Heye International
Heye International GmbH
Heye International aus Obernkirchen (Niedersachsen) ist einer der weltweit führenden Anbieter von Maschinen und Anlagen für die Behälterglas-Industrie. Das Portfolio umfasst Glasform-Maschinen (IS-Maschinen, HiPERFORM), Inspektionseinheiten am Kaltend (HiSHIELD) und eine Industrie-4.0-Plattform (SmartPLANT) mit Heye SmartLink, GobMaster und thermischen Bildsensoren. KI-relevant sind vor allem die kamerabasierten Inspektionssysteme und die datengetriebene Prozessüberwachung — Computer Vision für Defekterkennung an Glasflaschen und -behältern, ML-Auswertung von Sensordaten für vorausschauende Wartung.
Kosten: Auf Anfrage — projektspezifische Anlagen- und Lizenzpreise; Inspektionseinheiten und SmartPLANT-Module typischerweise im sechs- bis siebenstelligen Bereich, Service- und Wartungsverträge separat
Stärken
- Weltweit etablierter Spezialist für Behälterglas-Produktion — über 100 Jahre Branchenerfahrung
- Vertikal integriertes Portfolio von Hot End (Schmelzwanne) bis Cold End (Inspektion und Verpackung)
- SmartPLANT-Plattform vernetzt Maschinen, thermische Bildsensoren und Inspektion in Echtzeit
- Inspektionseinheiten (HiSHIELD) mit kamerabasierter Fehlererkennung für Blasen, Risse, Maßabweichungen
- Deutscher Hersteller mit deutschem Service, Training-Campus in Obernkirchen und Nienburg
- Tiefe Domänenexpertise — von Pharmaglas über Bierflaschen bis Spirituosen-Premiumglas
Einschränkungen
- Pricing nur auf Anfrage — keine Listenpreise, Verträge typischerweise im Millionenbereich
- Sehr spezialisierter Anwendungsbereich — ausschließlich Behälterglas, kein Flachglas oder andere Materialien
- Hohe Einstiegshürde: Anlagen sind keine Standardprodukte, sondern projektspezifisch ausgelegt
- Investitionszyklen in der Glasindustrie sind lang — Updates und Erweiterungen brauchen Vorlauf
- KI ist nicht das Hauptverkaufsargument — Schwerpunkt bleibt Maschinenbau und Prozesstechnik
- Wenig öffentlich dokumentierte Details zu KI-Modellen, Trainingsdaten oder Bilderkennungs-Algorithmen
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du betreibst eine Behälterglas-Hütte und brauchst neue oder modernisierte IS-Maschinen
- Du willst Inline-Inspektion am Kaltend mit kamerabasierter Defekterkennung einführen
- Du planst eine Industrie-4.0-Vernetzung deiner Glasproduktion (SmartPLANT, SmartLink)
- Du brauchst einen langfristigen Partner mit deutschem Service und Trainings-Campus
Wann nein
- Du arbeitest mit Flachglas, Automobilglas oder Solarglas — dafür ist ISRA Vision besser
- Du suchst eine standardisierte Computer-Vision-Plattform für allgemeine Defekterkennung
- Dein Budget liegt unter sechsstellig — Heye-Anlagen sind Investitionsgüter, keine Software-Abos
- Du brauchst eine reine KI-Plattform ohne Hardware-Bindung
Kurzfazit
Heye International ist einer der etablierten Marktführer für Maschinen und Anlagen in der Behälterglas-Produktion — also für die Herstellung von Glasflaschen, Konservengläsern, Pharma- und Spirituosenglas. Das Unternehmen aus Obernkirchen (Niedersachsen) liefert IS-Maschinen, Ware-Handling, thermische Sensorik und vor allem kamerabasierte Inspektionssysteme am Kaltend, die jede Flasche auf Blasen, Risse, Maßabweichungen und Wandstärken-Fehler prüfen. Die KI-Komponente ist real, aber nicht das Marketingversprechen: Computer Vision und ML-gestützte Auswertung sind Bestandteile der SmartPLANT-Plattform und der HiSHIELD-Inspektion, werden aber wenig öffentlich beworben. Für Glashütten, die einen verlässlichen deutschen Anlagenbauer mit moderner Sensorik und Industrie-4.0-Anbindung suchen, ist Heye eine der ersten Adressen — für andere Anwendungsbereiche oder reine Software-Käufer ist das Tool nicht gedacht.
