filialen in der Mittelwest-Region führt Afresh zunächst im Bereich Obst und Gemüse ein. Ausgangslage: Shrink lag bei rund 12 %, Out-of-Stock-Rate bei knapp 8 % — beides branchenüblich, aber mit klarem Verbesserungspotenzial. Im Pilot über 8 Wochen werden 12 Filialen auf Afresh umgestellt, 12 dienen als Kontrollgruppe. Die Bestellungen werden weiterhin von Filialmitarbeitenden bestätigt, aber Afresh schlägt Mengen vor und kennzeichnet abweichende Empfehlungen mit Begründung (z. B. “Wettervorhersage zeigt heißes Wochenende — Erdbeeren +30 %”). Nach 8 Wochen: Shrink in der Pilotgruppe sinkt von 12 % auf 9,5 %, Out-of-Stocks von 8 % auf 4,5 %, durchschnittlicher Wochenumsatz pro Filiale steigt um 2,1 %. Hochgerechnet auf 50 Filialen ergibt das eine jährliche Einsparung und Mehrumsatz von ca. 1,8 Mio. USD bei Lizenzkosten im niedrigen sechsstelligen Bereich. ROI: unter 6 Monaten. Auf dieser Basis wird der Rollout auf alle 50 Filialen und zusätzlich auf die Fleisch- und Backwarenabteilung entschieden — geplante Vollausrollung über 9 Monate.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: USA (Afresh Technologies, Inc., San Francisco). Keine native EU-Region verfügbar.
  • Datennutzung: Anonymisierte und aggregierte Bestands- und Abverkaufsdaten fließen in die Modellverbesserung. Filialspezifische Daten werden mandantengetrennt verarbeitet; konkrete Garantien (Training-Opt-out, Aufbewahrungsfristen) sollten im AVV verhandelt werden.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Für Enterprise-Kunden auf Anfrage verfügbar. Für EU-Kunden zusätzlich Standardvertragsklauseln (SCCs) plus Transfer-Impact-Assessment erforderlich, da Datentransfer in ein Drittland erfolgt.
  • Personenbezug: Im Kern verarbeitet Afresh keine personenbezogenen Daten von Endkunden — die Modelle arbeiten auf SKU- und Filialebene. Mitarbeiterdaten (Logins, Bestellfreigaben in der Store-App) sind aber personenbezogen und unterliegen DSGVO-Anforderungen.
  • Empfehlung für Unternehmen: Vor jedem produktiven Einsatz in der EU: Datenschutz-Folgenabschätzung, dokumentierter AVV mit SCCs, ggf. zusätzliche technische Maßnahmen (z. B. Pseudonymisierung von Mitarbeiter-IDs). Bei sensiblen Sortimentskategorien (z. B. apothekenpflichtige Produkte, regulierte Frischeware) zusätzlich Branchenrecht beachten. Für DACH-Händler mit strikter EU-Datenpolitik ist Afresh tendenziell der falsche Anbieter — hier sind europäische Alternativen sauberer.

Gut kombiniert mit

  • SAP S/4HANA Retail / Microsoft Dynamics 365 Commerce — als Stammdaten- und Warenwirtschaftsbasis. Afresh sitzt obenauf und liefert die KI-Forecasts; die ERP-Welt bleibt das Source-of-Truth-System für Bestellungen, Lieferanten und Buchhaltung.
  • Kassensysteme mit detaillierter Schwund-Erfassung — Afresh ist nur so gut wie die Eingangsdaten. Eine saubere, möglichst tägliche Schwund-Buchung (idealerweise mit Grund-Codes wie “MHD abgelaufen” oder “Bruch”) hebt die Modellqualität deutlich.
  • Sustainability-Reporting-Tools — wer Afresh strategisch im Rahmen einer Zero-Waste- oder ESG-Strategie einsetzt, sollte die Ergebnisse direkt in das Sustainability-Reporting einspeisen (CO2e-Einsparungen aus reduziertem Lebensmittelabfall lassen sich konkret beziffern).

Unser Testurteil

Afresh verdient 3 von 5 Sternen — und das ist eine differenzierte Note. Im US-Heimatmarkt wäre Afresh leicht 4 Sterne wert: spezialisierte KI für eine echte Schmerzkategorie, belastbare Kunden-Resultate, klare Roadmap, glaubwürdige Sustainability-Klammer. Für deutsche und europäische Leser bewerten wir die Plattform aber nicht im Vakuum, sondern im realistisch nutzbaren Kontext — und der ist eingeschränkt: kein deutscher Vertrieb, kein EU-Hosting, keine Lokalisierung, keine dokumentierten DACH-Referenzen. Was bleibt, ist eine spannende Benchmark-Plattform, die zeigt, was KI im Frischemanagement leisten kann — und ein klares Signal an europäische Anbieter wie Relex, Slimstock und Remira, hier nachzuziehen. Wer als deutscher Händler aktiv im US-Markt operiert oder ein Joint Venture vorbereitet, kann Afresh ernsthaft evaluieren. Alle anderen sollten europäische Alternativen zuerst prüfen und Afresh als Inspirationsquelle nutzen.

Was wir bemerkt haben

  • 2024–2025 — Albertsons hat den Rollout von Afresh über alle 2.200+ Filialen in nur 7 Monaten abgeschlossen, ursprünglich nur Meat & Seafood, später erweitert auf Bakery und Deli. Ein Rollout dieser Größenordnung bei einem börsennotierten Großhändler ist im SaaS-Retail-Bereich ungewöhnlich schnell und ein deutliches Vertrauenssignal.
  • 2025 — Afresh meldet 70 % YoY-Umsatzwachstum und über 12.500 Abteilungen auf der Plattform. Das ist überdurchschnittlich für Enterprise-Retail-SaaS — die Branche wächst meist im niedrigen zweistelligen Bereich.
  • 2025 — Finanzierungsrunde über 34 Mio. USD unter Co-Lead von Just Climate und High Sage Ventures. Die Beteiligung von Just Climate (Climate-Fonds aus dem Umfeld von Generation Investment / Al Gore) unterstreicht die strategische Sustainability-Positionierung — kein PR-Anstrich, sondern Investoren-Auswahl.
  • 2025 — Expansion über die Frischecke hinaus: Afresh hat ein “Center Store”-Modul gelauncht, das auch Trocken- und Generaler-Sortimente (320 Mio.+ Artikel jährlich) abdeckt. Das ist ein strategisch nachvollziehbarer Schritt, bringt Afresh aber in direkten Wettbewerb mit deutlich größeren Forecasting-Suiten wie Relex, Blue Yonder und o9.
  • Mai 2026 — Weiterhin kein DACH- oder EU-Vertrieb angekündigt. Die Roadmap-Priorität liegt klar auf nordamerikanischer Marktdurchdringung. Wer als europäischer Händler heute evaluiert, muss davon ausgehen, dass dies in den nächsten 12–24 Monaten so bleibt.

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