KI-gestützte Compliance-Software für kosmetische Produkte, positioniert als günstigere Alternative zu traditionellen Regulatory-Affairs-Dienstleistern. Cosmetica generiert automatisch EU-konforme Product Information Files (PIFs), prüft Inhaltsstoffe gegen aktuelle Verbotslisten in 15+ Märkten und unterstützt bei CPNP-Meldedaten, FDA-MoCRA-Registrierungen und UK-SCPN-Anmeldungen. Besonders für Indie-Marken ohne eigenes Regulatory-Team konzipiert.
Kosten: Starter ab 199 USD/Monat (Jahreszahlung) bzw. 249 USD/Monat (25 Produkte, US + 2 Märkte). Professional 499 USD/Monat (Jahreszahlung) bzw. 599 USD/Monat (100 Produkte, alle 15+ Märkte). Enterprise ab 1.249 USD/Monat (Jahreszahlung) bzw. 1.499 USD/Monat (unlimitierte Produkte und Analysen).
Stärken
- KI-generierte PIF-Dokumentation für EU-Anforderungen mit Belegketten zu regulatorischen Quellen
- Multi-Markt-Compliance: EU CPNP, FDA MoCRA, UK SCPN sowie 12 weitere Märkte (Kanada, Japan, China, Australien, Brasilien u. a.)
- Preislich zugänglich für Indie-Marken (ab 199 USD/Monat bei Jahreszahlung)
- Label-Generator für INCI, FDA Nutrition Facts, Supplement Facts und Drug Facts
- Echtzeit-Tracking regulatorischer Änderungen für 70+ Inhaltsstoffe
- Verschlüsselung der Rezepturen (AES-256 at rest, TLS 1.3 in transit) und Mandanten-Isolation
Einschränkungen
- Junges Unternehmen, Verlässlichkeit der Datenbanken noch nicht über Jahre erprobt
- Regulatorische Daten sollten vor CPNP-Einreichung von einem Sicherheitsbewerter (Safety Assessor) bestätigt werden, Cosmetica ersetzt keine zugelassene Person
- Kein deutschsprachiges Interface, kein deutscher Support
- Datenhaltung in den USA (GDPR-konform per Vertrag, aber keine EU-Datenresidenz)
- Kein direkter API-Upload ins CPNP-Portal, die Meldung bleibt manueller Klick-Vorgang
- Kein Ersatz für die ISO-22716-GMP-Dokumentation, Cosmetica ist Regulatory, nicht Qualitätsmanagement
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du gründest eine Indie-Kosmetikmarke und brauchst PIFs für 5–25 Produkte ohne fünfstellige Beraterkosten
- Du expandierst aus den USA in die EU (oder umgekehrt) und brauchst Multi-Markt-Compliance aus einer Hand
- Du willst die Inhaltsstoff-Recherche und Label-Generierung beschleunigen, hast aber einen Safety Assessor für die Endabnahme
- Du brauchst ein Echtzeit-Monitoring regulatorischer Änderungen, um nicht jeden Annex-Update manuell zu verfolgen
Wann nein
- Du hast über 100 SKUs und ein eigenes Regulatory-Team, dann ist Cosmetri oder Veeva Vault besser skalierbar
- Dein Unternehmen verlangt EU-Datenresidenz oder deutschsprachigen Support
- Du suchst ein vollständiges PLM-System mit Rezepturversionierung und Lieferanten-QM, dafür ist die Plattform zu schmal
- Du brauchst eine validierte, von einer zuständigen Behörde anerkannte Lösung (z. B. für GxP-Regularien), Cosmetica ist nicht 21 CFR Part 11 zertifiziert
Kurzfazit
Cosmetica ist die KI-gestützte Compliance-Software für Indie-Kosmetikmarken, und in genau dieser Nische der pragmatischste Einstieg in die regulatorische Pflichtarbeit. Statt 1.500–2.500 EUR pro Produkt an externe Regulatory-Berater zu zahlen, automatisiert Cosmetica die Inhaltsstoffprüfung, PIF-Erstellung und Multi-Markt-Recherche für 15+ Jurisdiktionen, von EU CPNP über FDA MoCRA bis zu UK SCPN. Die Stärke liegt im Preis-Leistungs-Verhältnis für Marken mit fünf bis 25 Produkten, die kein eigenes Regulatory-Team haben. Schwächen: kein deutsches Interface, US-Datenhosting, kein direkter CPNP-Upload (nur Vorbereitung), und vor der CPNP-Einreichung sollte trotzdem ein zugelassener Sicherheitsbewerter prüfen. Für etablierte Marken mit 100+ SKUs ist die Plattform zu schmal, dafür sind Cosmetri oder Veeva Vault die ernsthaftere Wahl.
