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Bezahlt Technisch 🇺🇸 US-Server Zuletzt geprüft: 30. Juli 2026

Verisk Analytics

Verisk Analytics Inc.

3/5

Redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen (Anbieterangaben, Preislisten, unabhängige Bewertungsplattformen), kein Hands-on-Produkttest, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben. Die Sternebewertung ist eine Meinung der Redaktion.

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US-amerikanischer Datendienstleister mit einer der größten Schadens- und Betrugs-Datenbanken der Versicherungsbranche. Bietet KI-gestützte Betrugserkennung, Risikoanalyse und Katastrophenmodellierung via ISO und der früheren AIR Worldwide, das Ökosystem ist historisch auf den US-Markt zugeschnitten.

Kosten: Enterprise-Lizenz auf Anfrage; modulbasiert nach genutzten Datenbankzugängen und Analysediensten; keine öffentlichen Preislisten

Stärken

  • Branchenweite Betrugserkennungs-Datenbank mit Daten aus Millionen historischer Schadenfälle über Versicherergrenzen hinweg
  • Katastrophenmodelle der früheren AIR Worldwide (heute Verisk Extreme Event Solutions) für Hurrikan, Erdbeben und Überschwemmung, in der US-Rückversicherung Industriestandard
  • ISO-Datenbanken mit Branchen-Benchmarks für Schadenhäufigkeit und -höhe als Kalibrierungsbasis (US-Markt)
  • Xactware-Schadensbewertung mit KI-gestützter Immobilien- und Sachschadenschätzung (nordamerikanischer Markt)
  • Langjährige Integration in den US-Versicherungsmarkt, direkte Anbindung an staatliche Regulierungsbehörden

Einschränkungen

  • Ökosystem-Stärken wie ISO-Tarifdaten und Xactware sind US-Marktprodukte, ihr Nutzen überträgt sich nicht auf Europa; im EU-Markt ist Verisk nicht der De-facto-Standard wie in den USA
  • Kein öffentlich dokumentiertes EU-Hosting für die Kern-Versicherungsdatendienste; bei EU-Datentransfers ist von US-Verarbeitung auszugehen, SCC oder EU-US Data Privacy Framework und AVV sind vertraglich zu klären
  • Kein Self-Service-Zugang und keine öffentlichen Preise, reine Enterprise-Lösung mit langem Implementierungsprozess
  • Keine Hinweise auf deutschsprachigen Support oder eine deutschsprachige Benutzeroberfläche gefunden, Vertrieb und Dokumentation sind primär englischsprachig
  • Starke Bindung an das Verisk-Ökosystem kann einen späteren Anbieterwechsel erschweren

Passt gut zu

Große Versicherer und Rückversicherer mit starkem US-Geschäft Katastrophenmodellierung für Naturgefahren in Nordamerika Betrugsprävention durch branchenweite Datenpooling-Lösungen Aktuarielle Kalibrierung mit ISO-Industriebenchmarks

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du bist ein großer Versicherer oder Rückversicherer mit relevantem US-Geschäft
  • Du brauchst Betrugserkennungs-Daten über den eigenen Versicherungsbestand hinaus
  • Dein Aktuariat arbeitet mit Industriebenchmarks für Schadenfrequenz und -schwere
  • Du modellierst Naturkatastrophenrisiken (primär USA/Kanada)

Wann nein

  • Du bist ein mittelständischer oder kleiner Versicherer ohne Enterprise-Budget
  • Dein Geschäft konzentriert sich auf Europa, die US-Kernprodukte (ISO, Xactware) bringen dir wenig
  • Du brauchst eine öffentlich dokumentierte EU-Hosting-Option ohne aufwändige SCC-Verträge
  • Du suchst eine schnell einsetzbare, vorkonfigurierte Lösung ohne monatelange Implementierung

Kurzfazit

Verisk Analytics ist der Daten-Infrastrukturdienst für große US-Versicherer und Rückversicherer: Wer seriöse Benchmarks, branchenweite Betrugserkennungs-Datenbanken und Katastrophenmodellierung auf Industriestandard-Niveau braucht, kommt im US-Markt an Verisk kaum vorbei. Der Haken für europäische Nutzer: Die tragenden Ökosystem-Produkte wie die ISO-Tarifdaten und Xactware sind auf den US-Markt zugeschnitten, ihr Nutzen überträgt sich nicht eins zu eins auf Europa, und das DSGVO-Setup für Datentransfers in die USA erfordert juristischen Aufwand. Für deutsche und europäische Versicherer ist Verisk eine Ergänzung für spezifische Anwendungsfälle, kein Kernwerkzeug.

