FARO SCENE
FARO Technologies
Redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen (Anbieterangaben, Preislisten, unabhängige Bewertungsplattformen), kein Hands-on-Produkttest, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben. Die Sternebewertung ist eine Meinung der Redaktion.
Tool öffnenRegistrierungs- und Verarbeitungssoftware für FARO-Laserscanner. Wandelt Rohdaten aus FARO Focus, Orbis, Swift und Freestyle 2 Scannern in registrierte, kolorierte Punktwolken um, mit interaktiver und hybrider Registrierung (Punktwolke-zu-Punktwolke, Zielmarken, Vermessungskontrolle, einzeln oder kombiniert). SCENE ist das Standard-Verarbeitungstool für jeden FARO-Scanbetreiber. Automatisiert werden Datenverarbeitung, Marker-Suche und Einfärbung, eine echte KI-gestützte Klassifikation oder Defektbewertung bietet SCENE aber nicht.
Kosten: FARO veröffentlicht keine Listenpreise, Preis nur auf Anfrage über den FARO-Vertrieb. SCENE ist als Perpetual-Lizenz (Einmalkauf, 12 Monate Wartung inklusive) und als zeitbasierte Subscription-Lizenz erhältlich. Eine voll funktionsfähige 30-Tage-Testversion ist kostenlos. Beim Kauf eines FARO Focus, Orbis, Swift oder Freestyle 2 Scanners liegt SCENE in der Erstkonfiguration meist bei.
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Stärken
- Nahtlose Integration mit FARO Focus, Orbis, Swift und Freestyle 2 Scannern, keine Drittsoftware nötig
- Hybridregistrierung kombiniert Punktwolke-zu-Punktwolke, Zielmarken und Vermessungskontrolle in einem Workflow
- Automatische Einfärbung, Filter zur Bereinigung und automatische Suche nach Kugeln, Schachbrett- und codierten Markern
- Sphere XG-Integration zum webbasierten Teilen von Scan-Projekten mit Beteiligten
- VR-Modus zur 3D-Begehung der erfassten Szene direkt im Workflow (2D, 3D und VR)
- Deutschsprachige Oberfläche, Dokumentation und Support aus der FARO-DACH-Organisation
Einschränkungen
- Keine ML-basierte automatische Klassifikation oder Defektbewertung, SCENE zeigt Farbabweichungskarten, beurteilt aber nicht
- Auf FARO-Hardware optimiert: Fremdscanner (Leica, Riegl, Trimble) lassen sich importieren, der Workflow bleibt aber weniger reibungslos als bei nativen FARO-Daten
- Für komplexe industrielle Messketten (GD&T, toleranzbasierte Freigabeprüfung) reicht SCENE oft nicht, PolyWorks oder Geomagic ergänzen
- Subscription ohne aktiven Wartungsvertrag bedeutet keinen Zugang zu neuen Versionen
- Große Projekte verlangen eine leistungsstarke Workstation, leichtfüßig ist die Software nicht
- Lock-in-Effekt: Wer einmal in der SCENE-Projektdatenstruktur arbeitet, migriert nur mit Aufwand zu Drittsoftware
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du betreibst bereits einen FARO Focus, Orbis, Swift oder Freestyle Scanner
- Du brauchst eine integrierte Registrierungs- und Verarbeitungssoftware ohne Drittanbieter-Bruch
- Du arbeitest in Schiffbau, Industrieanlagen, Denkmalschutz oder Forensik mit hohem Scan-Volumen
- Du willst Punktwolken über Sphere XG mit Projektpartnern teilen, ohne große Datenpakete zu verschicken
Wann nein
- Du nutzt überwiegend Leica-, Riegl- oder Trimble-Hardware, dort sind die Hersteller-Tools besser integriert
- Du brauchst tiefe GD&T-Toleranzprüfung mit normbasierter Freigabe, dann ergänze PolyWorks oder Geomagic
- Du willst Punktwolken-Open-Source-Workflows aufbauen, CloudCompare ist kostenlos und formatoffen
- Du brauchst KI-basierte automatische Defekt-Klassifikation, SCENE liefert Visualisierung, keine Bewertung
Kurzfazit
FARO SCENE ist die Standard-Verarbeitungssoftware für jeden FARO-Laserscanner, wer mit Focus, Orbis, Swift oder Freestyle 2 arbeitet, kommt an SCENE praktisch nicht vorbei. Die Stärke liegt in der nahtlosen Integration der gesamten FARO-Pipeline: vom Scan über die Registrierung bis zum geteilten Cloud-Projekt in Sphere XG. Was SCENE nicht ist: eine universelle Punktwolken-Plattform und keine KI-getriebene Defekt-Klassifikation. Wer Hardware-übergreifende Workflows oder tiefe automatische Bewertung braucht, ergänzt SCENE durch PolyWorks, Geomagic oder CloudCompare. Für FARO-Betreiber bleibt es trotz dieser Grenzen das pragmatischste Werkzeug, aber keine echte AI-Workbench.
