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Retraced

Retraced GmbH

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Deutsche Compliance-Plattform für Supply-Chain-Transparenz und LkSG-Konformität in der Modeindustrie. Retraced hilft Fashion-Brands, Lieferantendaten zu erfassen, Risikoanalysen zu dokumentieren und Nachhaltigkeitszertifikate zentral zu verwalten — mit 150+ Marken und 25.000+ Lieferanten im Netzwerk.

Kosten: Preise auf Anfrage; Staffelung nach Anzahl Lieferanten und Nutzer; typisch im mittleren vierstelligen Jahresbereich für mittelständische Labels

Stärken

  • Speziell für die Modeindustrie entwickelt — versteht die Lieferketten-Komplexität von Tier-1 bis Rohstoffen
  • Deutsches Unternehmen mit EU-Datenhaltung, ISO 27001 zertifiziert und deutschsprachigem Support
  • LkSG-, CSRD- und CSDDD-Dokumentation als Kernfunktion — Audit-Trail für Behörden und Prüfer
  • Lieferanten-Portal: Lieferanten geben selbst Daten ein, reduziert E-Mail-Aufwand enorm
  • 150+ Marken und 25.000+ Lieferanten im Netzwerk — Lieferanten kennen die Plattform oft schon

Einschränkungen

  • Kein vollautomatisches KI-Monitoring öffentlicher Risikodaten in Echtzeit — primär Dokumentenverwaltung
  • Initiale Lieferanten-Einrichtung ist manuell und zeitaufwendig (Monate bis vollständiges Bild)
  • ROI schwer quantifizierbar — Compliance ist gesetzliche Pflicht, kein Gewinnhebel
  • Kleinere Labels ohne LkSG-Pflicht haben schwächeren Business Case für die Investition

Passt gut zu

Fashion-Brands ab 1.000 Mitarbeitenden mit LkSG-Pflicht Labels mit komplexer Lieferkette in Risikoländern (Asien, Nordafrika, Osteuropa) Marken, die Nachhaltigkeit aktiv kommunizieren und überprüfbar dokumentieren wollen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du bist LkSG-pflichtig (über 1.000 Mitarbeitende ab 2024) und musst Sorgfaltspflichten dokumentieren
  • Du hast 20+ Lieferanten und sammelst Compliance-Daten noch per E-Mail und Excel
  • Du willst CSRD-, CSDDD- und Digital-Product-Passport-Anforderungen vorbereitet angehen
  • Transparenz entlang der Lieferkette ist ein Marketingargument für deine Endkunden

Wann nein

  • Du hast weniger als 5 direkte Lieferanten und die Compliance-Anforderungen sind überschaubar
  • Du bist ein kleines Label unter 250 Mitarbeitenden ohne LkSG-Pflicht — Aufwand übersteigt Nutzen
  • Du suchst echtes KI-Monitoring in Echtzeit (Retraced ist eher Dokumentenverwaltung mit KI-Unterstützung)
  • Du willst sofort einen fertigen BAFA-Bericht — der Aufbau der Lieferantendaten dauert Monate

Kurzfazit

Retraced ist die überzeugendste Compliance-Plattform für Fashion-Brands, die LkSG-Sorgfaltspflichten dokumentieren und ihre Lieferkette transparent machen müssen. Das Lieferanten-Portal löst das dringlichste operative Problem: kein E-Mail-Chaos mehr für fehlende Zertifikate und Dokumente. Als deutsches Unternehmen mit EU-Hosting ist es für DACH-Brands ohne Datenschutz-Komplikationen einsetzbar. Der Haken: Retraced ist keine Echtzeit-Überwachungsplattform, sondern ein strukturiertes Dokumentenverwaltungs- und Compliance-System — wer KI-basiertes Risikoscreening erwartet, wird enttäuscht sein.

Für wen ist Retraced?

LkSG-pflichtige Fashion-Brands: Seit 2024 gilt das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz für Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitenden. Für diese Gruppe ist strukturierte Compliance-Dokumentation keine Option mehr — und Excel-Listen und E-Mail-Ordner sind keine ausreichende Basis für einen BAFA-konformen Bericht. Retraced ist dafür gebaut.

Supply-Chain-Teams mit 20+ Lieferanten: Die Komplexität wächst schnell, wenn viele Lieferanten in verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Zertifikaten und Audit-Statusmeldungen verwaltet werden müssen. Retraced gibt jedem Lieferanten ein eigenes Portal — Daten und Dokumente kommen gebündelt, nicht per E-Mail einzeln.

Brands, die CSRD und CSDDD vorbereiten wollen: Die europäische Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) und der Digital Product Passport werden in den nächsten Jahren verbindlich. Brands, die jetzt anfangen, Lieferantendaten systematisch zu erfassen, sind für diese Anforderungen deutlich besser vorbereitet.

Nachhaltigkeits-Marketing mit Substanz: Immer mehr Endkunden und B2B-Partner wollen nachprüfbare Transparenz — nicht nur Nachhaltigkeits-Claims ohne Belege. Retraced ermöglicht es, Lieferketten-Informationen bis zum Rohstoff zurückzuverfolgen und das Endkunden gegenüber zu kommunizieren.

