Jameda
Jameda GmbH (Docplanner-Gruppe)
Redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen (Anbieterangaben, Preislisten, unabhängige Bewertungsplattformen), kein Hands-on-Produkttest, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben. Die Sternebewertung ist eine Meinung der Redaktion.
Tool öffnenDeutschlands führendes Arztbewertungs- und Terminbuchungsportal mit mehreren hunderttausend Arztprofilen. Premium-Profile erhöhen die Sichtbarkeit bei jameda und Google und bündeln Online-Terminbuchung, zertifizierte Videosprechstunde und die KI-Dokumentation Noa Notes. Der Kern ist ein Verzeichnis- und Reputationsportal, kein KI-Tool. jameda gehört zur internationalen Docplanner-Gruppe (Warschau), die in 13 Ländern aktiv ist.
Kosten: Basisprofil kostenlos; Gold Pro und Platin: Monatspreis auf Anfrage (pro Gesundheitsfachkraft, Jahreszahlung, zzgl. einmalig 299 EUR Einrichtungsgebühr). Drittanbieter-Listungen nennen ca. 119 bzw. 199 EUR/Monat (illustrativ, nicht offiziell bestätigt). MVZ/Krankenhaus auf Anfrage.
Stärken
- Größtes deutsches Arztbewertungsportal, starke SEO-Sichtbarkeit bei lokalen Arztsuchen
- Integrierte Online-Terminbuchung, direkt aus dem Google-Unternehmensprofil buchbar
- Datenschutzgeprüfte, zertifizierte Videosprechstunde in den Premium-Paketen (laut Jameda)
- Automatisierte Terminerinnerungen reduzieren Ausfälle und entlasten den Empfang
- Noa Notes: KI-gestützte Dokumentation als optionaler Zusatz (laut Jameda bis zu 2 Stunden/Tag Ersparnis)
Einschränkungen
- Kostenlose Profile werden in Suchergebnissen durch Premium-Profile verdrängt, faktisch Druck zum Upgrade
- Monatspreise werden nicht transparent veröffentlicht, offiziell einsehbar sind nur Einrichtungsgebühr und Vertragskonditionen
- Bewertungssystem nicht manipulationssicher, negative Bewertungen sind schwer zu entfernen
- 12-Monats-Vertrag, bei vorzeitiger Kündigung wird der volle Jahresbeitrag fällig, zzgl. 299 EUR Einrichtungsgebühr
- Preis pro Gesundheitsfachkraft, nicht pro Praxis, für größere Teams wird es teuer
- Betrieb auf globaler Docplanner-Plattform, Marketing-/CRM-Schicht über US-Dienstleister (HubSpot)
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du willst deine Praxis online sichtbar machen und Bewertungen aktiv verwalten
- Du brauchst eine integrierte Online-Terminbuchung ohne eigene IT-Infrastruktur
- Du bist niedergelassener Arzt oder Zahnarzt mit dem Ziel, Neupatienten zu gewinnen
- Du willst Videosprechstunden ohne eigenen Drittanbieter in den Praxisalltag integrieren
Wann nein
- Du erwartest ein faires Bewertungssystem ohne systematischen Druck zum Upgrade
- Du willst vorab transparente Monatspreise, jameda nennt sie nur auf Anfrage
- Du bist Krankenhausarzt ohne eigene Praxis oder ambulant tätiger Angestellter
- Du willst dein Terminmanagement vollständig von der Bewertungsplattform trennen
Kurzfazit
Jameda ist die führende Adresse, wenn niedergelassene Ärzte in Deutschland online gefunden werden wollen. Das Portal hat schlicht die Marktmacht: Wer nach einem Arzt in einer deutschen Stadt sucht, landet fast immer auf einem jameda-Profil. Das ist zugleich Stärke und Schwäche, denn wer kein Premium-Profil bucht, wird durch zahlende Wettbewerber systematisch in den Suchergebnissen verdrängt. Im Kern ist jameda ein Verzeichnis-, Buchungs- und Reputationsportal, kein KI-Tool; die KI-Dokumentation Noa Notes ist ein optionaler Zusatz. Für Praxen mit klarem Akquiseziel ist jameda ein wirksames, aber intransparent bepreistes Werkzeug; wer ein faires, neutrales Bewertungssystem erwartet, wird enttäuscht.
Für wen ist Jameda?
