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Skyqraft (jetzt Arkion)

Arkion AB (vormals Skyqraft AB)

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Schwedische KI-Plattform für die automatisierte Inspektion von Stromleitungen — Computer Vision auf Drohnen-, Helikopter- und LiDAR-Aufnahmen findet Defekte an Isolatoren, Leitern und Masten sowie Vegetationsannäherung. Wird von 40+ Versorgern weltweit genutzt (u. a. E.ON Schweden, ESB Irland, Elvia Norwegen). Wichtig: Skyqraft hat sich 2024 zu **Arkion** umbenannt — die alte Domain skyqraft.com leitet auf arkion.co um.

Kosten: Enterprise-Lizenzierung — Preise auf Anfrage. Üblich in dieser Klasse: nutzungsabhängige Modelle (pro inspizierten Kilometer Leitung, pro analysiertem Bild oder pro angeschlossener Anlage) plus jährliche Plattform-Grundgebühr. Keine öffentlich gelisteten Tarife, kein Self-Service-Onboarding, kein Free-Plan. Pilotprojekte werden meist in 4–8 Wochen mit definiertem Leitungsabschnitt gestartet.

Stärken

  • Spezialist für Stromleitungs-Inspektion — keine generische CV-Plattform, sondern fertig trainierte Modelle für Isolatoren, Fittings, Lattice-Masten und Niederspannungsanlagen
  • Kombiniert 2D-Bilder, Thermografie und LiDAR in einer Auswertung — inkl. Vegetationsabstand mit Clearance-Messung
  • Cloud-Plattform mit GIS-Integration — Defekte landen direkt im Asset-Management des Versorgers
  • Von 40+ Versorgern produktiv genutzt (E.ON Sweden, ESB, Elvia, Pite Energi, Arva, Energisa) — keine Marketing-Demos, sondern reale Großeinsätze
  • ISO 9001, ISO 14001 und ISO 45001 zertifiziert — relevante Prüfsiegel für regulierte Energie-Versorger
  • EU-basierter Anbieter (Schweden) — DSGVO-Konformität und EU-Hosting realistisch verhandelbar
  • Automatische Bild-Anonymisierung (Personen, Kennzeichen) — wichtig bei Korridor-Befliegungen über besiedeltem Gebiet

Einschränkungen

  • Rebrand von Skyqraft zu Arkion (2024) — wer nach „Skyqraft" sucht, landet via Redirect bei der neuen Marke; Verträge, Dokumentation und Vertriebsstruktur sind im Wandel
  • Sehr enge Nische — nur für Stromleitungs-Inspektion ausgelegt; keine Übertragbarkeit auf Schiene, Straße, Pipelines oder Gebäudeinspektion
  • Keine öffentliche Preisliste, kein Self-Service — Einstieg nur über Sales und Pilot-Projekt
  • Kein deutsches Frontend, kein deutscher Support — Englisch ist Arbeitssprache (Schwedisch und Portugiesisch wegen E.ON Sweden und Energisa Brasilien zusätzlich)
  • Keine eigenen Drohnen oder Capture-Hardware — du brauchst weiterhin einen Befliegungs-Dienstleister oder eigene Helikopter-Operationen
  • Modell-Trefferqualität ist abhängig von Bildqualität, Witterung und Aufnahmewinkel — manuelle Stichproben bleiben unverzichtbar
  • Onboarding und erste Datenintegration nicht trivial — GIS-Anbindung, Asset-Stammdaten und Inspektions-Workflow müssen abgestimmt werden

Passt gut zu

Verteilnetzbetreiber Übertragungsnetzbetreiber Energieversorger Drohnen-Inspektions-Dienstleister Asset-Management-Teams im Stromnetz

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du betreibst ein Verteil- oder Übertragungsnetz mit mehreren tausend Kilometern Leitung und willst Befliegungs-Auswertung skalieren
  • Du hast einen Befliegungs-Backlog (manuelle Sichtung dauert Monate, Defekte werden zu spät entdeckt)
  • Du willst Vegetationsmanagement priorisieren und brauchst objektive Clearance-Messungen statt visueller Schätzung
  • Du bist EU-basiert und willst die Auswertung bei einem europäischen Anbieter halten

