DMPonline
Digital Curation Centre (DCC), University of Edinburgh / California Digital Library
DMPonline ist das international meistgenutzte webbasierte Werkzeug für Datenmanagementpläne, betrieben vom Digital Curation Centre (DCC) in Edinburgh in Partnerschaft mit der California Digital Library. Über 179.000 Nutzer, mehr als 800 Organisationen, über 200.000 erstellte Pläne aus 89 Ländern. Vorlagen für Horizon Europe, Wellcome Trust, UKRI und viele weitere Fördergeber. Mehrsprachige Oberfläche inklusive Deutsch. Wichtige Einordnung für KI-Syndikat: **DMPonline enthält keinerlei KI- oder ML-Komponenten**, es ist eine sorgfältig gepflegte Formular- und Template-Plattform, kein generatives Tool. Wir führen es hier als Quellen- und Strukturwerkzeug, das in jedem Forschungsdaten-KI-Workflow den Rahmen liefert.
Kosten: Kostenlos für einzelne Forschende, einschließlich Plan-Speicherung. Institutionelle Abos (Basic, Enhanced) für eigene Templates, Branding und API auf Anfrage; Vertragslaufzeit wahlweise 1 oder 3 Jahre, Preis nach Institutionsgröße und Forschungsintensität gestaffelt.
Stärken
- Keine Installation notwendig, sofort per Browser nutzbar
- Mehrsprachige Oberfläche inklusive Deutsch (auch Englisch, Spanisch, Französisch, Niederländisch)
- Vorlagen für über 30 Fördergeber, darunter Horizon Europe, Wellcome Trust, UKRI, NIH und DFG
- Kollaboratives Bearbeiten mit Kommentar- und Freigabefunktion
- Export in PDF, Word, CSV und maschinenlesbare Formate
- Open-Source-Plattform DMPRoadmap (MIT-Lizenz), Selbst-Hosting möglich
- Erprobt im Wirkbetrieb: 179.000+ Nutzer, 816 Organisationen, 203.000+ Pläne, 89 Länder
- Anbindung an institutionelle Authentifizierung (Shibboleth, eduGAIN)
Einschränkungen
- Keinerlei KI-, ML- oder LLM-Komponente, reines Formular- und Template-Werkzeug
- DFG-spezifische Templates weniger detailliert als in der deutschen Eigenentwicklung RDMO
- Hosting in Großbritannien (post-Brexit), DSGVO-Übertragung läuft über die UK-Adäquanzentscheidung
- Pricing für institutionelle Tarife nicht öffentlich, nur über Vertriebsgespräch
- Kleines Entwicklungsteam (drei Personen beim DCC), Roadmap-Geschwindigkeit begrenzt
- Englischsprachiger Support, deutsche Hilfeartikel nur partiell
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du arbeitest in einem internationalen Projekt mit Partnern aus mehreren Ländern
- Deine Institution hat (noch) keine eigene RDMO- oder DMPonline-Instanz aufgesetzt
- Du brauchst ein Horizon-Europe- oder UKRI-Template ohne lange Setup-Zeit
- Du willst kollaborativ einen DMP mit Co-Autor:innen schreiben, ohne Word-Dateien hin und her zu mailen
Wann nein
- Du erwartest KI-gestütztes Ausfüllen oder Sektion-Vorschläge, das kann DMPonline nicht
- Du brauchst maximale DFG-Tiefe, dann ist die deutsche Eigenentwicklung RDMO meist die bessere Wahl
- Deine Daten sind besonders sensibel und du willst kein Hosting außerhalb Deutschlands, dann RDMO oder Selbst-Hosting der Open-Source-Plattform DMPRoadmap
- Du brauchst tiefe Integration in eine institutionelle Forschungsdaten-Infrastruktur (DataVerse, GitLab), das geht nur über die API mit Eigenaufwand
Kurzfazit
DMPonline ist das international meistgenutzte freie Werkzeug für Datenmanagementpläne, betrieben vom Digital Curation Centre (DCC) der University of Edinburgh in Partnerschaft mit der California Digital Library. Über 179.000 Nutzer, 800+ Organisationen, 200.000+ erstellte Pläne in 89 Ländern. Wer in Horizon Europe, Wellcome Trust oder UKRI-Projekten arbeitet, findet vorgefertigte Templates und einen sauberen kollaborativen Workflow ohne Installation. Wichtige Einordnung für unsere KI-Seite: DMPonline ist kein KI-Tool. Keine LLM-Assistenz, keine automatischen Vorschläge, kein semantisches Verständnis. Wir führen es als Strukturwerkzeug, das in jedem KI-gestützten Forschungsdaten-Workflow den Rahmen vorgibt, die generative Arbeit (Textentwürfe, Methoden-Beschreibungen, Konsistenz-Checks) macht man heute typischerweise parallel in Claude oder ChatGPT.