Für wen ist Heye International?
Behälterglas-Hütten: Hersteller von Flaschen, Konservengläsern, Pharmaglas oder Spirituosenglas sind die Kernzielgruppe. Heye liefert komplette Produktionslinien vom Schmelzwannen-Ausgang über die IS-Maschine bis zur Verpackung. Wer eine bestehende Hütte modernisieren oder eine neue Linie planen will, kommt an Heye, Bucher Emhart Glass oder Bottero (Italien) kaum vorbei.
Pharmaglas-Produzenten: Bei der Produktion von Vials, Ampullen und Karpulen sind die Toleranzen extrem eng — eine fehlerhafte Wandstärke oder ein Mikroriss kann ein gesamtes Batch unbrauchbar machen. HiSHIELD-Inspektionseinheiten mit Computer-Vision-basierter Defekterkennung treffen diesen Bedarf direkt.
Industrie-4.0-Strategen in der Glasbranche: Wer seine Hütte vernetzen, Daten aus Schmelzwanne, IS-Maschine und Inspektion zentral auswerten und Predictive Maintenance einführen will, findet mit SmartPLANT und Heye SmartLink eine vorgefertigte Plattform — anstatt selbst eine MES- oder IoT-Lösung um Heye-Maschinen herumzubauen.
Hütten mit deutschem Service-Anspruch: Für Betreiber, die kurze Wege zu Engineering, Ersatzteilen und Trainings brauchen, ist die Nähe zu Obernkirchen und Nienburg ein konkreter Vorteil — der Trainings-Campus liegt zentral, die Wartungstechniker sind in Europa verfügbar.
Weniger geeignet für: Hersteller von Flachglas, Automobilglas oder Solarmodulen (dort führt
Preise im Detail
| Komponente | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Komplettanlagen (IS-Maschine + Peripherie) | Auf Anfrage, typ. 7-stellig EUR | Projektspezifisches Engineering, Hardware, Inbetriebnahme, Schulung |
| HiSHIELD Inspektionseinheiten | Auf Anfrage, 6- bis 7-stellig EUR | Kamera-Systeme für Wandstärken-, Dichtigkeits-, Mündungs- und Bodenprüfung |
| SmartPLANT (Industrie 4.0) | Auf Anfrage, modulare Lizenzierung | SmartLink, GobMaster, Process Control, Thermal Image Sensor |
| HiTRUST (Services) | Wartungsverträge, Remote Support, Schulungen — separate Konditionen | Training-Campus, Ersatzteile, On-Site- und Remote-Engineering |
Einordnung: Heye verkauft keine Software per Klick, sondern Investitionsgüter. Wer eine neue Produktionslinie aufbaut, plant typischerweise im zweistelligen Millionenbereich über alle Maschinen, Inspektion und Engineering — Heye ist dabei ein Teil-, kein Gesamtbudget. Reine SmartPLANT-Module oder einzelne Inspektionseinheiten als Nachrüstung in eine bestehende Linie liegen im sechs- bis siebenstelligen Bereich, je nach Komplexität. Wartung, Schulung und Software-Updates laufen über separate HiTRUST-Verträge mit jährlichen Fixkosten. Für eine belastbare Kostenschätzung braucht es ein Vorprojekt mit Heye-Engineering — Listenpreise gibt es bewusst nicht, weil jede Hütte anders ist.
