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tilia Phoenix

Tilia Labs (Esko)

4/5

Redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen (Anbieterangaben, Preislisten, unabhängige Bewertungsplattformen), kein Hands-on-Produkttest, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben. Die Sternebewertung ist eine Meinung der Redaktion.

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tilia Phoenix ist eine KI-gestützte Planungs- und Ausschieß-Software für Etiketten-, Verpackungs-, Akzidenz- und Breitformatdruck. Die Software berechnet automatisch materialoptimierte Bogenlayouts über viele Jobs hinweg, verarbeitet sowohl rechteckige als auch unregelmäßige Stanzformen (True-Shape-Nesting) und verbindet Planung, Nesting und Druckvorstufe in einem Workflow. Esko bewirbt Phoenix als die erste und einzige automatisierte, KI-gestützte Preproduction-Software für Verpackung und Etiketten; Tilia Labs wurde 2024 von Esko übernommen.

Kosten: Preis auf Anfrage (Enterprise-Lizenz). Esko und Tilia Labs veröffentlichen keine Preisliste; Bezug ausschließlich über den Esko-Vertrieb, keine Self-Service-Testversion. Konkrete Zahlen nur nach individuellem Angebot.

Kategorien

Stärken

  • KI-gestützte Planung und Imposition mit True-Shape-Nesting, berechnet automatisch materialoptimierte Bogenlayouts inkl. unregelmäßiger Stanzformen
  • Ganging: mehrere Jobs nach Substrat und Priorität automatisch auf einem Bogen zusammenfassen
  • Integration in die Esko-Automatisierung sowie Anbindung an bestehende Business-Systeme, DFEs (Digital Front Ends) und Workflow-Tools
  • Anbindung an Schneid- und Stanzgeräte für durchgängigen Datenfluss ins Finishing
  • Breite Formatunterstützung: Etiketten, Verpackung, Akzidenz und Breitformat
  • Pressen-spezifische Kosten- und Materialberechnung, die KI bewertet die Pressen-Eignung mit

Einschränkungen

  • Enterprise-Lizenz ohne öffentliche Preisliste, kein Einstiegsprodukt für kleine Druckereien unter 10 Mitarbeitenden
  • Volles Potenzial erst bei Integration in den Prepress-Workflow erkennbar, steht allein als reines Nesting-Tool isoliert
  • True-Shape-Nesting erfordert saubere CAD/CFF2-Stanzformen als Input, ohne digitale Stanzdaten keine Formoptimierung
  • Bezug nur über Esko-Vertrieb, keine Self-Service-Testversion, kein öffentlicher Preis
  • Lernkurve für Operator beim Setup von Regeln, Kostenparametern und Pressen-Profilen

Passt gut zu

Etikettendrucker mit hohem Anteil an Sonderstanzformen und gemischten Ganging-Jobs Verpackungsdruckereien mit häufig wechselnden Auftragsgrößen und Substratypen Produktionsplaner, die Ausschieß- und Ganging-Entscheidungen automatisieren wollen Breitformatdrucker mit teurem Substrat (Folien, Textil, starre Materialien)

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du fertigst täglich viele unterschiedliche Aufträge mit verschiedenen Stanzformen
  • Du willst Material- und Maschinenkosten durch Ganging optimieren
  • Du arbeitest bereits in einem Esko- oder JDF-basierten Prepress-Workflow
  • Du hast einen Mix aus Sheetfed- und Rollendruck mit unterschiedlichen Pressen

Wann nein

  • Du druckst sehr lange Auflagen mit immer gleichem Layout (klassischer Akzidenzdruck)
  • Du hast keine digitalen Stanzdaten (CAD/CFF2) für deine Aufträge
  • Dein Job-Volumen rechtfertigt keine Enterprise-Lizenz mit Beratungs-Setup
  • Du suchst eine reine Druckvorstufen-Lösung ohne Planungslogik