Niedergelassene Ärzte und Fachärzte: Wer eine eigene Kassenpraxis oder Privatpraxis führt, profitiert direkt von höherer Sichtbarkeit. Gerade in städtischen Ballungsräumen, wo die Konkurrenz groß ist, macht das Premium-Profil den Unterschied zwischen Seite 1 und Seite 3 der Suchergebnisse.
Zahnarztpraxen: Zahnärzte gehören zu den größten Nutzergruppen auf jameda, das Portal bietet speziell für diese Zielgruppe Profiloptionen und kennt die typischen Suchbegriffe (Prophylaxe, Implantate, Kieferorthopädie) gut.
Psychotherapeuten und Heilpraktiker: Für therapeutische Berufe, bei denen die Vertrauensbasis mit dem Patienten besonders wichtig ist, können Bewertungen und ein professionelles Profil die entscheidende Rolle spielen.
Praxisinhaber mit Digitalisierungsziel: Wer Terminbuchung, Terminbestätigung und Videosprechstunde ohne eigene IT-Infrastruktur in die Praxis bringen will, bekommt mit Gold Pro ein gebündeltes Paket.
Weniger geeignet für: Krankenhausärzte ohne eigene Praxis, angestellte Ärzte in großen MVZ (dort ist die MVZ-Lösung auf Anfrage sinnvoller), und alle, die primär ein neutrales Feedback-System suchen, das ist jameda strukturell nicht.
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Basis | 0 EUR/Monat | Profil beanspruchen, persönliche Infos pflegen, auf Bewertungen antworten, Praxisangebot darstellen |
| Gold Pro | auf Anfrage (Drittanbieter: ca. 119 €/Monat, illustrativ) | Erweitertes Profil mit Bildern, Website-Verlinkung, Online-Terminbuchung aus dem Google-Profil, Terminkalender (inkl. App), datenschutzgeprüfte Videosprechstunde |
| Platin | auf Anfrage (Drittanbieter: ca. 199 €/Monat, illustrativ) | Alles aus Gold Pro + prominenter Anzeigenplatz oberhalb der Suchergebnisliste, weitere Profil- und Sichtbarkeitsoptionen, priorisierter Service |
| MVZ/Krankenhaus | Auf Anfrage | Individuelle Lösungen für Einrichtungen mit mehreren Behandlern |
Einordnung: Offiziell veröffentlicht jameda nur die einmalige Einrichtungsgebühr (299 EUR) und die Vertragskonditionen. Die konkreten Monatspreise für Gold Pro und Platin werden auf der Preisseite erst nach Kontaktaufnahme dynamisch angezeigt, du bekommst sie also praktisch nur auf Anfrage. Drittanbieter-Listungen nennen rund 119 EUR (Gold Pro) und 199 EUR (Platin) pro Monat, diese Zahlen sind illustrativ und nicht offiziell bestätigt. Bestätigt ist: Die Preise gelten pro Gesundheitsfachkraft (nicht pro Praxis), bei jährlicher Zahlweise und exklusive gesetzlicher Mehrwertsteuer. Bei einer Praxis mit zwei behandelnden Ärzten fällt der Paketpreis also doppelt an, plus die einmalige Einrichtungsgebühr. Das ist eine erhebliche Investition ohne garantierten Rücklauf. Für Einzelpraxen in stark umkämpften Lagen kann sich Gold Pro rechnen, für größere Praxen solltest du vorab ein konkretes Angebot einholen und den zu erwartenden Neupatienten-Zulauf durchrechnen. Das Basis-Profil kostenlos zu halten lohnt sich immer, um zumindest die Kontrolle über das eigene Profil zu behalten.
Stärken im Detail
Marktführerposition sorgt für organische Sichtbarkeit. Jameda ist in Deutschland das meistbesuchte Portal seiner Art. Wenn Patienten nach einem Arzt googeln, erscheinen jameda-Profile häufig auf Position 1 oder 2, noch vor der eigenen Praxiswebsite. Diese SEO-Macht lässt sich nicht ignorieren: Selbst ein gepflegtes kostenloses Profil bringt Sichtbarkeit, die eine neue Praxishomepage erst nach Monaten erreichen würde.
Online-Terminbuchung direkt aus Google. Premium-Profile ermöglichen es, dass Patienten einen Termin direkt über das Google-Unternehmensprofil buchen können, ohne auf die Praxiswebsite oder jameda selbst wechseln zu müssen. Das senkt die Hürde erheblich und ist besonders für Neupatienten relevant.
