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Schwacke

Autovista Group (J.D. Power)

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Die Schwacke-Liste ist Deutschlands bekanntestes Instrument für Fahrzeug-Restwertprognosen und Marktpreisanalysen. Heute Teil der Autovista Group (J.D. Power), bietet sie wöchentlich aktualisierte Gebrauchtwagenpreise, Restwertintelligenz und Flottendaten für die europäische Automobilwirtschaft.

Kosten: Ausschließlich B2B-Lizenzmodell, Preise nur auf Anfrage. Verschiedene Produktlinien für Händler, Flotten, Banken und Leasinggesellschaften. Typischer Einstieg für kleinere Händlerbetriebe ab mehreren Hundert Euro monatlich.

Stärken

  • Wöchentlich aktualisierter Preisindex auf Basis echter Händler- und Transaktionsdaten
  • Pan-europäische Abdeckung mit lokaler Marktexpertise für Deutschland, Österreich und weitere Märkte
  • Residual Value Awards als anerkanntes Qualitätsmerkmal für Fahrzeughersteller
  • Spezialisierte Flottenlösung 'RV Intelligence' für Leasinggesellschaften und Banken
  • Tiefe Segmentierung nach Ausstattung, Kilometerstand, Alter und regionalen Marktunterschieden

Einschränkungen

  • Kein Self-Service — ausschließlich B2B-Vertrag, kein öffentlicher Zugang
  • Für Einzelpersonen und kleinere KMU wirtschaftlich nicht darstellbar
  • Direkte Konkurrenz mit DAT SilverDAT im deutschen Markt — beide werden als Standard akzeptiert
  • Preistransparenz fehlt vollständig — kein Preisrechner, keine veröffentlichten Tarife
  • Onboarding und Integration erfordern technischen Aufwand und Vorlaufzeit

Passt gut zu

Leasinggesellschaften und Banken für Restwertkalkulationen Flottenbetreiber und Fuhrparkmanager Automobilhersteller und Importeure für Werthaltigkeitsanalysen Große Gebrauchtwagenhandelsnetzwerke mit Einkaufscontrolling

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du bist Leasinggesellschaft, Bank oder Flottenbetreiber und brauchst verlässliche Restwertprognosen
  • Du verwaltest mehrere Hundert bis Tausende Fahrzeuge und kannst eine Enterprise-Lizenz rechtfertigen
  • Du benötigst paneuropäische Marktdaten mit lokaler Tiefe für Deutschland und Österreich
  • Du willst Restwert-Intelligenz direkt per API in dein Fuhrparkmanagement-System integrieren

Wann nein

  • Du bist Einzelhändler oder kleiner Betrieb mit weniger als 50 Fahrzeugen im Bestand
  • Du suchst eine schnell buchbare SaaS-Lösung ohne Vertriebsgespräch
  • Du brauchst nur gelegentliche Fahrzeugbewertungen — dann reicht ein günstiges DAT-Paket
  • Dein Budget für Marktdaten liegt unter 500 EUR monatlich

Kurzfazit

Schwacke — heute Teil der Autovista Group unter J.D. Power — ist der Industriestandard für Fahrzeugrestwertprognosen im deutschsprachigen Raum. Leasinggesellschaften, Automobilbanken und Flottenbetreiber kommen an den Schwacke-Daten kaum vorbei, weil sie als Benchmark in Verträgen und Risikomodellen verankert sind. Wer aber ein schnell buchbares Tool sucht oder nur gelegentlich Fahrzeuge bewertet, wird von fehlendem Self-Service und undurchsichtiger Preisgestaltung enttäuscht sein.

Für wen ist Schwacke?

Leasinggesellschaften und Automobilbanken: Der Kernmarkt von Schwacke. Restwertprognosen fließen direkt in die Kalkulation von Leasingverträgen ein. Wer das Restwertrisiko eines 36-Monats-Vertrags falsch einschätzt, verliert Geld — Schwacke liefert hier die belastbaren Benchmarks.