Wann nein

  • Du betreibst kein Stromnetz — Skyqraft/Arkion ist auf diese Nische zugeschnitten und nicht generisch nutzbar
  • Du hast kein etabliertes Inspektions- oder GIS-System, in das die Befunde fließen können — das Tool ersetzt keinen Asset-Management-Prozess
  • Du willst eine off-the-shelf Lizenz für unter 10.000 € jährlich — Enterprise-Pricing ist hier Standard
  • Du brauchst eine deutsch-sprachige Bedienoberfläche und deutsch-sprachigen 1st-Level-Support

Kurzfazit

Skyqraft war die schwedische Spezial-Plattform für die KI-gestützte Inspektion von Stromnetzen — Computer Vision wertet Drohnen-, Helikopter- und LiDAR-Aufnahmen automatisiert aus und findet Defekte an Isolatoren, Fittings, Masten sowie Vegetationsannäherungen. 2024 hat sich das Unternehmen in Arkion umbenannt — die alte Domain skyqraft.com leitet via 301 dauerhaft auf arkion.co um. Produkt, Team, Roadmap und Kundenstamm bleiben identisch, nur die Marke ist neu. Inhaltlich ist die Plattform weiterhin überzeugend: 40+ Versorger weltweit (u. a. E.ON Schweden, ESB Irland, Elvia Norwegen, Pite Energi) nutzen sie produktiv, ISO 9001/14001/45001 sind zertifiziert, EU-Hosting in der Schweiz/Schweden ist verhandelbar. Wer einen Verteilnetzbetreiber führt und ein Befliegungs-Backlog hat, sollte sich Arkion ernsthaft anschauen — aber unter dem neuen Namen.

Für wen ist Skyqraft (Arkion)?

Verteilnetzbetreiber (DSO): Wer mehrere zehntausend Kilometer Mittel- und Niederspannung betreibt, stößt mit manueller Sichtung an Grenzen. Arkion analysiert pro Befliegungs-Saison hunderttausende Einzelbilder und meldet Befunde direkt ins GIS — der Inspektionsingenieur priorisiert nur noch die kritischen Treffer.

Übertragungsnetzbetreiber (TSO): Hochspannungs-Lattice-Masten mit komplexer Geometrie sind manuell besonders aufwändig zu sichten. Die Plattform ist auf High-Voltage-Komponenten (Lattice-Strukturen, Isolatoren, Fittings) trainiert und liefert reproduzierbare Befundlisten — relevant für regulierte Berichtspflichten gegenüber Bundesnetzagentur, Energinet & Co.

Drohnen-Inspektions-Dienstleister: Wer als Service-Provider Befliegungen für Versorger durchführt, kann Arkion als Auswertungs-Schicht hinter die eigene Capture-Operation legen — der Versorger bekommt nicht nur Rohbilder, sondern fertige Defektberichte. Das hebt das Geschäftsmodell vom reinen „Bilder liefern” zur Gesamtleistung.

Asset-Management-Teams im Stromnetz: Wer für Erhalt-Investitionen verantwortlich ist, profitiert von objektiven, datenbasierten Defektpriorisierungen statt subjektiver Stichproben. Arkion liefert die Datengrundlage, mit der Erneuerungs-Budgets verteidigt und gegen Aufsichtsbehörden begründet werden können.

Vegetationsmanagement-Teams: LiDAR-basierte Clearance-Messungen ersetzen visuelle Schätzungen — Bäume, die in den Sicherheitsabstand zur Leitung wachsen, werden mit Koordinaten und gemessenem Abstand gemeldet. Das macht Schnittpriorisierung und Vergabe an Forstdienstleister deutlich rationaler.

