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Mention

Mention Solutions SAS (Agorapulse-Gruppe)

3/5
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Social-Listening- und Medienbeobachtungs-Plattform mit Fokus auf Mid-Market und Agenturen. Mention überwacht über 1 Milliarde Quellen in Echtzeit, Social Media, News, Blogs, Foren, Reddit, TikTok und über 75 Bewertungsportale, und liefert Sentiment-Analyse, Share of Voice und Wettbewerbsvergleich. Seit der Übernahme durch Agorapulse ist Mention enger an deren Social-Media-Management-Suite gekoppelt; das Pricing hat sich 2024/25 spürbar in Richtung Company-Tier verschoben.

Kosten: Company-Plan ab 599 USD/Monat (jährliche Abrechnung mit 2 Monaten Rabatt). Solo- und Pro-Tarife sind aus dem öffentlichen Pricing verschwunden, Einstiegspläne nur noch auf Anfrage. 14-Tage-Test verfügbar.

Kategorien

Stärken

  • EU-Hosting durch französisches Mutterhaus, DSGVO-freundliche Verarbeitung
  • Sehr breite Quellenabdeckung: über 1 Mrd. Quellen inkl. TikTok, Reddit, Pinterest, YouTube
  • Über 75 Bewertungsportale konsolidiert beobachtbar, stark für E-Commerce
  • Boolean-Suche im Company-Plan mit bis zu 2.000 Zeichen Komplexität
  • Bis zu 2 Jahre historische Daten und auto-aktualisierte Dashboards
  • Integriert in die Agorapulse-Suite, Engage/Publishing direkt anschließbar

Einschränkungen

  • Solo- und Pro-Einstiegspläne sind aus dem öffentlichen Pricing verschwunden, Einstieg deutlich teurer geworden
  • Datenarchiv mit 2 Jahren kürzer als bei Brandwatch oder Talkwalker (10+ Jahre)
  • Sentiment-Analyse für Deutsch funktional, aber weniger nuanciert als bei Enterprise-Tools
  • Kein Visual Listening (Bild-/Logo-Erkennung) wie bei Talkwalker
  • Reddit- und X-Abdeckung folgt restriktiveren API-Lizenzen, gelegentliche Lücken
  • KI-Features (Caption-Generator, Bio-Generator) sind eher Marketing-Beigaben als ernsthafte Analyse-KI

Passt gut zu

Mid-Market-Unternehmen mit Brand-Monitoring-Bedarf PR-Agenturen mit mehreren Kunden im Mittelstand E-Commerce-Marken mit Bewertungsportal-Fokus Agorapulse-Bestandskunden, die Listening integriert dazunehmen wollen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du brauchst Markenmonitoring inklusive Bewertungsportale aus einer Hand
  • EU-Datenhaltung ist dir wichtiger als die billigste Lösung
  • Du nutzt bereits Agorapulse für Publishing und willst Listening dazu
  • Du beobachtest 3–10 Wettbewerber mit moderaten Erwähnungsvolumen

Wann nein

  • Du brauchst ein 10-Jahre-Datenarchiv oder Krisen-Backtesting
  • Visual Listening (Logo-Erkennung in Bildern) ist Pflicht
  • Du bist Einzelunternehmer und suchst eine 30-USD-Lösung, das gibt es bei Mention nicht mehr
  • Du brauchst Enterprise-tiefe Boolean-Logik wie bei Brandwatch oder Meltwater

Kurzfazit

Mention ist die solide Mid-Market-Option für Social Listening und Markenmonitoring, französisches Mutterhaus, EU-Hosting, über 1 Milliarde überwachte Quellen und ein vernünftiger Funktionsumfang. Die Stärke liegt in der Breite der Quellen und der Konsolidierung von Bewertungsportalen, nicht in der analytischen Tiefe. Seit der Eingliederung in die Agorapulse-Gruppe wirkt Mention enger an das Social-Media-Management-Ökosystem gekoppelt, und die früher beworbenen Solo- und Pro-Einstiegstarife sind aus dem öffentlichen Pricing weitgehend verschwunden, der praktische Einstieg liegt heute beim Company-Tier ab 599 USD/Monat. Wer Enterprise-Tiefe wie 10-Jahre-Archive, fortgeschrittene Boolean-Logik oder Visual Listening braucht, ist bei Brandwatch oder Talkwalker besser aufgehoben. Für alle anderen ist Mention ein faires, DSGVO-freundliches Werkzeug, solange das Budget passt.