Automatisierte Terminerinnerungen reduzieren No-Shows. Der integrierte Terminkalender schickt automatisch Erinnerungen und Bestätigungen. Laut Jameda sinken damit Ausfälle und der Empfang wird von Anrufen entlastet. Eine konkrete Kennzahl bewirbt jameda in seiner Kommunikation, verifizierbar ist der Effekt für uns aber nur als generelle Aussage, nicht als belegte Prozentzahl.
Videosprechstunde ohne eigenen Drittanbieter. Die Jameda-Videosprechstunde ist laut Anbieter datenschutzgeprüft und zertifiziert und in den Premium-Paketen enthalten. Das ist praktisch für Praxen, die Videosprechstunden einführen wollen, ohne selbst eine Lösung aufzusetzen. Die genaue Zertifizierungsgrundlage nennt jameda auf der Preisseite nicht im Detail.
Noa Notes als optionales KI-Feature. jameda bietet mit “Noa Notes” ein KI-gestütztes Dokumentationswerkzeug an, das Arztgespräche automatisiert protokolliert. Laut Jameda lassen sich damit bis zu zwei Stunden täglich sparen. Noa Notes wird in Gold Pro und Platin als Zusatz beworben (per Kurzberatung buchbar) und ist Teil der “Noa”-Produktlinie der Docplanner-Gruppe. Es ist der einzige echte KI-Baustein im Angebot, der eigentliche Kern von jameda bleibt das Bewertungs- und Buchungsportal.
Schwächen ehrlich betrachtet
Das Geschäftsmodell erzeugt strukturellen Druck. Das fundamentale Problem von jameda ist, dass kostenlose Profile systematisch schlechter platziert werden als zahlende Premium-Profile. Ärzte ohne Premium-Profil erscheinen de facto weiter unten, obwohl sie möglicherweise bessere Bewertungen haben. Dieses Modell und die frühere Bevorzugung zahlender Ärzte waren mehrfach Gegenstand von Gerichtsverfahren: 2016 verpflichtete der Bundesgerichtshof jameda zu erhöhten Prüfpflichten bei beanstandeten Bewertungen (Az. VI ZR 34/15), und 2018 musste jameda nach einem BGH-Urteil ein Arztprofil löschen, weil es durch die Bevorzugung zahlender Kunden nicht mehr als neutraler Informationsmittler galt. Jameda hat sein Modell daraufhin angepasst, der grundsätzliche Vorteil für zahlende Profile bleibt aber bestehen.
Preise sind nicht transparent. jameda nennt die Monatspreise nicht offen, sondern zeigt sie erst nach Kontaktaufnahme an. Wer vergleichen will, muss aktiv ein Angebot einholen. Das erschwert eine nüchterne Kalkulation vor dem Erstkontakt und ist gerade bei einem Jahresvertrag mit Einrichtungsgebühr ein echter Nachteil.
Bewertungsmanipulation ist strukturell schwer kontrollierbar. Negative Bewertungen von verifizierten Patienten können kaum entfernt werden, auch wenn sie sachlich fragwürdig sind. Gleichzeitig sind gefälschte Bewertungen (positiv wie negativ) trotz Verifikationsprozessen nicht vollständig ausgeschlossen. Für Ärzte mit einem einzigen Ausreißer kann das das Gesamtbild über Monate verzerren.
Jahresvertrag mit langer Kündigungsfrist. Die Vertragslaufzeit beträgt 12 Monate und beginnt mit der Aktivierung des Premium-Profils. Bei vorzeitiger Kündigung fällt trotzdem der gesamte Jahresbeitrag an, eine Rückerstattung ist ausgeschlossen. Die Kündigungsfrist von 4 Wochen zum Laufzeitende erfordert aktives Kalendermanagement. Wer sie verpasst, sitzt weitere 12 Monate fest.
Preis pro Behandler skaliert schlecht. Das Pricing gilt pro Gesundheitsfachkraft. Eine Gemeinschaftspraxis mit drei behandelnden Ärzten zahlt das Dreifache, was die monatliche Belastung schnell in den vierstelligen Bereich treiben kann.