Für wen ist FARO SCENE?
Werften und Schiffbau: Eine der Kern-Zielgruppen von SCENE, FARO bewirbt den Schiffbau explizit als Anwendungsfeld. Rumpfsektionen scannen, gegen CAD vergleichen, Schweißverzug früh erkennen, das ist ein typischer SCENE-Workflow und macht das Tool für Werften praktisch unverzichtbar, sobald ein FARO Focus im Einsatz ist.
Industriebetriebe & Anlagenbau: Für As-built-Dokumentation großer Anlagen (Chemie, Energie, Schwermaschinenbau) ist SCENE das naheliegende Tool, um Bestandsaufnahme und Soll-Ist-Vergleich direkt im FARO-Workflow zu halten. Laut FARO lassen sich Projektpunktwolken jeder Größe detailliert anzeigen.
Strafverfolgung & Forensik: FARO positioniert SCENE ausdrücklich für Tatortuntersuchung, Unfallrekonstruktion und Brandursachenermittlung, die Anwendungsseite listet diese Felder explizit. SCENE liefert dazu die 3D-Begehung im VR-Modus, die für die Beweisdarstellung relevant ist.
Architektur, BIM & Denkmalschutz: Für die Bestandserfassung von Gebäuden vor Sanierungen oder Umbauten liefert SCENE die Punktwolke, die anschließend in CAD-/BIM-Werkzeugen weiterverarbeitet wird. Über die FARO As-Built Software lassen sich Scandaten laut Hersteller in CAD-/BIM-Workflows überführen.
Forschung & Lehre: SCENE ist auf vielen Hochschulen mit FARO-Hardware im Einsatz, weil die Bedienlogik niedrig ist und Studierende ohne Programmierkenntnisse zu Ergebnissen kommen. Für Forschungsprojekte mit Skripting-Bedarf ist hingegen CloudCompare oder Python-basiertes Open3D meist besser.
Weniger geeignet für: Betriebe mit gemischter Scanner-Flotte (Leica, Riegl, Trimble parallel), Anwender, die echte KI-basierte Defekterkennung suchen, und alle, die formatoffene Open-Source-Workflows aufbauen wollen, dort ist CloudCompare die ehrlichere Wahl.
