Figma
Figma Inc.
Browser-basiertes Design- und Prototyping-Tool mit Echtzeit-Kollaboration. Figma ist de-facto-Standard in Agenturen und Design-Studios für UI/UX, Grafik und Prototyping. KI-Funktionen (Figma AI) unterstützen beim Erstellen von Varianten, Layer-Benennung, Text-Anpassung und Design-Vorschlägen — mit AI-Credits-System.
Kosten: Starter kostenlos (unbegrenzte Drafts, 150 AI-Credits/Tag); Professional 16 USD/Editor/Monat (3.000 AI-Credits/Monat); Organization 55 USD/Editor/Monat; Enterprise 90 USD/Editor/Monat
Stärken
- Echtzeit-Kollaboration: mehrere Personen arbeiten gleichzeitig an derselben Datei — inkl. Kundenfeedback
- Figma AI generiert Layer-Varianten, benennt Elemente automatisch und macht Design-Vorschläge
- Riesiges Plugin-Ökosystem — über 800 Plugins für KI, Icons, Stock-Fotos und Entwickler-Handoff
- Browser-basiert: kein Install, kein Sync-Problem, funktioniert auf jedem Gerät
- FigJam für Whiteboarding und Workshopping — direkt im selben Ökosystem, nahtloser Übergang
Einschränkungen
- US-Datenhaltung — DSGVO-kritisch für Kundendaten und vertrauliche Design-Projekte
- Komplexe Animationen und fortgeschrittene 3D-Arbeit nicht in Figma abbildbar
- Offline-Arbeit eingeschränkt — stabiler Internet-Zugang ist Voraussetzung
- KI-Funktionen an Credits gebunden — intensive Nutzung in höheren Plänen erforderlich
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du arbeitest in einem Team an UI/UX-Design und Kunden sollen direkt im Design kommentieren — ohne eigenes Tool
- Du baust Design-Systeme und willst Komponenten und Varianten zentral verwalten
- Du brauchst ein Tool, das ohne Installation im Browser läuft und auf jedem Gerät zugänglich ist
- Dein Team macht sowohl Wireframes, Prototypen als auch Whiteboarding — alles in einem Ökosystem
Wann nein
- Du verarbeitest DSGVO-sensible Kundendaten in Designs — US-Datenhaltung ist dann problematisch
- Du brauchst komplexe Animationen oder 3D-Rendering — da sind Cinema 4D oder After Effects stärker
- Dein Team arbeitet vollständig offline ohne stabilen Internetzugang
- Du suchst ein Tool hauptsächlich für Print-Design — InDesign und Affinity Publisher sind dort überlegen
Kurzfazit
Figma ist der de-facto-Standard für UI/UX-Design in professionellen Agenturen — und das aus guten Gründen: Browser-basiert, Echtzeit-Kollaboration, riesiges Plugin-Ökosystem und ein AI-Feature-Set, das mit jeder Version reifer wird. Für Design-Teams, die gemeinsam an Kundenprojekten arbeiten und Kunden direkt ins Design einbinden wollen, gibt es kaum eine bessere Option. Die Einschränkungen sind real: US-Hosting macht es für DSGVO-kritische Projekte problematisch, und komplexe Animationen sind nicht Figmas Stärke. Für den Kernbereich — UI/UX, Prototyping, Design-Systeme — ist es schwer zu schlagen.
Für wen ist Figma?
UI/UX-Designer und Digital-Agenturen: Figma wurde für diesen Use Case gebaut und ist dort unangefochten. Komponenten-Bibliotheken, Auto-Layout, Varianten, Prototyping — alles in einer Oberfläche, die auf Geschwindigkeit und Kollaboration optimiert ist.
Design-Systeme-Teams: Wer ein konsistentes Design-System für mehrere Produkte oder Kunden pflegt, profitiert besonders von Figmas Komponenten-Logik. Änderungen an einer Komponente propagieren sofort durch alle Files — ohne manuelle Pflege.
Agenturen mit Kunden-Kollaboration: Kunden können direkt in Figma kommentieren — ohne Account, über einen Link. Das eliminiert E-Mail-Feedback-Runden und macht Reviews präziser (Kommentare direkt am Element, nicht “der Button links oben”).
Produkt- und Entwicklungsteams: Figmas Developer-Mode und Handoff-Features erlauben es Entwicklern, CSS-Werte, Abstände und Assets direkt aus dem Design zu extrahieren. Das reduziert Missverständnisse zwischen Design und Entwicklung erheblich.
Weniger geeignet für: Print-Design (InDesign ist besser), komplexe Animationen (After Effects), 3D-Design (Cinema 4D), Offline-Arbeit.
