Wasteless
Wasteless Ltd.
KI-gestützte dynamische Preisoptimierung für Frischeprodukte im stationären Lebensmitteleinzelhandel. Wasteless berechnet auf Basis von MHD, Kassendaten, Lagerbestand und kontextuellen Signalen (Wetter, Tageszeit, Feiertage) kontinuierlich optimale Rabattstufen und spielt diese automatisch auf elektronische Preisschilder aus. Im Einsatz u. a. bei Edeka Rhein-Ruhr, Spar, Jumbo, Tops Friendly Markets und Makro — laut Hersteller bis zu 50 % Abfallreduktion und 20 % höhere Umsätze im Frischesortiment. Gegründet 2017, mit Standorten in New York, Tel Aviv und Amsterdam.
Kosten: Preise auf Anfrage; enterprise-basiertes Modell pro Filiale und Sortimentstiefe; kein Self-Service. Standardmäßig Subscription-Modell mit ESL-/POS-Integration als einmaligem Setup-Aufwand.
Stärken
- Echtnachweise im europäischen LEH: Edeka, Spar, Jumbo, Makro — 640-Filialen-Rollout dokumentiert
- Kontextuelle Signale: Wetter, Tageszeit, Feiertage beeinflussen Rabattempfehlungen
- Inkrementelle Rabattlogik statt Einmal-Abschrift — bessere Margenerhaltung
- Kompatibel mit gängigen elektronischen Preisschildsystemen (ESL: SES-Imagotag, Pricer)
- Einfache Store-App für Filialmitarbeitende (7–10 Min. täglicher Aufwand)
- Zusatzmodule: DateCheck+, Rotation Calendar, Grind Logs, Waste Tracking, Insights
Einschränkungen
- Nur für Filialbetrieb optimiert — kein natives Online-Grocery-Modul
- Keine öffentliche Preisliste — Enterprise-Angebote individuell verhandelt
- Elektronische Preisschilder (ESL) als Hardware-Voraussetzung — Nachrüstung kann teuer werden
- Modell braucht 4–8 Wochen Einlernphase je Filiale
- Kein deutscher Mutterstandort — Support und Dokumentation primär englisch, deutsche Ansprechpartner über Amsterdam-Office
- Effekt-Belege schwanken stark je nach Sortiment und Filialgröße
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du betreibst mehrere Filialen mit signifikantem Frische-Anteil
- Du hast oder planst elektronische Preisschilder im Frischebereich
- Du willst Abschriften systematisch reduzieren und gleichzeitig Margen verbessern
- Du bist bereit, einen 6–12-monatigen Pilotzyklus zu fahren
Wann nein
- Du hast nur eine oder zwei Filialen — der Setup-Aufwand rechnet sich nicht
- Du hast keine ESL-Hardware und keine Investitionsbereitschaft
- Dein Hauptkanal ist Online-Grocery — Wasteless ist für die Fläche gebaut
- Du brauchst eine selbst gehostete On-Premise-Lösung
Kurzfazit
Wasteless ist die ausgereifteste Dynamic-Pricing-Lösung für Frischeprodukte im stationären Lebensmittelhandel und das einzige Tool dieser Klasse mit substantieller Referenzbasis im deutschsprachigen LEH. Statt einer pauschalen 30 %-Abschrift am MHD-Tag berechnet die KI inkrementelle Rabattstufen — und spielt sie automatisch über ESL aufs Regal. Edeka Rhein-Ruhr (640 Filialen), Spar und Jumbo nutzen das System produktiv. Schwächen: keine öffentliche Preisliste, ESL als Hardware-Voraussetzung, kein deutscher Mutterstandort. Für Händler mit echtem Frische-Volumen und elektronischer Preisauszeichnung ein klarer Hebel — für Single-Store-Betriebe und reine Online-Händler dagegen ungeeignet.
Für wen ist Wasteless?
