Reaxys ist die führende Substanz- und Reaktionsdatenbank von Elsevier, über 353 Millionen Substanzen, 72 Millionen Reaktionen, 500 Millionen physikalisch-chemische Eigenschaften, 48 Millionen Patente. Seit 2023 ergänzt um KI-gestützte Retrosynthese-Werkzeuge und AI-Search, die Chemiker bei Syntheseplanung, Substanz-Charakterisierung und Rohstoff-Substitution unterstützen.
Kosten: Institutionelle Jahreslizenz. Preise auf Anfrage. Akademische Lizenzen variieren stark, kommerzielle Unternehmenslizenzen liegen typisch im Bereich 20.000–80.000+ EUR/Jahr je nach Nutzerzahl, Modulwahl (Retrosynthesis-AI, Patent-Overlay, Bioactivity) und Konzernrahmen.
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Stärken
- Umfangreichste Reaktionsdatenbank der Branche: 72 Millionen experimentelle Reaktionen mit Ausbeuten, Bedingungen und Originalreferenzen
- Experimentelle Eigenschaftsdaten (Schmelzpunkt, Siedepunkt, Viskosität, Löslichkeit) statt nur berechneter Werte
- KI-Retrosynthese: schlägt Syntheserouten vor, kombiniert Modelle mit 73 Mio. kuratierten Reaktionen
- Strukturbasierte Suche: SMILES, InChI, Substruktur- und Ähnlichkeitssuche für Substitutionsanalyse
- Integriertes Patent-Overlay (48 Mio. Patente) für Freedom-to-Operate-Prüfung bei Substitutionskandidaten
- AI-Search und Summarization für Naturalsprachen-Anfragen über die gesamte Datenbasis
- API-Zugang für Integration in eigene KI-Systeme und automatisierte Workflows
Einschränkungen
- Sehr hohe Lizenzkosten, praktisch nur für grössere Unternehmen mit aktiver F&E oder universitäre Konsortien
- Keine REACH-/CLP-Compliance-Daten integriert, regulatorischer Abgleich muss separat erfolgen
- Kein deutsches Interface; ausschliesslich englischsprachig
- Eigenschaftsdaten decken nicht alle Substanzklassen gleich gut ab, bei Spezialchemikalien teils lückenhaft
- KI-Retrosynthese-Vorschläge müssen kritisch geprüft werden, keine Ersatzlösung für erfahrene Synthesechemiker
- Preise und Modulpakete intransparent, Beschaffung erfordert intensive Vorgespräche
Passt gut zu
Kurzfazit
Reaxys ist seit Jahrzehnten der Goldstandard für Reaktions- und Substanzdaten in der Chemie, und hat sich mit der Einführung KI-gestützter Retrosynthese und AI-Search 2023/24 erfolgreich modernisiert. Wer in Pharma-F&E, Spezialchemie oder akademischer Synthesechemie arbeitet, kennt Reaxys; wer es nicht hat, behilft sich mit PubChem, SciFinder oder Open-Source-Tools, und merkt schnell die Qualitätsunterschiede bei experimentellen Eigenschaften und Reaktionsbedingungen. Die Schattenseite: sehr teure institutionelle Lizenzen, undurchsichtige Preise, keine REACH-/CLP-Daten und ein zwingend englischsprachiges Interface. Wer es sich leisten kann, hat das beste Werkzeug am Markt, wer nicht, sucht weiter.
Für wen ist Reaxys?
Pharma-F&E: Wirkstoff-Discovery, Hit-to-Lead-Optimierung, Patent-Awareness, Reaxys ist hier das tägliche Brot. Die Kombination aus Reaktionsdatenbank, Bioaktivitätsdaten und Patent-Overlay ist in der Pharmaforschung praktisch alternativlos.
Spezialchemie und Feinchemikalien: Substitutionsanalyse bei Lieferanten-Ausfällen, Rohstoff-Alternativen mit ähnlichem physikalisch-chemischem Profil, Syntheseplanung für neue Produktvarianten, Reaxys ist das Werkzeug, das die manuelle Literaturrecherche von Tagen auf Stunden zusammendampft.
