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pandapower

Fraunhofer IEE / Universität Kassel

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Open-Source-Python-Bibliothek für Lastfluss-, Kurzschluss- und Optimal-Power-Flow-Berechnungen in Verteil- und Übertragungsnetzen. Entwickelt am Fraunhofer IEE und der Universität Kassel, direkt kombinierbar mit NumPy, pandas, scikit-learn und PyTorch, die Grundlage für KI-gestützte Netzanalysen, ML-Modelle zur Lastvorhersage und automatisierte Netzplanung. Aktuelle Version 3.4.0 (Februar 2026), 1.200+ GitHub-Stars.

Kosten: Kostenlos, Open-Source, BSD-Lizenz. Kommerzielle Supportverträge über Fraunhofer IEE auf Anfrage; Schulungen über die Universität Kassel und externe Anbieter verfügbar.

Kategorien

Stärken

  • Nahtlose Integration mit wissenschaftlichen Python-Bibliotheken (NumPy, pandas, scikit-learn, PyTorch)
  • AC- und DC-Lastfluss, Kurzschluss nach VDE 0102/IEC 60909, Optimal Power Flow, State Estimation
  • Solver-Auswahl: Newton-Raphson, PYPOWER, PowerGridModel, lightsim2grid, PowerModels.jl
  • CIM-Import (IEC 61970) für CIM-konforme Netzmodelle von Netzbetreibern
  • Große aktive Community: 1.200+ GitHub-Stars, 52 Releases, kontinuierliche Weiterentwicklung
  • Fraunhofer IEE-Ursprung: enge Verbindung zu deutschen Netzforschungsprojekten
  • BSD-Lizenz: kommerziell nutzbar ohne Einschränkungen
  • Mitgelieferte Beispielnetze (z. B. MV Oberrhein) für schnelle Einstiegstests

Einschränkungen

  • Keine grafische Oberfläche, reine Python-/Kommandozeilen-Umgebung
  • Für sehr große Übertragungsnetze (>10.000 Knoten) langsamer als kommerzielle Tools wie DIgSILENT PowerFactory
  • EMT-Simulation (elektromagnetische Transienten) nicht unterstützt
  • Kein professioneller Support ohne Fraunhofer-Vertrag, Community-Support über GitHub Issues
  • Pandapower selbst ist keine KI-Bibliothek, KI-Workflows musst du mit scikit-learn/PyTorch selbst aufbauen
  • Dokumentation auf Englisch; deutsche Tutorials nur vereinzelt im Community-Bereich

Passt gut zu

Forschungsprojekte, die Lastfluss-Berechnungen mit Machine Learning kombinieren DSO und Planungsbüros, die Python-basierte Automatisierung ohne Lizenzkosten bevorzugen Verteilnetzanalysen mit bis zu ~5.000 Knoten Pilotstudien für KI-gestützte Netzengpass- und Zustandsanalysen Universitäre Lehre in Elektrotechnik und Energietechnik

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du programmierst in Python und willst Netzberechnung mit ML-Modellen verbinden
  • Du arbeitest in Forschung, Lehre oder bei einem DSO mit Eigenentwicklungs-Kompetenz
  • Du brauchst eine quelloffene Alternative zu DIgSILENT, NEPLAN oder PowerFactory
  • Du willst Tausende Lastflussszenarien automatisiert durchrechnen

Wann nein

  • Du brauchst eine grafische Oberfläche zum Klicken und Zeichnen von Netzen
  • Du analysierst Übertragungsnetze mit >10.000 Knoten und brauchst maximale Performance
  • Du benötigst zertifizierten Support mit SLA für regulatorische Berichte
  • Du brauchst EMT-Simulationen für Schutzkonzepte oder Power-Electronics-Studien

