smaXtec
smaXtec animal care GmbH
smaXtec ist ein österreichisches AgTech-Unternehmen mit einem einzigartigen Pansen-Bolus-System für Milchkühe. Der Sensor wird einmalig in den Pansen eingebracht und misst dort kontinuierlich Körperkerntemperatur, Aktivität, Wiederkauverhalten, Wasseraufnahme und optional pH-Wert — direkt im Körper der Kuh, ohne externe Sensoren. Besonders stark bei Frühkalbungs-Erkennung, Krankheitsfrüherkennung und Brunsterkennung.
Kosten: Basic-Bolus: ca. 35,88 €/Kuh im 1. Jahr, danach 2,99 €/Kuh/Monat; Premium-Bolus: ca. 359,88 €/Kuh im 1. Jahr; Infrastruktur (Basisstation, Repeater) ca. 2.450 € einmalig für bis zu 200 Kühe. Alternativ: Bolus-Kauf ab 119 € (Basic) bzw. 399 € (Premium). Konkrete Konditionen über regionale Händler.
Stärken
- Pansen-intern: keine externe Montage, kein Verlustrisiko — Bolus bleibt dauerhaft im Körper der Kuh
- Körperkern-Temperatur mit ±0,01 °C Genauigkeit — präzisere Frühwarnung als externe Sensoren
- Brunsterkennungsrate über 90 %; Kalbungsalarm typisch 15 Stunden im Voraus
- Wasseraufnahme pro Kuh als Frühindikator für Erkrankungen (seit 2024 ausgebaut)
- Cloud-Dashboard TruD + Smartphone-App: Alerts, Tierlisten, Trendkurven
- Datenhaltung in der EU (Österreich) — DSGVO-konform
- Deutschsprachiger Support und Händlernetz in D/A/CH
Einschränkungen
- Bolus ist eine einmalige Investition pro Tier — bei hohem Bestandswechsel steigen die Kosten
- Kein Liegeverhalten-Monitoring (anders als Halsband- oder Beinband-Lösungen)
- Integration in Drittanbieter-Herdenmanagementsoftware je nach System unterschiedlich aufwendig
- Keine vollwertige Herdenmanagement-Software im Portfolio — Fokus auf Sensorik + Alerts
- Bolus-Wechsel bei Defekt erfordert tierärztliche Eingabe — nicht trivial wie Ohrmarken-Austausch
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du betreibst eine Milchviehherde mit 60+ Kühen und willst Brunst und Kalbung objektivieren
- Du hast wiederholt Probleme mit subklinischer Mastitis oder Ketose, die du frühzeitig erkennen willst
- Du arbeitest mit einem konventionellen Melkstand und brauchst eine vom Melksystem unabhängige Lösung
- Du willst eine EU-gehostete, DSGVO-konforme Lösung mit deutschsprachigem Support
Wann nein
- Dein Betrieb ist sehr klein (<40 Kühe) — die Infrastrukturkosten amortisieren sich schwer
- Du brauchst Liege- und Stehverhalten als zentrale Kennzahl (z. B. für Klauengesundheit)
- Du fährst hohen Bestandsumschlag mit kurzer Nutzungsdauer pro Tier — Bolus rechnet sich nicht
- Du suchst eine vollwertige Herdenmanagement-Software statt eines Sensor-Systems
Kurzfazit
smaXtec ist die technisch sauberste Lösung für kontinuierliches Einzeltiermonitoring in der Milchviehhaltung. Statt Ohrmarken, Halsbänder oder Beinbänder zu nutzen, sitzt der Sensor als Bolus dauerhaft im Pansen und misst dort die Körperkerntemperatur mit einer Präzision, die externe Sensoren nicht erreichen. Das macht smaXtec besonders stark in zwei Bereichen, die Milchwirtschaftsbetriebe wirklich Geld kosten: Frühkalbung und subklinische Erkrankungen. Schwächen liegen vor allem in der Skalierung — der Bolus ist eine einmalige Investition pro Tier — und im fehlenden Liegeverhalten-Monitoring. Für betriebsmitarbeiterstarke Höfe mit konventionellem Melkstand ist smaXtec eine echte Alternative zu Halsband-Systemen oder den proprietären Melkroboter-Lösungen von Lely und DeLaval.
Für wen ist smaXtec?
Mittelständische Milchviehbetriebe (60–500 Kühe): Der Sweetspot von smaXtec. Hier amortisiert sich die Investition über bessere Brunsterkennung, kürzere Zwischenkalbezeit und früher erkannte Erkrankungen. Familienbetriebe in Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Österreich und der Schweiz sind typische Kunden.