Akademische Synthesechemie: Universitätsbibliotheken bezahlen die Lizenz, Doktoranden nutzen Reaxys täglich für Literaturrecherche, Reaktionsplanung und Substanz-Charakterisierung. Wer in einer Forschungsgruppe ohne Reaxys-Zugang arbeitet, hat einen messbaren Nachteil bei Publikationsgeschwindigkeit.
Patentabteilungen und IP-Manager: Mit dem Patent-Overlay (48 Mio. Patente) lassen sich Freedom-to-Operate-Recherchen direkt mit chemischer Strukturähnlichkeit verbinden, kein zweiter Tool-Wechsel, keine separate Patent-Datenbank-Lizenz.
Computational Chemistry und KI-Teams: Der API-Zugang ist der Hebel für eigene Pipelines, wer ML-Modelle für Reaktionsausbeute-Vorhersage oder Substanz-Suche trainiert, hat in Reaxys eine kuratierte, qualitativ hochwertige Datenbasis.
Weniger geeignet für: Einzelnutzer ohne institutionelle Lizenz (kein Pay-per-Use), Schullabore (zu teuer), kleine Startup-Labs ohne Synthese-Schwerpunkt, und Anwender, die primär regulatorische Daten (REACH-Status, GHS-Einstufung) brauchen, dafür sind ECHA-Datenbanken und Tools wie GESTIS besser.
Preise im Detail
| Lizenzmodell | Zielgruppe | Preisspanne (indikativ) |
|---|---|---|
| Akademische Lizenz (Bibliotheks-Site) | Universitäten, Forschungseinrichtungen | konsortial verhandelt, oft via DFG-/Bibliotheks-Konsortien |
| Unternehmens-Basislizenz | KMU mit 5–20 aktiven Nutzern | typisch 20.000–40.000 EUR/Jahr |
| Unternehmens-Premium-Lizenz | Pharma- und Chemie-Konzerne, 50+ Nutzer | 60.000–150.000+ EUR/Jahr |
| AI-Retrosynthesis-Modul | meist Add-on | zusätzlich, je nach Nutzerkreis |
| Patent-Overlay | meist Add-on | zusätzlich, abhängig von Patent-Volumen |
| API-Zugang | für eigene Pipelines | individuelle Vereinbarung, oft Volumen-basiert |
Einordnung: Reaxys ist kein Tool für Einzelnutzer oder Startups. Die Lizenzschwelle liegt so hoch, dass es sich nur für Organisationen rechnet, die Synthese als Kernkompetenz haben. Für KMU mit gelegentlichem Recherchebedarf sind Pay-per-Document-Modelle bei der Chemical Abstracts Service (SciFinder-n) oder Open-Source-Alternativen (PubChem, Reaxys-Auszüge via Bibliothekslizenz) der pragmatischere Weg. Wichtig: Preise variieren stark je Verhandlungssituation, Vertragsdauer und Modulwahl, vergleichende Angebote einholen lohnt sich.
Stärken im Detail
Datenbasis ist unübertroffen. 353 Millionen Substanzen, 72 Millionen Reaktionen, 500 Millionen physikalisch-chemische Eigenschaften, 51 Millionen Bioaktivitätsdatenpunkte, diese Tiefe und Breite hat im westlichen Markt nur die SciFinder-Datenbank des American Chemical Service als ernsthafte Konkurrenz. Für Reaktionsdaten mit Ausbeute, Bedingungen und Originalreferenzen ist Reaxys häufig die qualitativ erste Wahl.
Experimentelle statt berechneter Daten. Viele moderne Chem-Datenbanken liefern berechnete Eigenschaften (RDKit, ChemAxon-Modelle). Reaxys konzentriert sich auf experimentell gemessene Werte aus Originalpublikationen, das ist der entscheidende Unterschied, wenn du für eine Substitutionsstudie eine echte gemessene Siedetemperatur brauchst, keine geschätzte.
AI-Retrosynthesis als ernsthafter Discovery-Beschleuniger. Die KI-Retrosynthese-Engine schlägt Syntheserouten zu einem Zielmolekül vor, basierend auf der eigenen Datenbasis von 73 Millionen kuratierten Reaktionen. Sie liefert nicht „erfundene” Synthesen, sondern bestehende Reaktionen, die zu der gewünschten funktionalen Gruppe führen. Das ist deutlich vertrauenswürdiger als reine Generative-AI-Vorschläge ohne empirische Verankerung.