Kurzfazit

pandapower ist der Defacto-Standard für Python-basierte Netzberechnung im deutschen und internationalen Energieumfeld. Entwickelt von Fraunhofer IEE und der Universität Kassel, BSD-lizenziert, frei verfügbar, und mit einer Architektur, die nahtlos in den Python-Data-Science-Stack (NumPy, pandas, scikit-learn, PyTorch) eingebettet ist. Das macht pandapower zur Plattform der Wahl, wenn du Lastflussberechnungen mit Machine Learning kombinieren willst, etwa für Lastvorhersagen, Netzengpasserkennung oder die automatisierte Netzplanung im Kontext der Energiewende. Wichtig zu wissen: pandapower selbst ist keine KI-Bibliothek, sondern ein numerisches Berechnungswerkzeug. Den KI-Layer baust du selbst mit scikit-learn oder PyTorch obendrauf, pandapower liefert die Trainingsdaten und das physikalische Modell. Für reine Klick-Anwender und sehr große Übertragungsnetze ist es das falsche Werkzeug; für Python-affine Netzplaner und Forschung der Goldstandard.

Für wen ist pandapower?

Energieforschung und Hochschulen: pandapower ist in akademischer Lehre und Forschung im deutschsprachigen Raum praktisch allgegenwärtig. Die enge Verbindung zu Fraunhofer-IEE-Projekten, die kostenfreie Verfügbarkeit und die saubere Python-Integration machen das Tool zum Standard für Studierende, Doktoranden und Forschungsteams. Wer in einem deutschen Netzforschungsprojekt arbeitet, kommt an pandapower kaum vorbei.

Verteilnetzbetreiber (DSO) mit Eigenentwicklung: Stadtwerke und regionale Netzbetreiber, die eine eigene Data-Science-Truppe haben und KI-gestützte Planungsprozesse aufbauen wollen, finden in pandapower die ideale Berechnungsbasis. Tausende Szenarien automatisiert durchrechnen, Ergebnisse als ML-Trainingsdaten nutzen, Netzplanung systematisch optimieren, alles ohne Lizenzkosten und ohne Vendor Lock-in.

Planungsbüros und Ingenieurdienstleister: Wer in größerem Umfang Verteilnetzplanungen für mehrere Kunden macht und Python-Automation aufbauen will, spart mit pandapower DIgSILENT- oder NEPLAN-Lizenzkosten. Die Eigenentwicklung von Workflows ist Aufwand, amortisiert sich aber bei vielen ähnlichen Projekten.

Software-Entwickler im Energie-Startup-Umfeld: Wer ein neues Produkt im Bereich Netzanalyse, Sektorenkopplung, virtuelle Kraftwerke oder smarte Quartierslösungen baut, kann pandapower als physikalisches Berechnungs-Backend einbetten, ohne kommerzielle Lizenzhürden für die Markteinführung.

Weniger geeignet für: Klick-Anwender ohne Python-Kenntnisse (keine GUI vorhanden), große Übertragungsnetzbetreiber wie TenneT oder 50Hertz mit >10.000-Knoten-Modellen (hier sind kommerzielle Tools deutlich performanter), regulatorische Berichte mit Zertifizierungspflicht (Open Source ohne SLA passt nicht zur Audit-Logik), und EMT-Studien für Schutzkonzepte (pandapower deckt RMS-Berechnungen ab, nicht elektromagnetische Transienten).

Preise im Detail

VariantePreisWas du bekommst
pandapower (BSD)KostenlosVollständige Bibliothek, alle Berechnungstypen, kommerziell nutzbar ohne Einschränkungen
Community-SupportKostenlosGitHub Issues, Diskussionsforum, ReadTheDocs-Dokumentation
Fraunhofer IEE BeratungAuf Anfrage, projektbasiertImplementierungsbegleitung, Custom-Erweiterungen, Studien, typisch Tagessätze ab 1.200 €
Schulungen800–2.500 € pro Tag/PersonUniversität Kassel und externe Anbieter, deutsch- und englischsprachig
Kommerzielle SupportverträgeIndividuell verhandeltSLA-basierter Support, Priority Bug Fixes, Custom Features

Einordnung: Die Software selbst ist kostenlos, das ist der Hauptpunkt. Wer DIgSILENT PowerFactory oder NEPLAN kennt, weiß, dass Lizenzkosten dort schnell im fünf- bis sechsstelligen Bereich pro Jahr liegen. pandapower spart diese Kosten vollständig ein, dafür musst du eigene Python-Kompetenz aufbauen (oder einkaufen) und für Support entweder die Community oder einen kommerziellen Vertrag nutzen. Für Forschungsprojekte und akademisches Umfeld sind die Kostenstrukturen ideal. Für DSO mit professionellen Anforderungen lohnt sich ein Fraunhofer-IEE-Supportvertrag, um nicht allein auf Community-Hilfe angewiesen zu sein.

