Jameda
Jameda GmbH (Docplanner-Gruppe)
Deutschlands meistbesuchtes Arztbewertungsportal mit über 300.000 Ärzteprofilen. Premium-Profile steigern die Sichtbarkeit bei Jameda und Google, bieten Online-Terminbuchung und Videosprechstunden. Teil der internationalen Docplanner-Gruppe, aktiv in 13 Ländern.
Kosten: Basisprofil kostenlos; Gold Pro 119 EUR/Monat; Platin 199 EUR/Monat (je bei Jahreszahlung, zzgl. einmalig 299 EUR Einrichtungsgebühr); MVZ/Krankenhaus auf Anfrage
Stärken
- Größtes deutsches Arztbewertungsportal, starke SEO-Sichtbarkeit bei lokalen Suchanfragen
- Integrierte Online-Terminbuchung direkt aus Google-Profilen heraus buchbar
- Videosprechstunde mit DSGVO-Zertifizierung in Premium-Paketen enthalten
- Automatisierte Terminerinnerungen reduzieren Ausfälle und Anrufe
- Noa Notes: KI-gestützte Dokumentation (neues Feature 2025)
Einschränkungen
- Kostenlose Profile werden in Suchergebnissen durch Premium-Profile verdrängt, faktisch Zwang zum Upgrade
- Bewertungssystem nicht manipulationssicher, negative Bewertungen sind schwer zu entfernen
- Jahresvertrag mit 299 EUR Einrichtungsgebühr, hohes Commitment ohne Garantie auf Patienten-Gewinne
- Teil der globalen Docplanner-Gruppe, Daten fließen ggf. in internationale Infrastruktur
- Preis pro Gesundheitsfachkraft, nicht pro Praxis, für größere Teams wird es teuer
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du willst deine Praxis online sichtbar machen und Bewertungen aktiv verwalten
- Du brauchst eine integrierte Online-Terminbuchung ohne eigene IT-Infrastruktur
- Du bist niedergelassener Arzt oder Zahnarzt mit dem Ziel, Neupatienten zu gewinnen
- Du willst Videosprechstunden DSGVO-konform in deinen Praxisalltag integrieren
Wann nein
- Du erwartest ein faires Bewertungssystem ohne systematischen Druck zum Upgrade
- Du willst kurzfristig kündigen können, Jahresvertrag mit 4-Wochen-Frist schreckt ab
- Du bist Krankenhausarzt ohne eigene Praxis oder ambulant tätiger Angestellter
- Du willst dein Terminmanagement vollständig von der Bewertungsplattform trennen
Kurzfazit
Jameda ist die führende Adresse, wenn niedergelassene Ärzte in Deutschland online gefunden werden wollen. Das Portal hat schlicht die Marktmacht: Wer nach einem Arzt in einer deutschen Stadt sucht, landet fast immer auf einem Jameda-Profil. Das ist zugleich Stärke und Schwäche, denn wer kein Premium-Profil bucht, wird durch zahlende Wettbewerber systematisch in den Suchergebnissen verdrängt. Für Praxen mit klarem Akquiseziel ist Jameda ein wirksames, aber teures Werkzeug; wer hingegen ein faires, neutrales Bewertungssystem erwartet, wird enttäuscht.
Für wen ist Jameda?
Niedergelassene Ärzte und Fachärzte: Wer eine eigene Kassenpraxis oder Privatpraxis führt, profitiert direkt von höherer Sichtbarkeit. Gerade in städtischen Ballungsräumen, wo die Konkurrenz groß ist, macht das Premium-Profil den Unterschied zwischen Seite 1 und Seite 3 der Suchergebnisse.
Zahnarztpraxen: Zahnärzte gehören zu den größten Nutzergruppen auf Jameda, das Portal bietet speziell für diese Zielgruppe Profiloptionen und kennt die typischen Suchbegriffe (Prophylaxe, Implantate, Kieferorthopädie) gut.
Psychotherapeuten und Heilpraktiker: Für therapeutische Berufe, bei denen die Vertrauensbasis mit dem Patienten besonders wichtig ist, können Bewertungen und ein professionelles Profil die entscheidende Rolle spielen.
Praxisinhaber mit Digitalisierungsziel: Wer Terminbuchung, Terminbestätigung und Videosprechstunde ohne eigene IT-Infrastruktur in die Praxis bringen will, bekommt mit Gold Pro ein gebündeltes Paket.