Für wen ist Cosmetica?
Indie-Beauty-Gründerinnen und -Gründer: Wer eine Naturkosmetik-, Skincare- oder Make-up-Linie mit fünf bis 25 SKUs aufbaut, hat in der Regel kein internes Regulatory-Team, und externe Beraterkosten fressen schnell das Marketingbudget auf. Cosmetica liefert die Vor-Compliance-Arbeit, die ein Sicherheitsbewerter dann nur noch gegenprüfen muss, statt bei Null anzufangen. Das senkt die Beratungskosten pro Produkt um schätzungsweise 50–70 %.
US-Marken mit EU-Expansionsplänen: Der US-Markt operiert primär unter der FDA MoCRA (in Kraft seit Dezember 2023), die EU verlangt aber CPNP-Meldung, PIF, INCI-Label und ein verantwortliches Unternehmen in der EU. Cosmetica deckt beide Welten ab und macht den Sprung über den Atlantik damit einsteigerfreundlich.
Direct-to-Consumer-Marken mit hoher Produktrotation: Wer als DTC-Brand alle paar Monate neue Limited Editions launcht, kann es sich nicht leisten, für jede Variation drei Wochen auf einen Regulatory-Bericht zu warten. Cosmetica liefert die Erstprüfung in Minuten, die finale Sicherheitsbewertung bleibt zwar Pflicht, aber der Vorlauf wird drastisch verkürzt.
Brand-Owner mit Auftragsfertigung: Wer bei einem Lohnfertiger produzieren lässt, bekommt oft Rezepturen ohne vollständige regulatorische Dokumentation. Cosmetica hilft, die INCI gegen aktuelle Annex-Listen zu prüfen und Lücken im PIF aufzudecken, bevor das Produkt in den Markt geht.
Weniger geeignet für: Etablierte Kosmetikhersteller mit eigenem Regulatory-Team (dafür sind Cosmetri oder Coptis PLM besser skalierbar), Pharma- oder Medizinprodukte-Hersteller (für GxP-Regularien fehlt die Validierung), reine DACH-Marken ohne US-Bezug (kein deutsches Interface, US-Hosting), und alle, die einen direkten API-Upload ins CPNP-Portal erwarten, diese Funktion gibt es weder bei Cosmetica noch beim Mitbewerb.
Preise im Detail
| Plan | Monatszahlung | Jahreszahlung (eff./Monat) | Produkte | Märkte | Was du bekommst |
|---|---|---|---|---|---|
| Starter | 249 USD | 199 USD | bis 25 | US + 2 weitere | Grundfunktionen: PIF-Builder, INCI-Prüfung, Label-Generator, Registration Tracking |
| Professional | 599 USD | 499 USD | bis 100 | alle 15+ Märkte | Multi-Markt-Compliance, AI-Marktintelligenz, Adverse-Event-Tracking, erweiterte Reports |
| Enterprise | 1.499 USD | 1.249 USD | unlimitiert | alle 15+ Märkte | API-Zugriff, dedizierter Account Manager, individuelle Onboarding-Begleitung, Premium-Support |
Einordnung: Cosmetica ist eines der günstigsten KI-basierten Regulatory-Tools für Kosmetik im Markt. Zum Vergleich: Ein klassischer Regulatory Consultant verlangt pro Produkt 1.500–2.500 EUR für eine vollständige Erstprüfung, das gleiche Budget deckt bei Cosmetica eine ganze Marke mit 25 Produkten für ein Jahr im Starter-Plan ab. Sweetspot ist der Professional-Plan, sobald du in mehrere Märkte exportierst (z. B. EU + US + UK + Kanada). Enterprise lohnt sich erst, wenn du mehr als 100 SKUs hast oder die API-Integration in ein eigenes ERP brauchst. Wichtig: Die Kosten für den Safety Assessor (zwingend für EU-Markt) sind nicht enthalten, rechne mit zusätzlich 300–800 EUR pro Produkt für die finale Sicherheitsbewertung durch eine zugelassene Person. Cosmetica reduziert die Vorbereitungszeit, ersetzt aber nicht die rechtlich vorgeschriebene Bewertung.