Kurzfazit

tilia Phoenix zählt im Etiketten- und Verpackungsdruck zu den führenden Lösungen für KI-gestütztes Nesting und Imposition. Esko und Tilia Labs vermarkten Phoenix als die erste und einzige automatisierte, KI-gestützte Preproduction-Software für Verpackung und Etiketten. Die Software übernimmt das, was früher Vordrucker pro Schicht manuell rechneten: aus einem Stapel ungleicher Aufträge ein materialoptimiertes Bogenlayout berechnen, Pressen und Substrate zuordnen, Schnittpfade vorbereiten. Wer Sonderstanzformen, Ganging und mehrere Pressen im Spiel hat, kann damit sowohl Planungszeit als auch Materialverschnitt spürbar senken. Die Schwächen liegen im intransparenten Enterprise-Pricing, der Komplexität des Setups und der Tatsache, dass Phoenix sein Potenzial erst im automatisierten Esko-Workflow ausspielt. Für die Zielgruppe gibt es allerdings kaum eine vergleichbar leistungsfähige Lösung.

Für wen ist tilia Phoenix?

Etiketten- und Schmalbahndrucker: Wer täglich viele unterschiedliche Etikettenjobs mit verschiedenen Stanzformen druckt, hat das klassische Phoenix-Szenario. Die KI-gestützte Imposition erledigt in kurzer Zeit, was manuell viele Minuten pro Auftrag kostet, und reduziert Materialverschnitt durch intelligentes Ganging.

Faltschachtel- und Verpackungsdruckereien: Bei Verpackungsaufträgen sind Stanzformen, Nuten und Aufrissmuster komplex. Phoenix beherrscht True-Shape-Nesting und packt unregelmäßige Polygone enger als rechteckige Bounding-Box-Lösungen. Bei teurem Karton kann das den Materialeinsatz gegenüber rein rechteckigem Layout deutlich senken.

Breitformat- und Display-Drucker: Wer auf teuren Substraten (Acryl, Forex, Folie) produziert, profitiert vom kostenorientierten Nesting. Phoenix berücksichtigt laut Hersteller nicht nur die Fläche, sondern auch Schnittpfadlänge (Cut Times) und Pressen-Tauglichkeit, das senkt sowohl Material- als auch Finishing-Kosten.

Produktionsplaner in Mittelstand bis Großdruck: Phoenix ist als Werkzeug für die Arbeitsvorbereitung gedacht, nicht als Bedien-Tool am Drucker. Wer eine zentrale Planungsstelle hat, die mehrere Pressen koordiniert, holt am meisten heraus.

Druckereien im Esko-Ökosystem: Wer bereits Esko Automation Engine, ArtPro+ oder Studio nutzt, bekommt durch die Integration den größten Hebel. Phoenix ist außerhalb des Esko-Workflows nutzbar, entfaltet aber in der Kombination die volle Automation.

Weniger geeignet für: Kleindruckereien mit fünf oder weniger Mitarbeitenden, Akzidenzdrucker mit langen, gleichförmigen Auflagen, Betriebe ohne digitale Stanzdaten und alle, die das Tool nur sporadisch nutzen würden, die Lizenzkosten amortisieren sich erst bei substanziellem Job-Volumen.

Preise im Detail

BezugPreisWas bekannt ist
Enterprise-LizenzAuf AnfrageWeder Esko noch Tilia Labs veröffentlichen eine Preisliste oder benennen öffentlich einzelne Editionen/Tiers
TestzugangNicht öffentlichKeine Self-Service-Testversion, Evaluierung nur über einen Demo- und Vertriebsprozess

Einordnung: Tilia Labs und Esko veröffentlichen keine Listenpreise und keine öffentliche Editions- oder Modulübersicht, alles läuft über den Vertrieb. Eine seriöse Zahl lässt sich von außen nicht nennen, und wir tun das bewusst nicht: Wer eine konkrete Angabe braucht, kommt am individuellen Angebot nicht vorbei. Klar ist die Positionierung: Phoenix ist Enterprise-Software, kein Einstiegsprodukt für Kleindruckereien. Für die meisten Betriebe rentiert sich das erst bei einem Job-Volumen, das ohnehin Vollzeit-Vordrucker beschäftigt, dann aber, weil sowohl Personalstunden als auch Materialkosten sinken. Wer evaluieren will, sollte eine Pilotrechnung mit eigenen Auftragsprofilen anstoßen, nur dann lässt sich der ROI belastbar bewerten.