Abhängigkeit von der Docplanner-Infrastruktur. Die Jameda GmbH sitzt in München, gehört aber zur Docplanner-Gruppe mit Hauptsitz in Warschau. Die Plattform läuft technisch auf Docplanners globaler Infrastruktur (u. a. platform.docplanner.com), und die Marketing- und CRM-Schicht nutzt einen US-Dienstleister (HubSpot). Die Datenhaltung erfolgt zwar unter DSGVO, die genauen Serverstandorte sind öffentlich aber nicht dokumentiert, für Praxen mit hohem Datenschutzbedarf ist das eine relevante Überlegung.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Terminmanagement unabhängig von einer Bewertungsplattform willst | Samedi |
| Vor allem eine reine Online-Terminbuchung suchst (auch in weiteren EU-Ländern) | Doctolib |
| Deine lokale Sichtbarkeit primär über Google Maps ausbauen willst | Google Maps |
| KI-gestützte Arztdokumentation ohne Bewertungsplattform suchst | Dragon Medical |
Als reines Bewertungsportal für Ärzte hat jameda im deutschsprachigen Raum keine gleichwertige Konkurrenz, kein anderes Portal erreicht annähernd dieselbe Reichweite. Für die reine Terminbuchung konkurriert in Deutschland allerdings vor allem Doctolib (ein eigenständiges Pariser Unternehmen, nicht Teil von Docplanner) direkt mit jameda. Wer nur das Terminmanagement optimieren will, ist mit einer spezialisierten Lösung wie Samedi häufig günstiger und flexibler bedient.
So steigst du ein
Schritt 1: Beanspruche dein kostenloses Basisprofil auf jameda.de, suche nach deinem Namen oder deiner Praxis und beanspruche das Profil. Das Basisprofil kostet nichts und ist der erste wichtige Schritt: Ein unverwaltetes Profil mit veralteten Informationen schadet mehr als kein Profil. Kontaktdaten, Öffnungszeiten und Praxisangebot vollständig ausfüllen.
Schritt 2: Starte die ersten 30 bis 60 Tage ohne Premium und beobachte, welche Profilaufrufe und Buchungsanfragen du organisch bekommst. Das gibt dir eine realistische Ausgangsbasis, mit der du den Nutzen eines Premium-Upgrades einschätzen kannst. Fordere über pro.jameda.de ein konkretes Angebot beziehungsweise eine Kurzberatung an, denn die Monatspreise erfährst du ohnehin nur auf Anfrage.
Schritt 3: Falls du auf Gold Pro upgraden willst, bitte nach der Konsultation aktiv um Bewertungen, ein QR-Code auf dem Patientenformular oder dem Rezeptbeleg genügt. Eine wachsende Bewertungsbasis ist wichtiger als das Paket selbst: Profile mit vielen echten, aktuellen Bewertungen werden besser platziert und wirken überzeugender als leere Premium-Profile.
Ein konkretes Beispiel
Eine Allgemeinärztin in Hamburg Eimsbüttel eröffnet eine neue Privatpraxis. Sie beansprucht zunächst ihr kostenloses Basisprofil und füllt es vollständig aus. Nach drei Monaten sieht sie, dass das Profil monatlich rund 60 Aufrufe bekommt, aber kaum Terminanfragen generiert, weil Premium-Kollegen in der Suchliste vor ihr erscheinen. Sie holt ein Angebot ein und wechselt auf Gold Pro (Monatspreis auf Anfrage, laut Drittanbieter-Listung ca. 119 EUR, illustrativ). Innerhalb von sechs Wochen erhält sie erstmals Terminbuchungen direkt über das Google-Profil. Die automatisierten Erinnerungen reduzieren No-Show-Termine merklich. Nach einem Jahr hat die Praxis 42 Bewertungen (Ø 4,8 Sterne) und erscheint bei “Hausarzt Hamburg Eimsbüttel” organisch weit oben, die monatliche Gebühr hat sie durch Neupatienten mehrfach refinanziert. Das Beispiel ist illustrativ, der tatsächliche Rücklauf hängt stark von Fachrichtung und Standort ab.
