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Silhouette

Boris FX

4/5
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Branchenstandard für professionelles Rotoscoping und Paint in der Film- und Serienproduktion. Silhouette kombiniert präzise B-Spline/X-Spline-Masken mit dem KI-gestützten Matte Assist ML — laut Boris FX wird die Roto-Zeit um bis zu 82 Prozent reduziert. Wird bei DNEG, Cinesite, Wētā FX und weiteren VFX-Großhäusern eingesetzt. Verfügbar als Standalone-App sowie als Plugin für After Effects, Premiere Pro, Nuke, Fusion und DaVinci Resolve.

Kosten: Plugin-Version: ca. 545 USD/Jahr oder 103 USD/Monat; Standalone: ca. 875 USD/Jahr oder 165 USD/Monat; Perpetual-Lizenz Standalone: ca. 2.195 USD. 14-tägige kostenlose Testphase über Boris FX Hub.

Stärken

  • Matte Assist ML (KI-Segmentierung) beschleunigt Rotoscoping laut Hersteller um bis zu 82 Prozent
  • On-Device AI — keine Cloud-Verarbeitung, DSGVO-freundlich, kein Datenschutzrisiko bei vertraulichem Produktionsmaterial
  • Node-basierter Workflow mit höchster Präzision für komplexe Kanten, Haare und Bewegungsunschärfe
  • Plugin für After Effects, Premiere Pro, Nuke, Fusion und DaVinci Resolve — keine separate Pipeline nötig
  • Branchenvalidiert: DNEG, Cinesite, Wētā FX und weitere Major-Studios setzen Silhouette produktiv ein
  • AI Object Detection und AI Face Segmentation (Version 2025) — Text-Prompt-basierte Maskierung mit automatischer Propagation

Einschränkungen

  • Keine deutsche Oberfläche — vollständig englisch
  • Steile Lernkurve bei node-basiertem Workflow — produktive Nutzung erfordert Schulung
  • Preislich oberhalb von DaVinci Resolve Magic Mask — für kleine Studios ein relevanter Kostenposten
  • Auch KI-gestützte Masken müssen bei Haaren, Gegenlicht und Bewegungsunschärfe manuell nachgearbeitet werden
  • Perpetual-Lizenz teuer; Subscription notwendig für laufende Updates
  • ML-Features setzen kompatible GPU voraus (Apple Silicon, NVIDIA Pascal+ oder AMD Radeon PRO)

Passt gut zu

VFX-Studios und Post-Houses mit regelmäßigem Rotoscoping-Volumen Roto-Artists in Spielfilm- und Serienproduktion Produktionshäuser, die auf Datenschutz bei unveröffentlichtem Material Wert legen After-Effects- und Nuke-Anwender, die KI-Roto direkt im bestehenden Workflow nutzen wollen

Kurzfazit

Silhouette ist seit Jahren der De-facto-Standard für Rotoscoping in der professionellen VFX-Branche — und seit der Boris-FX-Übernahme 2019 mit deutlich mehr Entwicklungsenergie ausgestattet als unter dem ursprünglichen Anbieter SilhouetteFX. Das Killer-Feature ist Matte Assist ML: KI-basierte Maskierung, die auf dem eigenen Rechner läuft (on-device), keine Cloud braucht und Material niemals an externe Server schickt. Für deutsche Post-Houses mit NDA-kritischem Material (Serien-Piloten, Spielfilme vor Release, Werbespots vor Kampagnenstart) ist das ein echtes Kaufargument. Den fünften Stern verliert Silhouette durch die fehlende deutsche Oberfläche, die steile Lernkurve und die spürbare Preisdistanz zur kostenlosen Magic Mask in DaVinci Resolve.

Für wen ist Silhouette?

VFX-Studios und Post-Houses: Das Kernsegment. Wer mehr als 20 Rotoscoping-Shots pro Monat produziert, kommt mit der Magic Mask in Resolve oder dem AE-Roto-Brush an Grenzen — Silhouette löst genau die Fälle, an denen die anderen Werkzeuge scheitern (Haare, Bewegungsunschärfe, halbtransparente Elemente, komplexe Überlagerungen).

Roto- und Paint-Artists: Das Standard-Werkzeug der Branche. Wer als Freelancer in Spielfilm- oder Serien-Pipelines arbeitet, wird auf Silhouette-Skills geprüft. Auch internationale Aufträge (Netflix, Apple, Disney+) setzen Silhouette als einen der akzeptierten Pipeline-Standards voraus.

