Proliance 360
Proliance GmbH
Redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen (Anbieterangaben, Preislisten, unabhängige Bewertungsplattformen), kein Hands-on-Produkttest, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben. Die Sternebewertung ist eine Meinung der Redaktion.
Proliance 360 im Team einführen? KI-Training anfragen
Münchner Datenschutz- und Compliance-Plattform für deutsche KMU und Mittelstand. Proliance 360 deckt VVT, DSFA, AV-Verträge, TOMs-Dokumentation, Datenpannen-Management und Betroffenenanfragen ab, ausgerichtet auf deutsches Recht. Seit 2017 am Markt, nach eigenen Angaben über 3.000 Unternehmen als Kunden und mehr als 50 TÜV- und DEKRA-zertifizierte Expert:innen für Datenschutz, Informationssicherheit und KI-Compliance. Ausgebaut um ISMS (Informationssicherheits-Managementsystem), NIS2-Vorbereitung, KI-Compliance-Beratung und ein Hinweisgebersystem, Tendenz von der reinen Datenschutz-Plattform zur integrierten Compliance-Suite.
Kosten: Datenschutz-Software (Proliance 360) ab 118 €/Monat (Business) bzw. ab 209 €/Monat (Enterprise). DSB-as-a-Service ab 125 €/Monat (Basis) bis 450 €/Monat (Premium), jeweils plus einmaliges Audit (500–2.000 €). ISMS-Software ab 500 €/Monat (Light) bzw. 1.000 €/Monat (Core), ISMS-Beratungspakete ab 1.000 bzw. 2.500 €/Monat im ersten Jahr. Hinweisgeberschutz-Modul in Enterprise enthalten, das Full-Service-Hinweisgebersystem trägt keinen sichtbaren Preis. Preise öffentlich auf der Website.
Kategorien
Stärken
- Vollständig deutschsprachig, europäisches Hosting (OVH-Badge), Münchner Unternehmenssitz
- Geführte Eingabemasken statt offener Formulare, auch ohne Datenschutzexpertise bedienbar
- Compliance-Score-Dashboard zeigt Lücken auf einen Blick
- Breites Modul-Portfolio: Datenschutz, ISMS/ISO 27001, NIS2, KI-Compliance, Hinweisgebersystem
- Optional kombinierbar mit externem Datenschutzbeauftragten (DSB-as-a-Service)
- Preise öffentlich auf der Website, ungewöhnlich transparent für ein Compliance-Tool
- Aktives Bitkom-, BvD- und GDD-Mitglied, nach eigenen Angaben 50+ TÜV- und DEKRA-zertifizierte Expert:innen
Einschränkungen
- DSAR-Automatisierung deutlich schwächer als bei OneTrust, DataGrail, keine automatische Datensuche in Drittsystemen
- Für Großkonzerne mit komplexen Multi-Cloud-Landschaften zu schmal
- Mehrere parallele Module (Datenschutz, ISMS, NIS2, Hinweisgebersystem) summieren sich preislich schnell
- KI-Funktionen im Aufbau, weniger ausgereift als bei Plattformen mit längerer KI-Roadmap
- Internationaler Anwendungsfall (multi-jurisdiktionales Compliance-Setup) begrenzt
- Hosting-Details (OVH-Badge sichtbar, genaues Rechenzentrum nicht öffentlich dokumentiert) sollten vor Vertragsabschluss schriftlich bestätigt werden
Passt gut zu
Kurzfazit
Proliance 360 ist die wahrscheinlich pragmatischste DSGVO-Plattform für deutsche KMU: geführte Workflows für Verarbeitungsverzeichnis, DSFA, AV-Verträge, TOMs, Datenpannen und Betroffenenanfragen statt eines überladenen Modulbaukastens, deutschsprachig und europäisch gehostet. ISMS, NIS2-Vorbereitung, KI-gestützte Compliance-Beratung und ein Hinweisgebersystem machen daraus eine Compliance-Suite. Schwächer ist die DSAR-Automatisierung, ohne automatische Datensuche in Drittsystemen wie bei OneTrust oder DataGrail, und die KI-Funktionen sind weniger tief als bei US-Plattformen. Für den DACH-Mittelstand bleibt es eine der saubersten Lösungen.
Für wen ist Proliance 360?
