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Bezahlt Low-Code 🇺🇸 US-Server Zuletzt geprüft: 18. Juli 2026

Silhouette

Boris FX

4/5

Redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen (Anbieterangaben, Preislisten, unabhängige Bewertungsplattformen), kein Hands-on-Produkttest, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben. Die Sternebewertung ist eine Meinung der Redaktion.

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Branchenstandard für professionelles Rotoscoping und Paint in der Film- und Serienproduktion. Silhouette kombiniert präzise B-Spline/X-Spline-Masken mit dem KI-gestützten Matte Assist ML, das aus wenigen Eingaben animierte Mattes erzeugt und über lange Shots propagiert. Verfügbar als Standalone-App sowie als Plugin für After Effects, Premiere Pro, Nuke, Fusion, DaVinci Resolve und Flame. Wird von großen VFX-Häusern produktiv eingesetzt.

Kosten: Als Abo (monatlich oder jährlich) oder als Perpetual-Lizenz, jeweils als Plugin (für After Effects, Premiere Pro, Nuke, Fusion, Resolve, Flame) oder als Standalone-App. Konkrete Preise weist Boris FX nur im Store beim Kauf aus, nicht auf der Produktseite (Preis auf Anfrage im Boris FX Store). 14-tägige kostenlose Vollversions-Testphase über Boris FX Hub; ermäßigte Studierendenlizenzen auf Anfrage.

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Stärken

  • Matte Assist ML (KI-Segmentierung) erzeugt animierte Mattes aus wenigen Eingaben und propagiert sie über lange Shots
  • On-Device AI, keine Cloud-Verarbeitung, DSGVO-freundlich, kein Datenschutzrisiko bei vertraulichem Produktionsmaterial
  • Node-basierter Workflow mit höchster Präzision für komplexe Kanten, Haare und Bewegungsunschärfe
  • Plugin für After Effects, Premiere Pro, Nuke, Fusion und DaVinci Resolve, keine separate Pipeline nötig
  • Branchenvalidiert: 2019 mit einem Academy Award for Technical Achievement und einem Engineering Emmy ausgezeichnet, in der VFX-Großproduktion ein etablierter Pipeline-Standard
  • Breite ML-Suite laut Produktseite: Mask ML, Face ML, Depth Map ML, Optical Flow ML, Denoise ML und UpRes ML ergänzen Matte Assist ML, alle laut Hersteller mit ethisch trainierten Modellen und rein lokaler Verarbeitung

Einschränkungen

  • Keine deutsche Oberfläche, vollständig englisch
  • Steile Lernkurve bei node-basiertem Workflow, produktive Nutzung erfordert Schulung
  • Preislich oberhalb von DaVinci Resolve Magic Mask, für kleine Studios ein relevanter Kostenposten
  • Auch KI-gestützte Masken müssen bei Haaren, Gegenlicht und Bewegungsunschärfe manuell nachgearbeitet werden
  • Perpetual-Lizenz möglich, aber Subscription oder Maintenance notwendig für laufende Updates und neue ML-Features
  • Keine Preistransparenz: konkrete Beträge erscheinen erst im Boris FX Store beim Kauf, nicht auf der Produktseite
  • ML-Features setzen kompatible GPU voraus (Apple Silicon, NVIDIA mit Compute Capability 6.0+ oder AMD Radeon PRO)

Passt gut zu

VFX-Studios und Post-Houses mit regelmäßigem Rotoscoping-Volumen Roto-Artists in Spielfilm- und Serienproduktion Produktionshäuser, die auf Datenschutz bei unveröffentlichtem Material Wert legen After-Effects- und Nuke-Anwender, die KI-Roto direkt im bestehenden Workflow nutzen wollen

Kurzfazit

Silhouette ist seit Jahren der De-facto-Standard für Rotoscoping in der professionellen VFX-Branche, und seit der Übernahme durch Boris FX mit deutlich mehr Entwicklungsenergie ausgestattet als unter dem ursprünglichen Anbieter SilhouetteFX. Das Killer-Feature ist Matte Assist ML: KI-basierte Maskierung, die auf dem eigenen Rechner läuft (on-device), keine Cloud braucht und Material niemals an externe Server schickt. Für deutsche Post-Houses mit NDA-kritischem Material (Serien-Piloten, Spielfilme vor Release, Werbespots vor Kampagnenstart) ist das ein echtes Kaufargument. Den fünften Stern verliert Silhouette durch die fehlende deutsche Oberfläche, die steile Lernkurve und die spürbare Preisdistanz zur kostenlosen Magic Mask in DaVinci Resolve.

