Agriware 365
Mprise Agriware B.V.
Agriware 365 ist ein spezialisiertes ERP-System für Baumschulen, Jungpflanzen-, Topfpflanzen- und Gewächshausbetriebe, aufgebaut auf Microsoft Dynamics 365 Business Central. Es deckt Kulturführung, Produktionsplanung, Ernte- und Bestandsmanagement sowie betriebswirtschaftliche Auswertungen ab. Die seit 2024/25 ausgebaute KI-Komponente Agriware Agents übernimmt deterministisch ausgelegte Assistenz-Tasks bei Disposition, Auftragsabwicklung und Bestandsführung.
Kosten: Abonnement auf Anfrage; basiert auf Microsoft Dynamics 365 Business Central, Preise nach Nutzeranzahl und Modulen. Einstieg realistisch ab mittlerer fünfstelliger Implementierungs-Investition.
Kategorien
Stärken
- Speziell auf Baumschulen, Jungpflanzenproduzenten, Topfpflanzen- und Gewächshausbetriebe ausgelegt
- Produktionsplanung auf Lot-Ebene mit Sorten-, Qualitäts- und Gebindeverwaltung
- Ernte- und Versandplanung mit Bestandsprognosen auf Wochenbasis
- Integration in Microsoft-Ökosystem (Teams, Power BI, Azure, Business Central)
- Agriware Agents: bewusst deterministische KI-Assistenten ohne Trainingsnutzung der Kundendaten
- Mobile Apps für Werksbereich, Crop Control und Time Tracking
- Mehrsprachig (DE, NL, EN, ES, FR) und international im Einsatz
Einschränkungen
- Preise nur auf Anfrage, kein öffentlicher Tarif, Vergleich schwierig
- Implementierungsaufwand typisch 3–6 Monate für ein vollständiges ERP-Rollout
- KI-Funktion ist Assistenz im ERP-Workflow, nicht ML-basierte Wachstumsprognose oder Klimasteuerung
- Hauptmarkt sind Niederlande, Nordamerika und DACH, deutscher Support vorhanden, Entwicklung NL-fokussiert
- Microsoft-Dynamics-Stack bedeutet Lock-in in das MS-Ökosystem und entsprechende Lizenzkosten
- Kein Self-Service-Onboarding, Implementierung läuft zwingend über Mprise oder Partner
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du betreibst eine Baumschule, Gärtnerei oder Jungpflanzenproduktion mit dreistelliger Sortenzahl
- Du brauchst Produktionsplanung auf Lot-Ebene mit Pflanzterminen, Kulturzeiten und wochenscharfen Erntemengen
- Du willst Microsoft-365 / Business Central im Betrieb nutzen oder nutzt es bereits
- Du planst ein vollständiges ERP-Rollout statt Insellösungen für Buchhaltung, Lager und Versand
Wann nein
- Du brauchst eine günstige Insellösung für ein Einzelproblem (Kulturplanung, Lager, Versand)
- Du suchst klassische Ackerschlagkartei oder Precision-Farming-Software für Ackerbau
- Du willst KI-gestützte Klimasteuerung oder Wachstumsprognose im Gewächshaus
- Dein Betrieb ist zu klein, um Implementierungskosten und Microsoft-Lizenzen tragen zu können
Kurzfazit
Agriware 365 ist eine der wenigen ernstzunehmenden ERP-Lösungen, die wirklich von der Baumschule und Gärtnerei her gedacht sind, nicht ein generisches ERP mit angeklebtem „Pflanzen”-Modul. Aufgebaut auf Microsoft Dynamics 365 Business Central, deckt es Buchhaltung, Auftragsabwicklung, Produktionsplanung auf Lot-Ebene, Bestandsführung und Versand in einer Suite ab. Die seit 2024/25 ausgebauten Agriware Agents sind bewusst defensiv positioniert: deterministische Assistenten, die Aufgaben im ERP-Workflow automatisieren, nicht generative Tausendsassas. Das ist Stiftung-Warentest-tauglich ehrlich. Die Schattenseite: Preise nur auf Anfrage, mehrmonatige Einführung, vollständige Bindung ans Microsoft-Ökosystem. Für Betriebe mit mehreren Hundert Sorten und saisonaler Versandplanung kann sich das amortisieren, für kleine Betriebe ist es überdimensioniert.
