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Bildung & Weiterbildung inklusiondifferenzierungfoerderbedarf

KI-gestützte Inklusion und Lerndifferenzierung

KI erstellt differenzierte Lernmaterialien für verschiedene Leistungs- und Bedarfsstufen, Inklusion wird praktikabler, wenn ein Klick fünf Varianten eines Arbeitsblatts erzeugt statt fünf Stunden Arbeit.

Mit KI-Agenten recherchiert und geschrieben, verantwortlich: Redaktion KI-Syndikat. So arbeiten wir Fehler melden

⚡ Auf einen Blick
Problem
Inklusion und Binnendifferenzierung scheitern in der Praxis oft am Zeitaufwand: Lehrkräfte können nicht für jeden Schüler individuelle Materialien erstellen, ohne ihre sonstige Arbeitszeit zu opfern.
KI-Lösung
KI generiert auf Basis eines Standardmaterials automatisch differenzierte Versionen: vereinfachte Sprache, visuelle Unterstützung, erweiterte Anforderungen, alternative Erklärungsansätze.
Typischer Nutzen
Materialerstellung für Differenzierung von 3–5 Stunden auf 30–45 Minuten reduzieren (unsere Einschätzung, selbst messen), Inklusion auch in ressourcenarmen Schulen praktikabler machen.
Setup-Zeit
Erster produktiver Einsatz heute noch möglich
Kosteneinschätzung
0 € Einrichtung, 0–23 €/Monat laufend (ChatGPT Plus optional)
ChatGPT / Claude direkt (kein Setup, kostenlos)Fobizz Schullizenz (DSGVO-konform, pädagogisch kuratiert)Prompt-Bibliothek + Canva for Education (ganzes Kollegium)
Worum geht's?

Es ist Donnerstagabend, 21:40 Uhr.

Frau Wenzel sitzt am Küchentisch. Morgen: Biologie, Klasse 7, Thema Fotosynthese. In ihrer Klasse: 26 Schülerinnen und Schüler. Drei davon mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Lernen. Zwei mit Sprachförderbedarf. Einer, der eigentlich eine Jahrgangsstufe überspringen könnte, wenn nur jemand Zeit hätte. Zwei mit ADHS-Diagnose und Schwierigkeiten mit langen Texten.

Das Arbeitsblatt, das sie entworfen hat, ist für den Klassendurchschnitt gut. Für die anderen acht ist es entweder zu viel oder zu wenig.

Sie öffnet die alte Version vom letzten Jahr. Denkt daran, wie lange sie damals gebraucht hat, um sie zu vereinfachen. Drei Stunden, mindestens. Und dann war die einfachere Version immer noch zu lang.

Morgen früh werden drei Schülerinnen das Arbeitsblatt beiseitelegen und dösen. Nicht weil sie faul sind. Weil es für sie gemacht wurde, als wäre ihnen das egal.

Für Unternehmen

Nicht nur lesen, umsetzen.

Wir setzen Anwendungsfälle wie diesen mit euch um oder trainieren euer Team darauf. Das Erstgespräch kostet nichts.

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Das echte Ausmaß des Problems

Inklusion ist in Deutschland seit der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 rechtlich verankert, und in den Schulgesetzen aller Bundesländer umgesetzt. Die Realität sieht anders aus: In Lehrkräftebefragungen zur Inklusion tauchen fehlende Vorbereitung und fehlende Zeit für differenzierte Materialien seit Jahren als Hauptprobleme auf.

Das Kernproblem ist mathematisch: Eine Lehrkraft mit 26 Schülerinnen, darunter acht mit unterschiedlichen Bedarfen, müsste für ein einziges Arbeitsblatt mindestens vier bis fünf Varianten erstellen. Neben Unterricht, Korrekturen und allen anderen Aufgaben ist das für jede Stunde schlicht nicht leistbar. Also wird nicht differenziert, oder nur für die offensichtlichsten Fälle, unter großem Zeitdruck und mit sinkender Qualität.

Laut Statistik der Kultusministerkonferenz hatten 2024 in Deutschland 7,6 Prozent aller Schülerinnen und Schüler im Pflichtschulalter sonderpädagogischen Förderbedarf. Knapp 45 Prozent von ihnen lernten an allgemeinen Schulen, die übrigen an Förderschulen, dort waren es 4,2 Prozent aller Schülerinnen und Schüler. Hinzu kommen Schülerinnen mit Sprachförderbedarf, ADHS, Lernschwächen oder Hochbegabung, die keine formale Förderkategorie haben, aber ebenfalls differenzierte Materialien bräuchten.