Größere Filialnetze im LEH: Edeka-Verbünde, Rewe-Regionen, Spar-Genossenschaften ab 10 Filialen. Wer Frische als strategischen Umsatzbringer betreibt (Fleisch, Wurst, Molkerei, Backwaren), hat hier den größten Hebel — Abschriftquoten sinken nachweisbar, Margenkorrekturen verbessern den Deckungsbeitrag pro Stück.
Selbstständige Kaufleute mit mehreren Standorten: Edeka- und Rewe-Kaufleute, die 3–8 Märkte führen, kommen häufig in den ROI-Bereich. Die Einlernphase pro Filiale (4–8 Wochen) ist mit überschaubarem Personalaufwand zu schaffen, der Wartungsaufwand danach minimal.
Nachhaltigkeits-getriebene Händler: Wasteless ist mehr als ein Margenwerkzeug — es ist Nachhaltigkeits-Kommunikation. Wer Food-Waste-Reduktion in der Eigenmarken- oder Standort-Kommunikation positioniert (BioCompany, Alnatura, Erlebnis-Märkte), kann Wasteless als Sustainability-Story aufladen. Die Zahlen sind dokumentierbar und auditierbar.
Wholesale und C&C-Märkte: Cash-&-Carry-Konzepte wie Makro nutzen Wasteless für die Wholesale-Frischeflächen. Höhere Stückzahlen, größere Margen pro Position — und die ESL-Infrastruktur ist im Wholesale ohnehin Standard.
Regional-Discount und Convenience: Auch kleinere Formate (Norma, Tegut, Penny in Pilotmärkten) testen Wasteless für Bake-off-Bereiche und Frische-Kühlung. Der Effekt im Brot-/Backwarensegment ist besonders prominent — kurze Halbwertszeit, hohe Sichtbarkeit der Abschriften.
Weniger geeignet für: Einzelmärkte ohne Verbund-Anbindung, Online-Grocery-Reine (Picnic, Knuspr — andere Optimierungs-Hebel), kleine Spezialgeschäfte ohne ESL und Discount-Formate mit minimalem Frischeanteil (Aldi-Standardsortiment).
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Pilot (1–3 Filialen) | Auf Anfrage, typisch im niedrigen 4-stelligen EUR-Bereich pro Filiale/Monat | Vollständige Wasteless-Suite (AI Markdowns, DateCheck+, Insights), ESL-Integration, Onboarding-Support, definierter Pilotzeitraum (6–12 Monate) |
| Enterprise-Rollout | Auf Anfrage, mengenabhängiger Rabatt | Multi-Filial-Setup, zentrale Verwaltung, BI-Anbindung, KPI-Dashboards, regionaler CSM |
| ESL-Hardware (separat) | Marktpreis ESL-Anbieter (typisch 2–4 EUR/Etikett, 5.000–20.000 EUR/Filiale) | Elektronische Preisschilder von SES-Imagotag, Pricer o. ä. — nicht Teil des Wasteless-Pakets |
| Setup & Integration | Einmalig, im Angebot enthalten | POS-Anbindung, ESL-Anbindung, Schulung der Filialmitarbeitenden, Definition der Rabattlogik |
Einordnung: Wasteless kommuniziert keine Listenpreise — typisch für B2B-Enterprise-SaaS im Retail-Umfeld. Branchenüblich liegt der monatliche Abopreis für mittlere Filialen im niedrigen vierstelligen Euro-Bereich pro Standort, mit signifikantem Mengenrabatt bei Rollouts. Der größte Posten ist meist nicht die Software, sondern die ESL-Hardware — wer schon ESL hat, kommt günstig in den Markt; wer nachrüsten muss, plant 5.000–20.000 EUR Hardware pro Filiale. Der Business Case rechnet sich typisch über die Abschriftreduktion: Bei einem Markt mit 800 EUR/Woche Frischeverlust und 40 % Reduktion sind das rund 16.000 EUR/Jahr — meist mehr als die Lizenz für eine Filiale.