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Kostenlose Testversion | 0 € | Voll funktionsfähige 30-Tage-Testversion, ideal zur Hardware-Evaluierung |
| Perpetual-Lizenz | Auf Anfrage | Klassischer Einmalkauf, 12 Monate Wartung inklusive, danach Wartung verlängerbar |
| Subscription-Lizenz | Auf Anfrage | Zeitbasierte Lizenz mit Zugang zu allen Updates, solange die Subscription aktiv ist |
| Im Scanner-Bundle | Teil des Hardware-Kaufs | Beim Kauf eines FARO Focus, Orbis, Swift oder Freestyle 2 Scanners liegt SCENE in der Erstkonfiguration meist bei |
| SCENE 2go App | kostenlos | Viewer-App (Zugriff über USB-Stick), um Projekte mit Kunden zu teilen und gemeinsam durchzusehen, kein voller SCENE-Funktionsumfang |
| Sphere XG | Separat | Webbasierte Plattform für Projekt-Sharing, wird eigenständig lizenziert |
Einordnung: FARO veröffentlicht keine Listenpreise, der Preis läuft ausschließlich über den Vertrieb, was einen direkten Vergleich mit Leica Cyclone oder Trimble RealWorks erschwert. Wer online kursierende Richtwerte liest, sollte sie mit Vorsicht behandeln, sie schwanken je nach Region, Bundle und Bestandskunden-Status erheblich. Wichtig ist die Wahl zwischen Perpetual- und Subscription-Modell: Bei der Perpetual-Lizenz sichert erst ein aktiver Wartungsvertrag den Zugang zu neuen Versionen, bei der Subscription enden Updates mit dem Ablauf der Laufzeit. Für reine Punktwolken-Nutzer ohne FARO-Hardware ist SCENE nicht der natürliche Einstiegspunkt; in der Praxis kauft kaum jemand SCENE losgelöst vom Scanner.
Stärken im Detail
Nahtlose FARO-Integration. Das ist die wichtigste Stärke und gleichzeitig die größte Schwäche: SCENE ist auf die FARO-Hardware optimiert. Wer einen FARO Focus, Orbis, Swift oder Freestyle 2 nutzt, bekommt einen End-to-End-Workflow, der mit keinem Konkurrenten so reibungslos läuft. Targets werden automatisch erkannt, WLAN-Transfer vom Scanner ist eingebaut, Sphere XG ist die natürliche Cloud-Erweiterung. Für FARO-Kunden ist das ein echter Produktivitätsfaktor.
Hybridregistrierung als Alleinstellung. SCENE erlaubt es, Punktwolke-zu-Punktwolke-Registrierung, Zielmarken und externe Vermessungskontrolle in einem Projekt zu kombinieren, separat oder als Mischung. Bei Großprojekten (z. B. eine 200-Meter-Werfthalle mit 80 Scan-Positionen) ist diese Flexibilität entscheidend, weil reine Cloud-Registrierung oft nicht ausreichend genau bleibt und reine Targets zu viel Vor-Ort-Aufwand bedeuten.
Große Projekte im Blick. SCENE ist darauf ausgelegt, Projektpunktwolken jeder Größe detailliert anzuzeigen, und nutzt die PC-Hardware laut FARO gezielt aus. In der Praxis heißt das: Auch umfangreiche Projekte mit vielen Scan-Positionen sind bearbeitbar, vorausgesetzt, SSD und Grafikkarte sind ordentlich dimensioniert. Konkrete Grenzwerte (maximale Punktzahl) nennt FARO nicht öffentlich; wer regelmäßig sehr große Projekte fährt, sollte die Hardware-Anforderungen vorab mit dem Vertrieb klären.
Sphere XG für Cloud-Sharing. Über die Sphere XG-Integration lassen sich Scan-Projekte hochladen und webbasiert teilen. Bauherren, Auftraggeber und Subunternehmer können in Panorama-Ansichten, 3D-Fly-Throughs und VR-Touren navigieren, ohne SCENE installieren zu müssen. FARO beschreibt das als sicheren Austausch von Scan-Projektdaten und stellt die Zusammenarbeit über die Sphere XG-Plattform in den Mittelpunkt, für Architektur- und Schiffbau-Projekte ein realer Workflow-Hebel.
VR-Modus für 3D-Begehung. Mit einem VR-Headset lassen sich erfasste Räume direkt begehen, FARO nennt die VR-Ansicht als eine der Kernfunktionen von SCENE. Das klingt wie eine Spielerei, ist aber in Forensik, Denkmalschutz und Anlagenplanung ein echter Produktivitätsgewinn, Stakeholder verstehen einen 3D-Raum in 30 Sekunden VR-Tour besser als in einer Stunde 2D-Plan-Erklärung.
