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Glas & Keramik

KI für Glaswerke, Keramikhersteller und Feuerfestproduktion

18 Use Cases
18 Verfügbar
0 In Arbeit
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Alle Use Cases

Floatglas-Blasenerkennung: Mikrodefekte inline erkennen

01 Strat. Projekt
Imp. 5 Aufw. 2

Gasblasen von 0,1–2 mm Durchmesser entstehen durch Reaktionen im flüssigen Zinnbad und sind bei der Produktion mit bloßem Auge nicht sichtbar. Fehlscheiben werden erst nach dem Schneiden und Kühlen erkannt, zu spät für eine Ursachenkorrektur. Ausschussquoten von 2–5% bei Premium-Float bedeuten Verluste von Tausenden Euro pro Stunde.

◆ Lösung

Hyperspektrale Inline-Kamerasysteme scannen das Floatglas-Band mit bis zu 1.200 m²/min. Ein CNN-Modell klassifiziert Blasen, Kratzer und Einschlüsse in unter 50 ms und löst automatisch Linienstopp oder Ausschleusmarkierung aus. Historische Defektmuster erlauben Rückverfolgung auf Zinnbad-Parameter.

✓ Nutzen

Ausschussrate um 40–60% reduzierbar durch Frühalarme mit Ursachenzuordnung. Rüstzeiten für Qualitätsprüfung sinken um ~70%. Reklamationskosten durch nicht erkannte Defekte bis zu 80% rückläufig.

⬡ Ansatz

Spezialsystem schlüsselfertig (ISRA Vision FLOATSCAN, Dr. Schenk GlassInspect)Flexibel-Plattform + eigenes CNN (Cognex VisionPro Deep Learning)Custom CNN auf PyTorch + Industriekamera (nur mit interner ML-Expertise)

Brennofen-Temperaturprofil: Keramikausschuss durch ML-Steuerung senken

02 Strat. Projekt
Imp. 3 Aufw. 2

Temperaturschwankungen von ±15–25 °C zwischen Ofenzonen führen bei Feinsteinzeug und Porzellan zu Rissbildung und Farbabweichungen, die erst nach dem Abkühlen sichtbar werden. Ausschussraten von 8–12 % je Brand sind in der Premiumglasur-Linie nicht selten. Brennmeister justieren Zonen manuell nach Erfahrung, Wissen, das beim Ausscheiden verloren geht.

◆ Lösung

Thermoelemente, Feuchte- und Durchlaufsensoren liefern Zeitreihendaten je Ofenzone. Ein ML-Modell (Gradient Boosting oder LSTM) lernt den Zusammenhang zwischen Brennprofil, Rohstoffcharge und Ausschussrate und identifiziert kritische Profilsignaturen 90 Minuten vor Prozessende. Setpoint-Korrekturen von ±2 °C reichen oft aus, um den Brand zu retten.

✓ Nutzen

Ausschussreduktion von 12 % auf 6,5 % im Piloten (–46 %). Energieverbrauch sinkt um 8–15 % durch gleichmäßigere Auslastung. Erfahrungswissen des Brennmeisters wird in reproduzierbare Profilmuster überführt und bleibt dem Betrieb erhalten.

⬡ Ansatz

InfluxDB + Grafana als Brennkurven-BasisOPC-UA-Anbindung an SCADAZeitreihen-ML mit Azure ML oder DataRobot

ML-gestützte Brennprozess-Optimierung in der Keramikindustrie

03 Strat. Projekt
Imp. 3 Aufw. 1

Manuelle Brennkurveneinstellung durch Brennmeister basiert auf Erfahrung, nicht auf Daten. Bei Rohstoffchargenwechseln oder Produktwechseln entstehen Ausschussraten von 3–8%, die erst nach dem Abkühlen sichtbar sind. Das Expertenwissen geht beim Personalwechsel verloren.