Betriebe mit konventionellem Melkstand: Wer keinen Melkroboter hat, bekommt von Lely und DeLaval keine ausgereifte Sensorik. smaXtec ist herstellerunabhängig und liefert in dieser Situation die beste Einzeltierdatenbasis am Markt — ohne den Stall umbauen zu müssen.
Betriebe mit Reproduktionsproblemen: Wenn die Zwischenkalbezeit überdurchschnittlich lang ist oder die Brunsterkennungsrate unter 70 % liegt, ist smaXtec ein direkter Hebel. Brunsterkennung über 90 % und Kalbungsalarm mit rund 15 Stunden Vorlauf sind dokumentiert.
Betriebe mit Stoffwechselproblematik: Der Premium-Bolus misst zusätzlich den pH-Wert im Pansen — wichtig für Ketose-Früherkennung und Pansenazidose-Diagnostik. Wer in der Hochlaktation regelmäßig Stoffwechselausfälle hat, profitiert konkret.
Tierärzte und Berater: Mehrere Tierärzte und Fütterungsberater nutzen smaXtec-Daten als zusätzliche Entscheidungsbasis bei Bestandsbesuchen. Die App-Sicht auf einzelne Tiere ersetzt nicht die klinische Untersuchung, aber sie liefert Trenddaten, die bei rein visueller Beurteilung verloren gehen.
Weniger geeignet für: Sehr kleine Betriebe unter 40 Kühen (Amortisation schwierig), Betriebe mit kurzer durchschnittlicher Nutzungsdauer pro Tier, Höfe, die das Liegeverhalten als zentrale Kennzahl brauchen (dafür sind
Preise im Detail
| Plan | Kosten | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Basic-Bolus (Abo) | ca. 35,88 €/Kuh im 1. Jahr, dann 2,99 €/Kuh/Monat | Temperatur, Aktivität, Wiederkauen, Wasseraufnahme |
| Premium-Bolus (Abo) | ca. 359,88 €/Kuh im 1. Jahr | Basic-Funktionen + pH-Wert für Pansengesundheit/Ketose-Früherkennung |
| Basic-Bolus (Kauf) | ab 119 € einmalig + reduzierte laufende Servicegebühr | Hardware-Eigentum, Cloud-Nutzung weiter über smaXtec |
| Premium-Bolus (Kauf) | ab 399 € einmalig + reduzierte Servicegebühr | Wie Basic-Kauf + pH-Wert |
| Infrastruktur | ca. 2.450 € einmalig für bis zu 200 Kühe | Basisstation + Repeater für die Funkdatenübertragung |
Einordnung: Die Investitionsrechnung steht und fällt mit der durchschnittlichen Nutzungsdauer pro Tier. Bei einer Kuh, die 4 Laktationen läuft, amortisiert sich der Premium-Bolus über bessere Reproduktion und früher erkannte Stoffwechselprobleme sehr schnell — pro Tag verkürzte Zwischenkalbezeit rechnet die Branche überschlägig mit 2,50–3,50 € Mehrertrag. Bei Tieren, die nach einer Laktation den Bestand verlassen, sieht die Rechnung deutlich enger aus. Die einmalige Infrastrukturinvestition ist überschaubar; sie skaliert bis zu rund 200 Tieren ohne weitere Hardware. Für Großbetriebe über 500 Kühen werden mehrere Basisstationen nötig, was den Anteilspreis pro Tier nochmals reduziert.
Stärken im Detail
Körperkern statt Hautoberfläche. Das ist die fundamentale Differenzierung zu allen externen Sensoren (Ohrmarke, Halsband, Beinband). Die Pansen-Temperatur reagiert früher und präziser auf Entzündungen, Brunst und Geburtsbeginn als jede Hautmessung — Witterungseinflüsse oder Lagerungsartefakte fallen weg. Eine Frühkalbungserkennung mit 15 Stunden Vorlauf ist möglich, weil die Körperkerntemperatur typisch 24 Stunden vor der Geburt abfällt — diese Trends erfasst nur ein Sensor, der wirklich im Körper sitzt.
