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Recht & Compliance zeiterfassungabrechnunghonorar

KI-gestützte Zeiterfassung und Mandatsabrechnung

KI unterstützt Anwälte dabei, Tätigkeiten korrekt und vollständig zu dokumentieren und hilft bei der Erstellung von Kostennoten nach RVG und Stundensatz-Mandaten.

⚡ Auf einen Blick
Problem
Zeiterfassung und Mandatsabrechnung sind für viele Anwälte lästige Pflicht, die zu spät oder unvollständig erledigt wird — und damit zu Honorarverlust und Unstimmigkeiten führt.
KI-Lösung
Ein Large Language Model (LLM) analysiert Kalender- und E-Mail-Daten, schlägt daraus Zeiterfassungseinträge vor und generiert verständliche Kostennoten-Texte aus technischen Leistungsbeschreibungen.
Typischer Nutzen
Bis zu 20+ Stunden mehr abgerechnete Zeit pro Monat je Anwalt; Kostennoten-Erstellung von 1–3 Stunden auf unter 30 Minuten.
Setup-Zeit
KMS-Integration 2–4 Wochen, Claude-Kostennoten sofort
Kosteneinschätzung
500–2.000 € Einrichtung, 20–50 €/Monat laufend
Claude/ChatGPT direkt für Kostennoten-Texte (sofort, 20 €/Monat)Clockify mit KI-Integration (ab 5 €/Person/Monat)Kanzlei-KMS-Erweiterung (Advoware/TimeSolv, 2–4 Wochen Setup)
Worum geht's?

Es ist Freitagabend, 18:30 Uhr.

Paul sitzt am Schreibtisch und soll die Wochenzeiterfassung abschließen. Er öffnet sein Zeiterfassungssystem. Montag: Mandantengespräch Fischer 2 Std. — das stimmt. Dienstag: Schriftsatz Meier 3 Std. — klar. Mittwoch: Leer. Donnerstag: Kurzer Eintrag “allgemeine Tätigkeiten 1 Std.”

Was war Mittwoch? Paul denkt nach. Er hatte ein langes Telefonat mit dem Gegenanwalt im Fall Müller — 35 Minuten. Er hatte drei dringende E-Mails beantwortet, darunter eine mit einer Klauselauslegung die ihm 40 Minuten Recherche gekostet hat. Er hatte mit einem Kollegen über das Mandat Weber gesprochen.

Nichts davon ist erfasst. Paul tippt: “Mittwoch: diverse Tätigkeiten 2 Std.” und schließt den Laptop.

Bei einem Stundensatz von 280 Euro und konservativer Schätzung: Die echten Tätigkeiten dieses Mittwochs lagen bei 3–3,5 Stunden — gegenüber 2 erfassten. Verlust: 280–420 Euro. Für einen einzelnen Mittwoch.

Paul schließt den Laptop. Nächsten Mittwoch macht er dasselbe.

Das echte Ausmaß des Problems

Zeiterfassung ist in Anwaltskanzleien notorisch unpopulär — und notorisch lückenhaft. Eine Studie des Deutschen Anwaltvereins (DAV, 2023) zeigt: Anwälte erfassen im Durchschnitt nur 60–75 Prozent der tatsächlich erbrachten Tätigkeiten in ihren Zeiterfassungssystemen. Der Rest geht verloren — durch vergessene kurze Gespräche, nicht nacherfasste E-Mail-Antworten, im Rückblick schwer rekonstruierbare Recherche-Sessions.

Bei einem Stundensatz von 280 Euro und 20 Stunden nicht erfasster Tätigkeit pro Monat pro Anwalt sind das 5.600 Euro monatlicher Honorarverlust — 67.200 Euro pro Jahr pro Anwalt, der sein Zeiterfassungssystem nicht diszipliniert pflegt. In einer 5-Anwalt-Kanzlei summiert sich das auf potenziell 336.000 Euro jährlichen Umsatzverlust durch inkomplette Erfassung.

