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Climate FieldView

Bayer AG (Crop Science)

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Climate FieldView ist Bayers digitale Ackerbau-Plattform für Ertragskartierung, Feldanalyse und Saatgutvergleich. Sie verknüpft Mähdreschertelemetrie, Satelliten-NDVI, Wetterdaten und Bodenzonenkarten in einer Oberfläche, mit besonderem Fokus auf Ertragsunterschiede zwischen Sorten, Bodentypen und Bewirtschaftungszonen.

Kosten: Trial (1 Jahr) kostenlos; Prime 120 €/Jahr; Plus 499 €/Jahr (Deutschland); FieldView Drive Hardware separat (ca. 200–300 €)

Kategorien

Stärken

  • Vollständige Ertragsdaten-Pipeline vom Mähdrescher-Sensor bis zur Analysekarte
  • Automatische Integration von Satelliten-NDVI, Wetterdaten und Bodeninfos je Schlag
  • Vergleich von Hybridleistung über mehrere Felder und Saisons hinweg
  • Breite Maschinenkompatibilität: John Deere, Case IH, New Holland, AGCO und 60+ Partner
  • FieldView Drive macht ältere Maschinen ohne Hersteller-Telematik anschlussfähig
  • Weltweit in über 23 Ländern verfügbar, Bayer-Vertrieb in DACH etabliert

Einschränkungen

  • Datenhaltung auf US-Servern (Bayer/US-Rechenzentren), DSGVO-Implikationen prüfen
  • Stärken liegen bei Saatgutvergleich und Hybridanalyse, nicht primär Maschinentelematik
  • Vollständige Plus-Analytik (Aussaatkarten, Field Regions) nur mit 499 €/Jahr-Abo
  • Für saubere Ertragskarten ist ein kalibrierter Ertragssensor am Mähdrescher Pflicht
  • US-zentrisches Design: einige Funktionen (Seeds Scripts) weniger relevant für europäische Fruchtfolgen
  • Datenexport möglich, aber proprietäre Auswertungslogik bleibt in der Bayer-Cloud

Passt gut zu

Ackerbaubetriebe, die Hybridleistung über mehrere Felder und Jahre vergleichen wollen Betriebe mit herstellergemischter Maschinenflotte (JD, AGCO, Case) Berater, die Ertragsdaten aus mehreren Betrieben aggregiert analysieren wollen

Kurzfazit

Climate FieldView ist die im DACH-Raum am häufigsten anzutreffende Precision-Farming-Plattform der Hersteller-unabhängigen Kategorie, eingebettet in das Bayer-Crop-Science-Ökosystem und stark beim Vergleich von Saatgutsorten, Hybridleistung und Bewirtschaftungszonen. Wer mit gemischter Maschinenflotte arbeitet und Ertragsdaten systematisch über Jahre auswerten will, bekommt hier eine ausgereifte, ergonomische iPad-/Web-App. Die Schwächen sind ebenso klar: US-Datenhaltung, ein US-geprägter Funktionsfokus und eine Bayer-Bindung, die manche Landwirte aus Prinzip nicht eingehen wollen. Im Vergleich zu deutschen Alternativen wie 365FarmNet oder Hersteller-Plattformen wie John Deere Operations Center bleibt FieldView ein solides, aber nicht alternativloses Werkzeug.

Für wen ist Climate FieldView?

Ackerbaubetriebe mit gemischtem Fuhrpark: Wer einen John-Deere-Mähdrescher, einen Case-IH-Schlepper und eine Amazone-Drille fährt, kennt das Problem: Jede Marke hat ihr eigenes Operations Center. FieldView ist marken-agnostisch und sammelt Erntedaten aus 60+ Partner-Systemen in einer Oberfläche. Für den Mischflotten-Betrieb der beste Anlauf, wenn herstellereigene Lösungen nicht alle Maschinen erreichen.

Sorten- und Hybrid-Optimierer: Die “Hybrid-Performance-Reports” sind FieldViews Kernstück, sie zeigen automatisch, welche Sorte auf welchem Bodentyp wie performt hat. Wer mehrere Sorten auf seinen Schlägen testet (Streifenversuche, Demoanlagen), bekommt nach drei bis vier Saisons belastbare Vergleichsdaten ohne Excel-Akrobatik.