Für wen ist DMPonline?
Forschende in Horizon-Europe-Projekten: Das Kernpublikum. Das EU-Förderprogramm verlangt einen DMP als Pflicht-Deliverable, üblicherweise als D1.1 zum Monat 6. DMPonline hat das Horizon-Europe-Template vorbereitet, inklusive der ORD-Anforderungen (Open Research Data). Konsortialpartner aus mehreren Ländern können gemeinsam am selben Plan arbeiten, ohne dass jemand eine eigene Instanz aufsetzen muss.
Forschende ohne institutionelle RDMO-Instanz: Viele deutsche Hochschulen betreiben inzwischen eigene Instanzen von RDMO (Research Data Management Organiser), die deutschsprachige Alternative. Wer dort keinen Zugang hat (kleine Institute, freie Wissenschaftler:innen, frühe Karriere-Phase ohne Institutsanbindung), nutzt DMPonline als kostenfreie Alternative.
Promovierende und Nachwuchsforschende: Wer zum ersten Mal einen DMP schreibt, profitiert von den geführten Templates und den eingebauten Hinweisen zu jeder Pflichtfrage. Die Lernkurve ist niedrig, und der DMP wird durch die Template-Struktur automatisch vollständig, vergessene Pflichtangaben fallen seltener durch.
Bibliotheks- und Forschungsdaten-Stellen an Hochschulen: Wer als Beratungsstelle die DMP-Erstellung von Forschenden begleitet, kann mit DMPonline gemeinsam am Plan arbeiten, Kommentare hinterlegen und Versionen sauber durchgehen. Mit einer institutionellen Subscription lassen sich eigene Templates und Hinweise hinterlegen, z. B. zur lokalen Speicher-Infrastruktur oder zu hauseigenen Repositories.
Internationale Konsortien außerhalb des EU-Raums: Wellcome Trust (UK), NIH und NSF (USA), kanadische Tri-Agency, australische ARC, DMPonline hat Templates für die meisten großen Wissenschaftsfördergeber. Für Konsortien mit Beteiligung mehrerer Förderregimes ist die zentrale Plattform organisatorisch einfacher als separate Tools je Region.
Weniger geeignet für: Wer KI-gestützte Vorschläge zum Ausfüllen erwartet (DMPonline ist ein Formular, kein Assistent), wer rein DFG-orientiert arbeitet und die volle DFG-Tiefe sucht (RDMO ist hier oft besser gepflegt), wer Daten in besonders sensiblen Bereichen (Medizin, Verteidigung) bearbeitet und kein UK-Hosting akzeptieren möchte, und wer die maximale Integration in deutsche Forschungsinfrastruktur (RADAR, ROR, NFDI-Konsortien) braucht.
