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System Brunner Instrument Flight

System Brunner AG

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System Brunner Instrument Flight ist ein KI-gestütztes Farbregelungssystem mit Sitz in der Schweiz, das spektrale Inline-Messdaten in Echtzeit verarbeitet und automatisch in Maschinensteuerparameter übersetzt. Durch Computer-Vision-basierte Graubalance-Kontrolle und ein Wahrnehmungsmodell, das menschliche Farbbeurteilung nachahmt, hält das System Farbe und Tonwert über die gesamte Auflage konstant, ohne manuelle Eingriffe.

Kosten: Softwarelizenz-Modul, Preise auf Anfrage; in der Regel als Teil einer Maschinenintegration mit Koenig & Bauer, Baldwin oder Manroland. Kein Self-Service-Pricing, Vertrieb läuft typisch über OEM-Partner

Kategorien

Stärken

  • KI-Wahrnehmungsmodell statt reiner Densitometrie: bewertet Farbabweichungen wie ein erfahrener Drucker, nicht wie ein Messgerät
  • Hypersphere RGB-Kameratechnologie als kostengünstige Alternative zu teuren Spektralphotometern, ermöglicht Farbregelung allein per Industriekamera
  • Herstellerunabhängig einsetzbar: Integration mit Koenig & Bauer (QualiTronic), Baldwin (Vision Systems) und Manroland Sheetfed
  • Unterstützt CMYK, Expanded Gamut EXG 7-C und Spotfarben gleichzeitig
  • GS+Server für Prepress-Kalibrierung schließt den Closed-Loop von Vorstufe bis Druck

Einschränkungen

  • Keine eigenständige Hardware, erfordert kompatibles Inline-Spektralphotometer des Maschinenherstellers
  • Optimale Ergebnisse setzen ein definiertes Farbraum-Profil (Fogra39/51) als Regelziel voraus
  • Substrat-Wechsel zwischen Aufträgen müssen dem System bekannt sein, sonst fehlerhafte Korrekturen
  • Keine öffentliche Preisliste, Vertrieb läuft fast immer über den Maschinenhersteller
  • Komplexität in Setup und Kalibrierung erfordert Schulung, kein Plug-and-Play

Passt gut zu

Offsetdruck-Betriebe mit Inline-Messkameras von Koenig & Bauer, Baldwin oder Manroland Druckereien mit Expanded-Gamut-Anforderungen (7-Farb-Druck für Verpackungskunden) PSO-zertifizierte Häuser, die Audit-Nachweise für kontinuierliche Farbtreue erbringen müssen Verpackungsdrucker mit hohem Anteil an Spotfarben (Markenfarben, Pantone-Vorgaben)

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du hast lange Auflagen mit hohen Farbkonsistenz-Anforderungen (Markenverpackung, Pharma, Etiketten)
  • Du arbeitest mit Spotfarben und Expanded Gamut und musst ΔE-Toleranzen einhalten
  • Du betreibst Maschinen mit kompatibler Inline-Messkamera oder planst eine Nachrüstung
  • Du willst manuelle Dichtekorrekturen während der Produktion automatisieren

Wann nein

  • Du druckst kurze Auflagen, bei denen Einrichtungszeit die Hauptkostenposition ist
  • Du hast keine Inline-Messoptik und planst auch keine Investition darin
  • Du arbeitest im Digitaldruck ohne Spektralphotometer im Bahnverlauf
  • Dein Volumen rechtfertigt keine OEM-Integrationsprojekt-Investition

Kurzfazit

System Brunner Instrument Flight ist die wahrscheinlich profilierteste KI-Lösung für Inline-Farbregelung im Bogen- und Rollenoffset. Während klassische Densitometrie-Systeme nur die Dichte messen, bewertet Instrument Flight die wahrgenommene Farbabweichung, und korrigiert wie ein erfahrener Drucker am Pult. Die OEM-Integrationen mit Koenig & Bauer, Baldwin und Manroland machen das System praktisch zum Industriestandard im hochwertigen Offsetdruck. Schwächen liegen im undurchsichtigen Pricing-Modell, der zwingenden Inline-Messoptik und der Komplexität des Setups. Für die Zielgruppe, Verpackungs-, Etiketten- und hochwertige Akzidenzdruckereien mit Konsistenz-Anforderungen, gibt es kaum eine bessere Wahl.

Für wen ist Instrument Flight?