Für wen ist Agriware 365?
Baumschulen und Containerbetriebe mit komplexer Sortenstruktur: Wer dreistellige Sortenzahlen verwaltet, mit unterschiedlichen Qualitätsklassen und Gebindegrößen arbeitet und saisonale Versandwellen koordinieren muss, findet hier ein System, das diese Realität sauber abbildet. Die Lot-basierte Produktionsplanung ist der Kern-Mehrwert gegenüber generischen ERPs.
Jungpflanzen- und Topfpflanzenproduzenten: Mehrstufige Kulturen (Aussaat → Vereinzeln → Topfen → Versand) lassen sich mit Pflanzterminen, Kulturzeiten und prognostizierten Erntemengen abbilden. Wochenscharfe Verfügbarkeitsplanung ist hier kein Reporting-Gimmick, sondern operative Notwendigkeit, sonst werden Aufträge angenommen, die in 12 Wochen physisch nicht lieferbar sind.
Gewächshausbetriebe mit ERP-Reifegrad: Wer Buchhaltung, Auftrag, Produktion und Logistik unter ein Dach bringen will, statt drei Insellösungen zu verheiraten, bekommt mit Agriware 365 eine konsolidierte Plattform. Voraussetzung: Bereitschaft zur strukturierten Stammdatenpflege, ohne saubere Sorten-, Lot- und Gebindedaten verpufft der Nutzen.
Microsoft-Häuser im DACH-Raum: Wenn Power BI, Teams und Business Central ohnehin schon im Einsatz sind oder vom Steuerberater empfohlen werden, ist die Integration nahtlos. Reporting läuft über Power BI, Belegfluss bleibt in Business Central, Stammdaten und Workflow erweitert Agriware.
Weniger geeignet für: Reine Ackerbaubetriebe (dort sind
Preise im Detail
| Komponente | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Agriware-Abonnement | Auf Anfrage (nach Nutzerzahl & Modulen) | Branchen-Funktionalität, Updates, Support |
| Microsoft Dynamics 365 Business Central | Essentials ab ca. 70 USD / Nutzer / Monat | Pflichtiger Unterbau, lizenziert über Mprise oder MS-Partner |
| Mobile Apps | Im Abonnement enthalten (je nach Paket) | Crop Control, Time Tracking, Work-Floor-Ops |
| Implementierung | Einmalig, projektabhängig | Stammdaten-Migration, Konfiguration, Training. Realistisch fünf- bis sechsstellig |
| Power BI / Analytics | Separate Microsoft-Lizenz | Reporting und Dashboards |
Einordnung: Eine seriöse Kalkulation für ein vollständiges Rollout liegt erfahrungsgemäß bei einer mittleren fünfstelligen Einmal-Investition plus monatlicher Lizenz- und Subscription-Kosten, und genau deshalb hält Mprise die Preise vom öffentlichen Schaufenster fern. Wer ernsthaft evaluiert, sollte zwei Dinge tun: Erstens das Implementierungsangebot mit fixen Festpreisen für Phase 1 (Stammdaten + Buchhaltung) verhandeln, statt offene T&M-Verträge zu schließen. Zweitens die Microsoft-Lizenzen über einen Cloud-Solution-Provider in Deutschland beziehen, nicht zwingend über Mprise, das ist ein normaler Wettbewerb. Für Betriebe unter etwa 1,5 Mio. EUR Umsatz wird das Investment selten sinnvoll; ab 3–5 Mio. EUR Umsatz und mehr als 200 Sorten beginnt sich der Hebel ernsthaft zu rechnen.