Stärken im Detail
Echtbelegte Ergebnisse im LEH. Wasteless nennt keine theoretischen Modellwerte, sondern dokumentierte Pilotergebnisse: Edeka Rhein-Ruhr mit 640 Filialen, ein polnischer Großhändler mit 25 % Margenverbesserung, ein spanischer Retailer mit 32 % Abfallreduktion. Diese Referenzen sind in einem Markt selten, der oft mit hochgerechneten Pilotzahlen arbeitet — und sie sind besonders relevant für den deutschen Mittelstand, der konservativ kauft.
Inkrementelle statt monolithische Rabattlogik. Statt am MHD-Tag pauschal 30 % zu reduzieren, fährt Wasteless eine Treppe: 10 % am Vortag, 25 % am Tag, 40 % in den letzten Stunden. Das schiebt mehr Stück zu höherem Preis raus und reduziert die finale Abschriftmenge. Mathematisch nachvollziehbar, in der Praxis aber selten manuell durchgehalten — genau dort liefert die Automatisierung ihren Mehrwert.
Kontextuelle Signale machen den Unterschied. Das Modell verarbeitet nicht nur MHD und Lagerbestand, sondern auch Wetter (Schönwetter erhöht den Wurst-Absatz), Tageszeit (Backwaren-Spitze 17–18 Uhr), Feiertage und lokale Events. Das ist der Unterschied zu naiven Heuristik-Systemen, die übers Jahr die gleichen Schwellen verwenden — und in der Praxis schnell ineffektiv werden.
Modularer Funktionsbaukasten. Neben AI Markdowns gibt es DateCheck+ (MHD-Erfassung per Scanner), Rotation Calendar (Wann muss welches Regal geprüft werden?), Grind Logs (FDA/FSMA-Compliance für Hackfleisch in US-Märkten) und Waste Tracking (Erfassung der tatsächlichen Abschriften). Die Insights-Plattform aggregiert das zu Filialvergleichen — und macht das Tool zur Steuerungs-Plattform, nicht nur zum Preisoptimierer.
Niedriger täglicher Aufwand für Filialteams. Die Store-App reduziert den Arbeitsschritt auf wenige Minuten am Tag: MHD scannen, App zeigt empfohlenen Preis, Mitarbeiter:in bestätigt, ESL aktualisiert sich. Im Vergleich zur manuellen Excel- oder Klemmbrett-Lösung ist das eine echte Entlastung — und besonders wichtig, weil Frische-Mitarbeitende ohnehin chronisch unterbesetzt sind.
Echte ESL-Integration. Wasteless spricht mit den großen ESL-Systemen (SES-Imagotag, Pricer) und kann Preise binnen Sekunden aufs Regal schreiben. Das ist die unverzichtbare Voraussetzung, weil manuelle Preisschilder-Wechsel den Vorteil dynamischer Rabatte komplett zunichtemachen würden.
Schwächen ehrlich betrachtet
Keine öffentliche Preistransparenz. Selbst grobe Tiers oder Bandbreiten kommuniziert Wasteless nicht. Wer in der Vorprüfung vergleichen will, muss zuerst ein Sales-Gespräch durchlaufen — was Zeit kostet und die Verhandlungsposition tendenziell schwächt. Für einen ersten Bedarfs-Check ist das ungeschickt.
ESL als harte Voraussetzung. Ohne elektronische Preisschilder funktioniert das System nicht — und ESL-Nachrüstung im Frischebereich kostet pro Filiale 5.000–20.000 EUR. Wer nicht ohnehin auf ESL umstellt (etwa wegen Preisauszeichnungspflichten), tut sich schwer mit einer reinen Wasteless-Investition. Discount-Formate ohne ESL-Strategie fallen hier weitgehend raus.
