Vellum
180g (Brad West & Brad Andalman)
Vellum ist ein macOS-exklusives Buchsatz-Programm für Indie-Autoren und kleine Verlage. Es erzeugt aus einem importierten DOCX-Manuskript professionell formatierte EPUB-Dateien und druckfertige PDFs für alle gängigen Distributionsplattformen (Amazon KDP, IngramSpark, Apple Books). Die Bedienung ist intuitiv, das Ergebnis visuell hochwertig — die Software ist allerdings ohne KI-Funktionen, läuft ausschließlich auf Mac und kostet einmalig deutlich mehr als KI-getriebene Wettbewerber wie Atticus.
Kosten: Vellum Ebooks 199,99 USD (nur EPUB), Vellum Press 249,99 USD (EPUB + Print-PDF); einmalige Zahlung, lebenslange Updates inklusive
Stärken
- Sehr einfache Bedienung ohne technisches Vorwissen oder InDesign-Kenntnisse
- Professionelle vorgefertigte Buchstile mit konsistentem typografischem Ergebnis
- Einmalige Zahlung statt Abo — keine laufenden Kosten, lebenslange Updates
- Direkt-Export für alle Major-Plattformen (KDP, IngramSpark, Apple Books, Kobo, B&N)
- Schnelle Iteration: Layout-Änderungen werden live im Preview-Fenster sichtbar
- EPUB-3-Validierung und PDF/X-1a für professionellen Druck eingebaut
Einschränkungen
- Nur macOS 13+ — kein Windows, kein Linux, keine Browser-Version
- Keine KI-Funktionen (kein Lektorat, kein Cover-Generator, keine Übersetzung)
- Komplexe Layouts (Tabellen, Fußnoten, mehrspaltige Inhalte) nur begrenzt unterstützt
- Keine Barrierefreiheits-Konformitätsprüfung (BFSG/EAA) eingebaut
- Keine Teamkollaboration oder Mehrbenutzer-Funktion
- Weniger geeignet für wissenschaftliche Fachbücher mit komplexem Satzanspruch
- Keine deutsche Benutzeroberfläche — englischsprachige App
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du arbeitest auf einem Mac und produzierst regelmäßig Belletristik oder Sachbücher
- Du willst keine Abogebühren und keine laufenden Kosten
- Du brauchst ein verlässlich druckfertiges Ergebnis ohne Setzer-Honorar
- Du bist Indie-Autor und veröffentlichst auf KDP, Apple Books oder IngramSpark
Wann nein
- Du arbeitest mit Windows oder Linux — Vellum läuft dort nicht
- Du erwartest KI-Unterstützung beim Schreiben, Lektorieren oder Cover-Design
- Du brauchst ein wissenschaftliches Layout mit Fußnoten, Tabellen, Bibliographien
- Dein Team arbeitet kollaborativ am selben Buch in Echtzeit
Kurzfazit
Vellum ist seit über einem Jahrzehnt die Komfort-Lösung für Indie-Autoren auf dem Mac: Manuskript rein, professionelles EPUB und druckfertiges PDF raus — ohne Setzer, ohne InDesign-Kurse. Wer auf macOS arbeitet und regelmäßig Bücher veröffentlicht, bekommt für eine einmalige Zahlung von 199 oder 249 USD ein verlässliches Werkzeug mit lebenslangen Updates. Vellum hat allerdings einen klaren blinden Fleck: Es ist kein KI-Tool. Während Wettbewerber wie Atticus zunehmend KI-Lektorat, KI-Cover und plattformübergreifende Kollaboration integrieren, bleibt Vellum bei dem, was es immer war — ein hochwertiger, aber klassischer Buchsatz. Drei Sterne, weil Vellum seine eigene Disziplin perfekt beherrscht, aber die Mac-Pflicht und der KI-Rückstand mittelfristig ins Gewicht fallen.
Für wen ist Vellum?
Indie-Autoren auf dem Mac: Wer Romane, Ratgeber oder Sachbücher in Eigenregie veröffentlicht, bekommt mit Vellum das Standardwerkzeug der Self-Publishing-Szene. Manuskript als DOCX importieren, einen der vorgefertigten Stile wählen, exportieren — fertig. Kein Setzer, kein Honorar, keine Wartezeit. Für Autoren mit mehreren Titeln pro Jahr amortisiert sich der Kaufpreis nach dem ersten oder zweiten Buch.