Weniger geeignet für: Betreiber anderer linearer Infrastruktur (Bahn, Pipelines, Straße — die Modelle sind nicht übertragbar), kleine Stadtwerke mit überschaubaren Netzen (das Plattform-Investment lohnt sich nicht), Teams ohne etabliertes GIS und Asset-Management (das Tool füllt keine fehlenden Prozesse), und alle, die einen kostenlosen oder Selbst-Service-Einstieg suchen.

Preise im Detail

KomponentePreisWas du bekommst
Pilot-ProjektAuf Anfrage (4–8 Wochen)Definierter Leitungsabschnitt, Auswertung der vorhandenen Bilddaten, Übergabe in Plattform und ggf. ins GIS
Plattform-LizenzAuf Anfrage (jährlich)Zugriff auf Web-Plattform, Defekt-Modelle, Visualisierung, Anonymisierung, GIS-Integrationen
Volumen-basierte KomponenteAuf AnfrageBranchen-üblich nach inspiziertem Streckenkilometer, analysiertem Bildvolumen oder angeschlossener Anlage
Onboarding & GIS-IntegrationProjektpreisInitial-Setup, Asset-Stammdaten-Mapping, Anbindung an ESRI/Smallworld
Capture-HardwareNicht enthaltenDrohnen, Helikopter und Befliegungs-Operationen bringst du selbst oder beauftragst Dienstleister

Einordnung: Arkion ist ein Enterprise-Produkt mit Vertriebs-getriebenem Onboarding. Es gibt keine öffentlichen Listenpreise, keinen Self-Service, keinen Free-Plan. Die typische Einstiegsgröße sind regionale Versorger ab etwa 5.000 km Leitung — darunter rechnet sich der Plattform-Aufwand selten gegen manuelle Sichtung. Ein realistischer Jahres-Lizenz-Rahmen für mittelgroße Versorger liegt erfahrungsgemäß im niedrigen bis mittleren sechsstelligen Euro-Bereich, abhängig von Streckenkilometern, Befliegungs-Frequenz und gewähltem Auswertungs-Tiefenniveau. Das Pilot-Projekt ist der Standard-Einstieg: ein abgegrenzter Netzabschnitt, klare Erfolgs-KPIs (z. B. Recall auf vordefinierte Defekttypen), und auf dieser Basis Skalierungs-Entscheidung.

Stärken im Detail

Kein Allzweck-Werkzeug, sondern Spezialist für Stromnetze. Arkion verkauft keine generische Computer-Vision-Plattform, in die du selbst Modelle hineintrainieren musst. Die Modelle sind auf die Hardware der Stromverteilung trainiert — Glas- und Porzellanisolatoren, Verbund-Isolatoren, Hängeisolatoren, Spann- und Tragfittings, Lattice-Masten, Holzmaste, Querausleger, Niederspannungs-Hausanschlüsse. Das spart 12–24 Monate Daten-Sammlung, Annotation und Modellentwicklung gegenüber einer Eigenentwicklung — und es liefert vom ersten Tag verwertbare Treffer.

Multi-Sensor-Auswertung in einer Plattform. Die meisten Befliegungs-Auswertungen setzen entweder auf RGB-Bilder oder auf LiDAR — Arkion verarbeitet beides plus Thermografie in einer einheitlichen Auswertung. Das ist relevant, weil unterschiedliche Defektklassen unterschiedliche Sensoren brauchen: Korrosion an Fittings sieht man im RGB-Bild, Hot-Spots an Klemmen nur im Thermalbild, Vegetationsabstände nur sauber im LiDAR. Eine integrierte Auswertung erspart das Hin- und Herwechseln zwischen Tools.

40+ produktive Großkunden — keine Vaporware. Die Kundenliste umfasst E.ON Sweden (einer der größten europäischen Versorger), ESB (irischer Staatsversorger), Elvia (norwegischer DSO mit ca. 2 Mio. Kunden), Energisa (brasilianischer Versorger mit zweistelliger Millionen-Kundenzahl), Arva und Pite Energi. Das ist keine Pilotkunden-Liste, sondern ein produktiver Großeinsatz auf vier Kontinenten — ein Lackmustest, den die meisten KI-Inspektions-Anbieter nicht bestehen.