Werbe- und Musikvideo-Produzenten: Schnelle Turnaround-Zeiten mit Matte Assist ML — für eine Markenwerbung mit Schauspielerfreistellung lassen sich KI-basierte Vorschläge in Minuten generieren, die früher manuell Stunden gedauert haben.

Produktionshäuser mit Geheimhaltungsanforderungen: Das on-device-Konzept ist ein doppeltes Argument. Datenschutzrechtlich (DSGVO) und unter NDA-Aspekten (Drehmaterial vor Release) braucht der Kunde keine Cloud-Freigabe — ein wachsendes Differenzierungsmerkmal, weil Konkurrenten wie Runway oder Adobe-Cloud-Features Daten in die Cloud schicken.

Lehrende und Hochschulen: Boris FX bietet ermäßigte Lehr- und Studierendenlizenzen. Für Filmhochschulen und VFX-Studiengänge mit Pipeline-Anbindung an die Industrie ist das praktisch alternativlos.

Weniger geeignet für: Hobbyisten und Content Creator (zu teuer für unregelmäßige Nutzung — DaVinci Resolve Magic Mask reicht meist), kleine Werbevideo-Produzenten mit unter 10 Roto-Shots pro Monat (ROI fragwürdig), Anwender ohne kompatible GPU, und alle, die keine englischsprachige Software bedienen wollen oder können.

Preise im Detail

PlanPreis (USD)Was du bekommst
Free Trial014-tägige Vollversion über Boris FX Hub, alle Features freigeschaltet
Silhouette Plugin (Monat)ca. 103 USDPlugin für AE, Premiere, Nuke, Fusion, Resolve; alle Updates
Silhouette Plugin (Jahr)ca. 545 USDWie monatlich, ca. 56 % Ersparnis im Jahresvergleich
Silhouette Standalone (Monat)ca. 165 USDVollständige Standalone-App mit Node-Workflow
Silhouette Standalone (Jahr)ca. 875 USDWie monatlich, deutlich günstiger im Jahr
Standalone Perpetualca. 2.195 USDEinmaliger Kauf, Updates über separates Maintenance-Abo
Lehr-/Studierenden-LizenzreduziertAuf Anfrage bei Boris FX; deutlich vergünstigt

Einordnung: Wer Silhouette ausschließlich aus After Effects oder Nuke heraus nutzt, fährt mit der Plugin-Subscription am günstigsten — 545 USD im Jahr sind etwa 50 € im Monat, was ein Profi-Roto-Studio nach wenigen Shots wieder eingespielt hat. Die Standalone-Variante lohnt sich, wenn du den vollständigen Node-Compositing-Workflow brauchst und nicht aus einer anderen App heraus arbeiten willst. Die Perpetual-Lizenz ist nur sinnvoll für Studios mit stabiler Pipeline, die nicht jährlich aktualisieren müssen — wer die neuesten ML-Features braucht (AI Object Detection, Face Segmentation), kommt um die Subscription nicht herum. Für Freelancer in der Eingewöhnungsphase ist die monatliche Plugin-Subscription der niedrigschwelligste Einstieg.

Stärken im Detail

Matte Assist ML als echter Produktivitätsschub. Die Marketingaussage “82 Prozent Zeitersparnis” ist nicht aus der Luft gegriffen — Boris FX zeigt entsprechende Demo-Cases, und Erfahrungsberichte aus der Roto-Artist-Community bestätigen Zeitersparnisse in dieser Größenordnung für viele Standardfälle (Schauspieler vor relativ klarem Hintergrund). Für komplexe Cases (Haare, halbtransparente Elemente, schnelle Bewegung) bleibt manuelle Nacharbeit Pflicht — aber selbst dort spart Matte Assist ML die ersten 60–70 Prozent der Arbeit ein.

On-Device-KI als Datenschutz-Argument. Anders als Cloud-basierte Wettbewerber (z. B. Runway, Adobe Sensei in der Cloud) läuft Silhouettes ML lokal auf der GPU. Das ist nicht nur eine technische Eigenschaft — es ist ein juristisches und vertragliches Verkaufsargument. Streaming-Produzenten und Filmverleiher legen NDA-Pflichten auch auf Post-Houses um. Mit Cloud-KI ist das praktisch nicht erfüllbar; mit Silhouette schon.