Stärken im Detail
Branchen-DNA, kein angeklebtes Pflanzen-Modul. Mprise ist seit 20+ Jahren im Horticulture-Markt und kennt die Realität: Sortenstämme, Qualitätsklassen, Gebindetypen, Kulturzeiten, Erntefenster. Das spiegelt sich in den Stammdaten- und Workflow-Strukturen wider. Ein generisches ERP zwingt dich, Pflanzen wie Schrauben zu verwalten, Agriware bildet ab, dass eine „Carpinus betulus 60–80 5L cont.” kein Artikel mit einer Stückzahl ist, sondern ein Lot mit Pflanztermin, Standort, prognostizierter Reife und Qualitätsausschuss.
Lot-basierte Produktionsplanung. Aus eingehenden Aufträgen plus hinterlegten Kulturzeiten generiert Agriware Lot-Vorschläge: welche Sorte wann gepflanzt werden muss, um die Versandsaison zu treffen. Bei Auftragsänderungen wird die Planung neu kalkuliert. Das ist der mit Abstand wichtigste Hebel gegenüber Excel-basierter Planung, die bei zweistelliger Sortenzahl schon kippt und bei dreistelliger nicht mehr aktuell zu halten ist.
Wochenscharfe Verfügbarkeitsprognose. Vertrieb sieht in Echtzeit, was in 4, 8, 12 oder 16 Wochen in welcher Qualität verfügbar ist, und kann seriös zusagen oder absagen. Das eliminiert das klassische Baumschul-Problem, dass Aufträge angenommen werden, die physisch gar nicht lieferbar sind, und dass am Ende der Saison Restmengen liegen bleiben, weil niemand mitbekommen hat, dass eine Sorte „durch” ist.
Agriware Agents, die ehrliche KI-Variante. Mprise positioniert die KI-Funktion bewusst defensiv: deterministische Assistenten, die Disposition, Auftragsabwicklung und Stammdatenpflege beschleunigen. Die offizielle Linie: Kundendaten werden nicht zum Training genutzt, laufen auf dedizierten Ressourcen, existieren nur während der Session. Das ist gegen den AI-Hype geschnitten, aber für branchen-sensible Daten (Bestandszahlen, Margen, Kundenstrukturen) genau die richtige Architektur, und für die DSGVO-Bewertung deutlich einfacher als die generative Hype-Klasse.
Microsoft-Ökosystem als Plattform. Wer Power BI für Auswertungen, Teams für interne Kommunikation und Outlook für den Belegfluss nutzt, bekommt die Integration geschenkt. Buchhaltung läuft in Business Central, DATEV-Export ist über etablierte Add-ons abgedeckt, und Reporting kann sauber im hauseigenen Power-BI-Workspace aufgebaut werden, ohne das ERP zu zwingen, Berichts-Engine zu sein.
Mobile Apps für den Werksbereich. Crop Control, Time Tracking und Work-Floor-Ops laufen auf Mobilgeräten direkt im Quartier. Pflanztermine, Bestandsbewegungen, Pflanzenschutz-Anwendungen und Erntemeldungen werden vor Ort erfasst statt abends ins Excel nachgetragen, der Datenstand liegt damit deutlich näher an der Realität.
Internationalität. Mit Niederlassungen und Kunden in den Niederlanden, DACH, Nordamerika und Skandinavien plus Mehrsprachigkeit (DE, NL, EN, ES, FR) ist Agriware für Betriebe mit Auslandsstandorten oder grenznahen Lieferketten ein realistischer Kandidat, mit einer Konsolidierungslogik aus einer Hand.
