PhysicsNeMo ist NVIDIAs Open-Source-Framework für physik-informierte ML-Modelle und Surrogate-Simulation. Anwender trainieren neuronale Netze (Fourier Neural Operators, MeshGraphNet, Transolver, GeoFlare, Diffusion Models) auf Simulationsdaten aus LS-DYNA, OpenFOAM oder Ansys, und ersetzen damit Stunden-langes HPC-Rechnen durch Sekunden-Inferenz. Branchen: Automotive (Crash, Aero), Halbleiter (Thermik via Ansys-Integration), Energie (Siemens, Shell), Wetter und CFD. Apache-2.0, On-Premises betreibbar, volle Datensouveränität. Schwelle: erhebliche ML-Expertise erforderlich.
Kosten: Open Source unter Apache-2.0-Lizenz. Framework selbst kostenlos. Wesentliche Kosten: GPU-Infrastruktur (NVIDIA A100/H100/Blackwell-Klasse für ernsthafte Trainingsläufe), ML-Engineering-Zeit und ggf. Cloud-Compute auf AWS/Azure/OCI. Optionale Enterprise-Unterstützung über NVIDIA AI Enterprise (~4.500 USD/Jahr pro GPU).
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Stärken
- Apache-2.0-Open-Source, keine Lizenzkosten, vollständige Code-Kontrolle
- Breite Architekturpalette: FNO, DeepONet, MeshGraphNet, Transolver, XAeroNet, Diffusion, PINNs
- Industrielle Skalierung: Training auf Multi-GPU-Clustern, Inferenz auf 50 Mio. Knoten-Meshes
- Ökosystem-Adoption: Ansys (SeaScape), SimScale, Siemens Energy, Shell, Luminary Cloud, nTop, AXA
- On-Premises betreibbar, volle Datensouveränität, kein Cloud-Zwang
- Aktive NVIDIA-Entwicklung, Version 2.0 im März 2026, 961+ Commits im Hauptzweig
- Direkt auf CAE-Standarddaten trainierbar (LS-DYNA via Curator, OpenFOAM, Ansys)
Einschränkungen
- Erhebliche ML-Expertise erforderlich, kein Low-Code-Einstieg
- GPU-Infrastruktur muss selbst bereitgestellt werden (A100/H100/Blackwell-Klasse)
- Kein dedizierter Support außer NVIDIA AI Enterprise (kostenpflichtig) und Community-Foren
- Keine deutschsprachige Dokumentation oder Support
- Datensätze müssen kuratiert und konsistent sein, kein Plug-and-Play auf Legacy-Datenbeständen
- Training neuer Modelle dauert weiterhin Stunden bis Tage, Inferenz erst danach in Sekunden
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du hast ein ML-Team und einen ausreichenden Bestand an konsistenten Simulationsdaten
- Du willst HPC-Simulationszeiten von Stunden auf Sekunden reduzieren (Surrogate-Modelle)
- Du brauchst On-Premises-Betrieb wegen IP-Sensitivität (Automotive, Wehrtechnik, Energie)
- Du baust Designoptimierungs-Workflows, bei denen Tausende Varianten schnell bewertet werden müssen
Wann nein
- Du suchst eine fertige Click-Lösung ohne ML-Engineering-Aufwand (dann eher SimScale oder Luminary Cloud)
- Du hast keine konsistente Simulationsdatenbasis als Trainingsmaterial
- Du brauchst sofort Support auf Deutsch und vertragliche SLA
- Dein Use Case erfordert physikalisch garantierte Korrektheit (Surrogate sind Näherungen)
Kurzfazit
PhysicsNeMo ist NVIDIAs Ernstmacher-Beitrag zum Physics-ML-Markt, und mit der breitesten Architekturauswahl, der ehrlichsten Open-Source-Lizenz (Apache 2.0) und der besten GPU-Optimierung der überzeugendste Stack, wenn dein Team selbst Surrogate-Modelle bauen will. Wer den Sprung von „Stunden HPC-Simulation” zu „Sekunden Inferenz” in Designoptimierungs-Workflows schaffen will, findet hier das technisch reifste Werkzeug. Die Kehrseite: Du brauchst ein ML-Team, einen sauberen Datenbestand und mindestens eine A100/H100-GPU für ernsthafte Trainingsläufe. Für Teams ohne ML-Tiefe sind kommerzielle Plattformen wie SimScale oder Luminary Cloud (die intern PhysicsNeMo nutzen) der pragmatischere Weg. Für alle, die selbst entwickeln wollen, ist PhysicsNeMo State-of-the-Art.