Preise im Detail
| Tier | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Einzelnutzer | 0 € | Vollständige Funktionalität: alle Templates, Speicherung, Kollaboration, Export |
| Institutional Basic | Auf Anfrage | Eigene Templates, Anpassung der Fördergeber-Vorlagen, eigene Hinweistexte, Statistik, API-Zugang |
| Institutional Enhanced | Auf Anfrage | Basic + eigenes Branding (Logo, Farben, Favicon), Custom-URL, eigene Textbausteine im UI |
| Vertragslaufzeit | 1 oder 3 Jahre | Beide Stufen werden über Jahresverträge oder dreijährige Verträge angeboten |
| Selbst-Hosting (DMPRoadmap) | 0 € + eigene Infrastruktur | Open-Source-Quelle der Plattform unter MIT-Lizenz, Ruby on Rails |
Einordnung: Für einzelne Forschende ist DMPonline vollständig kostenfrei, alle Templates, Speicherung, Export, Kollaboration. Das gilt sowohl für klassische Wissenschaftler:innen als auch für Nachwuchskräfte ohne institutionelle Anbindung. Die institutionellen Tarife (Basic und Enhanced) richten sich an Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Forschungsbibliotheken, die eigene Templates pflegen und Branding einsetzen wollen. Preis nach „Größe und Forschungsintensität der Institution”, eine TU mit 30.000 Studierenden zahlt mehr als ein kleines Forschungsinstitut. Das ist branchenüblich, aber für Vergleichsentscheidungen unpraktisch, jeder Markt-Scan erfordert ein Gespräch mit dem DCC-Helpdesk. Open-Source-Pfad: Wer maximale Datenhoheit will und IT-Kapazität hat, kann DMPRoadmap selbst hosten, der Quellcode ist unter MIT-Lizenz auf GitHub verfügbar (aktuell v5.0.2 vom Oktober 2025).
Stärken im Detail
Sofort einsatzbereit ohne Setup. Account anlegen, Fördergeber wählen, loslegen, typischerweise unter 5 Minuten. Für Forschende, die in laufenden Anträgen kurzfristig einen DMP liefern müssen, ist das ein entscheidender Vorteil gegenüber RDMO, das in der Regel eine institutionelle Instanz voraussetzt.
Mehrsprachige Oberfläche inklusive Deutsch. Anders als ältere Bestandsbeschreibungen vermuten lassen, ist DMPonline inzwischen mehrsprachig, Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Niederländisch. Für deutsche Forschende ein Komfortvorteil; trotzdem sind die meisten Templates und Hilfetexte in Englisch verfasst, weil sie direkt aus den Fördergeber-Vorlagen stammen.
Horizon-Europe-Template gut gepflegt. Das aktuelle Template enthält die Pflichtsektionen für ORD (Open Research Data), berücksichtigt FAIR-Prinzipien, fragt nach Repositorien und langfristiger Aufbewahrung. Wer das Template ausfüllt, bekommt automatisch einen DMP, der den meisten Gutachter-Erwartungen entspricht, ohne dass man die EC-Guidance selbst durcharbeiten muss.
Open Source und institutionell auditierbar. DMPRoadmap, die Plattform hinter DMPonline, ist unter MIT-Lizenz veröffentlicht. Hochschulen mit IT-Sicherheitsanforderungen können den Quellcode auditieren, Updates verfolgen und im Notfall selbst hosten. Das ist ein qualitativer Unterschied zu proprietären Tools im selben Markt.
Wirkbetrieb statt Pilotstatus. 179.000+ Nutzer, 816 Organisationen, 203.000+ Pläne und 89 Länder, DMPonline ist keine Forschungs-Demo, sondern produktive Infrastruktur. Für Forschungsdaten-Stellen ist die Stabilität wichtig: Wer einen DMP für ein 4-jähriges Projekt anlegt, will nicht in zwei Jahren auf ein Nachfolge-Tool migrieren müssen.
Kollaboratives Bearbeiten ohne Mail-Pingpong. Co-Autor:innen einladen, Sektionen parallel bearbeiten, Kommentare hinterlegen, Versionen vergleichen, alles im Browser. Für verteilte Konsortien deutlich praktischer als eine zwischen Word, OneDrive und SharePoint reisende DMP-Datei.
API für Institutions-Workflows. Über die API können Hochschulen DMPs in eigene Repositorien einhängen, Statistik-Dashboards bauen oder DMP-Versionen automatisch mit Projektmanagementsystemen verknüpfen. Für ambitionierte Forschungsdaten-Stellen ist das die Brücke in die institutionelle Infrastruktur.