Für wen ist Silhouette?

VFX-Studios und Post-Houses: Das Kernsegment. Wer mehr als 20 Rotoscoping-Shots pro Monat produziert, kommt mit der Magic Mask in Resolve oder dem AE-Roto-Brush an Grenzen, Silhouette löst genau die Fälle, an denen die anderen Werkzeuge scheitern (Haare, Bewegungsunschärfe, halbtransparente Elemente, komplexe Überlagerungen).

Roto- und Paint-Artists: Das Standard-Werkzeug der Branche. Wer als Freelancer in Spielfilm- oder Serien-Pipelines arbeitet, wird auf Silhouette-Skills geprüft. Auch internationale Aufträge (Netflix, Apple, Disney+) setzen Silhouette als einen der akzeptierten Pipeline-Standards voraus.

Werbe- und Musikvideo-Produzenten: Schnelle Turnaround-Zeiten mit Matte Assist ML, für eine Markenwerbung mit Schauspielerfreistellung lassen sich KI-basierte Vorschläge in Minuten generieren, die früher manuell Stunden gedauert haben.

Produktionshäuser mit Geheimhaltungsanforderungen: Das on-device-Konzept ist ein doppeltes Argument. Datenschutzrechtlich (DSGVO) und unter NDA-Aspekten (Drehmaterial vor Release) braucht der Kunde keine Cloud-Freigabe, ein wachsendes Differenzierungsmerkmal, weil Konkurrenten wie Runway oder Adobe-Cloud-Features Daten in die Cloud schicken.

Lehrende und Hochschulen: Boris FX bietet ermäßigte Lehr- und Studierendenlizenzen. Für Filmhochschulen und VFX-Studiengänge mit Pipeline-Anbindung an die Industrie ist das praktisch alternativlos.

Weniger geeignet für: Hobbyisten und Content Creator (zu teuer für unregelmäßige Nutzung, DaVinci Resolve Magic Mask reicht meist), kleine Werbevideo-Produzenten mit unter 10 Roto-Shots pro Monat (ROI fragwürdig), Anwender ohne kompatible GPU, und alle, die keine englischsprachige Software bedienen wollen oder können.

Preise im Detail

LizenzmodellPreisWas du bekommst
Free Trial014-tägige Vollversion über Boris FX Hub, alle Features freigeschaltet
Silhouette Plugin (Abo)Preis im Boris FX StorePlugin für After Effects, Premiere, Nuke, Fusion, Resolve, Flame; monatlich oder jährlich; laufende Updates inklusive
Silhouette Standalone (Abo)Preis im Boris FX StoreVollständige Standalone-App mit Node-Workflow; monatlich oder jährlich
Standalone PerpetualPreis im Boris FX StoreEinmaliger Kauf; neue Versionen und ML-Features nur über separates Maintenance-Abo
Lehr-/Studierenden-Lizenzreduziert, auf AnfrageErmäßigt bei Boris FX zu beantragen