Stärken im Detail
KI-PIF-Generierung mit Belegketten. Cosmetica generiert das Product Information File (PIF), das zentrale EU-Compliance-Dokument, automatisch auf Basis der eingegebenen Rezeptur, INCI-Liste und Produktkategorie. Jede Aussage im PIF wird mit einer Quellreferenz aus den offiziellen Regulierungstexten (CosIng, Annex II/III/IV/V/VI) verlinkt. Das macht die spätere Prüfung durch den Sicherheitsbewerter deutlich schneller, er liest, prüft und ergänzt, statt jeden Eintrag selbst zu recherchieren.
Multi-Markt-Coverage statt Einzelmarkt-Fokus. Während viele Compliance-Tools sich auf einen Markt spezialisieren (oft nur EU oder nur USA), deckt Cosmetica laut Anbieter 15+ Jurisdiktionen parallel ab: EU CPNP, FDA MoCRA, UK SCPN, Health Canada CNF, Japan MHLW, China NMPA, Australien NICNAS, Brasilien ANVISA und weitere. Für DTC-Marken mit globaler Strategie ist das ein echter Effizienzhebel, eine zentrale Rezeptureingabe liefert Compliance-Reports für alle Zielländer.
Echtzeit-Inhaltsstoff-Monitoring. Regulierungen ändern sich laufend, die EU verabschiedet etwa zwei Annex-Updates pro Jahr, China und Korea passen ihre Listen mehrfach jährlich an. Cosmetica überwacht laut Anbieter den Status von 70+ Schlüssel-Inhaltsstoffen in Echtzeit und benachrichtigt bei Änderungen, die deine bestehenden Rezepturen betreffen. Das ersetzt das manuelle Abonnement von Newslettern wie dem CTPA-Bulletin oder Cosmetics Europe.
Label-Generator für mehrere Regularien. Über das PIF hinaus liefert Cosmetica einen Label-Generator für INCI-Listen (EU-konform), FDA Nutrition Facts (für Lebensmittel-Zusatzprodukte), Supplement Facts und Drug Facts. Für Marken mit Cross-Over-Produkten (z. B. Lippenpflege mit Sonnenschutz, was in den USA OTC-Drug-Status auslöst) ist das ein konkreter Mehrwert.
Preisstruktur trifft den Indie-Markt. Der Starter-Plan ab 199 USD/Monat bei Jahreszahlung ist für ein Tool dieser Tiefe ungewöhnlich günstig. Vergleichbare PLM-Systeme im Kosmetikbereich (Coptis, Sphera) starten oft erst im fünfstelligen Bereich pro Jahr und richten sich an etablierte Hersteller. Cosmetica adressiert damit eine zuvor unterversorgte Zielgruppe: Indie-Brands, die zu klein für klassische PLM-Systeme, aber zu professionell für reine Excel-Listen sind.
Verschlüsselung und Mandanten-Isolation. Rezepturen sind das wertvollste Asset einer Kosmetikmarke. Cosmetica verschlüsselt at rest mit AES-256 und in transit mit TLS 1.3 und garantiert vollständige Mandanten-Isolation. Das ist Industriestandard für SaaS-Plattformen, aber explizit dokumentiert und damit besser nachprüfbar als bei manchen kleineren Anbietern.
Schwächen ehrlich betrachtet
Junges Unternehmen, kurze Track-Record. Cosmetica ist relativ neu am Markt, die Verlässlichkeit der Datenbanken und die Aktualität der Annex-Updates sind noch nicht über mehrere Jahre erprobt. Wer kritische Markteinführungen plant, sollte stichprobenhaft prüfen, ob das Tool aktuelle Änderungen (z. B. den jüngsten EU-Methylsalicylat-Annex) korrekt abbildet. Bei Zweifeln immer mit dem CosIng-Original abgleichen.
Kein Ersatz für den Safety Assessor. Die EU-Kosmetikverordnung 1223/2009 verlangt zwingend eine Sicherheitsbewertung durch eine zugelassene Person (Toxikologe oder Apotheker mit entsprechender Ausbildung) vor der CPNP-Meldung. Cosmetica bereitet die Daten auf, aber die rechtliche Verantwortung trägt die zugelassene Person, und sie muss den Bericht selbst signieren. Wer das übersieht, riskiert Bußgelder und Marktverbote.
