Wallbox
Wallbox N.V.
Wallbox ist ein spanischer Anbieter von smarten EV-Ladegeräten für Zuhause, Gewerbe und Flotten. Im DACH-Markt werden die Produkte über die Tochtergesellschaft ABL vertrieben. Die Pulsar-Serie (jetzt Wallbox ABL Pulsar) ist für private Nutzer, die eM4 für gewerbliche Installationen mit eichrechtskonformer Abrechnung.
Kosten: Wallbox ABL Pulsar ab ca. 499 EUR (11 kW), 22-kW-Variante ca. 599 EUR; Wallbox eM4 (gewerblich) auf Anfrage; ABL Supernova 220 (DC-Schnellladen) auf Anfrage; Wallbox App kostenlos
Stärken
- Wallbox ABL Pulsar: Solar-Überschussladen, zeitgesteuertes Laden und Lastmanagement ab Werk verfügbar
- Wallbox eM4 ist eichrechtskonform und ISO 15118-zertifiziert — Pflicht für abrechnungsfähige öffentliche Stellplätze
- OCPP-kompatibel — Integration in Energie- und Gebäudemanagementsysteme möglich
- Wallbox App mit 4,3/5 Nutzerbewertung — Echtzeit-Monitoring, Fernsteuerung, Verbrauchsstatistiken
- Vertrieb und Support im DACH-Raum über ABL, einem etablierten deutschen Elektronikhersteller
Einschränkungen
- Kein vollständiges CPO-Backend für öffentliche Ladeinfrastruktur — dafür braucht es zusätzliche Software
- Wallbox durchlief 2023 erhebliche finanzielle Turbulenzen: Kursverlust, Stellenabbau, Umstrukturierung
- App-Qualität schwankend laut Nutzerbewertungen — Software-Updates können instabil sein
- Gewerbliche eM4-Preise nicht öffentlich — Angebote nur über Händler oder ABL-Vertrieb
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du willst zuhause eine smarte Wallbox mit Solar-Integration und App-Steuerung zu einem vertretbaren Preis
- Du stattest ein Büro oder einen Mitarbeiterparkplatz mit mehreren Ladepunkten aus und brauchst integriertes Lastmanagement
- Du suchst eine eichrechtskonforme Lösung für die gewerbliche Ladeinfrastruktur mit MID-Zähler
- Du bist OCPP-Anwender und willst die Hardware in ein bestehendes Energiemanagementsystem einbinden
Wann nein
- Du brauchst ein vollständiges CPO-Backend für öffentliche Ladeinfrastruktur — dafür sind Wirelane oder ChargePoint besser geeignet
- Du willst DC-Schnellladung mit 150+ kW für gewerbliche Standorte — da ist die Auswahl bei Spezialanbietern größer
- Du suchst maximale Unternehmenskontinuität — Wallbox hatte 2023 erhebliche finanzielle Turbulenzen
- Dein Projekt erfordert tiefe SAP- oder ERP-Integration — das übersteigt Wallboxs Fokus als Hardware-Anbieter
Kurzfazit
Wallbox bietet im DACH-Markt eine solide Range von AC-Ladesystemen — die Pulsar-Hardware (jetzt Wallbox ABL Pulsar) ist für private Nutzer eine bewährte Wahl mit vernünftigen Smart-Charging-Funktionen zu einem wettbewerbsfähigen Preis. Die gewerbliche eM4 erfüllt mit ISO 15118 und eichrechtskonformer Messung alle regulatorischen Anforderungen für abrechnungsfähige Stellplätze. Wallboxs finanzielle Schwierigkeiten 2023 und der Vertriebsumbau über ABL werfen Fragen zur langfristigen Unterstützung auf — wer maximale Unternehmenskontinuität braucht, sollte das bei der Kaufentscheidung einkalkulieren.
Für wen ist Wallbox?
Privateigentümer mit Solaranlage: Die Wallbox ABL Pulsar mit Solar-Bundle ist eine der günstigsten Wege, Überschussstrom direkt ins E-Auto zu laden, ohne separate Energiemanagementsoftware kaufen zu müssen. Das Solar-Bundle mit integriertem Energiezähler ist speziell für die Direktkopplung an PV-Anlagen entwickelt.
Gewerbliche Stellplatzbetreiber: Wer Mitarbeiterparkplätze, Wohnanlagen oder Parkhäuser mit mehreren Ladepunkten ausstatten will, findet in der Wallbox eM4 eine eichrechtskonforme und ISO 15118-fähige Lösung. Das Lastmanagement verteilt die verfügbare Leistung dynamisch auf mehrere Ladepunkte — ohne Netzanschlusserweiterung.