Stärken im Detail

Nahtlose Python-Data-Science-Integration. Der eigentliche Wert von pandapower liegt in der Architektur: Netze werden als pandas-DataFrames repräsentiert, Ergebnisse als pandas-DataFrames zurückgegeben. Das macht jeden Schritt vor und nach der Berechnung mit NumPy, scikit-learn, PyTorch oder TensorFlow trivial verknüpfbar. Wer ein ML-Modell für Lastvorhersagen oder Anomaliedetektion bauen will, hat in pandapower die ideale Berechnungsbasis, keine Datenexport-Imports-Brüche, keine CSV-Hin-und-Her.

Vollständige Berechnungspalette. AC- und DC-Lastfluss, Kurzschlussberechnung nach VDE 0102 / IEC 60909, Optimal Power Flow (OPF), State Estimation, harmonische Lastflussberechnung, die Funktionspalette deckt die Standardaufgaben der Netzberechnung sauber ab. Für Verteil- und mittelgroße Übertragungsnetze ist pandapower vollwertig einsatzfähig.

Solver-Auswahl mit Performance-Optionen. Standardmäßig Newton-Raphson, aber auch Anbindungen an PYPOWER, PowerGridModel (sehr schneller C++-Solver), lightsim2grid (PyTorch-kompatibler Solver für ML-Workflows) und PowerModels.jl (Julia-basiert für OPF). Das macht pandapower flexibel skalierbar, von kleinen Beispielnetzen bis zu größeren Verteilnetzen.

CIM-Import nach IEC 61970. Netzmodelle aus DIgSILENT PowerFactory, NEPLAN oder ENTSO-E-Datenbanken können im CIM-Format eingelesen werden, ein wichtiger Brückenpunkt, weil viele Netzbetreiber ihre offiziellen Modelle in CIM pflegen. Das vereinfacht den Wechsel oder die parallele Nutzung mit kommerziellen Tools deutlich.

Aktive Community und Fraunhofer-Backing. 1.200+ GitHub-Stars, 52 Releases, kontinuierliche Weiterentwicklung, das ist für ein nischiges Energie-Berechnungswerkzeug außergewöhnlich viel Aktivität. Die institutionelle Verankerung am Fraunhofer IEE garantiert langfristige Weiterentwicklung; eine Insolvenz oder Einstellung ist nicht zu befürchten.

BSD-Lizenz für kommerzielle Nutzung. Anders als GPL-lizenzierte Alternativen kannst du pandapower in proprietäre Software einbetten, ohne deinen eigenen Code offenlegen zu müssen. Für Startups und kommerzielle Produktentwicklungen ein entscheidender Vorteil.

Mitgelieferte realistische Testnetze. Mit pp.networks.mv_oberrhein() bekommst du ein reales Mittelspannungsnetz aus Baden-Württemberg als Beispiel, perfekt für erste Tests, Schulungen und Benchmarks. Weitere Beispiele decken IEEE-Standardnetze und CIGRE-Referenzen ab.

Schwächen ehrlich betrachtet

Keine grafische Benutzeroberfläche. Das ist der wichtigste Pferdefuß: pandapower hat keinen visuellen Netzeditor. Netze werden über Python-Code aufgebaut oder aus CIM/CSV-Dateien importiert. Wer gewohnt ist, Netze in PowerFactory grafisch zu zeichnen, muss umdenken. Visualisierungen (Topologie, Spannungsprofile) sind über matplotlib oder plotly machbar, aber nicht so komfortabel wie in kommerziellen GUI-Tools.