Weniger geeignet für: Krankenhausärzte ohne eigene Praxis, angestellte Ärzte in großen MVZ (dort ist die MVZ-Lösung auf Anfrage sinnvoller), und alle, die primär ein neutrales Feedback-System suchen, das ist Jameda strukturell nicht.
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Basis | 0 EUR/Monat | Profil beanspruchen, persönliche Infos pflegen, auf Bewertungen antworten, Praxisangebot darstellen |
| Gold Pro | 119 EUR/Monat | Erweitertes Profil mit Bildern, Website-Verlinkung, Online-Terminbuchung aus Google-Profil, Terminkalender (inkl. App), zertifizierte Videosprechstunde |
| Platin | 199 EUR/Monat | Alles aus Gold Pro + prominenter Anzeigenplatz für 5 Wunschbehandlungen, Startseiten-Profileintrag, Praxisvideos, Experten-Ratgeber-Veröffentlichungen, individuelle Keywords, priorisierter Support |
| MVZ/Krankenhaus | Auf Anfrage | Individuelle Lösungen für Einrichtungen mit mehreren Behandlern |
Einordnung: Die Preise gelten bei Jahreszahlung, pro Gesundheitsfachkraft (nicht pro Praxis), zzgl. einmalig 299 EUR Einrichtungsgebühr. Bei einer Praxis mit zwei Ärzten kostet Gold Pro also mindestens 238 EUR/Monat plus Einrichtung. Das ist eine erhebliche Investition ohne garantierten ROI. Für Einzelpraxen in stark umkämpften Lagen ist Gold Pro kalkulierbar, für größere Praxen sollte der ROI vorher mit dem Jameda-Rechner durchgespielt werden. Das Basis-Profil kostenlos zu halten lohnt sich immer, um zumindest die Kontrolle über das eigene Profil zu behalten.
Stärken im Detail
Marktführerposition sorgt für organische Sichtbarkeit. Jameda ist in Deutschland das meistbesuchte Portal seiner Art. Wenn Patienten nach einem Arzt googeln, erscheinen Jameda-Profile häufig auf Position 1 oder 2, noch vor der eigenen Praxiswebsite. Diese SEO-Macht lässt sich nicht ignorieren: Selbst ein gepflegtes kostenloses Profil bringt Sichtbarkeit, die eine neue Praxishomepage erst nach Monaten erreichen würde.
Online-Terminbuchung direkt aus Google. Premium-Profile ermöglichen es, dass Patienten einen Termin direkt über das Google-Unternehmensprofil buchen können, ohne auf die Praxiswebsite oder Jameda selbst wechseln zu müssen. Das senkt die Hürde erheblich und ist besonders für Neupatienten relevant.
Automatisierte Terminerinnerungen reduzieren No-Shows. Der integrierte Terminkalender schickt automatisch Erinnerungen und Bestätigungen per SMS oder E-Mail. Laut Jameda sinken damit Ausfälle messbar und der Empfang wird um bis zu 40 % weniger Anrufe entlastet.
Videosprechstunde mit DSGVO-Zertifizierung. Die zertifizierte Jameda-Videosprechstunde ist für kassenärztliche Leistungen zugelassen und erfüllt die datenschutzrechtlichen Anforderungen ohne zusätzliche Drittanbieter. Das ist praktisch für Praxen, die Videosprechstunden einführen wollen, ohne eigene Infrastruktur aufzubauen.
Noa Notes als neues KI-Feature. Seit 2025 bietet Jameda Zugang zu “Noa Notes”, einem KI-gestützten Dokumentationswerkzeug, das Arztgespräche strukturiert protokolliert und damit Verwaltungszeit reduziert. Das Produkt wird eigenständig unter noa.ai vermarktet, aber in Jameda-Paketen integriert angeboten.
Schwächen ehrlich betrachtet
Das Geschäftsmodell erzeugt strukturellen Druck. Das fundamentale Problem von Jameda ist, dass kostenlose Profile systematisch schlechter platziert werden als zahlende Premium-Profile. Das Bundesgerichtshof hat dieses Modell 2019 als wettbewerbsrechtlich zulässig eingestuft, aber es bleibt aus Sicht der Nutzer eine fragwürdige Praxis. Ärzte ohne Premium-Profil erscheinen de facto schlechter, obwohl sie möglicherweise bessere Bewertungen haben.