◆ Lösung

Temperatur- und Prozesssensoren aus dem bestehenden SCADA-System liefern historische Zeitreihendaten. Gradient Boosted Trees (XGBoost/LightGBM) oder ein LSTM-Netz lernen den Zusammenhang zwischen Brennprofil, Rohstoffcharge und Ausschussrate. Optimale Zonentemperaturen werden als Empfehlung oder automatischer Sollwert ausgegeben.

✓ Nutzen

Ausschussreduktion um 25–45% realistisch. Gasverbrauch pro Brenneinheit sinkt um 6–12%. Brennmeister-Wissen wird reproduzierbar und überlebbar, neues Personal bekommt datenbasierte Einstellempfehlungen.

⬡ Ansatz

Python/Open-Source-Pilot (sklearn, LightGBM), kein Vendor-Lock-inAutoML-Plattform (DataRobot, Azure ML), kein Data-Science-Team nötigIntegrierte IoT+ML-Lösung (Siemens Insights Hub + Azure ML)

Glasfaser-Fadenriss: ML-Prognose aus Schmelzviskositätsdaten

04 Strat. Projekt
Imp. 4 Aufw. 1

Fadenrisse beim Spinnen von E-Glas oder S-Glas-Fasern bei 2.000–4.000 m/min kosten 15–30 Minuten Neuanlauf je Vorfall. Bei 8–15 Rissen pro Schicht summiert sich das auf 2–7 Stunden Produktionsausfall täglich. Die Ursache liegt in Chargenschwankungen der Rohstoffe, SiO₂-Reinheit, Boroxid-Gehalt, die erst in der Schmelze wirksam werden.

◆ Lösung

Inline-Viskositätssensoren und Schmelztemperaturprofile werden mit Chargendaten der Rohstoffe verknüpft. Ein Zeitreihen-Anomaliemodell erkennt Viskositätsdriftmuster, die historisch 3–8 Minuten vor Fadenrissen auftraten. Frühwarnung ermöglicht manuellen Eingriff (Temperaturanpassung, Ziehdüsenwechsel).

✓ Nutzen

Fadenrissrate um 35–55% reduzierbar. Neuanlaufzeiten pro Schicht um 1–3 Stunden kürzer. Rohstoffchargen mit erhöhtem Risiko werden vor Schmelzeintrag markiert.

⬡ Ansatz

Inline-Viskosimetrie + LIMS-AnbindungZeitreihen-Anomalieerkennung per LSTMDeployment auf SageMaker oder Azure ML

KI-Assistenz für Produktdatenblätter und technische Spezifikationen

05 Quick Win
Imp. 4 Aufw. 5

Ein Unternehmen mit 80 Produktvarianten braucht für jede Änderung in Zusammensetzung, Toleranz oder Zertifizierung manuell aktualisierte Datenblätter, Konformitätserklärungen und Zulassungsdokumente. Das bindet qualifizierte Fachkräfte wochenlang für Aufgaben, die eigentlich in die Produktentwicklung gehören.

◆ Lösung

LLMs (GPT-4o, Claude) extrahieren aus Messdaten, QM-Protokollen und bestehenden Dokumenten automatisch strukturierte Inhalte für Datenblätter, generieren Erstentwürfe in mehreren Sprachen und prüfen per Kontext-Vergleich auf Konsistenz mit Vorgängerdokumenten, fachliche Prüfung durch den Ingenieur bleibt.

✓ Nutzen

Erstellungszeit je Produktdatenblatt (Aktualisierung) sinkt von 2–4 Stunden auf 30–60 Minuten; Neuerstellung von 4–8 auf 1–2 Stunden. Übersetzungskosten für technische Dokumente um 50–70% geringer.