Verpackungsdrucker mit Markenkunden: Wer Verpackungen für FMCG-Marken (Coca-Cola, Nestlé, P&G) druckt, kämpft täglich mit ΔE-Vorgaben für Markenfarben. Instrument Flight hält die Spotfarbe über 50.000-Bogen-Auflagen typisch unter ΔE 1,5, manuell wäre das nicht reproduzierbar.

Etikettendrucker im Premium-Segment: Wein-, Spirituosen- und Kosmetik-Etiketten haben sehr hohe Farbtreue-Anforderungen, oft mit Sonderfarben und Gold/Silber. Hier zahlt sich die KI-basierte Regelung schnell aus, weil Reklamationsquoten und Makulatur sinken.

PSO-/G7-zertifizierte Druckereien: Wer kontinuierliche Farbkonformität nach Fogra51/52 oder G7 nachweisen muss, braucht messbare Inline-Kontrolle. Instrument Flight liefert die Datengrundlage für Audit-Berichte und Zertifizierungsaudits.

Expanded-Gamut-Drucker (7-Farb-Druck): Bei 7-Farb-Offsetdruck (CMYK + OGV oder ähnlich) wird die manuelle Regelung praktisch unmöglich. Instrument Flight steuert alle sieben Druckwerke gleichzeitig und hält die Farbtrennung über die Auflage stabil.

Produktionsleiter mit Konsistenz-Mandat: Wer die Verantwortung für reproduzierbare Druckqualität trägt und das nicht mehr auf einzelne Drucker schieben will, bekommt mit Instrument Flight ein System, das Farbe entpersonalisiert und maschinenseitig garantiert.

Weniger geeignet für: Akzidenzdrucker mit kurzen Auflagen und überwiegend einfachen CMYK-Jobs, Digitaldrucker ohne Inline-Spektralphotometer, kleine Häuser ohne OEM-Beziehung zu KBA/Baldwin/Manroland und alle, die mit Standard-Densitometrie-Tools wie GMG Color oder Alwan auskommen.

Preise im Detail

VariantePreisWas du bekommst
Instrument Flight StandardAuf AnfrageInline-Farbregelung für CMYK + Spotfarben, OEM-Integration
Instrument Flight EXGAuf AnfrageErweiterte Variante für Expanded Gamut (7-Farb-Druck), OGV-Steuerung
Instrument Flight StandaloneAuf AnfrageEigenständige Implementierung außerhalb der OEM-Integration
GS+Server (Prepress)Auf AnfrageKalibrierungs-Server für Druckvorstufen-Anbindung, schließt Closed-Loop
Hypersphere Add-onAuf AnfrageRGB-Kamera-basierte Farbregelung für spezifische Anwendungen

Einordnung: System Brunner veröffentlicht keine Listenpreise, Lizenzen werden fast immer als Teil einer Maschineninstallation oder Nachrüstung über den Maschinenhersteller verkauft. Eine Instrument-Flight-Lizenz bewegt sich in der Praxis im niedrigen bis mittleren fünfstelligen Bereich pro Maschine, Wartungsverträge und Updates kommen zusätzlich. Die Investition rentiert sich erst bei substanziellem Auflagenvolumen, typische ROI-Argumente sind reduzierte Makulatur (oft 30–50 Prozent), Personaleinsparung (kein dauerhafter Drucker am Pult für Dichtekorrekturen) und Reklamationsreduktion bei Markenkunden. Wer evaluieren will, sollte direkt über den eigenen Maschinenhersteller (KBA, Baldwin, Manroland) den Kontakt suchen, dort liegen die Integrationspakete üblicherweise vor.

Stärken im Detail

KI-Wahrnehmungsmodell statt reiner Messung. Der entscheidende Unterschied zu klassischer Inline-Densitometrie: Instrument Flight bewertet nicht nur Dichtewerte, sondern simuliert das menschliche Farbempfinden, Graubalance, Tonwertkurven, Farbharmonie. Das Ergebnis: Korrekturen, die ein Drucker tatsächlich auch so machen würde, nicht bloß mathematisch korrekte, aber visuell unpassende Anpassungen.

OEM-Integrationen statt Insellösung. Die enge Verzahnung mit Koenig & Bauer QualiTronic, Baldwin Vision Systems und Manroland Sheetfed macht Instrument Flight zur faktischen Inline-Regelung-Software im westeuropäischen Offsetdruck. Wer eine moderne KBA-, Manroland- oder Baldwin-bestückte Maschine kauft, bekommt Instrument Flight oft bereits als Option mitgeliefert.

