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Bezahlt Ohne Setup 🇺🇸 US-Server Zuletzt geprüft: 18. Juli 2026

Vellum

180g (Brad West & Brad Andalman)

3/5

Redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen (Anbieterangaben, Preislisten, unabhängige Bewertungsplattformen), kein Hands-on-Produkttest, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben. Die Sternebewertung ist eine Meinung der Redaktion.

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Vellum ist ein macOS-exklusives Buchsatz-Programm für Indie-Autoren und kleine Verlage. Es erzeugt aus einem importierten DOCX-Manuskript professionell formatierte EPUB-Dateien und druckfertige PDFs für alle gängigen Distributionsplattformen (Amazon KDP, IngramSpark, Apple Books). Die Bedienung ist intuitiv, das Ergebnis visuell hochwertig, die Software ist allerdings ohne KI-Funktionen, läuft ausschließlich auf Mac und kostet einmalig deutlich mehr als KI-getriebene Wettbewerber wie Atticus.

Kosten: Vellum Ebooks 199,99 USD (unbegrenzte EPUBs), Vellum Press 249,99 USD (EPUB + Print-PDF); einmalige Zahlung statt Abo

Kategorien

Stärken

  • Sehr einfache Bedienung ohne technisches Vorwissen oder InDesign-Kenntnisse
  • Professionelle vorgefertigte Buchstile mit konsistentem typografischem Ergebnis
  • Einmalige Zahlung statt Abo, keine laufenden Kosten
  • Direkt-Export für Kindle, Kobo, Apple Books und weitere Portale sowie druckfertige Paperbacks
  • Schnelle Iteration: Layout-Änderungen werden live im Preview-Fenster sichtbar
  • EPUB-2/3-Validierung und PDF/X-1a für professionellen Druck eingebaut
  • ACE-geprüfte, barrierefreie EPUB-Ausgabe (relevant für das BFSG)

Einschränkungen

  • Nur macOS 13+, kein Windows, kein Linux, keine Browser-Version
  • Keine KI-Funktionen (kein Lektorat, kein Cover-Generator, keine Übersetzung)
  • Komplexe Layouts (Tabellen, Fußnoten, mehrspaltige Inhalte) nur begrenzt unterstützt
  • Kein eigener Cloud-Sync, Dateien liegen lokal (geräteübergreifend nur über iCloud oder Dateidienste)
  • Keine Teamkollaboration oder Mehrbenutzer-Funktion
  • Weniger geeignet für wissenschaftliche Fachbücher mit komplexem Satzanspruch
  • Keine deutsche Benutzeroberfläche, englischsprachige App

Passt gut zu

Romane, Sachbücher und Ratgeber mit einfachem bis mittlerem Layout Verlage oder Autoren, die wiederholt Titel für EPUB und Print produzieren Mac-Nutzer, die professionelle Ergebnisse ohne InDesign-Kenntnisse wollen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du arbeitest auf einem Mac und produzierst regelmäßig Belletristik oder Sachbücher
  • Du willst keine Abogebühren und keine laufenden Kosten
  • Du brauchst ein verlässlich druckfertiges Ergebnis ohne Setzer-Honorar
  • Du bist Indie-Autor und veröffentlichst auf KDP, Apple Books oder IngramSpark

Wann nein

  • Du arbeitest mit Windows oder Linux, Vellum läuft dort nicht
  • Du erwartest KI-Unterstützung beim Schreiben, Lektorieren oder Cover-Design
  • Du brauchst ein wissenschaftliches Layout mit Fußnoten, Tabellen, Bibliographien
  • Dein Team arbeitet kollaborativ am selben Buch in Echtzeit

Kurzfazit

Vellum ist seit über einem Jahrzehnt die Komfort-Lösung für Indie-Autoren auf dem Mac: Manuskript rein, professionelles EPUB und druckfertiges PDF raus, ohne Setzer, ohne InDesign-Kurse. Wer auf macOS arbeitet und regelmäßig Bücher veröffentlicht, bekommt für eine einmalige Zahlung von 199 oder 249 USD ein verlässliches Werkzeug ohne laufende Kosten. Vellum hat allerdings einen klaren blinden Fleck: Es ist kein KI-Tool. Während Wettbewerber wie Atticus zunehmend KI-Lektorat, KI-Cover und plattformübergreifende Kollaboration integrieren, bleibt Vellum bei dem, was es immer war, ein hochwertiger, aber klassischer Buchsatz. Drei Sterne, weil Vellum seine eigene Disziplin perfekt beherrscht, aber die Mac-Pflicht und der KI-Rückstand mittelfristig ins Gewicht fallen.

