Riskonnect ist eine integrierte Enterprise-Risikomanagement-Plattform (ERM) aus Atlanta, USA, die Governance, Risk und Compliance (GRC), Versicherungsmanagement und Business Continuity auf einer einzigen Cloud-Plattform vereint. Mit über 200.000 Nutzern ist es vor allem bei US-amerikanischen Großkonzernen und internationalen Unternehmen verbreitet.
Kosten: Enterprise SaaS, Preise ausschließlich auf Anfrage. Typisch im fünf- bis sechsstelligen USD-Bereich jährlich; kein Self-Service-Einstieg.
Kategorien
Stärken
- Integrierte Plattform für ERM, GRC, Versicherungsmanagement und Business Continuity ohne Systembrüche
- Starke Konfigurierbarkeit, anpassbar an branchenspezifische Risikorahmenwerke (ISO 31000, COSO)
- Bewährt bei Fortune-500-Unternehmen in Versicherung, Healthcare, Energie und Finanzdienstleistungen
- Umfangreiches Reporting und Dashboard-Funktionen für C-Level und Aufsichtsgremien
- KI-Integration mit Agentforce für automatisierte Risikoanalyse und Handlungsempfehlungen
Einschränkungen
- Kein deutschsprachiger Support, Plattform und Betreuung ausschließlich auf Englisch
- Datenhaltung primär in den USA, für EU-ansässige Unternehmen ist DSGVO-Prüfung und Standard Contractual Clauses notwendig
- Hohe Implementierungskomplexität, Einführungsprojekte dauern häufig 6–12 Monate
- Keine öffentlichen Listenpreise, Budgetplanung ohne Vertriebskontakt unmöglich
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du führst konzernweites Enterprise Risk Management (ERM) und brauchst GRC, Versicherungsmanagement und Business Continuity in einer Plattform
- Dein Unternehmen ist US-geführt oder hat starken US-Bezug und ein englischsprachiges Risk-Team
- Du willst Versicherungsdeckungen systematisch mit identifizierten Risiken verknüpfen und Deckungslücken sichtbar machen
- Du suchst eine nachgewiesene Lösung für Fortune-500-Unternehmen in Healthcare, Finanzdienstleistungen oder Energie
Wann nein
- Dein Unternehmen ist in Deutschland oder der EU ansässig und benötigt deutschsprachigen Support
- Du brauchst EU-Datenhosting oder hast strenge DSGVO-Anforderungen bezüglich Datentransfers in die USA
- Du bist ein mittelständisches Unternehmen ohne Risk-Management-Abteilung, Riskonnect ist auf Enterprise ausgelegt
- Du suchst transparent bepreiste Software mit Self-Service-Test
Kurzfazit
Riskonnect ist eine ausgereifte Enterprise-Plattform für Organisationen, die Risikomanagement, Compliance und Versicherungsmanagement in einem einzigen System konsolidieren wollen. Die Stärke liegt in der Breite: Kein anderer Anbieter verbindet ERM, GRC, RMIS (Risk Management Information System) und Business Continuity so durchgängig auf einer Plattform. Der Preis dafür ist hoch: keine EU-Datenhaltung ohne Zusatzaufwand, kein deutschsprachiger Support und eine Implementierungsdauer von einem halben Jahr oder mehr. Für US-geführte Konzerne mit internationalen Niederlassungen ist Riskonnect eine solide Wahl, für deutsch-primäre Mittelständler gibt es bessere Alternativen.
Für wen ist Riskonnect?
Chief Risk Officers und Risk Management-Teams in Großunternehmen: Riskonnect ist auf Organisationen zugeschnitten, die dezentrale Risikoinformationen konsolidieren müssen, aus mehreren Ländern, Einheiten und Disziplinen (operativ, finanziell, regulatorisch). Das Risikoregister bildet dabei das Herzstück, an das alle anderen Module angebunden sind.
Versicherungsmanager in Industriekonzernen: Das RMIS-Modul (Risk Management Information System) von Riskonnect ist besonders stark im Bereich Schadensmanagement und Versicherungsportfolioverwaltung. Unternehmen mit komplexen Versicherungsprogrammen (D&O, Haftpflicht, Betriebsunterbrechung) können Deckungen direkt mit identifizierten Risiken verknüpfen und Deckungslücken systematisch schließen.