Einordnung: Boris FX weist die konkreten Beträge nicht auf der Produktseite aus, sie erscheinen erst im Store beim Kauf. Wir hatten zum Zeitpunkt der Recherche keinen belegbaren Zugriff auf feste Zahlen und verzichten daher bewusst auf eine Angabe (lieber Lücke als falsche Zahl). Für die Kaufentscheidung ist die Struktur wichtiger als die Nachkommastelle: Wer Silhouette ausschließlich aus After Effects oder Nuke heraus nutzt, fährt mit dem Plugin-Abo am günstigsten und braucht keine separate Standalone-Lizenz. Die Standalone-Variante lohnt sich, wenn du den vollständigen Node-Compositing-Workflow brauchst und nicht aus einer anderen App heraus arbeiten willst. Die Perpetual-Lizenz ist nur sinnvoll für Studios mit stabiler Pipeline, die nicht jährlich aktualisieren müssen; wer die neuesten ML-Features (Mask ML, Face ML, Depth Map ML) braucht, kommt um Abo oder Maintenance nicht herum. Prüfe die aktuellen Preise vor dem Kauf direkt im Boris FX Store.

Stärken im Detail

Matte Assist ML als echter Produktivitätsschub. Aus wenigen Pinselstrichen erzeugt Matte Assist ML eine animierte Maske, die über lange Shots propagiert und mehrere Objekte als Cryptomatte ausgeben kann. Boris FX wirbt mit deutlichen Zeitersparnissen, konkrete Prozentzahlen aus dem Marketing konnten wir nicht unabhängig verifizieren und behandeln sie daher als Herstellerangabe. Aus der Praxis lässt sich aber festhalten: Für Standardfälle (Schauspieler vor relativ klarem Hintergrund) übernimmt die KI den Großteil der Routinearbeit. Für komplexe Cases (Haare, halbtransparente Elemente, schnelle Bewegung) bleibt manuelle Nacharbeit Pflicht.

On-Device-KI als Datenschutz-Argument. Anders als Cloud-basierte Wettbewerber (z. B. Runway, Adobe Sensei in der Cloud) läuft Silhouettes ML lokal auf der GPU. Das ist nicht nur eine technische Eigenschaft, es ist ein juristisches und vertragliches Verkaufsargument. Streaming-Produzenten und Filmverleiher legen NDA-Pflichten auch auf Post-Houses um. Mit Cloud-KI ist das praktisch nicht erfüllbar; mit Silhouette schon.

Pipeline-Integration als Plugin. Silhouette läuft als Plugin in nahezu allen Standard-Compositing-Apps der Industrie: After Effects, Premiere Pro, Nuke (das Compositing-Tool der Spielfilm-Branche), Fusion, DaVinci Resolve, Flame. Das ist entscheidend, weil große Pipelines selten auf ein einzelnes Tool wechseln, Silhouette fügt sich ein, ohne den Workflow zu sprengen.

Node-basierter Workflow für komplexe Cases. Der Standalone-Modus von Silhouette ist ein vollwertiges Node-Compositing-System mit über 400 VFX-Nodes (Keying mit Primatte, zMatte, Power Matte; Stabilisierung, Warping, 32-bit-HDR-Paint). Für die anspruchsvollsten Roto-Cases, bei denen mehrere Layer und Maskenkanten zusammenspielen, ist die Node-Struktur klarer als pixel-basierte Alternativen.

Branchenvalidierung als Vertrauensanker. Silhouette gilt in der VFX-Großproduktion als etablierter Pipeline-Standard und wird von zahlreichen großen Studios produktiv eingesetzt. Solche Häuser testen Tools über Monate auf produktive Tauglichkeit, bevor sie sie in Pipelines übernehmen. Für mittelgroße Post-Houses ist dieses Markt-Signal wertvoller als jedes Marketing-Whitepaper.

KI-Features über Matte Assist ML hinaus. Die aktuelle Produktseite listet eine breite ML-Suite: Mask ML (KI-gestützte Objektmaskierung), Face ML (separate Gesichts-Mattes), Depth Map ML (Tiefenkarten), Optical Flow ML, Denoise ML und UpRes ML. Boris FX bewirbt die Modelle ausdrücklich als “ethisch trainiert” und mit rein lokaler, on-premise laufender Verarbeitung. Die genauen Eingabemechaniken einzelner Module (etwa ob Mask ML per Text-Prompt oder per Pinselstrich gesteuert wird) konnten wir nicht bis ins Detail unabhängig verifizieren und beschreiben sie daher nur so weit, wie die Produktseite sie belegt. Klar ist: Boris FX investiert sichtbar in ML-Forschung, nicht nur in Marketing, die Zahl der ML-Nodes ist über die letzten Versionen deutlich gewachsen.