Stärken im Detail

KI-gestützte Planung als echter Produktivitätshebel. Die KI-Engine durchläuft automatisch sehr viele Layout-Varianten, bewertet sie nach Materialverbrauch, Schnittpfadlänge, Pressen-Eignung und Priorität und schlägt eine optimierte Kombination vor. Esko formuliert es plakativ so, dass die “AI brain” in Phoenix erlaube, “human planning” abzulösen. Was ein erfahrener Vordrucker manuell erarbeitet, liefert die Software deutlich schneller, und in vielen Fällen mit besserer Materialnutzung.

True-Shape-Nesting für Sonderstanzformen. Während viele Nesting-Tools nur rechteckige Bounding Boxes packen, versteht Phoenix die echte Polygonform jedes Stanzteils. Bei ovalen Etiketten, Sternformen oder komplexen Faltschachtel-Aufrissen ergibt das einen Material-Gewinn gegenüber rein rechteckigem Layout, wie viel genau, hängt stark von Formen und Substrat ab und lässt sich seriös nur im eigenen Job-Mix ermitteln.

Ganging mehrerer Jobs auf einem Bogen. Phoenix kombiniert Aufträge mit ähnlichem Substrat und passender Priorität automatisch auf gemeinsamen Bögen. Das senkt Rüstzeiten pro Auftrag und füllt Pressen besser aus, besonders bei kleinen Auflagen ein echter Wirtschaftlichkeitshebel.

Tiefe Esko-Integration. Seit der Übernahme durch Esko 2024 wird Phoenix enger in die Esko-Automatisierung eingebettet. Business-Systeme, DFEs (Digital Front Ends), Websites und Workflow-Tools lassen sich laut Hersteller “out of the box” anbinden, PDF-Daten, Stanzformen und Workflow-Schritte fließen ohne manuelle Brücken durch, das ist der Unterschied zwischen “Insel-Tool” und “Industrieautomation”.

Pressen- und Substrat-Lernfähigkeit. Phoenix lässt sich auf die individuelle Pressen-Konfiguration trainieren: Druckbereich, kompatible Substrate, Kostenstrukturen. Die KI bewertet bei der Job-Planung mit, welche Presse für welchen Auftrag wirtschaftlich am sinnvollsten ist. Das macht aus der Imposition-Software einen aktiven Planungspartner, der mehr als nur Layouts berechnet.

Direkte Maschinenanbindung ins Finishing. Die berechneten Layouts inklusive Schnittpfaden (Cut Times) gehen an Schneid- und Stanzgeräte weiter, ohne Medienbruch. In Kombination mit Digitaldruckpressen und den angebundenen DFEs entsteht ein durchgängiger Datenfluss vom Auftragseingang bis zum Finishing.

Schwächen ehrlich betrachtet

Hohe Einstiegshürde bei Lizenz und Setup. Phoenix ist keine Off-the-Shelf-Software, die du in einer Stunde produktiv nimmst. Es handelt sich um Enterprise-Software ohne öffentlichen Preis, das Setup erfordert die Erfassung von Pressen-Profilen, Substraten, Kostenkalkulationen und Workflow-Regeln. Bis das System produktiv läuft, vergehen in der Regel mehrere Wochen mit Beratungsanteil, das ist keine Investition, die man nebenbei trifft.