Patent-Overlay für IP-bewusste Forschung. Wer eine Substitutionsroute entwickelt, will wissen, ob sie patentrechtlich frei ist. Reaxys verbindet Strukturen direkt mit der zugehörigen Patentlage (48 Mio. Patente), Freedom-to-Operate-Vorprüfung ohne Werkzeugwechsel. Für Pharma und Spezialchemie ein erheblicher Vorteil.
AI-Search und Summarization. Die seit 2023 ausgebauten Naturalsprachen-Funktionen erlauben Anfragen wie „Welche Reaktionsbedingungen wurden für Suzuki-Kupplung mit elektronenarmen Boronsäuren publiziert?”. Die KI-Antwort zitiert direkt die zugrundeliegenden Datenbankeinträge, anders als bei reinen LLM-Tools ist die Quellenverankerung Pflichtfeature.
Stabile Industrie-Etablierung. Reaxys gibt es seit der Konsolidierung der historischen Beilstein- und Gmelin-Datenbanken in den 2000ern. Elsevier ist als Anbieter etabliert, die Plattform-Stabilität und Verfügbarkeit sind hoch, wichtig für Forschungsteams, die täglich darauf angewiesen sind.
Schwächen ehrlich betrachtet
Lizenzkosten sind ein echter Showstopper. Selbst eine kleine Unternehmenslizenz beginnt im fünfstelligen Bereich pro Jahr. Für junge Biotechs, kleine Forschungslabore oder Startup-Inkubatoren ist Reaxys ausser Reichweite. Hier muss man auf PubChem, frei zugängliche Daten oder befristete Pay-per-Use-Modelle ausweichen, mit entsprechenden Qualitätseinbussen.
Keine REACH-/CLP-/SDS-Daten integriert. Reaxys liefert experimentelle Eigenschaften, aber keine regulatorischen Daten. Wer für einen Substitutionskandidaten REACH-Status, GHS-Einstufung oder Sicherheitsdatenblatt prüfen muss, braucht ECHA-Datenbanken, GESTIS oder kommerzielle SDS-Tools zusätzlich. Das doppelt den Werkzeug-Stack.
Englisch only. Interface, Hilfetexte, Support-Dokumentation und Schulungen sind ausschliesslich auf Englisch. Für deutsche Industrie-Chemiker kein Problem, für gemischte Teams mit jungen Laborkräften kann das eine Hürde bei der Akzeptanz sein.
Eigenschaftsdaten lückenhaft bei Spezialchemikalien. Für klassische organische Verbindungen ist die Eigenschafts-Abdeckung exzellent. Für ionische Flüssigkeiten, Cluster-Verbindungen, Polymere mit definierten Molekulargewichten oder Materialwissenschaftliche Substanzen wird die Datenlage dünner. Hier ist ein zweites Werkzeug (CRC Handbook, Material-Science-Datenbanken) oft notwendig.
KI-Retrosynthese-Vorschläge brauchen Synthesechemiker-Augen. Die vorgeschlagenen Routen sind teilweise theoretisch attraktiv, aber praktisch ungeeignet (toxische Lösungsmittel, schwer skalierbar, Edelmetallkatalysatoren). Reaxys ist ein Beschleuniger für erfahrene Chemiker, kein Ersatz für synthetische Erfahrung, wer das vergisst, baut Pipelines mit teuren Sackgassen.
Preisintransparenz erschwert Beschaffung. Keine öffentlichen Preise, kein Modul-Konfigurator, jede Beschaffung erfordert mehrere Vertriebsrunden mit Elsevier. Für Beschaffungsstellen mit Ausschreibungspflicht ist das ein erheblicher Mehraufwand.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Eine günstigere Open-Source-Datenbank brauchst | |
| Den US-Marktstandard (CAS) bevorzugst | SciFinder-n (Chemical Abstracts Service) |
| Eine KI-gestützte Retrosynthese-Engine ausserhalb Elsevier suchst | |
| Spezifisch REACH- und SDS-Daten brauchst | ECHA Database, GESTIS |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: SciFinder-n (der US-Wettbewerber, vergleichbare Tiefe), CCDC (Crystal Structure Database, fokussiert auf Kristallstrukturen), Open Reaction Database (Open-Source-Initiative, noch klein, aber wachsend), und InfoChem (deutscher Anbieter mit Spezialisierung auf Reaktionsklassifikation). Reaxys und SciFinder-n sind die zwei dominanten institutionellen Lösungen, fast alle grossen Pharma- und Chemie-Konzerne haben mindestens eine, oft beide Lizenzen.