Kleinverlage mit überschaubarem Titelvolumen: Verlage mit 10 bis 50 Titeln pro Jahr nutzen Vellum als Inhouse-Produktion. Die Buchstile sorgen für ein konsistentes Verlagsbild, ohne dass jeder Titel einzeln gesetzt werden muss. Wer bisher pro Titel 400–600 € an externe Setzer bezahlt hat, refinanziert die Lizenz in Tagen.
Ratgeber- und Sachbuchautoren: Vellum unterstützt Kapitelnummerierung, Zitate, Bilder, Listen und einfache Tabellen sauber. Für Sachbücher mit klassischem Aufbau (Vorwort, Kapitel, Über-den-Autor, Stichwortverzeichnis) ist das mehr als ausreichend.
Lektoren und Buchcoaches: Wer Autoren beim Self-Publishing begleitet und die Ergebnisse am Ende auch produzieren will, hat mit Vellum ein Werkzeug, das den Übergang vom Manuskript zur fertigen Datei in Minuten erledigt. Geeignet auch für reine Layout-Dienstleistung im Pauschalpreis.
Weniger geeignet für: Windows- und Linux-Nutzer (Vellum läuft nur auf macOS 13+), Wissenschaftler mit komplexen Layouts (Fußnoten, Endnoten, Bibliographien, Tabellen über mehrere Seiten), Autoren, die KI-Unterstützung beim Schreiben oder Lektorieren erwarten, sowie Verlagsteams, die im Browser gemeinsam an einem Titel arbeiten wollen — dafür ist
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Vellum Ebooks | 199,99 USD einmalig | Unbegrenzte EPUB-Erstellung, alle Buchstile, EPUB-3-Validierung, Vor- und Nachmaterial, Apple-Books-/Kindle-Export |
| Vellum Press | 249,99 USD einmalig | Alles aus Ebooks + Print-PDF/X-1a, 24 Druckformate plus Großdruck, IngramSpark-/KDP-Print-Export |
| Probebetrieb | 0 USD | Kostenlose Nutzung ohne Lizenz: Buch komplett aufbauen und Preview ansehen — der Export ist gesperrt, bis die Lizenz gekauft wird |
Einordnung: Vellum gehört zu den teuersten Werkzeugen seiner Klasse, was den Einstiegspreis betrifft — aber es ist eine einmalige Zahlung mit lebenslangen Updates. Wer das gegen ein Abo wie Atticus (147 USD/Jahr nach dem ersten Jahr) rechnet, ist nach 18 Monaten gleichauf, nach drei Jahren deutlich günstiger. Für Vielschreiber, die mehrere Bücher pro Jahr produzieren, ist Vellum Press (249 USD) der Sweetspot — die zusätzlichen 50 USD für Print lohnen sich praktisch immer, weil viele Autoren Print später nachschieben. Die kostenlose Probe ist ehrlich gemeint: Du kannst das komplette Buch aufbauen, jeden Stil testen, jede Vorschau ansehen — nur der finale Export verlangt die Lizenz. Das macht die Kaufentscheidung risikolos.
Stärken im Detail
Bedienung ohne Lernkurve. Vellum ist ein klassisch macOS-natives Programm: links die Buchstruktur, rechts die Live-Vorschau, oben die Stilauswahl. Wer schon einmal mit Pages oder Word gearbeitet hat, ist binnen 30 Minuten produktiv. Es gibt kein Plug-in-System, kein Skripting, keine Stylesheets — das engt Profis ein, macht aber den Einstieg radikal einfach.
Buchstile, die wirklich gut aussehen. Vellum bietet rund ein Dutzend professionell gestaltete Stile, von klassischer Belletristik bis modernem Sachbuch. Jeder Stil definiert Schriftart, Initialen, Kapitelköpfe, Trenner und Schmuckelemente. Das Ergebnis sieht nicht nach Eigenproduktion aus, sondern nach Verlagsqualität — und genau dafür wird Vellum in der Indie-Szene seit Jahren empfohlen.
Live-Vorschau für alle Zielgeräte. Während du arbeitest, siehst du parallel die Darstellung auf Kindle, iPad, iPhone und im gedruckten Buch. Jede Änderung wird sofort auf allen Geräten gerendert. Das ist effizienter als die Workflows mit Calibre oder Sigil, wo du nach jeder Änderung neu exportieren und in einem Reader prüfen musst.