Das zweite Problem: Die Übersetzung von technischen Leistungskürzeln (“Mandatsaktualisierung”, “Schriftverkehr”, “Telefonat 15 Min.”) in verständliche, mandantengerechte Kostennoten-Texte. RVG-Abrechnungen müssen klar und nachvollziehbar sein — gerade bei komplexeren Verfahren kostet das überproportional viel Zeit.

Mit vs. ohne KI — ein ehrlicher Vergleich

KennzahlOhne KIMit KI-Zeiterfassung
Erfassungsquote tatsächlicher Tätigkeiten60–75 % (DAV 2023)85–95 % (Schätzwert aus Praxisberichten)
Zeit für Kostennoten-Erstellung1–3 Stunden je Kostennote20–40 Minuten
Verständlichkeit der KostennotenTechnische Kürzel, Nachfragen häufigMandantengerecht formuliert
Zahlungsverzug durch unverständliche RechnungenHäufigDeutlich reduziert
Monatlicher Honorarverlust je Anwalt3.000–8.000 € (Schätzwert aus Praxisberichten)Unter 500 € bei disziplinierter Nutzung (Schätzwert)

Einschätzung auf einen Blick

Zeitersparnis — mittel (3/5) KI spart Abrechnungszeit — aber die größere Wirkung ist nicht Zeitersparnis, sondern Honorargewinn. Mittelfeld-Position, weil die täglich gesparte Zeit (20–30 Minuten für Zeiterfassung) kleiner ist als bei Schriftsatzentwurf oder Vertragsanalyse.

Kosteneinsparung — sehr hoch (5/5) Das ist der stärkste direkte finanzielle Effekt im gesamten Recht-Portfolio. Mehr erfasste Stunden = mehr abrechenbares Honorar. Nicht als “Einsparung” im klassischen Sinne, sondern als Erlössteigerung. Der ROI ist direkt und sofort messbar: Wie viel Honorar wurde bisher nicht fakturiert?

Schnelle Umsetzung — mittel (3/5) KI-unterstützte Kostennoten-Texterstellung mit Claude oder ChatGPT ist heute möglich — kein Setup, sofort nutzbar. Integration von KI in Zeiterfassungssystem (Advoware, RA-Micro) braucht 2–4 Wochen. Mittelfeldposition.

ROI-Sicherheit — sehr hoch (5/5) Das ist die verlässlichste ROI-Aussage im gesamten Recht-Portfolio. Du weißt, wie viele Stunden du erfasst. Du weißt, wie viele du eigentlich geleistet hast. Die Lücke ist direkt messbar. Jede erfasste Stunde mehr ist direkter Honorargewinn. Keine Indirektheit, kein Schätzungsbedarf.

Skalierbarkeit — hoch (4/5) Mit jedem weiteren Anwalt im Team skaliert der Nutzen — jede Person, die disziplinierter erfasst, bringt direkten Honorargewinn. Besonders in wachsenden Kanzleien mit vielen Berufseinsteigern ist das kumulativ.

Richtwerte — stark abhängig von Stundensatz, Mandatsvolumen und bisheriger Erfassungsdisziplin.

Was das System konkret macht

Tätigkeits-Vorschläge aus Kalender und E-Mail: Das System analysiert Kalendereinträge (Meetings, Telefontermine), E-Mails (gesendete Antworten, empfangene Anfragen) und Dokumentenaktivitäten (welche Dateien wurden wann geöffnet und bearbeitet) — und schlägt automatisch Zeiterfassungseinträge vor. Der Anwalt prüft, bestätigt oder korrigiert.

Kostennoten-Textgenerierung: Aus technischen Zeiterfassungskürzeln (“Tel. Gegenanwalt 25 Min. Vergleichsverhandlung”) generiert die KI mandantengerechte Kostennoten-Texte: “Telefonische Verhandlung mit dem Bevollmächtigten der Gegenseite über mögliche vergleichsweise Beilegung des Rechtsstreits, Erörterung der jeweiligen Interessenslagen, 25 Minuten.”

RVG-Plausibilitätsprüfung: Bei RVG-Mandaten prüft das System, ob die erfassten Tätigkeiten mit den abgerechneten RVG-Gebührentatbeständen konsistent sind. Unstimmigkeiten werden markiert.

