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Figma

Figma Inc.

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Browser-basiertes Design- und Prototyping-Tool mit Echtzeit-Kollaboration und de-facto-Standard-Status in Agenturen. Figma AI bündelt mehrere generative Funktionen (Figma Make für Prompt-zu-Design, Bildgenerierung, Layer-Benennung, Textbearbeitung) in einem Credit-System. Seit 2024 als unabhängiges Unternehmen wieder ohne Adobe-Übernahme, und mit neuem Web-Publishing über Figma Sites.

Kosten: Starter kostenlos (150 AI-Credits/Tag, max. 500/Monat); Professional 16 USD/Editor/Monat (3.000 Credits); Organization 55 USD/Editor/Monat (3.500 Credits); Enterprise 90 USD/Editor/Monat (4.250 Credits). Günstigere Dev-Seats (12/25/35 USD) und Collab-Seats (3/5/5 USD) verfügbar.

Stärken

  • Echtzeit-Kollaboration: mehrere Personen arbeiten gleichzeitig an derselben Datei, inkl. Kundenfeedback ohne Account
  • Figma AI mit Figma Make (Prompt-zu-Design), Bildgenerierung, Hintergrundentfernung und automatischer Layer-Benennung
  • Riesiges Plugin-Ökosystem, über 800 Plugins für KI, Icons, Stock-Fotos und Entwickler-Handoff
  • Browser-basiert: kein Install, kein Sync-Problem, funktioniert auf jedem Gerät
  • Dev Mode mit CSS-, Token- und Asset-Export für sauberen Übergang ans Engineering
  • FigJam für Whiteboarding, Figma Slides für Präsentationen, Figma Sites für Web-Publishing, alles im selben Ökosystem

Einschränkungen

  • Standard-Datenhaltung in den USA, EU-Residency nur als Enterprise-Add-on verfügbar
  • Komplexe Animationen und fortgeschrittene 3D-Arbeit nicht in Figma abbildbar
  • Offline-Arbeit eingeschränkt, stabiler Internet-Zugang ist Voraussetzung
  • AI-Credits-System schafft eine harte Obergrenze, intensive Nutzung erfordert höhere Pläne
  • Figma Sites und Figma Buzz noch im Beta-Stadium, Funktionsumfang noch nicht final

Passt gut zu

UI/UX-Design und Prototyping für Web- und App-Projekte Kollaboratives Arbeiten in Agenturteams und mit Kunden Designsystem-Verwaltung und komponentenbasiertes Arbeiten

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du arbeitest in einem Team an UI/UX-Design und Kunden sollen direkt im Design kommentieren, ohne eigenes Tool
  • Du baust Design-Systeme und willst Komponenten und Varianten zentral verwalten
  • Du brauchst ein Tool, das ohne Installation im Browser läuft und auf jedem Gerät zugänglich ist
  • Dein Team macht sowohl Wireframes, Prototypen als auch Whiteboarding, alles in einem Ökosystem

Wann nein

  • Du verarbeitest hochsensible Personendaten in Designs und kannst kein Enterprise-Budget für EU-Residency aufbringen
  • Du brauchst komplexe Animationen oder 3D-Rendering, da sind Cinema 4D oder After Effects stärker
  • Dein Team arbeitet vollständig offline ohne stabilen Internetzugang
  • Du suchst ein Tool hauptsächlich für Print-Design, InDesign und Affinity Publisher sind dort überlegen

Kurzfazit

Figma ist der de-facto-Standard für UI/UX-Design in professionellen Agenturen, und nach dem geplatzten Adobe-Deal (Dezember 2023, inklusive 1 Milliarde USD Abstandszahlung) wieder unabhängiges Unternehmen mit klarer Produktstrategie. Die KI-Suite ist 2024 unter dem Dach „Figma AI” zusammengeführt worden: Figma Make generiert komplette Designs aus Prompts, Bildgenerierung und Hintergrundentfernung sind GA, und mit Figma Sites und Figma Buzz kommen 2025 zwei Beta-Produkte für Web-Publishing und Branded-Content dazu. Für Design-Teams, die gemeinsam an Kundenprojekten arbeiten, ist die Plattform schwer zu schlagen. Die Schwächen sind real: Standard-Hosting in den USA (EU-Residency nur im Enterprise-Add-on), AI-Credits-System mit harten Limits, und für alles außerhalb von UI/UX (Print, Animation, 3D) braucht man weiterhin spezialisierte Tools.