Einlernphase und Kontrollgruppen-Disziplin. 4–8 Wochen Einlernzeit pro Filiale sind realistisch, aber nicht trivial. Wer ohne saubere Kontrollgruppe startet, kann die Wasteless-Wirkung später nicht von normalen Saison- und Konjunktureffekten trennen — und gerät bei der internen Erfolgskontrolle in Erklärungsnot. Disziplin in der Pilotphase ist Pflicht.
Keine deutsche Mutterstruktur. Wasteless ist eine israelisch-niederländisch-US-amerikanische Firma. Die Vertriebsteams für DACH sind in Amsterdam ansässig. Das funktioniert für englischsprachige Filialleitungen, kann aber bei Tier-2-Märkten oder konservativen Genossenschaften zu Reibung führen — etwa bei Rechtsfragen, AVV-Verhandlung oder Eskalationsketten. Lokale Konkurrenten ohne dieses Profil existieren, sind aber funktional oft schwächer.
Reine Stationär-Lösung. Online-Grocery (Picnic, Knuspr, Flink) ist eine eigene Welt mit eigenen Optimierungsregeln — Wasteless adressiert das nicht. Wer beide Kanäle bedient, braucht für den Online-Teil andere Werkzeuge (z. B. Pricing-Engines im OMS).
Hardware-Abhängigkeit kann Lieferketten-Risiken erzeugen. ESL-Lieferzeiten waren 2022–2024 phasenweise lang. Wenn der Wasteless-Rollout auf den ESL-Rollout wartet, verschiebt sich der Business Case nach hinten. In der Planung sollten ESL-Verfügbarkeit und Wasteless-Integration parallel projektiert werden.
Effekt schwankt stark je Sortiment. Bei Fleisch und Wurst sind 40–70 % Abschriftreduktion realistisch, bei Backwaren oft deutlich darunter (weil Bake-Off-Mengen schwerer planbar sind). Wer Ergebnisse pauschal extrapoliert, wird enttäuscht — Sortimentsspezifische Erwartungs-Modelle sind Pflicht im Business Case.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| KI-gestützte Bestandsplanung für Frische vor dem Markdown willst | |
| Eine umfassende Supply-Chain-Planung mit Forecasting brauchst | |
| Personalisierung und Pricing im E-Commerce/Online-Grocery optimieren willst |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Shelf Engine (US-fokussiert, ähnliches Konzept), Invafresh (Kanada, klassische Markdown-Engines), Symphony RetailAI (Enterprise-Pricing-Plattform mit Markdown-Modul), DailyPricing (deutsches Startup, kleinere Referenzen) und das Edge-Computing-Modul von SES-Imagotag, das eigene Markdown-Logik direkt im ESL-System anbietet. Wasteless bleibt für den europäischen Stationär-LEH die ausgereifteste Stand-alone-Lösung — Spezialisten wie Afresh konzentrieren sich auf Forecasting, Plattformen wie Relex auf End-to-End-Supply-Chain. Wasteless ist im engen Sortiment-Fokus tief.
So steigst du ein
Schritt 1: Demo auf wasteless.com anfragen. Bring eine Übersicht des Frischesortiments mit (Kategorien, Wochenumsatz, aktuelle Abschriftquote, vorhandene ESL-Infrastruktur). Je konkreter die Anfrage, desto schneller bekommst du ein aussagekräftiges Angebot — und desto realistischer kannst du den Business Case rechnen.
Schritt 2: Wähle eine Pilotfiliale mit ESL-Infrastruktur und einer „normalen” Sortimentszusammensetzung — kein Flagship-Markt, keine Sonderfläche. Wasteless braucht Kassendaten-Zugriff (POS-Integration) und eine laufende ESL-Anbindung. Plane eine zweite Filiale als Kontrollgruppe ohne System ein — sonst kannst du den Effekt später nicht sauber nachweisen.
