Qumea ist ein Schweizer Medtech-Unternehmen mit einem KI-gestützten Radarsensor für kontaktloses Mobilitätsmonitoring in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Ein deckenmontierter Sensor erfasst Patientenbewegungen rund um die Uhr — ohne Kamera, ohne Körperkontakt, ohne Identifikation von Personen. Deutet sich ein Bettausstieg an, erhalten Pflegekräfte in Echtzeit einen Alert auf Smartphone oder Schwesternruf. Das Caritas-Krankenhaus St. Josef in Regensburg war im März 2024 als erste Klinik in Deutschland produktiv — während der Testphase stürzte kein Patient.
Kosten: Preis auf Anfrage; systemabhängig von Zimmerzahl, KIS-Integration und Pflegesoftware-Anbindung. Keine öffentlichen Listenpreise. Pilotprojekte für Einzelstationen verfügbar.
Stärken
- Kontaktlos, kameralos — keine Verletzung der Privatsphäre, keine Videoaufnahmen
- 3D-Radartechnologie erfasst auch Minimalbewegungen (Atmung, Herzschlag) — kein Körperkontakt nötig
- Echtzeit-Alert an Pflegestation: Bettausstieg erkannt, bevor der Sturz passiert
- Geschlossenes, verschlüsseltes System — keine Cloudspeicherung von Patientendaten
- Einsatz in der ersten deutschen Klinik klinisch erprobt (Regensburg, März 2024)
- Kompatibel mit Ascom-Schwesternrufsystemen
Einschränkungen
- Keine öffentlichen Preise — Kostenplanung nur nach Anfrage möglich
- MDR-Klassifizierung als Medizinprodukt: regulatorische Prüfung vor Beschaffung notwendig
- Kein vollständiger FHIR/HL7-Datenaustausch mit EHR ohne individuelles Integrationsproject
- Alertkalibrierung erfordert Einlernphase — in den ersten Wochen höheres False-Positive-Aufkommen möglich
- Primär für Einzel- und Doppelzimmer ausgelegt — Mehrbettzimmer-Szenarien komplex
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So steigst du ein
Schritt 1: Kontakt über qumea.com aufnehmen und Pilotprojekt für eine Teststation vereinbaren. Qumea begleitet typischerweise die erste Installation mit Schulung und Kalibrierungsunterstützung. Vor der Beschaffung: MDR-Beauftragten der Klinik einbinden, da Qumea als Medizinprodukt eingestuft werden kann.
Schritt 2: Sensoren an Zimmerdecken montieren (keine Umbauarbeiten am Bett nötig). Alert-Routing in das bestehende Schwesternrufsystem (z. B. Ascom) oder Pfleger-Smartphones einrichten. Schwellwerte für Bettausstieg-Erkennung mit dem Pflegeteam kalibrieren.
Schritt 3: Einlernphase einplanen: In den ersten zwei bis vier Wochen identifiziert das System schrittweise normale Patientenbewegungen und reduziert False Positives. Feedback der Pflegekräfte aktiv einsammeln und in die Schwellwert-Konfiguration einarbeiten.
Ein konkretes Beispiel
Eine geriatrische Station mit 24 Betten stattet die acht Hochrisikozimmer mit Qumea-Sensoren aus. Um 3:42 Uhr beginnt ein 81-jähriger Patient mit einer bekannten Gangstörung, sich aufzusetzen — das Sensor-System erkennt die charakteristische Bewegungssequenz und sendet einen Alert ans Smartphone der Nachtschwester. Sie betritt das Zimmer innerhalb von 90 Sekunden, bevor der Patient aufgestanden ist. Kein Sturz. Im Vergleichsmonat ohne Sensor-System war dieser Patient zweimal gestürzt — mit anschließender Röntgenuntersuchung und zwei Tagen verlängerter Liegezeit.
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Gesundheitswesen
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EarlySense Ltd. (jetzt Teil von Baxter International)
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