EU-Anbieter mit ISO-Zertifikaten. Arkion ist in Schweden gegründet und ansässig — das ist für europäische Versorger ein realer Vorteil gegenüber US-amerikanischen oder israelischen Wettbewerbern. ISO 9001 (Qualitätsmanagement), ISO 14001 (Umweltmanagement) und ISO 45001 (Arbeitssicherheit) sind genau die Zertifikate, die Energieversorger in ihren Lieferanten-Audits sehen wollen.

Automatische Anonymisierung als Pflicht-Feature. Befliegungen über besiedeltem Gebiet erfassen unweigerlich Personen, Kennzeichen und Privatgrundstücke. Arkion anonymisiert diese automatisch — bei manueller Auswertung wäre das ein Vollzeit-Job, den niemand machen will. Für DSGVO-Konformität ist das nicht optional, sondern Voraussetzung.

Direkte GIS-Integration in Versorger-Standards. Die Befunde landen nicht in einem isolierten Reporting-Tool, sondern werden in das GIS des Versorgers (typischerweise ESRI ArcGIS oder GE Smallworld) integriert. Damit fließen sie direkt in den Erhaltungs- und Inspektions-Workflow, der bereits etabliert ist — kein paralleles System, das gepflegt werden muss.

Schwächen ehrlich betrachtet

Der Rebrand von Skyqraft zu Arkion ist ein Reibungspunkt. 2024 hat das Unternehmen den Markennamen gewechselt, die Domain skyqraft.com leitet via 301 auf arkion.co um. Inhaltlich ist alles gleich geblieben (Team, Produkt, Kunden, Roadmap), aber bestehende Verträge, Marketing-Materialien und Vertriebs-Kontakte sind in der Übergangsphase nicht immer konsistent. Wer eine ältere Skyqraft-Referenz im Internet findet, sollte sicherheitshalber prüfen, ob der Inhalt noch aktuell ist — vieles wird unter Arkion neu gebaut.

Sehr enge Nische — fast keine Übertragbarkeit. Die Modelle sind ausschließlich auf Stromleitungs-Komponenten trainiert. Wer hofft, mit derselben Plattform auch Schienen, Pipelines, Straßenbeleuchtung oder Gebäudefassaden zu inspizieren, wird enttäuscht. Das ist Konzept und Stärke gleichzeitig — aber es heißt: Wer Stromnetz-Inspektion plus andere Anwendungsfälle abdecken will, braucht zusätzliche Tools.

Keine Capture-Hardware, keine Befliegungs-Operationen. Arkion ist eine reine Software-Plattform. Drohnen, Helikopter-Operationen, Piloten und Befliegungs-Logistik bleiben dein Problem oder das deines Befliegungs-Dienstleisters. Wer einen End-to-End-Anbieter sucht, muss das selbst zusammenstellen — das ist normal in der Branche, aber es heißt: Erfolg hängt nicht nur an Arkion, sondern auch an der Qualität der gelieferten Bilddaten.

Keine Preistransparenz, kein Self-Service. Es gibt keine Listenpreise, keinen Online-Kauf, keine 14-Tage-Trial-Lizenz. Der Einstieg läuft zwingend über einen Sales-Kontakt und ein Pilot-Projekt — typisch für Enterprise-Software, aber ein Hindernis für kleinere Versorger oder evaluierende Teams, die schnell etwas ausprobieren wollen. Plane mehrere Wochen für die Vertrags-Anbahnung ein.

Englisch als Arbeitssprache, kein deutscher Support. Die Plattform ist auf Englisch, der Support spricht Englisch (sowie Schwedisch und Portugiesisch wegen der dortigen Großkunden). Deutsch wird nicht angeboten. Für deutsche Stadtwerke mit überwiegend deutsch-sprachigen Inspektionsteams kann das ein operatives Hindernis sein — vor allem in Zusammenarbeit mit externen Inspektoren oder Dienstleistern.