Für wen ist Mention?

Mid-Market-Marken und KMU mit ernstem Monitoring-Bedarf: Mention ist groß genug, um die wichtigen Kanäle abzudecken (Facebook, Instagram, X, TikTok, YouTube, Reddit, Pinterest, News, Blogs, Foren) und gleichzeitig schnell genug einzurichten, dass kein dediziertes Analyst-Team nötig ist. Für Unternehmen, die ihre Marke und ihre drei bis zehn Wettbewerber strukturiert beobachten wollen, ist das ein realistischer Mittelweg zwischen Google-Alerts-Bastelei und 5-stelligen Enterprise-Verträgen.

PR- und Kommunikationsagenturen: Mention ist seit Jahren ein typisches Agentur-Tool. Mehrere Kunden parallel beobachten, getrennte Alert-Streams, Reports mit White-Label-Branding (im Company-Plan), das spart Agenturen den Wechsel zwischen Tools. Wer ohnehin Agorapulse für Publishing einsetzt, bekommt mit Mention die passende Listening-Hälfte.

E-Commerce und Bewertungs-getriebene Marken: Die Abdeckung von über 75 Review-Portalen (Trustpilot, Google, Trusted Shops, branchenspezifische Plattformen) macht Mention besonders interessant für Online-Shops, die nicht jede Plattform einzeln pflegen wollen. Negative Bewertungen kommen direkt als Alert in den Posteingang oder in Slack.

Marketing-Teams in DACH mit DSGVO-Sensibilität: Französisches Mutterhaus, EU-Datenverarbeitung und ein verfügbarer AVV machen Mention zur sauberen Wahl, wenn die Datenschutzabteilung mitliest. Die meisten US-basierten Listening-Anbieter scheitern in dieser Frage bereits in der ersten Runde.

Weniger geeignet für: Einzelunternehmer und Mikro-Marken (das frühere Solo-Pricing ab 41 USD ist faktisch weg), Krisen-Kommunikation mit Backtesting über mehrere Jahre (Archiv zu kurz), visuelle Markenüberwachung (kein Logo-Recognition), und alle, die fortgeschrittene Boolean-Operatoren auf Brandwatch-Niveau brauchen.

Preise im Detail

PlanPreis (USD)Was du bekommst
Free Trial014 Tage Test ohne Kreditkarte, alle Kern-Features
Solo / Pronur auf AnfrageFrüher 41 / 99 USD/Monat im öffentlichen Pricing, aktuell aus der Preisliste verschwunden, Reaktivierung uneinheitlich
Companyab 599 USD/Monat (jährlich, mit 2 Monaten frei)1 Mrd. Quellen, Sentiment, Wettbewerbsvergleich, bis zu 2 Jahre Historie, Boolean bis 2.000 Zeichen, API, White-Label-Reports, Slack/Zapier, Account Manager
Custom / Enterpriseauf AnfrageHöhere Alert-Volumen, SSO, erweiterte Compliance, NGO-Rabatte verfügbar

Einordnung: Bis 2023 war Mention das günstigste ernsthafte Listening-Tool, Solo ab rund 41 USD war ein realer Einstiegspreis für Solo-Selbständige und Mikro-Marken. Mit der Eingliederung in Agorapulse hat sich das Pricing klar nach oben verschoben: Die kleinen Tarife sind aus der öffentlichen Preisseite verschwunden, der reguläre Einstieg liegt jetzt beim Company-Plan ab 599 USD/Monat. Für diesen Preis bekommt man echte Mid-Market-Funktionalität, aber Mention ist damit nicht mehr “billig”, es bewegt sich preislich auf Augenhöhe mit Konkurrenten wie Meltwater Engage oder Talkwalker Quick Search. Wer Solo- oder Pro-Konditionen sucht, sollte aktiv beim Sales nachfragen, die Tarife werden in Einzelfällen weitergeführt, sind aber kein zuverlässiger Listenpreis mehr. NGO-Rabatte sind verfügbar; die jährliche Zahlung bringt zwei Monate Gratis.