Für wen ist NVIDIA PhysicsNeMo?
Automotive-OEMs und Tier-1-Zulieferer: Crash-, Aero- und NVH-Simulation sind die Paradedisziplinen. Wer eine konsistente LS-DYNA- oder OpenFOAM-Datenbasis aus Jahren der Designarbeit hat, kann mit PhysicsNeMo Surrogate-Modelle trainieren, die in der Konzeptphase Tausende Designvarianten in Stunden statt Wochen bewerten. General Motors hat 2024 öffentlich über die Crash-Anwendung mit GeoFlare berichtet.
Forschungseinrichtungen und Universitäten: Apache-2.0 plus die volle Architekturpalette (PINNs, FNO, MeshGraphNet, Diffusion) machen PhysicsNeMo zur Standardumgebung für Physics-ML-Forschung. Reproduzierbarkeit und Transparenz sind hoch, die Community wächst, viele Paper nutzen es inzwischen als Baseline.
Energie- und Klima-Anwendungen: Siemens Energy nutzt PhysicsNeMo für Turbinen-Simulation, Shell für CO2-Speicher-Modellierung. Auch Wetter- und Klimamodellierung (FourCastNet als bekannte Demo) gehört zum Anwendungsspektrum, überall, wo physikalische Simulation auf große Datenmengen trifft.
Halbleiter-Thermik via Ansys: Ansys hat PhysicsNeMo in seine SeaScape-Plattform integriert. Wer in der Chip-Thermik-Simulation ohnehin Ansys einsetzt, bekommt damit Physics-ML-Beschleunigung als Bestandteil des etablierten Workflows, ohne selbst eigenes Framework betreiben zu müssen.
Teams mit On-Premises-Zwang: Wer aus IP- oder Compliance-Gründen kein Cloud-Tool einsetzen darf, hat mit PhysicsNeMo eine vollwertige Eigenbetriebs-Option. Modelle und Daten verlassen das eigene Rechenzentrum nicht.
Weniger geeignet für: Teams ohne ML-Engineer (das Onboarding ist kein Tutorial-Wochenende), Unternehmen ohne konsistente Simulationsdatenbasis (Garbage in, Garbage out gilt extrem), Anwender mit physikalisch streng garantierten Korrektheitsanforderungen (Surrogate sind und bleiben Näherungen) und alle, die deutschen kommerziellen Support mit vertraglicher SLA brauchen.
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Open-Source-Framework | 0 USD (Apache 2.0) | Vollständiger Code, alle Architekturen, alle Beispiele, Container über NGC, Community-Support |
| NVIDIA AI Enterprise | ca. 4.500 USD/Jahr/GPU | Kommerzieller Support, Sicherheits-Patches, validierte Container, Enterprise-SLA für NVIDIA-Stack |
| GPU-Hardware (eigen) | ab ca. 10.000–40.000 EUR/GPU | A100/H100/Blackwell-Klasse für ernsthafte Trainingsläufe; auch Workstation-Karten (RTX 6000 Ada) nutzbar für kleinere Modelle |
| Cloud-GPU (Beispiel AWS) | ab ca. 4 USD/h (A100), 8 USD/h (H100) | On-Demand für Trainingsspitzen; reservierte Instanzen senken die Stundenkosten deutlich |
Einordnung: PhysicsNeMo selbst kostet keinen Euro Lizenzgebühr, die echten Kosten liegen in Compute und Personal. Ein A100-Trainingslauf für ein industrielles Surrogate-Modell (Bumper-Crash, mittlere Komplexität) kostet auf AWS-Spot-Instanzen oft unter 100 USD, auf reservierten H100-Pools entsprechend mehr. Die größere Investition ist das ML-Team: ein erfahrener Physics-ML-Engineer kostet 100.000–180.000 EUR/Jahr inkl. Nebenkosten, und du brauchst je nach Projektumfang ein bis vier davon. Verglichen mit kommerziellen Plattformen (SimScale, Luminary Cloud) ist der direkte Lizenzvergleich irreführend, die spart Personalkosten, schränkt aber Anpassbarkeit und Datenkontrolle ein. NVIDIA AI Enterprise lohnt sich erst bei produktivem Einsatz mit Compliance-Anforderungen.