Deutsche KMU mit 10–250 Mitarbeitenden: Die Kernzielgruppe. Wer ein strukturiertes Datenschutz-Setup braucht, aber kein eigenes Compliance-Team unterhält, bekommt mit Proliance einen geführten Pfad zur Pflichterfüllung. Die Eingabemasken nehmen die Hand, auch ohne tiefe Datenschutz-Expertise lässt sich das Verarbeitungsverzeichnis sauber aufbauen.
Unternehmen mit externem Datenschutzbeauftragten: Proliance bietet DSB-as-a-Service als Komplettpaket, die eigene Plattform plus zertifizierter externer DSB. Für KMU, die keinen internen DSB stellen wollen oder müssen, ist das eine pragmatische Lösung: Plattform und Beratung kommen aus einer Hand, was Reibung minimiert.
Mittelständler vor NIS2-Pflicht: Seit 2024 baut Proliance gezielt das NIS2-Modul aus. Wer ab 2024/25 unter NIS2 fällt (kritische und wichtige Einrichtungen ab 50 Mitarbeiter oder 10 Mio. € Umsatz in bestimmten Sektoren), bekommt einen geführten Weg zur Compliance-Vorbereitung, kombiniert mit dem bestehenden DSGVO-Setup.
Kanzleien und Beratungsunternehmen mit Mandanten-Compliance: Wer als externe Stelle Mandanten in Datenschutzfragen begleitet, kann Proliance als gemeinsame Arbeitsumgebung nutzen. Mandanten arbeiten an ihrem VVT, der Berater prüft im selben System, das ersetzt die typische E-Mail-Pingpong-Welt.
ISMS-Einsteiger Richtung ISO 27001: Das neue ISMS-Dashboard und Maßnahmen-Modul bilden den Einstieg in einen ISO-27001-Pfad ab. Für Unternehmen, die Datenschutz und Informationssicherheit zusammen denken wollen (was im DACH-Mittelstand zunehmend der Fall ist), reduziert das die Tool-Fragmentierung.
Weniger geeignet für: Internationale Konzerne mit multi-jurisdiktionalen Datenschutz-Anforderungen (CCPA, LGPD, GDPR-UK parallel, hier ist OneTrust die bessere Wahl), Großunternehmen mit komplexen Multi-Cloud-Landschaften und Hunderten von Datenquellen (DSAR-Automatisierung in Tiefe von DataGrail wird nicht erreicht), und alle, die eine Privacy-Operations-Plattform mit tausenden Konnektoren suchen.
Preise im Detail
| Modul / Plan | Preis (Stand Oktober 2026) | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Datenschutz-Software Business | ab 118 €/Monat | Zugang zur Proliance-Datenbank, Risiko-Evaluierung, 3 Bearbeiter im Compliance-Management |
| Datenschutz-Software Enterprise | ab 209 €/Monat | Alle Business-Funktionen plus Single Sign-on, Mandantenfähigkeit, Hinweisgeberschutz-Modul, unbegrenzt viele Bearbeiter |
| DSB-as-a-Service Basis | ab 125 €/Monat + 500 € Audit light einmalig | Bis 20 Mitarbeitende oder geringer Beratungsbedarf: externer DSB, 1 Zugang zu Proliance 360, Beratungsstunden auf Anfrage, bis 72 h Reaktionszeit |
| DSB-as-a-Service Medium | ab 275 €/Monat + 1.500 € Audit einmalig | Bis 50 Mitarbeitende: 6 Nutzerzugänge zu Proliance 360, 15 Beratungsstunden pro Jahr, bis 48 h Reaktionszeit |
| DSB-as-a-Service Premium | ab 450 €/Monat + 2.000 € Audit einmalig | Ab 50 Mitarbeitende oder Unternehmensgruppen: 10 Nutzerzugänge, 25 Beratungsstunden pro Jahr, bis 24 h Reaktionszeit, persönlicher Ansprechpartner |
| ISMS-Software Light / Core | ab 500 / 1.000 €/Monat | ISO-27001-orientierte Plattform mit Standard- bzw. exklusiven Experten-Bibliotheken, Core mit mehr Benutzerzugängen und KI-Guides |
| ISMS-Beratung Guide / Complete | ab 1.000 / 2.500 €/Monat im 1. Jahr (Complete ab 2.000 € im 2. Jahr) | Begleitung beim Aufbau und Betrieb des ISMS inkl. Software, GAP-Analyse, jährliches internes Audit; Complete zusätzlich NIS2-Schulung der Geschäftsführung |
