trinamiX NIR Textile Scanner
trinamiX GmbH (BASF-Tochter)
Mobile NIR-Spektroskopie-Lösung der BASF-Tochter trinamiX zur berührungsfreien Faseridentifikation. Der Handheld PAL One erkennt mit Cloud-basierten ML-Modellen mehr als 15 Fasertypen und ihre Mischungen in 2–3 Sekunden, für Wareneingangskontrolle, Sortierung im Recycling und Authentizitätsprüfung. Deutsches Unternehmen, EU-Hosting, deutschsprachiger Support.
Kosten: PAL One Textile Scanner: ca. 8.125–13.600 € (inkl. 1–5-Jahres-Lizenz für App und Cloud-Services). Hardware bleibt Eigentum, Lizenz ist jährlich verlängerbar. Preise auf Anfrage, gestaffelt nach Laufzeit und Stückzahl.
Kategorien
Stärken
- Mehr als 15 Fasertypen erkennbar: Baumwolle, Wolle, Polyester, Viskose, Seide, Polyamid, Elasthan u. a.
- Mischfaser-Quantifizierung: Anteilsmessung bei Zwei-Faser-Mischungen (z. B. 60 % Baumwolle / 40 % PES)
- Berührungsfrei, zerstörungsfrei, mobil, Messung direkt im Lager oder an der Maschine
- Cloud-ML-Modelle werden kontinuierlich nachtrainiert, Kalibrierungen verbessern sich über die Zeit
- BASF-Konzern als Anbieter: EU-Datenhaltung, deutschsprachiger Support, langlebige Hardware
- OpenAPI-Schnittstelle für Integration in QMS, ERP oder Blockchain-Traceability
- Ergebnisse in 2–3 Sekunden, skalierbar für Stichprobenkontrollen im laufenden Betrieb
Einschränkungen
- Dunkel gefärbte Stoffe (Carbon-Black-Färbung) können unzuverlässige Ergebnisse liefern
- Kalibrierungsmodelle müssen für neue Fasertypen oder ungewöhnliche Mischungen angepasst werden
- Kein Ersatz für akkreditierte Labortests bei rechtlich bindenden Nachweisen (z. B. Gerichtsverfahren)
- Erkennt Fasern im aktuellen Zustand, Coating oder Nachbehandlung kann die Messung beeinflussen
- Hardware-Investment erst ab ca. 5–10 Messpunkten pro Woche wirtschaftlich sinnvoll
- Lizenz-Modell: Hardware ohne Lizenz funktional nutzlos, laufende Kosten nicht unterschätzen
Passt gut zu
Kurzfazit
Der trinamiX PAL One ist die seriöseste mobile NIR-Lösung am Markt für physische Faser-Authentifizierung in Textilien. Wo Blockchain-Traceability-Plattformen wie TextileGenesis oder Retraced nur die digitale Dokumentation absichern, prüft der trinamiX-Scanner in 2–3 Sekunden, ob das, was geliefert wurde, tatsächlich der angegebenen Materialzusammensetzung entspricht. Die Cloud-basierten ML-Klassifikationsmodelle werden kontinuierlich nachtrainiert, und als BASF-Tochter bietet trinamiX EU-Hosting und deutschsprachigen Support, Pluspunkte, die in der oft US-dominierten Textil-Tech-Landschaft selten sind. Schwächen: Dunkel gefärbte Stoffe bleiben ein Problem, das Lizenzmodell ist gewöhnungsbedürftig, und für Kleinstbetriebe rechnet sich die Investition nicht.
Für wen ist trinamiX?
Sustainable-Fashion-Marken und Premium-Hersteller: Wer Bio-Baumwolle, Merinowolle oder recycelte Fasern in der Kollektion auslobt, braucht physische Verifikation, die Zertifikate alleine reichen seit dem GOTS-Skandal 2023 und mehreren großen Mogel-Fällen 2024 nicht mehr. Der PAL One erkennt synthetische Beimengungen, die per Zertifikat „100 % Bio-Baumwolle” deklariert sind.
Textilrecycling-Betriebe: EU-Sortierpflicht für Alttextilien seit Januar 2025 macht Materialerkennung zur Pflichtaufgabe. NIR-Spektroskopie ist das Standardverfahren, mobile Geräte ergänzen stationäre Sortieranlagen für Stichproben, Qualitätskontrolle und Sondersortimente.