Stärken im Detail
Apache-2.0 ist die ehrliche Open-Source-Lizenz. Anders als bei manchen „Open-Source”-Projekten mit restriktiven Klauseln darfst du PhysicsNeMo kommerziell nutzen, modifizieren, weiterverteilen und in eigene Produkte integrieren. Das ist ein erheblicher strategischer Vorteil gegenüber proprietären CAE-ML-Lösungen, die dich vertraglich binden.
Architekturpalette deckt fast alles ab. Fourier Neural Operators für glatte PDE-Lösungen, MeshGraphNet für unstrukturierte Netze, Transolver und XAeroNet für CFD/Aero-Anwendungen, GeoFlare für strukturmechanische Crashdaten, Diffusion Models für generative Designs, klassische PINNs für klar formulierte Differentialgleichungen. In keiner anderen Toolchain bekommst du diese Breite unter einer Architektur, das spart erhebliche Integrationsarbeit beim Wechsel zwischen Anwendungsfeldern.
Industrielle Skalierung ist real. PhysicsNeMo trainiert auf Multi-GPU-Clustern, Inferenz läuft auf 50-Mio.-Knoten-Meshes. Die NVIDIA-Pressemitteilungen mit „500x Beschleunigung” sind Marketing-Sprache, aber die fünf- bis sechsstelligen Beschleunigungsfaktoren gegenüber HPC-FEM/CFD sind in publizierten Benchmarks reproduzierbar, wenn das Modell sauber trainiert ist.
Ökosystem-Adoption gibt Vertrauen. Ansys (SeaScape), SimScale (Pumpen-Foundation-Model), Siemens Energy (Turbinen), Shell (CO2-Speicher), Luminary Cloud (CFD-as-a-Service), nTop (Generative Design) und AXA bauen Anwendungen auf PhysicsNeMo. Das ist kein Spielzeug-Forschungsprojekt mehr, es ist Industrie-Infrastruktur, deren Weiterentwicklung NVIDIA strategisch absichert.
On-Premises ohne Cloud-Zwang. Modelle und Trainingsdaten verlassen dein Rechenzentrum nicht, wenn du das willst. Für Automotive-IP (Crash-Modelle einer neuen Plattform), Wehrtechnik und Halbleiter-Geheimnisse ist das ein nicht verhandelbarer Vorteil gegenüber reinen SaaS-Lösungen.
Direkte CAE-Datenpipeline. PhysicsNeMo-Curator übernimmt das Preprocessing von LS-DYNA-Ausgabedaten (VTP/Zarr-Format), OpenFOAM- und Ansys-Daten lassen sich ebenfalls einbinden. Du musst keine eigene Datenpipeline von Grund auf bauen, die typischen Schritte (Geometrie-Filterung, Kantenaufbau, Feature-Engineering) sind als Bibliothek vorhanden.
Aktive Entwicklung, Version 2.0 im März 2026. 961+ Commits, 17 Releases, regelmäßige Architektur-Updates. NVIDIA investiert sichtbar in das Framework, es ist kein Projekt mit Sunset-Risiko, sondern strategische Investition im AI-for-Engineering-Markt.