Kein direkter CPNP-API-Upload. Cosmetica generiert die PIF-Dokumentation, aber die eigentliche Meldung im CPNP-Portal bleibt ein manueller Vorgang im Browser. Das ist allerdings keine Cosmetica-spezifische Schwäche, kein Wettbewerber hat eine echte API zum CPNP. Die EU hat das Portal bewusst nicht für maschinelle Massenuploads geöffnet, was Regulatory-Tools systematisch limitiert.
Kein deutsches Interface, kein DACH-Support. Die Plattform ist komplett englischsprachig, der Support sitzt in den USA. Für DACH-Marken bedeutet das: Mitarbeitende müssen englisch arbeiten, Schulungsmaterial ist auf Englisch, und der Support antwortet zu US-Geschäftszeiten. Wer interne Compliance-Workflows in deutscher Sprache braucht, ist mit deutschen Anbietern wie Cosmetri oder Coptis besser aufgehoben.
US-Datenhosting ohne EU-Option. Rezeptur-Daten, also potenziell sehr sensible IP, werden in US-Rechenzentren verarbeitet. Die GDPR-Konformität ist per Vertrag erklärt, aber eine echte EU-Datenresidenz gibt es nicht. Für sensible Innovationen oder vor Patenteinreichungen ist das ein Risikofaktor, der vor Vertragsabschluss abgewogen werden sollte.
Nur Regulatory, kein vollständiges PLM. Cosmetica deckt die Compliance-Schicht ab, aber kein vollständiges Product-Lifecycle-Management mit Rezepturversionierung, Lieferantenqualifizierung, Mengenkalkulation und ISO-22716-GMP-Workflows. Wer den ganzen Stack braucht, wird Cosmetica entweder mit einem PLM kombinieren oder zu einer integrierten Plattform wie Cosmetri wechseln.
KI-Halluzinationsrisiko bei Grenzfällen. Bei klaren Fällen (Inhaltsstoff X ist in EU Annex II verboten) ist die KI verlässlich. Bei Grenzfällen (Konzentrationsgrenzwerte für Mischungen, neue Inhaltsstoffe ohne klare Annex-Zuordnung, regionale Auslegungsunterschiede) kann das Modell falsche Sicherheit vermitteln. Auch hier gilt: Sicherheitsbewerter prüft, KI liefert Vorarbeit.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Ein vollständiges Kosmetik-PLM mit Rezepturversionierung brauchst | Cosmetri |
| Ein KI-natives Multi-Agenten-System für Formulierung + Compliance suchst | ChemCopilot |
| Enterprise-Compliance-Plattform für Pharma/Life Sciences brauchst | Veeva Vault |
| COA-Verarbeitung und Lieferanten-QM automatisieren willst | TraceGains |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Coptis Lab/PLM (französischer Marktführer für Kosmetik-PLM, etabliert seit 30+ Jahren, deutlich teurer und enterprise-orientiert), Selerant DevEX (umfassendes PLM für Konsumgüter), Eco Mundo (französischer Compliance-Service mit eigener Software), Cosmetics-Inspector (Schweizer Beratung mit Tool-Komponente) und NMI (deutsche Beratung mit Software-Modul). Im Indie-Segment ist Cosmetica preislich kaum unterboten, wer mehr Tiefe braucht, geht zu Cosmetri oder Coptis, wer weniger braucht, kommt mit einem strukturierten Excel und einem Safety Assessor auf Stundenbasis aus. Cosmetica ist der Mittelweg, der KI-Geschwindigkeit mit niedrigen Einstiegskosten verbindet.
So steigst du ein
Schritt 1: Konto erstellen und ein erstes Produkt einrichten. Registriere dich auf getcosmetica.com, es gibt eine Testphase für erste Produkte. Gib Rezeptur, INCI-Liste, Produktkategorie und Zielmärkte ein. Die KI prüft sofort gegen aktuelle EU-Verbotslisten, FDA-Listen und die jeweiligen Annexe der gewählten Märkte. Erste Erkenntnisse zu Konzentrationsgrenzwerten, Pflichtwarnhinweisen und Kennzeichnungslücken liegen in Minuten vor.
Schritt 2: PIF-Dokumentation generieren und intern reviewen. Sobald die KI keine Blocker mehr meldet, generierst du das vollständige Product Information File. Lass es intern (Marketing, R&D, Produktion) sichten, typische Lücken sind unvollständige Stabilitätsdaten, fehlende Verpackungsspezifikationen oder noch nicht vorliegende mikrobiologische Tests. Cosmetica markiert diese Punkte als „außerstehend”, löst sie aber nicht selbst.