Beratungsringe und Kooperativen: Über die Datenfreigabe lässt sich FieldView nutzen, um aggregiert Erträge mehrerer Betriebe zu vergleichen. Berater bekommen so eine empirische Diskussionsgrundlage, statt nur auf Sortenversuche der Landesanstalten zurückzugreifen.

Größere Familienbetriebe (200–1.500 ha): Der wirtschaftliche Sweetspot. Unter 100 ha amortisiert sich der Pflegeaufwand selten; über 2.000 ha braucht es ohnehin Profi-Lösungen wie xarvio Field Manager oder integrierte Hersteller-Suiten. FieldView passt am besten in den klassischen mittleren Ackerbaubetrieb.

Weniger geeignet für: Sonderkulturbetriebe (Wein, Obst, Gemüse, andere Werkzeuge dominieren), Bio-Betriebe mit Fokus auf Bodenfruchtbarkeit statt Hybridoptimierung, sehr kleine Betriebe unter 50 ha (Aufwand-Nutzen-Relation kippt), und Betriebe, die aus Prinzip keine Daten an Bayer oder in die USA geben wollen.

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
TrialKostenlos (1 Jahr)Datenanalyse, Feldbewertung, einfache Applikationskarten, Satelliten-Monitoring, Wetterdaten, Telefon-/E-Mail-/Live-Chat-Support
Prime120 €/JahrTrial-Funktionen + Vegetationskarten, datenbasierte Feldbewertungen, Account-Sharing, hochauflösende Satellitenbilder
Plus499 €/JahrPrime-Funktionen + FieldView Aussaatkarten, optimierte und manuelle Applikationskarten, Remote-Field-Monitoring, Cloud-Sync, Datenmanager-Tools, Split-View-Vergleich, externe Plattform-Integrationen
FieldView Driveca. 200–300 € (einmalig)Hardware-Adapter für Maschinen ohne ISOBUS-Telematik, Bluetooth-Anbindung ans iPad

Einordnung: Die einjährige Trial-Phase ist großzügig, du kannst eine ganze Saison kostenlos auswerten, bevor eine Entscheidung fällt. Prime für 120 €/Jahr ist der pragmatische Einstieg für alle, die nur Ertragskarten und Satellitenmonitoring brauchen. Plus für 499 €/Jahr ist erst sinnvoll, wenn du Aussaatkarten generieren und teilflächenspezifisch arbeiten willst, das ist der Hebel, mit dem sich Saatgut-Sparpotenziale realisieren lassen. Die FieldView-Drive-Hardware ist nur nötig, wenn deine Maschine keine moderne ISOBUS-Schnittstelle oder herstellereigene Telematik hat. Bei aktuellen John-Deere-, Case-IH- oder New-Holland-Mähdreschern reicht die Software-Anbindung. Wirtschaftlich wird Plus typischerweise ab ca. 150–200 ha Ackerbau, wenn die Saatgut-Optimierung im Cent-Bereich/m² mehrere Tausend Euro pro Saison ausmacht.

Stärken im Detail

Marken-agnostische Datenaggregation als Alleinstellungsmerkmal. FieldView wurde 2013 in den USA gegründet und 2018 von Bayer übernommen, diese Geschichte als unabhängiger Anbieter prägt das Produkt bis heute. Im Gegensatz zu John Deere Operations Center oder CLAAS TELEMATICS, die in erster Linie eigene Maschinen optimal abbilden, sammelt FieldView Daten aus 60+ Partner-Systemen. Wer in der Praxis selten eine reine Marken-Flotte fährt, gewinnt hier echten Nutzen.

Ertragsanalyse, die sofort verständlich ist. Die Visualisierung der Ertragsvariabilität ist eine der besten am Markt, farblich klare Karten, ein-/ausschaltbare Layer, Vergleich zwischen Schlägen per Drag-and-Drop. Auch Anwender ohne GIS-Vorkenntnisse finden sich innerhalb einer Stunde zurecht. Das senkt die Eintrittshürde gegenüber den oft sperrigen Hersteller-Tools deutlich.

Hybrid-Performance-Reports automatisieren Sortenversuche. FieldView gruppiert Erträge automatisch nach Sorte, Bodentyp und Bewirtschaftungszone. Statt Excel-Pivot-Tabellen zu bauen, bekommst du eine fertige Auswertung: “Sorte A liefert auf schweren Böden 12 % mehr Ertrag, auf sandigen Böden 7 % weniger als Sorte B.” Diese Erkenntnis ist die Grundlage für Saatgutentscheidungen der nächsten Saison, und ein konkreter wirtschaftlicher Mehrwert.