So steigst du ein
Schritt 1: Zugang klären. Prüfe, ob deine Organisation (Universität, Konzern, Forschungseinrichtung) bereits eine Reaxys-Lizenz hat, überraschend oft existiert sie, ist aber wenig beworben. Falls nicht: Kontakt zu Elsevier oder über Konsortien wie DFG/Bibliotheksverbünde aufnehmen. Für Unternehmen klären, welche Module (Retrosynthesis-AI, Patent-Overlay) wirklich gebraucht werden, sie kosten extra.
Schritt 2: Struktursuche statt Stichworte. Reaxys’ grösste Stärke ist die Strukturbasierte Suche. Statt nach „Acetonitril Eigenschaften” zu googlen, zeichne die Struktur (oder paste den SMILES) und filtere nach experimentell gemessenen Werten. Das eliminiert den 80-%-Anteil irrelevanter Suchergebnisse, der jede normale Web-Recherche dominiert.
Schritt 3: Retrosynthese-AI als Sparring-Partner nutzen. Bei neuen Synthesezielen die KI-Retrosynthese laufen lassen, dann die Vorschläge mit eigener Erfahrung gegenchecken. Routen, die toxische oder teure Reagenzien einsetzen, früh aussortieren. Top 3 Vorschläge mit Lab-Tests validieren. Wichtig: Die KI ist Beschleuniger, nicht Ersatz, die finale Entscheidung bleibt beim Chemiker.
Ein konkretes Beispiel
Ein Spezialchemie-Hersteller aus Nordrhein-Westfalen verliert einen Lieferanten für ein Lösungsmittel-Additiv (selten verfügbar, einziger Hersteller in Asien hat Produktion eingestellt). Der zuständige F&E-Chemiker öffnet Reaxys, zeichnet die Struktur des ausgefallenen Stoffes und startet eine Substruktursuche nach dem aktiven funktionellen Motiv (Ether-Sauerstoff plus terminale Carbonsäure). Er filtert die Treffer nach Siedepunkten zwischen 180–220 °C, Wasserlöslichkeit unter 1 g/L und schliesst CMR-Stoffe aus. In 40 Minuten stehen fünf Kandidaten mit experimentell gemessenen Daten und Originalpublikationen. Drei davon werden gegen die Patentdatenbank geprüft (Freedom-to-Operate via Patent-Overlay), zwei landen am gleichen Nachmittag im Lab. Was vorher zwei Wochen manueller Literaturrecherche gekostet hätte, dauert jetzt einen Nachmittag, und liefert qualitativ vergleichbare Ergebnisse. Folgekosten pro Substitutionsfall: spürbar gesenkt, Time-to-Solution von 4–6 Wochen auf 1–2 Wochen.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Elsevier betreibt Reaxys auf globaler Infrastruktur (primär US/EU). Konkrete Datenresidenz für Suchanfragen und Bookmarks vor Lizenzabschluss klären, für DSGVO-relevante Personalbezüge gibt es keine direkte Verarbeitung im Recherchekontext.
- Datennutzung: Suchanfragen werden für Plattform-Verbesserung anonymisiert ausgewertet. Konkrete Bookmarks und gespeicherte Suchen verbleiben dem Nutzerkonto zugeordnet.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Für Unternehmens- und Konsortium-Lizenzen verfügbar. Im Vertrag auf Datenresidenz- und Löschklauseln achten.
- Datenschutz-Relevanz: Reaxys verarbeitet primär chemische Strukturdaten, diese gelten in der Regel nicht als personenbezogen. Bei eigenen API-Pipelines kann das anders sein, je nachdem welche Metadaten mitgeführt werden.