Schwächen ehrlich betrachtet
Preisintransparenz nervt. „Preis auf Anfrage” ist im B2B-ERP-Markt üblich, aber für Mittelständler, die Investitionsentscheidungen treffen müssen, ein echter Friktionspunkt. Du brauchst ein Vorgespräch, eine Bedarfsanalyse und mindestens eine Demo, bevor du eine grobe Hausnummer hörst. Wer Tools für unter 1.000 EUR/Monat sucht, ist hier falsch, die Eintrittsschwelle liegt höher, wird aber erst spät kommuniziert.
Implementierung ist ein Projekt, kein Onboarding. 3–6 Monate für ein vollständiges Rollout sind realistisch, in größeren Betrieben auch länger. Stammdaten-Migration aus historischen Excel-Tabellen ist erfahrungsgemäß der zähste Teil. Wer „schnell mal” eine Software einführen will, sollte einen niedrigschwelligeren Kandidaten wählen und Agriware erst nach erfolgreichem ERP-Reifegrad-Aufbau evaluieren.
Microsoft-Lock-in. Business Central ist Voraussetzung, nicht Option. Das heißt: laufende MS-Lizenzkosten, Abhängigkeit vom MS-Roadmap-Takt, und im Notfall ein doppelt teurer Wechsel weg vom Stack. Wer Cloud-Anbieter-Diversifizierung als strategisches Ziel hat oder dezidiert Open-Source-Stacks bevorzugt, ist hier ein Fremdkörper.
KI ist Assistenz, nicht Prognose. Wer „KI” liest und an Wachstumsprognose, Klimasteuerung, Bildauswertung oder Schädlings-Erkennung denkt, wird enttäuscht. Agriware Agents helfen beim ERP-Workflow, sie schlagen Dispositionen vor, fassen Daten zusammen, beschleunigen Stammdatenpflege. Für ML-basierte Wachstumsprognose oder visuelle Qualitätskontrolle brauchst du andere Tools (etwa
NL-fokussierte Entwicklung. Mprise ist eine niederländische Firma, die Roadmap orientiert sich an niederländischen Anchor-Kunden. Deutscher Support ist vorhanden, aber die Feature-Prioritäten folgen oft NL-spezifischer Logik (Auktions-Anbindung, EDI-Standards, niederländische Saisonkalender). Im DACH-Raum funktioniert das, aber DACH-spezifische Wünsche kommen typischerweise mit Verzögerung in die Standardversion.
Kein Self-Service. Es gibt keinen Tarif, den du online buchst und am nächsten Tag nutzt. Jede Einführung läuft über Mprise oder einen Partner, bei kleinen Bedarfsfällen ist das schwerfällig. Ein leichtgewichtiger „Starter”-Pfad fehlt.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Schwerpunkt Gartenbau-Planung & Benchmarking statt Voll-ERP brauchst | |
| Klassische Ackerbau-Betriebsführung suchst | |
| Eine Ackerschlagkartei mit Pflanzenschutz- und Düngedokumentation willst | |
| Geräte- und Datenaustausch im Precision-Farming-Umfeld brauchst |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Letsgrow.com (Klima- und Wachstumsdaten-Plattform aus den NL), Royal Brinkman / Hortimax-Lösungen (eher Klimasteuerung als ERP), Mercury Greenhouse (US-fokussiert) sowie die Microsoft-Business-Central-Add-ons von 4PS Construct und Sana Commerce, die für angrenzende Segmente passen. Konkret konkurriert Agriware 365 in DACH am häufigsten mit selbstgebauten Excel-Landschaften plus separater Buchhaltung, und gewinnt diesen Vergleich schnell, sobald die Sortenzahl dreistellig wird.
So steigst du ein
Schritt 1: Nimm Kontakt mit Mprise Agriware über mprise-agriware.com auf und schildere die Betriebsgröße, Sortenzahl und bisherige Software-Situation. Agriware bietet Branchen-Demos mit echten Workflows aus Baumschule, Jungpflanzenproduktion oder Containerkultur. Verhandle parallel ein Festpreis-Angebot für Phase 1 (Stammdaten + Buchhaltung), nicht offene T&M-Stunden.
