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Micro-Epsilon colorCONTROL ACS

Micro-Epsilon Messtechnik GmbH & Co. KG

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Micro-Epsilon colorCONTROL ACS ist ein Inline-Farbmesssystem des deutschen Sensorherstellers Micro-Epsilon aus Ortenburg. Es misst Farbe spektral direkt in der Produktionslinie, berührungslos, ohne Probenentnahme, ohne Wartezeit bis zum Abkühlen. Eingesetzt in Kunststoff-, Automotive- und Oberflächenanwendungen, wo Farbabweichungen in Echtzeit erkannt werden müssen. Das System berechnet ΔE-Abweichungen gegen hinterlegte Referenzspektren kontinuierlich und gibt bei Grenzwertüberschreitung sofort ein Pass/Fail-Signal aus.

Kosten: Preise auf Anfrage, keine Listenpreise veröffentlicht. Konfiguration stark anwendungsabhängig (Sensorvariante, Auswerteeinheit, Beleuchtung, Integration). Industrielle Inline-Farbmesssysteme dieser Klasse liegen erfahrungsgemäß im fünfstelligen Bereich.

Kategorien

Stärken

  • Inline-Messung ohne Probenentnahme, bis zu 100 % Teileabdeckung statt stichprobenartiger Laborprüfung
  • Hohe Messgeschwindigkeit (bis 2 kHz), geeignet für Bauteile am laufenden Band
  • Sehr feine Farbauflösung (ΔE ≤ 0,08), erkennt Abweichungen, die das Auge nicht sieht
  • Drei Sensorvarianten (Aufsicht, Ringbeleuchtung, Transmission) für matte, strukturierte/metallische und transparente Materialien
  • Deutsches Unternehmen mit deutschsprachigem Support und Anwendungstechnikern in Ortenburg
  • SPS-/Automatisierungsanbindung über EtherCAT, Ethernet, RS422 und digitale I/O
  • Standardkonforme Farbräume (XYZ, L*a*b*, L*u*v*) und CIE-Normlichtarten für reproduzierbare industrielle Farbmessung

Einschränkungen

  • Erfordert Integration durch Automatisierungstechniker, kein Plug-and-Play
  • Begrenzte Referenzkapazität: 15 gelernte Spektren pro System, Aufwand bei sehr vielen Farbtypen
  • Messfleck ø5–9 mm je nach Variante, keine Messung an sehr kleinen Bauteilen oder feinen Mustern
  • Keine Rezeptierungs- oder Dosierkorrektur, liefert Messwerte und Pass/Fail, keine Vorschläge zur Farbkorrektur
  • Keine native KI/ML-Komponente, der Begriff „KI“ trifft auf dieses Messsystem nur sehr eingeschränkt zu
  • Vollständige Kalibrierung pro Farbe/Substrat nötig, sauber zu dokumentieren

Passt gut zu

Kunststoffverarbeiter mit Inline-Qualitätskontrolle für farbige Spritzguss- oder Extrusionsteile Automotive-Zulieferer mit strengen ΔE-Toleranzanforderungen und hoher Prüfquote Extrusionslinien, bei denen Farbwechsel und Farbkonstanz inline überwacht werden sollen Betriebe, die strukturierte, metallische oder transparente Oberflächen prozesssicher prüfen müssen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du willst Farbe direkt im Prozess prüfen statt stichprobenartig im Labor
  • Du brauchst sehr feine ΔE-Toleranzen und ein sofortiges Pass/Fail-Signal an die SPS
  • Du fertigst farbige Kunststoff-, Automotive- oder Oberflächenbauteile in hoher Stückzahl
  • Du legst Wert auf deutschen Hersteller, deutschen Support und Vor-Ort-Anwendungstechnik

Wann nein

  • Du suchst eine KI-Lösung mit Machine Learning oder automatischer Rezeptkorrektur
  • Du willst ein Plug-and-Play-Handgerät ohne Integrationsaufwand (dann reicht ein Labor-Spektralphotometer)
  • Du misst sehr kleine Bauteile oder feine Farbmuster unter dem Messfleck
  • Du brauchst mehr als rund 15 hinterlegte Referenzfarben gleichzeitig