Field Regions erkennen stabile Ertragszonen über Jahre. Die Plus-Funktion analysiert mehrere Erntejahre und identifiziert Schlagregionen, die konsistent über- oder unterdurchschnittlich performen. Diese Zonen sind die Grundlage für teilflächenspezifische Aussaat und Düngung, und der Hauptgrund, warum Plus für intensive Ackerbaubetriebe sinnvoll ist.

Satelliten-NDVI ohne Zusatzaufwand integriert. FieldView bindet automatisch Sentinel-2-Bilder ein und zeigt Vegetationsindex-Karten in zwei- bis dreitägigem Rhythmus an. Anomalien (Trockenstress, Schadherde, Lager) werden visuell sofort sichtbar, ein Spaziergang aufs Feld kann gezielter erfolgen, statt nach dem Zufallsprinzip.

FieldView Drive für ältere Maschinen. Wer noch einen 10 Jahre alten Mähdrescher ohne Hersteller-Cloud fährt, kann mit dem FieldView-Drive-Adapter trotzdem teilnehmen. Der Stecker liest CAN-Bus-Daten und überträgt sie per Bluetooth ans iPad in der Kabine, eine pragmatische Lösung für gemischte Altersstrukturen im Maschinenpark.

Schwächen ehrlich betrachtet

Datenhaltung in den USA bleibt das größte Hindernis. Sämtliche Felddaten, Ertragskarten, GPS-Tracks, Schlaginformationen, laufen über Bayer-/Amazon-Web-Services-Rechenzentren in den USA. Ein DSGVO-konformer AVV ist abschließbar, aber die physische Datenhaltung bleibt außerhalb der EU. Für Betriebe, die mit Pachtflächen oder Behörden-Förderdaten arbeiten, kann das ein echter Showstopper sein, und 365FarmNet oder agrirouter bieten EU-Datenhaltung als klares Differenzierungsmerkmal.

Die Bayer-Bindung weckt Misstrauen. Climate FieldView gehört zum gleichen Konzern wie das Saatgut- und Pflanzenschutzgeschäft. Dass Bayer aus den anonymisierten Felddaten Marktinformationen ableiten könnte, ist eine begründete Sorge, auch wenn das Unternehmen das offiziell zurückweist. Wer einer Hersteller-Plattform nicht trauen will, weil dort wirtschaftliche Eigeninteressen mitlaufen, hat hier einen schwer auflösbaren Konflikt.

US-zentrisches Design schlägt durch. Funktionen wie “Seeds Scripts” oder die Saatdichten-Empfehlungen sind primär für nordamerikanische Soja-Mais-Fruchtfolgen entwickelt. Auf europäische Weizen-Raps-Gerste-Fruchtfolgen passen sie nur eingeschränkt, die Empfehlungen sollten kritisch geprüft werden, nicht blind übernommen. Auch die Sortendatenbank ist im DACH-Raum dünner besetzt als bei spezialisierten europäischen Plattformen.

Plus-Plan ist die eigentliche Plattform, und der teure Teil. Trial und Prime sind im Wesentlichen passive Anzeigewerkzeuge. Erst Plus liefert Aussaatkarten, Applikationskarten und Field Regions, also die Funktionen, mit denen sich tatsächlich Geld sparen lässt. Wer nicht 499 €/Jahr investiert, nutzt FieldView unter seinem Potenzial. Die Trial-Phase verschleiert diese Aufteilung teilweise.

Daten-Lock-in trotz Exportfunktion. Ertragsdaten lassen sich als Shape-File oder CSV exportieren, aber die proprietäre Auswertungslogik (Hybrid-Performance-Modelle, Field Regions) bleibt in der Bayer-Cloud. Wer nach drei Jahren wechseln will, nimmt zwar Rohdaten mit, verliert aber die historischen Analysen. Plattform-Wechsel sind damit teurer, als die monatliche Lizenz suggeriert.