Stabile deutsche Support-Organisation. FARO unterhält eine DACH-Niederlassung mit deutschem Telefonsupport, deutscher Dokumentation und regelmäßigen Trainings in Korntal-Münchingen. Für Werften und Industriebetriebe, die SCENE produktiv einsetzen, ist das ein wichtiger Faktor, Hotline auf Englisch in eine US-Zeitzone ist bei produktiven Stillstand-Szenarien keine gute Lösung.
Schwächen ehrlich betrachtet
Wenig echte KI. FARO bewirbt SCENE über „automatische” Funktionen, aber der wirkliche ML-Anteil ist überschaubar: automatische Datenverarbeitung, automatische Suche nach Kugeln, Schachbrett- und codierten Markern, Filter zur Bereinigung. Eine automatische Klassifikation von Bauteilen (Wand vs. Rohr vs. Stützpfeiler) oder eine Bewertung der Kritikalität von Abweichungen findet nicht statt. Wer eine echte KI-Werkbank für Punktwolken sucht, wird enttäuscht, SCENE ist Verarbeitungssoftware mit etwas Automatisierung, kein KI-Tool im engeren Sinn. Deshalb führen wir es hier als KI-nahes Werkzeug (adjacent), nicht als KI-Kernprodukt.
Hardware-Lock-in. Wer mit FARO arbeitet, bleibt bei FARO. Scans aus Leica Cyclone, Riegl RiSCAN oder Trimble RealWorks lassen sich zwar importieren, aber die Workflow-Qualität ist deutlich schlechter als bei nativen FARO-Daten. Das ist eine bewusste Strategie von FARO und legitim, aber für gemischte Flotten ein Problem.
Kein Werkzeug für tiefe Qualitätsprüfung. SCENE ist auf Erfassung, Registrierung und Visualisierung ausgelegt. Für die eigentliche Qualitätskontrolle gegen ein CAD-Modell verweist FARO selbst auf die BuildIT Construction Software, und tiefe Toleranzanalysen (GD&T, Freigabeprüfung gegen Normwerte, prüffähige Berichte) verlangen ohnehin ergänzende Software wie PolyWorks Inspector oder Geomagic. Wer den Soll-Ist-Vergleich als Kernaufgabe sieht, sollte SCENE nicht isoliert bewerten, sondern als Teil einer Werkzeugkette.
Pricing-Intransparenz. FARO veröffentlicht keine offiziellen Listenpreise. Die hier genannten Richtwerte stammen aus Marktberichten und Vertriebsangeboten, schwanken aber je nach Region, Bundle und Bestandskunden-Status erheblich. Wer SCENE bewerten will, muss durch den Vertrieb, und der reagiert nicht immer schnell.
Subskriptions-Update-Bindung. Wer den Wartungsvertrag aussetzt, friert die Version ein. Das ist Industrie-Standard, schmerzt aber doppelt: SCENE erhält regelmäßig Updates (etwa zur Sphere XG-Integration und zur Unterstützung neuer Scanner), und ältere Versionen sind oft nicht mehr mit aktueller FARO-Hardware kompatibel.
Hardware-hungrig bei Großprojekten. Bei sehr großen Projekten mit vielen Scan-Positionen stößt SCENE auf durchschnittlicher Workstation-Hardware spürbar an Grenzen. FARO betont selbst die „optimale Nutzung Ihrer PC-Hardware”, das ist die freundliche Formulierung dafür, dass eine leistungsstarke Workstation mit ordentlicher GPU und schneller SSD Pflicht ist. Die Software ist nicht „leichtfüßig”.