Wareneingang in Konfektionären und Stoffhändlern: Wer monatlich mehrere Hundert Stoffballen verarbeitet, hat keine Zeit für Laborproben jeder Charge. Eine Sekunden-schnelle NIR-Prüfung vor der Einlagerung erkennt Lieferantenwechsel oder Materialabweichungen rechtzeitig.
Auditoren und Zertifizierungsstellen: GOTS, GRS, RCS und ähnliche Zertifizierungen verlangen zunehmend physische Verifikation neben Dokumentenprüfung. Mobile NIR-Scanner sind dafür das praktikabelste Werkzeug, vor Ort, ohne Probenversand ins Labor.
Forensische Faser-Authentifizierung: Bei Verdacht auf Etikettenbetrug oder Mogelware liefert der Scanner schnelle Erstindikationen. Für gerichtsfeste Nachweise bleibt allerdings das akkreditierte Labor zuständig.
Weniger geeignet für: Kleinstbetriebe mit weniger als 5 Messungen pro Woche (Amortisation dauert zu lang), Anwender, die nur dunkel gefärbte oder beschichtete Stoffe prüfen müssen (NIR-Schwäche), Anwendungen, die rechtsverbindliche Faseranalysen erfordern (akkreditierte Labortests sind Pflicht), und Betriebe ohne digitale Dokumentationsprozesse, der Scanner liefert Daten, die jemand auswerten und ablegen muss.
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| PAL One + 1-Jahres-Lizenz | ca. 8.125 € | Handheld-Scanner, App-Zugang, Cloud-Klassifikation, Standard-Faserbibliothek |
| PAL One + 3-Jahres-Lizenz | ca. 11.000 € (Schätzung) | Längere Laufzeit, Modell-Updates inklusive |
| PAL One + 5-Jahres-Lizenz | ca. 13.600 € | Maximale Laufzeit, Priorisierter Support, Custom-Kalibrierungen verhandelbar |
| Lizenzverlängerung | jährlich, Preis auf Anfrage | Hardware bleibt im Besitz, App und Cloud-Services müssen weiter lizenziert werden |
Einordnung: trinamiX nennt keine öffentlichen Listenpreise, die Quoten kommen über das Vertriebsgespräch. Die hier genannten Preisbereiche stammen aus Marktbeobachtung und Distributor-Angeboten (Stand Mai 2026). Was viele Käufer unterschätzen: Die Hardware ohne aktive Lizenz ist funktional ein teures Briefbeschwerer-Stück. Das ist ein bewusstes SaaS-Modell, die ML-Modelle werden in der Cloud nachtrainiert, und ohne Lizenz gibt es keinen Zugriff. Wer das Gerät einmalig kauft und plant, die Lizenz auslaufen zu lassen, sollte vor dem Kauf das Auskommen-Szenario klären. Für die Mehrheit der Anwendungen ist die 3-Jahres-Lizenz der wirtschaftlichste Einstieg.
Stärken im Detail
Erkennt mehr als 15 Fasertypen, auch Mischungen. Baumwolle, Wolle, Polyester, Viskose, Seide, Polyamid (Nylon), Polyacryl, Elasthan, Leinen, Hanf, Lyocell, Modal und mehrere weitere. Bei Zwei-Faser-Mischungen liefert der Scanner Anteilsangaben (z. B. 62 % Cotton / 38 % PES), bei Drei-Faser-Mischungen wird es ungenauer. Die zugrundeliegende Spektral-Bibliothek wächst über Cloud-Updates kontinuierlich.
Ergebnis in 2–3 Sekunden, direkt am Stoff. Der Scanner wird auf den Stoff aufgesetzt, ein Taster ausgelöst, Ergebnis erscheint auf dem Smartphone. Kein Probenahme-Aufwand, kein Versand, keine Wartezeit. Das macht den Einsatz im laufenden Betrieb realistisch, z. B. an der Wareneingangsrampe oder direkt an der Maschine.
Cloud-ML-Modelle werden kontinuierlich nachtrainiert. Hier liegt der eigentliche AI-Wert: Statt einer statischen Datenbank lernen die Klassifikationsmodelle aus neuen Spektren, z. B. neue Faser-Coatings, neue Synthetik-Generationen, regionale Baumwoll-Varianten. Wer den Scanner über Jahre nutzt, bekommt nach drei Jahren bessere Ergebnisse als am Tag eins, ohne neue Hardware kaufen zu müssen.