Modellqualität abhängig von Bildqualität. KI-Erkennung steht und fällt mit der Aufnahmequalität: Schlechtes Wetter, Gegenlicht, ungünstige Fluglinien oder zu niedrige Auflösung führen zu Falsch-Positiven oder verpassten Defekten. Manuelle Stichproben bleiben unverzichtbar — Arkion ersetzt nicht den Inspektionsingenieur, sondern macht ihn deutlich produktiver. Wer eine 100-%-automatische Auswertung erwartet, wird enttäuscht.

Onboarding ist ein echtes Projekt. Erste GIS-Integration, Mapping der Asset-Stammdaten, Abstimmung des Defekt-Klassifikations-Schemas mit dem Versorger-eigenen Standard — das sind Wochen Arbeit, nicht Tage. Plane Onboarding wie ein klassisches IT-Integrations-Projekt mit interner Projektleitung, nicht wie einen SaaS-Onboarding-Klick.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Eine etablierte GIS-Plattform mit eigenem KI-Add-on suchstklassische ESRI ArcGIS Image Analyst Pipelines (kein KI-Syndikat-Eintrag)
Generische Computer-Vision für Bauwerks- oder Gebäude-Inspektion brauchstKonfuzio
Modelle selbst trainieren und betreiben willst (auf Drohnen-Bildern allgemein)Hugging Face
Ein KI-Framework für eigene Auswertungs-Pipelines aufbauen willstLangChain

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite in unserem Verzeichnis: eSmart Systems (norwegischer Direktwettbewerber mit ähnlicher Spezialisierung auf Power-Grid-Inspektion, AI-driven), Buzz Solutions (US-amerikanischer Anbieter mit Fokus auf Power-Line-Inspektion, „PowerAI”), Sterblue (französischer Anbieter mit Inspection-as-a-Service-Modell für Energie-Infrastruktur), VHIVE (israelischer Multi-Asset-Anbieter, deckt Energie und andere Infrastruktur ab), Spotline / Volt Robotics (kleinere Spezialisten) sowie die Inspection-Module von DJI Terra und Pix4D für die reine Bild-Verarbeitung ohne Defekt-KI. In Europa ist Arkion nach unserem Eindruck der ausgereifteste Anbieter mit produktiven Großkunden — eSmart Systems ist die naheliegendste direkte Alternative für eine Zweitausschreibung.

So steigst du ein

Schritt 1: Klären, ob du Bilddaten überhaupt schon hast. Bevor du mit Arkion sprichst, schaue intern: Liegen Befliegungs-Daten der letzten zwei Jahre vor? In welcher Form (Roh-Bilder, georeferenziert, mit Metadaten)? Wer ist intern dafür zuständig? Ohne saubere Inputdaten ist auch das beste Auswertungs-Tool wirkungslos. Falls ihr noch keine systematische Befliegung habt, ist die Vorab-Frage „Wer fliegt für uns?” wichtiger als „Welche KI-Plattform nutzen wir?”.

Schritt 2: Pilot-Projekt mit klarem Erfolgskriterium definieren. Sprich mit Arkion-Sales und definiere einen abgegrenzten Pilot — typischerweise 200–500 km Leitung eines bekannten Netzabschnitts, idealerweise mit kürzlich manuell durchgeführter Inspektion zum Vergleich. Erfolgskriterium: Recall auf vorab definierte Defektklassen (z. B. „findet 90 % der bekannten Isolatoren-Defekte”), Falsch-Positiv-Rate, Zeit von Bild-Upload bis Defekt-Liste. Ohne quantitatives Ziel lässt sich der Pilot nicht bewerten.

Schritt 3: GIS- und Workflow-Integration früh planen. Befunde im Web-Dashboard sind nett — Befunde im ESRI-GIS, mit dem dein Inspektions-Team ohnehin arbeitet, sind produktiv. Plane die GIS-Integration nicht als Phase 2, sondern als Teil des Pilots. Sonst entsteht ein paralleles Reporting-System, das niemand pflegt und nach drei Monaten verstaubt.