Esko-Bias bei der Integration. Phoenix funktioniert technisch mit jedem JDF-fähigen Workflow, aber die tiefste Automatisierung gibt es nur mit Esko Automation Engine. Wer in einer reinen Heidelberg-Prinect-, Kodak-Prinergy- oder Agfa-Apogee-Umgebung arbeitet, bekommt nicht das volle Esko-Workflow-Erlebnis und steht damit teilweise zwischen den Welten.

True-Shape-Nesting nur mit sauberen CAD-Daten. Die smarte Polygon-Optimierung funktioniert nur, wenn deine Stanzformen als digitale CAD- oder CFF2-Daten vorliegen. In Druckereien, wo Stanzformen noch häufig manuell digitalisiert oder als reine Konturlinien im PDF stecken, ist der Bonus deutlich kleiner.

Pricing-Intransparenz. Es gibt keine öffentliche Preisliste, keine Testversion zum Selbstausprobieren, keinen Online-Shop. Wer das Tool evaluieren will, muss zwingend in den Vertriebsprozess einsteigen, das ist für kleine und mittlere Betriebe oft eine Hürde, die manche Konkurrenz-Produkte (etwa EFI Fiery Impose oder Ultimate Impostrip) durch günstigere, klarer bepreiste Einstiegs-Pakete umgehen.

Komplexität in der Bedienung. Phoenix ist mächtig, aber nicht trivial. Operator brauchen Schulung, und die Regelkonfiguration (welche Jobs dürfen ganggen, welche nicht, welche Substrate sind kompatibel) muss laufend gepflegt werden. Ohne dedizierte Person, die das Tool verantwortlich administriert, verkümmert es oft auf einfache Imposition-Aufgaben.

Stille Updates statt großer Release-Kommunikation. Tilia Labs und Esko kommunizieren Funktions-Updates relativ leise, Anwender erfahren neue Features oft erst beim nächsten Vertriebsgespräch oder bei Schulungen. Wer auf öffentlicher Roadmap-Klarheit Wert legt, wie sie bei Cloud-First-Anbietern üblich ist, vermisst das hier.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Eine günstigere Imposition-Lösung für Akzidenzdruck brauchstcallas pdfToolbox
Workflow-Automation im Vordergrund stehtEnfocus Switch
Schon im Heidelberg-Umfeld arbeitestHeidelberg Prinect
3D-Verpackungsdesign integrieren willstEsko Studio
Farbstandardisierung das größere Problem istAlwan PrintStandardizer

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: EFI Fiery Impose, Ultimate Impostrip, die Imposition-Module in Kodak Prinergy und Agfa Apogee sowie Caldera im Grand-Format-Umfeld. Im Etiketten- und Verpackungsdruck mit echtem Ganging-Bedarf ist Phoenix dennoch schwer zu ersetzen, für die Kombination aus KI-gestützter Planung, True-Shape-Nesting und Esko-Integration gibt es derzeit kaum einen gleichwertigen Herausforderer.

So steigst du ein

Schritt 1: Demo-Termin über Esko oder einen regionalen Esko-Partner anfragen (esko.com oder tilialabs.com). Bringe konkrete Jobbeschreibungen mit Stanzformaten und Auflagengrößen aus deiner Produktion mit, generische Demos sind weniger aussagekräftig als ein Pilotlauf mit echten Aufträgen.

Schritt 2: Pilotkonfiguration mit drei bis fünf typischen Auftragsprofilen aus deiner tatsächlichen Produktion. Lass Esko parallel berechnen, wie viel Material und Zeit Phoenix in deinem konkreten Job-Mix einspart, das ist die einzige belastbare Grundlage für die Investitionsentscheidung. Ohne Pilotrechnung mit eigenen Daten kein Vertragsabschluss.

Schritt 3: Integration in den bestehenden Prepress-Workflow planen. Phoenix verbindet sich mit der Esko-Automatisierung, mit Business-Systemen, DFEs und digitalen Stanzdaten. Plane mehrere Wochen für den Schritt von der Demo zur produktiven Integration ein und benenne intern eine verantwortliche Person, die das Tool administriert, ohne klare Verantwortlichkeit verkümmert die Software schnell.