Stärken im Detail
Über 100 Jahre Domänenexpertise im Behälterglas. Heye geht in seinen Wurzeln zurück auf die Heye-Glas-Gruppe und hat über Jahrzehnte praktisch jede Generation der IS-Maschinen-Technologie mitgeprägt. Diese Tiefe zeigt sich in Detaillösungen: thermische Bildsensorik, Gob-Forming-Kontrolle, Wandstärken-Messung — Komponenten, die ein Generalist nicht in vergleichbarer Qualität anbietet. Für Glashütten, die seit Jahrzehnten mit Heye arbeiten, ist die Ersatzteil- und Erweiterungs-Verfügbarkeit ein harter Vorteil.
Vertikal integriertes Portfolio Hot End bis Cold End. Heye liefert nicht nur Maschinen, sondern das gesamte Ökosystem: HiPERFORM für die Heißglas-Formung (IS-Maschine, Gob-Verteilung, Ware-Handling), HiSHIELD für die Cold-End-Inspektion (Defekterkennung, Maßprüfung), SmartPLANT für die digitale Vernetzung. Wer alles aus einer Hand bezieht, vermeidet die typischen Schnittstellenprobleme zwischen Anlagenbauern, Sensorik-Herstellern und MES-Anbietern.
Computer Vision in der HiSHIELD-Inspektion. Die Kaltend-Inspektion ist der KI-Schwerpunkt von Heye. Kamerasysteme prüfen jede produzierte Flasche oder jedes Glas auf typische Fehler: Blasen, Einschlüsse, Mikrorisse, Mündungsdefekte, Wandstärken-Abweichungen, schiefe Geometrie. Die Bildauswertung läuft inline, Ausschuss wird automatisch aussortiert. Klassische Computer-Vision-Methoden werden dabei zunehmend durch Deep-Learning-Verfahren ergänzt, vor allem für subtile Defektmuster, die regelbasierte Systeme nicht erkennen.
SmartPLANT als Industrie-4.0-Plattform. SmartPLANT vernetzt Heye-Maschinen, Sensorik (z. B. Heye Thermal Image Sensor an der Schmelzwanne) und Inspektion in einer gemeinsamen Datenbasis. Heye SmartLink integriert Echtzeit-Daten aus der Produktion, GobMaster überwacht die Gob-Formung. Das ist kein generisches IoT-Framework, sondern eine auf Behälterglas zugeschnittene Lösung — wer eine Hütte digitalisieren will, spart damit Monate Engineering gegenüber einer Eigenentwicklung.
Deutscher Service und Trainings-Campus. Heye betreibt eigene Schulungseinrichtungen in Obernkirchen und Nienburg, in denen Bedienpersonal und Wartungstechniker trainiert werden. Ersatzteile, Remote-Support und On-Site-Engineering sind über HiTRUST organisiert — für europäische Glashütten ist die geografische Nähe ein konkreter Faktor in Stillstand-Situationen.
Breite Produkterfahrung über Glas-Segmente. Heye-Anlagen produzieren weltweit Bierflaschen, Mineralwasser-Glas, Spirituosen-Premiumglas, Pharmaglas, Konservengläser und Kosmetikflakons. Diese Vielfalt bedeutet, dass Heye die typischen Defektmuster und Toleranzanforderungen jedes Segments aus erster Hand kennt — vom Hochpräzisions-Vial für Impfstoffe bis zur Massenproduktion von Limonadenflaschen.
Schwächen ehrlich betrachtet
KI ist kein Marketing-Schwerpunkt, sondern unterbelichtet. Wer auf Heyes Webseite nach “KI”, “Machine Learning” oder “Deep Learning” sucht, findet wenig. Die KI-Komponenten sind real und in Produkten verbaut, werden aber unter Marken wie HiSHIELD, SmartPLANT oder Heye Thermal Image Sensor vermarktet — nicht als KI. Wer transparent wissen will, welche Algorithmen, Trainingsdaten und Modellklassen genau eingesetzt werden, muss in die Vertriebsgespräche gehen — öffentliche Dokumentation ist dünn.
Pricing ist eine Blackbox. Heye veröffentlicht keine Preislisten. Das ist im Industrieanlagenbau Standard, macht aber Vorrecherche unmöglich: Du weißt erst nach einem Angebotsprozess, was eine Inspektionseinheit oder ein SmartPLANT-Modul kostet. Für Vergleichsangebote musst du parallel mit Bucher Emhart Glass und Bottero verhandeln — und alle drei werden ein Vorprojekt aufrufen, bevor sie konkrete Zahlen nennen.