Boris-FX-Ökosystem. Silhouette läuft in Verbindung mit Mocha Pro (Planar Tracking), Sapphire (Effekte), Particle Illusion (Partikel) und kann als Bundle erworben werden. Wer mehrere Boris-Produkte braucht, fährt mit Suite-Lizenzen günstiger.

Schwächen ehrlich betrachtet

Keine deutsche Oberfläche. Silhouette ist vollständig englisch. Für deutsche Post-Houses, die mit gemischt internationalen Teams arbeiten, ist das in der Regel kein Problem, die Branchenfachsprache ist ohnehin englisch. Für Einsteiger ohne VFX-Hintergrund kann es aber eine echte Einstiegshürde sein. Boris FX zeigt aktuell keine Pläne für eine Lokalisierung.

Steile Lernkurve trotz KI. Matte Assist ML beschleunigt die Routinearbeit, aber die Bedienung des Node-Workflows, der Spline-Tools und der Paint-Engine bleibt anspruchsvoll. Realistisch braucht ein erfahrener AE-Anwender 1–2 Wochen fokussierte Einarbeitung für produktive Nutzung, ein VFX-Neueinsteiger eher 2–3 Monate. Wer das nicht einplant, frustriert sich an Tag eins.

Preisdistanz zu kostenlosen Alternativen. DaVinci Resolve enthält die Magic Mask kostenlos im Free-Plan; für viele Standardfälle (klare Bewegung, klarer Hintergrund) ist sie ausreichend gut. Wer keine Spitzenanforderungen hat, sieht den Mehrwert von Silhouette nicht, und eine kostenpflichtige Jahres- oder Perpetual-Lizenz ist für kleine Produktionen eine echte Hürde. Erschwerend kommt hinzu, dass Boris FX die Preise nicht offen auf der Produktseite ausweist, du musst sie im Store erst zusammenklicken.

Manuelle Nacharbeit weiterhin Pflicht. Auch die beste KI scheitert an Haaren, halbtransparenten Elementen, Bewegungsunschärfe und Gegenlicht. Wer glaubt, Matte Assist ML löse alle Rotoscoping-Probleme, wird enttäuscht, das ist physikalisch (noch) nicht möglich. Realistisch werden 70–80 Prozent der Arbeit automatisiert, die letzten 20–30 Prozent bleiben Handarbeit.

Perpetual-Lizenz ohne Updates. Wer die Perpetual-Lizenz kauft, bekommt genau die Version, die er kauft, neue ML-Features und neue Versionen erfordern entweder ein Update-Maintenance-Abo oder einen Neukauf. Das verwischt den Wertvorteil der Perpetual-Lizenz und drängt strategisch in Richtung Subscription. Gerade weil die ML-Suite schnell wächst, altert eine nicht gepflegte Perpetual-Lizenz zügig.

GPU-Abhängigkeit der ML-Features. Apple Silicon, NVIDIA Pascal+ oder AMD Radeon PRO sind Voraussetzung für Matte Assist ML. Ältere Workstations oder reine CPU-Renderfarmen können die KI-Features nicht nutzen, der Roto-Artist braucht eine entsprechend ausgestattete Workstation. Das ist im professionellen Umfeld kein Problem, aber Hobbyisten oder kleinere Studios müssen die Hardware mitdenken.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Kostenlose KI-Rotoscoping-Lösung für Standardfälle suchstDaVinci Resolve (Magic Mask, kostenlos)
Native AE-Lösung ohne Plugin-Kauf willstAdobe After Effects (Roto Brush 3)
Cloud-basierte generative Video-Effekte brauchstRunway
Generative KI-Bildmaskierung ergänzen willstStable Diffusion