⬡ Ansatz

ChatGPT / Claude direkt (kein Setup)M365 Copilot in Word + Azure Document Intelligenceplusmeta + CCMS-Integration (PLM-Vollausbau)

Optiklinsen-Polierung: KI-gestützte Pfadoptimierung auf Nanometer-Präzision

06 Nischenfall
Imp. 2 Aufw. 1

Optische Linsen für Kamerasysteme, Medizingeräte oder Lithographieanlagen müssen Oberflächentoleranzen von unter 5 nm RMS einhalten. Erfahrene Polierer justieren Druck, Geschwindigkeit und Poliermittelzugabe nach Gefühl, Wissen, das sich kaum dokumentieren lässt. Ausschussquoten von 10–25% bei Hochpräzisionslinsen sind nicht ungewöhnlich.

◆ Lösung

Interferometrische Inline-Messung nach jedem Polierdurchgang liefert das aktuelle Oberflächenprofil als Satz Zernike-Koeffizienten. Ein ML-Regressionsmodell berechnet den optimalen nächsten Polierpfad, Anpressdruck und Poliermittelrate, kompensiert Pad-Verschleiß und thermische Drift automatisch.

✓ Nutzen

Ausschussrate bei Präzisionslinsen um 40–60% reduzierbar. Polierzyklen von 5–8 auf 2–3 Durchläufe reduzierbar. Expertenwissen erfahrener Meister wird im Modell konserviert.

⬡ Ansatz

Python + MLflow (eigener ML-Stack)Dataiku (Managed-ML-Plattform)Interferometrie + CNC + Custom-ML-Pipeline

Glasflaschen-Wanddicke: KI-Regelung gegen Dünnstellen beim Blasen

07 Strat. Projekt
Imp. 3 Aufw. 2

Glasflaschen für Pharma, Lebensmittel und Getränke müssen Wanddicken-Toleranzen von ±0,2–0,5 mm einhalten. Druckluft-Timing, Gob-Temperatur und Formenverschleiß driften im Laufe einer Schicht, oft unmerklich bis Flaschen beim Abfüller unter Innendruck platzen. Rückrufaktionen für fehlerhafte Gebinde kosten 50.000–500.000 €.

◆ Lösung

Laser-Inline-Wanddickenmessung an jeder Flasche nach der Formgebung. Ein SPC-CUSUM-Regelkreismodell erkennt systematische Drift-Muster und passt Gob-Gewicht, Blasdruckzeiten und Kühlluftmenge automatisch nach. Anomalieflaschen werden sofort ausgeschleust.

✓ Nutzen

Dünnstellen-Ausschuss um 50–70% reduzierbar. Rückrufrisiko durch Wanddickendrift nahezu eliminiert. Maschinenrüstzeit durch automatische Parameteranpassung um 30–40% kürzer.

⬡ Ansatz

Tiama oder Heye HiShield (Komplettsystem)AGR International (Pharma-Fokus)Laser-Inline + PLC + ML-Drift-Erkennung

Solarschutz-Beschichtung: KI-Inspektion auf Kratzer und Schichtfehler

08 Quick Win
Imp. 4 Aufw. 3

Hochwertige Sonnenschutz- und Low-E-Beschichtungen werden nach dem Sputtern per Sichtkontrolle geprüft, eine Arbeit, die Prüfer nach 2–3 Stunden ermüdet und bei hellen Defekten auf dunkler Schicht besonders fehleranfällig ist. Beschichtungsfehler, die erst beim Einbau oder im Betrieb auffallen, lösen Gewährleistungsansprüche von 5.000–50.000 € je Scheibe aus.

◆ Lösung

Multispektrale Flächenkameras scannen die beschichtete Oberfläche inline nach dem Sputtern. Ein CNN-Modell unterscheidet Kratzer, Pinholes, Schichtflecken und optische Abweichungen von Scheindefekten (Staub, Kondensation). Defektkoordinaten werden an das MES übergeben.

✓ Nutzen

Detektionsrate für Schichtfehler von ~70 % (Sichtkontrolle) auf >95 % steigerbar. Prüfgeschwindigkeit steigt um Faktor 3–5. Gewährleistungskosten durch übersehene Defekte um 60–80 % reduzierbar.