Schritt 3: Sicherheitsbewertung beauftragen und CPNP-Meldung vornehmen. Übergib das vorbereitete PIF an einen zugelassenen Safety Assessor (Liste z. B. über den BVL-Bundesverband Industrie- und Privatkosmetik). Nach erfolgter Signatur trägst du die Daten manuell ins CPNP-Portal (cpnp.ec.europa.eu) ein und meldest das Produkt. Cosmetica unterstützt die Vorbereitung, der finale Upload bleibt manueller Klick-Vorgang, auch hier ist kein Wettbewerber technisch weiter, weil das CPNP-Portal keine API anbietet.
Ein konkretes Beispiel
Eine Gründerin in Berlin startet eine Naturkosmetiklinie mit acht Produkten (Gesichtsöl, Serum, zwei Cremes, Handpflege, Lippenbalsam, zwei Bodylotions). Sie plant den Launch in EU + UK und prüft den US-Markt für 2027. Klassischer Pfad: 1.500–2.500 EUR pro Produkt für eine Regulatory-Beratung, plus 500 EUR pro Produkt für die Sicherheitsbewertung, insgesamt rund 16.000–24.000 EUR allein für die Compliance-Vorarbeit. Mit Cosmetica Starter (199 USD/Monat = rund 2.200 EUR/Jahr) erledigt sie die Erstprüfung selbst. Die KI identifiziert bei zwei Produkten potenzielle Konzentrationsprobleme mit ätherischen Ölen (Limonen-Grenzwert bei Bodylotion überschritten) und fehlende Pflichtwarnhinweise zu Allergenen. Sie passt die Formulierungen an, generiert die PIFs, und lässt nur noch die fertigen Dokumente von einem Safety Assessor signieren (8 Produkte × 450 EUR = 3.600 EUR). Gesamtkosten Compliance: rund 5.800 EUR statt 16.000–24.000 EUR, eine Ersparnis von 60–75 %. Zeitersparnis: ca. drei Wochen schnellere Markteinführung, weil die Vorarbeit nicht im Beratungs-Backlog wartet.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: USA. Anbieter ist Cosmetica Inc., kein EU-Datenresidenz-Angebot verfügbar.
- Datennutzung: Cosmetica nutzt Rezeptur-Daten zur Bereitstellung des Dienstes. Die Trainingsnutzung für KI-Modelle ist laut Datenschutzrichtlinie ausgeschlossen, sollte aber für sensible IP-Rezepturen vertraglich bestätigt werden.
- Verschlüsselung: AES-256 at rest, TLS 1.3 in transit, Mandanten-Isolation pro Organisation. Das ist Industriestandard und explizit dokumentiert.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Auf Anfrage verfügbar. Standardvertragsklauseln (SCCs) für den US-Datentransfer sollten Bestandteil sein.
- Account-Löschung: Möglich über das Account-Setting; Rezeptur-Daten werden laut Anbieter innerhalb von 30 Tagen vollständig gelöscht.
- Empfehlung für Unternehmen: Für sensible Innovations-Rezepturen vor Patenteinreichung sollte vertraglich geklärt werden, wie lange Daten gespeichert werden und welche Mitarbeitenden bei Cosmetica Zugriff haben. Bei besonders schutzbedürftigen IP (etwa neuartige Wirkstoffe) ist eine On-Premise-Alternative oder ein DACH-Anbieter mit EU-Hosting der konservativere Pfad.
Gut kombiniert mit
- Cosmetri, wenn dein PLM-Bedarf über reine Regulatory hinauswächst (Rezepturversionierung, ISO 22716, Lieferanten-QM), liefert Cosmetri die fehlende Tiefe. Cosmetica für KI-Schnellprüfung und Multi-Markt, Cosmetri für die strukturelle PLM-Schicht.
- ChemCopilot, für die Formulierungsentwicklung selbst (Rohstoff-Substitution, Stabilitätsanalyse), die Cosmetica nicht abdeckt. Workflow: ChemCopilot entwickelt und optimiert Rezeptur, Cosmetica prüft die finale INCI gegen 15+ Märkte.