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Foundry Nuke (das Compositing-Standard-Tool der Spielfilmindustrie, Silhouette integriert sich als Plugin), Adobe After Effects Roto Brush 3 (für viele AE-Anwender ausreichend), DaVinci Resolve Magic Mask (kostenloser Einstieg für leichte Cases), Runway ML (Cloud-basierte Alternative für schnelle Web-Workflows), und Topaz Video AI (mehr für Upscaling als Roto, aber im Werkzeugkasten verwandt). Silhouette bleibt der Profi-Standard, wer in der Industrie ernsthaft arbeitet, hat eine Lizenz. Wer nur gelegentlich ein Reklamefilmchen schneidet, ist mit Resolve oder AE schon gut bedient.

So steigst du ein

Schritt 1: Lade die kostenlose 14-tägige Trial-Version über den Boris FX Hub von borisfx.com herunter, die Trial-Version läuft ohne Einschränkungen. Wer After Effects oder DaVinci Resolve nutzt, installiert direkt die Plugin-Variante und öffnet sie aus dem Effektfeld der Host-Anwendung. Beim ersten Start die Boris-Tutorials anschauen, gerade die Matte-Assist-ML-Tutorials sparen Frust.

Schritt 2: Importiere eine kurze Testsequenz (15–30 Sekunden) mit einem klaren Motiv. Starte mit dem Matte Assist ML: einen groben Pinselstrich über das zu maskierende Objekt zeichnen, Segmentierung anstoßen, das Ergebnis durch die Timeline scrubben. Du siehst sofort, wo die KI gut funktioniert (klare Körperkanten) und wo Nacharbeit nötig ist (Haarränder, Bewegungsunschärfe). Probiere anschließend die weiteren ML-Nodes wie Mask ML und Face ML durch und schau, welche für deine typischen Shots den größten Zeitgewinn bringen.

Schritt 3: Für den produktiven Einsatz baust du dir einen Standard-Workflow: Matte Assist ML als Basis, dann per X-Spline-Shapes die Problemzonen (Haare, durchsichtige Elemente, Bewegungsunschärfe) manuell verfeinern. Plane das auch zeitlich realistisch, 70–80 Prozent KI, 20–30 Prozent Handarbeit ist eine bessere Erwartungshaltung als “die KI macht alles”. Wer in einer Pipeline arbeitet, klärt früh die Export-Formate (EXR-Sequenzen mit Alpha, OpenColorIO-Color-Spaces) und die Konsistenz mit dem nachgelagerten Compositing.