Schwächen ehrlich betrachtet
Kein KI im Tool. Es muss klar gesagt werden, gerade auf unserer Seite: DMPonline enthält keinerlei generative oder ML-basierte Komponente. Kein Auto-Vorschlag für Sektionen, keine semantische Konsistenzprüfung, keine FAIR-Bewertung per LLM. Die Plattform ist ein gut gemachtes Formular-Werkzeug mit Templates, nicht mehr und nicht weniger. Wer KI-Vorschläge will, müsste den fertigen DMP separat durch Claude oder ChatGPT prüfen lassen.
DFG-Tiefe schwächer als in RDMO. Die in Deutschland entwickelte Alternative RDMO (Research Data Management Organiser) hat eine deutlich engere Anbindung an DFG-Anforderungen, NFDI-Strukturen und deutsche Forschungsdaten-Infrastruktur. Wer rein national arbeitet und keinen Horizon-Europe-Bezug hat, ist mit RDMO oft besser bedient.
Hosting in Großbritannien, post-Brexit DSGVO-Klärung nötig. Das Hosting des DCC liegt in Großbritannien, das seit Brexit datenschutzrechtlich Drittstaat ist. Die UK-Adäquanzentscheidung der EU-Kommission (gültig bis Juni 2025, voraussichtlich Verlängerung) macht den Transfer rechtlich tragbar, aber jede Datenschutz-Folgenabschätzung sollte den UK-Status explizit dokumentieren. Für besonders sensible Forschungsdaten ist Selbst-Hosting via DMPRoadmap oder die deutsche Alternative RDMO die saubere Lösung.
Pricing intransparent. Für institutionelle Tarife gibt es keine öffentliche Preisliste. Jede Beschaffungsentscheidung erfordert ein Gespräch mit dem Helpdesk. Im Hochschulkontext mit jährlichen Beschaffungszyklen ist das Reibung, die sich vermeiden ließe.
Kleines Team, langsame Roadmap. Das DMPonline-Team beim DCC besteht aus drei Personen, eine in der Kundenbetreuung, zwei in der Entwicklung. Das ist ehrenhaft transparent, bedeutet aber: große Feature-Wünsche brauchen lange. Wer schnelle Releases und intensive Weiterentwicklung erwartet, sollte realistische Erwartungen haben.
Englischsprachiger Support. Die Oberfläche ist mehrsprachig, der direkte Helpdesk-Support läuft jedoch auf Englisch. Für deutsche Nutzer:innen mit eingeschränkten Englischkenntnissen ein praktisches Hindernis, auch wenn Englisch im Wissenschaftsbetrieb üblich ist.
Keine tiefe Integration in deutsche Forschungsinfrastruktur. RADAR, NFDI-Konsortien, ROR, Re3data, die Anbindung an deutsche und europäische Repository- und Identifikatoren-Infrastruktur ist über die API möglich, aber nicht out-of-the-box. Für tiefe institutionelle Workflows ist RDMO meist näher dran.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Eine generative KI für DMP-Sektionsentwürfe nutzen willst | |
| Quellen-Recherche zu Datenmanagement-Standards brauchst |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: RDMO (Research Data Management Organiser, die deutsche Open-Source-Alternative, an vielen Hochschulen institutionell betrieben, stärkste DFG-Anbindung), easyDMP (skandinavische Variante von Sigma2 in Norwegen), DSW (Data Stewardship Wizard) (tschechische Open-Source-Lösung mit FAIR-Fokus) und Argos (OpenAIRE-Projekt im EU-Kontext). DMPonline ist im internationalen Segment der profilierteste Anbieter, gerade durch die DCC-Reputation, die institutionelle Reichweite und die multi-funder Template-Tiefe. Für rein deutsche DFG-Projekte ist RDMO meist die natürlichere Wahl; für alles, was Horizon Europe, UKRI oder international gemischt ist, ist DMPonline die pragmatischere Option.
So steigst du ein
Schritt 1: Account anlegen. Öffne dmponline.dcc.ac.uk, erstelle einen kostenlosen Account. Wenn deine Institution institutioneller Subscriber ist, melde dich mit deinem Hochschul-Account an (Shibboleth/eduGAIN), dann sind eigene Templates und Branding bereits verfügbar. Sonst funktioniert auch ein einfaches Mail-Login.