Für wen ist Verisk Analytics?

Große Erstversicherer und Rückversicherer: Wer Policen im großen Stil zeichnet und dabei auf branchenweite Schadensstatistiken angewiesen ist, profitiert von der ISO-Dateninfrastruktur. Die ISO-Verlustkosten-Datenbanken sind in den USA der De-facto-Standard für Tarifkalibrierung, wer im US-Markt schreibt, kommt um ISO kaum herum.

Aktuariate in der Katastrophenmodellierung: Die frühere AIR Worldwide (seit Januar 2022 Verisk Extreme Event Solutions, heute Teil von Verisk Catastrophe & Risk Solutions) hat seit Jahrzehnten Modelle für Hurrikan, Erdbeben und Überschwemmung in Nordamerika aufgebaut. Rückversicherer und Kapitalmärkte nutzen diese Modelle als Benchmark, um Extremereignisrisiken zu bepreisen und zu kapitalisieren.

SIU-Teams (Special Investigations Units) großer Versicherer: Die branchenweiten Schadendatenbanken (etwa ISO ClaimSearch) ermöglichen Cross-Carrier-Abfragen, Schadensnehmer, die bei mehreren Versicherern auffällig geworden sind, werden identifiziert, obwohl kein einzelner Versicherer dieses Muster in seinen eigenen Daten sehen würde.

Betriebs- und Schadeningenieure für Sachversicherungen: Xactware-Produkte (u.a. Xactimate) sind in der US-Schadensabwicklung Branchenstandard für die Kostenschätzung von Gebäudeschäden. Gutachter, Sachversicherer und Generalunternehmer nutzen dieselbe Datenbasis.

Weniger geeignet für: Mittelständische Versicherer ohne US-Geschäft, InsurTechs in der Aufbauphase, und alle, die schnell einsetzbare KI-Schadensanalyse suchen, dafür gibt es auf europäische Märkte optimierte Alternativen wie Tractable oder Claim Genius.

Preise im Detail

ModulZugangsbasisWas du bekommst
ISO-DatenbankenJahreslizenz, volumenabhängigVerlustkosten-Benchmarks, Policy-Formulare, Schadensstatistiken nach Sparte
Extreme Event Solutions (vormals AIR)Lizenz nach VersicherungsvolumenProbabilistische Katastrophenmodelle für Hurrikan, Erdbeben, Überschwemmung (Nordamerika im Fokus)
Betrugs- und Schadendatenbanken (u.a. ISO ClaimSearch)Transaktionsbasiert oder PauschaleBranchenweite Betrugs- und Schäden-Querprüfung
Xactimate / XactwareAbonnement, Konditionen auf AnfrageBaukostenabschätzung, Schadensschätzung, Sachgutachten-Workflow (nordamerikanischer Markt)
Verisk Marketing SolutionsLizenz auf AnfrageDatenanreicherung, Risikoscoring für Zeichnung

Einordnung: Verisk veröffentlicht keine offiziellen Preislisten, alle Konditionen werden individuell verhandelt. Zum Prüfzeitpunkt fanden wir keine belastbaren öffentlichen Richtpreise für die Kernmodule; kursierende Zahlen zu Xactimate beziehen sich auf den nordamerikanischen Markt und sind nicht verlässlich als EU-Preis zu lesen. Für europäische Versicherer sind die Kosten für ISO-Zugang und Katastrophenmodelle erheblich, der Return on Investment hängt stark vom US-Geschäftsvolumen ab. Wer vorwiegend in Deutschland oder der EU zeichnet, wird nur für sehr spezifische Anwendungsfälle (z.B. globale Rückversicherung, internationale Katastrophenbonds) einen positiven Business Case rechnen können.