Für wen ist Figma?

UI/UX-Designer und Digital-Agenturen: Figma wurde für diesen Use Case gebaut und ist dort unangefochten. Komponenten-Bibliotheken, Auto-Layout, Varianten, Prototyping, alles in einer Oberfläche, die auf Geschwindigkeit und Kollaboration optimiert ist. Mit Figma Make lassen sich erste Entwürfe per Prompt erzeugen, was den Sprung von der weißen Fläche zur ersten Iteration deutlich beschleunigt.

Design-Systeme-Teams: Wer ein konsistentes Design-System für mehrere Produkte oder Kunden pflegt, profitiert besonders von Figmas Komponenten-Logik. Änderungen an einer Komponente propagieren sofort durch alle Files, ohne manuelle Pflege. Variables (Design-Tokens) lassen sich als Single Source of Truth verwalten und in Code exportieren.

Agenturen mit Kunden-Kollaboration: Kunden können direkt in Figma kommentieren, ohne Account, über einen Link. Das eliminiert E-Mail-Feedback-Runden und macht Reviews präziser (Kommentare direkt am Element, nicht „der Button links oben”). Mit Collab-Seats ab 3 USD/Monat lassen sich auch externe Stakeholder günstig einbinden, ohne volle Editor-Lizenzen zu kaufen.

Produkt- und Entwicklungsteams: Der Dev Mode erlaubt Entwicklern, CSS-Werte, Variablen-Tokens, Code-Snippets und Assets direkt aus dem Design zu extrahieren. Dev-Seats (12 USD/Monat im Professional) sind günstiger als Editor-Lizenzen und decken den Read-Only-/Inspect-Use-Case sauber ab.

Produkt-Teams im Frühstadium: Mit Figma Sites lassen sich Designs ohne Code direkt als responsive Website veröffentlichen. Für Landingpages und MVPs ist das ein interessanter Pfad, vergleichbar mit Framer, aber im gewohnten Figma-Ökosystem.

Weniger geeignet für: Print-Design (InDesign ist besser), komplexe Animationen (After Effects), 3D-Design (Cinema 4D), Offline-Arbeit, Behörden und stark regulierte Branchen ohne Enterprise-Budget für EU-Residency.

Preise im Detail

PlanPreisAI-CreditsWas du bekommst
Starter0 USD150/Tag (max. 500/Monat)3 Figma-Files, unbegrenzte FigJam-Files, Community-Zugriff, eingeschränkte Dev-Mode-Features
Professional16 USD/Editor/Monat3.000/MonatUnbegrenzte Files, Team-Bibliotheken, voller Dev Mode, erweiterte Prototyping-Optionen
Organization55 USD/Editor/Monat3.500/MonatOrg-weite Bibliotheken, Branching, zentrale Administration, Design-Analytics
Enterprise90 USD/Editor/Monat4.250/MonatSSO, SCIM, erweiterte Sicherheit, Dedicated Workspaces, EU-Residency als Add-on

Zusätzliche Seat-Typen: Figma unterscheidet seit 2024 stärker zwischen Editor-, Dev- und Collab-Seats. Dev-Seats kosten 12/25/35 USD pro Plan (Professional/Organization/Enterprise) und richten sich an Entwickler, die hauptsächlich inspecten und exportieren. Collab-Seats kosten 3/5/5 USD und sind für Stakeholder gedacht, die nur kommentieren und reviewen sollen, eine deutliche Kostenersparnis bei Teams mit vielen passiven Beteiligten.