Flottenbetreiber und Fuhrparkmanager: Unternehmen mit 200 oder mehr eigenen Fahrzeugen nutzen Schwacke-Daten, um Ein- und Verkaufsentscheidungen datenbasiert zu treffen. Die wöchentliche Aktualisierung macht saisonale Schwankungen und Marktverwerfungen sichtbar.

Automobilhersteller und Importeure: OEMs nutzen die Residual Value Awards und die Werthaltigkeitsanalysen, um die Wertentwicklung ihrer Modelle gegenüber dem Wettbewerb zu kommunizieren und Händlernetze zu beraten.

Große Gebrauchtwagenhandelsnetzwerke: Händlergruppen mit mehreren Standorten und hunderten Fahrzeugen im Bestand brauchen ein verlässliches Einkaufscontrolling — Schwacke liefert die Richtwerte, anhand derer Händler schnell entscheiden, ob ein Ankaufspreis marktgerecht ist.

Weniger geeignet für: Einzelhändler und kleinere Betriebe (unter 50 Fahrzeuge), Start-ups ohne etablierten Vertriebskontakt, und alle, die eine sofort buchbare Lösung ohne Vorlaufzeit suchen.

Preise im Detail

ProduktlinieZielgruppePreismodell
Schwacke HändlerbewertungKfz-Händler, EinkaufMonatslizenz, Preis auf Anfrage
RV Intelligence FlotteFlottenbetreiber, FuhrparkmanagerVolumenbasiert, Jahresvertrag
Residual Value IntelligenceLeasinggesellschaften, BankenEnterprise, Preis auf Anfrage
AutovistaVALUATION APIIT-Integration, DMS-SystemeAPI-Calls oder Flatrate
Car Cost ExpertFlottenmanagement, TCO-AnalyseModulpreis auf Anfrage

Einordnung: Schwacke veröffentlicht keine öffentlichen Preise — alle Konditionen werden individuell verhandelt. Für kleinere Händlerbetriebe beginnt eine Basislizenz erfahrungsgemäß im Bereich mehrerer Hundert Euro monatlich; Enterprise-Verträge für Leasinggesellschaften gehen in die Tausende. Ein direktes Preisangebot erhältst du nur über den Autovista-Vertrieb. Das ist für schnelle Kaufentscheidungen ein echter Nachteil gegenüber DAT, das transparente Pakete für Kleinhändler veröffentlicht.

Stärken im Detail

Der anerkannte Marktstandard für Restwerte. Schwacke-Daten sind in der deutschen Automobilbranche so tief verankert, dass sie in Leasingverträgen, Kreditbewilligungen und Flottenpolicen als Referenzwert genannt werden. Das ist ein Netzwerkeffekt, der schwer zu brechen ist: Wer mit einer Bank oder Leasinggesellschaft verhandelt, spricht deren Sprache — und die ist Schwacke.

Wöchentliche Aktualisierung auf Basis echter Transaktionen. Der Schwacke-Preisindex wird nicht aus Anzeigenpreisen, sondern aus tatsächlichen Händlertransaktionen und Marktbeobachtungen berechnet. Das macht die Daten belastbarer als rein anzeigenbasierte Wettbewerber. In volatilen Marktphasen — wie dem E-Fahrzeug-Restwerteinbruch 2024 — zeigt diese Aktualität ihren vollen Wert.

Tiefe Segmentierung nach Ausstattung und Marktregion. Ein BMW 3er mit Automatikgetriebe und Leder hat einen anderen Marktwert als dasselbe Fahrzeug ohne diese Ausstattung. Schwacke berücksichtigt diese Feinheiten auf Fahrzeugkonfigurationsebene — wichtig für Händler, die teure Sonderausstattungen beim Ankauf korrekt bewerten wollen.