Schwächen ehrlich betrachtet
Die Einstiegshürde ist hoch. PhysicsNeMo ist ein Python/PyTorch-Framework für Engineers, die ML-Modelle bauen wollen, kein Low-Code-Tool. Du musst PyTorch verstehen, CUDA-Setup beherrschen, Trainingspipelines aufsetzen, Hyperparameter tunen und Modelle debuggen können. Wer das nicht im Haus hat, scheitert nicht am Framework, sondern an der Methodik.
GPU-Infrastruktur ist kein Beiwerk. Ohne A100-, H100- oder Blackwell-Klasse-GPU dauert Training von industriellen Modellen Tage bis Wochen statt Stunden. Cloud-Compute löst das, kostet aber pro Trainingslauf zwischen 50 und mehreren Tausend USD. Workstation-Karten (RTX 6000 Ada) reichen für Prototypen, nicht für Produktiv-Modelle.
Datenqualität entscheidet alles. Ein Surrogate-Modell ist nur so gut wie seine Trainingsdaten. Wenn deine LS-DYNA-Simulationen inkonsistente Solver-Versionen, wechselnde Diskretisierungen oder fragmentierte Designvarianten enthalten, lernt PhysicsNeMo bestenfalls Rauschen. Datenkuratierung ist 60–80 % des Projektaufwands, das wird in der Marketing-Kommunikation regelmäßig verschwiegen.
Kein dedizierter Support außerhalb NVIDIA AI Enterprise. Probleme werden über GitHub Issues und NVIDIA-Foren diskutiert. Antwortzeiten variieren stark. Für Produktivbetrieb mit SLA musst du NVIDIA AI Enterprise lizenzieren, das ist die ehrliche Bedingung.
Surrogate sind Näherungen, nicht Wahrheit. Ein gut trainiertes PhysicsNeMo-Modell trifft die Referenz-FEM/CFD-Simulation auf wenige Prozent genau. Das ist für Designoptimierung mehr als ausreichend, ersetzt aber nicht die finale validierende High-Fidelity-Simulation. Wer das vergisst, baut Vertrauen in Zahlen, die in Randbereichen daneben liegen können.
Keine deutsche Sprachunterstützung. Doku, API-Bezeichnungen, Issues, Tutorials, alles englisch. Für deutsche Hochschulen und Industrie-ML-Teams praktisch kein Problem, aber für Schulungsumgebungen mit nicht-englischsprachigen Engineers eine Reibung.
Training dauert weiterhin Stunden bis Tage. Die Marketing-Botschaft „Sekunden statt Stunden” gilt für Inferenz, nicht für Training. Ein einmaliger Trainingsaufwand von 8–48 GPU-Stunden ist normal. Wer kontinuierlich neue Modelle baut, braucht entweder Cloud-Burst-Kapazität oder eine eigene GPU-Farm.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Die etablierte LS-DYNA-Crash-Simulation klassisch fahren willst | |
| Auf eine breite Multiphysik-Suite aus einer Hand setzt | |
| Auf Open-Source-CFD ohne Lizenzkosten umsteigst |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: SimScale (CFD/FEM-SaaS mit PhysicsNeMo-Foundation-Models intern), Ansys AI+ (kommerzielle Physics-ML-Integration in der Ansys-Suite), Altair PhysicsAI (Crash-Surrogate als kommerzielle Komplettlösung), Luminary Cloud (CFD-as-a-Service auf PhysicsNeMo-Basis), Neural Concept (kommerzielle ML-CAE-Plattform mit Automotive-Fokus), Monolith AI (UK-basiert, ähnliche Zielgruppe), nTopology (generatives Design plus Topologie-Optimierung). Die Unterscheidung ist strategisch: PhysicsNeMo ist „selbst bauen mit voller Kontrolle”, die kommerziellen Alternativen sind „kaufen mit weniger Aufwand”. Welcher Weg richtig ist, hängt davon ab, ob ML-CAE ein Wettbewerbsvorteil oder ein Werkzeug-Einkauf sein soll.