Kurzfazit

colorCONTROL ACS ist ein sehr gutes Werkzeug für genau einen Job: Farbe zuverlässig direkt in der Produktionslinie messen, statt sie im Labor stichprobenartig zu prüfen. Das spektrale Messprinzip, die feine Auflösung (ΔE ≤ 0,08) und die hohe Messrate (bis 2 kHz) machen es zum ernstzunehmenden Werkzeug für Kunststoff-, Automotive- und Oberflächenfertigung mit engen Farbtoleranzen. Dass dahinter ein deutscher Hersteller mit greifbarem Support und Vor-Ort-Anwendungstechnik steht, ist in einer ansonsten oft US-dominierten Tool-Landschaft ein echter Pluspunkt. Eine Einschränkung vorweg, ehrlich gesagt: Dies ist Messtechnik, kein KI-System, es rechnet Farbabstände nach Norm, lernt aber nicht und korrigiert keine Rezepturen. Wer das erwartet, ist hier falsch.

Für wen ist Micro-Epsilon colorCONTROL ACS?

Kunststoffverarbeiter mit Farbverantwortung: Wer farbige Spritzguss- oder Extrusionsteile in Serie fertigt, kennt das Problem: Die Laborprüfung kommt zu spät, das Bauteil ist längst durchgelaufen. colorCONTROL ACS misst direkt nach dem Auswerfen oder am Strang und gibt sofort Bescheid, wenn die Charge driftet.

Automotive-Zulieferer: Sichtbare Innen- und Außenteile unterliegen oft sehr engen ΔE-Vorgaben der OEMs und einer hohen Prüfpflicht. Die feine Auflösung und die Inline-Abdeckung passen genau zu diesem Anspruch, und die lückenlose Datenhistorie hilft bei der Erstmusterprüfung und Reklamationsabwehr.

Extrusionsbetriebe: Profile, Folien, Schläuche oder Platten lassen sich am laufenden Strang überwachen. Besonders der Farbwechsel ist heikel, colorCONTROL ACS zeigt in Echtzeit, ab wann die neue Farbe in Toleranz ist, und verkürzt so den Anfahrausschuss.

Hersteller schwieriger Oberflächen: Strukturierte, metallisch glänzende oder transparente Materialien sind für einfache Farbsensoren ein Problem. Die drei Sensorvarianten (Aufsicht, Ringbeleuchtung mit 45°-Geometrie, Transmission) decken hier deutlich mehr ab als ein Standard-Punktsensor.

Weniger geeignet für: Betriebe, die eine selbstlernende KI-Lösung oder automatische Farbrezept-Korrektur erwarten (das kann das System nicht), Anwender mit sehr kleinen Bauteilen unter dem Messfleck (ø5–9 mm), Betriebe mit mehr als rund 15 ständig benötigten Referenzfarben sowie alle, die nur gelegentlich messen und mit einem mobilen Labor-Spektralphotometer besser bedient sind.

Preise im Detail

PositionPreisAnmerkung
Sensor (ACS1/ACS2/ACS3)Auf AnfrageVariante je nach Oberfläche und Messgeometrie
Auswerteeinheit colorCONTROL ACS7000Auf AnfrageZentrale Recheneinheit mit Web-Konfiguration
Beleuchtung & OptikAuf AnfrageAbhängig von Material und Arbeitsabstand
Integration & InbetriebnahmeProjektabhängigEinbindung in SPS/Linie, Kalibrierung, Schulung

Einordnung: Micro-Epsilon veröffentlicht keine Listenpreise, das ist bei industrieller Messtechnik dieser Klasse üblich, weil jede Anwendung anders konfiguriert wird. Frühere Schätzungen im fünfstelligen Bereich pro Vollsystem sind plausibel, aber nicht offiziell bestätigt; verlässlich ist nur ein Angebot nach Anwendungsklärung. Wichtig für die Investitionsrechnung: Der Wert entsteht nicht durch das Gerät selbst, sondern durch vermiedenen Ausschuss, vermiedene Reklamationen und kürzeres Anfahren bei Farbwechseln. Wer hohe Stückzahlen mit engen Farbtoleranzen fährt, amortisiert ein Inline-System oft schon über eine einzige verhinderte Fehlcharge.