OpenAPI-Schnittstelle für Integration. Messdaten lassen sich automatisch in QMS, ERP oder Blockchain-Traceability-Plattformen einspielen. In Kombination mit
BASF-Konzern als Anbieter. trinamiX wurde 2015 als BASF-Tochter gegründet (Sitz Ludwigshafen). Das bedeutet: deutscher Vertragspartner, EU-Hosting, deutschsprachiger Support, langjährige Geschäftskontinuität (BASF betreibt Tochterunternehmen oft über Jahrzehnte). In der oft US-dominierten Textil-Tech-Landschaft ist das ein echter Differenzierungsfaktor, besonders relevant für DSGVO-bewusste Marken.
Mobile Hardware mit robustem Formfaktor. Der PAL One ist auf den Produktionsalltag ausgelegt: stoßfest, akkubetrieben, IP-geschützt. Mehrere Geräte lassen sich parallel an verschiedenen Messpunkten betreiben. Wartung beschränkt sich auf gelegentliche Kalibrierungschecks.
Schwächen ehrlich betrachtet
Dunkel gefärbte Stoffe sind der NIR-Endgegner. Schwarz gefärbte Textilien mit hohem Carbon-Black-Anteil absorbieren NIR-Strahlung fast vollständig, die Messung wird unzuverlässig oder schlägt fehl. Das ist kein trinamiX-Problem, sondern eine physikalische Grenze der NIR-Spektroskopie. Für reine Schwarz-Sortimente ist NIR das falsche Verfahren; hier muss man auf andere Methoden (Hyperspektral, Mid-IR) ausweichen.
Coatings und Nachbehandlungen verfälschen die Messung. Wasserabweisende Imprägnierungen, Antimikrob-Ausrüstungen oder Silikon-Beschichtungen können das Spektrum so verändern, dass die Klassifikation auf die Beschichtung statt auf die Trägerfaser reagiert. Für hochbehandelte Funktionsstoffe (Outdoor, Medizin) muss eine eigene Kalibrierung gefahren werden, die ist aufwändig.
Kein Ersatz für akkreditierte Laboranalyse. Bei rechtlich bindenden Nachweisen (Gerichtsverfahren, Zollkontrollen, formale Zertifizierungs-Audits) ist NIR nur Indiz, nicht Beweis. Akkreditierte Labore (DIN EN ISO/IEC 17025) bleiben die letzte Instanz. trinamiX positioniert das ehrlich, aber Käufer denken oft, das Gerät ersetze das Labor, das tut es nicht.
Lizenzmodell schafft Anbieterbindung. Hardware ist ohne aktive App- und Cloud-Lizenz funktional unbrauchbar, die ML-Modelle laufen in der trinamiX-Cloud, nicht on-device. Wer aussteigen will, verliert die Investition. Vor dem Kauf sollten Laufzeit-Optionen und Verlängerungspreise schriftlich verhandelt werden, sonst kommt nach Lizenzablauf die Überraschung.
Drei-Faser-Mischungen werden ungenau. Bei reinen Materialien und Zwei-Faser-Mischungen liefert der Scanner zuverlässige Quantifizierungen. Bei Drei- oder Mehrkomponenten-Mischungen (typisch bei Funktionsstoffen) sinkt die Genauigkeit deutlich. Für solche Sortimente bleibt das Labor unverzichtbar.
Amortisation braucht Volumen. Bei einem Investment von ca. 10.000 € (Hardware + 1-Jahres-Lizenz) und einer Laborprobe-Ersparnis von 40–80 € pro Test rechnet sich das Gerät erst ab ca. 5–10 Messungen pro Woche. Für Kleinstbetriebe oder Designstudios ist das selten erreicht, hier sind externe Dienstleister mit NIR-Equipment oft wirtschaftlicher.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Digitale Chain-of-Custody mit Blockchain absichern willst | |
| Lieferkettendokumentation und ESG-Reporting brauchst | |
| Faser-Tracer (luminescent markers) für höhere Beweiskraft willst |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Aware (chemischer Tracer in der Faser), Haelixa (DNA-basiertes Tracing), Spectral Engines (NIRONE, günstiger, aber kleinere Bibliothek), TIDA Technologies (DACH-Konkurrent), Adidas/H&M-interne Labor-Setups. trinamiX ist im Segment „mobile NIR-Spektroskopie für Textilien” 2025/26 die qualitativ stärkste Lösung, die BASF-Verbindung gibt zusätzliche Sicherheit gegenüber kleineren Startups, die häufig nach 3–5 Jahren in Schwierigkeiten geraten. Wer ohnehin Blockchain-Dokumentation betreibt, kombiniert trinamiX als physischen Verifikationsschritt mit der digitalen Kette.