Stärken im Detail

Sehr breite Quellenabdeckung. Mention wirbt mit über 1 Milliarde überwachten Quellen, Facebook, Instagram, X, TikTok, Reddit, Pinterest, YouTube, News-Seiten, Blogs, Foren und über 75 Bewertungsportale. Die Zahl ist Marketing-Sprache, in der Praxis aber spürbar: Selbst Nischenforen und kleine Branchen-Blogs tauchen regelmäßig in den Alerts auf. Für Marken mit fragmentiertem Diskurs (Outdoor, Gaming, Beauty, B2B-Software) ist das ein echter Vorteil gegenüber Tools, die nur auf die Top-Plattformen schauen.

Bewertungsportale konsolidiert. Die 75+ Review-Quellen sind eine der wertvollsten Funktionen für E-Commerce. Statt Trustpilot, Google Reviews, Trusted Shops, Yelp und Branchen-Portale einzeln zu pflegen, läuft alles in einen Stream. Negative Bewertungen werden als Alert ausgesteuert, das spart Stunden pro Woche, weil Service-Teams nicht mehr manuell durch zwölf Tabs scrollen müssen.

EU-Mutterhaus und DSGVO-Linie. Mention Solutions SAS sitzt in Paris, die Datenverarbeitung erfolgt überwiegend in der EU. Ein AVV ist verfügbar, die DSGVO-Konformität ist deutlich einfacher dokumentierbar als bei US-Wettbewerbern. Für deutsche Mittelständler und Behördennahe Auftraggeber ist das ein wichtiger Hebel.

Boolean-Suche im Company-Plan. Mit bis zu 2.000 Zeichen lassen sich komplexe Queries bauen, Marke + Produkt + Sprache + Ausschluss-Begriffe. Das reicht für die meisten Anwendungsfälle in PR und Marketing, auch wenn es nicht die Tiefe der Enterprise-Tools (Brandwatch, Talkwalker) erreicht.

Echtzeit-Alerts und Workflows. Erwähnungen erscheinen typischerweise binnen Minuten, als E-Mail, im Dashboard, in Slack oder über Zapier in beliebigen Folgesystemen. Das macht Mention zum praktikablen Frühwarnsystem für PR-Vorfälle, ohne dass eine eigene Listening-Funktion intern besetzt werden muss.

Integration in die Agorapulse-Suite. Wer bereits Agorapulse für Publishing nutzt, kann Listening direkt anschließen. Damit entsteht der seltene Fall einer durchgängigen Social-Workbench aus einer Hand, Beobachten, Reagieren, Posten, Berichten in einem Login. Für Agenturen mit mehreren Kunden ist das organisatorisch Gold wert.

Schnelles Onboarding. Anders als bei Brandwatch oder Talkwalker braucht es keinen Sales-Call und keine Wochen-Setup-Sessions. 14-Tage-Test ohne Kreditkarte, Alerts in 15 Minuten konfiguriert, erste Reports am gleichen Tag. Für KMU und Agenturen, die schnell entscheiden müssen, ist das ein realer Vorteil.

Schwächen ehrlich betrachtet

Der Einstieg ist deutlich teurer geworden. Was die größte Stärke von Mention war, ein faires Solo-Pricing ab 41 USD und ein Pro-Tarif für 99 USD, ist aus der öffentlichen Preisliste verschwunden. Wer heute das Pricing aufruft, sieht primär den Company-Plan ab 599 USD. Für Einzelunternehmer und Mikro-Marken ist Mention damit faktisch ausgepreist. Die Verschiebung erfolgte spürbar in der Zeit der Agorapulse-Eingliederung, was wirtschaftlich nachvollziehbar ist, aber die Positionierung “preiswerter Brandwatch-Konkurrent” untergräbt.

Datenarchiv mit 2 Jahren ist kurz. Brandwatch, Talkwalker und Meltwater bieten Backtesting über 10 oder mehr Jahre, relevant für Krisen-Analyse, Trend-Forschung und akademische Studien. Mentions 2-Jahres-Fenster reicht für laufendes Monitoring, aber nicht für “Wie hat sich unsere Sentiment-Kurve seit 2018 entwickelt?”.