Pipeline-Integration als Plugin. Silhouette läuft als Plugin in nahezu allen Standard-Compositing-Apps der Industrie: After Effects, Premiere Pro, Nuke (das Compositing-Tool der Spielfilm-Branche), Fusion, DaVinci Resolve, Flame. Das ist entscheidend, weil große Pipelines selten auf ein einzelnes Tool wechseln — Silhouette fügt sich ein, ohne den Workflow zu sprengen.

Node-basierter Workflow für komplexe Cases. Der Standalone-Modus von Silhouette ist ein vollwertiges Node-Compositing-System mit über 400 VFX-Nodes (Keying mit Primatte, zMatte, Power Matte; Stabilisierung, Warping, 32-bit-HDR-Paint). Für die anspruchsvollsten Roto-Cases, bei denen mehrere Layer und Maskenkanten zusammenspielen, ist die Node-Struktur klarer als pixel-basierte Alternativen.

Branchenvalidierung als Vertrauensanker. Wenn DNEG, Cinesite und Wētā FX Silhouette produktiv einsetzen, ist das ein starkes Signal. Diese Studios testen Tools über Monate auf produktive Tauglichkeit, bevor sie sie in Pipelines übernehmen. Für mittelgroße Post-Houses ist das Markt-Signal wertvoller als jedes Marketing-Whitepaper.

Neue KI-Features in der Version 2025. AI Object Detection mit Text-Prompts (du beschreibst das zu maskierende Objekt verbal), AI Face Segmentation für separate Augen-, Mund-, Hauträume — und das integrierte 3D-Tracking auf Basis von SynthEyes erweitern den Werkzeugkasten erheblich. Boris FX investiert sichtbar in ML-Forschung, nicht nur in Marketing.

Boris-FX-Ökosystem. Silhouette läuft in Verbindung mit Mocha Pro (Planar Tracking), Sapphire (Effekte), Particle Illusion (Partikel) und kann als Bundle erworben werden. Wer mehrere Boris-Produkte braucht, fährt mit Suite-Lizenzen günstiger.

Schwächen ehrlich betrachtet

Keine deutsche Oberfläche. Silhouette ist vollständig englisch. Für deutsche Post-Houses, die mit gemischt internationalen Teams arbeiten, ist das in der Regel kein Problem — die Branchenfachsprache ist ohnehin englisch. Für Einsteiger ohne VFX-Hintergrund kann es aber eine echte Einstiegshürde sein. Boris FX zeigt aktuell keine Pläne für eine Lokalisierung.

Steile Lernkurve trotz KI. Matte Assist ML beschleunigt die Routinearbeit, aber die Bedienung des Node-Workflows, der Spline-Tools und der Paint-Engine bleibt anspruchsvoll. Realistisch braucht ein erfahrener AE-Anwender 1–2 Wochen fokussierte Einarbeitung für produktive Nutzung, ein VFX-Neueinsteiger eher 2–3 Monate. Wer das nicht einplant, frustriert sich an Tag eins.

Preisdistanz zu kostenlosen Alternativen. DaVinci Resolve enthält die Magic Mask kostenlos im Free-Plan; für viele Standardfälle (klare Bewegung, klarer Hintergrund) ist sie ausreichend gut. Wer keine Spitzenanforderungen hat, sieht den Mehrwert von Silhouette nicht — und 875 USD im Jahr sind für kleine Produktionen eine echte Hürde.

Manuelle Nacharbeit weiterhin Pflicht. Auch die beste KI scheitert an Haaren, halbtransparenten Elementen, Bewegungsunschärfe und Gegenlicht. Wer glaubt, Matte Assist ML löse alle Rotoscoping-Probleme, wird enttäuscht — das ist physikalisch (noch) nicht möglich. Realistisch werden 70–80 Prozent der Arbeit automatisiert, die letzten 20–30 Prozent bleiben Handarbeit.

Perpetual-Lizenz ohne Updates. Wer 2.195 USD für die Perpetual-Lizenz zahlt, bekommt die Version, die er kauft — neue ML-Features (z. B. die 2025er AI Object Detection) erfordern entweder ein Update-Maintenance-Abo oder einen Neukauf. Das verwischt den Wertvorteil der Perpetual-Lizenz und drängt strategisch in Richtung Subscription.

