Spezialsoftware für Fertigungskostenkalkulation in Lohnfertigung und Metallverarbeitung. Costimator berechnet Zykluszeiten und Herstellkosten aus Prozessparametern — mit vordefinierten Modellen für Drehen, Fräsen, Blechbearbeitung und weitere Fertigungsverfahren.
Kosten: Preise nur auf Anfrage — Demo-basierter Vertrieb, typisch Enterprise-Preisgestaltung
Stärken
- Prozessmodelle für dutzende Fertigungsverfahren — von Drehen bis Blechbearbeitung — bereits hinterlegt
- Berechnet Zykluszeiten und Kosten aus Fertigungsparametern statt aus Erfahrungsschätzungen
- Integration mit verbreiteten Fertigungs-ERP-Systemen (Epicor, JobBoss, E2, ProfitKey)
- Validierte Branchenmodelle — laut Anbieter 89 % höhere Kostengenauigkeit und 78 % schnellere Kalkulation
Einschränkungen
- Kein Listenpreis — Demo-basierter Vertrieb und Enterprise-Preisgestaltung ohne Transparenz
- Nur auf Windows verfügbar
- Kein deutschsprachiges Interface oder Support
- Hoher Einrichtungsaufwand: Maschinendaten, Stundensätze und Prozessparameter müssen initial kalibriert werden
- Wenig bekannt in der deutschen Fertigungsindustrie — überwiegend US-Kundenbasis
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du betreibst eine Lohnfertigung oder Metallverarbeitung und verlierst bei der Angebotskalkulation viel Zeit
- Deine Kalkulatoren schätzen Zykluszeiten und Fertigungskosten manuell aus Erfahrung — ohne systematische Datenbasis
- Dein ERP (Epicor, JobBoss, E2, ProfitKey) soll mit einer Kostenkalkulations-Engine verbunden werden
- Angebotsgenauigkeit und Kalkulationsgeschwindigkeit sind direkte Wettbewerbsfaktoren
Wann nein
- Du suchst nach einem Tool für Bauprojektkalkulation oder Dienstleistungskalkulation
- Dein Unternehmen ist außerhalb der Metallverarbeitung, Zerspanung oder Blechbearbeitung tätig
- Du benötigst deutschsprachigen Support oder DSGVO-konforme Datenhaltung in der EU
- Du willst Self-Service-Software ohne aufwändige Implementierung
Kurzfazit
Costimator ist ein Nischentool für ein konkretes Problem: schnelle, systematische Fertigungskostenkalkulation in Lohnfertigung und Metallverarbeitung. Wer Zykluszeiten und Herstellkosten heute aus dem Bauch schätzt oder in komplexen Excel-Tabellen verwaltet, bekommt mit Costimator ein regelbasiertes System. Der Nachteil: intransparente Preise, kein deutsches Interface und ein erheblicher Einrichtungsaufwand.
Für wen ist Costimator?
Costimator richtet sich an Lohnfertiger, Metallbearbeiter und Zerspanungsbetriebe, die täglich Angebote kalkulieren und dabei Zykluszeiten für Dreh-, Fräs- oder Blechbearbeitungsprozesse berechnen müssen. Das typische Szenario: Ein Kalkulator erhält eine Zeichnung, schätzt aus Erfahrung Bearbeitungszeiten und Materialkosten — mit wachsender Teilevielfalt steigt dabei die Fehlerquote.
Costimator ersetzt diese Erfahrungsschätzung durch prozessbasierte Berechnungsmodelle: Werkzeugdaten, Vorschubwerte, Rüstzeiten und Maschinenstundensätze werden einmalig hinterlegt, danach berechnet das System Zykluszeiten und Kosten systematisch.
Für Bauprojekte, Dienstleistungskalkulation oder Branchen außerhalb der Metallverarbeitung ist Costimator nicht geeignet. Deutsche Fertigungsunternehmen mit Fokus auf SAP-Integration oder DSGVO-Konformität sollten Alternativen prüfen.