| Hinweisgebersystem (Proliance Whistle) | kein sichtbarer Preis | Full-Service-Meldestelle, Proliance betreibt die Meldekanäle; das Hinweisgeberschutz-Modul steckt alternativ in Enterprise |
| ISO-27001-GAP-Analyse | ab 2.880 / 7.200 / 14.400 € einmalig | Basis ab 2 Tage, Medium 5–10 Tage, Premium 10–15 Tage Beratung |
| NIS2-Schulung für Geschäftsführer | ab 600 € (Folgeschulung 400 €) | 1:1- oder Kleingruppen-Coaching mit Schulungsnachweis |
| EU-Vertreter (Art. 27 DSGVO) | ab 175 €/Monat | EU-Vertretung für Unternehmen außerhalb der EU, unabhängig von der Mitarbeiterzahl |
Einordnung: Anders als noch vor wenigen Jahren veröffentlicht Proliance seine Preise inzwischen öffentlich, ein erfreulicher Bruch mit dem Compliance-Tool-Standard, bei dem Anbieter wie OneTrust oder DataGuard weiterhin nur auf Anfrage kalkulieren. Achte beim Vergleich auf die Modulstruktur: Datenschutz-Software, ISMS und Hinweisgebersystem werden getrennt berechnet und summieren sich. Für ein reines DSGVO-Setup landest du je nach Tier bei 118 bis 209 € im Monat für die Software allein. Wer den externen DSB bucht, zahlt je nach Beratungsbedarf 125 bis 450 € im Monat plus das einmalige Audit, das ist günstiger als die meisten Anwaltskanzleien für einen vergleichbaren laufenden Service. Die DSB-Pakete enthalten bereits Zugänge zu Proliance 360 (1, 6 oder 10), prüfe deshalb vor dem Kauf, ob du daneben überhaupt eine eigene Software-Lizenz brauchst. Alle Beträge sind Einstiegspreise (“ab”), die Preisseite nennt weder die Bemessungsgrundlage für die Software noch, ob die Preise netto gelten, ein konkretes Angebot bleibt sinnvoll.
Stärken im Detail
Vollständig deutschsprachig und deutsches Recht im Fokus. Im Gegensatz zu international ausgerichteten Plattformen wie OneTrust oder DataGrail ist Proliance konsequent auf deutsches Recht ausgerichtet: Aufsichtsbehörden, deutsche Datenschutzleitlinien, deutsche Behördensprache. Die Eingabemasken zitieren konkrete Artikel der DSGVO und des BDSG, nicht generische Privacy-Frameworks. Für deutsche Mittelständler ist das exakt der richtige Ton.
Geführte Workflows statt offener Formulare. Wer ohne Vorkenntnisse ein Verarbeitungsverzeichnis erstellen will, ist mit einem leeren Excel-Sheet überfordert. Proliance führt durch konkrete Fragen (“Welche Datenkategorien werden verarbeitet?”, “Welche Rechtsgrundlage besteht?”, “Werden Daten an Drittländer übermittelt?”), die Plattform übersetzt das in den juristisch korrekten VVT-Eintrag. Das ist der zentrale Hebel, der Proliance auch für Nicht-Juristen produktiv macht.
Compliance-Score-Dashboard. Ein zentrales Dashboard zeigt den aktuellen Compliance-Stand in Prozent und benennt konkrete Lücken: fehlende AV-Verträge, ausstehende DSFAs, abgelaufene Schulungen. Für Geschäftsführer und IT-Leiter ist das die schnellste Antwort auf die Frage “Wo stehen wir mit Datenschutz?”, und ein gutes Steuerungswerkzeug, weil Verbesserungen sichtbar werden.
Breites Modul-Portfolio: ISMS, NIS2, KI-Compliance, Hinweisgebersystem. Proliance ist längst mehr als eine reine Datenschutz-Plattform: Die ISMS-Software bringt Informationssicherheits-Management nach ISO-27001-Logik, NIS2-Vorbereitung und -Schulung decken die seit Herbst 2024 verschärften Pflichten ab, KI-Compliance-Beratung und KI-Kompetenz-Schulung adressieren die EU-AI-Act-Pflichten, und für die HinSchG-Anforderungen gibt es das Full-Service-Hinweisgebersystem Proliance Whistle oder das Hinweisgeberschutz-Modul im Enterprise-Paket. Für KMU, die mehrere Compliance-Themen aus einer Hand bedienen wollen, ist das ein klarer Plattform-Effekt.