Wasseraufnahme als zusätzlicher Frühindikator. Seit 2024 misst smaXtec auch das Trinkverhalten je Kuh — eine Größe, die in der konventionellen Praxis kaum systematisch erfasst wird. Plötzliche Trinkrückgänge sind ein sehr früher Warnindikator für Erkrankungen, oft 24 Stunden bevor andere Symptome sichtbar werden. In Kombination mit Temperatur und Aktivität entstehen Krankheitsverdachts-Alerts, die deutlich früher kommen als rein visuelle Beurteilung.
Datenhaltung in Österreich. smaXtec sitzt in Graz, die TruD-Cloudplattform wird in europäischen Rechenzentren betrieben. Für Milchwirtschaftsbetriebe ist das selten ein Show-Stopper, aber für die KI-Auswertung von Bestandsdaten (z. B. mehrere Höfe in einer Genossenschaft) ist die EU-Datenhaltung ein klarer Pluspunkt. Auch der Support ist deutschsprachig und an D/A/CH-Geschäftszeiten angepasst.
Bolus ohne Ersatz-Logistik. Anders als bei Ohrmarken oder Halsbändern fällt der Bolus nicht ab, geht nicht kaputt durch mechanische Belastung und braucht keinen Wechsel im Tagesgeschäft. Die Batterielebensdauer reicht typisch mehrere Jahre — über die durchschnittliche Nutzungsdauer einer Milchkuh hinaus. Im Alltag merkst du den Bolus schlicht nicht.
Solide KI-Klassifikation mit pragmatischem Anspruch. smaXtec überlädt den AI-Begriff nicht. Die Alerts (Brunst, Kalbung, Krankheitsverdacht) basieren auf nachvollziehbaren statistischen Mustern in den Sensordaten und werden seit Jahren mit Felddaten weiterverbessert. Für Landwirte ist das die richtige Detailtiefe: Alerts, die sich erklären lassen, statt einer Blackbox.
Schwächen ehrlich betrachtet
Bolus-Wechsel ist nicht trivial. Der erste Bolus wird tierärztlich oder durch geschultes Personal eingegeben. Bei Defekt oder leerer Batterie muss ein neuer Bolus ergänzt werden — der alte verbleibt in der Regel im Tier. Für Höfe mit hoher Tierfluktuation und entsprechendem Bolus-Verbrauch ergibt sich eine deutliche Kostenbelastung; das ist eine andere Logik als bei einer Ohrmarke, die nach Tierabgang weitergenutzt werden kann.
Kein Liegeverhalten. Bewegungsdaten kommen ausschließlich aus dem Pansen. Liegezeiten, Stehzeiten oder Liege-Steh-Wechsel — wichtige Indikatoren für Klauenerkrankungen, Lahmheiten und Tierwohl — erfasst smaXtec systembedingt nicht. Wer diese Kennzahlen braucht, kombiniert mit einem Halsband- oder Beinband-System oder nutzt eine andere Lösung.
Keine vollwertige Herdenmanagementsoftware. smaXtec liefert Alerts und Einzeltierdaten — die Bestandsverwaltung, Trockensteller-Pläne, Besamungslisten oder Wirtschaftlichkeitsanalysen laufen weiterhin in einer separaten Software (Herde, RDV, Profi-Net, dsp-Agrosoft). Die Integration ist je nach System unterschiedlich gut: für Herde und RDV existieren Schnittstellen, für viele kleinere Programme musst du manuell übertragen.
Premium-Bolus ist teuer. Bei rund 360 € pro Tier im ersten Jahr ist der pH-Wert ein Premium-Feature. Wer nicht regelmäßig Pansenazidose oder Ketose im Bestand hat, braucht den Premium-Bolus nicht — der Basic reicht in vielen Fällen vollständig. Die Versuchung, “präventiv” auf Premium zu gehen, sollte sich am tatsächlichen Erkrankungsbild orientieren, nicht am Marketing.
Funkabhängigkeit. Die Daten werden per Funk vom Pansen-Bolus an die Basisstation übertragen. Große Stallanlagen mit Metallwänden, mehrere Stallgebäude oder Weidehaltung erhöhen den Aufwand für Repeater und Solarreader. Für Weidehaltung gibt es inzwischen solarbetriebene Reader — die Planung dieser Infrastruktur sollte aber Teil des Erstgesprächs sein, nicht eine Überraschung nach dem Kauf.