Preise im Detail
| Plan | Preis | AI-Credits/Monat | Was du bekommst |
|---|---|---|---|
| Starter | 0 USD | 150/Tag (max. 500/Monat) | Unbegrenzte Drafts, 3 Projekte, UI-Kits, Community-Zugriff |
| Professional | 16 USD/Editor/Monat | 3.000 | Unbegrenzte Projekte, Team-Bibliotheken, Dev-Mode, erweiterte Prototyping |
| Organization | 55 USD/Editor/Monat | 3.500 | Alle Professional-Features + Org-weite Bibliotheken, Branching, zentrale Administration |
| Enterprise | 90 USD/Editor/Monat | 4.250 | Alle Org-Features + Enterprise-Sicherheit, Custom Workspaces, Dedicated Support |
Einordnung: Der kostenlose Starter-Plan ist für individuelle Designer oder erste Tests ausreichend — 3 Projekte und die Kernfunktionen sind vorhanden. Für Agenturen mit mehreren Projekten und Teams ist der Professional-Plan (16 USD/Editor) der sinnvolle Einstieg. Organization und Enterprise sind für größere Unternehmen mit zentraler Design-Verwaltung. AI-Credits skalieren mit dem Plan — wer Figma AI intensiv nutzt, sollte die Credit-Verbrauchsrate im Blick haben.
Stärken im Detail
Echtzeit-Kollaboration als fundamentaler Vorteil. In Figma sieht jeder, wer gerade wo im Design arbeitet — in Echtzeit, ohne Konflikte, ohne Versions-Wirrwarr. Das ist kein Feature, das man mal benutzt — es verändert grundlegend, wie Teams zusammenarbeiten. Kunden-Feedback kommt direkt als Kommentare im Design, Entwickler exportieren Specs direkt — der gesamte Workflow ist synchronisiert.
Figma AI ist reifer als der Hype suggeriert. Das AI-System benennt Layer automatisch (statt “Frame 47” steht dann “Hero Section”), generiert Text-Varianten, passt Tone of Voice an, macht Design-Vorschläge, entfernt Hintergründe und expandiert Bilder. Das sind keine Spielzeug-Features — sie sparen in Summe erheblich Zeit. Das AI-Credits-System ist aber zu beachten: wer alle Features täglich nutzt, wird im kostenlosen Plan limitiert sein.
Plugin-Ökosystem mit echter Tiefe. Über 800 Plugins — darunter KI-Tools für Image-Generierung (OpenAI-Integration), Barrierefreiheits-Checker, Icon-Bibliotheken (Feather, Heroicons), Stock-Foto-Zugang (Unsplash) und Developer-Tools (JSON-Export, Storybook-Sync). Figma ist damit nicht ein Tool, sondern eine Plattform, die sich um die eigene Arbeitsweise formen lässt.
FigJam als nahtlose Workshop-Erweiterung. FigJam ist Figmas Whiteboard-Tool — und es sitzt im selben Ökosystem. Ein Workshop-Output in FigJam wird direkt zum Design-Brief in Figma. Keine Medienbrüche, kein Copy-Paste zwischen Apps, kein “Wo war das nochmal?”
Schwächen ehrlich betrachtet
US-Hosting ist für viele Agenturen ein Problem. Figma Inc. ist ein US-Unternehmen, alle Daten liegen auf US-Servern. Für Design-Projekte mit personenbezogenen Daten (Nutzertests, Personas mit echten Fotos) oder vertraulichen Unternehmensstrategien in Wireframes ist das ein DSGVO-Risiko. Es gibt keine EU-Hosting-Option. Wer darauf angewiesen ist, muss zu Alternativen wie Penpot (Open Source, selbst hostbar) wechseln.
Offline-Arbeit ist eingeschränkt. Figma braucht Internetzugang. Wer im Zug arbeitet oder an Orten mit instabilem WLAN, hat ein Problem. Die Desktop-App speichert einige Dateien lokal, aber die volle Funktionalität — besonders Echtzeit-Kollaboration — braucht eine stabile Verbindung.
Komplexe Animationen sind nicht Figmas Stärke. Prototyp-Animationen für Übergänge und einfache Micro-Interactions sind gut abgedeckt. Aber komplexe, zeitbasierte Animationen, die in After Effects oder Principle gebaut werden, sind in Figma nicht abbildbar. Für Motion-Design braucht man weiterhin ein separates Tool.
Credit-System für AI-Features erfordert Aufmerksamkeit. Figma AI ist an Credits gebunden — 150 täglich im kostenlosen Plan, 3.000 monatlich im Professional. Wer täglich viele AI-Operationen macht (Varianten generieren, Bilder erweitern, Texte anpassen), muss den Credit-Verbrauch im Blick haben. Die Features sind gut, aber die Limitierung des Gratis-Plans ist real.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| EU-Datenhaltung oder Open-Source brauchst | Penpot (selbst hosten) |
| Hauptsächlich Print-Design machst | Adobe InDesign, Affinity Publisher |
| Komplexe Animationen und Motion-Design brauchst | Adobe After Effects |
| Präsentationen statt Designs erstellst | Gamma |
Figma ist der Standard für UI/UX in digitalen Agenturen — wer außerhalb dieses Bereichs arbeitet, hat spezialisierte Alternativen.