DSB-as-a-Service als optionaler Komplettservice. Proliance bietet nicht nur die Software, sondern auch zertifizierte externe Datenschutzbeauftragte. Der DSB nutzt die Plattform produktiv mit dem Kunden zusammen, keine Datenübergabe per E-Mail, keine doppelte Dokumentation. Für KMU, die keinen internen DSB stellen wollen, ist das eine integrierte Lösung statt zweier separater Verträge mit Software-Anbieter und Anwaltskanzlei.
Tiefe Verankerung in der deutschen Datenschutz-Community. Proliance ist aktives Mitglied bei Bitkom, BvD (Berufsverband der Datenschutzbeauftragten) und GDD (Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit). Nach eigenen Angaben arbeiten mehr als 50 TÜV- und DEKRA-zertifizierte Expert:innen für Datenschutz, Informationssicherheit und KI-Compliance bei Proliance. Das bedeutet: Aktualisierungen bei Behördenleitlinien, EuGH-Urteilen oder DSK-Beschlüssen werden zeitnah in das Tool eingepflegt, Proliance lebt im deutschen Datenschutz-Diskurs, nicht außerhalb.
Schwächen ehrlich betrachtet
DSAR-Automatisierung ist deutlich schwächer als bei US-Plattformen. Wenn ein Betroffener eine Auskunftsanfrage stellt, ist Proliance Workflow- und Dokumentationswerkzeug, die eigentliche Datensuche in CRM, ERP, E-Mail und HR-System erfolgt manuell durch die zuständigen Mitarbeitenden. Bei OneTrust und DataGrail gibt es vorgefertigte Konnektoren zu Hunderten von SaaS-Systemen, die die Datensuche teilweise automatisieren. Für Unternehmen mit hohen DSAR-Volumina (E-Commerce, Banken, Versicherungen) ist das eine harte Grenze.
Modulpreise summieren sich schnell. Die öffentliche Preisliste (ein Pluspunkt gegenüber vielen Wettbewerbern) macht zugleich sichtbar, dass die Compliance-Suite aus separat berechneten Bausteinen besteht: Datenschutz-Software, ISMS-Software, ISMS-Beratung, Hinweisgebersystem und EU-Vertreter werden jeweils einzeln bepreist. Wer mehrere Themen integriert abdecken will, landet schnell bei vier- bis fünfstelligen Jahreskosten. Die “ab”-Einstiegspreise steigen mit Mitarbeiterzahl und Modulumfang, ein konkretes Angebot bleibt für eine belastbare Budgetplanung notwendig.
KI-Funktionen sind im Aufbau, nicht ausgereift. “KI-Compliance-Beratung” und “KI-Kompetenz-Schulung” sind seit 2024/25 im Angebot, aber Proliance ist hier strukturell hinter Plattformen wie OneTrust oder spezialisierten KI-Governance-Tools. Die genaue KI-Funktionalität ist in der öffentlichen Kommunikation eher beschrieben als demonstriert, vor Vertragsabschluss sollte konkret nachgefragt werden, welche KI-Funktionen wo greifen.
Für Großkonzerne zu schmal. Wer Hunderte Tochtergesellschaften in vielen Ländern verwalten, multi-jurisdiktionale Datenschutz-Regimes parallel managen oder mit Tausenden von SaaS-Konnektoren arbeiten will, stößt an Grenzen. Proliance ist KMU- und Mittelstands-Werkzeug, nicht Konzern-Plattform.
Hosting-Details nicht vollständig öffentlich dokumentiert. Auf der Website ist ein OVH-Badge sichtbar, OVH ist ein europäischer (französischer) Cloud-Anbieter, was aus DSGVO-Sicht ein Vorteil gegenüber US-Hyperscalern ist. Das genaue Rechenzentrum, die Region und die Liste der Sub-Prozessoren sind in der öffentlichen Kommunikation aber nicht explizit ausgewiesen. Wer ein striktes Datenhaltungs-Profil (etwa deutsches Rechenzentrum, dokumentierte TOMs) braucht, sollte sich AVV, Hosting-Standort und Sub-Prozessor-Liste vor Vertragsabschluss schriftlich bestätigen lassen.