Einmalkauf ohne Folgekosten. Vellum gehört zu den letzten Werkzeugen seiner Klasse mit echtem Einmalkauf. Lebenslange Updates sind inklusive — wer 2017 gekauft hat, nutzt heute dieselbe Lizenz mit allen neuen Features. In einer Branche, die fast vollständig auf Abomodelle umgestiegen ist, ist das ein bemerkenswerter und für Vielnutzer hochattraktiver Ansatz.
Plattform-Export ohne Konfiguration. Vellum kennt die spezifischen Anforderungen von Amazon KDP, Apple Books, Kobo, B&N und IngramSpark. Du wählst beim Export einfach das Zielportal, Vellum erzeugt automatisch die richtige Datei (KFX für Kindle, EPUB für Apple, PDF/X-1a für IngramSpark). Das spart die nervigste Stunde im Indie-Publishing-Workflow.
Stabilität und Reife. Vellum gibt es seit 2014. Die Software ist ausgereift, abstürze sind selten, der Import erkennt Word-Manuskripte verlässlich. In einer Welt aus Beta-Tools und ständigen UI-Umbauten ist diese Konstanz für Profis ein echter Vorteil.
Schwächen ehrlich betrachtet
Mac-Pflicht ist der größte Bruch. Wer auf Windows arbeitet — und das ist immer noch die Mehrheit der Indie-Autoren weltweit — kann Vellum schlicht nicht nutzen. Auch eine virtuelle Mac-Umgebung ist lizenzrechtlich heikel. Wer plattformübergreifend arbeiten will (Manuskript am Windows-PC, Produktion am Mac eines Kollegen), stößt an klare Grenzen.
Keine KI-Funktionen — und das wird zum Nachteil. Vellum hat 2025 und 2026 keine spürbaren KI-Funktionen integriert. Es gibt kein Lektorats-Plug-in, keine KI-gestützte Coverbild-Generierung, keine automatische Klappentext-Erstellung, keine Übersetzungshilfe. Wettbewerber bauen all das in ihre Workflows ein. Für reines Layout ist das egal, aber wer einen modernen Self-Publishing-Workflow von Schreiben über Lektorat bis Cover in einem Tool will, bekommt das hier nicht.
Komplexe Layouts sind eine Grenze. Wissenschaftliche Bücher mit Fußnoten über mehrere Seiten, Tabellen mit Berechnungen, Bibliographien nach Stilrichtlinien (APA, Chicago) oder mehrspaltige Layouts sind nicht das Feld von Vellum. Wer so etwas braucht, landet bei InDesign oder LaTeX. Vellum ist Belletristik und einfaches Sachbuch — innerhalb dieses Rahmens exzellent, außerhalb davon ungeeignet.
Barrierefreiheit nicht eingebaut. Mit dem BFSG (Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, gültig seit Juni 2025) müssen E-Books in Deutschland barrierefrei sein. Vellum erzeugt zwar valides EPUB 3 mit semantischer Struktur, hat aber keine eingebaute Konformitätsprüfung für WCAG oder den ACE-by-DAISY-Standard. Wer rechtskonform vertreiben muss, prüft das Ergebnis manuell mit externen Tools — ein zusätzlicher Schritt.
Keine Team-Funktion. Vellum ist ein Single-User-Tool. Mehrere Autoren oder Lektoren können nicht gleichzeitig an einem Buch arbeiten. Wer als Verlag fünf Lektoren parallel beschäftigt, braucht andere Workflows. Pressbooks oder Reedsy laufen im Browser und sind hier deutlich überlegen.
Englischsprachige Oberfläche, keine Übersetzung. Vellum gibt es nur auf Englisch. Die Bedienung ist zwar selbsterklärend, aber die Stile haben englische Namen, das Vor- und Nachmaterial enthält englische Standardtexte (Acknowledgments, About the Author), die für deutsche Bücher manuell überarbeitet werden müssen. Kein Killer, aber spürbar.