Was KI nicht übernimmt: Die Entscheidung, welche Tätigkeiten abrechenbar sind und welche nicht (das ist eine rechtliche und mandatsbezogene Abwägung), die Entscheidung über Gebührenhöhe und Abzüge, die finale Rechnungsverantwortung.

Rechtliche Besonderheiten

RVG (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz): Für Mandate, die nach RVG abgerechnet werden, gibt es gesetzlich definierte Gebührentatbestände. KI kann helfen, die Zuordnung von Tätigkeiten zu Gebührentatbeständen vorzuschlagen — aber die Entscheidung liegt beim Anwalt. Eine falsche Zuordnung kann zu Kostenfestsetzungsverfahren führen.

§ 10 RVG (Kostenrechnung): Die Kostenrechnung muss bestimmte Pflichtangaben enthalten: Mandatsbezeichnung, Bezeichnung des Rechtsanwalts, die gesetzlichen oder vereinbarten Gebühren und ihre Grundlagen. KI-generierte Kostennoten-Texte müssen diese Pflichtangaben enthalten.

Stundensatz-Mandate (Honorarvereinbarung nach § 3a RVG): Bei Stundensatz-Mandaten ist vollständige Zeiterfassung Grundlage der Abrechnung. Eine lückenhafte Zeiterfassung ist nicht nur wirtschaftlich schädlich, sondern kann im Streitfall (Honorarklage) die Durchsetzung des Honoraranspruchs erschweren.

Hinweis: Die Angaben in diesem Abschnitt sind allgemeiner Natur und ersetzen keine individuelle Rechtsberatung. Für konkrete Abrechnungsfragen im Einzelfall ziehe bitte einen spezialisierten Anwalt oder Steuerberater hinzu.

Konkrete Werkzeuge — was wann passt

Clockify mit KI-Integration — Zeiterfassungs-Tool mit AI-Features für automatische Tätigkeits-Vorschläge. Verfügbar für Web, App und als Browser-Extension. Kosten: 5–10 €/Person/Monat. Nicht Kanzlei-spezifisch, aber gut integrierbar.

Advoware mit Zeiterfassungsmodul — Das meistgenutzte Kanzleimanagementsystem integriert Zeiterfassung direkt in die Aktenstruktur. KI-Erweiterungen für Tätigkeits-Vorschläge werden zunehmend angeboten. Beste Option für Advoware-Nutzer.

Claude für Kostennoten-Texte — Für den zweiten Teilaspekt (Kostennoten-Textgenerierung): Claude verarbeitet technische Zeiterfassungseinträge und generiert mandantengerechte Formulierungen. Sofort nutzbar, 20 €/Monat.

TimeSolv — Spezialisiertes Legal-Zeiterfassungs-Tool mit KI-Integration. Versteht RVG- und Stundensatz-Mandate. US-basiert, aber AVV verfügbar. Kosten: ca. 30 €/Person/Monat.

Zusammenfassung:

  • Advoware-Nutzer → Advoware Zeiterfassung mit KI-Erweiterung
  • Kostennoten-Texte verbessern → Claude sofort
  • Standalone Legal-Zeiterfassung → TimeSolv
  • Allgemeine Zeiterfassung → Clockify mit KI

Datenschutz und Datenhaltung

Zeiterfassungsdaten enthalten mandatsbezogene Informationen (Mandantenname, Mandatsbezeichnung, Tätigkeiten). Sie sind Teil der Mandantenakte und unterliegen der Verschwiegenheitspflicht.

Für KI-unterstützte Zeiterfassung:

  1. AVV mit Tool-Anbieter
  2. Mandatsdaten nicht in Cloud-Tools ohne EU-Datenhaltung oder AVV
  3. Für Kostennoten-Texte: Mandantennamen anonymisieren wenn möglich — der Text selbst braucht keine Identifikation

beA-Kontext: Kostennoten werden häufig per beA zugestellt. Das KI-Tool ist nur für die Erstellung, nicht für die Übermittlung zuständig.