Hypersphere RGB-Technologie als günstiger Einstieg. System Brunner positioniert Hypersphere ausdrücklich als kostengünstige Alternative zu teuren Inline-Spektralphotometern: eine Farbregelung allein auf Basis von Industriekamera-Technik. Das System rechnet mit den gängigen Delta-Metriken (DE76, DE2000, DIN99, Visual DE) und beherrscht eine kalibrierungsfreie Farbnachregelung. Der Hersteller räumt offen ein, dass moderne RGB-Kameras die Genauigkeit echter Spektralmessgeräte noch nicht erreichen, hält den Unterschied für die Zielgruppe (Akzidenz- und Mittelklasse-Verpackungsdruck) aber für beherrschbar. Für Häuser, die den Sprung zur Inline-Regelung ohne Spektralphotometer-Investition machen wollen, ist das ein realistischer Einstiegspfad.

Expanded Gamut beherrscht. Im 7-Farb-Druck (CMYK + Orange/Grün/Violett) entstehen exponentiell komplexere Regelungsaufgaben, manuelle Steuerung scheitert in der Praxis. Die EXG-Variante regelt alle Druckwerke koordiniert und hält die Farbtrennung über die gesamte Auflage. Das ist die Voraussetzung für ernsthafte Spotfarben-Substitution durch Expanded Gamut.

Closed-Loop mit Prepress-Anbindung. Über den GS+Server lassen sich Inline-Messwerte zurück in die Druckvorstufen-Kalibrierung führen. Damit entsteht ein echter Closed-Loop von Datenanlieferung bis Druckabnahme, wer das konsequent nutzt, eliminiert Drift-Probleme zwischen Proof und Auflage.

Audit-fähige Dokumentation. Jede Korrektur, jede Messwertabweichung wird protokolliert. Für PSO- und G7-Audits sind diese Logfiles direkt verwertbar, manuelle Stichprobenmessungen werden überflüssig oder dienen nur noch zur Plausibilisierung.

Schwächen ehrlich betrachtet

Keine eigene Hardware. Instrument Flight ist reine Software, die zugehörige Inline-Messkamera kommt zwingend vom Maschinenhersteller (KBA QualiTronic, Baldwin SpectralCam, Manroland InlineColorPilot). Wer keine kompatible Optik hat, kann Instrument Flight nicht einsetzen. Eine Nachrüstung der Messoptik allein liegt typisch im niedrigen sechsstelligen Bereich, das ist eine eigene Investitionsentscheidung.

Pricing-Intransparenz. Es gibt weder Listenpreise noch eine Self-Service-Option. Der Vertrieb läuft fast vollständig über die OEM-Partner. Wer die Lösung evaluieren will, muss in einen mehrstufigen Vertriebsprozess einsteigen, oft über mehrere Wochen. Für kleinere Betriebe ohne OEM-Direktdraht ist das eine echte Hürde.

Setup-Komplexität. Die Initialkalibrierung erfordert definierte Referenz-Substrate, Fogra-Profile als Regelziel und eine Schulung des Operating-Personals. Bis das System produktiv arbeitet, vergehen typisch mehrere Wochen, das ist keine Investition, die man nebenbei trifft.

Substrat-Abhängigkeit. Wechselt das Substrat (anderes Papier, andere Folie) ohne dass das System informiert wird, kann es zu fehlerhaften Korrekturen kommen. Saubere Job-Tickets und Substrat-Datenbanken sind Voraussetzung, manuelle Workflows mit unvollständigen Stammdaten kollidieren mit dem System.

Schwächere Positionierung im Digitaldruck. Der primäre Fokus von Instrument Flight liegt auf Bogen- und Rollenoffset. Im wachsenden Digitaldruck-Markt (HP Indigo, Landa, Konica Minolta, Canon) gibt es alternative Closed-Loop-Lösungen direkt von den Herstellern, die teilweise tiefer integriert sind. Wer beide Welten betreibt, muss zwei Systeme nebeneinander führen.