Preise im Detail
MTI Systems kommuniziert keine öffentlichen Preise. Der Vertrieb erfolgt ausschließlich über Demo-Anfragen und individuelle Angebote. Für US-amerikanische Lohnfertiger ist die Software bekannt — typische Implementierungen beginnen im fünfstelligen USD-Bereich und beinhalten Software-Lizenz, initiale Kalibrierung und Support.
Kontakt: info@mtisystems.com / +1 413-733-1972. Für europäische Unternehmen sind Regionalpartner empfehlenswert — direkte US-Beschaffung beinhaltet Zeitzonenrisiken beim Support.
Stärken im Detail
Prozessmodelle statt Erfahrungsschätzungen. Costimator enthält laut Anbieter “Hunderte validierter Berechnungsmodelle” für Fertigungsprozesse — Drehen, Fräsen, Bohren, Blechbiegen, Schweißen und weitere. Das Kalkulationsteam gibt Bauteilparameter ein (Maße, Material, Toleranzen) und bekommt eine berechnete Zykluszeit statt einer Schätzung. Das macht Angebote reproduzierbarer und weniger abhängig von Expertenwissen einzelner Mitarbeitender.
ERP-Integration. Costimator unterstützt Import/Export mit Epicor, JobBoss, E2 und ProfitKey — in vielen US-Lohnfertigung-ERP-Systemen ist das relevant. Doppelte Dateneingabe zwischen Kalkulation und Fertigungsauftrag entfällt.
Nachgewiesene Effizienzgewinne (laut Anbieter). MTI Systems kommuniziert 78 % schnellere Kalkulation, 89 % genauere Kosten und 61 % Zeitersparnis — Zahlen aus Kundenstudien, die unabhängig nicht verifizierbar, aber plausibel für gut implementierte Prozessmodelle sind.
Schwächen ehrlich betrachtet
Keine Preis-Transparenz. Wer Costimator evaluieren will, kommt ohne Erstgespräch nicht weiter. Das ist in einer Zeit, in der Wettbewerber mit klaren Preisseiten punkten, ein Vertriebsmodell von gestern.
Hoher Kalibrierungsaufwand. Die Prozessmodelle liefern nur dann genaue Ergebnisse, wenn Maschinendaten, Stundensätze, Werkzeugkosten und Fertigungsparameter akkurat hinterlegt sind. Die Einrichtung ist kein einmaliges 2-Stunden-Projekt — realistisch sind Wochen bis Monate, bis das System die eigene Fertigung korrekt abbildet.
Nur Windows. Costimator läuft ausschließlich auf Windows-PCs. Keine Cloud-Version, kein Mac-Support.
Kein deutschsprachiges Interface. Für deutsche Fertigungsunternehmen bedeutet das täglichen Englisch-Aufwand für alle Kalkulatoren.
Geringe Bekanntheit in Deutschland. Costimator ist primär im US-amerikanischen Markt etabliert. Referenzfälle, Partner und Supportkapazitäten in Deutschland sind begrenzt.
Alternativen im Vergleich
| Tool | Stärke | Wenn du Costimator bevorzugen würdest |
|---|---|---|
| SAP Digital Manufacturing | SAP-Integration, globale Skalierung | Wenn du Spezialtiefe für Fertigungsprozesse brauchst statt SAP-Breite |
| Siemens Opcenter | MES, Produktionssteuerung, Qualität | Wenn dein Fokus auf Angebotskalkulation liegt, nicht auf Produktionssteuerung |
| KNIME | Flexible Datenanalyse und Modellierung | Wenn du validierte Fertigungsmodelle statt Eigenentwicklung brauchst |
So steigst du ein
Schritt 1: Fordere eine Demo bei MTI Systems an und präsentiere dabei 3–5 repräsentative Bauteile aus deiner laufenden Produktion. Lass das System die Zykluszeiten berechnen und vergleiche die Ergebnisse mit deinen historischen Ist-Daten — das ist der einzige valide Genauigkeits-Test vor der Kaufentscheidung.