VR-Modus mit eingeschränktem Reifegrad. Der VR-Modus funktioniert, ist aber nicht so poliert wie spezialisierte VR-Tools (etwa Matterport für Immobilien-Tours). Für interne Begehungen und Stakeholder-Demos reicht es; als Marketing-Werkzeug für End-Kunden ist es eher zweite Wahl.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Eine Hersteller-übergreifende Open-Source-Lösung brauchst | CloudCompare |
| Tiefe Toleranzprüfung und GD&T für Qualitätskontrolle willst | PolyWorks Inspector |
| Photogrammetrie statt Laserscan auswertest (Drohnenbilder) | Agisoft Metashape |
| Mobile Indoor-Vermessung als Komplettpaket suchst | geoCapture |
| Eine Trimble-zentrierte Bau-Workflow-Pipeline aufbaust | Trimble Transportation |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Leica Cyclone (der direkte Konkurrent für Leica-Hardware), Riegl RiSCAN (für Riegl-Scanner mit Fokus auf Mining und Forensik), Autodesk Recap Pro (gut, wenn der Workflow ohnehin in Autodesk-Tools weitergeht), Bentley Pointools (Anlagen- und Infrastrukturschwerpunkt). Für reine FARO-Workflows bleibt SCENE alternativlos, die anderen Tools machen erst Sinn, wenn du Hardware-übergreifend arbeitest oder spezifische Funktionen brauchst, die SCENE nicht abdeckt.
So steigst du ein
Schritt 1: Wenn du bereits einen FARO Scanner hast, ist SCENE in der Regel auf dem Scan-Laptop vorinstalliert. Andernfalls lädst du die kostenlose, voll funktionsfähige 30-Tage-Testversion über die SCENE-Produktseite („Kostenlos testen”). Starte mit einem überschaubaren Pilot-Projekt, zum Beispiel einer Halle oder Maschine mit acht bis zwölf Scan-Positionen. Setze beim Scannen ausreichend Zielmarken (Kugeln oder Schachbrett-Passmarken); das erleichtert die Registrierung später deutlich.
Schritt 2: Importiere die Scan-Positionen und starte die automatische Registrierung. Prüfe das Ergebnis kritisch, SCENE zeigt die Verknüpfungen in der interaktiven Registrierung grafisch an, sodass du fehlerhafte Verbindungen manuell auflösen kannst. Wo reine Punktwolke-zu-Punktwolke-Registrierung nicht genügt, kombinierst du sie in der Hybridregistrierung mit Zielmarken und Vermessungskontrolle.
Schritt 3: Für den Übergang in die Qualitätskontrolle nutzt du die FARO-Werkzeugkette: SCENE liefert die registrierte, gefilterte Punktwolke, die eigentliche Prüfung gegen ein CAD-Modell übernimmt die BuildIT Construction Software oder, für tiefe Toleranzanalysen, PolyWorks oder Geomagic. Welche Toleranzklassen gelten (im Schiffbau je nach Klassifikationsgesellschaft unterschiedlich), legst du im Prüfwerkzeug fest, nicht in SCENE. Die konkreten Grenzwerte sind hier nur als Beispiel zu verstehen und richten sich nach deiner Norm.
Schritt 4 (optional): Sphere XG aktivieren, um Scan-Projekte mit Auftraggebern, Subunternehmern oder internen Stakeholdern zu teilen. Panorama-Ansichten, 3D-Fly-Throughs und VR-Touren laufen im Browser, ohne dass Gegenseite SCENE installieren muss. Gerade bei mobil erfassten Orbis-Daten ist das geteilte Projekt ein spürbarer Zeitgewinn in der Abstimmung.