Eingeschränkte Öffentlichkeitsarbeit. System Brunner ist ein traditionsreiches Schweizer Unternehmen mit hoher technischer Kompetenz, aber relativ geringer Marketing-Sichtbarkeit. Roadmap, Releases und Anwender-Communities sind weniger zugänglich als bei größeren Anbietern, wer auf öffentliche Erfahrungsberichte oder Webinar-Reichweite Wert legt, findet weniger Material.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Direkt die OEM-Inline-Lösung von KBA evaluieren willst
Farbstandardisierung in der Prepress wichtiger ist
Eine integrierte Heidelberg-Workflow-Lösung brauchst
Spektralmessung mit eigenständigem Tool willst
Inline-Farbmessung mit Sensorintegration suchst

Erwähnenswert ohne verlinkte Tool-Seite: GMG Color (starker Wettbewerber im Bereich Color Management und Proofing), X-Rite ColorCert (Reporting und Compliance), Datacolor und QuadTech (US-amerikanische Closed-Loop-Lösungen). System Brunner bleibt im hochwertigen Offsetdruck mit OEM-Integration eine der ersten Wahl, wer im KBA-, Baldwin- oder Manroland-Umfeld arbeitet, kommt an einer Evaluation kaum vorbei.

So steigst du ein

Schritt 1: Überprüfe, ob deine Druckmaschine mit einer Inline-Messkamera von Koenig & Bauer, Baldwin oder Manroland ausgestattet ist oder nachgerüstet werden kann. System Brunner selbst liefert nur die Regel-Software, nicht die Messoptik, ohne diese Hardware-Voraussetzung ist die Lösung nicht einsetzbar.

Schritt 2: Beauftrage System Brunner oder einen OEM-Partner mit einem Produktionsaudit: Welche Fogra-Profile sollen gehalten werden, welche Papiertypen laufen, wie ist die aktuelle ΔE-Performance? Das Ergebnis des Audits ist die Konfigurationsgrundlage, und die Verhandlungsbasis für die Lizenz.

Schritt 3: Plane die Kalibrierungsphase nach der Installation. Das System lernt über eine Referenz-Produktion den typischen Druckkurven-Verlauf auf deinen Standardsubstraten. Erst danach ist der Autopilot-Betrieb sinnvoll. Rechne mit 4–6 Wochen Einlaufphase, in der das Operating-Personal parallel geschult wird und Workflows angepasst werden.

Ein konkretes Beispiel

Eine Druckerei für Verpackungsdruck (Faltschachteln) in Süddeutschland setzt Instrument Flight in Kombination mit einer KBA QualiTronic ein. Bei einem Kundenauftrag mit Spotfarben-Matching (Pantone 485 Red auf gestrichenem GD2-Karton) hält das System die ΔE-Abweichung über eine 50.000-Bogen-Auflage konstant unter 1,5, was früher manuelle Dichtekorrekturen alle 30 Minuten erfordert hätte. Der Drucker erhält nur noch Warnungen, wenn die Abweichung einen Eingriff erfordert, der über das automatische Korrekturband hinausgeht. Ergebnis nach einem Jahr Betrieb: Makulatur reduziert um ca. 35 Prozent, Reklamationsquote bei Markenkunden halbiert, ein Drucker pro Schicht freigesetzt für komplexere Auftragsbetreuung statt reiner Pultarbeit. Bei einem typischen Verpackungsdruck-Volumen amortisiert sich die Investition innerhalb von 12–18 Monaten.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Instrument Flight läuft On-Premise auf der Maschinensteuerung bzw. einem lokalen Server. Es werden keine Druckdaten an externe Cloud-Server übertragen.
  • Datennutzung: Auftragsdaten, Substrat-Profile und Messlogs verbleiben im Betrieb. System Brunner erhält nur dann Daten, wenn Remote-Support aktiv beauftragt wird.
  • AVV: Bei reiner Software-Nutzung On-Premise nicht erforderlich. Für Remote-Support oder Cloud-Anbindungen (z. B. GS+Server-Anbindung an externe Prepress-Systeme) stellt System Brunner einen AVV auf Anfrage bereit.
  • Account & Zugriffsmanagement: Multi-User-Konfiguration über die Maschinensteuerung, typisch mit dokumentierten Operatorrechten. Audit-Logs für alle Regeleingriffe verfügbar.
  • Empfehlung für Unternehmen: Für Verpackungsdrucker mit pharmazeutischen, Tabak- oder Lebensmittel-Verpackungsaufträgen lohnt sich die explizite Dokumentation der Mess- und Korrekturlogs als Audit-Nachweis. Für regulierte Branchen ein klarer Vorteil gegenüber rein manuell gefahrenen Pressen.

