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Architektur & Bauwesen leistungsverzeichnisvobausschreibung

Automatische Leistungsverzeichnis-Erstellung

KI generiert aus Projektbeschreibungen und Plänen vollständige Leistungsverzeichnisse.

Das Problem

LV-Erstellung ist zeitintensiv und erfordert tiefes Fachwissen.

Die Lösung

KI erstellt LV-Positionen aus Planunterlagen und Projektvorgaben, normkonform nach VOB.

Der Nutzen

Bis zu 70% schnellere LV-Erstellung, konsistente Qualität.

Produktansatz

KI-LV-Generator mit GAEB-Export, integriert in AVA-Software.

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Das echte Ausmaß des Problems

Das Leistungsverzeichnis ist das Herzstück jeder Ausschreibung im Bauwesen. Ohne präzises LV kein vergleichbares Angebot, keine rechtssichere Vergabe, kein reibungsloser Bauvertrag. Gleichzeitig ist die LV-Erstellung einer der zeitaufwändigsten manuellen Prozesse im deutschen Planungswesen: Ein vollständiges LV für einen Rohbau mit 800 Positionen kann einen erfahrenen Bautechniker oder Architekten vier bis acht Arbeitstage kosten — und das für ein einzelnes Gewerk.

Wer ausschreibt, jongliert dabei mit mehreren Anforderungen gleichzeitig: Die Leistungsbeschreibung muss eindeutig, vollständig und wettbewerbsneutral sein — das schreibt die VOB/A vor. Die Positionen müssen mit den richtigen Normbezeichnungen, Einheiten und Abrechnungsregeln nach VOB/C aufgebaut sein. Und das Ganze muss im GAEB-Format exportierbar sein, damit Bietende ihre AVA-Software nutzen können. Ein LV, das diese Anforderungen nicht erfüllt, führt zu Bieterfragen, unvergleichbaren Angeboten oder im schlimmsten Fall zu Streit über den Bauvertrag.

Das Problem verschärft sich mit Personalmangel: Erfahrene LV-Schreiber:innen sind teuer und schwer zu finden. Junge Mitarbeitende brauchen lange, bis sie die nötige Tiefe für ein vollständiges LV entwickelt haben. Das Resultat: In vielen Büros werden LVs aus alten Projekten kopiert und angepasst — was schnell geht, aber Fehler aus vergangenen Projekten konserviert und neue Normänderungen nicht berücksichtigt.

So funktioniert es in der Praxis

KI-gestützte LV-Erstellung läuft in einem assistierenden Modus: Du gibst dem System Projektbeschreibung, Pläne und relevante Parameter (Gewerk, Konstruktionsart, Qualitätsstandard, besondere Anforderungen). Die KI generiert daraus einen LV-Entwurf mit vorstrukturierten Positionen, Normtexten und Einheiten — den du prüfst, anpasst und freigibst.

Konkret: Du schreibst oder sprichst: „Erdgeschoss, Bürogebäude, Stahlbetondecke 22cm, 420 qm, Expositionsklasse XC1, Güte C25/30, glatte Unterseite ohne Verkleidung, keine Aussparungen.” Das KI-System generiert daraus die vollständige Betondecken-Position mit Normtext nach DIN 18331, Einheit Kubikmeter, Abrechnungsregel, Nebenleistungen und Zulagen — bereit für den Export nach GAEB DA83.

Das spart nicht nur Zeit bei der Texterstellung. Es eliminiert auch den größten Fehlertyp in manuell erstellten LVs: vergessene Positionen. KI-Systeme, die auf Hunderten von Ausschreibungen trainiert wurden, kennen typische Positionsmuster pro Gewerk und warnen, wenn etwas Ungewöhnliches fehlt. Wenn du eine Außenwand aus Mauerwerk ausschreibst und das Gerüst fehlt — das System meldet es.

Die Prüfung bleibt Pflicht. KI generiert Positionen auf Basis von Mustern und Trainingsdaten, aber kennt nicht den konkreten Bauherrenwunsch, die Ortsüblichkeit des Marktes oder besondere lokale Anforderungen. Jede Position muss durch eine fachkundige Person freigegeben werden.

Welche Tools passen hierzu

ORCA AVA bietet eine der ausgereiftesten KI-Assistenz-Funktionen für LV-Erstellung im deutschsprachigen Raum. Direkt integriert in die AVA-Software, GAEB-Export inklusive. Wer ORCA ohnehin nutzt, kann die KI-Funktion direkt aktivieren. Preise: Modul-Kosten zusätzlich zur Basis-Lizenz, typisch 50–150 Euro/Monat.

iTWO (RIB Software) ist das Schwergewicht im deutschen Markt und bietet zunehmend KI-Features für LV-Generierung und Positionsvorschläge. Primär für große Büros und Generalunternehmer ab 20+ Mitarbeitenden. Lizenzkosten deutlich höher, dafür sehr tief integriert.