Einordnung: Der kostenlose Starter-Plan reicht für individuelle Designer mit wenigen parallelen Projekten, drei Figma-Files sind die Hauptlimitierung. Für Agenturen mit mehreren Kundenprojekten ist Professional (16 USD/Editor) der sinnvolle Einstieg. Organization und Enterprise sind nur für größere Unternehmen mit zentraler Design-Verwaltung wirtschaftlich. Wer DSGVO-konform arbeiten will, muss Enterprise + EU-Residency-Add-on kalkulieren, das hebt die Kosten deutlich, ist aber der einzige saubere Pfad für regulierte Branchen. AI-Credits skalieren mit dem Plan: Wer Figma Make oder Image Generation täglich nutzt, sollte den Verbrauch im Dashboard im Blick behalten.

Stärken im Detail

Echtzeit-Kollaboration als fundamentaler Vorteil. In Figma sieht jeder, wer gerade wo im Design arbeitet, in Echtzeit, ohne Konflikte, ohne Versions-Wirrwarr. Das ist kein Feature, das man mal benutzt, es verändert grundlegend, wie Teams zusammenarbeiten. Kunden-Feedback kommt direkt als Kommentare im Design, Entwickler exportieren Specs direkt, Workshops in FigJam fließen ohne Medienbruch in die Designarbeit. Der gesamte Workflow ist synchronisiert.

Figma AI ist reifer geworden. Was 2023 als Sammlung kleiner Hilfsfunktionen begann, ist 2024–2025 zu einer ernstzunehmenden Suite zusammengewachsen. Figma Make (vormals First Draft) generiert vollständige Designs aus einem Prompt, nicht perfekt, aber als Startpunkt deutlich schneller als die leere Fläche. Image Generation und Editing ersetzt für viele Use Cases den Sprung zu separaten Bildgeneratoren. Background Removal, automatische Layer-Benennung (statt „Frame 47” steht „Hero Section”), Text Generation und Übersetzung sind GA und sparen in Summe erheblich Zeit. Das AI-Credits-System ist allerdings eine spürbare Limitierung: Wer alle Features täglich nutzt, kommt im kostenlosen Plan schnell an die 150-Credits-Tagesgrenze.

Plugin-Ökosystem mit echter Tiefe. Über 800 Plugins, darunter KI-Tools für Image-Generierung (OpenAI-, Midjourney-Integrationen), Barrierefreiheits-Checker (Stark, A11y), Icon-Bibliotheken (Feather, Heroicons, Lucide), Stock-Foto-Zugang (Unsplash) und Developer-Tools (JSON-Export, Storybook-Sync, Tokens Studio). Figma ist damit nicht nur ein Tool, sondern eine Plattform, die sich um die eigene Arbeitsweise formen lässt.

Dev Mode als Brücke ins Engineering. Der dedizierte Dev Mode (seit 2023 GA, 2024–2025 deutlich ausgebaut) liefert CSS-, iOS- und Android-Code-Snippets, exportiert Variablen als Design-Tokens und erlaubt Entwicklern, präzise Specs ohne Hin-und-Her-Kommunikation zu ziehen. Die verbesserte Code-Generierung nutzt seit 2024 KI, um aussagekräftigere Snippets zu liefern, keine perfekte Production-Code-Quelle, aber ein guter Startpunkt.

Mehrere Produktlinien im selben Ökosystem. FigJam für Whiteboarding und Workshops, Figma Slides für Präsentationen (seit 2024), Figma Sites für Web-Publishing (Beta seit 2025) und Figma Buzz für Branded-Content (Beta seit 2025). Ein Workshop-Output in FigJam wird direkt zum Design-Brief in Figma, und mit Figma Sites lässt sich der Designprozess bis zur veröffentlichten Webseite ziehen, ohne in ein separates Tool zu wechseln.

Schwächen ehrlich betrachtet

EU-Residency nur im Enterprise-Add-on. Figma Inc. ist ein US-Unternehmen, alle Daten der Standard-Pläne liegen auf US-Servern. Seit 2024 gibt es eine EU-Data-Residency-Option, aber nur für Enterprise-Kunden als kostenpflichtiger Add-on. Für Standard-Professional- oder Organization-Pläne gibt es keine EU-Variante. Wer mit DSGVO-sensiblen Inhalten arbeitet (Nutzertests mit echten Fotos, Strategie-Wireframes mit vertraulichen Marktinformationen, Designs für Behörden), muss entweder Enterprise kalkulieren oder zu Alternativen wie Penpot wechseln, die als Open-Source-Lösung selbst gehostet werden kann.