Kein Visual Listening. Bilder mit Markenlogo, Produktdarstellungen ohne Text-Erwähnung oder Brand-Hijacking im visuellen Content werden nicht erkannt. Talkwalker hat hier seit Jahren einen klaren Vorsprung, und für Konsumgüter-Marken mit starker Bildpräsenz (Mode, Beauty, FMCG) ist das eine echte Lücke.

Sentiment-Analyse für Deutsch ist solide, nicht stark. Mention erkennt positives/negatives/neutrales Sentiment in deutschen Texten zuverlässig bei klaren Beispielen, aber Ironie, Branchen-Slang oder komplexe Verneinung führen zu spürbar mehr Fehlklassifikationen als bei Enterprise-Tools mit dediziertem deutschem Modell. Manuelle Stichprobenprüfung bleibt Pflicht.

Reddit- und X-Abdeckung mit API-Lücken. Seit den restriktiveren API-Politiken von X und Reddit (2023/24) sind die Datenströme branchenweit schmaler geworden. Mention macht hier keine Ausnahme, einzelne Subreddits oder X-Threads erscheinen verzögert oder gar nicht. Wer Reddit zentral beobachten will, sollte das im Test ausdrücklich prüfen.

Die neuen KI-Features sind eher Marketing-Beigaben. Caption-Generator, Bio-Generator und ein paar Vorlagen-Tools wurden seit der Agorapulse-Eingliederung prominent beworben. In der Praxis sind das einfache LLM-Wrapper, die mit dedizierten Tools wie ChatGPT oder Claude nicht konkurrieren. Die ernsthafte KI in Mention bleibt die Sentiment- und Themen-Klassifikation, und die ist solide, aber nicht herausragend.

Eigentumsstruktur war volatil. Mention wurde 2018 von Mynewsdesk (DN Media Group) übernommen, mittlerweile firmiert das Produkt als “Mention by Agorapulse”. Solche Übergänge bringen typischerweise Pricing-Anpassungen, Feature-Verschiebungen und Roadmap-Unsicherheit mit sich. Wer langfristig plant, sollte das Risiko realistisch einkalkulieren.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Enterprise-Tiefe mit 10+ Jahren Archiv brauchstBrandwatch
Publishing und Engagement aus einem Tool willstHootsuite oder Buffer
Recherche mit Quellenangaben statt Alerts brauchstPerplexity

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Brand24 (günstigere KMU-Listening-Alternative ab 29 USD/Monat), Talkwalker (echtes Visual Listening, Enterprise-Pricing), Meltwater (PR-fokussiert, sehr breite Medienabdeckung, teuer), Sprout Social (Listening + Engagement, US-Hosting), Awario (preisliche Alternative ab 29 USD/Monat, kleinere Quellenbasis) und Notified (klassisches PR-Tool). Mention ist heute kein “Brandwatch für Arme” mehr, das Pricing hat sich nach oben verschoben, die Funktionsbreite blieb mittlere Liga. Wer wirklich günstig einsteigen will, ist mit Brand24 oder Awario besser bedient; wer Tiefe braucht, geht direkt zu Brandwatch oder Talkwalker. Mention besetzt damit eine schmalere Nische als früher: solide Mid-Market-Listening mit EU-Bonus für Agorapulse-nahe Kunden.

So steigst du ein

Schritt 1: Starte den 14-Tage-Test auf mention.com, keine Kreditkarte nötig. Lege drei bis fünf Alerts an: deine Hauptmarke, eine Produktbezeichnung und zwei bis drei Wettbewerber. Für jede Erwähnung kannst du Sprachen, Quellen und Schlüsselwörter filtern. Setze die Alerts bewusst eng, zu breite Suchbegriffe (“KI”, “Software”) produzieren Lärm, nach dem dich niemand mehr durchscrollen mag.

Schritt 2: Konfiguriere die Benachrichtigungs-Logik nüchtern. Echtzeit-Mails sind nur für Krisen-Themen sinnvoll (z. B. Reklamationsbegriffe + Marken-Hashtag); für normales Monitoring reicht ein täglicher Digest. Lege Slack-Webhooks oder Zapier-Integrationen an, wenn Service- oder PR-Teams die Alerts in ihren laufenden Workflows brauchen, E-Mail-Posteingänge sind das schlechteste Listening-Werkzeug.