Internationale Compliance ist sekundär. Wer GDPR-UK, CCPA (Kalifornien), LGPD (Brasilien) oder PIPL (China) parallel zur DSGVO managen muss, ist mit Proliance unterversorgt. Das Tool ist auf DSGVO-und-deutsches-Recht spezialisiert, und das ist gleichzeitig Stärke und Limitation.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| DSB-as-a-Service mit ähnlichem Modell suchst | DataGuard |
| Multi-jurisdiktionale Compliance (USA, EU, Asien) brauchst | OneTrust |
| DSAR-Automatisierung mit Konnektoren zu vielen SaaS-Systemen brauchst | DataGrail |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: caralegal (deutscher Anbieter mit Fokus auf datenschutzkonforme Vertragsverwaltung), comdatis (DSGVO-Software für Kleinunternehmen), Knowis (deutsche Plattform mit klarer Mittelstands-Positionierung), Privacy1 und Privacy Perfect (europäische Plattformen mit DPO-Fokus), TrustArc (US-Anbieter), WireWheel (US-Privacy-Operations). Proliance besetzt im deutschen Markt eine sehr klare Nische, “deutsche DSGVO-Plattform mit deutschem Hosting für KMU und Mittelstand mit optionalem externem DSB”, und hat dort wenige direkte Konkurrenten in vergleichbarer Tiefe. DataGuard kommt am nächsten, fokussiert sich aber stärker auf das “as-a-Service”-Modell.
So steigst du ein
Schritt 1: Preise auf proliance.ai/preise sichten und Demo anfordern. Die Einstiegspreise sind öffentlich (Datenschutz-Software ab 118 €/Monat, DSB-as-a-Service ab 125 €/Monat plus Audit), für die genaue Kalkulation entscheidet aber die Mitarbeiterzahl und der Modulumfang. Im Erstgespräch klären: welche Module brauchst du wirklich (reine Datenschutz-Software, oder zusätzlich ISMS, NIS2-Schulung, Hinweisgebersystem), und wie ist der DSB-as-a-Service strukturiert. Lass dir ein konkretes Angebot auf Basis deiner Mitarbeiterzahl geben.
Schritt 2: Mit dem Verarbeitungsverzeichnis (VVT) starten. Das Tool führt durch geführte Eingabemasken, wer das nie strukturiert gemacht hat, braucht etwa zwei bis drei Wochen für eine erste vollständige Erfassung. Plane Workshop-Termine mit den Fachabteilungen ein (HR, Marketing, IT, Vertrieb), jede Abteilung weiß am besten, welche personenbezogenen Daten sie verarbeitet.
Schritt 3: Compliance-Score-Dashboard zur monatlichen Steuerung machen. Lege Verantwortliche pro Maßnahme fest, vereinbare einen Monatsreview (typisch 30 Minuten), priorisiere die größten Lücken zuerst. Der Score ist kein Selbstzweck, aber ein gutes Reporting-Werkzeug Richtung Geschäftsführung.
Schritt 4: Betroffenenanfragen-Modul aktivieren und eine Testanfrage durchspielen. Anders als bei reinen DSAR-Plattformen ist das Modul ein Workflow- und Dokumentationswerkzeug, die eigentliche Datensuche in CRM, ERP oder E-Mail erfolgt manuell. Definiere Ansprechpartner pro Datenquelle und Eskalationspfade. Wer DSAR-Volumen über 10 Anfragen/Monat erwartet, sollte parallel prüfen, ob die Proliance-Workflow-Tiefe ausreicht oder ob eine spezialisiertere DSAR-Lösung ergänzt werden muss.
Ein konkretes Beispiel
Ein deutscher Maschinenbauer mit 80 Mitarbeitenden in einem Industriepark bei Stuttgart hatte vor der Einführung kein strukturiertes Datenschutzmanagement, Auskunftsanfragen wurden ad hoc per E-Mail bearbeitet, das Verarbeitungsverzeichnis war ein Excel-Sheet aus 2019, AV-Verträge in einem Ordner auf dem Geschäftsführer-Rechner. Nach Externen-Audit kam die Empfehlung: strukturiertes Compliance-System aufbauen. Proliance-Rollout in drei Phasen: Phase 1 (Monat 1): VVT-Workshop mit allen Fachabteilungen, geführte Erfassung über Proliance, erste Version steht nach drei Wochen. Phase 2 (Monat 2): AV-Verträge und TOMs-Dokumentation, Compliance-Score springt von 42 % auf 65 %. Phase 3 (Monat 3): DSFA für die zwei kritischsten Verarbeitungen (Personalakte, Kundenstammdaten-Anreicherung), Betroffenenanfragen-Workflow definiert, Compliance-Score erreicht 87 %. Bearbeitungszeit pro Auskunftsanfrage sank von durchschnittlich 4,5 auf 1,5 Stunden, vor allem, weil die Datenfundstellen jetzt strukturiert dokumentiert sind. Jährliche Kosten in diesem Szenario: rund 2.500 € für die Datenschutz-Software (Enterprise ab 209 €/Monat) plus DSB-as-a-Service Premium mit 450 €/Monat und einmaligem Audit von 2.000 €, zusammen knapp 10.000 € im ersten Jahr, deutlich günstiger als ein voller Beratertag pro Monat bei einer auf Datenschutz spezialisierten Anwaltskanzlei. Weil das Premium-Paket bereits zehn Zugänge zu Proliance 360 enthält, lohnt die Prüfung, ob die separate Enterprise-Lizenz überhaupt nötig ist; ohne sie wären es 7.400 € im ersten Jahr. Die konkreten Beträge hängen von Mitarbeiterzahl und Beratungsumfang ab und steigen mit den “ab”-Preisen.