Gut kombiniert mit

  • , KBA QualiTronic liefert die Inline-Messkamera, Instrument Flight die KI-Regel-Software. Klassische Hardware-Software-Kombination im Koenig-&-Bauer-Umfeld.
  • , Alwan übernimmt die Farbstandardisierung in der Prepress (Daten an Fogra-Profile angleichen), Instrument Flight hält die Farbe danach in der Maschine stabil. Closed-Loop von Datenanlieferung bis Druck.
  • , Enfocus Switch automatisiert Preflight und Druckdatenaufbereitung vor der Maschine. Saubere, normierte Eingangsdaten reduzieren die Korrekturarbeit, die Instrument Flight in der Maschine leisten muss.

Unser Testurteil

System Brunner Instrument Flight verdient 4 von 5 Sternen. Im Kerngebiet, Inline-Farbregelung für Bogen- und Rollenoffset mit hohem Farbtreue-Anspruch, gibt es kaum eine technisch überzeugendere Lösung. Das KI-Wahrnehmungsmodell, die OEM-Integration mit den führenden Maschinenherstellern und die Hypersphere-Erweiterung machen das System zur ersten Wahl im hochwertigen Druckumfeld. Den fünften Stern verlieren wir wegen der Hardware-Abhängigkeit (ohne kompatible Messoptik kein Einsatz), der Pricing-Intransparenz und der eingeschränkten Sichtbarkeit im Digitaldruck. Für Verpackungs-, Etiketten- und PSO-zertifizierte Druckereien ist Instrument Flight eine sehr klare Empfehlung. Für kleinere Akzidenzbetriebe ist es überdimensioniert.

Was wir bemerkt haben

  • Seit 2020, System Brunner hat die Hypersphere-Technologie als zusätzliche RGB-Kamera-Variante eingeführt, die klassische Spektralphotometrie ergänzt. Damit lassen sich Anwendungen abdecken, die mit reiner Spektralmessung an physikalische Grenzen stoßen, etwa stark reflektierende Substrate.
  • 2022–2023, Die Integration mit Koenig & Bauer wurde weiter vertieft. Neue KBA-Maschinen werden ab Werk mit der Option auf Instrument Flight ausgeliefert, was die Position des Systems im hochwertigen Bogenoffset zementiert.
  • 2024, Erweiterte Unterstützung für Expanded Gamut (EXG-Variante) wurde ausgebaut. Damit wird Instrument Flight relevanter für Verpackungsdrucker, die Markenfarben zunehmend über 7-Farb-Druck statt über Sonderfarben darstellen, ein wirtschaftlicher Trend in der FMCG-Verpackung.
  • Juni 2026, Quellenprüfung auf der Hersteller-Website: Instrument Flight wird seit über 30 Jahren entwickelt und ausdrücklich als KI-Core-Lösung beworben, die spektrale und densitometrische Daten gleichzeitig auswertet und den Druck “wie ein Mensch” interpretiert. Eine öffentliche Preisliste oder Self-Service-Testmöglichkeit gibt es weiterhin nicht, der Vertrieb läuft über die OEM-Partner KBA, Baldwin und Manroland.
  • Juni 2026, Korrektur einer früheren Annahme: Hypersphere wird vom Hersteller nicht primär als Lösung für schwierige, stark reflektierende Substrate positioniert, sondern als kostengünstige RGB-Kamera-Alternative zu teuren Spektralphotometern für Akzidenz- und Mittelklasse-Verpackungsdruck. System Brunner räumt offen ein, dass die Kamera-Genauigkeit die echter Spektralmessgeräte noch nicht erreicht.

Quellen

  1. System Brunner AG – Startseite. https://www.systembrunner.com (abgerufen am 2026-06-14). KI-gestützte Farbregelung für Offset, Flexo und Digitaldruck; Produkte Instrument Flight, Hypersphere, GS+Server; OEM-Partner Koenig & Bauer Sheetfed, Baldwin Vision Systems, manroland sheetfed; keine öffentlichen Preise.
  2. System Brunner – Instrument Flight. https://www.systembrunner.com/instrument-flight (abgerufen am 2026-06-14). AI-Core, das den Druck wie ein Mensch interpretiert; Closed-Loop-Autopilot von Makeready bis Auflagenende; G7/ISO/PSO und Graubalance als Regelprioritäten; Expanded Gamut und Spotfarben (Packaging Option in VisualBalance oder Lab-Target Mode); über 30 Jahre Entwicklung.
  3. System Brunner – Hypersphere. https://www.systembrunner.com/hypersphere (abgerufen am 2026-06-14). RGB-Kamera-basierte Farbregelung als kostengünstige Alternative zu Spektralphotometern; Delta-Metriken DE76, DE2000, DIN99, Visual DE; kalibrierungsfreie Farbnachregelung; Integration mit Instrument Flight.

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