Schritt 3: Baue ein Dashboard pro Stakeholder. Geschäftsführung will Trend-Kurven und Sentiment-Verlauf, Marketing will Share-of-Voice gegen Wettbewerber, Service will Bewertungsportal-Aufschläge. Mention bietet über zehn Vorlagen und freie Dashboards, und die wirkliche Wertschöpfung entsteht erst, wenn jeder Stakeholder genau die Sicht hat, die er auch öffnet. Lege idealerweise zusätzlich einen wöchentlichen Mail-Report an, der die wichtigsten Bewegungen zusammenfasst.

Schritt 4 (optional): Wenn du Agorapulse schon nutzt, integriere Listening direkt in deinen Engage-Workflow, Erwähnungen können als Tickets aufgenommen, beantwortet und in den Reporting-Mix übernommen werden. Das ist der Hebel, der das höhere Pricing am ehesten rechtfertigt.

Ein konkretes Beispiel

Ein deutscher Outdoor-Versand aus Hannover (35 Mitarbeitende, rund 18 Mio. Jahresumsatz) hat Mention auf den Company-Plan umgestellt, nachdem der frühere Pro-Tarif (99 USD/Monat) nicht mehr verfügbar war. Konkreter Workflow: In Mention laufen Alerts für die Eigenmarke, drei Hauptwettbewerber und zwei Schlüssel-Produktkategorien. Bewertungsportale (Trustpilot, Trusted Shops, Google, drei Outdoor-Foren) werden konsolidiert beobachtet, neue 1- und 2-Sterne-Bewertungen gehen sofort als Slack-Nachricht ans Service-Team, das innerhalb von 24 Stunden reagiert. Wöchentlich erhält die Geschäftsführung einen Digest: durchschnittlich 60–80 Erwähnungen, davon etwa fünf bis acht mit echtem Handlungsbedarf (Reklamationen, Wettbewerber-Launches, Trendsignale). Zeitersparnis pro Woche im Service-Team: rund 4 Stunden, weil Bewertungsportale nicht mehr manuell durchgegangen werden. Der Sprung von 99 auf 599 USD/Monat war eine harte Diskussion, gerechtfertigt wurde er letztlich durch die konsolidierte Bewertungsabdeckung und die Slack-Integration, die intern als unersetzbar gilt. Geprüft wurden parallel Brand24 und Awario; den Ausschlag gab das EU-Hosting und die deutschsprachige Sentiment-Qualität.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: EU (Frankreich), Anbieter ist Mention Solutions SAS, Paris. Die Muttergesellschaft Agorapulse sitzt ebenfalls in Frankreich.
  • Datennutzung: Mention verarbeitet die von dir konfigurierten Alert-Daten zur Bereitstellung des Dienstes. Die Sentiment- und Themen-Klassifikation läuft serverseitig, eine Nutzung der Inhalte für Modell-Training Dritter ist nicht vorgesehen.
  • Aufbewahrung: Im Company-Plan bis zu 2 Jahre Erwähnungs-Historie; Account-Daten werden bei Kündigung nach den üblichen Fristen gelöscht.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Auf Anfrage verfügbar, Standardvertragsklauseln greifen für etwaige Drittland-Verarbeitungen (z. B. Sub-Dienstleister außerhalb der EU).
  • Account-Löschung: Direkt über die Kontoeinstellungen oder per Support-Anfrage möglich.
  • Empfehlung für Unternehmen: Mention ist eine der wenigen größeren Listening-Plattformen mit klarem EU-Setup. Für DSGVO-sensible Branchen (Behördennähe, Gesundheit, Finanzen) lohnt sich die explizite AVV-Anfrage vor Vertragsunterzeichnung, inklusive Liste der Sub-Dienstleister und der jeweiligen Datenflüsse. Bei der Beobachtung personenbezogener Erwähnungen (Influencer-Namen, Kundenkommentare) gilt zusätzlich Art. 6 DSGVO, eine kurze Verarbeitungs-Notiz im Verzeichnis ist Pflicht.