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Was es kostet — realistisch gerechnet

Einmalige Einrichtungskosten

  • Advoware KI-Integration: 500–2.000 € (je nach Anbieter und Setup)
  • Kostennoten-Prompt-Entwicklung: 1–2 Tage intern
  • Tätigkeitstypen-Katalog erstellen: 1 Tag

Laufende Kosten (monatlich)

  • Advoware Zeiterfassung: im Abo, KI-Erweiterung auf Anfrage
  • Claude für Kostennoten: 20 €/Monat
  • TimeSolv: 30 €/Person/Monat

ROI-Rechnung 1 Anwalt, 20 Stunden mehr erfasste Zeit pro Monat (realistisch bei konsequenter KI-Nutzung) × 280 €/Stunde = 5.600 €/Monat zusätzliches Honorar — gegenüber 50–200 € Tool-Kosten. Das ist der beste direkte ROI-Nachweis im gesamten Portfolio.

Kostennoten-Zeit: 2 Kostennoten/Monat, je 1,5 Stunden gespart = 3 Stunden × 280 € = 840 € zusätzliche Kapazität. Zusammen: über 6.000 €/Monat direkter Wertbeitrag.

Typische Einstiegsfehler

1. Zeiterfassung nur einmal täglich oder wöchentlich. Das ist die Hauptursache für Lücken. Tätigkeiten aus dem Gedächtnis zu rekonstruieren führt strukturell zu Unterfassung. Die Lösung: Zeiterfassung direkt nach jeder Tätigkeit, oder KI-gestützte Vorschläge am Ende des Tags basierend auf Kalender und E-Mail-Aktivität. Letzteres ist die KI-Lösung.

2. Kostennoten-Texte nicht mandantengerecht formulieren. Technische Kürzel (“Tel. GA 25 Min.”) sind für Anwälte lesbar, für Mandanten nicht. Mandanten, die ihre Rechnung nicht verstehen, zahlen langsamer und fragen häufiger nach. KI-generierte Kostennoten-Texte sind in 5 Minuten mandantengerecht — es gibt keinen Grund, diesen Schritt nicht zu automatisieren.

3. KI-Zeiterfassungsvorschläge ohne Prüfung akzeptieren. Das System schlägt vor — du entscheidest. Nicht jede E-Mail-Antwort ist abrechenbar, nicht jedes Kalendergespräch war mandatsbezogen. Unkritisches Akzeptieren aller Vorschläge führt zu Abrechnungen, die im Nachhinein nicht vertretbar sind.

4. Tätigkeitstypen-Katalog nicht aktualisieren. Das KI-System kategorisiert Tätigkeiten nach einem konfigurierten Katalog. Wenn sich die Praxis ändert — neue Mandate, neues Fachgebiet, neue Abrechnungsmodelle — aber der Katalog nicht, werden Tätigkeiten falsch oder gar nicht kategorisiert. Plane halbjährlich eine Stunde ein, um den Tätigkeitskatalog auf Vollständigkeit zu prüfen. Ein veralteter Katalog produziert systematische Unterfassung, die du im Alltag nicht siehst.

Was mit der Einführung wirklich passiert — und was nicht

Zeiterfassung ist ein psychologisch aufgeladenes Thema in Kanzleien. Anwälte, die schlecht erfassen, wissen meistens, dass sie schlecht erfassen — und empfinden die KI-Unterstützung entweder als Hilfe oder als zusätzliche Kontrolle.

Was hilft: Das Framing ist entscheidend. Nicht “KI überwacht deine Zeiterfassung”, sondern “KI hilft dir, das zu dokumentieren, was du ohnehin erbracht hast.” Der Unterschied ist real: Es geht nicht darum, mehr zu arbeiten, sondern darum, was schon geleistet wurde, richtig sichtbar zu machen.

Was nicht passiert: Anwälte werden nicht automatisch disziplinierter. KI-Vorschläge, die nie aufgerufen und bestätigt werden, nützen nichts. Der tägliche Prüfprozess (5–10 Minuten) ist nicht optional.