Schritt 2: In der Implementierungsphase werden Sorten, Qualitätsklassen, Gebindetypen und Lagerorte im System angelegt. Historische Kulturdaten (Pflanztermine, Wachstumsverläufe, Erntemengen) werden idealerweise aus bestehenden Excel-Exports importiert. Plane dafür einen Mitarbeitenden mit Branchen- und Excel-Kompetenz für 4–8 Wochen Vollzeit ein, diese Phase entscheidet über den späteren Nutzen mehr als jede andere.
Schritt 3: Produktionsplanung starten: Agriware erzeugt auf Basis der Bestellpositionen und der Kulturzeiten automatisch Lot-Vorschläge mit Pflanzterminen und Ernteprojektionen. Vertrieb und Produktion arbeiten in derselben Datenbasis. Sobald der Workflow eingeschwungen ist, kannst du Agriware Agents dazu schalten, sie übernehmen wiederkehrende Disposition und Stammdaten-Tasks. Erst Workflow, dann KI; nicht umgekehrt.
Ein konkretes Beispiel
Eine mittelgroße Baumschule mit 220 Sorten in Norddeutschland (32 Mitarbeitende, rund 6 Mio. EUR Umsatz) setzt Agriware 365 für die saisonale Produktionsplanung ein. Das System berechnet auf Basis der aktuellen Auftragsmengen und hinterlegter Kulturzeiten, welche Lots wann gepflanzt werden müssen, um die Versandsaison Februar–Mai pünktlich zu bedienen. Planer sehen wochenscharf, welche Qualitäten in 8, 12 und 16 Wochen zur Verfügung stehen, eine Aufgabe, die zuvor in 14 verschachtelten Excel-Tabellen manuell nachgeführt wurde und bei jedem größeren Auftrag aus dem Tritt geriet. Agriware Agents übernehmen seit Frühjahr 2026 die Dispositions-Vorschläge bei Standard-Sortimenten und die automatisierte Anlage neuer Sorten-Lots bei wiederkehrenden Kunden, der Planer prüft und gibt frei, statt manuell zu erfassen. Zeitersparnis Planungsteam: rund 1,5 Personentage pro Woche. Vermeidung von Lieferzusagen, die physisch nicht erfüllbar waren: geschätzt 80.000 EUR pro Saison an vermiedenen Kompensationen und verbrannten Kundenbeziehungen. Implementierungskosten haben sich in der zweiten Saison amortisiert.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Über Microsoft Azure beziehbar mit EU-Region (Niederlande, Deutschland, Irland). Bei Standard-Cloud-Deployment lassen sich Datenresidenz und Backup-Region vertraglich auf die EU einschränken.
- Anbieter: Mprise Agriware B.V., niederländisches Unternehmen, Teil der Mprise-Gruppe. Auftragsverarbeiter ist Microsoft (Business Central / Azure); Mprise selbst greift im Support-Fall auf Kundendaten zu, vertraglich geregelt.
- Agriware Agents: Mprise erklärt offiziell, dass Kundendaten nicht für KI-Training genutzt werden, auf dedizierten Ressourcen laufen und nur während der Session existieren. Das ist eine deutlich strengere Position als bei vielen generativen KI-Funktionen, sollte aber dennoch im AVV explizit festgeschrieben werden.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Wird standardmäßig zwischen Kunde, Mprise und (über Mprise) Microsoft geschlossen. Standardvertragsklauseln greifen, sofern Komponenten außerhalb der EU verarbeitet werden.
- Datenexport / Lock-in: Stammdaten und Belege lassen sich aus Business Central exportieren (Standard-Schnittstellen). Branchenspezifische Lot- und Produktionsstrukturen erfordern allerdings für eine Migration mehr Aufwand, Exit-Strategie früh mitdenken.