Claude und ChatGPT können als einfaches Assistenztool für LV-Texte eingesetzt werden — ohne GAEB-Export, aber als Textgenerator für einzelne Positionen. Du gibst die Leistungsbeschreibung ein, das Modell schlägt Normtexte vor. Das ist kein vollständiger Ersatz für spezialisierte AVA-Software, aber für kleinere Büros oder als Ergänzung ein sehr kostengünstiger Einstieg (20–30 Euro/Monat).

Conclude.ai und ähnliche spezialisierte LV-KI-Startups adressieren genau diesen Markt. Vor dem Einkauf unbedingt Pilotprojekt mit eigenen Daten durchführen — die Qualität variiert stark je nach Gewerk und Planungstiefe.

Was es kostet — realistisch gerechnet

Einstieg mit ChatGPT/Claude als LV-Textassistenz:

  • Kosten: 20–30 Euro/Monat
  • Anwendungsfall: Einzelne Positionen texten, Normtexte recherchieren, unvollständige LVs ergänzen
  • Kein GAEB-Export, keine Integration — manuelles Copy-Paste in AVA-Software

Integrierte AVA-KI-Lösung (z. B. ORCA mit KI-Modul):

  • Lizenz: 50–200 Euro/Monat zusätzlich zur Basis-AVA-Lizenz
  • Integration in bestehenden Workflow
  • GAEB-Export direkt nutzbar

ROI-Rechnung am Beispiel: Ein Bautechniker (55.000 Euro Jahresgehalt, ca. 38 Euro/Stunde brutto) erstellt durchschnittlich zwei vollständige LVs pro Monat. Jedes LV kostet bisher 4 Tage (32 Stunden) = 64 Stunden/Monat × 38 Euro = 2.432 Euro Personalkosten für LV-Erstellung. Mit KI-Unterstützung: Zeitreduktion um 50–70 Prozent = 1.216–1.706 Euro Einsparung monatlich. Tool-Kosten: 100–200 Euro/Monat. Netto-Einsparung ab dem ersten Monat: 1.000–1.500 Euro — bei gleichzeitig höherer Kapazität für mehr Projekte.

Realistischer Zeitplan

PhaseDauerWas passiertTypisches Risiko
Ist-AnalyseWoche 1Wie lange dauert ein LV heute, welche Fehlertypen treten auf, welche AVA-Software ist im EinsatzAufwand wird zu niedrig geschätzt — echter Zeitbedarf nicht bekannt
Tool-Auswahl & TestWoche 2–4Ein echtes Projekt mit KI-Unterstützung erstellen, Ergebnis mit manuellem LV vergleichenPilotprojekt zu komplex — mit einem einfachen, überschaubaren Gewerk beginnen
EinarbeitungWoche 4–6LV-Schreiber:innen schulen, Workflow definieren, Qualitätscheckliste aufbauenSchulung zu kurz — Mitarbeitende nutzen KI nicht sicher
ProduktivbetriebAb Woche 7Alle neuen LVs mit KI-Unterstützung erstellen, Qualitätsprüfung standardisierenKein Vier-Augen-Prinzip bei KI-generierten Positionen

Häufige Einwände

„KI kennt die VOB nicht tief genug — wir haften für fehlerhafte Ausschreibungen.” Die Haftung liegt immer beim unterzeichnenden Planer — das ändert KI nicht. Was sich ändert: Der KI-gestützte Erstentwurf muss fachkundig geprüft werden, genau wie ein Entwurf einer Junior-Mitarbeitenden. Spezialisierte Tools wie ORCA sind auf VOB/C trainiert und produzieren normkonforme Grundtexte — aber lokale Marktgepflogenheiten, besondere Bauherrenwünsche oder bautechnische Besonderheiten des Projekts muss die Fachkraft einbringen. Das Modell ist Assistent, nicht Ersatz.

„Unsere Projekte sind so individuell, dass Standardtexte nicht funktionieren.” Das stimmt für einen Teil des LVs — die projektspezifischen Sonderleistungen, besondere Konstruktionen oder ungewöhnliche Materialanforderungen. Aber selbst bei individuellen Projekten ist der Großteil der Positionen Standard: Erde ausheben, Beton einbauen, Mauerwerk mauern. Diese Routinepositionen sind genau das, was KI gut und schnell liefert. Du investierst deine Fachkompetenz dann in die Stellen, die wirklich Expertise brauchen — nicht in das zehnte Mal Tippen von „Beton C25/30 in Fundamenten einbauen”.


Wenn deine LV-Erstellung regelmäßig Kapazitätsengpässe erzeugt oder du schneller ausschreiben willst ohne Qualitätseinbußen — meld dich. Wir schauen uns an, welches Tool zu deiner AVA-Software und deinen Gewerken passt.

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