Kojo ist eine US-amerikanische Material-Beschaffungsplattform für Bauunternehmer und Fachgewerke — digitalisiert den gesamten Einkaufsprozess vom Aufmaß bis zur Rechnungsprüfung. Das System verbindet Büro, Baustelle, Lager und Lieferanten auf einer Plattform und vergleicht Bestellungen automatisch mit Lieferscheinen und Rechnungen. Keine deutsche Oberfläche, US-Hosting.
Kosten: Custom-Preismodell; Richtwert ab ca. 300–800 USD/Monat für kleinere Bauunternehmen; Enterprise-Preise auf Anfrage. Kostenlose Testphase verfügbar.
Stärken
- End-to-end-Procurement: Bestellung, Lieferschein, Rechnung und Lager in einem System
- Automatischer Soll-Ist-Abgleich zwischen Bestellung und Lieferung — Abweichungen sofort sichtbar
- Fieldtaugliche Mobile App für Lieferscheinerfassung direkt auf der Baustelle
- Integriert mit QuickBooks, Sage, Viewpoint, Foundation und anderen Bau-ERPs
- Nutzer berichten: 3–5 % Materialkosteneinsparung durch automatisierte Rechnungsprüfung
Einschränkungen
- Keine deutsche Sprache, kein deutschsprachiger Support
- Daten auf US-Servern — DSGVO-Konformität für EU-Unternehmen nicht gegeben
- Kein öffentlicher Listenpreis — Angebot muss individuell angefragt werden
- Primär für den US-Markt entwickelt; VOB/HOAI-Workflows nicht abgebildet
- Setzt voraus, dass Lieferanten elektronisch angebunden werden können
Passt gut zu
Kurzfazit
Kojo löst ein echtes Problem auf der Baustelle: der Abgleich von Bestellungen, Lieferscheinen und Rechnungen findet bei den meisten Bauunternehmen noch manuell und mit erheblichem Zeitverlust statt. Das System automatisiert genau diesen Prozess — mit einer mobilen App für die Lieferscheinerfassung auf der Baustelle und automatischen Vergleichen mit der ursprünglichen Bestellung. Für den deutschen Markt sind US-Hosting und fehlende DSGVO-Konformität echte Hindernisse; für internationale Unternehmen ist Kojo eine der stärksten Lösungen in diesem Bereich.
Für wen ist Kojo?
Kojo ist gemacht für materialintensive Fachgewerke und Subunternehmer: Elektriker, HLS-Installateure, Trockenbauer — Unternehmen, die auf mehreren Baustellen gleichzeitig umfangreiche Materialmengen bestellen, empfangen und verrechnen. Das Kernangebot: digitale Lieferscheinerfassung direkt auf der Baustelle und automatischer Abgleich mit der Bestellung.
Für deutsche Unternehmen gelten zwei harte Einschränkungen: keine deutsche Oberfläche und US-Datenhaltung ohne echte DSGVO-Lösung. Für rein deutschen Betrieb sind lokale ERP-Lösungen mit Materialbeschaffungs-Modul die bessere Wahl.
So steigst du ein
Schritt 1: Starte mit dem kostenlosen Trial und lege dein erstes aktives Projekt an. Richte die Lieferanten-Verbindung ein — Kojo sendet Bestellungen direkt an eure Lieferanten und empfängt Auftragsbestätigungen im System.
Schritt 2: Lade die mobile App auf dem Smartphone deines Baustellenteams. Die Baustelle erfasst eingehende Lieferungen direkt per QR-Code oder manueller Eingabe — die Lieferscheine werden automatisch mit den offenen Bestellungen abgeglichen.
Schritt 3: Verbinde Kojo mit eurem bestehenden Bau-ERP (QuickBooks, Sage, Viewpoint). Die freigegebenen Rechnungen fließen automatisch in die Buchhaltung — ohne doppelte Dateneingabe.
Ein konkretes Beispiel
Ein Elektrofachbetrieb (35 Mitarbeitende, 8 aktive Baustellen) bestellt monatlich Kabel und Schaltmaterial im Wert von 180.000 USD über 4 verschiedene Lieferanten. Früher prüfte der Einkäufer jede Rechnung manuell gegen die ursprüngliche Bestellung — ein Aufwand von 2–3 Stunden täglich, mit regelmäßigen Überrechnungen, die erst Wochen später auffielen. Mit Kojo fängt das System Abrechnungsabweichungen automatisch ab: In den ersten vier Wochen wurden Fehler im Wert von über 1.200 USD identifiziert. Der Material-Bestellprozess wurde von durchschnittlich 25 Minuten auf unter 5 Minuten pro Bestellung verkürzt.
DSGVO & Datenschutz
Kojo speichert alle Daten auf US-Servern. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag (DPA) ist auf Anfrage erhältlich, reicht aber allein nicht aus für DSGVO-Konformität im EU-Betrieb. Für deutsche Unternehmen, die Lieferanten-, Mitarbeiter- und Projektdaten im System speichern, ist eine rechtliche Prüfung vor Einführung zwingend erforderlich. Kojo ist für den deutschen Markt derzeit nicht empfehlenswert, solange keine EU-Hosting-Option besteht.
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