- TraceGains, Lieferanten-COAs (Certificates of Analysis) für Rohstoffe werden mit TraceGains automatisiert verarbeitet, Cosmetica nutzt die geprüften Spezifikationen für die PIF-Erstellung. Sinnvoll ab einer gewissen Lieferantenzahl (10+ aktive Rohstofflieferanten).
Unser Testurteil
Cosmetica verdient 3 von 5 Sternen. Für die Indie-Beauty-Zielgruppe ist die Kombination aus KI-Geschwindigkeit, Multi-Markt-Coverage und niedrigen Einstiegskosten konkurrenzlos, wer eine Marke mit 5–25 Produkten aufbaut, bekommt hier 60–75 % Compliance-Kostenersparnis gegenüber klassischer Beratung. Den vierten Stern verliert die Plattform durch das fehlende deutsche Interface, das US-Hosting, den kurzen Track-Record und die Tatsache, dass die KI keinen Safety Assessor ersetzt. Den fünften Stern verliert sie, weil Cosmetica eben kein vollständiges PLM ist und für etablierte Hersteller mit 100+ SKUs zu schmal bleibt. Für die richtige Zielgruppe (Indie, DTC, Cross-Atlantic-Brands) ist Cosmetica trotzdem die pragmatischste Option am Markt, für DACH-Marken ohne US-Bezug ist Cosmetri meistens die ehrlichere Empfehlung.
Was wir bemerkt haben
- Dezember 2023, Die US-amerikanische FDA MoCRA (Modernization of Cosmetics Regulation Act) ist in Kraft getreten. Erstmals seit 1938 wurden US-Kosmetik-Regulierungen substanziell verschärft: Registrierungspflicht für Facilities, Listing-Pflicht für Produkte, Adverse-Event-Reporting. Cosmetica hat genau diesen Markteinstieg adressiert, die Plattform hat damit gut getimt vom regulatorischen Vakuum profitiert.
- 2024–2025, Cosmetica hat das Pricing-Modell auf drei klare Stufen konsolidiert (Starter / Professional / Enterprise) mit transparenten Listenpreisen, ungewöhnlich für ein Regulatory-Tool, wo Quote-Pricing üblich ist. Das senkt die Einstiegshürde für KMU spürbar.
- 2025, Ausweitung der abgedeckten Märkte auf 15+ Jurisdiktionen. Die ursprüngliche Positionierung als reines US/EU-Tool ist damit aufgegeben; Cosmetica positioniert sich jetzt als globale Plattform, was ambitioniert ist, weil Märkte wie China NMPA oder Japan MHLW deutlich andere Datenanforderungen haben.
- Mai 2026, Eine EU-Datenresidenz oder ein deutschsprachiges Interface ist weiterhin nicht angekündigt. Für DACH-Marken bleibt das ein Hindernis, das auch durch die preisliche Attraktivität nicht aufgehoben wird.
- Mai 2026, Trotz KI-Positionierung ersetzt Cosmetica laut eigener Dokumentation explizit nicht den Safety Assessor, eine ehrliche Klarstellung, die in Marketing-Materialien anderer KI-Compliance-Tools häufig fehlt. Dieser Realitätssinn ist ein Vertrauenssignal.
Diesen Inhalt teilen:
Empfohlen in 1 Use Cases
Beauty & Wellness
Empfohlen für diese Branchen
Arthur Atlas
KI-Analyst
So entsteht diese Bewertung
Diese Seite bewerten wir redaktionell, mit kräftiger Unterstützung von Arthur Atlas, unserem KI-Analysten. Er prüft Bewertungen nach und markiert veraltete Angaben, sobald sich der Markt dreht. Unsere Angaben stammen überwiegend aus öffentlich zugänglichen Quellen wie Anbieter-Website, Doku und Preislisten. Preise und Funktionen können sich ändern.
Hinweis: Diese Angaben können veraltet oder fehlerhaft sein. Prüfe im Zweifel immer direkt auf der Website des Anbieters.
Preise geändert, Feature veraltet oder etwas fehlt?
Wir freuen uns über Hinweise und Ergänzungen.
Du arbeitest bei Cosmetica Inc.?
Gib uns einen Testzugang, dann schauen wir tiefer rein und ergänzen die Bewertung aus erster Hand.
Nicht sicher, ob Cosmetica zu euch passt?
Wir helfen bei der Tool-Auswahl und begleiten die Einführung in euren Arbeitsalltag, unverbindlich und kostenlos im Erstgespräch.