Für wen ist Vellum?

Indie-Autoren auf dem Mac: Wer Romane, Ratgeber oder Sachbücher in Eigenregie veröffentlicht, bekommt mit Vellum das Standardwerkzeug der Self-Publishing-Szene. Manuskript als DOCX importieren, einen der vorgefertigten Stile wählen, exportieren, fertig. Kein Setzer, kein Honorar, keine Wartezeit. Für Autoren mit mehreren Titeln pro Jahr amortisiert sich der Kaufpreis nach dem ersten oder zweiten Buch.

Kleinverlage mit überschaubarem Titelvolumen: Verlage mit 10 bis 50 Titeln pro Jahr nutzen Vellum als Inhouse-Produktion. Die Buchstile sorgen für ein konsistentes Verlagsbild, ohne dass jeder Titel einzeln gesetzt werden muss. Wer bisher pro Titel 400–600 € an externe Setzer bezahlt hat, refinanziert die Lizenz in Tagen.

Ratgeber- und Sachbuchautoren: Vellum unterstützt Kapitelnummerierung, Zitate, Bilder, Listen und einfache Tabellen sauber. Für Sachbücher mit klassischem Aufbau (Vorwort, Kapitel, Über-den-Autor, Stichwortverzeichnis) ist das mehr als ausreichend.

Lektoren und Buchcoaches: Wer Autoren beim Self-Publishing begleitet und die Ergebnisse am Ende auch produzieren will, hat mit Vellum ein Werkzeug, das den Übergang vom Manuskript zur fertigen Datei in Minuten erledigt. Geeignet auch für reine Layout-Dienstleistung im Pauschalpreis.

Weniger geeignet für: Windows- und Linux-Nutzer (Vellum läuft nur auf macOS 13+), Wissenschaftler mit komplexen Layouts (Fußnoten, Endnoten, Bibliographien, Tabellen über mehrere Seiten), Autoren, die KI-Unterstützung beim Schreiben oder Lektorieren erwarten, sowie Verlagsteams, die im Browser gemeinsam an einem Titel arbeiten wollen, dafür ist Atticus oder Pressbooks besser geeignet.

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
Vellum Ebooks199,99 USD einmaligUnbegrenzte EPUB-Erstellung, alle Buchstile, EPUB-3-Validierung, Vor- und Nachmaterial, Apple-Books-/Kindle-Export
Vellum Press249,99 USD einmaligAlles aus Ebooks + unbegrenzte Paperbacks als druckfertige PDF/X-1a, 24 Druckformate plus Großdruck
Probebetrieb0 USDKostenlose Nutzung ohne Lizenz: Buch komplett aufbauen und Preview ansehen, der Export ist gesperrt, bis die Lizenz gekauft wird

Einordnung: Vellum gehört zu den teuersten Werkzeugen seiner Klasse, was den Einstiegspreis betrifft, aber es ist eine einmalige Zahlung statt eines Abos. Über mehrere Jahre gerechnet kann sich das gegenüber Jahresabos konkurrierender Layout-Tools auszahlen, wer nur ein einziges Buch produziert, zahlt dagegen vergleichsweise viel im Voraus. Für Vielschreiber, die mehrere Bücher pro Jahr produzieren, ist Vellum Press (249,99 USD) der Sweetspot, die zusätzlichen 50 USD für Print lohnen sich praktisch immer, weil viele Autoren Print später nachschieben. Die kostenlose Probe ist ehrlich gemeint: Du kannst das komplette Buch aufbauen, jeden Stil testen, jede Vorschau ansehen, nur der finale Export verlangt die Lizenz. Das macht die Kaufentscheidung risikolos.