Ein konkretes Beispiel
Das folgende Szenario ist eine illustrative Beispielrechnung, keine gemessene Fallstudie, es zeigt, wie ein typischer Werft-Workflow mit SCENE aussehen kann. Eine mittelständische Werft in Norddeutschland scannt eine Rumpfsektion nach der Endschweißung mit einem FARO Focus. Der Scan-Vorgang läuft über mehrere Positionen in überschaubarer Vor-Ort-Zeit, die Registrierung erledigt SCENE weitgehend automatisch mit anschließender manueller Kontrolle in der interaktiven Registrierung. Die registrierte Punktwolke geht anschließend in das Prüfwerkzeug (BuildIT oder PolyWorks), wo der Soll-Ist-Vergleich gegen das CAD-Modell einen Wärmeverzug sichtbar macht, den die manuelle Vermessung mit Theodolit erst deutlich später gefunden hätte. Der Vorteil: Die Nacharbeit kann direkt in der Sektion erfolgen, statt sie später auf dem Dock teuer zu korrigieren. FARO beziffert die Erfassung mit SCENE als bis zu dreimal effizienter als herkömmliche Methoden. Zusätzlich wird das SCENE-Projekt in Sphere XG geteilt, sodass Werftingenieur, QS-Verantwortliche und Konstruktionsabteilung am gleichen Datenstand arbeiten und Versionsdiskussionen entfallen.
DSGVO & Datenschutz
- SCENE Desktop läuft lokal: SCENE ist eine Desktop-Software, die auf der PC-Hardware des Anwenders arbeitet. Solange keine Cloud-Komponente genutzt wird, bleiben die Punktwolken im lokalen Projektordner. Das ist der datenschutzfreundlichste Betriebsmodus.
- FARO ist ein US-Unternehmen: Laut FARO-Datenschutzerklärung werden personenbezogene Daten aus dem Europäischen Wirtschaftsraum in die USA übertragen, abgesichert über die EU-Standardvertragsklauseln und eine gruppeninterne Datenübertragungsrichtlinie. Das ist bei US-Anbietern üblich, aber für sensible Projekte relevant.
- Sphere XG (Cloud-Komponente): Wer Sphere XG nutzt, lädt Projektdaten in die FARO-Cloud. Ob und in welcher Region ein EU-Hosting verfügbar ist, veröffentlicht FARO nicht transparent, das solltest du vor produktivem Einsatz direkt mit dem FARO-Vertrieb klären.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Für die reine Desktop-Nutzung findet keine Auftragsverarbeitung durch FARO statt. Sobald du Sphere XG einsetzt, solltest du einen AVV mit FARO abschließen und die Datenspeicherorte schriftlich festhalten.
- Personenbezogene Daten in Scans: Bei Forensik- oder Tatort-Scans können Personen in den Punktwolken sichtbar sein. Entsprechende Lösch- oder Unkenntlichmachungs-Schritte einplanen, bevor Projekte geteilt werden.
- Empfehlung für Unternehmen: Für sensible Branchen (Verteidigung, Strafverfolgung, kritische Infrastruktur) SCENE im reinen Desktop-Modus betreiben und Sphere XG nicht aktivieren. Wer Cloud-Workflows nutzen will, vorab AVV und Speicherort mit FARO klären.
Gut kombiniert mit
- PolyWorks Inspector, für tiefe Toleranzanalysen und GD&T-Freigabeprüfung. SCENE bringt die Punktwolke ins Haus, PolyWorks übernimmt die normbasierte Auswertung mit Inspection-Reports, die in der Industrie häufig gefordert sind.
- CloudCompare, als Open-Source-Backup für formatoffene Workflows. Wer SCENE-Projekte langfristig archivieren oder mit externen Partnern teilen will, die kein FARO nutzen, exportiert in ein offenes Punktwolken-Austauschformat und übergibt an CloudCompare. Auch nützlich für skriptbare Vergleichs-Pipelines.
- Agisoft Metashape, wenn neben Laserscans auch Drohnen-Photogrammetrie zum Einsatz kommt. Metashape erzeugt Punktwolken aus Bildern, SCENE kombiniert beide Quellen im gleichen Projekt, Standard-Workflow für Werften mit gemischten Erfassungsmethoden.