So steigst du ein
Schritt 1: Repository klonen: git clone https://github.com/NVIDIA/physicsnemo und Python-Umgebung mit PyTorch und CUDA einrichten. Alternativ: NVIDIA NGC-Container ziehen (docker pull nvcr.io/nvidia/physicsnemo:latest), das spart die manuelle Stack-Konfiguration. Empfohlene Hardware: NVIDIA A100/H100; auf schwächerer Hardware sind lange Trainingszeiten zu erwarten.
Schritt 2: Mit einem mitgelieferten Beispiel starten, das deiner Domäne nahekommt, examples/cfd/ für Strömungssimulation, examples/structural_mechanics/ für Crash- und FEM-Anwendungen, examples/weather/ für Klima- und Wettermodelle. Der Bumper-Crash-Datensatz (121 LS-DYNA-Simulationen) ist ein gutes End-to-End-Tutorial mit PhysicsNeMo-Curator für das Preprocessing.
Schritt 3: Eigene Simulationsdaten kuratieren, das ist der eigentliche Aufwand. Konsistente Solver-Versionen, einheitliche Diskretisierung, dokumentierte Designparameter. Für ein erstes Modell auf Subsystem-Ebene (z. B. Bumper) sind 50–120 konsistente Simulationsläufe als Trainingsdaten ein realistisches Minimum. Erst dann lohnt sich der eigentliche Trainingslauf, Hyperparameter-Suche und Validierung gegen Held-out-Simulationen sind Pflicht, nicht Kür.
Ein konkretes Beispiel
Ein OEM-internes ML-Team in Wolfsburg (4 Engineers, eigene GPU-Workstation mit zwei H100-Karten) trainiert ein PhysicsNeMo-GeoFlare-Modell auf 90 LS-DYNA-Frontalcrashdaten einer Fahrzeugplattform. Datenkuratierung: 6 Wochen (Solver-Versionen harmonisieren, Netz-Inkonsistenzen filtern, Designparameter dokumentieren). Trainingszeit: ca. 8 Stunden auf einem H100. Inferenz: 3 Sekunden pro neue Designvariante. Das Modell wird in den Designoptimierungsprozess eingebettet, 2.400 Varianten werden in 2 Stunden auf einem Workstation-Server bewertet, die besten 20 gehen in Referenz-FEM-Simulationen. Konservative Einsparung: 4 physische Fehlversuche pro Fahrzeugprojekt verhindert. Wirtschaftliche Wirkung: bei 80.000 EUR/Crashversuch grob 320.000 EUR Direktersparnis pro Projekt, plus die Zeitersparnis im Entwicklungszyklus. Personalkosten für das ML-Team: ca. 500.000 EUR/Jahr, das Modell muss über mehrere Projekte amortisiert werden, was bei einem Plattform-OEM keine Herausforderung ist.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Das Framework selbst läuft, wo du es betreibst, On-Premises, in deiner eigenen Cloud (AWS, Azure, GCP, OCI) oder hybrid. NVIDIA hat keinen Zugriff auf deine Modelle oder Trainingsdaten.
- Datennutzung: Da PhysicsNeMo Open Source ist und du es selbst betreibst, gibt es keine Datenweitergabe an NVIDIA. Modelle bleiben Eigentum des Anwenders.
- Trainingsdaten-Risiko: Wenn Simulationsdaten personenbezogene Bezüge enthalten (z. B. Crashtest-Daten mit Insassen-Avataren), gelten die üblichen DSGVO-Pflichten, Anonymisierung, Zweckbindung, Dokumentation.
- Modell-IP: Trainierte Modelle können Rückschlüsse auf die Trainingsdaten erlauben (Model-Inversion-Angriffe). Bei IP-sensitiven Anwendungen (Automotive-Crash-Modelle einer neuen Plattform) Zugriff auf das Modell selbst entsprechend absichern.
- Container-Sicherheit: NGC-Container werden von NVIDIA signiert. NVIDIA AI Enterprise bietet zusätzlich CVE-Tracking und Sicherheits-Patches mit kommerzieller SLA, für regulierte Branchen (Automotive nach IATF 16949, Wehrtechnik) empfehlenswert.