Business Continuity und Krisenmanagement-Teams: Das Modul für Business Continuity Planning integriert Notfallbenachrichtigungen, Krisenmanagement-Workflows und Bedrohungsintelligenz in eine einheitliche Oberfläche. Für Organisationen, die nach ISO 22301 arbeiten, ist das ein erheblicher Vorteil gegenüber isolierten BCP-Tools.
Healthcare- und Finanzdienstleistungsunternehmen: Riskonnect hat nachgewiesene Tiefe in stark regulierten Branchen, Healthcare (Patientensicherheit, HIPAA-Compliance), Finanzdienstleistungen (Basel IV, Solvency II) und Energie (Betriebsrisiken). Die vordefinierten Branchenrahmenwerke beschleunigen die Implementierung erheblich.
Weniger geeignet für: Mittelständische Unternehmen ohne dediziertes Risk-Team, Unternehmen mit strenger EU-Datenhaltungspflicht, und alle, die deutschsprachige Benutzeroberfläche und Support erwarten.
Preise im Detail
| Plan / Modell | Preis | Was enthalten ist |
|---|---|---|
| ERM / GRC | Auf Anfrage | Risikoregister, Risikoberichterstattung, Compliance-Management, Policy-Administration |
| Insurable Risk (RMIS) | Auf Anfrage | Schadensmanagement, Versicherungsportfolio, Certificate of Insurance-Management |
| Business Continuity | Auf Anfrage | BCP, Krisenmanagement, Notfallbenachrichtigung, Threat Intelligence |
| Enterprise Bundle | Auf Anfrage | Alle Module integriert, gemeinsame Datenbasis, konzernweites Reporting |
| Add-ons | Auf Anfrage | ESG-Reporting, Third-Party Risk Management, IT Risk, AI Governance |
Einordnung: Riskonnect veröffentlicht keine Preise, ein Gespräch mit dem Vertrieb ist der einzige Weg zur Kostenschätzung. Branchenberichte und Erfahrungswerte aus dem Enterprise-Segment zeigen: Jahreslizenzen für mittelgroße Unternehmen (5.000–20.000 Mitarbeitende) liegen typischerweise im Bereich 80.000–300.000 USD. Hinzu kommen Implementierungskosten durch zertifizierte Partner (oft 50–100 % der Lizenzkosten im ersten Jahr). Modular einzusteigen, z.B. nur mit dem GRC-Modul, kann die Anfangsinvestition begrenzen.
Stärken im Detail
Einheitliche Datenbasis eliminiert Silos zwischen Risk-Disziplinen. Der entscheidende Unterschied zu Best-of-Breed-Ansätzen (eigenes Tool für GRC, eigenes für RMIS, eigenes für BCP): In Riskonnect teilen alle Module dasselbe Risikoregister. Ein als kritisch eingestuftes operatives Risiko ist sofort auch im Versicherungsmodul sichtbar, das ermöglicht Fragen wie: “Welche unserer Top-10-Risiken sind aktuell nicht versichert?” Dieser Überblick fehlt bei getrennten Systemen komplett.
Konfigurierbarkeit für verschiedene Risikorahmenwerke. Riskonnect unterstützt ISO 31000, COSO ERM, NIST CSF und branchenspezifische Rahmenwerke ohne Custom-Entwicklung. Vordefinierte Vorlagen für Healthcare (Joint Commission), Finanzdienstleistungen (FINRA, Basel) und Energie beschleunigen die Implementierung. Teams können eigene Risikokategorien, Bewertungsmatrizen und Eskalationsregeln definieren.
Reporting für das C-Level ist direkt einsatzbereit. Quartalsberichte für den Vorstand, Heatmaps nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe, Trendanalysen über Risikoentwicklungen, all das ist vorkonfiguriert und anpassbar. Das spart den Risk-Teams erhebliche manuelle Aufbereitungszeit gegenüber Excel-basierten Ansätzen.
KI-Integration mit Agentforce beschleunigt Risikoanalyse. Riskonnect hat 2025 “Agentforce for Riskonnect” eingeführt, KI-Agenten, die Risikomuster erkennen, Handlungsempfehlungen generieren und Routineaufgaben (Risikobewertungen, Compliance-Checks) automatisieren. Das ist ein echter Produktivitätshebel für Risk-Teams, die mit begrenzten Kapazitäten viele Risikothemen abdecken müssen.