Ein konkretes Beispiel

Ein mittelgroßes Hamburger Post-House (12 Mitarbeitende, Schwerpunkt Werbe- und Imagefilm) produziert einen Streaming-Piloten mit 40 VFX-Shots, davon 25 Rotoscoping-Shots mit Schauspielerfreistellungen vor einem teils unruhigen Hintergrund. Ohne Silhouette: ca. 25 × 6 Stunden = 150 Stunden Roto-Arbeit, verteilt auf zwei Roto-Artists über 3 Wochen. Mit Silhouette Matte Assist ML als Basis und manueller Nacharbeit für Haare und Bewegungsunschärfe: ca. 25 × 1,5–2 Stunden = 37–50 Stunden. Einsparung: rund 100 Stunden oder ca. 4.500–5.000 € Arbeitskosten (illustrative Rechnung), gegenüber überschaubaren Lizenzkosten pro Jahr, die selbst im höheren Fall nach wenigen eingesparten Roto-Tagen wieder eingespielt sind. Hinzu kommen weiche Effekte: Der Roto-Artist wechselt zwischen mehreren Projekten parallel, statt sich tagelang in einem Shot festzubeißen, das verbessert die Termintreue spürbar. Pro Streaming-Projekt amortisiert sich Silhouette nach dem ersten Shot.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Kein Cloud-Hosting. Die gesamte KI-Verarbeitung (Matte Assist ML, Mask ML, Face ML, Depth Map ML und die übrigen ML-Nodes) läuft laut Hersteller lokal und on-premise auf der GPU des Anwender-Rechners. Es werden keine Bild-, Video- oder Maskendaten an Boris-FX-Server gesendet. Die Hosting-Einstufung “US” in dieser Übersicht bezieht sich ausschließlich auf den US-Anbieter Boris FX und die dort verarbeiteten Konto- und Lizenzdaten, nicht auf dein Produktionsmaterial.
  • Lizenzaktivierung: Online-Aktivierung über Boris FX Hub erforderlich. Lizenzdaten und Aktivierungsstatus werden bei Boris FX (US-Unternehmen, Sitz in den USA) verarbeitet; produktive Inhalte (Footage, Masken) verlassen den lokalen Rechner nicht.
  • Telemetrie: Boris FX Hub sammelt anonyme Nutzungsstatistiken; lässt sich in den Einstellungen deaktivieren. Vor dem produktiven Einsatz prüfen, ob diese Einstellung mit der internen IT-Policy vereinbar ist.
  • AVV: Für die reine Tool-Nutzung kein AVV nötig, da keine personenbezogenen Inhaltedaten verarbeitet werden. Sollten Lizenzdaten als personenbezogen klassifiziert werden, gilt die Standard-Datenschutzerklärung von Boris FX als US-Anbieter, deren konkreten Übermittlungsmechanismus du vor dem Einsatz selbst prüfen solltest.
  • NDA-Tauglichkeit: On-device-Verarbeitung erfüllt die strengsten NDA-Anforderungen großer Streamer (Netflix, Disney+, Apple TV+), ein klares Verkaufsargument gegenüber cloud-basierten Wettbewerbern.
  • Empfehlung für Unternehmen: Vor Einsatz mit der eigenen IT die Boris-FX-Hub-Telemetrie auf “off” stellen, Lizenzaktivierung über einen dedizierten Account führen (nicht über Mitarbeiter-Privataccounts) und die NDA-Tauglichkeit gegenüber Kunden explizit dokumentieren, das stärkt die Position bei Streaming-Aufträgen.

Gut kombiniert mit

  • Adobe After Effects, Silhouette läuft als Plugin direkt in AE und erweitert den nativen Roto Brush um wesentlich präzisere KI-Maskierung. Für AE-Anwender ist das der kürzeste Weg in den professionellen Roto-Workflow, ohne die gewohnte Umgebung zu verlassen.
  • DaVinci Resolve, die kostenlose Magic Mask von Resolve reicht für viele Standardfälle. Wer in Resolve schneidet und nur gelegentlich Silhouette für die schwierigen Shots aufruft, fährt mit einem hybriden Workflow am wirtschaftlichsten.
  • Runway, für Stilisierung, generative Effekte und schnelle Konzept-Looks. Silhouette liefert die saubere Maske, Runway veredelt oder transformiert die maskierten Layer. Cloud (Runway) und On-Device (Silhouette) ergänzen sich, statt sich auszuschließen.

Unser Fazit

Silhouette verdient 4 von 5 Sternen. Es ist der Profi-Standard für Rotoscoping, die KI-Segmentierung hat das Werkzeug auf ein neues Produktivitätsniveau gehoben, und die on-device-Verarbeitung macht es zur einzigen ernsten Wahl für NDA-kritische Produktionen. Den fünften Stern verliert Silhouette durch die fehlende deutsche Oberfläche, die spürbare Lernkurve, den Preisabstand zu kostenlosen Alternativen wie Magic Mask, und die Tatsache, dass die Perpetual-Lizenz neue ML-Features nicht automatisch mitliefert. Für jedes Post-House, das ernsthaft VFX produziert, ist Silhouette eine klare Kaufempfehlung; für gelegentliche Anwender reicht in der Regel Resolve oder AE.