So steigst du ein
Schritt 1: Kostenlos unter figma.com registrieren — kein Download nötig, läuft im Browser. Mit einer Community-Vorlage starten statt auf der leeren Fläche: das Community-Tab enthält tausende kostenlose Templates für UI-Kits, Wireframe-Sets und Design-Systeme.
Schritt 2: Ein neues Projekt anlegen, Teammitglieder einladen und als erstes ein Kunden-Feedback-Experiment machen: Den Figma-Link an einen Kunden schicken, direkt im Design kommentieren lassen. Diese erste Kunden-Kommentar-Erfahrung zeigt sofort, wie viel E-Mail-Aufwand damit entfällt.
Schritt 3: Figma AI aktivieren (in den Editor-Einstellungen) und mit dem Auto-Layout-Feature und automatischen Layer-Benennung beginnen. Das erste AI-Experiment: Ein komplexes Frame mit verschachtelten Ebenen auswählen und “Rename layers” aufrufen — die KI benennt alle Elemente sinnvoll. Das ist in 10 Sekunden erledigt, was früher 30 Minuten Handarbeit war.
Ein konkretes Beispiel
Eine 8-köpfige Designagentur in Hamburg nutzt Figma als zentrales Tool für alle Web- und App-Projekte. Ein Screendesign für eine Landingpage — früher 3 Arbeitstage für Wireframe + Design + Kundenfeedback-Runde — dauert heute dank Komponenten-Bibliotheken und Figma AI für Varianten-Generierung nur noch 1,5 Tage. Kunden-Feedback kommt direkt als Kommentare in der Datei — keine langen E-Mail-Ketten mehr, kein “Ich meine den Button oben links”. Neue Mitarbeitende sind in 2 Tagen produktiv im System, weil alle Projekte in derselben Struktur liegen.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: USA (Figma Inc., San Francisco) — kein EU-Hosting verfügbar
- Datennutzung: Figma nutzt laut Policy keine Design-Inhalte für KI-Training ohne Einwilligung; Nutzungsmetadaten werden für Produktverbesserungen genutzt
- AVV: Für Enterprise-Pläne verfügbar
- Datenlöschung: Über Kontoeinstellungen möglich
- Empfehlung: Für Standard-Design-Projekte ohne vertrauliche Personendaten ist Figma DSGVO-tolerierbar — Design-Dateien enthalten in der Regel keine personenbezogenen Daten. Für Nutzertests mit echten Teilnehmerdaten (Fotos, Namen) oder vertrauliche Strategie-Wireframes: keine solchen Daten in Figma speichern. Enterprise-Kunden können einen AVV abschließen.
Gut kombiniert mit
- Gamma — Gamma für schnelle Pitch-Erstversionen, Figma für den finalen Design-Schliff. Der Gamma-Export als Keynote wird in Figma Slides nachbearbeitet.
- Frame.io — Figma für das statische Design, Frame.io für den Video-Freigabe-Workflow. Agenturen, die beides produzieren, nutzen beide Tools parallel — Design-Review in Figma, Video-Review in Frame.io.
- Frontify — Figma für die Designarbeit, Frontify für die Brand-Guidelines-Dokumentation. Das Figma-Frontify-Plugin macht Assets direkt aus Frontify im Design-Tool verfügbar.
Unser Testurteil
Figma verdient 4 von 5 Sternen. Für UI/UX-Design in digitalen Agenturen ist es der unangefochtene Standard — Echtzeit-Kollaboration, Komponenten-Systeme und das Plugin-Ökosystem sind ohne Alternative. Den fünften Stern kostet das US-Hosting, das für DSGVO-sensible Projekte ein echtes Hindernis ist, und die Tatsache, dass Figma für alles außerhalb des UI/UX-Kerns (Animation, Print) auf andere Tools angewiesen ist. Wer in der Zielgruppe ist, wird selten ein besseres Werkzeug finden.
Was wir bemerkt haben
- 2023 — Adobe hat den geplanten 20-Milliarden-USD-Kauf von Figma aufgegeben, nachdem EU-Regulierungsbehörden erhebliche Bedenken geäußert hatten. Figma ist weiterhin unabhängig — ein Ergebnis, das die Design-Community mehrheitlich positiv aufgenommen hat.
- 2024 — Figma hat Slides als neues Produkt eingeführt — direkte Konkurrenz zu Google Slides und PowerPoint. KI-generierte Presenter Notes, Tone-Adjustment und visuelle Suche sind Teil des Pakets.
- 2024 — Das AI-Credits-System wurde eingeführt. Zuvor waren einige AI-Features ohne Limit nutzbar; jetzt sind sie an das Credit-Budget gebunden. Für Nutzer, die AI-Features intensiv nutzen, bedeutet das aktives Budget-Management.
- 2023–2024 — FigJam wurde deutlich ausgebaut: AI-Features für automatische Sortierung von Stickies, Template-Generierung und Meeting-Zusammenfassungen. Der Übergang von Workshop zu Design ist damit nahtloser als je zuvor.
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