Wenig öffentliche, unabhängige Studien. Die meisten zitierten Leistungswerte (Brunsterkennung >90 %, Kalbungsalarm 15h) stammen aus smaXtec-eigenen Publikationen oder Hofreportagen. Es gibt einige peer-reviewed Veröffentlichungen, aber keine breite Vergleichsbasis gegen andere Sensorik-Systeme — wer einen harten methodischen Beleg sucht, muss mit dieser Lücke leben.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Liegeverhalten und Klauengesundheit als Kennzahl brauchst | |
| Schon einen Lely-Melkroboter hast oder planst | |
| Eine vollwertige Hofmanagement-Software inklusive Ackerbau brauchst | |
| Eine günstige Einstiegslösung für sehr kleine Bestände suchst | Kein etabliertes KI-System lohnt sich unter 40 Kühen |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: DeLaval DelPro mit BCS-Kamera (für DeLaval-Melkroboter-Betriebe), GEA DairyNet (für GEA-Betriebe), MooMonitor+ von Dairymaster und SenseHub von Allflex/MSD (beides Halsbandsysteme). smaXtec ist die einzige etablierte Bolus-Lösung am europäischen Markt — wer Körperkerntemperatur und Pansendaten will, hat realistisch keine direkte Alternative.
So steigst du ein
Schritt 1: Demo auf smaxtec.com anfragen oder einen regionalen Händler kontaktieren. smaXtec arbeitet über ein D/A/CH-Händlernetz mit lokalen Ansprechpartnern, die auch Stallbesuche für die Erstberatung anbieten. Vor dem Termin solltest du deine eigenen Kennzahlen parat haben: Brunsterkennungsrate, Zwischenkalbezeit, häufigste Erkrankungen — sonst läuft das Gespräch auf Produktdemo statt auf Business Case.
Schritt 2: Bolus-Typ wählen. Der Basic-Bolus misst Temperatur, Aktivität, Wiederkauen und Wasseraufnahme — ausreichend für Brunsterkennung, Kalbungsalarm und einen großen Teil der Krankheitsfrüherkennung. Der Premium-Bolus ergänzt pH-Wert-Messung für Pansengesundheit und Ketose-Früherkennung. Für Betriebe mit aktuellen Stoffwechselproblemen lohnt sich Premium; für rein reproduktionsfokussierte Betriebe reicht Basic in 80 % der Fälle.
Schritt 3: Infrastruktur einrichten. Die Basisstation (ein bis zwei je nach Stallgröße) übernimmt die Datenübertragung. Voraussetzung: stabiles WLAN oder LAN-Anschluss im Stall. Setup dauert typisch einen Tag mit technischer Unterstützung durch den Händler. Für Weidehaltung zusätzlich Solar-Reader einplanen.
Schritt 4: App-Workflow definieren. Wer öffnet die App wann? Wer reagiert auf welche Alerts? Sinnvoll ist ein klares Rollenmodell — z. B. der Herdenmanager auf alle Reproduktions-Alerts, der Stallchef auf Krankheits-Alerts. Ohne diese Klärung verpufft der Datenwert, weil Alerts ungelesen bleiben oder doppelt bearbeitet werden.
Ein konkretes Beispiel
Ein Milchwirtschaftsbetrieb aus Bayern mit 180 Kühen wechselt von rein visueller Brunsterkennung auf smaXtec. Ausgangslage: Brunsterkennungsrate ca. 60 %, Zwischenkalbezeit im Betriebsdurchschnitt 415 Tage. Es werden alle laktierenden Tiere mit Basic-Bolus ausgestattet (90 € im ersten Jahr je Tier = ca. 16.000 € initial plus 2.450 € Infrastruktur). Nach einem Jahr: Brunsterkennungsrate über 90 %, Zwischenkalbezeit auf 392 Tage gesunken (–23 Tage), zusätzlich zwei Mastitisfälle in einer Frühphase erkannt, in der eine Verlaufseinleitung mit dem Tierarzt noch konservativ möglich war. Bei einem kalkulierten Mehrerlös von ca. 3 € pro Tag und Kuh aus der kürzeren Zwischenkalbezeit ergibt das rund 12.400 € Mehrumsatz im Jahr; die Mastitisfrüherkennung spart geschätzt weitere 2.000–3.000 €. Amortisation: knapp über ein Jahr. Der Premium-Bolus wurde gezielt für rund 30 Hochleistungskühe eingesetzt, die in der vergangenen Laktation Ketose-Symptome hatten — hier zahlt sich die pH-Messung über frühere Interventionen aus.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: smaXtec animal care GmbH, Sitz Graz, Österreich. TruD-Cloudplattform wird in europäischen Rechenzentren betrieben.
- Personenbezug: Bestandsdaten enthalten in der Regel Kuhnummern, nicht personenbezogene Daten. Personenbezug entsteht erst über die Verknüpfung mit Betriebs- und Mitarbeiterdaten.