Die gesellschaftlichen Kosten unzureichender Differenzierung sind erheblich: Schülerinnen mit Förderbedarf, die nicht passend beschult werden, zeigen schlechtere Schulabschlüsse und höhere Dropout-Raten. Schülerinnen mit Hochbegabung, die nicht gefordert werden, entwickeln Schulfrustration und Underachievement. KI nimmt einen Teil dessen ab, was bisher an Zeitkapazität scheiterte.

Mit vs. ohne KI, ein ehrlicher Vergleich

KennzahlOhne KIMit KI-Unterstützung
Zeit für 3 differenzierte Materialversionen3–5 Stunden20–45 Minuten (inkl. Prüfung)
Konsequente Differenzierung pro WocheSelten realisierbarFür alle regelmäßig möglich
Qualität der VereinfachungAbhängig von Lehrkraft-EnergieStrukturiert nach klaren Vorgaben
Leichte-Sprache-VersionenProfessionell teuer, selten verfügbarIn Minuten als Entwurf verfügbar
Erweiterungsaufgaben für HochbegabteVergessen, weil Zeit fehltImmer erstellbar

Die Zeitwerte sind unsere Einschätzung, keine Messung; miss sie an deinen nächsten drei differenzierten Arbeitsblättern.

Einschätzung auf einen Blick

Zeitersparnis, hoch (4/5) Differenzierung ist eine der zeitintensivsten Aufgaben in der Unterrichtsvorbereitung, und gleichzeitig eine, bei der KI direkt und sofort hilft. Was früher drei Stunden Arbeit war, dauert nach unserer Einschätzung noch 30 bis 45 Minuten, die fachliche Prüfung eingerechnet. Das ist einer der stärksten Zeiteffekte in dieser Kategorie, direkt nach der Prüfungsauswertung.

Kosteneinsparung, niedrig (2/5) Keine direkte Kosteneinsparung, Zeitrückgewinnung für pädagogische Arbeit. Bei Schulen, die bisher Leichte-Sprache-Materialien professionell erstellen ließen (teuer), gibt es einen messbaren Kosteneffekt. Das ist die Ausnahme.

Schnelle Umsetzung, hoch (4/5) Einer der einstiegsfreundlichsten Anwendungsfälle: ChatGPT oder Claude ist sofort nutzbar, kein Setup, kein IT-Projekt. Eine Lehrkraft kann noch heute ein Arbeitsblatt differenzieren. Datenschutz ist kein Problem, solange keine personenbezogenen Schülerdaten in die Tools eingegeben werden.

ROI-Sicherheit, mittel (3/5) Zeitersparnis ist direkt messbar. Ob differenziertere Materialien zu besseren Lernergebnissen führen, ist nicht direkt isolierbar: Die Forschung zur Binnendifferenzierung findet eher kleine und uneinheitliche Effekte, stark abhängig davon, wie die Differenzierung im Unterricht umgesetzt wird. Ein KI-Arbeitsblatt allein ist keine gute Differenzierung, es macht sie nur leichter möglich.

Skalierbarkeit, hoch (4/5) Eine gut strukturierte Prompt-Bibliothek für Differenzierungsaufgaben skaliert auf alle Fächer und Klassenstufen. Kollektives Teilen im Kollegium multipliziert den Nutzen: Was eine Lehrkraft entwickelt hat, hilft allen anderen. Über Zeit entsteht eine Schul-Bibliothek differenzierter Templates.

Richtwerte, Zeitersparnis abhängig von Komplexität des Ausgangsmaterials und geforderter Varianten-Anzahl.

Was KI hier konkret tut

Der Ansatz ist dreistufig: Basisarbeitsblatt erstellen (wie gewohnt), dann KI mit der Differenzierung beauftragen, dann prüfen und anpassen.

Vier Differenzierungsvarianten, die KI routinemäßig erstellen kann:

Vereinfachte Version (Leichte Sprache / Einfache Sprache): „Übersetze diesen Text in einfache Sprache für eine 5. Klasse, kurze Sätze, einfache Wörter, keine Fachbegriffe ohne Erklärung.” Das Netzwerk Leichte Sprache hat formale Standards, die KI nicht vollständig erfüllt, aber vereinfachte KI-Texte sind besser als keine Vereinfachung und ein guter Ausgangspunkt.