Bewertungsmanipulation ist strukturell schwer kontrollierbar. Negative Bewertungen von verifizierten Patienten können kaum entfernt werden, auch wenn sie sachlich fragwürdig sind. Gleichzeitig sind gefälschte Bewertungen (positiv wie negativ) trotz Verifikationsprozessen nicht vollständig ausgeschlossen. Für Ärzte mit einem einzigen Ausreißer kann das das Gesamtbild über Monate verzerren.
Jahresvertrag mit langer Kündigungsfrist. Der Mindestvertrag läuft 12 Monate, bei vorzeitiger Kündigung fällt trotzdem die gesamte Jahresgebühr an. Die Kündigungsfrist von 4 Wochen zum Laufzeitende erfordert aktives Kalendermanagement. Wer das verpasst, sitzt weitere 12 Monate fest.
Preis pro Behandler skaliert schlecht. Das Pricing gilt pro Gesundheitsfachkraft. Eine Gemeinschaftspraxis mit drei Ärzten zahlt das Dreifache, was die monatliche Belastung schnell in den vierstelligen Bereich treiben kann.
Abhängigkeit von der Docplanner-Infrastruktur. Jameda GmbH gehört zur Docplanner-Gruppe, einem polnischstämmigen Unternehmen mit Hauptsitz in Warschau und globaler Infrastruktur. Datenhaltung erfolgt zwar DSGVO-konform, aber die Abhängigkeit von einer internationalen Plattform ist für Praxen mit hohem Datenschutzbedarf eine relevante Überlegung.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Terminmanagement unabhängig von einer Bewertungsplattform willst | Samedi |
| Als Arzt auch in Frankreich oder anderen EU-Ländern präsent sein willst | Doctolib |
| Deine lokale Sichtbarkeit primär über Google Maps ausbauen willst | Google Maps |
| KI-gestützte Arztdokumentation ohne Bewertungsplattform suchst | Dragon Medical |
Jameda hat keine echte direkte Konkurrenz im deutschsprachigen Raum, kein anderes Bewertungsportal für Ärzte hat annähernd dieselbe Reichweite. Wer nur das Terminmanagement optimieren will, ist mit einer spezialisierten Lösung wie Samedi günstiger und flexibler bedient.
So steigst du ein
Schritt 1: Beanspruche dein kostenloses Basisprofil auf jameda.de, suche nach deinem Namen oder deiner Praxis und klicke auf “Arzt? Jetzt Profil beanspruchen”. Das Basisprofil kostet nichts und ist der erste wichtige Schritt: Ein unverwaltetes Profil mit veralteten Informationen schadet mehr als kein Profil. Kontaktdaten, Öffnungszeiten und Praxisangebot vollständig ausfüllen.
Schritt 2: Starte die ersten 30–60 Tage ohne Premium und beobachte, welche Profilaufrufe und Buchungsanfragen du organisch bekommst. Das gibt dir eine realistische Ausgangsbasis, mit der du den ROI eines Premium-Upgrades kalkulieren kannst. Nutze den kostenlosen Jameda-ROI-Rechner (pro.jameda.de), um auf Basis deiner Fachrichtung und Stadt eine Einschätzung zu bekommen.
Schritt 3: Falls du auf Gold Pro upgraden willst, bitte nach der Konsultation aktiv um Bewertungen, ein QR-Code auf dem Patientenformular oder dem Rezeptbeleg genügt. Eine wachsende Bewertungsbasis ist wichtiger als das Paket selbst: Profile mit vielen echten, aktuellen Bewertungen werden besser platziert und wirken überzeugender als leere Premium-Profile.