Fuhrparkverantwortliche mittelständischer Unternehmen: Für Firmen, die Dienstwagen für Mitarbeiter laden wollen und eine einfache RFID-Zuweisung mit Kostenstellenabrechnung brauchen, bietet Wallbox ein überschaubares System ohne die Komplexität großer CPO-Plattformen.
Elektriker und Installateure: Die Pulsar-Serie ist bekannt für einfache Installation (ca. 10 Minuten Montagezeit laut Hersteller) und gute Dokumentation. Das macht sie für Installationsbetriebe attraktiv, die viele Privatprojekte schnell abwickeln wollen.
Weniger geeignet für: Betreiber öffentlicher Ladeinfrastruktur, die ein vollständiges CPO-Backend mit Roaming, Authentifizierung und Abrechnungsmanagement benötigen (dafür sind WirelaneOS oder ChargePoint besser), und für Konzerne, die langfristige Softwarebegleitung von einem stabilen Enterprise-Anbieter benötigen.
Preise im Detail
| Produkt | Preis (ca.) | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Wallbox ABL Pulsar 11 kW | ca. 499 EUR | AC-Ladestation, Typ-2-Buchse, App-Steuerung, Lastmanagement |
| Wallbox ABL Pulsar 22 kW | ca. 599 EUR | Wie oben, schnellere Ladeleistung (22 kW) für dreiphasige Anschlüsse |
| Solar Bundle | Aufpreis | Incl. Energiezähler für PV-Überschussladen ohne extra Energiemanager |
| Company Vehicle Bundle | Aufpreis | Incl. MID-Zähler für eichrechtskonforme Abrechnung (Firmenwagen) |
| Wallbox eM4 | Auf Anfrage | Gewerblich, ISO 15118, MID-konform, dynamisches Lastmanagement, OCPP |
| ABL Supernova 220 | Auf Anfrage | DC-Schnellladen bis 220 kW, öffentlicher und gewerblicher Bereich |
Einordnung: Für Privatpersonen ist die Pulsar-Preisklasse gut positioniert — günstiger als vergleichbare Modelle von KEBA oder Mennekes mit ähnlichem Funktionsumfang. Die Installation durch einen Elektriker kostet extra (typisch 300–600 EUR je nach Aufwand). Gewerbliche Preise sind nur über ABL-Händler erhältlich und hängen stark von Stückzahl und Installationsumfang ab.
Stärken im Detail
Solar-Überschussladen ohne separates Energiemanagementsystem. Das Solar-Bundle der Wallbox ABL Pulsar enthält einen Energiezähler, der den PV-Überschuss direkt misst und die Ladegeschwindigkeit entsprechend regelt. Andere Hersteller erfordern dafür oft ein separates Home Energy Management System (HEMS). Das spart Kosten und vereinfacht die Installation für Eigenheimbesitzer mit Solaranlage erheblich.
Eichrechtskonforme Abrechnung für gewerbliche Nutzung. Die Wallbox eM4 ist mit einem MID-konformen Zähler ausgestattet und erfüllt ISO 15118 — beides ist Pflicht für Ladestationen, die Strom nach Verbrauch abrechnen (§ 25 Eichrecht). Das ist relevant für Wohnungsbaugesellschaften, Parkhäuser und Arbeitgeber, die Ladekosten per Verbräuche auf Mieter oder Mitarbeiter umlegen wollen.
OCPP-Kompatibilität für Systemintegration. Die Unterstützung des Open Charge Point Protocol (OCPP) ermöglicht die Einbindung in übergeordnete Energiemanagementsysteme, Smart-Home-Plattformen und Backend-Software von Drittanbietern. Das ist besonders relevant für gewerbliche Installationen, die Wallbox-Hardware mit einem bestehenden Gebäudeautomationssystem oder einer Flottenmanagement-Software verbinden wollen.
ABL als DACH-Vertriebspartner bringt lokale Stärke. ABL ist ein etablierter deutscher Elektronikhersteller (gegründet 1946) mit eigenem Außendienst, Installationspartnernetzwerk und deutschsprachigem Support. Für Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz bedeutet das: ein Ansprechpartner vor Ort, der Deutsch spricht und das lokale Eichrecht und die Netzanschlussvorschriften kennt.
Schwächen ehrlich betrachtet
Wallboxs Unternehmensgeschichte ist keine ruhige. Das Unternehmen ging 2021 per SPAC-Fusion an die Börse, erlebte danach einen massiven Kurseinbruch und baute 2023 rund 500 Stellen ab — etwa 40 % der Belegschaft. Seitdem laufen Restrukturierungsbemühungen. Im DACH-Markt ist der Vertrieb auf ABL umgestellt worden. Für Privatnutzer ist das wenig relevant, aber Unternehmen, die auf langfristige Softwareupdates und Support angewiesen sind, sollten das in ihre Risikoabwägung einbeziehen.