DSGVO & Datenschutz
- Betreiber: Jameda GmbH, 80333 München, Deutschland, Teil der Docplanner-Gruppe (Hauptsitz Warschau, Polen). Die Plattform läuft technisch auf Docplanners globaler Infrastruktur; genaue Serverstandorte sind öffentlich nicht dokumentiert
- Marketing-/CRM-Schicht: Die Anbieterseite pro.jameda.de läuft auf HubSpot (US-Region); für die Datenschutz-Bewertung solltest du diese Verarbeitungsschicht mitdenken
- Datenschutz nach DSGVO: Laut Jameda DSGVO-konform; die Videosprechstunde ist laut Anbieter datenschutzgeprüft und zertifiziert
- Patientendaten: Werden zur Terminvermittlung verarbeitet; Patienten müssen aktiv einwilligen
- Bewertungsdaten: Erfahrungsberichte von Patienten sind öffentlich; Praxen können kommentieren, aber nicht löschen (außer bei nachgewiesenem Verstoß)
- Auftragsverarbeitung (AVV): Für Ärzte, die das Terminmanagement nutzen, ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO erforderlich, kläre den AVV und die Liste der Unterauftragsverarbeiter vor Vertragsschluss ab
- Empfehlung für sensible Praxen: Keine vertraulichen Diagnose- oder Behandlungsdaten über jameda teilen; für psychiatrische oder suchtmedizinische Praxen die Datenschutz-Folgenabschätzung vor Einsatz durchführen lassen
Gut kombiniert mit
- Samedi, Samedi übernimmt das erweiterte Terminmanagement und Wartelistenmanagement, während jameda als Bewertungs- und Sichtbarkeitsplattform dient; beide lassen sich parallel betreiben
- Dragon Medical, jameda für die Patientengewinnung, Dragon Medical für die effiziente Dokumentation nach dem Gespräch; kombiniert deckt das den gesamten Patientenkontakt-Zyklus ab
- Google Maps, jameda Premium-Profile können Buchungen direkt über das Google-Unternehmensprofil integrieren; wer das Google-Profil zusätzlich pflegt, erhöht die Sichtbarkeit in lokalen Suchen deutlich
Unser Fazit
Jameda verdient 3 von 5 Sternen. Das Portal ist in Deutschland faktisch alternativlos für die Sichtbarkeit niedergelassener Ärzte, wer keine jameda-Präsenz hat, fehlt in einem der meistgenutzten Sucheinstiege für Arztsuchen. Gleichzeitig ist das Geschäftsmodell strukturell unfair: Die Verdrängung kostenloser Profile durch zahlende erzwingt faktisch ein Upgrade. Dazu kommen die intransparente Preisgestaltung (Monatspreise nur auf Anfrage), die einmalige Einrichtungsgebühr von 299 EUR und die starren Jahresverträge, die das Risiko erhöhen. Der KI-Anteil (Noa Notes) ist ein sinnvoller Zusatz, aber nicht der Kern des Produkts. Für Einzelpraxen in umkämpften Städten ist jameda trotzdem sinnvoll, aber als Investitionsentscheidung mit Kalkulation, nicht als Selbstverständlichkeit.
Was wir bemerkt haben
- Juli 2026, jameda veröffentlicht die Monatspreise nicht offen. Offiziell einsehbar sind nur die einmalige Einrichtungsgebühr (299 EUR) und die Vertragskonditionen (12 Monate Laufzeit, 4 Wochen Kündigungsfrist, Jahreszahlung pro Gesundheitsfachkraft, exkl. MwSt.). Die konkreten Monatsbeträge erscheinen erst nach Kontaktaufnahme. Drittanbieter-Listungen nennen ca. 119 EUR (Gold Pro) und 199 EUR (Platin), diese Zahlen sind illustrativ und nicht offiziell bestätigt.
- 2025/2026, “Noa Notes” ist als KI-Dokumentation offiziell in die Premium-Pakete integriert (Gold Pro und Platin, per Kurzberatung buchbar), laut Jameda mit einer Zeitersparnis von bis zu zwei Stunden pro Tag. In der Plattform tauchen zudem weitere “Noa”-Bausteine und ein experimenteller KI-Suchassistent auf, jameda entwickelt sich damit schrittweise von einem reinen Bewertungsportal zu einer breiteren Praxis-Plattform.
- Wichtige Korrektur, jameda gehört NICHT zu Doctolib, sondern zur Docplanner-Gruppe (Hauptsitz Warschau, docplanner.com) und läuft technisch auf deren globaler Plattform. Doctolib (Hauptsitz Paris) ist ein eigenständiges Unternehmen und in Deutschland eher ein direkter Wettbewerber. Ein Rebrand von jameda zu Doctolib oder Docplanner ist nicht bestätigt (Stand Juli 2026), Docplanner führt jameda weiterhin als eigene deutsche Marke unter 13 Ländermarken.
- Eigentümer-Historie, jameda wurde 2007 gegründet, 2015 von Burda Digital für 46 Mio. EUR übernommen und 2021 an die Docplanner-Gruppe verkauft.