Sprachförder-Version: „Erstelle eine Version für Schülerinnen mit Sprachförderbedarf: Schlüsselbegriffe hervorheben, kurzes Glossar am Rand, Aufgabenstellungen in kleinere Schritte aufteilen, Satzanfänge als Gerüst vorgeben.”

Erweiterte Version für schnelle Lernende: „Erstelle eine Erweiterung mit zwei Transferaufgaben, einer Rechercheaufgabe und einer Reflexionsfrage, für Schülerinnen, die das Basisblatt schnell fertig haben.”

Strukturierungs-Version für ADHS/Konzentrationsschwächen: „Teile diese Aufgaben in kleinere, klar abgegrenzte Schritte auf, ergänze Checkboxen nach jedem Schritt, reduziere den Text auf dem Blatt auf das Notwendige, füge visuelle Trennlinien ein.”

Was KI nicht kann: Den individuellen Förderbedarf einer konkreten Schülerin kennen. Entscheiden, welche Variante für wen geeignet ist. Die pädagogische Feinkalibrierung vornehmen. Das bleibt menschliche Aufgabe, KI reduziert den Erstellungsaufwand, nicht die pädagogische Verantwortung.

Datenschutz und rechtlicher Rahmen

Für Lernmaterialien ohne Schülerdaten (das ist der normale Anwendungsfall) gibt es keine Datenschutzprobleme: Ein Arbeitsblatt über Fotosynthese enthält keine personenbezogenen Daten, es kann ohne Bedenken in externe KI-Tools eingegeben werden.

Kritisch wird es nur, wenn die Materialien individuell auf eine konkrete Schülerin zugeschnitten werden und dabei Angaben über deren Förderbedarf oder Leistungsstand ins Tool eingegeben werden, etwa: „Erstelle eine Version für Schülerin mit Downsyndrom und Leseschwäche.” Solche Angaben in externe Tools ohne DSGVO-konforme Vereinbarung sind problematisch. Lösung: Anforderung ohne Identifikation formulieren, „für einen Schüler mit Leseschwäche und langsamem Verarbeitungstempo”, keine Namen, keine identifizierenden Angaben.

Leichte Sprache im Schulkontext: Das Netzwerk Leichte Sprache hat formale Regeln, deren Einhaltung einen Prüfprozess durch Menschen mit Lernerfahrung erfordert. KI-generierte vereinfachte Texte erfüllen diese Norm in der Regel nicht vollständig. Für Alltags-Unterrichtsmaterialien reicht vereinfachte Sprache; für rechtlich oder bildungsrelevant bedeutsame Materialien (Schulregeln, Zeugniserläuterungen) sollte professionelle Leichte-Sprache-Erstellung oder zumindest ein Prüfprozess eingeplant werden.

DSGVO bei Förderplänen: Individuelle Förderpläne und Diagnose-Dokumente enthalten sensible personenbezogene Daten. Diese dürfen nur mit AVV-konformer Plattform in KI-Tools verarbeitet werden (z. B. Fobizz, M365 Copilot in schulischer Umgebung).

Konkrete Werkzeuge, was wann passt

ChatGPT , Sehr gut für Textvereinfachung, Leichte-Sprache-Entwürfe und Aufgabenerstellung in verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Kostenlos für Basisnutzung, Plus 23 Euro/Monat für höhere Nutzungsintensität.

Claude , Stärker als ChatGPT bei nuancierter Textumformulierung. Wenn vereinfachte Sprache wirklich regelkonformer sein soll, liefert Claude oft präzisere Ergebnisse. Kostenlos für Basisnutzung.

Canva , Für visuelle Differenzierung und barrierefreie Gestaltung: Icons für Aufgabenschwierigkeiten, farbliche Strukturierung, größere Schrift, visuelle Lernhilfen. Canva for Education ist kostenlos für Lehrkräfte. Sehr große Vorlagen-Bibliothek für Unterrichtsmaterialien.

Fobizz , Bietet neben KI-Zugang auch spezifische Differenzierungs-Werkzeuge für Lehrkräfte. Verarbeitung in Deutschland, AVV bei Schullizenzen inklusive, pädagogisch kuratiert. Die Tools-Flatrate kostet 119 Euro im Jahr je Person, Schullizenzen gibt es ab 5 Personen ab 500 Euro im Jahr, in einigen Ländern über eine Staatslizenz kostenlos.