Schritt 3: Begleite die Einlernphase aktiv (4–8 Wochen). Schule Filialmitarbeitende intensiv im ersten Monat, prüfe wöchentlich die KPIs (Abschriftquote, durchschnittlicher Rabattsatz, Stück pro Abschrift). Das System lernt aus jeder Entscheidung — wer Mitarbeitende motiviert, die App konsequent zu nutzen, bekommt schnellere und bessere Ergebnisse.
Schritt 4: Nach 3–6 Monaten gehst du in die formale Bewertung: Vergleich Pilot- vs. Kontrollfiliale, Abschriftquoten-Entwicklung, Margenwirkung pro Sortiment. Wenn der Business Case trägt, plane den Rollout in Tranchen — nicht alle Filialen auf einmal, sondern in Wellen, damit das Onboarding-Team kapazitätsmäßig nicht überlastet wird.
Ein konkretes Beispiel
Ein Edeka-Kaufmann in NRW betreibt drei Filialen mit einem wöchentlichen Frischeverlust von rund 800 EUR pro Markt. Die Filialen sind mit SES-Imagotag-ESL ausgestattet (Investition: rund 35.000 EUR pro Markt, im Rahmen eines früheren Modernisierungsprojekts). Im sechsmonatigen Wasteless-Piloten im Fleisch- und Wurstsortiment startet eine Filiale mit Wasteless, eine bleibt als Kontrolle. Wasteless setzt inkrementelle Rabatte — 10 % am Vortag des MHD, 25 % am Tag selbst, 40 % in den letzten vier Stunden. Nach 6 Monaten: Abfallmenge sinkt um 55 % gegenüber Kontrollfiliale, durchschnittlicher Erlös je Abschriftstück steigt um 30 Cent, weil weniger auf Einmal-Tiefrabatt gesetzt wird. Kombinierter Effekt: rund 16.000 EUR/Jahr Mehrertrag in einer Filiale. Der Kaufmann rollt nach dem Piloten auf alle drei Filialen aus; die Wasteless-Lizenz refinanziert sich pro Filiale binnen ca. 4 Monaten.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: EU-Region (primär AWS Frankfurt, abhängig vom konkreten Vertrag). Anbieter ist Wasteless Ltd. mit Sitz in Tel Aviv und operativer Niederlassung in Amsterdam.
- Datennutzung: Verarbeitet werden Produktdaten (Artikel, MHD, Bestand), Transaktionsdaten (Verkäufe, Abschriften) und Kontextdaten (Wetter, Tageszeit). Keine personenbezogenen Kundendaten — der LEH-Markdown-Workflow läuft komplett anonym.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Verfügbar für alle Enterprise-Kunden, individuell verhandelt. Standard-AVV-Template wird auf Anfrage zur Verfügung gestellt.
- Mitarbeiter-Daten: Die Store-App erfasst Nutzer-Logins der Filialmitarbeitenden zur Aktivitätsprotokollierung. Das ist betriebsratspflichtig — vor Rollout in einem mitbestimmungspflichtigen Unternehmen ist eine Betriebsvereinbarung empfehlenswert.
- Empfehlung für Unternehmen: Für reinen LEH-Markdown-Einsatz datenschutzrechtlich unproblematisch — der Workflow verarbeitet keine personenbezogenen Kundendaten. Bei der Einführung Betriebsvereinbarung zur Mitarbeiter-App vorbereiten und AVV explizit verhandeln (Speicherort, Subprozessoren, Auditrechte).