Mobilfunkabhängigkeit auf dem Feld. Die App synchronisiert in Echtzeit, was ohne Mobilfunk-Empfang am Acker zu Datenlücken führen kann. In Funkloch-Regionen (Mecklenburg, Ostbayern, Brandenburg) ist das ein realer Faktor, Daten werden zwar zwischengespeichert, aber die Live-Funktionen während der Arbeit fallen aus.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
EU-Datenhaltung und deutsches Modul-Ökosystem brauchst365FarmNet
Eine herstellerübergreifende EU-Datendrehscheibe willstagrirouter
Eine reine John-Deere-Flotte fährstJohn Deere Operations Center
Hauptsächlich CLAAS-Maschinen einsetztCLAAS TELEMATICS
Erweiterte ML-basierte Bodenzonenanalyse brauchstGeoPard Agriculture

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: xarvio Field Manager (BASF, EU-Hosting, stark bei Pflanzenschutz-Empfehlungen), Next Farming (Helm Software, klassisches Ackerschlagkartei-Tool), NEVONEX (Hersteller-übergreifende Plattform von AGCO/Bosch), Trimble Ag Software (US-fokussiert, stark bei Lenksystemen) und FarmFacts (LACOS, deutsches GIS-Werkzeug). Climate FieldView ist nicht alternativlos, die Entscheidung hängt davon ab, wie wichtig Datenhaltung in der EU und Unabhängigkeit von Bayer für deinen Betrieb sind. Für Mischflotten-Betriebe ohne harte DSGVO-Sorgen ist FieldView ergonomisch unter den Top 3.

So steigst du ein

Schritt 1: Erstelle einen kostenlosen Trial-Account unter climate.com (DACH-Variante climatefieldview.de). Lege deine Schläge an, manuell zeichnen oder per Shape-File-Import aus dem bestehenden Ackerschlagkartei-Tool. Die Trial-Phase läuft ein Jahr und liefert Zugriff auf die Kernfunktionen, sodass du eine ganze Saison testen kannst, bevor du dich für Prime oder Plus entscheidest.

Schritt 2: Verbinde deine Maschinen. Bei modernen Mähdreschern (ab ca. 2015) genügt meist die Software-Anbindung über JD Operations Center, AFS Connect (Case/New Holland), AgLeader InCommand oder Precision Planting 20|20. Für ältere oder herstelleruntypische Maschinen brauchst du das FieldView-Drive-Gerät (einmalig 200–300 €). Nach dem ersten Ernteschnitt siehst du eine Ertragsvariabilitätskarte, und ab dann lohnt sich die Plattform.

Schritt 3: Sammle eine vollständige Saison Daten, dann entscheide über Plus. Nach Ernte 1 hast du eine Ertragskarte, nach Ernte 2 erste Sortenvergleiche, nach Ernte 3 beginnen Field Regions wirklich aussagekräftig zu werden. Plus lohnt sich frühestens ab dem zweiten Jahr, vorher reicht Prime, um sich an die Oberfläche zu gewöhnen und die Datenbasis aufzubauen. Wer von Anfang an teilflächenspezifisch düngen will, kann auch direkt Plus buchen.

Ein konkretes Beispiel

Ein Getreidebetrieb aus dem Münsterland mit 280 ha verbindet seinen John-Deere-S790-Mähdrescher per JD-Operations-Center-Integration mit FieldView. Nach drei Erntesaisons vergleicht der Betriebsleiter die Hybridleistung zweier Weizensorten auf Schlägen mit unterschiedlichem Bodentyp: Sorte A liefert auf den schweren Lehmböden 12 % mehr Ertrag, auf den sandigen Schlägen dreht sich das Bild um, dort ist Sorte B um 8 % besser. Diese Erkenntnis stammt aus dem automatischen Hybrid-Performance-Report; früher hätte ein Berater sie manuell aus Excel-Tabellen destilliert. Konkrete Konsequenz für die Folgesaison: Auf 95 ha schweren Böden wird Sorte A ausgesät, auf 110 ha leichten Böden Sorte B. Bei einem geschätzten Mehrertrag von 4 dt/ha auf rund 200 ha und 22 €/dt Weizenpreis macht das rund 17.000 € zusätzlichen Erlös pro Saison, bei 499 € Plus-Lizenz und einem halben Tag Auswertungsaufwand. Der Betriebsleiter prüft die Daten zusätzlich gegen die Sortenversuche der Landwirtschaftskammer NRW, weil die automatische FieldView-Empfehlung nicht das letzte Wort haben soll.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: USA, primär AWS-Rechenzentren der Bayer-Tochter The Climate Corporation. Keine EU-Region für die Plattform verfügbar.
  • Datennutzung: Bayer nutzt anonymisierte Felddaten für Produkt- und Modellverbesserungen. In den Account-Einstellungen lassen sich Datenfreigaben granular steuern (Berater, Lohnunternehmer, Kooperativen). Eine vollständige Opt-out-Möglichkeit für die anonymisierte Aggregation besteht in der Standardvariante nicht.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Verfügbar, vor Produktivbetrieb explizit anfordern und abschließen. Bayer arbeitet mit Standardvertragsklauseln nach DSGVO-Vorgabe.
  • Datenexport: Ertragsdaten und Schlaggrenzen lassen sich als Shape-File oder CSV exportieren, sinnvoll für lokale Sicherungskopien.
  • Empfehlung für Unternehmen: Bei reinen Eigenflächen meist akzeptabel (Eigeninteresse an Datennutzung), bei Pachtflächen oder Behörden-Förderprogrammen die rechtliche Lage individuell prüfen. Für Beratungskooperativen mit Mehrbetriebsdaten sollten die Freigabeeinstellungen explizit dokumentiert werden, und für DSGVO-strenge Setups sind 365FarmNet oder agrirouter die saubereren Alternativen.