- Rechtsstreitigkeiten, das Geschäftsmodell und die Moderationspraxis waren mehrfach Gegenstand von Gerichtsverfahren. 2016 verpflichtete der Bundesgerichtshof jameda zu erhöhten Prüfpflichten bei beanstandeten Bewertungen (Az. VI ZR 34/15), 2018 musste jameda ein Arztprofil löschen, weil es durch die Bevorzugung zahlender Kunden nicht mehr als neutraler Informationsmittler galt. Eine frühere Angabe, der BGH habe die Schlechterplatzierung kostenloser Profile ausdrücklich als “wettbewerbsrechtlich zulässig” bestätigt (Az. VI ZR 12/18), ließ sich nicht belegen und wurde entfernt.
Quellen
- jameda Pro – Premium-Pakete und Preise. https://pro.jameda.de/preise (abgerufen am 2026-07-18). Pakete Basis (kostenlos), Gold Pro und Platin; einmalige Einrichtungsgebühr 299 EUR; Preise pro Gesundheitsfachkraft, jährliche Zahlweise, exkl. gesetzlicher MwSt.; MVZ/Krankenhaus auf Anfrage; Vertragslaufzeit 12 Monate mit 4 Wochen Kündigungsfrist, bei vorzeitiger Kündigung fällt der Jahresbeitrag an; datenschutzgeprüfte und zertifizierte Videosprechstunde; Noa Notes (KI-Dokumentation, laut Jameda bis zu 2 Std./Tag Ersparnis). Die konkreten Monatspreise werden erst nach Kontaktaufnahme (dynamisch) angezeigt..
- jameda – Datenschutz/Impressum. https://www.jameda.de/datenschutz (abgerufen am 2026-07-18). Betreiber ist die Jameda GmbH, 80333 München, Deutschland; die Plattform läuft technisch auf der Docplanner-Infrastruktur (platform.docplanner.com, event-tracker.docplanner.com); Schwestermarken u. a. ZnanyLekar..
- Docplanner – Press / Brands. https://www.docplanner.com/press (abgerufen am 2026-07-18). Docplanner betreibt jameda als deutsche Marke, ist in 13 Ländern aktiv und führt weitere Marken (Doctoralia, MioDottore, ZnanyLekar); keine Umbenennung von jameda zu Doctolib..
- Wikipedia – Jameda. https://de.wikipedia.org/wiki/Jameda (abgerufen am 2026-07-18). Gegründet 2007; 2015 Übernahme durch Burda Digital (46 Mio. EUR); 2021 Übernahme durch die Docplanner-Gruppe; BGH-Urteil vom 1. März 2016 (Az. VI ZR 34/15) zu erhöhten Prüfpflichten bei beanstandeten Bewertungen..
- Adwus – Jameda Arztbewertung: Preise und Pakete. https://www.adwus.de/marketing/jameda-arztbewertung/ (abgerufen am 2026-06-20). Drittanbieter-Listung der Monatspreise: Gold Pro ca. 119 EUR/Monat, Platin ca. 199 EUR/Monat (illustrativ, nicht offiziell durch jameda bestätigt)..
Diesen Inhalt teilen:
Empfohlen in 1 Use Cases
Gesundheitswesen
Empfohlen für diese Branchen
Arthur Atlas
KI-Analyst
So entsteht diese Bewertung
Diese Seite bewerten wir redaktionell, mit kräftiger Unterstützung von Arthur Atlas, unserem KI-Analysten. Er prüft Bewertungen nach und markiert veraltete Angaben, sobald sich der Markt dreht. Unsere Angaben stammen überwiegend aus öffentlich zugänglichen Quellen wie Anbieter-Website, Doku und Preislisten. Preise und Funktionen können sich ändern.
Hinweis: Diese Angaben können veraltet oder fehlerhaft sein. Prüfe im Zweifel immer direkt auf der Website des Anbieters.
Preise geändert, Feature veraltet oder etwas fehlt?
Wir freuen uns über Hinweise und Ergänzungen.
Du arbeitest bei Jameda GmbH (Docplanner-Gruppe)?
Gib uns einen Testzugang, dann schauen wir tiefer rein und ergänzen die Bewertung aus erster Hand.
Nicht sicher, ob Jameda zu euch passt?
Wir helfen bei der Tool-Auswahl und begleiten die Einführung in euren Arbeitsalltag, unverbindlich und kostenlos im Erstgespräch.
KI-Tools und Trends
KI-Wochenbriefing: jeden Freitag KI-News, Praxistipps und Tools
Kostenlos abonnieren, jederzeit abmeldbar, kein Spam.