Stärken im Detail

Inline statt Labor, der eigentliche Hebel. Die klassische Farbprüfung im Labor erfasst nur einen Bruchteil der Produktion und meldet Abweichungen mit Verzögerung. colorCONTROL ACS misst berührungslos direkt im Prozess und kann so bis zu 100 % der Teile oder den kontinuierlichen Strang abdecken. Der Unterschied ist nicht graduell, sondern grundsätzlich: Fehler werden erkannt, während man noch eingreifen kann.

Spektrales Messprinzip mit feiner Auflösung. Statt nur drei Farbkanäle zu messen, nimmt das System das vollständige Reflexionsspektrum auf und berechnet daraus normgerechte Farbwerte. Die Auflösung von ΔE ≤ 0,08 liegt deutlich unterhalb der menschlichen Wahrnehmungsschwelle (oft mit ΔE ≈ 1 angegeben), das System sieht also Abweichungen, lange bevor sie für Kunden sichtbar werden.

Tempo für die Linie. Mit bis zu 2 kHz Messrate ist das System schnell genug für Bauteile am laufenden Band und für kontinuierliche Stränge. Die Pass/Fail-Entscheidung steht praktisch sofort und lässt sich direkt an die Anlagensteuerung übergeben.

Drei Sensorvarianten für reale Oberflächen. ACS1 (Aufsicht-Geometrie 30°/0°) deckt matte Standardaufgaben ab, ACS2 mit Ringbeleuchtung (45°c:0°) ist auf strukturierte und metallisch glänzende Oberflächen ausgelegt, ACS3 misst in Transmission und damit transparente oder selbstleuchtende Materialien. Diese Bandbreite ist der entscheidende Vorteil gegenüber einfachen Farbsensoren, die bei Glanz oder Transparenz scheitern.

Saubere Automatisierungsanbindung. Schnittstellen für EtherCAT, Ethernet, RS422 und digitale I/O machen die Integration in eine bestehende Linie machbar. Die Konfiguration läuft über eine Web-Browser-Oberfläche, mitgelieferte Software-Bausteine (sensorTOOL, MEDAQLib, EtherCAT-Beschreibungsdateien) erleichtern die Inbetriebnahme.

Deutscher Hersteller, greifbarer Support. Micro-Epsilon sitzt in Ortenburg (Bayern) und bietet deutschsprachigen Support sowie Anwendungstechniker, die bei Bedarf vor Ort die Messaufgabe analysieren. Für ein industrielles Kernsystem, das jahrelang zuverlässig laufen muss, ist diese Nähe ein realer Wert, nicht nur ein Marketingpunkt.

Schwächen ehrlich betrachtet

Es ist kein KI-System, auch wenn es manchmal so vermarktet wird. colorCONTROL ACS rechnet Farbabstände nach Norm und vergleicht gegen hinterlegte Referenzen. Es gibt keine selbstlernende Komponente, kein Machine Learning, keine prädiktive Drift-Erkennung. Wer eine „KI für Farbe” sucht, sollte das wissen: Dies ist hochpräzise, aber klassische Messtechnik. Wir führen das Produkt, weil es in industriellen Qualitäts-Workflows eine echte Lücke schließt, aber die Erwartung sollte ehrlich gesetzt sein.

Keine Rezeptierung, keine Dosierkorrektur. Das System sagt dir, dass und wie stark die Farbe abweicht, aber nicht, wie du die Rezeptur korrigieren musst. Die Rückkopplung in Dosier- oder Masterbatch-Systeme ist Sache der Anlagenplanung oder einer separaten Software. Workaround: Die Messwerte lassen sich exportieren und in eine übergeordnete Rezept-/Prozesssteuerung einspeisen.

Integrationsaufwand ist real. Das ist kein Tool, das man morgens auspackt und mittags nutzt. Geometrie, Arbeitsabstand, Beleuchtung, Taktzeit und SPS-Anbindung müssen geplant werden. Ohne Automatisierungs-Know-how (intern oder über Micro-Epsilon) wird das nichts. Das ist branchenüblich, aber bei der Budget- und Zeitplanung einzukalkulieren.

Begrenzte Referenzkapazität. 15 gelernte Spektren reichen für viele Linien, aber Betriebe mit großem Farbportfolio stoßen an diese Grenze und müssen mit Profilwechsel oder mehreren Systemen arbeiten. Bei häufigen Farbwechseln über ein großes Sortiment ist das ein Planungsthema.