Nicht sicher, ob Proliance 360 zu euch passt?
Wir helfen bei der Tool-Auswahl und begleiten die Einführung in euren Arbeitsalltag, unverbindlich und kostenlos im Erstgespräch.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Auf der Website ist ein OVH-Badge sichtbar, OVH ist ein europäischer (französischer) Cloud-Anbieter, Datenverarbeitung damit im EU-Rechtsraum. Das genaue Rechenzentrum und die Region sind öffentlich nicht eindeutig dokumentiert, vor Vertragsabschluss schriftlich bestätigen lassen.
- Anbieter: Proliance GmbH, München. Aktives Mitglied im Bitkom, BvD, GDD.
- DSGVO-Konformität: Plattform und Vertragsbeziehung laufen über die Proliance GmbH in München, deutsches Recht.
- Datennutzung: Eingegebene VVT-, DSFA- und Compliance-Daten werden für die jeweilige Kundenbearbeitung verwendet. Eine vollständige Sub-Prozessor-Liste ist öffentlich nicht ausgewiesen, beim Anbieter anfragen.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Sollte als Standard für alle Kundenverträge erhältlich sein, beim Vertragsabschluss konkret anfordern.
- Externer Datenschutzbeauftragter: Falls als DSB-as-a-Service gebucht, übernimmt der DSB der Proliance auch die Berichts- und Beratungspflichten gegenüber dem deutschen Kunden, inklusive Aufsichtsbehörden-Kommunikation, falls erforderlich.
- Empfehlung für Unternehmen: Für deutsche KMU eine der saubersten Lösungen, Vertragspartner deutsch, Hosting europäisch, Recht deutsch, Behörden-Sprache deutsch. Die nicht vollständig öffentlichen Hosting- und Sub-Prozessor-Details sind der einzige Punkt, der vor Vertragsabschluss aktiv geklärt werden sollte.
Gut kombiniert mit
- DataGuard, beide Plattformen kombinieren Datenschutz-Software mit externem DSB-Modell. Wer parallel evaluiert, kann die Unterschiede in Plattform-Tiefe und Beratungsansatz testen. Selten in derselben Organisation parallel eingesetzt, aber häufig direkte Konkurrenz im Pitch.
- OneTrust, für deutsche Tochtergesellschaften eines internationalen Konzerns kann Proliance das DSGVO-Operating-Modell abdecken, während OneTrust auf Konzernebene multi-jurisdiktional steuert. Datenpfade und Verantwortlichkeiten müssen klar abgegrenzt sein.
- Klassische Schulungsplattformen (z. B. hauseigene LMS), Proliance hat Datenschutz- und IT-Security-Schulungs-Module, aber für umfangreiche Mitarbeitenden-Awareness-Programme reicht das nicht. Eine separate Lern-Plattform mit Datenschutz-Modulen ergänzt sinnvoll.
Häufige Fragen zu Proliance 360
Was kostet die Datenschutz-Software Proliance 360?
Business kostet ab 118 € im Monat und enthält drei Bearbeiter, Enterprise ab 209 € im Monat mit unbegrenzt vielen Bearbeitern, Single Sign-on, Mandantenfähigkeit und Hinweisgeberschutz-Modul (Stand Oktober 2026). Alle Beträge sind Einstiegspreise, die Preisseite nennt weder die Bemessungsgrundlage noch, ob die Preise netto gelten. Für eine belastbare Planung brauchst du ein konkretes Angebot.
Was kostet ein externer Datenschutzbeauftragter bei Proliance?