GPU-Abhängigkeit der ML-Features. Apple Silicon, NVIDIA Pascal+ oder AMD Radeon PRO sind Voraussetzung für Matte Assist ML. Ältere Workstations oder reine CPU-Renderfarmen können die KI-Features nicht nutzen — der Roto-Artist braucht eine entsprechend ausgestattete Workstation. Das ist im professionellen Umfeld kein Problem, aber Hobbyisten oder kleinere Studios müssen die Hardware mitdenken.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Kostenlose KI-Rotoscoping-Lösung für Standardfälle suchst (Magic Mask, kostenlos)
Native AE-Lösung ohne Plugin-Kauf willst (Roto Brush 3)
Cloud-basierte generative Video-Effekte brauchst
Generative KI-Bildmaskierung ergänzen willst

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Foundry Nuke (das Compositing-Standard-Tool der Spielfilmindustrie — Silhouette integriert sich als Plugin), Adobe After Effects Roto Brush 3 (für viele AE-Anwender ausreichend), DaVinci Resolve Magic Mask (kostenloser Einstieg für leichte Cases), Runway ML (Cloud-basierte Alternative für schnelle Web-Workflows), und Topaz Video AI (mehr für Upscaling als Roto, aber im Werkzeugkasten verwandt). Silhouette bleibt der Profi-Standard — wer in der Industrie ernsthaft arbeitet, hat eine Lizenz. Wer nur gelegentlich ein Reklamefilmchen schneidet, ist mit Resolve oder AE schon gut bedient.

So steigst du ein

Schritt 1: Lade die kostenlose 14-tägige Trial-Version über den Boris FX Hub von borisfx.com herunter — die Trial-Version läuft ohne Einschränkungen. Wer After Effects oder DaVinci Resolve nutzt, installiert direkt die Plugin-Variante und öffnet sie aus dem Effektfeld der Host-Anwendung. Beim ersten Start die Boris-Tutorials anschauen — gerade die Matte-Assist-ML-Tutorials sparen Frust.

Schritt 2: Importiere eine kurze Testsequenz (15–30 Sekunden) mit einem klaren Motiv. Starte mit dem Matte Assist ML: einen groben Pinselstrich über das zu maskierende Objekt zeichnen, Segmentierung anstoßen, das Ergebnis durch die Timeline scrubben. Du siehst sofort, wo die KI gut funktioniert (klare Körperkanten) und wo Nacharbeit nötig ist (Haarränder, Bewegungsunschärfe). Probiere auch die AI Object Detection mit Text-Prompts — sie ist überraschend treffsicher bei Standardobjekten.

Schritt 3: Für den produktiven Einsatz baust du dir einen Standard-Workflow: Matte Assist ML als Basis, dann per X-Spline-Shapes die Problemzonen (Haare, durchsichtige Elemente, Bewegungsunschärfe) manuell verfeinern. Plane das auch zeitlich realistisch — 70–80 Prozent KI, 20–30 Prozent Handarbeit ist eine bessere Erwartungshaltung als “die KI macht alles”. Wer in einer Pipeline arbeitet, klärt früh die Export-Formate (EXR-Sequenzen mit Alpha, OpenColorIO-Color-Spaces) und die Konsistenz mit dem nachgelagerten Compositing.

Ein konkretes Beispiel

Ein mittelgroßes Hamburger Post-House (12 Mitarbeitende, Schwerpunkt Werbe- und Imagefilm) produziert einen Streaming-Piloten mit 40 VFX-Shots, davon 25 Rotoscoping-Shots mit Schauspielerfreistellungen vor einem teils unruhigen Hintergrund. Ohne Silhouette: ca. 25 × 6 Stunden = 150 Stunden Roto-Arbeit, verteilt auf zwei Roto-Artists über 3 Wochen. Mit Silhouette Matte Assist ML als Basis und manueller Nacharbeit für Haare und Bewegungsunschärfe: ca. 25 × 1,5–2 Stunden = 37–50 Stunden. Einsparung: rund 100 Stunden oder ca. 4.500–5.000 € Arbeitskosten — bei einem Tool-Preis von unter 900 € im Jahr (Plugin-Jahresabo). Hinzu kommen weiche Effekte: Der Roto-Artist wechselt zwischen mehreren Projekten parallel, statt sich tagelang in einem Shot festzubeißen — das verbessert die Termintreue spürbar. Pro Streaming-Projekt amortisiert sich Silhouette nach dem ersten Shot.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Lokal auf dem Anwender-Rechner. Alle KI-Verarbeitung (Matte Assist ML, AI Object Detection, AI Face Segmentation) läuft on-device auf der GPU. Es werden keine Bild-, Video- oder Maskendaten an Boris-FX-Server gesendet.
  • Lizenzaktivierung: Online-Aktivierung über Boris FX Hub erforderlich. Lizenzdaten und Aktivierungsstatus werden bei Boris FX in den USA verarbeitet; produktive Inhalte (Footage, Masken) verlassen den lokalen Rechner nicht.
  • Telemetrie: Boris FX Hub sammelt anonyme Nutzungsstatistiken; lässt sich in den Einstellungen deaktivieren. Vor dem produktiven Einsatz prüfen, ob diese Einstellung mit der internen IT-Policy vereinbar ist.
  • AVV: Für die reine Tool-Nutzung kein AVV nötig, da keine personenbezogenen Inhaltedaten verarbeitet werden. Sollten Lizenzdaten als personenbezogen klassifiziert werden, gilt die Standard-Datenschutzerklärung von Boris FX (DPF-Zertifizierung mit US-Anbieter).
  • NDA-Tauglichkeit: On-device-Verarbeitung erfüllt die strengsten NDA-Anforderungen großer Streamer (Netflix, Disney+, Apple TV+) — ein klares Verkaufsargument gegenüber cloud-basierten Wettbewerbern.
  • Empfehlung für Unternehmen: Vor Einsatz mit der eigenen IT die Boris-FX-Hub-Telemetrie auf “off” stellen, Lizenzaktivierung über einen dedizierten Account führen (nicht über Mitarbeiter-Privataccounts) und die NDA-Tauglichkeit gegenüber Kunden explizit dokumentieren — das stärkt die Position bei Streaming-Aufträgen.