Stärken im Detail

Die Betrugserkennungs-Datenbank überwindet die Grenzen einzelner Versicherer. Betrüger, die denselben Schaden bei mehreren Gesellschaften einreichen oder ihre Aktivitäten über verschiedene Policen verteilen, sind in den Daten eines einzelnen Versicherers unsichtbar. Verisks branchenweite Schadendatenbanken (etwa ISO ClaimSearch) aggregieren Schadensmeldungen über Versicherergrenzen hinweg, ein Versicherungsnehmer mit auffälliger Schadenhistorie bei Carrier A wird erkannt, wenn er bei Carrier B eine neue Police beantragt oder einen Schaden meldet. Das ist ein struktureller Vorteil gegenüber rein hausinternen Betrugsmodellen.

Die Katastrophenmodelle sind im US-Markt Referenzstandard für Katastrophenbonds und Rückversicherungspreise. Wenn Versicherungsrisiken an die Kapitalmärkte transferiert werden, über Katastrophenbonds (Cat Bonds) oder Insurance-Linked Securities (ILS), verlangen Investoren eine unabhängige, standardisierte Risikoschätzung. Die Modelle der früheren AIR Worldwide werden von Ratingagenturen und Kapitalmärkten breit akzeptiert. Für viele nordamerikanische Risiken ist der Zugang zum ILS-Markt ohne eine solche etablierte Modellgrundlage faktisch kaum möglich.

ISO-Verlustkosten-Datenbanken ermöglichen rationale Tarifierung ohne eigene Statistik. Kleine und mittlere US-Versicherer, die nicht genug eigene Schadendaten haben, um statistisch belastbare Tarife zu kalkulieren, nutzen ISO-Verlustkosten als Ausgangsbasis. Das ist kein Luxus, sondern oft regulatorische Anforderung: Viele US-Bundesstaaten verlangen ISO-Referenzdaten in Tarifdossiers.

Xactimate schafft eine gemeinsame Sprache zwischen Schadeninspektoren, Gutachtern und Reparaturunternehmen. Wenn Gutachter, Versicherer und Generalunternehmer dieselbe Software und Kostendatenbank nutzen, entstehen weniger Streitigkeiten über angemessene Reparaturkosten. In den USA ist das so weit verbreitet, dass es in der Schadenregulierung als Referenz gilt.

Schwächen ehrlich betrachtet

Die Kernprodukte sind US-Marktprodukte, ihr Nutzen überträgt sich nicht auf Europa. Verisk hat sein Geschäft in den USA aufgebaut. ISO-Verlustkosten sind an die US-Tarifregulierung gebunden, Xactware bildet nordamerikanische Baukosten ab, und im US-Markt ist Verisk in vielen Sparten der De-facto-Standard. Für ein europäisches Portfolio bringen genau diese Produkte wenig. Verisk bietet über die Extreme-Event-Solutions-Sparte auch Modelle für europäische Naturgefahren an, steht damit im EU-Markt aber im Wettbewerb mit etablierten Anbietern und hat hier nicht die Sonderstellung, die es im US-Markt genießt. Europäische Versicherer sollten die Marktdurchdringung und die passende regionale Kalibrierung im konkreten Anwendungsfall selbst prüfen.

Das DSGVO-Setup ist aufwändig und nicht trivial. Verisk ist ein US-Konzern, und für die Kern-Versicherungsdatendienste fanden wir zum Prüfzeitpunkt kein öffentlich dokumentiertes EU-Hosting-Angebot. Wer personenbezogene Versicherungsnehmer-Daten an Verisk überträgt, muss von einer Verarbeitung in den USA ausgehen und braucht dafür entweder Standardvertragsklauseln (SCC) nach Art. 46 DSGVO oder das EU-US Data Privacy Framework, beides erfordert juristische Prüfung, laufendes Monitoring und saubere Dokumentation.

Kein Self-Service, kein schneller Einstieg. Verisk ist kein SaaS-Produkt, das man in Stunden einrichtet. Es gibt keinen öffentlichen Self-Service-Zugang und keine öffentlichen Preise, der Verkauf läuft über spezialisierte Vertriebsteams. Die Implementierung einer Katastrophenmodell-Lizenz oder ISO-Datenbankanbindung dauert Monate und erfordert interne Expertise. Für InsurTechs oder Start-ups, die schnell skalieren wollen, ist das ein echter Engpass.