Symbolsysteme wie Boardmaker, Spezialisierte Werkzeuge für symbolunterstützte Kommunikation und piktogrammbasierte Materialien für Schülerinnen mit komplexen Kommunikations- oder kognitiven Förderbedarfen. Wichtige Ergänzung für tiefes inklusives Unterrichten, Preise beim Anbieter.

Wann welcher Ansatz:

  • Schneller Einstieg, kein Budget: ChatGPT kostenlos + Canva for Education (kostenlos)
  • Maximale Textqualität bei Vereinfachung: Claude
  • Datenschutzkonform mit Schulinfrastruktur: Fobizz
  • Visuelle und symbolgestützte Materialien: Symbolsysteme wie Boardmaker als Ergänzung

Was es kostet, realistisch gerechnet

Einstieg (ChatGPT + Canva for Education):

  • Kosten: 0 Euro (ChatGPT im Gratis-Tarif, Canva for Education für Lehrkräfte kostenlos)
  • Einmalig: 2–3 Stunden für Prompt-Templates für häufige Differenzierungsaufgaben
  • Ergebnis: Sofort nutzbar für alle Fächer und Jahrgangsstufen

Schullösung (Fobizz):

  • Fobizz: Schullizenz ab 5 Personen ab 500 Euro im Jahr, einzeln 119 Euro im Jahr, in Ländern mit Staatslizenz kostenlos
  • Vorteil: AVV inklusive, Verarbeitung in Deutschland, pädagogisch kuratiert, Lehrkräfte-Support

Zeitersparnis als eigentlicher Nutzen: Angenommen, eine Lehrkraft, die konsequent differenziert, gewinnt durch KI-Unterstützung 2 bis 3 Stunden pro Woche. Das ist unsere Annahme, keine Messung, und stark abhängig von Fächerbreite und Förderbedarfs-Mix. Bei 40 Schulwochen sind das 80 bis 120 Stunden im Schuljahr (40 mal 2 bis 3 Stunden), Zeit für Feedback-Gespräche, Unterrichtsentwicklung oder schlicht für Erholung. In Euro lässt sich das nicht ausdrücken, keine Stelle und kein Haushaltsposten ändert sich. Für viele Lehrkräfte heißt es konkret: weniger Abende wie der von Frau Wenzel.

Klingt das nach eurem Alltag? Ob sich dieser Use Case bei euch rechnet, klären wir im Erstgespräch: 30 Minuten, kostenlos.

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Fünf typische Einstiegsfehler

1. KI-Textvereinfachung als vollständige Leichte Sprache verkaufen. KI-generierte vereinfachte Texte erfüllen die formalen Standards des Netzwerks Leichte Sprache nicht automatisch. Das ist für alltägliche Unterrichtsmaterialien in Ordnung, aber kommuniziere intern und mit Schülerinnen/Eltern klar: Das ist vereinfachte Sprache, keine geprüfte Leichte Sprache. Diese Unterscheidung schützt vor falschen Erwartungen und rechtlichen Risiken.

2. Prompt zu generisch, Output zu allgemein. „Vereinfache diesen Text für Förderschüler” gibt einen mittelmäßigen Output. „Vereinfache diesen Text für einen Schüler mit Leseschwäche und langsamem Verarbeitungstempo, Klasse 6, Sätze maximal 8 Wörter, Schlüsselbegriffe fett, kein Passiv” gibt einen nützlichen Output. Je präziser der Prompt, desto weniger Nacharbeit.

3. Differenzierte Materialien nicht in einer Bibliothek speichern. Wer die vereinfachte Version eines Fotosynthese-Arbeitsblatts einmal erstellt hat und sie dann nicht speichert, erstellt sie beim nächsten Biologiethema wieder von null. Eine einfache Ordnerstruktur, nach Fach und Differenzierungstyp, amortisiert sich nach der zweiten Nutzung.

4. Keine Qualitätsprüfung der Fachkorrektheit. KI-Vereinfachungen können den Fachinhalt verzerren: Zusammenhänge werden weggelassen, Präzision geht verloren, manchmal entstehen inhaltliche Fehler. Jede differenzierte Version muss inhaltlich geprüft werden, 10 Minuten pro Variante ist deutlich weniger als 2 Stunden Erstellung, bleibt aber unverzichtbar.