Gut kombiniert mit

  • — Silhouette läuft als Plugin direkt in AE und erweitert den nativen Roto Brush um wesentlich präzisere KI-Maskierung. Für AE-Anwender ist das der kürzeste Weg in den professionellen Roto-Workflow, ohne die gewohnte Umgebung zu verlassen.
  • — die kostenlose Magic Mask von Resolve reicht für viele Standardfälle. Wer in Resolve schneidet und nur gelegentlich Silhouette für die schwierigen Shots aufruft, fährt mit einem hybriden Workflow am wirtschaftlichsten.
  • — für Stilisierung, generative Effekte und schnelle Konzept-Looks. Silhouette liefert die saubere Maske, Runway veredelt oder transformiert die maskierten Layer. Cloud (Runway) und On-Device (Silhouette) ergänzen sich, statt sich auszuschließen.

Unser Testurteil

Silhouette verdient 4 von 5 Sternen. Es ist der Profi-Standard für Rotoscoping — die KI-Segmentierung hat das Werkzeug auf ein neues Produktivitätsniveau gehoben, und die on-device-Verarbeitung macht es zur einzigen ernsten Wahl für NDA-kritische Produktionen. Den fünften Stern verliert Silhouette durch die fehlende deutsche Oberfläche, die spürbare Lernkurve, den Preisabstand zu kostenlosen Alternativen wie Magic Mask, und die Tatsache, dass die Perpetual-Lizenz neue ML-Features nicht automatisch mitliefert. Für jedes Post-House, das ernsthaft VFX produziert, ist Silhouette eine klare Kaufempfehlung; für gelegentliche Anwender reicht in der Regel Resolve oder AE.

Was wir bemerkt haben

  • 2025 — Boris FX hat AI Object Detection (Text-Prompt-basierte Maskierung) und AI Face Segmentation veröffentlicht. Beide Features setzen das Tempo der Branche und werden absehbar von Wettbewerbern kopiert. Wer eine Perpetual-Lizenz ohne Maintenance hat, bekommt diese Features nicht ohne Update-Kauf — ein klarer Push in Richtung Subscription.
  • 2024 — SynthEyes (3D-Camera-Tracker) wurde tiefer in Silhouette integriert. Das verbreitert den Funktionsumfang Richtung vollständiger Compositing-Suite — und entfernt Silhouette weiter vom reinen Roto-Tool, das es ursprünglich war.
  • 2019 — Boris FX hat SilhouetteFX übernommen. Seitdem ist die Entwicklungsdichte deutlich höher als unter dem ursprünglichen Anbieter — KI-Features, Bundle-Integration mit Mocha und Sapphire, regelmäßige Updates. Die Übernahme war strategisch klug und hat dem Produkt nachhaltig genutzt.
  • Mai 2026 — Keine bekannten EU-Hosting-Initiativen — bei einer reinen On-Device-Lösung allerdings auch nicht relevant. Die deutsche Lokalisierung der Oberfläche steht weiterhin nicht auf der Roadmap.

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