Schritt 2: Plane die Kalibrierungsphase ein. Bereite vorab eine vollständige Liste deiner Maschinen mit Stundensätzen, typischen Werkzeugkosten und Rüstzeiten vor. Je vollständiger diese Daten, desto kürzer die Implementierungszeit.
Schritt 3: Starte die produktive Nutzung mit einem Kalkulator-Team von 2–3 Personen für einen Fertigungsbereich (z. B. nur Drehen). Breitrollout erst nach Validierung der Ergebnisse — zu frühe flächendeckende Einführung mit unkalibrierten Modellen schadet der Akzeptanz.
Ein konkretes Beispiel
Ein mittelständischer Lohnfertiger in der Automobilzulieferkette (85 Mitarbeitende, CNC-Drehen und Fräsen) kalkuliert monatlich 60–80 Angebote. Bisher schätzt der erfahrene Kalkulator Bearbeitungszeiten aus dem Bauch — bei neuen Bauteilen mit Sonderprofilen führt das zu Fehlangeboten von ±25 %. Mit Costimator werden Werkstückparameter (Durchmesser, Länge, Toleranzklasse, Material) eingegeben, das System berechnet Zykluszeiten auf Basis hinterlegter Maschinenparameter. Die Kalibrierungsphase dauerte 6 Wochen. Danach: 70 % schnellere Kalkulation, messbar geringere Ausreißer bei Angeboten. ROI nach 14 Monaten erreicht.
DSGVO & Datenschutz
Costimator ist eine Windows-Desktop-Applikation, die lokal auf dem Rechner des Nutzers läuft. Fertigungsdaten, Zeichnungen und Kalkulationen werden standardmäßig lokal gespeichert — kein automatischer Cloud-Upload. Für EU-Unternehmen ist das eine günstige DSGVO-Ausgangslage: Keine Daten verlassen das Unternehmens-Netzwerk, sofern kein Cloud-Sync aktiviert ist. Für ERP-Integrationen gilt: Der Datenaustausch mit dem ERP erfolgt lokal, nicht über externe Server. Datenschutzrechtliche Risiken entstehen primär durch den US-Anbieter beim Support (z. B. Remote-Zugriff für Fehlerdiagnose).
Gut kombiniert mit
- SAP Digital Manufacturing — Costimator für die Angebotskalkulation, SAP für Fertigungsaufträge und ERP-Prozesse — bei SAP-Shops allerdings prüfen, ob SAP-eigene Kalkulationsmodule ausreichen
- Siemens Opcenter — Costimator liefert Zykluszeit-Kalkulationen für die Angebotsphase, Opcenter steuert die tatsächliche Produktion
- KNIME — für datengetriebene Weiterentwicklung der Kostenmodelle und Analyse von Kalkulations-Ist-Abweichungen
Unser Testurteil
Costimator ist ein spezialisiertes und praxiserprobtes Werkzeug für ein konkretes Problem — aber ausschließlich für US-affine Lohnfertiger und Metallbearbeiter. Für den deutschen Markt fehlen deutschsprachiger Support, Preis-Transparenz und eine Cloud-Option. Die Kernidee — Fertigungskosten aus Prozessmodellen statt aus Schätzungen berechnen — ist wertvoll und spart erfahrenen Kalkulatoren nachweislich Zeit. Wer bereit ist, die Einrichtung zu investieren, bekommt ein stabiles Werkzeug. Wer schnell evaluieren und einsteigen will, wird frustriert sein.
Bewertung: 3/5 — Solides Spezialtool für Fertigungskalkulation, mit erheblichen Einschränkungen für den deutschen Markt.
Was wir bemerkt haben
- Keine wesentlichen Änderungen bekannt. Costimator ist ein sehr stabiles Nischentool ohne häufige größere Updates oder öffentlich kommunizierte Produktänderungen. MTI Systems kommuniziert keine Roadmap oder Änderungshistorie öffentlich.
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