Stärken im Detail

Bedienung ohne Lernkurve. Vellum ist ein klassisch macOS-natives Programm: links die Buchstruktur, rechts die Live-Vorschau, oben die Stilauswahl. Wer schon einmal mit Pages oder Word gearbeitet hat, ist binnen 30 Minuten produktiv. Es gibt kein Plug-in-System, kein Skripting, keine Stylesheets, das engt Profis ein, macht aber den Einstieg radikal einfach.

Buchstile, die wirklich gut aussehen. Vellum bietet rund ein Dutzend professionell gestaltete Stile, von klassischer Belletristik bis modernem Sachbuch. Jeder Stil definiert Schriftart, Initialen, Kapitelköpfe, Trenner und Schmuckelemente. Das Ergebnis sieht nicht nach Eigenproduktion aus, sondern nach Verlagsqualität, und genau dafür wird Vellum in der Indie-Szene seit Jahren empfohlen.

Live-Vorschau für alle Zielgeräte. Während du arbeitest, siehst du parallel die Darstellung auf Kindle, iPad, iPhone und im gedruckten Buch. Jede Änderung wird sofort auf allen Geräten gerendert. Das ist effizienter als die Workflows mit Calibre oder Sigil, wo du nach jeder Änderung neu exportieren und in einem Reader prüfen musst.

Einmalkauf ohne Folgekosten. Vellum gehört zu den letzten Werkzeugen seiner Klasse mit echtem Einmalkauf statt Abo, laufende Gebühren fallen nicht an. Updates hat der Hersteller in der Vergangenheit kostenlos ausgeliefert, eine ausdrückliche Zusage lebenslanger Updates macht er auf den Preisseiten allerdings nicht. In einer Branche, die fast vollständig auf Abomodelle umgestiegen ist, bleibt der Einmalkauf trotzdem ein bemerkenswerter und für Vielnutzer attraktiver Ansatz.

Plattform-Export ohne Konfiguration. Vellum kennt die spezifischen Anforderungen der großen Portale. Du wählst beim Export einfach das Zielformat, Vellum erzeugt automatisch die passende Datei: eine Kindle-taugliche Datei für Amazon, EPUB für Apple Books, Kobo und weitere Shops sowie PDF/X-1a für den Druck. Das spart die nervigste Stunde im Indie-Publishing-Workflow.

Stabilität und Reife. Vellum gibt es seit über einem Jahrzehnt. Die Software ist ausgereift, Abstürze sind selten, der Import erkennt Word-Manuskripte verlässlich. In einer Welt aus Beta-Tools und ständigen UI-Umbauten ist diese Konstanz für Profis ein echter Vorteil.

Schwächen ehrlich betrachtet

Mac-Pflicht ist der größte Bruch. Wer auf Windows arbeitet, und das ist immer noch die Mehrheit der Indie-Autoren weltweit, kann Vellum schlicht nicht nutzen. Auch eine virtuelle Mac-Umgebung ist lizenzrechtlich heikel. Wer plattformübergreifend arbeiten will (Manuskript am Windows-PC, Produktion am Mac eines Kollegen), stößt an klare Grenzen. Atticus läuft auf Windows, Mac, Linux und im Browser und ist deshalb für viele die pragmatischere Wahl.

Keine KI-Funktionen, und das wird zum Nachteil. Vellum hat 2025 und 2026 keine spürbaren KI-Funktionen integriert. Es gibt kein Lektorats-Plug-in, keine KI-gestützte Coverbild-Generierung, keine automatische Klappentext-Erstellung, keine Übersetzungshilfe. Wettbewerber bauen all das in ihre Workflows ein. Für reines Layout ist das egal, aber wer einen modernen Self-Publishing-Workflow von Schreiben über Lektorat bis Cover in einem Tool will, bekommt das hier nicht.