Paneuropäische Reichweite für internationale Flotten. Die Autovista Group deckt neben Deutschland und Österreich auch UK, Frankreich, Spanien, Italien und weitere europäische Märkte ab. Für Unternehmen, die internationale Flotten managen, ist das ein wichtiger Vorteil gegenüber rein nationalen Lösungen.

Schwächen ehrlich betrachtet

Kein Self-Service — jede Nutzung erfordert einen Vertrag. Es gibt keinen Testzugang, keine kostenlose Schnupperversion, keine sofort buchbare Online-Lösung. Wer Schwacke nutzen will, muss den Vertrieb kontaktieren, ein Beratungsgespräch führen und einen Vertrag abschließen. Das kann Wochen dauern — und schließt spontane Nutzung vollständig aus.

Preisgestaltung ist opak. Nirgendwo auf der Website stehen Preise. Das ist in der Automotive-B2B-Branche üblich, aber frustrierend für alle, die schnell vergleichen wollen. Wer nicht weiß, was er zahlen wird, kann auch nicht prüfen, ob das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt — oder ob DAT billiger ist.

DAT SilverDAT ist gleichwertiger Konkurrent. Im deutschen Markt gelten sowohl Schwacke als auch DAT als Industriestandard. Viele Händler nutzen beide. Wer nur eine Lösung braucht, hat keine klare “besser” Option — es hängt davon ab, mit welchem Ökosystem (Leasinggesellschaft, Bank) man hauptsächlich zusammenarbeitet.

Integration erfordert technischen Aufwand. Die API-Integration in bestehende Dealer-Management-Systeme (DMS) ist nicht trivial und erfordert IT-Ressourcen. Für kleinere Betriebe ohne eigene IT-Abteilung ist das eine echte Hürde.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Tagesaktuelle Reparaturkostenkalkulationen brauchstDAT
Technische Fahrzeuginformationen für Werkstätten suchstAutodata
Als Händler auf Mobile.de vermarkten willstMobile.de Händlertools
Ein günstiges Händler-Bewertungstool ohne Vertragsbindung suchstDAT

Schwacke und DAT ergänzen sich gut — Schwacke liefert die Restwertprognose, DAT die tagesaktuelle Reparaturkalkulation. Für Leasinggesellschaften und Banken gibt es zur Schwacke-Restwertintelligenz keine echte Alternative im deutschen Markt.

So steigst du ein

Schritt 1: Kontaktiere den Autovista-Vertrieb über autovista.com/contact. Beschreibe dabei klar deinen Anwendungsfall (Händler, Leasinggesellschaft, Flotte), die Anzahl der Fahrzeuge, die du bewertest, und welche Integration du brauchst (Web-Frontend, API oder DMS-Plugin). Das Erstgespräch dauert typischerweise 30–60 Minuten.

Schritt 2: Integriere die Daten in dein bestehendes System. Für Händler gibt es eine Web-Frontend-Lösung, mit der einzelne Fahrzeuge manuell über VIN oder Modellauswahl bewertet werden können. Für größere Betriebe ist die API-Integration in Dealer-Management-Systeme wie Incadea, mobilea oder Autosoft die bessere Option — dann fließen Schwacke-Daten direkt in die Ankaufsentscheidung ein.

Schritt 3: Etabliere einen wöchentlichen Review-Prozess für deinen Bestand. Schwacke-Daten sind besonders wertvoll, wenn du sie regelmäßig mit deinen aktuellen Bestandsfahrzeugen abgleichst: Welche Modelle haben an Marktwert verloren? Wo ist Nachholbedarf beim Preis? Die wöchentliche Aktualisierung ermöglicht schnelle Reaktion auf Marktveränderungen.