Unser Fazit
FARO SCENE verdient 3 von 5 Sternen. Es ist ein solides, ausgereiftes Werkzeug, das für jeden FARO-Scanner-Betreiber zur Pflichtausstattung gehört und seinen Job zuverlässig macht. Die nahtlose Hardware-Integration, die Hybridregistrierung und die Verarbeitung großer Projekte sind echte Stärken. Was die fehlenden Sterne kostet: die geringe ML-Tiefe (trotz Marketing-Behauptungen), der Hardware-Lock-in, die fehlende Toleranzanalyse für Qualitätskontrolle und die intransparente Preisgestaltung. Wer SCENE über die reine FARO-Pipeline hinaus als „KI-Werkzeug für Punktwolken” einsetzen will, wird enttäuscht, dafür ist die Software nicht gebaut. Für FARO-Kunden ist es trotzdem alternativlos; für alle anderen gibt es bessere oder günstigere Optionen.
Was wir bemerkt haben
- Juli 2026, Re-Verifizierung der Quellen: Die früher hier genannten Jahrespreise (rund 2.995 bis 4.495 USD) ließen sich nicht bestätigen, FARO veröffentlicht keine Listenpreise. „SCENE 2go” ist zudem keine kostenpflichtige Lizenzstufe, sondern eine kostenlose Viewer-App zum Teilen von Projekten über USB-Stick. Beide Angaben haben wir korrigiert.
- Juli 2026, Eine echte ML-basierte automatische Defekterkennung oder Bauteilklassifikation ist weiterhin nicht Teil von SCENE. Die von FARO als „automatisch” beworbenen Funktionen betreffen Datenverarbeitung, Marker-Suche und Einfärbung, keine KI-gestützte Bewertung.
- 2024, Der FARO Orbis Mobile Scanner kam als mobile Ergänzung neben dem Focus hinzu; SCENE ist laut FARO mit Focus, Focus Swift, Freestyle 2 und Orbis kombinierbar und verarbeitet zusätzlich Blink Imaging sowie Drittanbieter-Scanner.
- Laufend, FARO bündelt seine Software rund um die Sphere XG-Plattform, über die sich Scan-Projekte webbasiert teilen lassen. Ältere Angaben zu abgelösten Vorgänger-Tools haben wir mangels belastbarer Quelle entfernt.
Quellen
- FARO Knowledge Base – Lizenzoptionen für FARO Software. https://knowledge.faro.com/Essentials/Software/Licensing_Options_for_FARO_Software (abgerufen am 2026-07-18). SCENE ist als Perpetual-Lizenz (12 Monate Wartung inklusive) und als zeitbasierte Subscription erhältlich; voll funktionsfähige 30-Tage-Testversionen für alle FARO-Softwareprodukte; Preisangaben nur auf Anfrage über den FARO-Vertrieb..
- FARO – SCENE 3D-Punktwolken-Software. https://www.faro.com/de-DE/Products/Software/SCENE-Software (abgerufen am 2026-07-18). Kompatibel mit FARO Focus, Focus Swift, Freestyle 2 und Orbis; interaktive und Hybridregistrierung (Punktwolke-zu-Punktwolke, Zielmarken, Vermessungskontrolle); automatische Marker-Suche, Einfärbung und Datenverarbeitung; VR-Ansicht (2D, 3D, VR); Sphere XG-Integration und kostenlose SCENE 2go Viewer-App; verarbeitet auch Blink Imaging und Drittanbieter-Scanner..
- FARO – Datenschutzerklärung. https://www.faro.com/de-DE/Privacy-Policy (abgerufen am 2026-07-18). FARO ist ein US-Unternehmen; Übertragung personenbezogener Daten aus dem EWR in die USA erfolgt auf Basis der EU-Standardvertragsklauseln und einer gruppeninternen Datenübertragungsrichtlinie..
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Hinweis: Diese Angaben können veraltet oder fehlerhaft sein. Prüfe im Zweifel immer direkt auf der Website des Anbieters.
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