Basis kostet ab 125 € im Monat plus 500 € einmaliges Audit (bis 20 Mitarbeitende), Medium ab 275 € plus 1.500 € (bis 50 Mitarbeitende, 15 Beratungsstunden im Jahr) und Premium ab 450 € plus 2.000 € (ab 50 Mitarbeitende, 25 Beratungsstunden). Die Pakete enthalten bereits 1, 6 oder 10 Zugänge zu Proliance 360, prüf deshalb, ob du daneben überhaupt eine eigene Software-Lizenz brauchst.
Wo hostet Proliance die Daten?
Auf der Website ist ein Badge des französischen Cloud-Anbieters OVH zu sehen, die Verarbeitung liegt damit im EU-Rechtsraum. Das genaue Rechenzentrum und die Liste der Sub-Prozessoren dokumentiert Proliance aber nicht öffentlich. Lass dir Hosting-Standort, Sub-Prozessoren und den AVV vor Vertragsabschluss schriftlich bestätigen.
Hilft Proliance bei ISO 27001 und NIS2?
Ja, über eigene Module. Die ISMS-Software kostet ab 500 € (Light) beziehungsweise 1.000 € (Core) im Monat, die ISMS-Beratung ab 1.000 € (Guide) oder 2.500 € (Complete) im Monat im ersten Jahr. Dazu kommen GAP-Analysen ab 2.880 € und eine NIS2-Schulung für Geschäftsführer ab 600 €. Die Module werden getrennt berechnet und summieren sich.
Proliance oder OneTrust, was passt besser?
Proliance ist auf deutsches Recht und KMU bis Mittelstand ausgerichtet, mit geführten Eingabemasken und optionalem externem DSB. OneTrust ist die bessere Wahl für Konzerne, die mehrere Rechtsräume parallel abdecken müssen, DataGrail für automatisierte Auskunftsanfragen mit Konnektoren zu vielen SaaS-Systemen. Das ähnlichste Modell mit Software plus externem DSB bietet DataGuard.
Unser Fazit
Proliance 360 verdient 4 von 5 Sternen. Für die Kernzielgruppe, deutsche KMU und Mittelstand mit DSGVO-Pflicht und europäischem Datenhosting-Anspruch, ist es eine der pragmatischsten und vollständigsten Lösungen am Markt. Die geführten Workflows, die deutsche Recht-Verankerung, die Compliance-Score-Logik und der optional buchbare externe DSB ergeben ein stimmiges Paket, das sich klar von US-zentrierten Wettbewerbern absetzt. Der Modulausbau (ISMS, NIS2, KI-Compliance, Hinweisgebersystem) zeigt, dass Proliance nicht bei Datenschutz stehen bleibt, sondern Richtung Compliance-Suite wächst, und die inzwischen öffentliche Preisliste ist gegenüber vielen Wettbewerbern ein echter Pluspunkt. Den fünften Stern verliert die Plattform durch die DSAR-Automatisierungs-Schwäche (deutlich schwächer als OneTrust und DataGrail), die nur teilweise öffentlich dokumentierten Hosting- und Sub-Prozessor-Details, und die im Vergleich zu spezialisierten KI-Governance-Tools weniger tief ausgebauten KI-Funktionen. Für deutsche KMU bleibt es eine der klarsten Empfehlungen in einem Markt, in dem viele Wettbewerber entweder international überdimensioniert oder zu schmal aufgestellt sind.
Was wir bemerkt haben
- Oktober 2026, Die Datenschutz-Software ist günstiger geworden: Business von 125 auf 118 € im Monat, Enterprise von 233 auf 209 €. Im Funktionsvergleich nennt Enterprise jetzt unbegrenzt viele Bearbeiter, früher waren fünf Power-User angegeben, DSB Premium enthält zehn Nutzerzugänge statt unbegrenzt vieler. Die Preise für den externen DSB (ab 125 € im Monat) sind unverändert. Vorsicht beim Abgleich: Die maschinenlesbaren Produktdaten der Preisseite führen noch die alten Beträge, maßgeblich sind die sichtbaren Preiskarten.
- Oktober 2026, Das Hinweisgebersystem heißt jetzt Proliance Whistle und trägt auf der Preisseite keinen sichtbaren Preis mehr, bisher war es dort mit einem monatlichen Einstiegspreis gelistet. Das Hinweisgeberschutz-Modul ist außerdem im Enterprise-Paket der Datenschutz-Software enthalten.