Weniger geeignet für: Kleine Labels unter 250 Mitarbeitenden ohne LkSG-Pflicht, Brands mit wenigen bekannten Direktlieferanten und einfachen Lieferketten, und alle, die ein automatisches Frühwarnsystem für Lieferanten-Risiken in Echtzeit erwarten.

Preise im Detail

PaketPreisWas du bekommst
StarterMittlerer vierstelliger JahresbetragLieferanten-Portal, Dokumentenverwaltung, LkSG-Reporting
GrowthAuf AnfrageErweiterte Tier-2-Traceability, CSRD-Reporting, mehr Lieferanten
EnterpriseAuf AnfrageCustom-Integration (ERP), dedizierter Success Manager, SLA

Einordnung: Retraced veröffentlicht keine Preisliste. Für mittelständische Labels mit 20–50 Lieferanten liegen die Jahreskosten typisch im mittleren vierstelligen Bereich — vergleichbar mit einer halben Compliance-Stelle. Als LkSG-Pflicht ist der Business Case klar: entweder du bezahlst Retraced, oder du bezahlst jemanden intern für den gleichen Dokumentations-Aufwand.

Stärken im Detail

Das Lieferanten-Portal löst das E-Mail-Problem. Das größte operative Problem bei Lieferketten-Compliance ist das manuelle Einsammeln von Dokumenten: Zertifikaten, Audits, Self-Assessments. Retraced gibt jedem Lieferanten ein eigenes Portal, in dem er selbst Dokumente hochlädt und Daten eingibt. Das spart dem Compliance-Team Dutzende Stunden pro Monat — kein E-Mail-Pingpong mehr.

Branchenspezifisch für Fashion gebaut. Retraced versteht, dass ein Fashion-Lieferkette nicht bei Tier-1-Lieferanten endet — es gibt Tier-2-Spinner, Tier-3-Baumwollproduzenten, Farbstofflieferanten. Das Plattform-Datenmodell ist auf diese Komplexität ausgelegt: Multi-Tier-Traceability ist keine Erweiterung, sondern Kernfunktion.

Netzwerkeffekt: 25.000+ Lieferanten kennen die Plattform. Ein unterschätzter Vorteil: Wenn ein Lieferant bereits auf Retraced ist (weil eine andere Brand mit ihm zusammenarbeitet), ist der Onboarding-Aufwand minimal. Das Netzwerk wächst — je mehr Brands Retraced nutzen, desto einfacher wird die Lieferantenintegration für alle.

ISO 27001 und EU-Hosting für DSGVO-Compliance. Lieferantendaten können sensibel sein (Produktionsstätten, Auslastungen, Lieferantenbeziehungen). Retraced hält diese Daten in der EU und ist ISO 27001 zertifiziert — das vereinfacht die interne IT-Security-Freigabe erheblich.

Schwächen ehrlich betrachtet

Keine Echtzeit-Risikoüberwachung. Andere Compliance-Tools (z.B. EcoVadis, Sourcemap) bieten automatisches Screening von Nachrichtenquellen auf Hinweise auf Menschenrechtsverletzungen oder Umweltverstöße bei Lieferanten. Retraced ist eher ein strukturiertes Dokumentenverwaltungssystem mit KI-Unterstützung — kein aktives Frühwarnsystem. Für Unternehmen, die proaktives Risikoscreening brauchen, reicht das nicht allein.

Der initiale Aufbau dauert. Bis alle Lieferanten im System sind, ihre Dokumente hochgeladen haben und die Datenbasis vollständig ist, vergehen realistisch 3–6 Monate — bei 40+ Lieferanten auch länger. Wer in 6 Wochen einen fertigen LkSG-Bericht braucht, startet zu spät.

ROI ist schwer messbar. Compliance-Kosten vermeiden Bußgelder und Reputationsschäden — aber das lässt sich schwer in Euro quantifizieren, solange keine Strafverfolgung läuft. Das macht die interne Budgetfreigabe für Retraced schwieriger als bei direkt umsatzbezogenen Tools wie SAIZ oder 7Learnings.

Abhängigkeit von der Lieferanten-Mitarbeit. Das Lieferanten-Portal funktioniert nur, wenn Lieferanten tatsächlich mitmachen. Insbesondere bei kleineren Lieferanten ohne Digital-Affinität kann das Onboarding mühsam sein — Retraced bietet Unterstützung, aber die Grundbereitschaft muss der Lieferant mitbringen.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Echtzeit-Risikoscreening und Newsmonitoring für Lieferanten brauchstEcoVadis oder Sourcemap (extern)
ERP-integrierte Warenwirtschaft und Produktentwicklung suchstApparelMagic
Retourenreduktion als direkten Profithebel willstSAIZ
Trendprognosen für Sortimentsplanung brauchstWGSN

Retraced ist kein Allrounder — es ist eine Compliance-Infrastruktur. Wer aktives Risikoscreening braucht, muss es mit einer weiteren Lösung kombinieren.