Schritt 2: Passendes Template wählen. Beim Anlegen eines neuen Plans wirst du gefragt, welcher Fördergeber zutrifft. Wähle „Horizon Europe”, „UKRI”, „Wellcome Trust” oder das passende nationale Template. DMPonline lädt automatisch die Pflichtfragen plus Hinweise, was Gutachter:innen erwarten. Tipp: Wenn du parallel die Förderausschreibung offen hast, gleiche die Sektionen ab, manche Calls verlangen zusätzlich spezifische Punkte über das Standard-Template hinaus.
Schritt 3: Co-Autor:innen einladen und Sektionen verteilen. In Konsortialprojekten ist es sinnvoll, die thematischen Sektionen je nach Expertise zu verteilen, Datenmanagement an die WP-Leitung, Ethik an die Compliance-Verantwortlichen, Repositorien an die Bibliothek. Über die Einladungs-Funktion teilst du den Plan, hinterlegst Bearbeitungs- oder Kommentarrechte und siehst Änderungen in der Versionshistorie.
Schritt 4 (optional): KI-gestützte Ergänzung über externes Tool. DMPonline selbst hat keinen KI-Layer. Wer Sektionen schneller füllen will, kann eine LLM-Variante parallel nutzen: Fördergeber-Frage + Projektbeschreibung in
Ein konkretes Beispiel
Eine Nachwuchsforscherin an der Charité Berlin koordiniert ein internationales Horizon-Europe-Konsortium zur klinischen Studie mit Partnern aus Wien, Stockholm, Lissabon und Helsinki. Das Konsortium muss bis Monat 6 einen DMP als Deliverable D1.1 abliefern. Ohne DMPonline wäre der Prozess: Word-Vorlage runterladen, ausfüllen, an die fünf Partner schicken, Kommentare einsammeln, integrieren, neue Version verteilen, Wochen an asynchroner Mail-Arbeit. Mit DMPonline: Plan anlegen, Horizon-Europe-Template laden, fünf Co-Autoren einladen, je Partner eine Sektion zuweisen. Parallel nutzt die Forscherin
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Großbritannien, am Standort des Digital Curation Centre (Edinburgh). Post-Brexit ist UK datenschutzrechtlich Drittstaat. Die EU-Kommission hat im Juni 2021 einen Angemessenheitsbeschluss für UK getroffen (gültig zunächst bis Juni 2025, mit voraussichtlicher Verlängerung), damit ist der Datentransfer aus der EU rechtlich unkritisch, sollte aber explizit dokumentiert werden.
- Datennutzung: DMPs der Forschenden werden für den eigenen Zweck gespeichert. Aggregierte Nutzungsstatistiken werden für die institutionellen Subscriber bereitgestellt. Eine mandantenübergreifende Auswertung von DMP-Inhalten für andere Zwecke ist nach DCC-Aussage nicht vorgesehen.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Für institutionelle Subscriber verfügbar. Einzelnutzer arbeiten unter den Standardnutzungsbedingungen; bei sensiblen Forschungsdaten sollte vor dem Hochladen geprüft werden, ob die Daten den DMP-Kontext überhaupt benötigen, oder ob nur abstrahierte Beschreibungen ausreichen.
- Open-Source-Pfad: Wer maximale Datenhoheit will (z. B. medizinische Forschungseinrichtung mit besonderem Datenschutzbedarf), kann DMPRoadmap selbst hosten, der Quellcode steht unter MIT-Lizenz auf GitHub.
- Empfehlung für Forschungseinrichtungen: Für Standardforschung mit Horizon-Europe-Bezug ist DMPonline unkritisch nutzbar, UK-Adäquanz, DCC als seriöser Anbieter, keine sensiblen Personendaten im DMP selbst. Für besonders sensible Bereiche (klinische Patientendaten, Geheimnis-Forschung) ist Selbst-Hosting oder die deutsche RDMO-Alternative die sauberere Wahl. In jedem Fall die UK-Datenübertragung in der internen Datenschutz-Dokumentation explizit erwähnen.