Keine Hinweise auf deutschsprachige Oberfläche oder Support. Wir fanden zum Prüfzeitpunkt keine deutschsprachige Verisk-Präsenz; Dokumentation, Vertrieb und Support sind nach den öffentlich zugänglichen Informationen primär englischsprachig. Für international arbeitende Großversicherer ist das Standard, für ein deutsches Unternehmen ohne internationale IT-Teams ist es eine Barriere.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
KI-gestützte Schadensbewertung per Foto und Computer Vision willstTractable oder Claim Genius
Betrugserkennungs-Analytik für Finanzdienstleistungen und AML brauchstNICE Actimize
Ein umfassendes Risikomanagement-System ohne Versicherungs-Spezifik suchstRiskonnect
Statistisch fundierte Betrugsmodelle mit SAS-Qualität willstSAS Fraud Management

Verisk ist kein direkter Konkurrent zu KI-Schadensanalytik-Start-ups wie Tractable, die Zielgruppen überschneiden sich kaum. Tractable löst das Schaden-Triage-Problem mit Computer Vision. Verisk löst das Datenpooling-Problem in der Branche. In einem vollständigen Insurtech-Stack können beide nebeneinander existieren.

So steigst du ein

Schritt 1: Kontaktiere Verisk über die offizielle Website und identifiziere klar die Module, die für deinen Anwendungsfall relevant sind, ISO-Datenbanken, Extreme Event Solutions oder Claims-Fraud-Lösungen. Verisk hat verschiedene spezialisierte Vertriebsteams je nach Produktbereich; ein allgemeines Erstkontakt-Gespräch verschwendet Zeit. Bereite eine klare Beschreibung deines Portfolios (Sparten, Volumen, Geografie) vor.

Schritt 2: Vereinbare ein Pilotprojekt mit eigenen historischen Schadensdaten. Vor einer Vollintegration solltest du prüfen, wie gut die Verisk-Datenbank mit deinem eigenen Versichertenportfolio übereinstimmt, insbesondere für europäische Versicherer ist das kritisch, da die Kernprodukte auf den US-Markt zugeschnitten sind.

Schritt 3: Führe parallel den DSGVO-Compliance-Check durch. Lass von deiner Rechtsabteilung oder einem Datenschutzbeauftragten prüfen, ob und unter welchen Bedingungen die Übertragung von Versicherungsnehmer-Daten an US-Server zulässig ist. Kläre mit Verisk, welche Standardvertragsklauseln (SCC) verfügbar sind und ob ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV/DPA) abgeschlossen werden kann, bevor produktive Daten übertragen werden.

Ein konkretes Beispiel

So ließe sich Verisk in der Praxis einsetzen (ein konstruiertes Szenario zur Veranschaulichung, keine belegte Fallstudie): Ein großer Kfz-Versicherer aus München mit bedeutendem US-Geschäft nutzt Verisk-Betrugserkennungs-Abfragen als zusätzliche Prüfschicht neben dem eigenen hausinternen System. Bei der Schadensmeldung im US-Bestand werden relevante Identifikationsdaten gegen die branchenweite Verisk-Datenbank abgeglichen. Ein Teil der intern als verdächtig markierten Fälle bekommt so einen zusätzlichen Betrugsrisiko-Hinweis, oft basierend auf früheren Einreichungen bei anderen US-Versicherern, die intern nicht sichtbar gewesen wären. Das SIU-Team kann seine kapazitätsintensiven Tiefenprüfungen dann gezielter einsetzen. Der entscheidende Punkt: Der Mehrwert entsteht aus den US-Daten, für den deutschen Bestand ist der Effekt deutlich geringer.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Verisk ist ein US-Konzern mit Hauptsitz in Jersey City, New Jersey; zusätzlich unterhält das Unternehmen europäische Standorte (u.a. in London durch die 2017 übernommene Sequel). Ein dediziertes EU-Hosting-Angebot für die Kern-Versicherungsdatendienste fanden wir zum Prüfzeitpunkt nicht öffentlich dokumentiert, für EU-Datentransfers ist von US-Verarbeitung auszugehen.
  • Rechtsgrundlage für EU-Datentransfer: Standardvertragsklauseln (SCC) nach Art. 46 DSGVO oder EU-US Data Privacy Framework; muss vertraglich fixiert werden.
  • Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV/DPA): Vor Produktivbetrieb mit Personenbezug einzufordern und abzuschließen; die konkreten Konditionen sind mit Verisk zu klären.
  • Datennutzung: Branchenweite Benchmarks entstehen aus aggregierten Daten. Ob und wie personenbezogene Versicherungsnehmer-Daten weiterverarbeitet werden, ist vor Vertragsschluss anhand der Vertragsunterlagen und des DPA zu prüfen, verlasse dich hier nicht auf allgemeine Marketingaussagen.
  • Betroffenenrechte: Bei Abfragen von US-Datenbanken mit Personenbezug muss die Rechtsgrundlage nach DSGVO klar definiert sein (berechtigtes Interesse oder Vertragserfüllung).
  • Empfehlung für Unternehmen: Keine deutschen oder EU-Versicherungsnehmer-Daten ohne vollständiges DSGVO-Setup übertragen. Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) für jedes Verisk-Modul mit Personenbezug durchführen. Für reine Aggregatdaten-Zugriffe (ISO-Benchmarks ohne Personenbezug) ist der Aufwand geringer.