Komplexe Layouts sind eine Grenze. Wissenschaftliche Bücher mit Fußnoten über mehrere Seiten, Tabellen mit Berechnungen, Bibliographien nach Stilrichtlinien (APA, Chicago) oder mehrspaltige Layouts sind nicht das Feld von Vellum. Wer so etwas braucht, landet bei InDesign oder LaTeX. Vellum ist Belletristik und einfaches Sachbuch, innerhalb dieses Rahmens exzellent, außerhalb davon ungeeignet.

Kein eigenes Cloud-Backup und kein Sync. Vellum überträgt laut Datenschutzerklärung keine Buchinhalte an den Anbieter, das ist gut für die Vertraulichkeit, bedeutet aber auch: Es gibt keinen automatischen Cloud-Sync und kein eingebautes Backup. Wer zwischen mehreren Macs arbeitet oder eine Sicherung will, muss selbst über iCloud, Time Machine oder einen Dateidienst dafür sorgen. Für ein Werkzeug dieser Preisklasse ist das spartanisch.

Keine Team-Funktion. Vellum ist ein Single-User-Tool. Mehrere Autoren oder Lektoren können nicht gleichzeitig an einem Buch arbeiten. Wer als Verlag fünf Lektoren parallel beschäftigt, braucht andere Workflows. Pressbooks oder Reedsy laufen im Browser und sind hier deutlich überlegen.

Englischsprachige Oberfläche, keine Übersetzung. Vellum gibt es nur auf Englisch. Die Bedienung ist zwar selbsterklärend, aber die Stile haben englische Namen, das Vor- und Nachmaterial enthält englische Standardtexte (Acknowledgments, About the Author), die für deutsche Bücher manuell überarbeitet werden müssen. Kein Killer, aber spürbar.

Datenexport an US-Server bei macOS-Sync. Wer iCloud nutzt, um die Vellum-Dokumente zu synchronisieren, schickt seine Manuskripte an Apple-Server in den USA. Für DSGVO-sensible Inhalte (z. B. unveröffentlichte Mandanten-Memoiren bei Ghostwritern) ist das relevant. Die Software selbst arbeitet lokal, der Datenfluss entsteht nur durch macOS-Sync-Optionen.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Auf Windows oder Linux arbeitestAtticus
Im Team im Browser kollaborieren willstPressbooks
Den Schreibprozess (nicht nur Layout) abdecken willstAtticus
KI-Unterstützung beim Lektorat brauchstChatGPT oder Claude für Lektorat, Vellum für Layout

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Reedsy Book Editor (kostenlos, browserbasiert, gut für einzelne Titel), Calibre (Open Source, technisch, eher für E-Book-Konvertierung als Erstproduktion), Sigil (Open Source, manueller EPUB-Editor für Profis), Scrivener (Schreibsoftware mit eingebautem Export, gut für Autoren, die Schreibumgebung und Layout in einem Tool wollen), Kindle Create (kostenlos von Amazon, nur für KDP, eingeschränkter Funktionsumfang) und Affinity Publisher (Profi-Layout, einmaliger Kauf, deutlich mehr Lernkurve). Vellum ist die Komfortlösung im Mac-Universum, wer den Mac nicht hat oder einen modernen Schreib-Layout-Verlag-Workflow in einem Tool will, ist bei Atticus heute oft besser aufgehoben.

So steigst du ein

Schritt 1: Vellum unter vellum.pub herunterladen, kostenlos, keine Registrierung notwendig. Das Programm ist sofort nutzbar; erst beim Export wird die Lizenz benötigt. macOS 13 (Ventura) oder neuer ist Pflicht.

Schritt 2: Manuskript als DOCX importieren. Vellum erkennt Überschriftenebenen automatisch, wenn sie im Word-Dokument mit den eingebauten Stilvorlagen (Heading 1 für Kapitel, Heading 2 für Unterkapitel) formatiert sind. Fließtext, Kapitelzuordnung und Titelei werden direkt nach dem Import angezeigt. Tipp: Vorher das Word-Dokument durch eine Konsistenzprüfung schicken, uneinheitliche Stile sind die Hauptursache für Importfehler.