⬡ Ansatz

Cognex oder Keyence (Standard-Vision)Dr. Schenk oder ISRA VISION (Glas-Spezialist)Multispektral + CNN + MES-Anbindung

Glasurfarb-Konsistenz: Chargenvergleich und Abweichungsalarm bei Keramik

09 Quick Win
Imp. 3 Aufw. 4

Glasurfarben reagieren empfindlich auf minimale Schwankungen in Rohstoffcharge, Brenntemperatur und Ofenbeladung. Farbabweichungen von ΔE > 1,5 sind für Endkunden sichtbar und führen bei Fliesen-Mischlieferungen zu Reklamationen. Sichtprüfer erkennen subtile Farbshifts erst bei direktem Vergleich, nicht, wenn Chargen zeitlich versetzt anlaufen.

◆ Lösung

Spektrophotometrische Messung nach dem Brennen erfasst L*a*b*-Farbwerte je Fliese. Ein SPC-CUSUM-Trendmodell (statistisches Regressionsmodell auf Chargenmessungen) vergleicht jede Charge mit der Zielcharge und berechnet ΔE. Schleichende Farbdrift über mehrere Brennzyklen wird erkannt und alarmiert, bevor das Toleranzband überschritten wird.

✓ Nutzen

Reklamationsquote durch Farbabweichung um 50–70% reduzierbar. Fehlchargen werden innerhalb desselben Produktionstages erkannt statt beim Endkunden. Brennprozess-Optimierung auf Basis von Farbdaten messbar.

⬡ Ansatz

Datacolor Tools (Farbdatenbank-Software)Labor-Spektrophotometer + SPC-AuswertungInline-Spektrophotometrie + ML-Trending

Brennofen-Energieverbrauch: Lastprognose und Schichtplanung mit KI

10 Nischenfall
Imp. 1 Aufw. 2

Industrieöfen in der Keramikproduktion verbrauchen 30–50% des Gesamtstrombedarfs eines Werks. Feste Schichtpläne ignorieren dynamische Börsenpreise und Netzentgelt-Spitzenlastregelungen. Bei einem Jahresverbrauch von 5–20 GWh bedeutet 15% Einsparpotenzial 50.000–300.000 €, die meisten Werke schöpfen dieses Potenzial nicht aus.

◆ Lösung

Zeitreihenprognose mit Prophet (oder LSTM) modelliert Lastprofil je Ofen aus ERP-Auftragsdaten und historischen Verbrauchsprofilen. Gradient-Boosting-Optimierungsschicht plant Brennfenster so, dass Pflichtlieferdaten eingehalten und Lastspitzen sowie EPEX-Spot-Teuerungszeiten gemieden werden.

✓ Nutzen

Energiekosten um 10–20% senkbar durch Last-Shifting. Netzentgelt-Spitzenlastkosten um 15–30% reduzierbar. CO₂-Bilanz verbessert sich bei gleichzeitiger Nutzung erneuerbarer Überschussstromzeiten.

⬡ Ansatz

ecoplanet (deutsche SaaS-Lösung)Prophet + scikit-learn (eigene Python-Lösung)Azure ML + EPEX Spot + ERP-Integration

Glasbruch-Ursachenanalyse: Bruchmuster-KI für schnelle Reklamationsklärung

11 Quick Win
Imp. 4 Aufw. 3

Wenn eine Glasscheibe bricht, beginnt oft ein monatelanger Reklamationsstreit: Hersteller, Glaserei, Transporteur und Auftraggeber schieben die Verantwortung hin und her. Gutachter sind teuer (1.500–5.000 € pro Fall) und brauchen Wochen. Ohne schnelle Ursachenzuordnung werden Kulanzentscheidungen auf Basis von Erfahrung getroffen, manchmal falsch und teuer.