Offline-Arbeit ist eingeschränkt. Figma braucht Internetzugang. Wer im Zug arbeitet oder an Orten mit instabilem WLAN, hat ein Problem. Die Desktop-App speichert einige Dateien lokal, aber die volle Funktionalität, besonders Echtzeit-Kollaboration, braucht eine stabile Verbindung. Längere Offline-Phasen führen zu Sync-Konflikten und im Worst Case zu Datenverlust.

Komplexe Animationen sind nicht Figmas Stärke. Prototyp-Animationen für Übergänge und einfache Micro-Interactions sind gut abgedeckt. Aber komplexe, zeitbasierte Animationen, die in After Effects, Principle oder Rive gebaut werden, sind in Figma nicht abbildbar. Für ernsthaftes Motion-Design braucht man weiterhin ein separates Tool, und dann ggf. Lottie-Export, um die Ergebnisse zurück in Figma zu bringen.

AI-Credits-System schafft harte Obergrenzen. Figma AI ist an Credits gebunden, 150 täglich im kostenlosen Plan, 3.000 monatlich im Professional, bis zu 4.250 im Enterprise. Wer täglich viele AI-Operationen macht (Figma Make-Generierungen, Bilder erweitern, viele Layer-Renames), kommt im Professional-Plan schnell an die Grenze. Eine Pay-per-Credit-Option für Überverbrauch fehlt, wer mehr braucht, muss den Plan upgraden. Das ist eine bewusste Strukturierung, aber für Power-User der KI-Features eine echte Hürde.

Figma Sites und Buzz sind noch Beta. Beide Produkte wurden 2025 angekündigt und sind in der Beta-Phase nur eingeschränkt verfügbar. Funktionsumfang, Performance und Stabilität sind noch nicht final. Wer für Produktion-Webseiten plant, sollte auf etablierte Konkurrenten wie Framer oder Webflow ausweichen oder zumindest abwarten, bis Figma Sites GA ist.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Generative Bild-KI mit Photoshop-Tiefe brauchstAdobe Firefly
Präsentationen statt Designs erstellstGamma
Brand-Guidelines zentral dokumentieren willstFrontify
Video-Reviews und Freigabe-Workflows brauchstFrame.io

Open-Source-Alternative: Penpot ist die ernstzunehmende Open-Source-Konkurrenz und lässt sich selbst hosten, was DSGVO-Anforderungen vollständig erfüllt. Mit dem Penpot MCP Server lässt sich Penpot zudem in KI-Workflows einbinden (Claude, ChatGPT). Wer EU-Datenhaltung ohne Enterprise-Aufpreis braucht, sollte Penpot ernsthaft prüfen, das Feature-Set ist mittlerweile alltagstauglich, auch wenn Komponenten-Reife und Plugin-Ökosystem noch nicht an Figma heranreichen. Sketch (nur macOS, lokal) und Adobe XD (effektiv eingestellt nach dem geplatzten Figma-Deal) sind weitere Alternativen, aber für die meisten Teams nicht mehr die erste Wahl. Für komplexe Animationen bleibt After Effects das Standard-Tool, für Print InDesign oder Affinity Publisher.

Figma ist der Standard für UI/UX in digitalen Agenturen, wer außerhalb dieses Bereichs arbeitet oder DSGVO-Anforderungen ohne Enterprise-Budget erfüllen muss, hat spezialisierte Alternativen.

So steigst du ein

Schritt 1: Kostenlos unter figma.com registrieren, kein Download nötig, läuft im Browser. Statt auf der leeren Fläche zu starten, im Community-Tab eine Vorlage suchen: Tausende kostenlose Templates für UI-Kits, Wireframe-Sets und Design-Systeme. Wer von Sketch oder Adobe XD kommt, kann bestehende Dateien importieren, der Wechselaufwand ist überschaubar.