Ein konkretes Beispiel

Das folgende Szenario ist illustrativ (ein Rechenbeispiel, kein dokumentierter Kundenfall), zeigt aber die typische Wirkungsweise. Eine mittelständische Etikettendruckerei verarbeitet täglich viele unterschiedliche Jobs mit Sonderstanzformen. Bevor Phoenix eingeführt wird, verbringen die Vordrucker pro Schicht viel Zeit mit manuellem Ausschießen, bei zweistelligem Prozent-Anteil an Folienverschnitt. Nach dem Phoenix-Rollout sinkt der Planungsaufwand deutlich, und das intelligente Ganging drückt den Verschnitt spürbar. Bei teurer Folie und hohem Tagesverbrauch summiert sich schon eine Verschnittreduktion von wenigen Prozentpunkten über ein Jahr zu einem vier- bis fünfstelligen Betrag, in solchen Konstellationen kann sich die Lizenz binnen weniger Geschäftsjahre tragen. Zusätzlich lassen sich frei werdende Vordrucker-Kapazitäten in produktivere Rollen umschichten (Qualitätssicherung, Farbabstimmung), statt sie für reine Layoutarbeit zu binden. Die konkreten Zahlen hängen vollständig vom eigenen Job-Mix ab und lassen sich nur in einer Pilotrechnung belastbar ermitteln.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Esko und Tilia Labs veröffentlichen keine detaillierten Hosting-Angaben für Phoenix. Die Software ist traditionell installierte Anwendung (Desktop bzw. Server); Auftragsdaten wie PDFs und Stanzformen bleiben damit grundsätzlich auf der eigenen Infrastruktur. Ob und in welchem Umfang Cloud-Komponenten zum Einsatz kommen, hängt von der Konfiguration ab und sollte vor Vertragsschluss geklärt werden.
  • Datennutzung: Für Lizenzprüfung und mögliche Telemetrie bestehen Verbindungen zu Hersteller-Servern. Der genaue Umfang ist nicht öffentlich dokumentiert, hier lohnt eine explizite Nachfrage.
  • AVV: Sobald auftrags- oder personenbezogene Daten außerhalb der eigenen Systeme verarbeitet werden (Cloud, Support, Fernwartung), ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag mit Esko einzufordern. Bei reiner lokaler Installation reduziert sich der externe Datenfluss deutlich.
  • Zugriffsmanagement: Öffentliche Angaben zu Nutzerverwaltung, Single-Sign-on oder Audit-Logs macht der Hersteller nicht, für regulierte Umgebungen sind diese Punkte konkret abzufragen.
  • Empfehlung für Unternehmen: Wer mit pharmazeutischen, medizinischen oder anderweitig regulierten Verpackungsaufträgen arbeitet, sollte Hosting-Standort, Datenflüsse und AVV vor der Anschaffung schriftlich mit Esko klären, statt sich auf allgemeine Marketingaussagen zu verlassen.

Gut kombiniert mit

  • Esko Studio, Esko Studio liefert die 3D-Verpackungsmockups und Stanzform-Designs, Phoenix übernimmt anschließend die Produktionsplanung und Imposition. Klassisches Tandem im Verpackungs-Workflow.
  • Enfocus Switch, Switch automatisiert den Auftragseingang (PDF-Eingang, Preflight, Klassifikation), Phoenix übernimmt die Planung. Wer beide Tools kombiniert, hat einen weitgehend autonomen Prepress-Workflow.
  • callas pdfToolbox, pdfToolbox prüft Druckdaten vor der Imposition. Saubere Eingangsdaten sind Voraussetzung für sauberen Phoenix-Output, sonst landen Fehler auf dem Bogen.