5. Die Prompt-Bibliothek einmal aufbauen und dann nie aktualisieren. Ein stiller Langzeitfehler: Die Prompts für Differenzierungsaufgaben werden einmal erstellt und dann jahrelang unverändert genutzt, auch wenn sich Lehrpläne, Klassenzusammensetzungen oder KI-Tools verändern. Mit der Zeit passen die Ausgaben immer schlechter zu den tatsächlichen Bedarfen, ohne dass jemand es bemerkt, weil die Qualitätslatte intern gesunken ist. Lösung: Einmal pro Schuljahr drei bis fünf der meistgenutzten Prompts aktiv testen, mit einem echten aktuellen Material, und bei sinkender Ausgabe-Qualität nachschärfen.

Was mit der Einführung wirklich passiert, und was nicht

Die technische Einführung ist der einfachste Teil. Das Schwierigere ist die Routinebildung: Differenzierung ist tendenziell das, was in der Unterrichtsvorbereitung als erstes wegfällt, wenn die Zeit knapp wird. KI macht es schneller, aber es muss trotzdem zur Gewohnheit werden.

Ein häufiges Muster: Lehrkräfte probieren das Tool einmal aus, bekommen ein brauchbares Ergebnis und vergessen dann in der nächsten hektischen Woche wieder, es zu nutzen. Was hilft: Differenzierung explizit als festen Schritt in die Unterrichtsplanung integrieren, nicht als Add-on, das man macht, wenn Zeit übrig ist, sondern als Standard.

Das zweite Muster: Kollegiums-Sharing funktioniert oft nicht spontan. Jede Lehrkraft entwickelt eigene Prompts, und teilt sie nicht. Eine kleine gemeinsame Ablagestruktur, die alle kennen und nutzen, verdoppelt den Nutzen für alle. Das erfordert einmal Koordination, zahlt sich dauerhaft aus.

Was konkret hilft:

  • Workshop: Live-Demo mit einem echten Arbeitsblatt aus dem aktuellen Curriculum
  • Gemeinsame Prompt-Bibliothek: erste fünf häufigste Differenzierungstypen für die Schule erstellen
  • Explizit kommunizieren: KI erstellt Entwurf, Lehrkraft prüft Fachinhalt, Verantwortung bleibt beim Menschen

Realistischer Zeitplan mit Risikohinweisen

PhaseDauerWas passiertTypisches Risiko
Erste ExperimenteWoche 1–23–5 eigene Materialien mit KI differenzieren, Qualität bewertenErste Outputs enttäuschen, Prompts präzisieren statt System verwerfen
Prompt-Bibliothek aufbauenWoche 2–4Bewährte Prompts für häufige Differenzierungstypen sammeln und dokumentierenPrompts werden nicht geteilt, Kollegium kann nicht davon profitieren
Kollegiums-WorkshopMonat 2Erfahrungen teilen, andere Lehrkräfte einführen, gemeinsame Bibliothek startenSkeptische Kolleg:innen blockieren, auf freiwillige Früh-Adopter setzen
Integration in UnterrichtsplanungMonat 2–4Differenzierung als regulären Schritt in die Unterrichtsvorbereitung aufnehmenRückfall in alte Muster wenn Zeitdruck steigt, Routine braucht sechs bis acht Wochen
Qualitätssicherung etablierenAb Monat 3Inhaltliche Prüfung als Standard, nicht als AusnahmeFachliche Fehler in vereinfachten Versionen, regelmäßige Stichproben

Häufige Einwände, und was dahintersteckt

„KI versteht die individuellen Bedarfe meiner Schülerinnen nicht.” Richtig, und das muss KI auch nicht. Die Lehrkraft kennt ihre Schülerinnen und definiert die Art der Differenzierung: „Vereinfache für einen Schüler mit Dyslexie, kurze Sätze, Sans-Serif-Schrift, keine Unterstreichungen.” KI setzt um, was die pädagogische Fachkraft vorgibt. Expertise bleibt beim Menschen.