Kein vollständiges CPO-Backend. Wallbox ist primär Hardware-Anbieter. Wer eine öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur mit Roaming, Nutzerauthentifizierung, Bezahlabwicklung und Abrechnungsmanagement betreiben will, braucht zusätzliche Software — entweder von Drittanbietern (Wirelane, has·to·be) oder über OCPP-Anbindung an eine CPO-Plattform. Das ist kein Fehler, aber ein wichtiger Punkt für Kaufentscheidungen im gewerblichen Bereich.
App-Qualität schwankend. In App-Store-Bewertungen tauchen wiederholt Beschwerden über Verbindungsabbrüche, fehlgeschlagene Updates und inkonsistentes Verhalten der Eco-Smart-Funktion auf. Die Durchschnittsbewertung von 4,3/5 ist ordentlich, aber Nutzer sollten keine nahtlose Plug-and-Play-Erfahrung für alle Szenarien erwarten. Die Verbindung via WLAN ist anfälliger als bei Geräten mit eingebautem LTE.
Produktnamen und Modellpflege verwirrend. Der Übergang von der bekannten Pulsar Plus zu “Wallbox ABL Pulsar” im DACH-Markt erzeugt Verwirrung. Ältere Informationsquellen (Ratgeber, Vergleichsseiten) beziehen sich noch auf den Pulsar Plus-Produktnamen, der im deutschsprachigen Markt nicht mehr gilt. Wer kauft, sollte direkt bei ablmobility.de oder einem Fachhandel nachfragen, welche Modelle aktuell lieferbar sind.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Ein vollständiges CPO-Backend für öffentliche Ladeinfrastruktur brauchst | WirelaneOS |
| Eine US-amerikanische Wallbox-Plattform mit breitem Partnernetzwerk suchst | ChargePoint |
| Ladepunkte von Siemens mit starker Netzintegration für Industriestandorte willst | Siemens eMobility |
| Ladedaten mit Flottenmanagement und Fahrtenbuch kombinieren willst | Webfleet |
Wallbox ist gut positioniert für private Nutzer und einfache gewerbliche Installationen mit überschaubarem Ladevolumen. Wer CPO-Funktionen, großvolumige öffentliche Infrastruktur oder tief integriertes Flottenmanagement benötigt, braucht eine Ergänzung oder eine Alternative.
So steigst du ein
Schritt 1: Kaufe die Wallbox ABL Pulsar (11 oder 22 kW) über ablmobility.de oder einen autorisierten Elektrohändler. Für die meisten Heimanschlüsse reicht 11 kW aus — 22 kW setzt einen dreiphasigen Hausanschluss mit ausreichend Reservekapazität voraus. Lass die Installation von einem qualifizierten Elektriker durchführen. Melde die Anlage bei deinem Netzbetreiber an (ab 11 kW in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben).
Schritt 2: Verbinde die Wallbox über WLAN mit der Wallbox App. Aktiviere das Solar-Überschussladen (Eco-Smart), wenn du eine PV-Anlage hast — das setzt den Solar-Bundle-Energiezähler oder eine kompatible Schnittstelle zu deinem Energiemanager voraus. Konfiguriere Ladezeitfenster für günstige Tarife (z. B. Nachtstrom bei dynamischen Tarifen).
Schritt 3: Für gewerbliche Nutzung: Aktiviere das RFID-Kartenmanagement in der Wallbox App, weise Mitarbeitern individuelle Karten zu und lege Ladetarife für die interne Kostenstellenverrechnung fest. Exportiere monatliche Ladeprotokolle für die Buchhaltung oder für die geldwerter-Vorteil-Berechnung bei Firmenwagen. Bei mehreren Ladepunkten aktiviere das dynamische Lastmanagement, um die Gesamtlast unter dem vereinbarten Netzanschlusswert zu halten.