◆ Lösung

Foto-Upload-App für Außendienst und Kunden. CNN-Modell analysiert Bruchmuster (Herzbruch, Kantenschlag, Thermospannung, Einschlag) und gibt strukturierten Klassifikationsbericht mit Wahrscheinlichkeiten aus. Modell wird auf eigener Schadensbibliothek trainiert.

✓ Nutzen

Reklamationsklärungszeit von Wochen auf Tage reduzierbar. Gutachterkosten um 40–60% senkbar durch Vorab-Klassifikation (Schätzwert aus Praxisberichten). Kulanzquote durch fairere Ursachenzuordnung messbar veränderbar.

⬡ Ansatz

Roboflow oder Landing AI (kein eigener ML-Stack)Azure ML auf EU-Servern (Microsoft-Umgebung)Custom PyTorch-Build (eigene ML-Kompetenz vorhanden)

Medizinglas-Zertifizierung: KI-Assistent für ISO-15223-Dokumentation

12 Quick Win
Imp. 5 Aufw. 4

Pharmabehälter aus Borosilikatglas (Injektionsflakons, Karpulen, Ampullen) unterliegen der EU-Medizinprodukteverordnung MDR 2017/745 und ISO 15223. Jede Designänderung, jeder Rohstoffwechsel, jedes Audit löst umfangreiche Dokumentationspflichten aus. Regulatory Affairs Teams verbringen 30–50% ihrer Zeit mit Standardisierungs- und Formatierungsaufgaben statt mit inhaltlicher Arbeit.

◆ Lösung

RAG-basierter KI-Assistent mit aktuellem Regelwerkswissen (ISO 15223, MDR, ASTM E438). Beantwortet Konformitätsfragen, erstellt Gliederungen für Technical Files, prüft Dokumente auf fehlende Pflichtabschnitte und generiert Audit-Report-Entwürfe aus strukturierten Eingaben.

✓ Nutzen

Dokumentationsaufwand je Zertifizierungsvorgang um 30–50% reduzierbar. Audit-Vorbereitung von Tagen auf Stunden komprimierbar. Fehlerrisiko durch vergessene Pflichtinhalte deutlich gesenkt.

⬡ Ansatz

NotebookLM / Claude.ai Pro (kein Setup)Custom GPT mit Regelwerk-WissensbasisEigene RAG-Pipeline (Azure OpenAI + LlamaIndex)

Glasrezeptur-Optimierung: Rohstoffmix und Schmelzenergie KI-gestützt abstimmen

13 Strat. Projekt
Imp. 3 Aufw. 2

Glasrezepteure kombinieren SiO₂, Na₂O, CaO, B₂O₃ und Zusatzstoffe nach Erfahrungswissen und teuren Probeschmelzen. Eine Rezepturoptimierung bei schwankenden Rohstoffpreisen (Soda +40% in 2022) erfordert Neuberechnungen, die Wochen dauern und mehrere Probeschmelzen kosten (5.000–15.000 € je Kampagne). Die Wechselwirkungen zwischen Rohstoffanteilen und resultierenden Eigenschaften sind hochkomplex.

◆ Lösung

ML-Surrogatmodell lernt den Zusammenhang zwischen Rezeptur (Oxide, Zusätze), Schmelztemperatur und Zielqualitäten (Viskositätskurve, Ausdehnungskoeffizient, UV-Transmission) aus historischen Schmelzdaten. Bayesianische Optimierung findet Rezepturkandidaten mit minimalem Energieeinsatz, die Spezifikation erfüllen.

✓ Nutzen

Zahl der notwendigen Probeschmelzen um 40–60% reduzierbar. Rohstoffkostenoptimierung bei gleichbleibender Qualität 5–15% Einsparung. Rezepturwissen wird systematisch dokumentiert statt in Expertenkopf zu verbleiben.