Ein konkretes Beispiel

Eine mittelgroße Leasinggesellschaft aus München mit 45.000 Fahrzeugen im Portfolio nutzt die Schwacke Residual Value Intelligence für die monatliche Portfoliobewertung. Bei jedem Neuvertrag berechnet das System automatisch, ob der kalkulierte Restwert nach 36 oder 48 Monaten realistisch ist — basierend auf aktuellen Marktdaten und historischen Wertkurven für das jeweilige Modell. Im Herbst 2024, als E-Fahrzeug-Restwerte europaweit einbrachen, konnte die Gesellschaft dank der wöchentlich aktualisierten Daten die Risikoeinschätzung für betroffene Modelle innerhalb von zwei Wochen anpassen und neue Verträge für stark betroffene BEV-Modelle entsprechend neu kalkulieren — bevor größere Verluste entstanden.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Europäische Union — Autovista Group ist ein europäisches Unternehmen mit Infrastruktur in der EU
  • Datennutzung: Schwacke verarbeitet keine personenbezogenen Endkundendaten, sondern anonymisierte Markt- und Fahrzeugtransaktionsdaten
  • AVV: Für B2B-Enterprise-Kunden wird ein Auftragsverarbeitungsvertrag abgeschlossen; Standard im Vertragswerk
  • Datensicherheit: ISO-27001-Zertifizierung bei der Autovista Group vorhanden
  • Empfehlung für Unternehmen: Da Schwacke ausschließlich aggregierte Marktdaten und keine personenbezogenen Kundendaten verarbeitet, ist das DSGVO-Risiko vergleichsweise gering. Trotzdem empfiehlt sich bei der API-Integration eine Prüfung, ob Fahrzeug-VINs in die Anfragen einfließen — diese können personenbezogene Informationen enthalten.

Gut kombiniert mit

  • DAT — Schwacke liefert die Restwertprognose für Einkauf und Portfoliobewertung, DAT die tagesaktuelle Reparaturkalkulation für Zustandsbewertung bei Ankauf und Rückgabe
  • Mobile.de Händlertools — Schwacke-Richtwerte als Einkaufspreisbenchmark nutzen, mobile.de für die anschließende Vermarktung und Preisfindung im Verkauf
  • Autodata — technische Fahrzeuginformationen für Wartungs- und Inspektionsdaten als Ergänzung zur Marktbewertung

Unser Testurteil

Schwacke verdient 4 von 5 Sternen für seinen angestammten Zielmarkt. Als Branchenstandard für Restwertprognosen im deutschen und europäischen Automobilmarkt ist das Tool für Leasinggesellschaften, Banken und große Flottenbetreiber nahezu unverzichtbar. Den fünften Stern verhindert die fehlende Preistransparenz, der aufwändige Zugang ohne Self-Service, und die Tatsache, dass DAT für kleinere Händler eine oft günstigere und flexibler buchbare Alternative ist. Wer kein Enterprise-Budget hat, kommt mit DAT häufig besser weg.

Was wir bemerkt haben

  • 2021 — Die Eurotax-Gruppe wurde mit Schwacke zur Autovista Group fusioniert und dann von J.D. Power übernommen. Der Name “Schwacke” bleibt erhalten, aber das operative Unternehmen heißt seither Autovista Group. Viele Branchenvertreter sprechen weiterhin von “Eurotax Schwacke”, obwohl beide Marken nun unter einem Dach vereint sind.
  • 2024 — Der Einbruch der E-Fahrzeug-Restwerte in ganz Europa hat Schwacke-Kunden unter Druck gesetzt: BEV-Restwerte lagen teils 20–30% unter den ursprünglichen Vertragswerten. Die wöchentliche Datenaktualisierung erwies sich dabei als wichtiger Vorteil — manuelle oder quartalsmäßig aktualisierte Daten hätten die Korrektur stark verzögert.
  • 2023 — Autovista hat die Produktpalette unter dem Dach der J.D. Power-Gruppe neu strukturiert. Einige Produktnamen haben sich geändert (z.B. “Residual Value Intelligence” statt früherer Schwacke-Produktbezeichnungen). Bestandskunden sollten ihre Vertragsbezeichnungen prüfen.

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