Schritt 2: Ein Team-Projekt anlegen, Mitglieder einladen und ein Kunden-Feedback-Experiment machen: Den Figma-Link an einen Kunden schicken (kein Account nötig), direkt im Design kommentieren lassen. Diese erste Kunden-Kommentar-Erfahrung zeigt sofort, wie viel E-Mail-Aufwand entfällt. Für rein passive Beteiligte später Collab-Seats (3 USD/Monat) statt Editor-Lizenzen einrichten.

Schritt 3: Figma AI ausprobieren, und mit Bedacht. Erstes Experiment: Einen komplexen Frame mit verschachtelten Ebenen auswählen und „Rename layers” aufrufen, die KI benennt alle Elemente sinnvoll, was händisch 30 Minuten gedauert hätte. Zweites Experiment: Mit Figma Make einen ersten Entwurf aus einem Prompt generieren (z. B. „Landingpage für ein nachhaltiges Café in Hamburg”) und als Diskussionsgrundlage nutzen. Den Credit-Verbrauch im Dashboard im Auge behalten, Figma Make ist deutlich teurer in Credits als Layer-Renames.

Ein konkretes Beispiel

Eine 8-köpfige Designagentur in Hamburg nutzt Figma als zentrales Tool für alle Web- und App-Projekte. Ein Screendesign für eine Landingpage, früher 3 Arbeitstage für Wireframe + Design + Kundenfeedback-Runde, dauert heute dank Komponenten-Bibliotheken und Figma Make für die erste Iteration nur noch 1,5 Tage. Der Workflow: Briefing-Workshop in FigJam, ersten Entwurf via Figma Make per Prompt generieren, manuell verfeinern und mit der eigenen Komponenten-Bibliothek konsolidieren, Kunden-Feedback direkt als Kommentare im File. Entwickler arbeiten parallel im Dev Mode (zwei Dev-Seats statt voller Editor-Lizenzen, Ersparnis: 56 USD/Monat). Neue Mitarbeitende sind in 2 Tagen produktiv im System, weil alle Projekte in derselben Struktur liegen. Für ein Projekt mit einer Hamburger Behörde, das DSGVO-strikt durchgespielt werden musste, hat die Agentur einen separaten Enterprise-Workspace mit EU-Residency-Add-on aufgesetzt, das erhöht die Kosten, war aber Voraussetzung für die Vergabe.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting Standard: USA (Figma Inc., San Francisco), gilt für Starter, Professional und Organization
  • Datenhosting Enterprise: EU-Data-Residency seit 2024 als kostenpflichtiger Enterprise-Add-on verfügbar (Frankfurt-Region)
  • Datennutzung: Figma nutzt laut Policy keine Design-Inhalte für KI-Training ohne Einwilligung; AI-Features verarbeiten Eingaben über Drittanbieter (u. a. OpenAI, Anthropic), Enterprise-Kunden können das Training-Opt-out verbindlich machen
  • AVV (Auftragsverarbeitung): Für Enterprise-Pläne verfügbar, für Organization eingeschränkt
  • Datenlöschung: Über Kontoeinstellungen möglich, Backups bis zu 30 Tage
  • Empfehlung: Für Standard-Design-Projekte ohne vertrauliche Personendaten ist Figma DSGVO-tolerierbar, Design-Dateien enthalten in der Regel keine personenbezogenen Daten. Für Nutzertests mit echten Teilnehmerdaten (Fotos, Namen), vertrauliche Strategie-Wireframes oder Behörden-Projekte: Enterprise mit EU-Residency-Add-on oder Wechsel auf eine selbst gehostete Penpot-Instanz erwägen.

Gut kombiniert mit

  • Gamma, Gamma für schnelle Pitch-Erstversionen, Figma für den finalen Design-Schliff. Der Gamma-Export wird in Figma Slides nachbearbeitet, oder umgekehrt: Figma-Designs werden als Gamma-Präsentation exportiert.
  • Frame.io, Figma für das statische Design, Frame.io für den Video-Freigabe-Workflow. Agenturen, die beides produzieren, nutzen beide Tools parallel, Design-Review in Figma, Video-Review in Frame.io.
  • Frontify, Figma für die Designarbeit, Frontify für die Brand-Guidelines-Dokumentation. Das Figma-Frontify-Plugin macht Assets direkt aus Frontify im Design-Tool verfügbar, Single Source of Truth ohne Doppelpflege.
  • Adobe Firefly, wenn Figmas Image Generation an Grenzen stößt: Firefly für anspruchsvollere generative Bilder mit kommerzieller Lizenzsicherheit, Ergebnisse zurück in Figma importieren.