- Empfehlung für Unternehmen: On-Premises-Betrieb ist der saubere Pfad für DSGVO- und IP-sensitive Anwendungen. Cloud-Betrieb in EU-Regionen (AWS Frankfurt, Azure Germany West Central, OCI Frankfurt) mit AVV des jeweiligen Cloud-Anbieters ist die pragmatische Alternative.
Gut kombiniert mit
, die naheliegende Trainingsdaten-Quelle: konsistente LS-DYNA-Simulationsläufe bilden die Datenbasis für PhysicsNeMo-Surrogate. Ohne saubere LS-DYNA-Pipeline keine sinnvollen Crash-Surrogate. , Open-Source-CFD als Trainingsdaten-Lieferant für CFD-Surrogate (FNO, MeshGraphNet). Ehrlicher Open-Source-Stack ohne kommerzielle Solver-Lizenzkosten. , wenn du in der Altair-Welt lebst (HyperMesh, OptiStruct, RADIOSS), kannst du dort generierte Simulationsdaten in PhysicsNeMo füttern und so ML-CAE neben dem klassischen Workflow aufbauen.
Unser Testurteil
NVIDIA PhysicsNeMo verdient 4 von 5 Sternen. Für die Disziplin, die es adressiert, physik-informierte ML-Modelle für industrielle Engineering-Anwendungen, ist es das technisch reifste Open-Source-Framework am Markt. Die Architekturpalette ist konkurrenzlos breit, die GPU-Optimierung gibt NVIDIA-Hardware den vollen Hebel, die Ökosystem-Adoption (Ansys, SimScale, Siemens, Shell) ist ernsthaft und nicht nur Marketing. Den fünften Stern verliert es durch zwei Realitäten: die hohe Einstiegshürde (ohne ML-Team funktioniert nichts) und die unkommunizierte Bedeutung der Datenkuratierung (60–80 % des Projektaufwands, der in Marketing-Stories regelmäßig verschwiegen wird). Wer das verstanden hat und das Personal mitbringt, bekommt eines der derzeit stärksten Werkzeuge im CAE-ML-Markt. Wer die Schwelle nicht erreichen kann, sollte zu kommerziellen Plattformen greifen, die intern oft denselben Stack nutzen.
Was wir bemerkt haben
- 2024, General Motors hat die Crash-Simulation-Anwendung von PhysicsNeMo öffentlich vorgestellt. Erstmals zeigt ein OEM konkret, wie 15+ Stunden HPC-Simulation durch Sekunden-Inferenz ersetzt werden, ein Wendepunkt für die Glaubwürdigkeit von Physics-ML in der Automotive-Industrie.
- 2024, Modulus wurde in PhysicsNeMo umbenannt. Die Marke hat sich klarer im NeMo-Ökosystem von NVIDIA positioniert, das auch die LLM-Frameworks umfasst. Verwirrung für Bestandsnutzer, aber strategisch konsistent.
- 2025, Ansys integriert PhysicsNeMo in seine SeaScape-Plattform für Halbleiter-Thermik. Damit erreicht das Framework erstmals einen breiten kommerziellen Anwenderkreis, der nicht selbst ML-Engineering betreibt.
- 2025, SimScale veröffentlicht das erste Foundation-Model für Zentrifugalpumpen-Simulation auf PhysicsNeMo-Basis. Das ist ein neuer Trend: vortrainierte Modelle für Standardkomponenten, die Anwender fine-tunen statt von Null trainieren, perspektivisch ein erheblicher Hebel.
- März 2026, PhysicsNeMo Version 2.0 veröffentlicht. Die Hauptversion bringt überarbeitete Architektur-APIs und stabilere Trainingspipelines, Bestands-Code aus 1.x braucht Anpassungen. Ein klares Signal, dass NVIDIA das Framework als langfristige Plattform betreibt.
- Mai 2026, Eine deutschsprachige Doku oder Schulungsspur gibt es weiterhin nicht. Wer deutschsprachige Engineers schulen will, muss auf englischsprachige NVIDIA Deep Learning Institute-Kurse zurückgreifen.
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