Gut kombiniert mit
— Afresh optimiert die Bestellmenge vor dem Verkaufstag (Forecasting), Wasteless optimiert den Preis nach dem Verkaufstag (Markdown). Beide Tools greifen an unterschiedlichen Punkten der Frische-Wertschöpfungskette an — Afresh reduziert die Überbestellung, Wasteless die Reste. — Relex deckt die End-to-End-Supply-Chain ab (Forecasting, Replenishment, Allocation). Wer Relex bereits einsetzt, kann Wasteless als Spezialwerkzeug für den letzten Schritt (Markdown am POS) ergänzen — die Tools überschneiden sich kaum. — Wenn der Händler auch Online-Grocery betreibt, übernimmt Dynamic Yield die Pricing-Optimierung im E-Commerce-Kanal. Wasteless für die Fläche, Dynamic Yield für den Webshop — gemeinsame Datenbasis im Stammdaten-Management.
Unser Testurteil
Wasteless verdient 4 von 5 Sternen. In seiner Kategorie (Dynamic Markdown für Frische im stationären LEH) ist es das ausgereifteste Tool mit den belastbarsten europäischen Referenzen — vor allem Edeka Rhein-Ruhr ist im DACH-Kontext ein Argument, das andere Anbieter nicht haben. Die inkrementelle Rabattlogik, die kontextuellen Signale und die echte ESL-Integration sind technisch sauber gelöst. Den fünften Stern verlieren die fehlende Preistransparenz, die ESL-Voraussetzung (die viele kleinere Händler ausschließt), die nicht-deutsche Mutterstruktur und die Tatsache, dass Effekte sortimentsabhängig stark schwanken — wer 40 % Reduktion in der Backware erwartet, wird oft enttäuscht. Für mittlere und größere Filialnetze mit ESL und echtem Frische-Volumen ist Wasteless 2026 die Default-Empfehlung.
Was wir bemerkt haben
- 2024–2025 — Der Edeka-Rhein-Ruhr-Rollout über 640 Filialen ist eines der größten dokumentierten europäischen Dynamic-Pricing-Projekte im LEH. Das hat Wasteless in der deutschen Branche eine Glaubwürdigkeit verschafft, die sich auf weitere Verhandlungen mit Rewe-Regionen und süddeutschen Edeka-Verbünden auswirkt.
- 2024 — Das Funktionsset wurde um DateCheck+, Rotation Calendar und Grind Logs erweitert. Aus dem reinen Markdown-Tool ist eine Frische-Steuerungs-Suite geworden — was den Markt für die Lösung verbreitert (auch ohne ESL nutzbar für DateCheck+ und Waste Tracking), aber auch die Komplexität der Verkaufsgespräche erhöht.
- 2023 — Erste größere Edeka-Pilotmärkte in Rhein-Ruhr berichten konsistent 47–74 % Abfallreduktion im Fleisch- und Wurstsortiment — diese Zahlen werden bis heute in Wastelesss Marketing genutzt und durch unabhängige Berichterstattung gestützt.
- 2017 — Wasteless wurde gegründet, ursprünglich aus Israel heraus. Die Kombination aus Tel-Aviv-Tech und Amsterdam-Vertriebspräsenz hat sich als praktikabel für den europäischen Markteintritt erwiesen — anders als rein US-amerikanische Konkurrenten (Shelf Engine), die im europäischen LEH weniger Fuß fassen konnten.
- Anhaltend — Eine veröffentlichte Preisliste gibt es weiterhin nicht. Wer Wasteless evaluieren will, muss in den Sales-Funnel — das ist B2B-üblich, aber für Vergleichs-Käufe (etwa gegen Symphony oder Invafresh) ungeschickt. Eine Tier-Übersicht hätte dem Tool und potentiellen Käufer:innen geholfen.
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Afresh Technologies, Inc.
US-amerikanische KI-Plattform für das Management von Frischeprodukten im Lebensmitteleinzelhandel. Afresh kombiniert Bestelloptimierung, Bestandsführung und abteilungsspezifische Demand-Forecasting-Modelle für Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren, Feinkost und seit 2025 auch Trockensortiment. Eingesetzt bei Albertsons (2.200+ Filialen), Heinen's, CUB, WinCo und weiteren US-Ketten — kein aktives Programm in der DACH-Region.
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