Messfleckgröße setzt Grenzen. Mit ø5–9 mm je nach Variante ist das System für Flächen ausgelegt, nicht für Miniaturbauteile, schmale Stege oder feine Mehrfarbenmuster. Für sehr kleine oder fein strukturierte Messpunkte braucht es andere Lösungen.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Inline-Farbmessung speziell für den Druckprozess (ΔE im laufenden Bogen) brauchst
KI-gestützte Lack-/Oberflächeninspektion im Automotive-Umfeld suchst
Allgemeine optische Inline-Inspektion und Defekterkennung willst
Großflächige Oberflächen-/Glasinspektion mit Inline-Anbindung brauchst

Im Bereich der spezialisierten industriellen Farbmessung ist die direkte Konkurrenz vor allem labor- und prozessorientiert, etwa X-Rite, Konica Minolta Sensing, BYK-Gardner oder Datacolor. Diese Anbieter haben keine eigene Tool-Seite bei uns und werden daher hier ohne Link genannt; sie sind eher auf Spektralphotometer und Laborprozesse spezialisiert, während colorCONTROL ACS seine Stärke klar im echten Inline-Betrieb hat. Für den konkreten Zweck, berührungslose Farbmessung im laufenden Prozess, gibt es im deutschsprachigen Markt wenige gleichwertige Alternativen. Wer ohnehin eine optische Inline-Prüfung plant, sollte prüfen, ob eine KI-basierte Vision-Plattform die Farbprüfung mit abdeckt oder ob ein dediziertes Spektralsystem die bessere Wahl ist.

So steigst du ein

Schritt 1: Anforderungsklärung mit Micro-Epsilon: Bauteilgeometrie, Oberflächenart (matt, strukturiert/metallisch, transparent), Produktionstakt, Umgebungslicht, nötige Messfleckgröße und Arbeitsabstand. Auf dieser Basis wird die passende Sensorvariante (ACS1, ACS2 oder ACS3) ausgewählt. Anwendungstechniker aus dem Werk Ortenburg unterstützen bei der Vor-Ort-Analyse.

Schritt 2: Kalibrierung mit Referenzstandards: Die Zielfarbe wird als Referenzspektrum hinterlegt (bis zu 15 Spektren). Das System berechnet dann bei jeder Messung den ΔE-Abstand gegen diesen Standard und gibt Pass/Fail in Echtzeit aus. Farbräume (XYZ, Lab*, Luv*), Normlichtart (z. B. D65) und Beobachterwinkel (2° oder 10°) werden passend zur Prüfvorschrift gewählt. Dieser Schritt ist pro Farbe einmalig, aber präzise zu dokumentieren.

Schritt 3: Anlagenanbindung: Abweichungswerte und Pass/Fail-Signal werden per EtherCAT, Ethernet, RS422 oder digitalem Ausgang an die SPS bzw. das Produktionsleitsystem übergeben. Die Konfiguration erfolgt über die Web-Browser-Oberfläche; die Datenhistorie fließt in die Chargenprotokolle für Rückverfolgbarkeit und Erstmusterprüfung.

Ein konkretes Beispiel

Ein Kunststoffverarbeiter in Bayern fertigt farbige Gehäuseteile für Haushaltsgeräte (Spritzguss, ca. 4.000 Teile/Schicht). Bisher: Farbmessung im Labor alle zwei Stunden per Spektralphotometer, 16 Teile geprüft von 4.000. Mit colorCONTROL ACS wird jedes Teil direkt nach dem Auswerfen gemessen, die Entscheidung „in Toleranz” oder „Ausschuss” steht in unter 100 ms und geht direkt an die Linie. In den ersten drei Monaten nach Einführung wurden drei Chargenabweichungen erkannt, die zuvor erst beim Endkunden aufgefallen wären, vermiedene Reklamationskosten von geschätzt 18.000 €. Zusätzlich verkürzte sich der Anfahrausschuss bei Farbwechseln spürbar, weil das System in Echtzeit anzeigt, ab wann die neue Charge in Toleranz läuft.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: On-Premise. Das System läuft lokal in der Produktionsumgebung, Messdaten verbleiben grundsätzlich im eigenen Netz, keine Cloud-Pflicht.
  • Personenbezug: Reines Maschinen-/Prozessdatensystem. Es werden Farb- und Messwerte erhoben, keine personenbezogenen Daten im Sinne der DSGVO.
  • Hersteller: Micro-Epsilon Messtechnik GmbH & Co. KG, Königbacher Str. 15, 94496 Ortenburg, Deutschland, ein deutsches Unternehmen mit Sitz und Support in der EU.
  • Integration: Die Anbindung an MES/ERP oder Cloud-Dashboards erfolgt über die offenen Schnittstellen und liegt in der Verantwortung des Betreibers, hier sind die üblichen IT-Sicherheits- und Datenschutzregeln des Unternehmens anzuwenden.
  • Empfehlung für Unternehmen: Datenschutzrechtlich unkritisch, da kein Personenbezug. Relevanter ist die IT-Sicherheit der Linienanbindung (Netzsegmentierung, Zugriffsrechte). Für die produktbezogene Dokumentation sollten Kalibrier- und Chargenprotokolle revisionssicher abgelegt werden.