Unser Testurteil

Figma verdient 4 von 5 Sternen. Für UI/UX-Design in digitalen Agenturen ist es der unangefochtene Standard, Echtzeit-Kollaboration, Komponenten-Systeme, Dev Mode und das Plugin-Ökosystem sind ohne Alternative. Mit Figma Make und der konsolidierten KI-Suite hat das Tool 2024–2025 noch einmal deutlich an Reichweite gewonnen, und die Unabhängigkeit nach dem geplatzten Adobe-Deal sorgt für klare Produktstrategie. Den fünften Stern kostet vor allem das Hosting-Modell: Standard-Pläne in den USA, EU-Residency nur als Enterprise-Add-on, das macht Figma für DSGVO-sensible Branchen ohne großes Budget zur Hürde. Dazu kommt die harte Credit-Obergrenze für AI-Features und die Tatsache, dass Figma für alles außerhalb des UI/UX-Kerns (Animation, Print, 3D) auf andere Tools angewiesen ist. Wer in der Zielgruppe ist, wird selten ein besseres Werkzeug finden, wer DSGVO-konform und budgetbewusst arbeiten muss, sollte Penpot als Alternative ernsthaft prüfen.

Was wir bemerkt haben

  • Dezember 2023, Adobe hat den geplanten 20-Milliarden-USD-Kauf von Figma aufgegeben, nachdem EU- und britische Regulierungsbehörden erhebliche Bedenken signalisiert hatten. Adobe zahlte eine Abstandszahlung von 1 Milliarde USD an Figma, eine der größten Termination Fees der Tech-Geschichte. Figma blieb unabhängig, was die Design-Community mehrheitlich positiv aufnahm. Für Adobe bedeutete das faktisch das Ende von Adobe XD als ernsthaftes Konkurrenzprodukt.
  • 2024, Figma AI offiziell als gebündelte Suite eingeführt: Image Generation und Editing, Background Removal, automatische Layer-Benennung, Text Generation und Translation sind GA. Das AI-Credits-System wurde gleichzeitig eingeführt, zuvor waren einige Features ohne Limit nutzbar; jetzt gilt eine Tages- und Monatsobergrenze je nach Plan.
  • 2024, EU-Data-Residency als Enterprise-Add-on verfügbar. Erstmals können DSGVO-sensible Kunden Figma mit Datenhaltung in der EU (Frankfurt-Region) nutzen, allerdings nur als kostenpflichtiger Aufpreis im teuersten Plan.
  • 2024, Figma Slides als eigenes Produkt eingeführt, direkte Konkurrenz zu Google Slides und PowerPoint, mit KI-Features für Sprecher-Notizen und Tone-Anpassung.
  • 2025, Figma Make eingeführt (Prompt-zu-Design, Nachfolger der „First Draft”-Funktion) und tiefer in den Editor integriert. Erste vollständige Designs lassen sich aus Prompts generieren, als Startpunkt, nicht als finales Artefakt.
  • 2025, Figma Sites als Beta gestartet: responsive Webseiten direkt aus Figma veröffentlichen, ohne in Framer oder Webflow zu wechseln. Funktionsumfang noch nicht final, aber strategisch wichtig: Figma erweitert sich von Design-Tool zu Design-und-Publishing-Plattform.
  • 2025, Figma Buzz als Beta gestartet: Tool für Branded-Content-Produktion (Marketing-Assets, Social-Media-Visuals) auf Basis von Brand-Komponenten. Frühe Phase, Markteinführung wird 2026 erwartet.
  • Mai 2026, Seat-Struktur weiter ausdifferenziert: Editor-Seats (16/55/90 USD), Dev-Seats (12/25/35 USD) und Collab-Seats (3/5/5 USD), eine deutliche Senkung der Einstiegshürde für Teams mit vielen passiven Stakeholdern.

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Arthur Atlas

KI-Analyst

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