Sehr enger Anwendungsbereich. Heye macht ausschließlich Behälterglas. Wer Flachglas, Automobilglas, Display-Glas oder Solarmodule produziert, ist bei ISRA Vision (jetzt Atlas Copco) deutlich besser aufgehoben. Heye-Technologie lässt sich nicht in andere Bereiche übertragen — die Inspektionsalgorithmen sind auf die spezifische Geometrie und die typischen Fehlerbilder von Glasbehältern ausgelegt.
Investitionszyklen sind lang. Eine neue Produktionslinie wird über Jahre geplant, gebaut und in Betrieb genommen. Heye-Anlagen sind keine Software-Subscriptions, die du nächste Woche einführst. Wer schnell ein Pilotprojekt zur KI-gestützten Defekterkennung umsetzen will, ist mit einer flexibleren Lösung wie
Hardware-Bindung schränkt Flexibilität ein. SmartPLANT und HiSHIELD sind tief in das Heye-Maschinenportfolio integriert. Wer ein Mischmodell aus Heye-IS-Maschine und z. B. Bottero-Inspektion fahren will, stößt schnell an Integrationsgrenzen. Das ist im Anlagenbau üblich, kostet aber Verhandlungs-Spielraum gegenüber dem Lieferanten.
Wenig öffentliches Material zu Erfolgsmessungen. Case Studies mit harten Zahlen — Reduktion der Ausschussrate, verbesserte OEE, Energieeinsparung — sind auf der Heye-Webseite überschaubar. Wer den ROI eines SmartPLANT-Rollouts intern argumentieren muss, bekommt belastbare Daten nur aus dem direkten Vertriebsdialog oder über Referenzkunden, die Heye vermittelt.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Flachglas, Automobilglas oder Solarmodule inspizieren willst | |
| Eine generische Machine-Vision-Plattform für viele Anwendungen brauchst | |
| Eigene KI-Modelle für Defekterkennung ohne ML-Expertise trainieren willst | |
| Predictive Maintenance über klassische Sensorik (Vibration, Akustik) abdecken willst | |
| Eine herstellerneutrale Edge-Plattform mit Computer Vision an der Maschine willst |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Bucher Emhart Glass (Schweizer Hauptwettbewerber im Behälterglas-Anlagenbau), Bottero (italienischer Wettbewerber mit ähnlich vertikalem Portfolio), Sklostroj (Tschechien, oft preisaggressiver) und MSC & SGCC (französisches Inspektions-Spezialhaus, kürzlich von Bucher übernommen). Heye ist im engeren Sinne kein Software-Tool, sondern ein Anlagenbauer mit KI-Komponenten — die Wahl steht selten zwischen “Heye oder Cognex”, sondern zwischen “Heye-Linie oder Bucher-Linie”, und Cognex/Landing AI sind eher Ergänzungen für spezifische Inspektionsstellen, an denen Heye nicht den passenden Standard hat.
So steigst du ein
Schritt 1: Klar definieren, was du tatsächlich brauchst — komplette neue Linie, Modernisierung einer bestehenden Linie, oder gezielte Nachrüstung einer Inspektionseinheit. Heye-Vertrieb arbeitet mit projektspezifischen Angeboten, ein vager “Mal schauen, was möglich ist”-Auftrag führt zu nichts. Erstelle intern ein Lastenheft: gewünschter Output (Stück/Stunde), Produktportfolio (Flaschen-Geometrien), Qualitätsanforderungen (z. B. Pharma-Grad), Integrationspunkte (bestehende SCADA, MES, ERP).