Ein konkretes Beispiel
Eine Hamburger Unternehmensberatung stattet 18 Tiefgaragenstellplätze mit Wallbox eM4 Ladepunkten aus. Das dynamische Lastmanagement begrenzt die Gesamtlast auf 44 kW und verteilt die Kapazität automatisch auf aktive Ladevorgänge — eine Netzanschlusserweiterung ist nicht erforderlich. Mitarbeiter laden mit ihrer persönlichen RFID-Karte, der Verbrauch wird automatisch auf Kostenstellen verbucht, und die Steuerberaterin erhält monatlich einen eichrechtskonformen Export für die Dienstwagenabrechnung. Die Einführungszeit vom Beschluss bis zum Go-live beträgt drei Monate inklusive Planung und Installation.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: EU — Wallbox ist ein spanisches Unternehmen (Barcelona) mit EU-Datenhaltung; ABL als DACH-Partner ist ein deutsches Unternehmen (Heilbronn)
- Ladedaten: Verbrauchsdaten und Ladesitzungen werden in der Wallbox-Cloud gespeichert; für gewerbliche Nutzer ist das für die Kostenabrechnung notwendig
- Datenschutzrichtlinie: Abrufbar unter wallbox.com/en/privacy-policy; deutschsprachige Fassung über ablmobility.de
- AVV: Für gewerbliche Kunden ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO auf Anfrage bei ABL oder Wallbox erhältlich
- App-Daten: Die Wallbox App erfasst Nutzungsverhalten und Gerätedaten; Opt-out ist in den App-Einstellungen teilweise möglich
- Empfehlung für Unternehmen: Für RFID-basierte Mitarbeiterladelösungen mit Personenbezug sollte ein AVV mit dem Ladehardware-Anbieter abgeschlossen werden. Bei öffentlich zugänglichen Stellplätzen gelten zusätzliche Anforderungen für die Abrechnungsdaten.
Gut kombiniert mit
- Siemens eMobility — Für Standorte, die neben Wallbox-AC-Ladepunkten auch DC-Schnellladung mit Siemens SICHARGE benötigen, etwa Automobilhändler oder größere Gewerbeparkplätze mit Kundenverkehr.
- WirelaneOS — WirelaneOS als CPO-Backend für öffentlich zugängliche Wallbox-Hardware: Roaming (eRoaming), Bezahlabwicklung, eichrechtskonforme Abrechnung und Nutzerauthentifizierung laufen über Wirelane, die Hardware liefert Wallbox.
- Webfleet — Ladestatus und Verbrauchsdaten der Firmenfahrzeuge in Webfleet integrieren, um Ladekosten im Flottenbericht sichtbar zu machen und Ladeverhalten zu optimieren.
Unser Testurteil
Wallbox verdient 4 von 5 Sternen — mit einem deutlichen Vorbehalt. Die Hardware-Qualität der Pulsar-Serie ist erprobt und der Funktionsumfang für Smart Charging ist im Preissegment überdurchschnittlich gut. Die gewerbliche eM4 erfüllt alle regulatorischen Anforderungen. Den fünften Stern verhindert die unruhige Unternehmensgeschichte (Börsenkurs-Kollaps 2022, Massenentlassungen 2023, Vertriebsumbau auf ABL) und die teils instabile App-Qualität. Für private Nutzer ist das eine akzeptable Wahl; für Unternehmen, die auf langfristige Softwarepflege und Support angewiesen sind, gehört das Stabilitätsrisiko auf die Risikoliste.
Was wir bemerkt haben
- 2023 — Wallbox baute rund 500 Stellen ab — etwa 40 % der Belegschaft. Gleichzeitig kollabierte der Börsenkurs auf einen Bruchteil des SPAC-Ausgabepreises. Das Unternehmen befindet sich seither in einer tiefgreifenden Restrukturierung.
- 2024 — Wallbox übernahm ABL (ABL Sursum/ABL Mobility), einen deutschen Elektronikhersteller, und stellt den DACH-Vertrieb komplett auf ABL um. Die bekannte Pulsar Plus heißt im DACH-Markt nun “Wallbox ABL Pulsar” und wird über ablmobility.de vertrieben.
- 2021 — Wallbox ging über eine SPAC-Fusion (Kensington Capital Acquisition Corp.) an die New Yorker Börse. Der Ausgabepreis lag bei 10 USD; der Kurs fiel danach auf unter 1 USD. Das Unternehmen ist weiterhin börsennotiert, aber der Marktwert ist ein Bruchteil des früheren Niveaus.
- Laufend — Ältere Produktnamen (Pulsar Plus, Commander 2) sind in vielen deutschen Ratgebern und Vergleichsseiten noch präsent, obwohl das aktuelle DACH-Angebot anders strukturiert ist. Wer kauft, sollte die aktuellen Modelle direkt bei ABL erfragen.
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WirelaneOS ist eine deutsche CPO-Betreibersoftware für Ladeinfrastruktur aus München. Die Plattform verwaltet Ladepunkte beliebiger Hersteller per OCPP, bietet eichrechtskonforme Abrechnung und Roaming-Integration — für Unternehmen, Hotels, Kommunen und Immobilienwirtschaft, die eigene Ladeinfrastruktur wirtschaftlich betreiben wollen.
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