So steigst du ein
Schritt 1: Demo-Kit bei trinamiX (oder beim deutschen Distributor SolidScanner) anfragen. Schick eine repräsentative Auswahl deiner gängigsten Stoffe mit, inklusive der problematischen Fälle (Mischungen, gefärbte Materialien, beschichtete Stoffe). Vor dem Kauf solltest du genau wissen, wo dein Gerät zuverlässig misst und wo nicht. Eine schriftliche Validierung über mindestens 50 Proben ist die Mindestbasis.
Schritt 2: Hardware mit passender Lizenzlaufzeit bestellen. Für die meisten Anwendungen ist die 3-Jahres-Lizenz wirtschaftlich am sinnvollsten, sie senkt die Jahresrate gegenüber der 1-Jahres-Variante deutlich, ohne dich zu lange zu binden. Plane parallel 2–3 kritische Messpunkte in deinem Workflow (Wareneingang Rohstoff, nach Verarbeitungsschritt X, vor Versand), dort entstehen vergleichbare Datenpunkte entlang der Kette.
Schritt 3: Messdaten dokumentieren und mit deinem Faserpass oder Blockchain-Datensatz verknüpfen. Über die OpenAPI lassen sich Messungen automatisch in TextileGenesis, Retraced oder ein eigenes DLT-System einspielen. So wird der NIR-Scan zum physischen Verifikationsschritt im digitalen Chain-of-Custody, das hebt die Beweiskraft deutlich gegenüber rein dokumentarischer Compliance. Definiere SOPs (Standard Operating Procedures): Wer misst, wer dokumentiert, was passiert bei abweichendem Befund.
Ein konkretes Beispiel
Ein deutsches Strickwarenunternehmen aus dem Schwarzwald (45 Mitarbeitende, Premium-Merinolinie für DACH-Markt) führt 2024 den trinamiX PAL One zur Wareneingangskontrolle von Merinowolle aus Neuseeland ein. Jede angelieferte Partie (ca. 2 pro Monat) wird mit 10 Stichproben aus verschiedenen Ballen gemessen. Das Gerät erkennt in Sekunden, ob die Wolle tatsächlich 100 % Merino ist oder ob Polyamid- bzw. Viskoseanteile vorhanden sind. In den ersten 6 Monaten Betrieb werden zwei Lieferantenpartien mit 8–12 % Synthetikanteil entdeckt, das Zertifikat lautete jeweils auf „100 % Merino”. Eine Partie wird zurückgewiesen, bei der zweiten verhandelt das Unternehmen einen Preisnachlass und etabliert eine schärfere Kontrolle. Investition: 9.800 € (Gerät + 1-Jahres-Lizenz). Amortisation: weniger als 12 Monate, gemessen an vermiedenen Reklamationen und einer vertraglichen Schadensregulierung. Zusätzlicher Effekt: Die Marketingaussage „physikalisch verifizierte Materialzusammensetzung” wird ein eigenständiges Verkaufsargument im Direct-to-Consumer-Kanal.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: EU-Region (BASF-Konzern-Infrastruktur). trinamiX GmbH mit Sitz in Ludwigshafen ist deutscher Vertragspartner, keine US-Vertragskette für die Standardnutzung.
- Datennutzung: Messdaten (Spektren, Klassifikationsergebnisse) werden in der trinamiX-Cloud verarbeitet. Anonymisierte Spektren fließen in das Training der ML-Modelle ein, was in den Lizenzbedingungen ausgewiesen wird. Wer das ausschließen will, sollte das im Vertragsgespräch klären (Custom-Cloud oder On-Premise auf Anfrage).