Gut kombiniert mit
Claude oderChatGPT , DMPonline liefert Struktur und Template, das LLM hilft bei Erstentwürfen einzelner Sektionen. Klassischer Workflow: Pflichtfrage aus dem Template + abstrahierte Projektbeschreibung ins LLM, Entwurf generieren, im DMPonline-Editor einfügen und sauber überarbeiten.Perplexity , für die Recherche zu passenden Repositorien (re3data, OpenAIRE), FAIR-Prinzipien-Quellen oder fördergeberspezifischen Anforderungen. Quellen werden als Zitat-Verweise im DMP belegbar.- Institutionelle Repositorien (Zenodo, RADAR, eigenes Institut), DMPonline beschreibt im DMP die Repositorien, in die die Daten später wandern. Die Auswahl ist Teil des Plans und sollte am Anfang stehen, nicht erst zum Projektende.
Unser Testurteil
DMPonline verdient 3 von 5 Sternen, eine kalibrierte Bewertung. Für die Zielgruppe (Forschende in internationalen Förderkontexten, kleine Institute ohne eigene RDMO-Instanz) ist die Plattform ein solides, kostenfreies und gut gepflegtes Werkzeug, das seit Jahren stabil läuft und mit 179.000+ Nutzern aus 89 Ländern produktive Praxis abdeckt. Die Open-Source-Basis, die mehrsprachige Oberfläche und die breite Template-Auswahl sind klare Stärken. Den vierten und fünften Stern verliert es aus zwei Gründen, die für eine KI-fokussierte Bewertungsseite besonders relevant sind. Erstens: Es ist kein KI-Tool, keine LLM-Assistenz, keine generativen Sektionsvorschläge, keine semantische Konsistenzprüfung. Wer KI-Unterstützung beim DMP-Schreiben sucht, muss das parallel mit Claude oder ChatGPT machen. Zweitens: Im rein deutschen DFG-Kontext ist RDMO meist die spezifischere Alternative. Für die internationale Forschungslandschaft bleibt DMPonline aber eine klare Empfehlung.
Was wir bemerkt haben
- Mai 2026, DMPonline ist inzwischen mehrsprachig (Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Niederländisch). Frühere Reviews und Vergleichstexte, die noch von „nur englischer Oberfläche” sprechen, sind überholt, die deutsche UI ist Standard, auch wenn der direkte Support weiterhin englischsprachig läuft.
- Oktober 2025, Der Open-Source-Kern DMPRoadmap wurde in Version 5.0.2 veröffentlicht (62 Releases insgesamt, 6.695 Commits). Aktive Weiterentwicklung, wenn auch mit kleinem Team, ist nachweisbar.
- Mai 2026, Bemerkenswert: Trotz globaler Reichweite (179.000+ Nutzer, 89 Länder) besteht das DMPonline-Kernteam beim DCC nur aus drei Personen. Das DCC kommuniziert das offen und sucht teilweise nach Unterstützung, Forschende, die langfristig auf das Tool setzen, sollten diese Größenordnung kennen.
- Mai 2026, Keine KI-Komponente ist eingebaut, und es gibt keine öffentliche Roadmap für ein LLM-Modul. Das ist bemerkenswert, weil viele Forschungsdaten-Stellen 2025/26 aktiv mit KI-gestützten FAIR-Bewertungen experimentieren. DMPonline bleibt bewusst beim Template-Ansatz.
- 2025, Die UK-Adäquanzentscheidung der EU-Kommission läuft Mitte 2025 aus und steht zur Verlängerung an. Für Forschungseinrichtungen, die DMPonline für mehrjährige Projekte einsetzen, ein Punkt zum Beobachten, bei Nicht-Verlängerung würden Standardvertragsklauseln oder ein Wechsel auf RDMO/Selbst-Hosting notwendig.
- Korrektur zu früheren Beschreibungen, Der Anbieter ist nicht „die Privatperson DCC”, sondern das Digital Curation Centre der University of Edinburgh in Partnerschaft mit der California Digital Library. Die Plattform ist Open Source unter MIT-Lizenz, was Selbst-Hosting und Auditierung erlaubt.
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