Datenexport an US-Server bei macOS-Sync. Wer iCloud nutzt, um die Vellum-Dokumente zu synchronisieren, schickt seine Manuskripte an Apple-Server in den USA. Für DSGVO-sensible Inhalte (z. B. unveröffentlichte Mandanten-Memoiren bei Ghostwritern) ist das relevant. Die Software selbst arbeitet lokal — der Datenfluss entsteht nur durch macOS-Sync-Optionen.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Auf Windows oder Linux arbeitest | |
| Im Team im Browser kollaborieren willst | |
| Den Schreibprozess (nicht nur Layout) abdecken willst | |
| KI-Unterstützung beim Lektorat brauchst |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Reedsy Book Editor (kostenlos, browserbasiert, gut für einzelne Titel), Calibre (Open Source, technisch, eher für E-Book-Konvertierung als Erstproduktion), Sigil (Open Source, manueller EPUB-Editor für Profis), Scrivener (Schreibsoftware mit eingebautem Export — gut für Autoren, die Schreibumgebung und Layout in einem Tool wollen), Kindle Create (kostenlos von Amazon, nur für KDP, eingeschränkter Funktionsumfang) und Affinity Publisher (Profi-Layout, einmaliger Kauf, deutlich mehr Lernkurve). Vellum ist die Komfortlösung im Mac-Universum — wer den Mac nicht hat oder einen modernen Schreib-Layout-Verlag-Workflow in einem Tool will, ist bei Atticus heute oft besser aufgehoben.
So steigst du ein
Schritt 1: Vellum unter vellum.pub herunterladen — kostenlos, keine Registrierung notwendig. Das Programm ist sofort nutzbar; erst beim Export wird die Lizenz benötigt. macOS 13 (Ventura) oder neuer ist Pflicht.
Schritt 2: Manuskript als DOCX importieren. Vellum erkennt Überschriftenebenen automatisch, wenn sie im Word-Dokument mit den eingebauten Stilvorlagen (Heading 1 für Kapitel, Heading 2 für Unterkapitel) formatiert sind. Fließtext, Kapitelzuordnung und Titelei werden direkt nach dem Import angezeigt. Tipp: Vorher das Word-Dokument durch eine Konsistenzprüfung schicken — uneinheitliche Stile sind die Hauptursache für Importfehler.
Schritt 3: Buchstil wählen (oben im Stil-Menü) und im Preview prüfen, wie das Buch auf Kindle, iPad und im Print aussieht. Vor- und Nachmaterial (Impressum, Widmung, Über-den-Autor, Mehr-vom-Autor) hinzufügen. Anschließend Export starten: für EPUB wähle das Zielportal (KDP, Apple, Kobo, IngramSpark), für Print das Trim-Format (z. B. 5×8 Zoll für Romane, 6×9 für Sachbücher). Die Lizenz wird beim ersten Export verlangt — bezahlt wird per Apple-Pay oder Kreditkarte.
Ein konkretes Beispiel
Eine Belletristik-Autorin aus Köln veröffentlicht seit 2021 in Eigenregie historische Romane bei Amazon KDP. Pro Jahr erscheinen drei Titel. Der Workflow: Manuskript in Scrivener schreiben, Export als DOCX, in Vellum importieren. Stil “Heyer” (klassische Belletristik), Coverbild rein, Klappentext im Backmatter, fertig. Vom DOCX-Import bis zum finalen EPUB und Print-PDF vergehen rund 45 Minuten pro Titel. Vor Vellum hatte sie pro Buch 480 € an einen externen Setzer bezahlt und 10 Tage Vorlauf eingeplant — also 1.440 € und einen Monat Wartezeit pro Jahr. Mit der einmaligen Vellum-Press-Lizenz (249,99 USD, rund 230 €) war die Investition nach dem ersten Titel refinanziert. Zeitersparnis pro Titel: 9 Tage. Kostenersparnis im ersten Jahr: rund 1.200 €. Die Autorin nutzt zusätzlich ChatGPT für Klappentexte und Reedsy für Coverdesign — den Layout-Schritt selbst will sie aber nicht mehr abgeben.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Vellum ist eine lokal installierte macOS-Anwendung. Die Manuskripte liegen ausschließlich auf deinem Mac — kein Cloud-Sync durch Vellum selbst.
- iCloud-Synchronisation: Wer die Vellum-Dateien per iCloud zwischen mehreren Macs synchronisiert, schickt die Manuskripte an Apple-Server in den USA. Apple bietet zwar EU-Speicherung an, die Hoheit liegt aber bei Apple.
- Lizenz-Aktivierung: Beim Kauf wird die Lizenz mit der Apple-ID verknüpft. Vellum-Hersteller 180g sammelt minimal Telemetriedaten (App-Version, Absturzberichte). Eine Auftragsverarbeitungsvereinbarung (AVV) wird nicht angeboten — Vellum ist als Privat-Software für Indie-Autoren positioniert, nicht für Enterprise.