Schritt 3: Buchstil wählen (oben im Stil-Menü) und im Preview prüfen, wie das Buch auf Kindle, iPad und im Print aussieht. Vor- und Nachmaterial (Impressum, Widmung, Über-den-Autor, Mehr-vom-Autor) hinzufügen. Anschließend Export starten: für EPUB wähle das Zielformat (Amazon, Apple Books, Kobo und weitere), für Print eines der 24 Trim-Formate (z. B. 5×8 Zoll für Romane, 6×9 für Sachbücher). Die Lizenz wird beim ersten Export verlangt, bezahlt wird über den Vellum-Store (Zahlungsabwickler Paddle) per Kreditkarte.

Ein konkretes Beispiel

Das folgende Szenario ist ein illustratives Rechenbeispiel, keine dokumentierte Kundengeschichte. Eine Belletristik-Autorin aus Köln veröffentlicht seit 2021 in Eigenregie historische Romane bei Amazon KDP. Pro Jahr erscheinen drei Titel. Der Workflow: Manuskript in Scrivener schreiben, Export als DOCX, in Vellum importieren. Stil “Heyer” (klassische Belletristik), Coverbild rein, Klappentext im Backmatter, fertig. Vom DOCX-Import bis zum finalen EPUB und Print-PDF vergehen rund 45 Minuten pro Titel. Vor Vellum hatte sie pro Buch 480 € an einen externen Setzer bezahlt und 10 Tage Vorlauf eingeplant, also 1.440 € und einen Monat Wartezeit pro Jahr. Mit der einmaligen Vellum-Press-Lizenz (249,99 USD, rund 230 €) war die Investition nach dem ersten Titel refinanziert. Zeitersparnis pro Titel: 9 Tage. Kostenersparnis im ersten Jahr: rund 1.200 €. Die Autorin nutzt zusätzlich ChatGPT für Klappentexte und Reedsy für Coverdesign, den Layout-Schritt selbst will sie aber nicht mehr abgeben.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Vellum ist eine lokal installierte macOS-Anwendung. Laut Datenschutzerklärung überträgt Vellum keine Buchinhalte an den Anbieter, die Manuskripte liegen auf deinem Mac, es gibt keinen Cloud-Sync durch Vellum selbst.
  • iCloud-Synchronisation: Wer die Vellum-Dateien per iCloud zwischen mehreren Macs synchronisiert, schickt die Manuskripte an Apple-Server in den USA. Apple bietet zwar EU-Speicherung an, die Hoheit liegt aber bei Apple.
  • Lizenzkauf und Telemetrie: Kauf und Zahlung laufen über den Vellum-Store (Zahlungsabwickler Paddle), nicht über den Mac App Store. Vellum erhebt anonyme, in den Einstellungen abschaltbare Nutzungsdaten (App-Version, System-Version, Sprache) und nutzt dafür Drittdienste wie PostHog und Sentry. Eine Auftragsverarbeitungsvereinbarung (AVV) bietet der Hersteller nicht an, Vellum ist Consumer-Software für Indie-Autoren, nicht für Enterprise.
  • Empfehlung für Unternehmen: Für Verlage mit besonderem Datenschutzbedarf (Ghostwriting, vertrauliche Memoiren, Manuskripte unter NDA) empfiehlt sich der Verzicht auf iCloud-Sync und stattdessen lokale Time-Machine-Backups oder verschlüsselter Speicher auf eigenen Servern.
  • Kein KI-Training: Da keine KI-Funktionen vorhanden sind, gibt es auch keine Datenweitergabe an KI-Trainings-Pipelines. Das ist im Vergleich zu KI-getriebenen Wettbewerbern wie Atticus ein nennenswerter Vorteil.

Gut kombiniert mit

  • ChatGPT, übernimmt Klappentext, Marketing-Texte, Metadaten-Beschreibungen und Ideen für das Vor- und Nachmaterial. Vellum macht das Layout, ChatGPT die Verpackung, eine bewährte Kombination im Indie-Publishing.
  • Claude, für inhaltliches Lektorat: Stilprüfung, Konsistenzcheck über lange Manuskripte, Vorschläge zur Straffung. Claude punktet bei deutschen Texten mit natürlicherem Tonfall als die meisten Alternativen.
  • Scrivener, die klassische Schreibumgebung für Romane und längere Werke. Scrivener-Projekte lassen sich direkt als DOCX exportieren und in Vellum importieren. Wer beide Tools nutzt, hat einen sauberen Workflow von der ersten Idee bis zum finalen EPUB.