- Datennutzung: smaXtec wertet aggregierte Felddaten zur Modellverbesserung aus. Wer das einschränken will, sollte das im Vertragsverhältnis explizit klären.
- Account-Löschung: Möglich über den Support; Bestandsdaten können exportiert werden.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Wird auf Anfrage zur Verfügung gestellt, in Standardform für Betriebskunden verfügbar.
- Empfehlung für Unternehmen: Für Genossenschaften und Berater, die Daten mehrerer Höfe zusammenführen, sollte vorab geklärt sein, wer Verantwortlicher und wer Auftragsverarbeiter ist und wie der Datenfluss zwischen den Beteiligten geregelt wird.
Gut kombiniert mit
— 365FarmNet als übergeordnete Hofmanagement-Plattform für Ackerbau, Düngung und Wirtschaftlichkeit, smaXtec als Tiergesundheitsmodul. Datenintegration vereinfacht die Dokumentation, die ohnehin für Cross-Compliance und QM-Milch nötig ist. — Zwei unterschiedliche Sensorphilosophien (Pansen-Bolus vs. Ohrmarke) — kombiniert nur sinnvoll in Forschungs- oder Vergleichsprojekten. Für reguläre Betriebe wäre es eine Doppelinvestition; in Berater-Settings, die mit beiden Systemen arbeiten, kann die Kombination der Datenströme aber spannend sein. — Wer einen Lely-Melkroboter betreibt, bekommt mit Horizon bereits viele Tierdaten. smaXtec ergänzt die für Lely typisch schwächere Pansen- und Stoffwechselsensorik — sinnvoll insbesondere bei Hochleistungsherden mit häufigen Stoffwechselereignissen.
Unser Testurteil
smaXtec verdient 4 von 5 Sternen. Die Bolus-Technologie ist einzigartig am Markt, die Datentiefe (Körperkern, Wasseraufnahme, optional pH) ist konkurrenzlos präzise, und das EU-Hosting mit deutschsprachigem Support passt zur Zielgruppe in D/A/CH. Den fünften Stern verliert smaXtec durch das fehlende Liegeverhalten-Monitoring, die Bolus-Logistik bei Tierwechseln und die Tatsache, dass es keine vollwertige Herdenmanagementsoftware ist. Für die Kernaufgaben Brunsterkennung, Kalbungsalarm und Krankheitsfrüherkennung in mittelgroßen Beständen gibt es kaum eine bessere Lösung — und für Betriebe ohne Melkroboter ist smaXtec faktisch die einzige Wahl in diesem Präzisionsbereich.
Was wir bemerkt haben
- 2024 — smaXtec hat die Wasseraufnahme je Kuh als neuen Messparameter eingeführt. Das ist eine substanzielle Erweiterung, weil Trinkverhalten ein sehr früher Erkrankungsindikator ist und in der konventionellen Praxis bisher kaum systematisch erfasst wurde.
- 2024–2025 — Die TruD-Plattform hat einen “Krankheitsverdacht”-Algorithmus erhalten, der Temperatur, Aktivität und Wasseraufnahme kombiniert auswertet, statt nur einzelne Schwellenwerte zu prüfen. In der Praxis bedeutet das früher kommende, aber weniger eindeutige Alerts — die Tierhalter müssen lernen, mit Wahrscheinlichkeitsangaben zu arbeiten.
- 2025 — Solar-Reader für Weidehaltung wurden flächendeckend verfügbar gemacht. Betriebe mit Weidegang können damit auch außerhalb der Stallphase Daten erfassen, ohne aufwendige Kabel- oder Mobilfunklösungen.
- Mai 2026 — Die Preisstruktur hat sich seit 2023 mehrfach verschoben: Abo-Modelle wurden gegenüber dem klassischen Bolus-Kauf prominenter beworben. Wer Kostenstabilität will, sollte die langfristigen Servicegebühren konkret beim Händler erfragen und nicht aus alten Quellen übernehmen.
- Allgemein — Die Hofreportagen und Fallstudien stammen weiterhin überwiegend aus dem Marketing-Material des Herstellers; unabhängige Vergleichsstudien gegen Halsband- und Ohrmarkensysteme sind selten. Wer einen rein methodischen Vergleich braucht, sollte mit den Landwirtschaftskammern oder einer Hochschule (z. B. Hochschule Weihenstephan-Triesdorf) sprechen.
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