- Empfehlung für Unternehmen: Für Verlage mit besonderem Datenschutzbedarf (Ghostwriting, vertrauliche Memoiren, Manuskripte unter NDA) empfiehlt sich der Verzicht auf iCloud-Sync und stattdessen lokale Time-Machine-Backups oder verschlüsselter Speicher auf eigenen Servern.
- Kein KI-Training: Da keine KI-Funktionen vorhanden sind, gibt es auch keine Datenweitergabe an KI-Trainings-Pipelines. Das ist im Vergleich zu KI-getriebenen Wettbewerbern wie Atticus ein nennenswerter Vorteil.
Gut kombiniert mit
ChatGPT — übernimmt Klappentext, Marketing-Texte, Metadaten-Beschreibungen und Ideen für das Vor- und Nachmaterial. Vellum macht das Layout, ChatGPT die Verpackung — eine bewährte Kombination im Indie-Publishing.Claude — für inhaltliches Lektorat: Stilprüfung, Konsistenzcheck über lange Manuskripte, Vorschläge zur Straffung. Claude punktet bei deutschen Texten mit natürlicherem Tonfall als die meisten Alternativen.- Scrivener — die klassische Schreibumgebung für Romane und längere Werke. Scrivener-Projekte lassen sich direkt als DOCX exportieren und in Vellum importieren. Wer beide Tools nutzt, hat einen sauberen Workflow von der ersten Idee bis zum finalen EPUB.
Unser Testurteil
Vellum verdient 3 von 5 Sternen. Für das, was es macht — professionelles Buchlayout für Indie-Autoren auf dem Mac — ist es nach wie vor eines der besten Werkzeuge am Markt. Die Bedienung ist intuitiv, die Stile sind hochwertig, das Ergebnis sieht aus wie aus dem Verlag, und der Einmalkauf mit lebenslangen Updates ist ein faires Geschäftsmodell. Was die volle Sternzahl kostet, sind drei spürbare Lücken: Erstens die Mac-Pflicht, die einen Großteil potenzieller Nutzer ausschließt. Zweitens das vollständige Fehlen von KI-Funktionen in einer Zeit, in der Wettbewerber wie Atticus zunehmend KI-Lektorat, KI-Cover und KI-Marketing integrieren. Drittens die fehlende Eignung für Team-Workflows und komplexe Layouts. Vellum bleibt Pflicht für Mac-Autoren mit klassischen Buchprojekten — wer aber heute neu einsteigt und einen modernen, plattformübergreifenden, KI-unterstützten Workflow sucht, sollte Atticus zumindest parallel evaluieren.
Was wir bemerkt haben
- Mai 2026 — Vellum hat weiterhin keine KI-Funktionen integriert. Während die gesamte Self-Publishing-Welt — von Atticus über Reedsy bis Sudowrite — verstärkt KI-Features einbaut (Lektorat, Cover-Generierung, Übersetzung), bleibt Vellum bei dem klassischen Buchsatz-Ansatz. Das ist konsistent, aber wird zunehmend zum Wettbewerbsnachteil.
- 2023 — Vellum wurde vom Gründer-Duo Brad West und Brad Andalman an die Holding 180g übergeben, die seither die Weiterentwicklung verantwortet. Updates kommen weiterhin regelmäßig, das Produkt ist nicht verwaist — aber die Entwicklungsgeschwindigkeit ist seither moderat geblieben.
- 2025 — macOS 13 Ventura wurde zur Mindestanforderung. Wer noch macOS 12 oder älter nutzt, kann keine aktuellen Vellum-Versionen mehr installieren. Für Nutzer alter Mac-Modelle (Pre-2017) ist das ein faktisches Ende.
- Juni 2025 — Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) ist in Deutschland in Kraft getreten. E-Books müssen barrierefrei sein. Vellum erzeugt zwar valides EPUB 3 mit semantischer Struktur, hat aber keinen eingebauten WCAG-Check oder ACE-by-DAISY-Test — wer rechtskonform vertreiben will, prüft manuell mit externen Werkzeugen.
- Keine wesentlichen Preisänderungen seit 2017 — Vellum-Ebooks kostet weiterhin 199,99 USD, Vellum-Press 249,99 USD. Das ist in einer Branche mit zunehmenden Abomodellen bemerkenswert und ein echtes Argument für Vielschreiber, die langfristig planen.
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