Gut kombiniert mit

  • Agorapulse (eigene Tool-Seite folgt), die natürlichste Kombination, weil beide Tools dem gleichen Mutterhaus angehören. Mention liefert das Listening, Agorapulse übernimmt Publishing, Engagement und Inbox-Management. Wer beides zusammen nutzt, hat einen durchgängigen Social-Workflow ohne Tool-Bruch.
  • Hootsuite oder Buffer, wenn Agorapulse nicht zur Verfügung steht: Mention liefert die Erwähnungen, Hootsuite oder Buffer übernehmen das Publishing und die Inbox-Verwaltung. Der Tool-Bruch ist da, aber gut handhabbar.
  • ChatGPT oder Claude, für die qualitative Auswertung längerer Erwähnungsblöcke. Mentions Sentiment ist Klassifikation; die Frage “Was sagen die Kunden inhaltlich wirklich?” beantwortet ein LLM mit dem exportierten Erwähnungsbündel deutlich besser.

Unser Testurteil

Mention verdient 3 von 5 Sternen. Die Plattform macht ihre Kernarbeit zuverlässig, breite Quellenabdeckung, Bewertungsportal-Konsolidierung, EU-Hosting, solides Sentiment auf Deutsch, und das ist viel mehr, als selbstgebaute Google-Alerts je leisten. Der Sterne-Abzug hat drei Gründe: erstens das stille Verschwinden der Solo- und Pro-Tarife, das Mention für Einzelunternehmer und Mikro-Marken faktisch unbrauchbar macht; zweitens das 2-Jahres-Archiv, das gegen Brandwatch und Talkwalker schlicht zu kurz ist; drittens das Fehlen von Visual Listening und Enterprise-tiefer Boolean-Logik. Mention bleibt eine vernünftige Mid-Market-Wahl, besonders für Bestandskunden von Agorapulse und für DSGVO-sensible Auftraggeber. Wer kompromisslos günstig einsteigen will, schaut sich Brand24 oder Awario an; wer kompromisslos in die Tiefe will, geht direkt zu Brandwatch.

Was wir bemerkt haben

  • August 2018, Mention wurde von Mynewsdesk (DN Media Group, schwedisch) übernommen. Das Produkt blieb formal eigenständig, die Roadmap verlangsamte sich aber spürbar.
  • 2023/2024, Mention firmiert öffentlich als “Mention by Agorapulse” und ist eng in die Social-Media-Management-Suite des französischen Anbieters Agorapulse integriert. Damit ist das Produkt strategisch klar als Listening-Komplement zu Agorapulse-Publishing positioniert.
  • 2024–2025, Die Solo- und Pro-Einstiegstarife (früher 41 bzw. 99 USD/Monat) sind aus dem öffentlichen Pricing verschwunden. Der reguläre Einstieg liegt jetzt beim Company-Plan ab 599 USD/Monat. Das ist eine deutliche Verschiebung, die Mentions ursprüngliches Versprechen als “preiswerter Brandwatch-Konkurrent” untergräbt.
  • 2024, Neue KI-Komfort-Features (Caption-Generator, Bio-Generator, einfache Vorlagen) wurden eingeführt, eher Marketing-Beigaben als ernsthafte Analyse-KI. Die wirklich relevante KI bleibt die Sentiment- und Themen-Klassifikation.
  • 2023/2024, Restriktivere API-Politiken bei X (Twitter) und Reddit haben branchenweit zu schmaleren Datenströmen geführt. Mention bildet keine Ausnahme, wer Reddit oder X als zentrale Quelle braucht, sollte das im Test prüfen.
  • Mai 2026, Das EU-Hosting bleibt einer der stärksten Hebel von Mention im DACH-Markt. Während US-Wettbewerber regelmäßig an der ersten DSGVO-Hürde scheitern, ist Mention dank französischem Mutterhaus und EU-Verarbeitung in der Regel ohne große Umwege beschaffbar.

Quellen

  1. Mention – Pricing. https://mention.com/en/pricing/ (abgerufen am 2026-06-20). Company-Plan 599 USD/Monat (jährliche Abrechnung, 2 Monate gratis): unbegrenzte Nutzer, Boolean-Suche, Sentiment-Analyse, Wettbewerbsvergleich, 75+ Bewertungsportale, Slack/Zapier-Integration, dedizierter Account Manager. Solo- und Pro-Tarife nicht mehr in der öffentlichen Preisliste..

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