⬡ Ansatz

Optuna + GPyTorch (internes Python-Team)Ax-Bibliothek mit externem Data-ScientistCustom-Entwicklung mit scikit-learn / GPyTorch

Kristallglas-Inspektion: 3D-KI-Sichtprüfung auf Mikrorisse und Einschlüsse

14 Strat. Projekt
Imp. 4 Aufw. 2

Premium-Kristallglas wird nach dem Schleifen und Polieren per Hand geprüft, ein Prozess, der bei 300–600 Stück pro Stunde und nach Stunden der Konzentration nachlässt. Mikrorisse, die erst beim Spülen in der Geschirrspülmaschine zum Bruch führen, oder Einschlüsse, die im Regal-Licht sichtbar werden, gelangen trotzdem zum Kunden. Reklamationsquoten von 1–3% sind bei Premiumpreis-Produkten mit erheblichem Imageschaden verbunden.

◆ Lösung

Strukturiertes Licht (3D-Scanner) und Durchlicht-LED kombiniert: 3D-Scan erfasst Oberflächengeometrie und Mikrorisse, Durchlicht macht Einschlüsse im Glas sichtbar. CNN-Modell klassifiziert Defektart und -kritikalität in unter 200 ms. Produktionsintegration über Förderband-Trigger.

✓ Nutzen

Detektionsrate Mikrorisse von 40–60% (manuelle Sichtprüfung) auf >97% (3D-Scan + CNN) steigerbar; Einschlüsse von 70–85% auf 95–98%. Prüfdurchsatz verdoppelt sich. Reklamationsquote durch übersehene Defekte um 60–80% reduzierbar (Schätzwert aus Praxisberichten).

⬡ Ansatz

Keyence IV3 / Cognex In-Sight (Komplettsystem, ab 60 T€)ISRA Vision SMASH (vollintegrierte Linie, ab 120 T€)Custom CNN auf PyTorch (eigenes ML-Team, 12–24 Monate)

Pressform-Verschleiß: Predictive Maintenance für Hohlglas-IS-Maschinen

15 Nischenfall
Imp. 2 Aufw. 2

Pressformen in IS-Maschinen (Owens-Illinois, Verallia, Ardagh) halten je nach Produkt 200.000–600.000 Hübe. Verschleiß äußert sich in graduell schlechterer Nahtlage, Dickenschwankungen und Formtrennlinien-Qualität. Bisher wird nach Schussanzahl getauscht, ohne Rücksicht darauf, ob eine Form noch gut oder bereits kritisch ist. Zu früher Tausch kostet Formkosten, zu später Tausch produziert Ausschuss.

◆ Lösung

Kamera-Inline-Messung von Nahtlage und Oberfläche kombiniert mit Maschinendaten (Schmierzyklen, Schussanzahl, Glastemperatur) und Wartungshistorie. Random-Forest- bzw. XGBoost-Regressionsmodell schätzt Restlebensdauer je Form und empfiehlt Tauschzeitpunkt für den nächsten geplanten Maschinenstopp.

✓ Nutzen

Formstandzeit um 10–20% verlängerbar durch bedarfsgerechten Tausch. Ausschuss durch verschlissene Formen um 30–50% reduzierbar. Ungeplante Formenwechsel-Stopps deutlich seltener.

⬡ Ansatz

Kamera + MES-Formhistorie+ Regressionsmodell (Random Forest)+ Wartungsplanungs-Integration

Feuerfestmaterial-Monitoring: KI-Überwachung der Glasschmelzwannen-Erosion

16 Nischenfall
Imp. 1 Aufw. 2

Glasschmelzwannen mit Feuerfestauskleidungen haben Kampagnenlaufzeiten von 8–15 Jahren. In den letzten 12–18 Monaten vor Wannenende steigt das Durchbruchrisiko exponentiell. Thermocouples und manuelle Außenwandtemperatur-Messungen liefern punktuelle Daten, systemische Schwachstellen im Mauerwerk werden oft zu spät erkannt. Ein Wannendurchbruch kostet 5–50 Millionen Euro Schaden plus monatelangen Produktionsausfall.