Realistischer Zeitplan mit Risikohinweisen

PhaseDauerWas passiertTypisches Risiko
Ist-AnalyseWoche 1Aktuelle Erfassungsquote messen: Erfasste Stunden vs. geleistete Stunden aus KalenderEhrliche Selbsteinschätzung vermieden — Ist-Stand bleibt unklar
Tool-Auswahl und SetupWoche 1–3Advoware-Erweiterung oder TimeSolv einrichten; Claude für Kostennoten konfigurierenIntegration mit bestehendem KMS komplex — Implementierungspartner einbeziehen
KalibrierungsphaseWoche 2–4Tätigkeitstypen-Katalog entwickeln, Kostennoten-Prompt kalibrierenZu generische Tätigkeitsbeschreibungen → Mandant versteht Kostennote immer noch nicht
VollbetriebAb Monat 2KI-Vorschläge täglich prüfen, Kostennoten KI-generiertTägliche Prüfung wird übersprungen → Erfassungsqualität bleibt mangelhaft

Häufige Einwände — und was dahintersteckt

„Ich weiß, was ich geleistet habe — ich brauche kein KI-System dafür.” Das stimmt für die großen Blöcke. Es stimmt nicht für die 15-Minuten-Calls, die 20-Minuten-E-Mail-Antworten, die 30-Minuten-Recherchen. Diese verschwinden systematisch aus der Zeiterfassung — das ist keine Frage der Intention, sondern der menschlichen Gedächtnisbeschränkung.

„Mandanten bezahlen Pauschalpreise — Zeiterfassung ist irrelevant.” Bei Pauschalmandaten ist Zeiterfassung tatsächlich weniger relevant für die Rechnungsstellung. Aber sie ist relevant für die interne Kalkulation: Wie rentabel ist das Mandat wirklich? Wer Pauschalpreise setzt, ohne die echten Stunden zu kennen, kalkuliert blind.

„Das System generiert zu viele Vorschläge, die ich dann ablehnen muss.” In der Einlernphase: ja. Nach Kalibrierung des Tätigkeitstypen-Katalogs: die False-Positive-Rate sinkt erheblich. Investiere 2 Wochen in die Kalibrierung — dann ist die tägliche Prüfung tatsächlich unter 10 Minuten.

Woran du merkst, dass das zu dir passt

  • Du erfasst Tätigkeiten am Ende des Tages oder der Woche aus dem Gedächtnis — und weißt, dass du dabei Lücken lässt
  • Kurze Telefonate und schnelle E-Mail-Antworten wandern systematisch nicht ins System
  • Die Erstellung von Kostennoten kostet dich 2+ Stunden pro Rechnung
  • Mandanten fragen regelmäßig nach, was einzelne Positionen der Kostennote bedeuten

Wer noch warten sollte:

  • Kanzleien, die ausschließlich nach RVG mit fester Gebührentabelle abrechnen und keine Stundensatz-Mandate haben — Zeiterfassung-Optimierung weniger kritisch
  • Kanzleien mit bereits sehr disziplinierter manueller Zeiterfassung (>90 % Erfassungsquote) — Marginalnutzen gering
  • Kanzleien, die ihren Tätigkeitstypen-Katalog einmal anlegen und dann nicht pflegen — ohne regelmäßige Aktualisierung werden KI-Kategorisierungen ungenau und die Abrechnung unvollständig

Das kannst du heute noch tun

Nimm deinen letzten vollen Arbeitstag. Zähle, wie viele abrechenbare Stunden du erfasst hast. Dann gehe deinen Kalender und dein E-Mail-Postfach durch und schätze, wie viele abrechenbare Stunden tatsächlich gearbeitet wurden. Die Differenz ist dein monatlicher Honorarverlust × 20 Arbeitstage.

Nutze dann den Prompt unten, um aus einer Rohliste von Tätigkeiten eine verständliche Kostennote zu generieren.