„Die KI-generierten Texte sind nicht wirklich Leichte Sprache.” Stimmt für die Standard-Ausgabe. Echte Leichte Sprache nach den Regeln des Netzwerks Leichte Sprache erfordert Prüfleserinnen mit Lernerfahrung als Teil des Prozesses. KI-vereinfachte Texte sind eine Unterstützung, kein Ersatz. Das sollte klar kommuniziert werden, aber auch vereinfachte KI-Texte sind besser als keine Differenzierung, und für viele Unterrichtszwecke ausreichend.

„Wir haben keine Zeit, uns in neue Tools einzuarbeiten.” ChatGPT für die erste Textvereinfachung braucht keine Einarbeitung: ein präziser Satz als Instruktion reicht. Der erste Versuch dauert drei Minuten. Ob das Ergebnis gut genug ist, entscheidet die Lehrkraft in weiteren fünf Minuten. Das ist eine der niedrigsten Einstiegshürden in dieser Kategorie.

„Schülerinnen mit Förderbedarf merken, dass sie andere Materialien bekommen, das stigmatisiert.” Das ist ein berechtigtes pädagogisches Anliegen, das aber nichts mit KI zu tun hat, es gilt für jede Form der Binnendifferenzierung. Die Lösung liegt in der Pädagogik: Differenzierung als normales Unterrichtsprinzip kommunizieren, nicht als Sonderbehandlung. „Wir arbeiten heute auf verschiedenen Niveaus, das ist hier immer so.” KI macht die Erstellung leichter, ändert aber nicht die Frage, wie Differenzierung im Unterricht eingeführt und kommuniziert wird.

Woran du merkst, dass das zu dir passt

  • Du verbringst regelmäßig Abende damit, Arbeitsblätter für verschiedene Förderstufen anzupassen
  • In deiner Klasse gibt es Schülerinnen, für die das Standardmaterial zu schwer oder zu leicht ist, und die deshalb nicht adäquat beschult werden
  • Differenzierung passiert bei dir selten, weil der Zeitaufwand zu hoch ist
  • Du hast digitale Unterrichtsmaterialien, die du als Basis für differenzierte Versionen verwenden könntest

Wann es sich (noch) nicht lohnt: Wenn deine Klasse sehr homogen ist und Differenzierungsbedarf minimal, der Aufwand für Prompt-Templates übersteigt dann den Nutzen. Wenn deine gesamte Unterrichtsvorbereitung analog (handschriftlich) ist, ist der Digitalisierungsschritt vorgelagert.

Drei harte Ausschlusskriterien:

  1. Keine Bereitschaft zur Inhaltsprüfung differenzierter Materialien: KI macht Fehler, besonders bei Fachinhalt in vereinfachter Form. Wer differenzierte Materialien ohne Prüfung ausgibt, riskiert, Schülerinnen mit falschen Inhalten zu konfrontieren. Die Prüfung ist nicht optional.
  2. Ausschließlich Förderstufen mit komplexem Sonderpädagogik-Bedarf ohne Lehrkräfte-Expertise: Für Schülerinnen mit schweren kognitiven Beeinträchtigungen, Autismus-Spektrum-Störungen oder komplexen Mehrfachbehinderungen reicht KI-generierte Vereinfachung allein nicht aus, spezialisierte sonderpädagogische Expertise und Tools wie Boardmaker sind unersetzlich. KI kann unterstützen, nicht ersetzen.
  3. Kein Zugang zu digitalen Endgeräten: Wenn Lehrkräfte keinen regelmäßigen Zugang zu Laptop oder Tablet haben, ist der KI-Einsatz nicht praktikabel. Die technische Grundlage muss stimmen.

Das kannst du heute noch tun

Nimm ein Arbeitsblatt, das du in der nächsten Woche einsetzen willst. Öffne ChatGPT (kostenlos) oder Claude (kostenlos für Basisnutzung). Gib ein: „Erstelle aus diesem Text eine vereinfachte Version für eine 6. Klasse mit Leseschwäche: kurze Sätze (maximal 10 Wörter), einfache Wörter, Schlüsselbegriffe fett, keine Passivkonstruktionen. [Text einfügen].”

Lies das Ergebnis. Prüfe, ob die Fachaussage noch stimmt. Passe an, was nicht passt. Das dauert zehn Minuten. Du weißt danach: Wie gut funktioniert KI-Vereinfachung für dein Fach und dein Material, und was du beim nächsten Mal besser formulieren würdest.