Gut kombiniert mit

  • Tractable, Verisk liefert branchenweite Betrugsdaten als Eingabe; Tractable wertet Schadenfotos per Computer Vision aus. Kombiniert entsteht eine zweistufige Prüfkette: Erstbewertung des physischen Schadens per KI-Bildanalyse, Zweithintergrundprüfung gegen die Verisk-Betrugsdatenbank.
  • NICE Actimize, Für Versicherer mit Finanzdienstleistungs- und Bankentochter empfiehlt sich die Kombination: Verisk für versicherungsspezifische Betrugssignale, NICE Actimize für AML- und Transaktionsbetrug auf der Finanzseite.
  • Riskonnect, Verisk-Daten und Katastrophenmodelle als Input; Riskonnect als Enterprise-Risikomanagementsystem, das die Verisk-Outputs in ein ganzheitliches Risikobild integriert und für das Reporting aufbereitet.

Unser Fazit

Verisk Analytics verdient 3 von 5 Sternen, solide für eine klar umrissene, große Zielgruppe, aber mit echten Einschränkungen für den europäischen Markt. Die Datenbankbreite und die Industriestandard-Stellung von ISO und der früheren AIR Worldwide rechtfertigen die Investition für Großversicherer mit relevanten US-Aktivitäten. Den vierten Stern verhindert der starke US-Zuschnitt der Kernprodukte, die für ein reines EU-Portfolio wenig bringen, das fehlende öffentlich dokumentierte EU-Hosting und der erhebliche DSGVO-Compliance-Aufwand bei Datentransfers in die USA. Den fünften Stern verhindert die mangelnde Zugänglichkeit: Wer kein Enterprise-Budget und keine monatelange Implementierungskapazität hat, wird von Verisk nicht bedient. Für deutsche Versicherer ohne US-Exposure gibt es auf europäische Märkte besser zugeschnittene Alternativen.

Was wir geprüft haben

Weil diese Seite eine unterdurchschnittliche Bewertung trägt, haben wir die bewertungsrelevanten Aussagen gegen öffentliche Quellen abgeglichen. Das haben wir gefunden:

  • Unternehmensdaten (Sitz, Größe, Umsatz, Marken): Über den Wikipedia-Artikel zu Verisk Analytics bestätigt, Hauptsitz Jersey City, rund 8.000 Mitarbeitende, 3,07 Mrd. USD Umsatz (2025), Marken ISO, AIR Worldwide, Maplecroft und Xactware.
  • Umbenennung AIR Worldwide: Korrigiert. Die Umbenennung in Verisk Extreme Event Solutions erfolgte laut Wikipedia im Januar 2022 (nicht 2024, wie zuvor auf dieser Seite angegeben), später wurde die Sparte als Verisk Catastrophe & Risk Solutions geführt.
  • Verkäufe von Geschäftsbereichen: Korrigiert. Die Energie-Sparte Wood Mackenzie ging 2022 an Veritas Capital, die Finanzdienstleistungssparte (u.a. Argus) 2022 an TransUnion. Die frühere Formulierung, wonach 2021 eine Financial-Services-Sparte mit Wood-Mackenzie-Finanzanalyseprodukten an TransUnion verkauft worden sei, war eine Vermischung zweier getrennter Transaktionen und wurde bereinigt.
  • Datenhaltung in den USA / EU-Hosting: Abgeschwächt. Die absolute Formulierung Datenhaltung ausschließlich in den USA war nicht belegbar, Verisk unterhält europäische Standorte (u.a. London durch Sequel). Belegbar ist nur, dass wir kein öffentlich dokumentiertes EU-Hosting für die Kerndienste gefunden haben, entsprechend hedgen wir die Aussage.
  • Deutschsprachiger Support: Abgeschwächt. Statt einer Behauptung, es gebe keinerlei deutschsprachigen Support, steht jetzt, dass wir dazu keine Hinweise gefunden haben und Vertrieb sowie Dokumentation primär englischsprachig sind.
  • Europäische Katastrophenmodelle: Entfernt. Die Aussage, die europäischen Modelle seien deutlich weniger präzise als die US-Äquivalente, ist eine Qualitätsbewertung, die wir nicht mit einer Quelle belegen konnten. Wir haben sie durch eine belegbare Marktpositionierungs-Aussage ersetzt (US-Kernprodukte, im EU-Markt kein De-facto-Standard).
  • Xactimate-Preis: Entfernt. Der konkrete Richtpreis (rund 150 USD pro Nutzer und Monat) ließ sich nicht verlässlich belegen und wurde durch eine allgemeine Einordnung ersetzt.
  • Selbstbeschreibung und Insurance-Fokus: Über die Verisk-Startseite bestätigt (Leading source of information about insurance risk).