◆ Lösung

Dichtes Netz aus Außenwand-Thermocouple-Arrays + Infrarot-Thermografiekameras liefert kontinuierliche Temperaturdaten. LSTM-Zeitreihenmodell (alternativ: Isolation Forest) lernt normale Erosionsmuster und erkennt anomale Hot Spots, die auf lokale Wandverdünnung oder Risse hindeuten. Restlebensdauer-Prognose fließt in Großreparatur-Planung ein.

✓ Nutzen

Wannendurchbrüche mit typischen Schadenskosten von 5–50 Mio. € durch rechtzeitige Hot-Spot-Erkennung vermeidbar. Kampagnenlaufzeit bis zur letzten sicheren Grenze ausschöpfbar. Großreparaturplanung auf Datenbasis statt Erfahrungsschätzung.

⬡ Ansatz

Bestehende Thermocouple-Daten automatisch auswerten (kein Hardware-Investment)Thermocouple-Array nachrüsten + Zeitreihen-ML (LSTM/Isolation Forest)Flächenthermografie + ML + Asset-Management-Integration

Schichtplanung Hüttenbetrieb: KI-gestützte Personaldisposition mit Qualifikationsmatrix

17 Nischenfall
Imp. 2 Aufw. 1

Ein Glaswerk mit 3–5 Produktionslinien und 80–200 Schichtmitarbeitern braucht pro Woche Dutzende Qualifikationsprofile parallel: Einschmelzer, Maschinenführer, Glasmacher, Wartungstechniker, oft nur wenige Personen pro Qualifikationsstufe. Schichtplaner verbringen 6–10 Stunden pro Woche mit Puzzlearbeit, trotzdem entstehen Engpässe, die zu Überstunden und Qualitätsverlust führen.

◆ Lösung

Constraint-basierter Planungsalgorithmus mit ML-Ausfallprognose: historische Krankheitsmuster, saisonale Schwankungen und individuelle Verfügbarkeiten fließen in die Planung ein. Qualifikationsmatrix stellt sicher, dass kritische Rollen immer besetzt sind. Automatische Neuplananpassung bei Krankmeldung.

✓ Nutzen

Planungsaufwand von 6–10 Std./Woche auf 1–2 Std. reduzierbar. Überstundenquote durch bessere Vorausplanung um 20–35% senkbar. Qualifikationslücken werden proaktiv erkannt statt reaktiv verwaltet.

⬡ Ansatz

Qualifikationsmatrix + Constraint Programming+ ML-Ausfallprognose+ Integration in HR-System

KI-Bildverarbeitung für automatische Glasfehler-Erkennung

18 Strat. Projekt
Imp. 5 Aufw. 2

Manuelle Sichtprüfung erkennt Mikrodefekte erst nach dem Zuschnitt. Ausschuss ist dann unabwendbar, Ursachenzuordnung unmöglich. Pro Stunde Fehlproduktion können Verluste von 5.000–30.000 € entstehen.

◆ Lösung

KI-Kamerasysteme scannen das Glasband kontinuierlich. Ein auf Fehlerbildern trainiertes Convolutional Neural Network (CNN) klassifiziert Blasen, Einschlüsse, Kratzer und Beschichtungsfehler in unter 100 ms, mit Positionsangabe und Fehlertyp. Frühwarnung ermöglicht Prozesseingriff noch während der Produktion.

✓ Nutzen

Ausschussrate um 30–60% reduzierbar. Rückverfolgung auf Schmelzparameter möglich. Reklamationskosten sinken, weil fehlerhafte Einheiten den Kunden nicht mehr erreichen.

⬡ Ansatz

PoC mit Landing AI (kein Hardware-Invest)Cognex/Keyence Custom-Setup (ab 40.000 €)ISRA VISION Vollpaket-Inline-System (80.000–500.000 €)

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