Performance-Grenzen bei sehr großen Netzen. Für Verteilnetze bis ca. 5.000 Knoten ist pandapower problemlos performant. Bei sehr großen Übertragungsnetzen (>10.000 Knoten) wird die Newton-Raphson-Berechnung langsam, kommerzielle Tools mit hochoptimierten Solvern (PowerFactory, NEPLAN) sind dann spürbar schneller. Mit PowerGridModel oder lightsim2grid als alternative Solver lässt sich das teilweise kompensieren.

Keine EMT-Simulation. pandapower deckt RMS-Lastfluss und Kurzschluss ab, aber keine elektromagnetischen Transienten (EMT). Für Schutzkonzept-Studien, Power-Electronics-Analysen oder Resonanzuntersuchungen brauchst du andere Werkzeuge (PSCAD, EMTP-RV, oder im Open-Source-Bereich z. B. OpenIPSL).

Kein professioneller Support ohne Vertrag. Wer ein produktionskritisches Problem hat, ist auf GitHub Issues und Community-Forum angewiesen, Antworten kommen typischerweise innerhalb von Tagen, aber ohne SLA. Für regulatorisch kritische Anwendungen ist das eine echte Hürde. Fraunhofer IEE bietet kommerzielle Verträge, das kostet aber wieder Geld.

KI ist nicht eingebaut. Wenn du erwartest, dass pandapower selbst ML-gestützte Lastvorhersagen oder Anomaliedetektion mitbringt, das tut es nicht. Pandapower ist die physikalische Berechnungsbasis, auf der du KI-Modelle aufbauen kannst. Den ML-Layer (scikit-learn, PyTorch, eigene Modelle) musst du selbst implementieren. Für Python-affine Teams kein Problem, für Klick-Anwender aber ein klares Limit.

Dokumentation auf Englisch. Trotz deutscher Herkunft ist die offizielle Dokumentation überwiegend englisch. Für Forschung und internationale Zusammenarbeit unproblematisch, für deutsche Praktiker ohne starkes Englisch eine Hürde. Deutsche Tutorials existieren vereinzelt in der Community, aber sind nicht offiziell.

Steile Lernkurve für Nicht-Programmierer. Wer Python noch nicht beherrscht, hat einen doppelten Lernpfad: Python-Grundlagen plus pandapower-Spezifika. Für klassische Netzplaner ohne Programmierhintergrund ist das ein realer Aufwand, typisch 2 bis 4 Wochen, bis produktiv gearbeitet werden kann.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
KI-MRO und Ersatzteilmanagement brauchstSparetech
CAQ-Software für industrielle Qualitätssicherung suchstBabtecQ
KI-Recherche mit transparenten Quellen brauchstPerplexity

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: DIgSILENT PowerFactory (kommerzieller Marktführer mit GUI, sehr leistungsfähig, hohe Lizenzkosten), NEPLAN (Schweizer Wettbewerber, ähnliche Klasse), PSS®E von Siemens (klassisches Tool für Übertragungsnetzbetreiber), MATPOWER (MATLAB-basiert, akademischer Klassiker), PYPOWER (Python-Portierung von MATPOWER, in pandapower als Solver integriert), PowerGridModel (Hochleistungs-C++-Solver, in pandapower nutzbar), lightsim2grid (PyTorch-kompatibler Solver, ideal für ML-Workflows), OpenIPSL (Modelica-basierte Open-Source-Alternative). pandapower bleibt im Python-Ökosystem die Defacto-Wahl für Netzberechnung, vor allem dann, wenn KI- oder ML-Workflows der eigentliche Zielzustand sind. Wer maximale GUI-Komfort und Übertragungsnetz-Performance braucht, evaluiert PowerFactory parallel.

So steigst du ein

Schritt 1: Richte eine virtuelle Python-Umgebung ein (conda oder venv) und installiere pandapower per pip install pandapower. Ergänze NumPy, pandas, matplotlib und Jupyter Notebook, das ist die Standardbasis. Für ML-Workflows zusätzlich scikit-learn oder PyTorch.