- Empfehlung für deutsche Konzerne: Vor Lizenzabschluss Datenschutzbeauftragten einbinden, AVV gegenzeichnen, Datenresidenz-Klauseln explizit verhandeln, Elsevier ist in Konzernverträgen flexibel, fragt aber nicht von sich aus.
Gut kombiniert mit
, wenn die KI-Retrosynthese in Reaxys ausgereizt ist, ergänzt Iktos um generative Modelle für „echte” De-novo-Designs (nicht nur datenbankbasierte). Komplementäre Stärken: Reaxys = empirisch verankert, Iktos = generativ-explorativ. - ECHA REACH-Datenbank und GESTIS, für regulatorischen Abgleich (REACH-Registrierung, GHS-Einstufung, Arbeitsplatzgrenzwerte). Reaxys-Kandidaten dort gegenprüfen, bevor sie ins Lab gehen, spart Sackgassen.
- Power BI oder eigene ML-Pipelines, Reaxys-API kann in eigene Datenpipelines integriert werden, z. B. für automatisierte Substitutionsvorschläge bei Rohstoff-Risikobewertung. Sinnvoll für Konzerne mit eigenem Data-Science-Team.
Unser Testurteil
Reaxys verdient 4 von 5 Sternen. Es ist in seiner Kerndisziplin, kuratierten Reaktions- und Substanzdaten plus AI-gestützter Retrosynthese, qualitativ herausragend und für aktive Synthesechemie-Teams kaum verzichtbar. Den fünften Stern verliert es durch die exorbitanten Lizenzkosten, die intransparente Preisgestaltung, das fehlende deutsche Interface und die fehlenden regulatorischen Daten. Für die richtige Zielgruppe (Pharma-F&E, Spezialchemie, Universitäten) ist es das wichtigste Recherche-Werkzeug überhaupt; für KMU oder Einzelnutzer ist die Schwelle zu hoch und PubChem oder Open-Source-Alternativen sind die realistische Antwort. Mit der Erweiterung um AI-Search und KI-Retrosynthese hat Elsevier die Plattform erfolgreich in die KI-Zeit überführt, ohne dabei den datengetriebenen Kerncharakter zu verraten. Das ist genau das richtige Mass: KI als Beschleuniger, nicht als Ersatz.
Was wir bemerkt haben
- 2023–2024, Elsevier hat AI-Search und AI-Summarization über die gesamte Reaxys-Datenbasis ausgerollt. Damit wurden naturalsprachliche Anfragen zur Standardfunktion, bisher waren komplexe Filterketten und Booleans nötig. Die Verankerung der KI-Antworten in den datenbankbasierten Originalreferenzen ist ein deutlicher Vorteil gegenüber reinen LLM-Chats.
- 2024, Die KI-Retrosynthese-Engine wurde stark ausgebaut: 73 Millionen Reaktionen als Trainingsbasis, multi-step-Routenvorschläge mit Mehrstufen-Visualisierung. Damit positioniert sich Reaxys als „verankerte Retrosynthese” gegen rein modellbasierte Wettbewerber wie SYNTHIA oder akademische Open-Source-Tools (AiZynthFinder).
- 2025, Die Datenbasis ist auf 353 Mio. Substanzen und 72 Mio. Reaktionen gewachsen. Das ist organisches Wachstum aus der laufenden Kuratierung der wissenschaftlichen Literatur, und ein wichtiger Wettbewerbsvorteil gegenüber kleineren oder neueren Datenbankprojekten.
- Mai 2026, Eine deutsche Lokalisierung der Oberfläche oder Dokumentation ist weiterhin nicht angekündigt. Für Chemie als ohnehin englischsprachige Wissenschaft ist das kein dramatischer Mangel, aber bei der Adoption in deutschen Lehrkontexten oder dualen Ausbildungsberufen weiterhin eine Schwelle.
- 2025, Die Konsortialverhandlungen mit deutschen Bibliotheksverbünden (insbesondere DFG-Lizenzen) wurden zäher. Mehrere Universitäten berichten von Preissteigerungen, Reaxys-Zugriff wird nicht günstiger, eher im Gegenteil.
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Arthur Atlas
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