- Personenbezug: Keine personenbezogenen Daten in der Standardanwendung. Bei Integration in Mitarbeiter-Workflow-Systeme (Login, Audit-Trail) ist Mitbestimmung in DE zu beachten.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Verfügbar, deutschsprachig, EU-Standardvertragsklauseln (SCC) bei Bedarf.
- Export: Keine bekannten Exportbeschränkungen für die EU; für Drittstaaten gelten allgemeine Ausfuhrbestimmungen für Mess- und Klassifizierungstechnik.
- Empfehlung für Unternehmen: Für DSGVO-bewusste Marken eine der wenigen Textil-Tech-Lösungen ohne US-Cloud-Risiko. Lizenz- und Datenschutzklauseln vor Vertragsabschluss vom hauseigenen Datenschutz prüfen lassen, Cloud-Daten-Klauseln sind nicht immer eindeutig.
Gut kombiniert mit
, wo TextileGenesis die digitale Chain-of-Custody als DLT abbildet, liefert trinamiX den physischen Verifikationsschritt. Jede dokumentierte Übergabe wird durch eine NIR-Messung bestätigt, das ist die stärkste verfügbare Kombination aus Dokumentation und physischer Beweisführung. , Retraced bündelt Lieferantendaten, ESG-Reporting und Faserpass-Dokumentation. trinamiX-Messungen lassen sich als Verifikationsschritt einspielen und stärken die ESG-Berichtsgrundlage spürbar. , wo FibreTrace mit lumineszenten Tracern arbeitet, ergänzt trinamiX die Spektral-Klassifikation. Beide Verfahren zusammen liefern doppelte Beweisbasis, relevant für Premium-Marken mit hohen Compliance-Anforderungen.
Unser Testurteil
trinamiX verdient 4 von 5 Sternen. Für die meisten Wareneingangskontrollen, Authentizitätsprüfungen und Recycling-Sortierungen ist der PAL One die qualitativ stärkste mobile Lösung am Markt, mit dem zusätzlichen Vorteil eines deutschen Vertragspartners (BASF-Konzern) und EU-Hosting. Die kontinuierlich nachtrainierten ML-Modelle in der Cloud sind ein echter Innovationsvorteil gegenüber statischen Spektralbibliotheken. Den fünften Stern verliert das Gerät durch die NIR-typischen Schwächen (dunkle Stoffe, Coatings), das Lizenzmodell (Hardware ohne Lizenz nutzlos) und die Tatsache, dass es kein akkreditiertes Labor ersetzt. Für seriöse Sustainable-Fashion-Marken, Textilrecycler und Premium-Hersteller ist die Investition klar zu empfehlen, für Kleinstbetriebe rechnet sich das Volumen meistens nicht.
Was wir bemerkt haben
- 2023, trinamiX hat den PAL One für Textilien als dedizierte Anwendung positioniert; vorher lag der Fokus auf Biometrie und Plastik-Identifikation. Mit dem GOTS-Skandal 2023 (gefälschte Bio-Baumwoll-Zertifikate aus Indien) ist die Nachfrage nach physischer Verifikation deutlich gestiegen.
- 2024, EU-Sortierpflicht für Alttextilien beschlossen (Inkrafttreten Januar 2025). Damit wurde NIR-Spektroskopie für Recyclingbetriebe in der EU faktisch zur Pflichttechnologie, der wichtigste Markt-Treiber für trinamiX in den letzten zwei Jahren.
- 2024–2025, OpenAPI-Schnittstelle wurde stark erweitert; Integration in Blockchain-Traceability-Plattformen wie TextileGenesis und Retraced wurde zum Standard-Use-Case. Damit positioniert sich trinamiX nicht als Insellösung, sondern als Baustein in größeren Compliance-Ketten.
- 2025, Mehrere große Modemarken (Patagonia, Eileen Fisher in den USA, Hessnatur und Vaude im DACH-Raum) haben physische NIR-Verifikation als Lieferanten-Anforderung in Verträge aufgenommen. Wer in diese Lieferketten verkaufen will, kommt um die Technologie kaum noch herum.
- Mai 2026, Listenpreise weiterhin nicht öffentlich; die hier genannten Preisbereiche stammen aus Marktbeobachtung. Käufer sollten Lizenzverlängerungs-Preise vor Vertragsabschluss schriftlich fixieren, die wahren Lebenszykluskosten liegen über der Hardware-Initialinvestition.
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