Kostennoten-Generator aus Tätigkeitsliste
Du bist ein Kanzlei-Abrechnungsassistent. Ich gebe dir eine Liste meiner erfassten Tätigkeiten für ein Mandat. Erstelle daraus: 1. KOSTENNOTEN-TEXT: Formuliere jeden Eintrag mandantengerecht — verständlich, präzise, ohne Fachjargon. Format: "Tätigkeit — Zeitaufwand — Betrag" 2. KOSTENZUSAMMENFASSUNG: Gesamtaufstellung mit Summe 3. HINWEISE: Gibt es Einträge, die inhaltlich unklar sind oder die ich vor Versand nochmals prüfen sollte? MANDAT: [MANDATSBEZEICHNUNG, z.B. "Rechtsstreit Schäfer ./. Vermieterin GmbH — Mietmangel"] STUNDENSATZ: [STUNDENSATZ in Euro] ABRECHNUNGSZEITRAUM: [MONAT/QUARTAL] TÄTIGKEITSLISTE: [TÄTIGKEITSLISTE — z.B.: - 12.01.: Tel. GA 25 Min. - 13.01.: Schriftsatz Klageerwiderung 3,5 Std. - 14.01.: E-Mail Mandant + Rückruf 40 Min. - 15.01.: Recherche BGH-Urteil 45 Min. - 19.01.: Gerichtstermin Güteverhandlung + Vor/Nachbereitung 2,5 Std.]
Funktioniert mit Claude, ChatGPT
Beispiel-Ausgabe

Mitarbeiter:in

Mandat: Schäfer ./. Müller GmbH, Mietmangel. Stundensatz: 280 €. Tätigkeiten: Tel. GA 25 Min., Schriftsatz 3,5 Std., E-Mail Mandant 40 Min., Recherche 45 Min., Gerichtstermin 2,5 Std.

KI-Assistent

KOSTENNOTEN-ENTWURF Mandat: Schäfer ./. Müller GmbH — Mietrechtliche Auseinandersetzung Pos. 1: Telefonische Besprechung mit dem Bevollmächtigten der Gegenseite, Erörterung offener Streitpunkte und möglicher außergerichtlicher Einigung — 25 Min. / 116,67 € Pos. 2: Erstellung der Klageerwiderung einschließlich Sachverhaltsrecherche, rechtlicher Einschätzung und Formulierung der Anträge — 3,5 Std. / 980,00 € Pos. 3: Mandantenkommunikation per E-Mail und telefonisch, Beantwortung von Rückfragen zum Verfahrensstand — 40 Min. / 186,67 € Pos. 4: Rechtsprechungsrecherche zu relevanten BGH-Entscheidungen zur Mietminderungsberechtigung — 45 Min. / 210,00 € Pos. 5: Teilnahme an der mündlichen Güteverhandlung vor dem Amtsgericht einschließlich Vor- und Nachbereitung — 2,5 Std. / 700,00 € SUMME NETTO: 2.193,34 € zzgl. 19 % MwSt.: 416,73 € SUMME BRUTTO: 2.610,07 € HINWEISE: → Pos. 1: Bitte Datum der Tätigkeit ergänzen (für § 10 RVG-Pflichtangaben) → Pos. 5: Gerichtstermin-Datum für Kostennote benötigt

Quellen & Methodik

  • Deutscher Anwaltverein (DAV), Studie zur Zeiterfassung 2023 — 60–75 % Erfassungsquote bei deutschen Anwälten; strukturelle Ursachen und Lösungsansätze.
  • RVG §§ 1–24 — Rechtsanwaltsvergütungsgesetz: Grundlagen der gesetzlichen Vergütung und Honorarvereinbarung.
  • RVG § 10 — Pflichtangaben in Kostenrechnungen.
  • HDI Versicherung, Anwaltshaftpflicht 2023 — Honorarstreitigkeiten als zweithäufigste Ursache von Kanzlei-Konflikten.
  • TimeSolv, Legal Billing Report 2024 — Internationale Studie zu Zeiterfassung und Honorarverlusten in Anwaltskanzleien. [timesolv.com]
  • Eigene Projekterfahrungen — Kostennoten-Generator mit Claude in drei Kanzleien, Zeiterfassungs-Vergleich über 60 Tage (2024).

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