Was wir bemerkt haben

  • Juli 2026, Faktencheck. Die aktuelle Produktseite listet die ML-Suite unter neuen Namen: Mask ML, Matte Assist ML, Face ML, Depth Map ML, Optical Flow ML, Denoise ML, UpRes ML und weitere. Die früher hier genannten Bezeichnungen “AI Object Detection” und “AI Face Segmentation” tauchen so nicht mehr auf, wir haben die Feature-Namen entsprechend korrigiert. Boris FX bewirbt die Modelle als “ethisch trainiert” und rein on-premise laufend.
  • Juli 2026, Preistransparenz. Boris FX weist auf der Produktseite keine festen Preise aus, konkrete Beträge erscheinen erst im Store beim Kauf. Wir konnten die zuvor angegebenen Zahlen (Plugin/Standalone-Abo, Perpetual) nicht gegen eine belegbare Quelle prüfen und haben sie deshalb entfernt, statt sie ungeprüft stehen zu lassen. Verlässlich sind: 14-tägige Vollversions-Testphase, Studierendenlizenzen auf Anfrage und die Wahl zwischen Plugin- und Standalone-Lizenz je als Abo oder Perpetual.
  • Juli 2026, Hosting-Einstufung korrigiert. Die frühere Einstufung “EU-Hosting” war irreführend: Silhouette ist eine On-Premise-Lösung ohne EU-Rechenzentrum, der Anbieter Boris FX sitzt in den USA. Wir führen das Tool jetzt unter “US” (bezogen auf Konto- und Lizenzdaten), während das eigentliche Produktionsmaterial den lokalen Rechner nicht verlässt.
  • SynthEyes-Integration, Der 3D-Camera-Solver SynthEyes ist ins Silhouette-Ökosystem integriert und wurde im 2026er Release um einen Refine-Solve-Workflow sowie Unwrap-/Rewrap-Nodes erweitert. Das verbreitert den Funktionsumfang Richtung vollständiger Compositing-Suite und entfernt Silhouette weiter vom reinen Roto-Tool, das es ursprünglich war.
  • Boris-FX-Übernahme (2019), Das ursprünglich von SilhouetteFX entwickelte Tool wurde 2019 von Boris FX übernommen und ist heute in dessen Produktökosystem (Mocha, Sapphire, Continuum) eingebettet. Silhouette wurde 2019 mit einem Academy Award for Technical Achievement und einem Engineering Emmy ausgezeichnet. Seit der Übernahme ist die Entwicklungsdichte erkennbar höher: KI-Features, Bundle-Integration, regelmäßige Updates.
  • Datenschutz, Keine bekannten EU-Hosting-Initiativen, bei einer reinen On-Premise-Lösung allerdings auch nicht relevant. Die deutsche Lokalisierung der Oberfläche steht weiterhin nicht auf der Roadmap.

Quellen

  1. Boris FX – Silhouette Produktseite. https://borisfx.com/products/silhouette/ (abgerufen am 2026-07-18). Owner Boris FX; ML-Suite (u. a. Matte Assist ML, Mask ML, Face ML, Depth Map ML, Optical Flow ML, Denoise ML, UpRes ML), laut Hersteller mit ethisch trainierten Modellen und rein lokaler On-Premise-Verarbeitung; Plugin für After Effects, Premiere Pro, Nuke, Fusion, Resolve und Flame sowie Standalone (macOS, Windows, Linux); über 400 Nodes; GPU-Anforderungen (NVIDIA Compute 6.0+, AMD Radeon PRO, Apple Silicon); 14-tägige Vollversions-Testphase; Studierendenlizenzen auf Anfrage; SynthEyes-Integration (2026 erweitert).
  2. Wikipedia – SilhouetteFX. https://en.wikipedia.org/wiki/SilhouetteFX (abgerufen am 2026-07-18). Boris FX übernahm SilhouetteFX 2019; Node-basiertes Compositing-System; 2019 Academy Award for Technical Achievement und Engineering Emmy.
  3. Boris FX Store – Silhouette. https://borisfx.com/store/?product=silhouette&host=standalone&purchase-options=new-annual-subscription (abgerufen am 2026-07-18). Lizenzstruktur (Plugin/OFX oder Standalone, jeweils Monats- oder Jahresabo sowie Perpetual-Option); konkrete Preise werden nicht statisch ausgewiesen, sondern erst im Checkout angezeigt.

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