- Oktober 2026, Proliance nennt inzwischen über 3.000 Unternehmen als Kunden und mehr als 50 TÜV- und DEKRA-zertifizierte Expert:innen. Im Juni waren es über 2.500 Kunden und mehr als 20 zertifizierte Expert:innen.
- Juni 2026, Korrektur zur Expertenzahl: Proliance hat über 60 Personen im Team, davon mehr als 20 TÜV/DEKRA-zertifizierte Datenschutz-, Informationssicherheits- und KI-Compliance-Experten. Eine frühere Version dieser Seite gab “60+ zertifizierte Experten” an, das vermischte Gesamtteam und zertifizierten Kern.
- Juni 2026, Proliance veröffentlicht seine Preise inzwischen öffentlich auf der Website (Datenschutz-Software, externer DSB, ISMS, Hinweisgebersystem, EU-Vertreter). Das ist ein Bruch mit dem Branchenstandard, viele Compliance-Plattformen kalkulieren weiterhin nur auf Anfrage. Eine frühere Version dieser Seite nannte die Preise fälschlich “nicht öffentlich”.
- Juni 2026, Das Portfolio umfasst neben Datenschutz und ISMS/NIS2 auch ein separat buchbares Hinweisgebersystem (HinSchG) und einen EU-Vertreter-Service nach Art. 27 DSGVO. Proliance positioniert sich klar als integrierte Compliance-Suite, nicht mehr als reines DSGVO-Tool.
- Juni 2026, Hosting-Hinweis: Auf der Website ist ein OVH-Badge sichtbar (europäischer Anbieter, EU-Rechtsraum), das genaue Rechenzentrum und die Sub-Prozessor-Liste sind öffentlich aber nicht eindeutig dokumentiert. Wer ein striktes Datenhaltungs-Profil braucht, sollte AVV und Hosting-Standort vor Vertragsabschluss schriftlich bestätigen lassen.
- Herbst 2024, Mit der verschärften NIS2-Pflicht und dem EU AI Act hat Proliance ISMS-, NIS2- und KI-Compliance-Angebote ausgebaut. Die genaue Tiefe der KI-Funktionalität sollte vor Vertragsabschluss konkret demonstriert werden, da die öffentliche Kommunikation hier eher beschreibend als demonstrativ ist.
Quellen
- Proliance – Startseite. https://www.proliance.ai/ (abgerufen am 2026-10-03). Seit 2017 am Markt, 3.000+ Unternehmen aus 50+ Branchen, 50+ TÜV- und DEKRA-zertifizierte Experten, Module Datenschutz, Informationssicherheit/ISMS, NIS2, KI-Compliance, Hinweisgeberschutz, EU-Vertreter; Bitkom-, BvD- und GDD-Logos.
- Proliance – Preise. https://www.proliance.ai/preise (abgerufen am 2026-10-03). Sichtbare Preiskarten: Datenschutzsoftware Business ab 118 €/Monat (3 Bearbeiter), Enterprise ab 209 €/Monat (unbegrenzte Bearbeiter, Single Sign-on, Mandantenfähigkeit, Hinweisgeberschutz-Modul); Externer DSB Basis ab 125 €/Monat plus 500 € Audit light (bis 20 Mitarbeitende, 1 Zugang, 72 h), Medium ab 275 € plus 1.500 € (bis 50 Mitarbeitende, 6 Zugänge, 15 Beratungsstunden/Jahr, 48 h), Premium ab 450 € plus 2.000 € (ab 50 Mitarbeitende, 10 Zugänge, 25 Beratungsstunden/Jahr, 24 h); ISMS-Software Light ab 500 €, Core ab 1.000 €/Monat; ISMS-Beratung Guide ab 1.000 €, Complete ab 2.500 €/Monat im 1. Jahr (ab 2.000 € im 2. Jahr); GAP-Analyse ab 2.880 / 7.200 / 14.400 € einmalig; NIS2-Schulung für Geschäftsführer ab 600 € (Folgeschulung 400 €); EU-Vertreter ab 175 €/Monat; Hinweisgebersystem Proliance Whistle ohne sichtbaren Preis. Die maschinenlesbaren Produktdaten der Seite sind veraltet und weichen von den sichtbaren Preiskarten ab. Firmenadresse Leopoldstraße 21, 80802 München.
- Proliance – Datenschutzerklärung. https://www.proliance.ai/datenschutz (abgerufen am 2026-06-14). OVH-Infrastruktur (Badge im Footer); genaues Rechenzentrum und Sub-Prozessoren nicht explizit dokumentiert.
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