Was wir bemerkt haben

  • 2022, Verisk verkaufte seine Finanzdienstleistungssparte (u.a. Argus) an TransUnion (rund 515 Mio. USD). Das Kerngeschäft fokussiert sich seither stärker auf Versicherung und spezialisierte Risikoanalyse.
  • 2022/2023, Verisk trennte sich auch von der Energie-Sparte Wood Mackenzie, die für rund 3,1 Mrd. USD an die Beteiligungsgesellschaft Veritas Capital ging (angekündigt 2022, Vollzug Anfang 2023). Das Unternehmen ist seither im Kern ein Versicherungsdaten-Anbieter, ein Fokusgewinn, der aber die frühere globale Branchenbreite einschränkt.
  • Januar 2022, AIR Worldwide wurde unter die Verisk-Marke gezogen und in Verisk Extreme Event Solutions umbenannt, später als Verisk Catastrophe & Risk Solutions geführt. Bestehende Verträge und Dokumentationen referenzieren teils noch den alten Namen, was bei Audits gelegentlich für Verwirrung sorgt.

Quellen

  1. Wikipedia – Verisk Analytics. https://en.wikipedia.org/wiki/Verisk_Analytics (abgerufen am 2026-07-30). Verisk Analytics ist ein US-amerikanisches Datenanalyse- und Risikobewertungsunternehmen mit Hauptsitz in Jersey City, New Jersey, rund 8.000 Mitarbeitenden und 3,07 Mrd. USD Umsatz (2025). Zu den Marken zählen ISO (Insurance Services Office), AIR Worldwide, Maplecroft und Xactware. Die Energie-Sparte Wood Mackenzie wurde 2022 an die Beteiligungsgesellschaft Veritas Capital verkauft (rund 3,1 Mrd. USD), die Finanzdienstleistungssparte (u.a. Argus) 2022 an TransUnion (rund 515 Mio. USD). Als europäische Zukäufe nennt der Artikel u.a. Sequel (Londoner Software für Versicherung und Rückversicherung, 2017) und Argus mit Aktivitaeten auch in Europa..
  2. Wikipedia – AIR Worldwide. https://en.wikipedia.org/wiki/AIR_Worldwide (abgerufen am 2026-07-30). AIR Worldwide (Sitz Boston, Massachusetts) wurde im Januar 2022 unter der Marke Verisk in Verisk Extreme Event Solutions umbenannt und spaeter erneut als Verisk Catastrophe & Risk Solutions gefuehrt. Das Unternehmen entwickelt Katastrophenmodellierungs-Software fuer Naturgefahren, genannt werden Produkte wie Touchstone. Der Artikel belegt damit die Umbenennung und den urspruenglichen Firmennamen, nicht jedoch die Praezision einzelner Regionalmodelle..
  3. Verisk – Offizielle Website. https://www.verisk.com/ (abgerufen am 2026-07-30). Verisk bezeichnet sich auf der Startseite als 'Leading source of information about insurance risk' und positioniert sich als Daten- und Analyseanbieter fuer die Versicherungsbranche. Zum genauen Hosting-Standort der Kerndienste und zu deutschsprachigem Support macht die oeffentlich abrufbare Startseite keine Angaben..

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Arthur Atlas

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