Schwächen ehrlich betrachtet
Kein deutschsprachiger Support, ein echtes Hindernis für viele EU-Unternehmen. Die Benutzeroberfläche, Dokumentation und der Support sind ausschließlich auf Englisch. Das ist für internationale Konzerne mit globalem Risk-Team kein Problem, aber für Unternehmen mit deutschsprachigen operativen Abteilungen, die das System selbst bedienen sollen, ein praktisches Hindernis.
US-Datenhaltung ohne transparente EU-Option. Riskonnect speichert Daten primär in den USA. Für EU-Unternehmen ist die DSGVO-Compliance nur über Standard Contractual Clauses (SCCs) abbildbar, ohne garantierte EU-Datenresidenz. Das reicht für viele Unternehmen aus, ist aber bei Behörden, öffentlichen Auftraggebern oder Branchen unter strengem Berufsgeheimnis ein Problem.
Implementierungskomplexität ist unterschätzt. Erfahrungen aus Kundenberichten zeigen: Self-Service-Onboarding ist nicht möglich. Riskonnect erfordert zertifizierte Implementierungspartner, umfangreiche Anforderungsaufnahme und häufig 6–12 Monate bis zur produktiven Nutzung. Unternehmen ohne erfahrene ERM-Projektmanager unterschätzen den internen Aufwand regelmäßig.
Teure Abhängigkeit von Implementierungspartnern. Konfigurationsänderungen nach der Erstimplementierung sind zwar möglich, aber für komplexere Anpassungen ist oft wieder externer Support nötig. Das erhöht die Total Cost of Ownership gegenüber der reinen Lizenz erheblich.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Ein deutschsprachiges GRC-Tool mit EU-Hosting suchst | SAP GRC oder europäische Alternativen wie Drooms |
| Supply-Chain-Risiken im Fokus hast | Riskmethods, spezialisiert auf Lieferketten-Risikomonitoring |
| Nur Versicherungsschadenmanagement brauchst | Verisk, Datenspezialist für Versicherungsanalyse |
| Daten in einem vorhandenen ERP zentralisieren willst | SAP mit integrierten GRC-Modulen |
Riskonnect ist am stärksten, wenn alle drei Disziplinen, ERM, RMIS und Business Continuity, wirklich integriert gemanagt werden sollen. Wer nur einen dieser Bereiche braucht, findet spezialisierte Lösungen, die tiefer gehen und günstiger sind.
So steigst du ein
Schritt 1: Riskonnect ist ein Enterprise-Projekt, starte mit einer Bedarfsanalyse: Welche Module benötigst du priorisiert? GRC und ERM als Basis sind der typische Einstieg. Kontaktiere Riskonnect über die Website für eine Anforderungsaufnahme und Empfehlungen für zertifizierte Implementierungspartner in deiner Region. Plane 4–6 Wochen für Discovery und Vertragsverhandlungen ein.
Schritt 2: Beginne modular mit dem Risikoregister-Modul: Importiere deine bestehenden Risikoinventare (Excel-Listen, bestehende GRC-Tools) und baue eine strukturierte Risikohierarchie auf, die nach ISO 31000 oder COSO organisiert ist. Riskonnect bietet vordefinierte Branchenrahmenwerke als Ausgangspunkt, nutze diese, bevor du benutzerdefinierte Strukturen aufbaust.
Schritt 3: Verbinde ERM mit Versicherungsmanagement: Identifizierte Risiken lassen sich direkt mit dem Versicherungsdeckungsmanagement verknüpfen, du siehst sofort, welche Risiken versichert und welche ungedeckt sind. Führe dazu ein Risiko-zu-Deckung-Mapping durch, bevor du das nächste Modul (Business Continuity) aufbaust. So entsteht schrittweise der Mehrwert der integrierten Plattform.