Prompt für dreifach-differenzierte Unterrichtsmaterialien
Du bist Differenzierungsassistentin für Lehrkräfte. Erstelle aus dem folgenden Basistext mehrere differenzierte Versionen für inklusive Unterrichtssettings. **Basistext:** [HIER DEN ORIGINALTEXT EINFÜGEN] **Klasse/Fach:** [JAHRGANGSSTUFE, FACH] Erstelle bitte: **Version A, Vereinfachte Version (Sprachförderbedarf / Lernschwäche):** - Sätze maximal 10 Wörter - Einfache, alltagsnahe Wörter - Fachbegriffe fett + kurze Erklärung in Klammern - Aktiv statt Passiv - Schlüsselaussagen als Stichpunkte **Version B, Strukturierungs-Version (ADHS / Konzentrationsschwäche):** - Aufgaben in kleinere, nummerierte Einzelschritte aufteilen - Checkbox nach jedem Schritt - Kurze, klare Instruktionen ohne eingebettete Nebensätze - Maximale Textmenge pro Abschnitt: 3 Sätze **Version C, Erweiterung (schnelle Lernende / Hochbegabung):** - 2 Transferaufgaben, die über den Basistext hinausgehen - 1 Rechercheanregung - 1 Reflexionsfrage zum größeren Kontext
Funktioniert mit ChatGPT, Claude, Fobizz
Beispiel-Ausgabe

Mitarbeiter:in

Basistext: 'Pflanzen stellen durch Fotosynthese ihre eigene Nahrung her. Dafür nutzen sie Sonnenlicht, Wasser und Kohlenstoffdioxid aus der Luft. Als Nebenprodukt entsteht Sauerstoff, den sie abgeben. Ohne Fotosynthese gäbe es kein Leben auf der Erde, wie wir es kennen.' Klasse 6, Biologie.

KI-Assistent

**Version A, Vereinfachte Version:** Pflanzen machen ihre eigene Nahrung. Das nennt man **Fotosynthese** (= Nahrung aus Licht herstellen). Pflanzen brauchen dafür drei Dinge: - Sonnenlicht - Wasser - **Kohlenstoffdioxid** (= ein Gas aus der Luft) Was kommt dabei raus? **Sauerstoff** (= das Gas, das wir zum Atmen brauchen). --- **Version B, Strukturierungs-Version:** ☐ Schritt 1: Lies den Text einmal durch. ☐ Schritt 2: Unterstreiche: Was braucht eine Pflanze für die Fotosynthese? ☐ Schritt 3: Schreibe auf: Was entsteht bei der Fotosynthese? ☐ Schritt 4: Beantworte: Warum ist Fotosynthese für uns Menschen wichtig? --- **Version C, Erweiterung:** 1. Recherchiere: Welche Pflanzen betreiben Fotosynthese besonders effizient, und warum ist das für die Landwirtschaft interessant? 2. Übertrage: Warum ist Abholzung von Regenwäldern für das Weltklima so problematisch? Nutze dein Wissen über Fotosynthese. 3. Reflexion: Gibt es Lebewesen, die ohne Fotosynthese-Produkte leben können? Was sagt das über die Grundlagen des Lebens aus?

Quellen & Methodik

  • Förderquote 7,6 %, Inklusionsanteil 44,5 %, Förderschulbesuchsquote 4,2 %: Kultusministerkonferenz, Dokumentation 249 „Sonderpädagogische Förderung in Schulen 2015 bis 2024”, Werte für 2024.
  • UN-Behindertenrechtskonvention: UN-BRK 2009; Umsetzung in Schulgesetzen der Bundesländer (2010–2016).
  • Leichte Sprache Standards: Netzwerk Leichte Sprache e.V., Regelwerk Leichte Sprache (aktuelle Fassung 2024).
  • KI-Unterstützung Inklusion Forschungsstand: Springer Nature „Potentiale der Inklusion in der Schule mithilfe von KI” (HMD Praxis der Wirtschaftsinformatik, 2025); bpb.de „KI als Katalysator für Inklusion” (2024).
  • DSGVO bei Förderdaten: Art. 9 DSGVO (besondere Kategorien personenbezogener Daten, etwa Gesundheitsdaten zu Diagnosen); datenschutz-schule.info Leitfaden (2024).
  • Zeitwerte und Tool-Preise: Zeitwerte redaktionelle Einschätzung, keine Messung; Preise laut unseren Toolseiten zu ChatGPT und Fobizz (Stand September 2026).

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