Schritt 2: Lade ein Beispielnetz aus der mitgelieferten Bibliothek: import pandapower as pp; net = pp.networks.mv_oberrhein() lädt ein reales Mittelspannungsnetz. Führe pp.runpp(net) für deinen ersten Lastfluss aus und inspiziere die Ergebnisse: net.res_bus zeigt Spannungen, net.res_line zeigt Auslastungen. Vergleiche das mit bekannten Referenzwerten aus eurem bestehenden Berechnungstool, das schafft Vertrauen.

Schritt 3: Importiere euer eigenes Netz. Wenn ihr ein CIM-Modell habt (IEC 61970), nutze pp.from_cim(). Aus DIgSILENT PowerFactory kannst du per CIM-Export einen Bypass bauen. Aus eigenen Datenbanken (z. B. SAP IS-U mit Netzmodell) baust du das pandapower-Netz programmatisch auf, eine Investition, die sich für Automatisierung lohnt.

Schritt 4: Kombiniere mit ML-Workflows. Lade historische SCADA-Zeitreihen, simuliere Tausende Lastflussszenarien parallel, exportiere die Ergebnisse als DataFrame und trainiere ML-Modelle (etwa Gradient Boosting für Engpass-Vorhersagen oder Neural Networks für State-Estimation-Beschleunigung). Hier entfaltet pandapower seinen wirklichen Mehrwert gegenüber klassischen GUI-Tools.

Ein konkretes Beispiel

Ein Verteilnetzbetreiber in Norddeutschland (rund 80.000 Netzkunden, MS- und NS-Netze) will verstehen, welche Kombinationen aus PV-Einspeisung und Wärmepumpenlasten regelmäßig zu Überlastungen auf einer 20-kV-Stichleitung führen. Mit pandapower werden 8.760 historische Stundenwerte (ein Jahr SCADA-Daten) als Lastflussszenarien durchgerechnet, rund 15 Minuten Rechenzeit auf einem Standard-Laptop. Das Ergebnis: ein pandas-DataFrame mit 8.760 Zeilen und Betriebsmittel-Auslastungen pro Stunde, der direkt als Trainingsdatensatz für ein Gradient-Boosting-Modell genutzt wird. Das Modell identifiziert, dass Überlastungen fast ausschließlich dann auftreten, wenn PV-Einspeisung >60 % der Nennkapazität und gleichzeitig mehr als 40 % der Wärmepumpen im Speichermodus laden, ein Muster, das manuelle Lastflussrechnungen nie explizit abgedeckt hätten. Auf Basis dieser Erkenntnis wird ein flexibles Lastmanagement für die Wärmepumpen-Kunden im Quartier ausgerollt, Netzausbau-Investitionen in Millionenhöhe wurden vermieden. Mit klassischen GUI-Tools wäre eine solche Studie aufgrund der manuellen Klick-Arbeit pro Szenario praktisch nicht durchführbar gewesen.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: pandapower läuft lokal auf deinem Rechner oder eigenen Servern, es gibt keinen Cloud-Service, keine externe Datenverarbeitung. Damit ist die DSGVO-Bewertung trivial: Du verarbeitest die Daten dort, wo dein Code läuft.
  • Datenquellen: Wenn du Beispielnetze nutzt, sind das öffentliche Forschungsdaten. Eigene Netzdaten verlassen niemals deinen Rechner, pandapower hat keine “Phone-Home”-Funktion.
  • ML-Workflows mit externen APIs: Wenn du pandapower-Ergebnisse an externe ML-Services schickst (etwa Cloud-LLMs oder gemietete GPU-Cluster), gilt die DSGVO-Bewertung des jeweiligen Cloud-Anbieters. Pandapower selbst ist nicht der Datenpunkt.
  • Lizenz: BSD-3-Clause, kommerziell nutzbar, modifizierbar, in proprietäre Software einbettbar.
  • Empfehlung für DSO und Netzbetreiber: Pandapower ist eine der DSGVO-unkritischsten Optionen, weil keine Datenflüsse zu Drittparteien entstehen. Für regulatorisch kritische Anwendungen (z. B. Berichte gegenüber der BNetzA) sollte intern dokumentiert werden, mit welcher pandapower-Version Berechnungen erfolgten, Reproduzierbarkeit ist die wichtigste Compliance-Pflicht.