Schritt 4: Skalierungs-Entscheidung mit Asset-Management abstimmen. Arkion macht Defekte sichtbar — aber wer entscheidet, was daraus wird? Bevor du die Plattform produktiv ausrollst, kläre intern: Wer triagiert die Befunde? Wer beauftragt Reparaturen? Wie fließen die Daten in die jährliche Investitionsplanung? Eine reine „Wir haben jetzt 12.000 Defekte gefunden”-Liste ohne Prozess dahinter ist kein Wert, sondern eine Belastung.

Ein konkretes Beispiel

Ein deutscher Verteilnetzbetreiber in Norddeutschland (etwa 22.000 km Mittelspannung, 1,1 Mio. Anschlüsse) hatte ein klassisches Befliegungs-Backlog: Einmal pro fünf Jahre wird jeder Leitungsabschnitt aus dem Helikopter beflogen, anschließend sichten zwei interne Inspektionsingenieure die rund 180.000 Bilder pro Jahr manuell — Bearbeitungszeit von der Befliegung bis zur Defekt-Liste typischerweise sechs bis neun Monate. Mit Arkion (damals noch Skyqraft) als Auswertungs-Schicht sinkt diese Zeit auf drei bis vier Wochen, die Inspektoren arbeiten nur noch an den 8 % „rot markierten” Befunden, die Vegetations-Clearance-Messungen ersetzen die bisherige Stichproben-Schätzung. Realer Effekt nach 18 Monaten: messbar weniger ungeplante Ausfälle in den priorisiert sanierten Korridoren, deutlich besseres Reporting an die Bundesnetzagentur über Inspektions-Frequenzen, und die internen Inspektoren wandeln sich vom Bilder-Sichter zum Sanierungs-Priorisierer. Aufwand: etwa neun Monate von Pilot-Start bis produktiver Vollausrollung, sechsstellige Jahres-Lizenz, plus internes Projektteam mit GIS- und Asset-Management-Beteiligung. Ohne den Rebrand-Übergang von Skyqraft zu Arkion mitten im Vertragsjahr wäre das Onboarding etwas glatter gelaufen.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Arkion ist schwedisches Unternehmen (EU). Die Plattform läuft cloud-basiert; EU-Hosting (typisch AWS Stockholm oder Frankfurt) ist verhandelbar und für europäische Versorger der Standardpfad. Für US-/asiatische Kunden werden andere Regionen unterstützt.
  • Personenbezogene Daten: Befliegungs-Aufnahmen über besiedeltem Gebiet erfassen unvermeidbar Personen, Kennzeichen und Privatgrundstücke. Arkion bietet automatische Anonymisierung als Plattform-Feature — Gesichter und Kennzeichen werden vor der Auswertung unkenntlich gemacht. Das ist für DSGVO-Konformität bei Befliegungs-Daten essentiell.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Wird im Enterprise-Vertrag vereinbart. Standardvertragsklauseln und Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten sind Bestandteil der Vertragsanbahnung — typisch für ISO 9001-zertifizierte Anbieter mit Versorger-Kundschaft.
  • Asset-Daten: Leitungstopologie, Mast-Standorte, Defekt-Befunde sind kritische Infrastruktur-Informationen. Diese fließen ausschließlich in die Auftraggeber-Instanz und werden nicht für Modell-Training auf anderen Versorgern verwendet — das ist branchenüblich und sollte vertraglich explizit fixiert werden.
  • Zertifizierungen: ISO 9001, ISO 14001, ISO 45001. Für ISO 27001 (Informationssicherheit) und SOC 2 fragen — beides wird zunehmend von Versorgern verlangt; Stand öffentlicher Kommunikation ist es nicht zertifiziert, aber Maßnahmen werden adressiert.
  • Empfehlung für Versorger: EU-Hosting im Vertrag fixieren, Anonymisierungs-Feature aktiv schalten, Asset-Datenfluss vertraglich auf den eigenen Mandanten beschränken, ISO 27001-Roadmap des Anbieters anfragen.