Ein konkretes Beispiel
Ein US-amerikanischer Konsumgüterkonzern mit Niederlassungen in Deutschland, Frankreich und Spanien nutzt Riskonnect für das konzernweite Risikomanagement. Die europäischen Risk-Management-Teams erfassen lokal Risiken auf Englisch im System, operative Risiken aus dem Werk, regulatorische Risiken aus Compliance und Betriebsunterbrechungsrisiken für das Supply Chain-Netzwerk. Diese Risiken fließen automatisch in das globale Risikoregister der US-Muttergesellschaft ein. Der Chief Risk Officer erhält in der Quartals-Board-Präsentation eine konsolidierte Heatmap für alle drei Regionen, keine manuelle Konsolidierung aus Excel-Tabellen mehr. Die Verbindung zum RMIS-Modul zeigt sofort, dass drei der zehn kritischsten europäischen Risiken aktuell nicht vollständig versichert sind. Das Risk-Team leitet daraufhin Verhandlungen mit dem Versicherer ein.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Primär USA (Atlanta, Georgia); Riskonnect hat Affiliates in UK, Irland, Australien und Indien, keine explizit garantierte EU-Datenresidenz
- DSGVO-Compliance: Datenübertragungen in die USA werden über Standard Contractual Clauses (SCCs) abgesichert; kein Adequacy Decision-basierter Transfer
- Datennutzung: Keine Nutzung von Kundendaten für Dritte oder Produktverbesserungen ohne explizite Einwilligung (gemäß Datenschutzhinweis)
- Auftragsverarbeitung: AVV (Data Processing Agreement) verfügbar; auf Anfrage bei privacy@riskonnect.com
- Empfehlung für Unternehmen: Für Behörden, öffentliche Auftraggeber oder Branchen unter Berufsgeheimnis (Banken, Versicherungen unter nationalen Aufsichtsbehörden) vor Einsatz DSGVO-Folgenabschätzung (DSFA) und Genehmigung durch Datenschutzbeauftragten einholen; SCC allein reicht nicht für alle Konstellationen
Gut kombiniert mit
- Resilinc, Resilinc für spezialisiertes Supply-Chain-Risikomanagement mit Lieferanten-Monitoring, Riskonnect für unternehmensweites ERM und GRC; beide über API koppelbar
- Power BI, Riskonnect-Risikodaten via API in Power-BI-Dashboards für Executive Reporting und Aufsichtsgremien visualisieren; ideal wenn das Risk-Team mit Power BI vertrauter ist als mit nativen Riskonnect-Reports
- Salesforce, Riskonnect-Risikodaten mit Salesforce-Kundendaten verbinden für ein vollständiges Risikobild in kundennahen Prozessen; besonders relevant für Finanzdienstleister mit Kredit- und Kundenrisiken
Unser Testurteil
Riskonnect erhält 3 von 5 Sternen. Die integrierte Plattform ist technisch ausgereift und für US-geführte Großkonzerne die naheliegendste Wahl, wenn GRC, Versicherungsmanagement und Business Continuity wirklich in einem System landen sollen. Den vierten Stern verhindert die fehlende EU-Datenresidenz, der ausschließlich englischsprachige Betrieb und die mangelnde Preistransparenz. Für deutsche Unternehmen ohne starken US-Konzernbezug ist die Einstiegshürde zu hoch, hier sollte man europäische Alternativen mit transparenterem Preismodell und DSGVO-nativer Architektur prüfen.
Was wir bemerkt haben
- 2019, Riskonnect übernahm Ventiv Technology, einen etablierten RMIS-Anbieter. Die Fusion verbreiterte das Portfolio erheblich im Bereich Schadensmanagement und Versicherungsmanagement, aus einem reinen GRC-Tool wurde eine integrierte Risk-Plattform.
- 2022, Riskonnect akquirierte Cura Software, was die Business Continuity- und Krisenmanagement-Fähigkeiten deutlich ausbaute. Das integrierte BCP-Modul basiert auf Curas Technologie.
- 2025, Einführung von “Agentforce for Riskonnect”, einer KI-Integration auf Basis der Salesforce-Agentforce-Plattform. Riskonnect positioniert sich damit als KI-gestützte Risikoplattform, ein Schritt, der die Bindung an das Salesforce-Ökosystem vertieft.
- Laufend, Riskonnect wächst durch Akquisitionen, nicht organisch. Jede Übernahme bringt Integrationsaufwand mit sich, Nutzer berichten gelegentlich von unterschiedlichen UI-Stilen und Datenmodellen zwischen älteren und neueren Modulen als sichtbarem Erbe dieser Strategie.
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