Ein konkretes Beispiel
Eine Allgemeinärztin in Hamburg Eimsbüttel eröffnet eine neue Privatpraxis. Sie beansprucht zunächst ihr kostenloses Basisprofil und füllt es vollständig aus. Nach drei Monaten sieht sie, dass das Profil monatlich rund 60 Aufrufe bekommt, aber kaum Terminanfragen generiert, weil Premium-Kollegen in der Suchliste vor ihr erscheinen. Sie wechselt auf Gold Pro (119 EUR/Monat) und erhält innerhalb von 6 Wochen erstmals Terminbuchungen direkt über das Google-Profil. Die automatisierten Erinnerungen reduzieren No-Show-Termine merklich. Nach einem Jahr hat die Praxis 42 Bewertungen (Ø 4,8 Sterne) und erscheint bei “Hausarzt Hamburg Eimsbüttel” organisch auf Position 1, die 119 EUR/Monat hat sie durch Neupatienten mehrfach refinanziert.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: EU-basiert (Serverinfrastruktur in Europa); Jameda GmbH ist in München ansässig, Teil der polnischstämmigen Docplanner-Gruppe
- Datenschutz nach DSGVO: Laut Jameda DSGVO-konform; die Videosprechstunde ist zertifiziert nach TÜV-Anforderungen
- Patientendaten: Werden ausschließlich zur Terminvermittlung verarbeitet; Patienten müssen aktiv einwilligen
- Bewertungsdaten: Erfahrungsberichte von Patienten sind öffentlich; Praxen können kommentieren, aber nicht löschen (außer bei nachgewiesenem Verstoß)
- Auftragsverarbeitung (AVV): Für Ärzte, die das Terminmanagement nutzen, wird ein AVV abgeschlossen (Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO)
- Empfehlung für sensible Praxen: Keine vertraulichen Diagnose- oder Behandlungsdaten über Jameda teilen; für psychiatrische oder suchtmedizinische Praxen die Datenschutz-Folgenabschätzung vor Einsatz durchführen lassen
Gut kombiniert mit
- Samedi, Samedi übernimmt das erweiterte Terminmanagement und Wartelistenmanagement, während Jameda als Bewertungs- und Sichtbarkeitsplattform dient; beide lassen sich parallel betreiben
- Dragon Medical, Jameda für die Patientengewinnung, Dragon Medical für die effiziente Dokumentation nach dem Gespräch; kombiniert deckt das den gesamten Patientenkontakt-Zyklus ab
- Google Maps, Jameda Premium-Profile können Buchungen direkt über Google Maps integrieren; wer das Google-Unternehmensprofil zusätzlich pflegt, erhöht die Sichtbarkeit in lokalen Suchen deutlich
Unser Testurteil
Jameda verdient 3 von 5 Sternen. Das Portal ist in Deutschland alternativlos für die Sichtbarkeit niedergelassener Ärzte, wer keine Jameda-Präsenz hat, fehlt in einem der meistgenutzten Sucheinstiege für Arztsuchen. Gleichzeitig ist das Geschäftsmodell strukturell unfair: Die Verdrängung kostenloser Profile durch Zahlende erzwingt faktisch ein Upgrade. Die gestiegenen Preise (Gold Pro von 99 auf 119 EUR, Platin von 159 auf 199 EUR) und die starren Jahresverträge erhöhen das Risiko. Für Einzelpraxen in umkämpften Städten ist Jameda trotzdem sinnvoll, aber als Investitionsentscheidung mit Kalkulation, nicht als Selbstverständlichkeit.
Was wir bemerkt haben
- April 2026, Die Preise wurden erneut erhöht: Gold Pro kostet jetzt 119 EUR/Monat (zuvor 99 EUR), Platin 199 EUR/Monat (zuvor 159 EUR). Das entspricht einem Anstieg von ca. 20–25 %. Die alten Zwischenpakete “Silver” (59 EUR) und “Gold” (69 EUR) wurden aus dem Angebot entfernt.
- 2025, Jameda hat “Noa Notes” als KI-Dokumentationsfeature eingeführt (via noa.ai). Das Tool transkribiert und strukturiert Arztgespräche automatisch und ist in Premium-Paketen optional buchbar. Damit positioniert sich Jameda zunehmend als umfassende Praxismanagement-Plattform statt nur als Bewertungsportal.
- 2025, PVS-Integration (Praxisverwaltungssoftware-Anbindung) wurde als neues Feature angekündigt, das den Terminkalender mit gängigen Praxisprogrammen synchronisiert.
- Wichtige Korrektur, Jameda gehört NICHT zu Doctolib, sondern zur Docplanner-Gruppe (Hauptsitz Warschau, docplanner.com). Doctolib ist ein eigenes, unabhängiges Unternehmen mit Hauptsitz in Paris. Diese Verwechslung ist weit verbreitet, da beide im europäischen Healthcare-Buchungsmarkt tätig sind.
- 2019, Der Bundesgerichtshof (BGH) urteilte, dass Jameadas Praxis, kostenlose Profile schlechter zu platzieren als zahlende, wettbewerbsrechtlich zulässig ist (Az. VI ZR 12/18). Damit ist das strukturelle Ungleichgewicht zwischen kostenlosem und kostenpflichtigem Profil rechtlich abgesichert.
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