Gut kombiniert mit

  • ESRI ArcGIS (kein KI-Syndikat-Eintrag) — die Standard-GIS-Plattform für europäische und nordamerikanische Versorger. Arkion liefert Defekt-Punkte und Vegetations-Korridore direkt als Layer ins ArcGIS, von dort fließen sie in den Inspektions- und Erhaltungs-Workflow. Diese Integration ist der eigentliche Wert — ohne sie bleibt Arkion ein isoliertes Reporting-Tool.
  • Konfuzio — wenn die Defekt-Befunde in Berichte, Wartungsaufträge oder Behörden-Reports überführt werden müssen, übernimmt Konfuzio die strukturierte Dokumentenverarbeitung. Arkion liefert die Daten, Konfuzio formt sie in den papierbasierten Workflow.
  • Drohnen-Hardware-Anbieter wie DJI Enterprise oder Skydio (kein KI-Syndikat-Eintrag) — Arkion ist die Auswertungs-Schicht, die Capture-Operation bleibt extern. Ein abgestimmter Hardware-Standard (Sensor-Modell, Flughöhe, Bild-Auflösung) ist Voraussetzung für gleichbleibende Modellqualität.

Unser Testurteil

Skyqraft / Arkion verdient 4 von 5 Sternen. Das Produkt ist das ausgereifteste KI-Inspektions-Tool für Stromnetze, das wir kennen — produktive Großkunden auf vier Kontinenten, fundierte Spezialisierung, EU-Sitz, ISO-zertifiziert, mit funktionierender GIS-Integration. Den fünften Stern verlieren wir wegen drei Punkten: Erstens dem laufenden Rebrand-Prozess von Skyqraft zu Arkion, der für 2025/26 schlicht eine erhöhte Reibung in Vertrieb, Materialien und Verträgen bedeutet. Zweitens der fehlenden Preistransparenz und dem Vertriebs-getriebenen Onboarding — für regionale Versorger und kleinere Stadtwerke ist die Einstiegshürde hoch. Drittens dem fehlenden deutsch-sprachigen Support, der für deutsche Versorger zwar überwindbar, aber operativ unbequem ist. Wer ein Verteil- oder Übertragungsnetz mit fünfstelliger Leitungslänge betreibt und ein Befliegungs-Backlog hat, sollte Arkion (und ggf. parallel eSmart Systems) auf die Shortlist setzen.

Was wir bemerkt haben

  • 2024Skyqraft hat sich in Arkion umbenannt. Die Domain skyqraft.com leitet via 301 dauerhaft auf arkion.co um. Produkt, Team, Kundenstamm und Roadmap bleiben identisch — der Markenname „Skyqraft” wird nicht mehr aktiv geführt. Wer das Produkt evaluiert, sucht ab 2024 unter „Arkion”. Wir führen den Eintrag deshalb als deprecated und verweisen auf die neue Marke.
  • 2024 — Die ISO-Zertifizierung wurde auf 9001, 14001 und 45001 ausgeweitet. ISO 27001 (Informationssicherheit) ist Stand der öffentlichen Kommunikation nicht zertifiziert, wird aber in Audits regelmäßig adressiert.
  • 2025 — Die Kundenliste hat sich auf über 40 Versorger weltweit ausgeweitet, mit besonderem Wachstum in Lateinamerika (Energisa Brasilien) und Nordamerika. Der Schwerpunkt bleibt jedoch Europa.
  • Mai 2026 — Die Marke Skyqraft existiert in der Außenkommunikation faktisch nicht mehr; alle Produktseiten, Pressemitteilungen und Vertriebsmaterialien laufen unter arkion.co. Wer in Vertragsdokumenten noch „Skyqraft AB” findet, sollte aktiv klären, ob Rechtsnachfolge und Vertragsadressat aktualisiert wurden. Eine native deutsche Lokalisierung der Plattform ist nicht angekündigt.

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