Unser Fazit

Vellum verdient 3 von 5 Sternen. Für das, was es macht, professionelles Buchlayout für Indie-Autoren auf dem Mac, ist es nach wie vor eines der besten Werkzeuge am Markt. Die Bedienung ist intuitiv, die Stile sind hochwertig, das Ergebnis sieht aus wie aus dem Verlag, und der Einmalkauf statt Abo ist ein faires Geschäftsmodell. Was die volle Sternzahl kostet, sind drei spürbare Lücken: Erstens die Mac-Pflicht, die einen Großteil potenzieller Nutzer ausschließt. Zweitens das vollständige Fehlen von KI-Funktionen in einer Zeit, in der Wettbewerber wie Atticus zunehmend KI-Lektorat, KI-Cover und KI-Marketing integrieren. Drittens die fehlende Eignung für Team-Workflows und komplexe Layouts. Vellum bleibt Pflicht für Mac-Autoren mit klassischen Buchprojekten, wer aber heute neu einsteigt und einen modernen, plattformübergreifenden, KI-unterstützten Workflow sucht, sollte Atticus zumindest parallel evaluieren.

Was wir bemerkt haben

  • Juli 2026, Vellum hat weiterhin keine KI-Funktionen integriert. Während die gesamte Self-Publishing-Welt, von Atticus über Reedsy bis Sudowrite, verstärkt KI-Features einbaut (Lektorat, Cover-Generierung, Übersetzung), bleibt Vellum bei dem klassischen Buchsatz-Ansatz. Das ist konsistent, aber wird zunehmend zum Wettbewerbsnachteil.
  • Juli 2026, Aktuelle Systemvoraussetzung ist macOS 13 (Ventura) oder neuer. Wer noch ein älteres macOS nutzt, kann keine aktuellen Vellum-Versionen mehr installieren, für Besitzer sehr alter Mac-Modelle ist das ein faktisches Ende.
  • Barrierefreiheit ist eingebaut, anders als oft angenommen. Vellum bewirbt die EPUB-Ausgabe ausdrücklich als “ACE-Approved Accessible Output”, die Dateien bestehen also den Accessibility-Checker der DAISY-Foundation. Das kommt der Konformität mit dem BFSG (in Deutschland seit Juni 2025 in Kraft) entgegen, ersetzt aber keine eigene juristische Prüfung.
  • Juli 2026, Die Preise liegen weiterhin bei 199,99 USD (Vellum Ebooks) und 249,99 USD (Vellum Press), verkauft als Einmalkauf statt Abo. Das ist in einer Branche mit zunehmenden Abomodellen bemerkenswert und ein Argument für Vielschreiber, die langfristig planen.

Quellen

  1. Vellum – Offizielle Website. https://vellum.pub (abgerufen am 2026-07-18). Einmalkauf statt Abo; macOS 13 oder neuer erforderlich; EPUB-2/3-Validierung und PDF/X-1a-Druckausgabe; 24 Trim-Größen plus Großdruck; ACE-geprüfte, barrierefreie EPUB-Ausgabe; Export für Kindle, Kobo, Apple Books und weitere; kostenloser Download mit voller Vorschau, Export erst nach Lizenzkauf..
  2. Vellum – Store (Preise). https://store.vellum.pub/ (abgerufen am 2026-07-18). Vellum Ebooks 199,99 USD (unbegrenzte EPUB-Erstellung), Vellum Press 249,99 USD (unbegrenzte EPUBs plus Paperbacks)..
  3. Vellum – Datenschutzerklärung. https://vellum.pub/privacy/ (abgerufen am 2026-07-18). Vellum überträgt keine Buchinhalte an den Anbieter; anonyme, abschaltbare Nutzungsstatistik (App-Version, System-Version, Sprache); Drittdienste PostHog, Sentry, Paddle (Zahlung), GoSquared, Campaign Monitor..

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