- Empfehlung für Unternehmen: Vor Einführung Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen (PFlA), insbesondere wenn personenbezogene Mitarbeiterdaten in Time-Tracking-Modulen erfasst werden. Microsoft-Lizenz über einen deutschen Cloud-Solution-Provider beziehen, um die Verantwortlichkeitskette klar zu halten.
Gut kombiniert mit
- Power BI (Microsoft), für Reporting und Management-Dashboards. Da Agriware ohnehin auf Business Central läuft, ist die Power-BI-Anbindung nativ; Berichte zu Sortenrentabilität, Saisonverlauf und Bestandsabbau lassen sich ohne zusätzliche ETL-Schicht aufsetzen.
, wenn neben ERP auch Pflanzenphänotypisierung und Wachstumsvermessung gefragt sind. PlantEye liefert die Sensor- und Bildebene, Agriware integriert die betriebswirtschaftliche Realität. Beide Welten lassen sich über Standard-Schnittstellen zusammenführen. , für Branchen-Benchmarking und Kennzahlen-Vergleich mit anderen Betrieben. Agriware liefert die Rohdaten aus der eigenen Produktion, HortiBench liefert die Vergleichsbasis. Kombination interessant für betriebliche Standortbestimmung.
Unser Testurteil
Agriware 365 verdient 3 von 5 Sternen. In der Branchen-Passgenauigkeit gehört es zur Spitzenklasse, das ist eines der wenigen ERPs, das Baumschulen und Gärtnereien ernsthaft versteht, statt sie in generische Artikel-Schemata zu zwingen. Die Lot-basierte Produktionsplanung, die wochenscharfe Verfügbarkeitsprognose und die seit 2024/25 deutlich nüchtern positionierten Agriware Agents sind echte Mehrwerte für mittlere und größere Betriebe. Sterne kostet das System durch Preisintransparenz (Anfrage-only ist eine echte Friktion), den Microsoft-Lock-in (Business-Central-Lizenzen sind unausweichlich), die lange Implementierungszeit (3–6 Monate sind realistisch) und die enge Marktdefinition (für kleine Betriebe ist es überdimensioniert, für Ackerbau das falsche Werkzeug). Wer in die Zielgruppe passt, dreistellige Sortenzahl, ernsthafter ERP-Reifegrad, Microsoft-affin, bekommt eine seriöse Plattform. Wer sich nur unsicher ist, ob es überhaupt passt, sollte mit niedrigschwelligen Spezialisten wie
Was wir bemerkt haben
- 2024/2025, Mprise hat die KI-Komponente Agriware Agents in das Portfolio aufgenommen und sie auffallend defensiv kommuniziert: deterministische Assistenten, keine Trainingsnutzung der Kundendaten, dedizierte Sessions. Das ist gegen den marktüblichen KI-Hype geschnitten, und für eine ERP-Anwendung im Mittelstand vermutlich die richtige Positionierung.
- 2025, Mprise hat die Mehrsprachigkeit konsequent ausgebaut (DE, NL, EN, ES, FR). Für DACH-Kunden ein klares Signal, dass der deutsche Markt nicht mehr nur als NL-Anhängsel behandelt wird, sondern eigenständige Sprach- und Support-Zuwendung bekommt.
- 2026, Die Web-Präsenz ist auf das Branding „Agriware 365” konsolidiert (statt „Agriware on Business Central”). Das bringt Klarheit in der Außenkommunikation, kaschiert aber, dass Business Central als Lizenzpflicht weiterhin separat zu Buche schlägt, beim Pricing-Gespräch nachfragen, was im Subscription-Preis enthalten ist und was zusätzlich.
- Mai 2026, Preise weiterhin nur auf Anfrage. In einem Markt, in dem Mittelstand-Software zunehmend transparente Tarife veröffentlicht (auch im ERP-Segment), wirkt das zunehmend altbacken. Wer evaluiert, sollte frühzeitig auf einer schriftlichen Hausnummer bestehen, bevor Demos und Workshops gebucht werden.
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