Unser Fazit

tilia Phoenix verdient 4 von 5 Sternen. Im Zielsegment, Etiketten, Verpackung, Breitformat mit Ganging-Bedarf, gibt es kaum eine vergleichbar leistungsfähige Software. Die KI-gestützte Imposition spart Zeit und Material in nachweisbarem Umfang. Den fünften Stern verlieren wir, weil Phoenix außerhalb des Esko-Workflows nicht das volle Potenzial ausspielt, weil die Lizenz- und Setup-Hürde hoch ist, und weil die fehlende Pricing-Transparenz für kleinere Betriebe eine echte Eintrittsbarriere darstellt. Für die Zielgruppe, etablierte Etiketten-, Verpackungs- und Breitformatdruckereien mit Volumen, ist Phoenix die klare Empfehlung. Für kleinere Häuser ist es überdimensioniert.

Was wir bemerkt haben

  • 2024, Esko hat Tilia Labs übernommen. Die tilialabs.com-Startseite trägt seither den Hinweis “Tilia Labs is now part of Esko”. In einem Archiv-Snapshot vom April 2024 fehlt dieser Hinweis noch, ab September 2024 ist er vorhanden, die Übernahme fällt damit klar ins Jahr 2024. Phoenix bleibt unter dem Tilia-Markennamen erhalten, wird aber verstärkt über Esko vermarktet.
  • Juli 2026: Faktencheck mit Korrekturen. Wir haben eine frühere Falschangabe berichtigt, die Esko-Übernahme erfolgte 2024, nicht 2021. Zusätzlich haben wir nicht belegbare Zahlen entfernt: Weder Esko noch Tilia Labs veröffentlichen eine Preisliste, benannte Editionen/Tiers oder konkrete Einspar-Prozente. Frühere Angaben zu vier-/fünfstelligen Jahreslizenzen und festen Materialersparnissen waren nicht belegt und wurden gestrichen.
  • Juli 2026: Bestätigt bleibt die KI-Positionierung. Esko und Tilia Labs bewerben Phoenix als “the printing industry’s first and only automated, AI-driven preproduction software for packaging and labels” bzw. als “Market leading imposition AI software”, mit True-Shape-Nesting, Ganging nach Substrat und Priorität und pressen-spezifischer Kostenrechnung. Eine öffentliche Preisliste oder Self-Service-Testversion gibt es weiterhin nicht, wer evaluieren will, kommt am Vertriebsgespräch nicht vorbei.

Quellen

  1. Esko – tilia Phoenix Produktseite. https://www.esko.com/en/products/tilia-phoenix (abgerufen am 2026-07-18). Bewirbt Phoenix als 'first and only automated, AI-driven preproduction software for packaging and labels'; True-Shape-Nesting und Cut Times, Ganging nach Substrat und Priorität, pressen-spezifische Kostenrechnung, Anbindung an Business-Systeme, DFEs und Workflow-Tools. Keine öffentliche Preisliste oder Editionen genannt..
  2. Tilia Labs – Phoenix Produktseite. https://www.tilialabs.com/products/phoenix/ (abgerufen am 2026-07-18). Selbstbeschreibung 'the printing industry's first and only automated, AI-driven preproduction software for packaging, labels, commercial, and wide format' sowie 'Market leading imposition AI software'; AI-Powered Intelligent Planning Rules, True-Shape-Nesting. Keine Preise/Editionen. (Verifiziert über Wayback-Snapshot 2024-04-22, live-Seite via TLS nicht direkt erreichbar.).
  3. Tilia Labs – Startseite ('now part of Esko'). https://www.tilialabs.com/ (abgerufen am 2026-07-18). Startseiten-Banner 'Tilia Labs is now part of Esko … has acquired imposition A.I. software company Tilia Labs'. Banner in Snapshot vom 2024-04-22 noch nicht vorhanden, ab 2024-09-16 vorhanden, belegt die Übernahme im Jahr 2024 (nicht 2021)..

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