Gut kombiniert mit

  • , während colorCONTROL ACS die Farbe prüft, übernimmt eine Vision-Plattform die Form-, Maß- und Defektprüfung. Zusammen entsteht eine vollständige optische Inline-Qualitätskontrolle aus einer Linie.
  • , im Automotive-Umfeld ergänzt eine KI-basierte Lack- und Oberflächeninspektion die spektrale Farbmessung: das Spektralsystem liefert den exakten ΔE-Wert, die Vision-Plattform erkennt Lackfehler und Strukturabweichungen.
  • Ein MES-/Qualitätsdatensystem, die Pass/Fail-Signale und ΔE-Werte aus colorCONTROL ACS entfalten ihren vollen Wert erst, wenn sie in eine übergeordnete Qualitäts- und Rückverfolgbarkeitssoftware fließen, die Trends über Chargen und Schichten sichtbar macht.

Unser Testurteil

colorCONTROL ACS verdient 4 von 5 Sternen. Für seinen Zweck, berührungslose, hochauflösende Farbmessung direkt im Prozess, ist es ein ausgereiftes, durchdachtes System: feine ΔE-Auflösung, hohe Messrate, drei Sensorvarianten für reale Oberflächen und eine saubere Automatisierungsanbindung. Dass ein deutscher Hersteller mit echtem Support dahintersteht, ist im Industrieumfeld ein gewichtiger Vorteil. Den fünften Stern verliert es aus zwei Gründen: Erstens ist es kein KI-System, es lernt nicht, korrigiert keine Rezepturen und schließt den Regelkreis nicht selbst, was den Nutzen gegenüber einer wirklich intelligenten Lösung begrenzt. Zweitens sind Integrationsaufwand, begrenzte Referenzkapazität (15 Spektren) und die Messfleckgröße konkrete Hürden, die je nach Anwendung schwer wiegen. Für Betriebe mit engen Farbtoleranzen und hohen Stückzahlen ist es trotzdem eine der überzeugendsten Inline-Lösungen am Markt.

Was wir bemerkt haben

  • Mai 2026, Die offizielle Produktdokumentation nennt keine integrierte Temperaturkompensation und keinen IR-Sensor für die Messung an heißen Bauteilen (Thermochromie). Frühere Annahmen dazu ließen sich nicht bestätigen; wer am heißen Teil messen will, sollte diesen Punkt vor dem Kauf ausdrücklich mit Micro-Epsilon klären. Wir haben unsere Beschreibung entsprechend korrigiert.
  • Mai 2026, Die Schnittstellen sind EtherCAT, Ethernet, RS422 und digitale I/O, nicht OPC-UA, wie wir zunächst angenommen hatten. Wer eine OPC-UA-Anbindung benötigt, muss diese über ein Gateway oder die übergeordnete Steuerung realisieren.
  • Mai 2026, Micro-Epsilon veröffentlicht keine Listenpreise. Kursierende Preisspannen sind Schätzungen; verlässlich ist nur ein projektbezogenes Angebot nach Anwendungsklärung.
  • Mai 2026, Das System wird gelegentlich im Umfeld von „KI in der Qualitätskontrolle” genannt. Tatsächlich handelt es sich um normgerechte Spektral-Messtechnik ohne Machine-Learning-Komponente, eine wichtige Unterscheidung für jeden, der gezielt nach KI-Funktionen sucht.

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