Gut kombiniert mit

  • scikit-learn oder PyTorch, der natürliche ML-Partner. pandapower liefert die physikalisch korrekte Berechnungsbasis, scikit-learn oder PyTorch trainieren Modelle auf den Berechnungsergebnissen. Klassische Kombinationen: Lastvorhersagen, Engpassprognosen, Anomaliedetektion auf SCADA-Daten.
  • Jupyter Notebook, für Forschung und Lehre die ideale Arbeitsumgebung. Code, Visualisierungen, Berechnungsergebnisse und Dokumentation an einem Ort. Das ist der Standard-Workflow in der Energieforschung.
  • Perplexity, für die Recherche zu Normen (VDE 0102, IEC 61970), Förderprogrammen (BMWK, KfW), aktuellen regulatorischen Entwicklungen (BNetzA-Festlegungen, EU Network Codes). pandapower macht die Berechnung, Perplexity die normative und regulatorische Recherche mit Quellen.

Unser Testurteil

pandapower verdient 4 von 5 Sternen. Im Python-basierten Netzberechnungs-Segment ist es konkurrenzlos, keine andere Open-Source-Lösung kombiniert die Funktionsbreite, die Performance, die institutionelle Verankerung und die Community-Aktivität in dieser Form. Für Forschung, Lehre und Python-affine Praxis ist es die naheliegende Default-Wahl. Den fünften Stern verliert pandapower aus drei Gründen: Erstens fehlt eine grafische Oberfläche komplett, das schließt einen großen Teil der klassischen Netzplaner aus. Zweitens ist die Performance bei sehr großen Übertragungsnetzen begrenzt, kommerzielle Tools sind dort spürbar schneller. Drittens, und das ist im Kontext einer KI-Tool-Bewertung wichtig, pandapower ist selbst keine KI-Bibliothek, sondern die Berechnungsbasis, auf der KI-Workflows aufgebaut werden können. Wer den ML-Layer selbst beherrscht, hat hier den Goldstandard. Wer eine Out-of-the-Box-KI-Lösung für Netzanalyse sucht, ist hier zu früh dran, solche Produkte gibt es im Markt aktuell kaum.

Was wir bemerkt haben

  • Februar 2026, Release der Version 3.4.0. Schwerpunkte der jüngsten Releases: bessere Performance bei großen Netzen, erweiterte CIM-Unterstützung, verbesserte ML-Integration über lightsim2grid.
  • 2024–2026, Wachsende Bedeutung von lightsim2grid als alternativer Solver: PyTorch-kompatibel, damit native Integration in ML-Pipelines, relevant für Reinforcement-Learning-Ansätze in der Netzplanung.
  • 2023–2025, pandapower wurde in mehreren großen deutschen Energieforschungsprojekten (SINTEG, C/sells, ENSURE) als Standardwerkzeug eingesetzt. Das hat die Community-Basis stark verbreitert und institutionalisiert die Plattform weiter.
  • Mai 2026, Über 1.200 GitHub-Stars und 52 Releases, das ist für ein nischiges Energie-Berechnungswerkzeug außergewöhnlich viel Aktivität. Das Projekt ist gesund und wird absehbar weiterentwickelt.
  • Keine wesentlichen Lizenz- oder Geschäftsmodell-Änderungen bekannt, pandapower bleibt unter BSD-3-Clause, ohne Tendenz zu Open-Core-Modellen oder Enterprise-Beschränkungen. Das ist im Open-Source-Umfeld 2026 nicht selbstverständlich.
  • Aktuelle Beobachtung, pandapower wird zunehmend zur Brücke zwischen klassischer Netzberechnung und moderner KI-Forschung im Energiesektor. Wer Reinforcement Learning für Netzbetriebsführung oder Graph Neural Networks für Topologieanalyse erforscht, baut typischerweise auf pandapower auf.

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