Gut kombiniert mit

  • agrirouter, die DKE-Datendrehscheibe kann Maschinendaten herstellerunabhängig sammeln und an FieldView weitergeben. Sinnvoll, wenn du parallel mehrere Plattformen versorgen willst (FieldView für Analyse, lokale Ackerschlagkartei für Behörden-Dokumentation).
  • 365FarmNet, als primäre Ackerschlagkartei mit EU-Datenhaltung. FieldView ergänzt dann ausschließlich für Sorten- und Hybridanalysen, während dokumentationspflichtige Schlagdaten in 365FarmNet bleiben.
  • GeoPard Agriculture, wenn die Bodenzonenanalyse über FieldView Field Regions hinausgehen soll. GeoPard liefert tiefere ML-basierte Auswertungen, die sich in Aussaatkarten zurückspielen lassen.

Unser Testurteil

Climate FieldView verdient 3 von 5 Sternen. Die Plattform ist ergonomisch, marken-agnostisch und liefert echte wirtschaftliche Mehrwerte bei Sorten- und Hybridoptimierung, in dieser Disziplin gehört sie zu den Besten am Markt. Den vierten Stern verliert sie durch die US-Datenhaltung ohne EU-Region, die Bayer-Konzernbindung mit den damit verbundenen Interessenkonflikten und die spürbar US-zentrische Funktionsausrichtung. Der fünfte Stern wäre nur erreichbar, wenn FieldView eine echte EU-Datenregion einrichten und die Sortendatenbank für DACH ernsthaft ausbauen würde. Für Mischflotten-Betriebe ohne harte DSGVO-Sorgen ist FieldView weiterhin eine empfehlenswerte erste Wahl, wer sensibler aufgestellt ist, sollte 365FarmNet oder hersteller-eigene Lösungen ernsthaft prüfen, bevor er sich bindet.

Was wir bemerkt haben

  • 2018, Bayer übernahm The Climate Corporation als Teil der Monsanto-Akquisition. Seitdem ist Climate FieldView ein Bayer-Crop-Science-Produkt, die ursprüngliche Unabhängigkeit als reine Datenplattform ist Geschichte, was ein Teil der Landwirtschaft kritisch sieht.
  • 2023, Bayer hat die Preisstruktur in Deutschland mehrfach angepasst. Die heutige Aufteilung Trial/Prime/Plus hat den früheren simpleren Plus-Tarif (ca. 649 USD/Jahr international) durch ein gestaffeltes EU-Modell mit 120 €/Jahr Prime und 499 €/Jahr Plus ersetzt, pragmatischer Einstiegspunkt für deutsche Betriebe.
  • 2024, Bayer hat angekündigt, FieldView stärker mit dem konzerneigenen Geschäft (Saatgut DEKALB, Pflanzenschutz) zu verzahnen. Das stärkt die Funktionsbreite, erhöht aber den Lock-in in die Bayer-Welt.
  • Mai 2026, Eine EU-Datenregion für FieldView gibt es weiterhin nicht. Wer DSGVO-streng arbeitet, bleibt auf den AVV als juristisches Konstrukt angewiesen, während die physische Datenhaltung US-zentral bleibt. Diese Lücke ist seit Jahren bekannt und unverändert.

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