So steigst du ein

Schritt 1: Demo auf retraced.com anfragen und dabei Anzahl der Lieferanten, Länder und aktuelle Compliance-Herausforderungen beschreiben (LkSG-Berichtspflicht, GOTS-Tracking, Digital Product Passport etc.). Retraced gibt eine konkrete Einschätzung des Implementierungsaufwands.

Schritt 2: Lieferanten über das Retraced-Portal einladen. Jeder Lieferant erhält einen eigenen Zugang und gibt dort Dokumente, Zertifikate und Self-Assessment-Daten ein. Starte mit den 10 wichtigsten (nach Risiko oder Volumen) und baue dann aus.

Schritt 3: LkSG-Risikoanalyse auf Basis der aggregierten Daten durchführen und für den Jahresbericht exportieren. Retraced liefert die Dokumentation in einem Format, das für die BAFA-Einreichung geeignet ist. Plane erste vollständige Dokumentation nach 6–9 Monaten.

Ein konkretes Beispiel

Ein deutsches Bekleidungsunternehmen mit 1.200 Mitarbeitenden und 40 Lieferanten in Bangladesch, Vietnam und der Türkei nutzt Retraced, um die LkSG-Sorgfaltspflichten zu dokumentieren. Bisher wurden Lieferantendaten in Excel gesammelt — mit Retraced hat jeder Lieferant ein eigenes Portal, gibt Daten selbst ein und lädt Zertifikate hoch. Der LkSG-Bericht für das BAFA wird halbautomatisch erstellt. Der größte Zeitgewinn: keine E-Mail-Pingpongs mehr mit 40 Lieferanten für fehlende Dokumente. Die Compliance-Managerin schätzt, dass das System pro Quartal 3–4 Wochen Vollzeit-Aufwand einspart — genug, um statt externer Beratung die Kapazität intern zu halten.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: EU (Deutschland/Europa) — kein US-Datentransfer
  • Unternehmenssitz: Deutschland — deutsches Recht anwendbar
  • Zertifizierung: ISO 27001 — Enterprise-Sicherheitsstandards erfüllt
  • Verarbeitete Daten: Lieferantendaten, Zertifikate, Produktionsinformationen, Audit-Ergebnisse
  • AVV: Unkompliziert als deutsches Unternehmen verfügbar
  • Empfehlung: Da Retraced keine personenbezogenen Kundendaten, sondern Lieferanten-Unternehmensdaten verarbeitet, ist das DSGVO-Risiko überschaubar. EU-Hosting und ISO 27001 vereinfachen die interne Freigabe erheblich.

Gut kombiniert mit

  • ApparelMagic — ApparelMagic verwaltet Einkauf und Lieferantenbeziehungen operativ; Retraced dokumentiert die Compliance-Dimension dieser Beziehungen — beide zusammen ergeben eine vollständige Lieferanten-Management-Infrastruktur
  • Lectra — Lectra definiert Materialmengen und Schnittspezifikationen; Retraced dokumentiert die Nachhaltigkeitszertifikate dieser Materialien und schließt den Kreis zur Produktionsstätte
  • WGSN — WGSN-Trendberichte informieren Sortimentsentscheidungen; Retraced überprüft, ob die ausgewählten Lieferanten für diese Kollektionen nachhaltig und compliant sind

Unser Testurteil

Retraced verdient 4 von 5 Sternen. Für die Zielgruppe — LkSG-pflichtige Fashion-Brands mit komplexen Lieferketten — ist Retraced die beste verfügbare Lösung mit EU-Hosting und deutschsprachigem Support. Das Lieferanten-Portal ist der entscheidende operative Vorteil: Es löst das reale Problem, nicht nur zu dokumentieren, sondern Lieferanten zur Mitarbeit zu bringen. Den fünften Stern verhindert die fehlende Echtzeit-Risikoüberwachung und der langwierige initiale Datenaufbau.

Was wir bemerkt haben

  • 2023 — Retraced erweitert seinen Fokus von reiner LkSG-Compliance auf das breitere europäische Regulierungsumfeld: CSRD, CSDDD und Digital Product Passports werden als explizite Produktfeatures positioniert. Das zeigt vorausschauende Produktstrategie, da diese Anforderungen in den nächsten Jahren verpflichtend werden.
  • 2024 — Retraced hat das Netzwerk auf 150+ Marken und 25.000+ Lieferanten ausgebaut. Der Netzwerkeffekt wird damit immer relevanter: Viele Lieferanten sind schon auf der Plattform und brauchen kein Neu-Onboarding, wenn ein neuer Markenkunde hinzukommt.
  • 2025 — Retraced positioniert sich explizit als “AI-first platform for sourcing, product compliance, and supplier lifecycle collaboration” — KI-gestützte Datenvalidierung und automatisierte Risikoeinschätzung werden stärker betont. Der Schritt in Richtung aktiveres Monitoring zeichnet sich ab, ist aber noch nicht vollständig umgesetzt.

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