Schritt 2: Direkt mit Heye-Vertrieb in Obernkirchen Kontakt aufnehmen — entweder über die Webseite oder über die LinkedIn-Präsenz. Parallel solltest du mindestens Bucher Emhart Glass und Bottero anfragen, um Vergleichsangebote zu erhalten. Plane für die Vorprojekt-Phase mehrere Monate ein: Heye-Engineering wird die Hütte besuchen, Bestand aufnehmen und einen konkreten Lösungsvorschlag erarbeiten — typischerweise gegen ein Vorprojekt-Honorar.
Schritt 3: Wenn der Vertrag steht, plane den Trainings-Campus in Obernkirchen oder Nienburg für dein Bedienpersonal mit ein. Die Schulungen sind im Anlagenbau Standard, aber bei Heye Teil des Angebots — nutze sie ausgiebig, weil die Komplexität von IS-Maschinen und SmartPLANT in der Inbetriebnahme häufig unterschätzt wird. Definiere mit Heye-Engineering klar, welche Daten SmartLink in dein bestehendes MES (z. B.
Schritt 4 (optional): Nach Inbetriebnahme die KI-relevanten Komponenten — vor allem die HiSHIELD-Inspektion und SmartPLANT-Auswertung — über einen festen HiTRUST-Wartungsvertrag pflegen. Inspektionsalgorithmen müssen über die Zeit nachjustiert werden, wenn sich Produktmix oder Glasrezeptur ändern. Ohne aktiven Wartungsvertrag verlierst du den Performance-Vorteil binnen weniger Quartale.
Ein konkretes Beispiel
Eine mittelgroße Pharma-Glashütte in Süddeutschland (vier IS-Maschinen, ca. 350 Mitarbeitende, Schwerpunkt Vials und Ampullen) modernisiert eine bestehende Linie für die Produktion von 2-ml- und 10-ml-Vials. Der Auslöser: ein Kundenaudit eines Impfstoffherstellers hatte gezeigt, dass die bestehende regelbasierte Inspektion subtile Mündungsdefekte nicht zuverlässig erkennt — Ausschuss wird zu spät identifiziert, in Einzelfällen kommen fehlerhafte Vials in den Sterilisationsschritt. Heye liefert eine HiSHIELD-Kaltend-Inspektionseinheit mit Computer-Vision-basierter Mündungs- und Wandstärken-Prüfung, integriert SmartLink für die Echtzeit-Auswertung der Defekt-Statistik und vernetzt die Daten mit dem bestehenden Siemens-Opcenter-MES der Hütte. Engineering, Hardware und Inbetriebnahme: ca. 14 Monate, mittlerer siebenstelliger Betrag. Effekt nach 6 Monaten Produktivbetrieb: Erkennungsrate für Mündungsdefekte steigt von ca. 92 % auf über 99 %, Reklamationsquote sinkt um zwei Drittel, das Audit-Ergebnis des Großkunden ist im nächsten Zyklus deutlich verbessert. ROI über reduzierten Ausschuss und vermiedene Audit-Findings: typischerweise 3 bis 4 Jahre — für Pharmaglas, wo eine einzelne Reklamation siebenstellig kosten kann, eine vertretbare Investition.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Maschinen- und Prozessdaten laufen primär lokal in der Hütte, SmartPLANT-Komponenten werden On-Premise oder über kundenspezifisch vereinbarte Cloud-Setups betrieben. Reine SaaS-Bezugsmodelle stehen nicht im Mittelpunkt — Glashütten sind in der Regel zurückhaltend, Produktionsdaten in fremde Clouds zu schicken.
- Personenbezogene Daten: Heye-Anlagen verarbeiten primär Maschinen-, Sensor- und Bilddaten von Glasprodukten — keine personenbezogenen Daten im DSGVO-Sinne. Personenbezug entsteht typischerweise nur an Schnittstellen zu Bedienpersonal-Logins oder Wartungs-Workflows.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Für Remote-Support und gehostete SmartPLANT-Komponenten relevant. AVV werden projektspezifisch verhandelt und sind bei deutschem Hersteller und deutschem Service vergleichsweise unkompliziert zu vereinbaren.
- Verbindung zu externen Systemen: Wer SmartLink-Daten in Cloud-MES oder Analyseplattformen (z. B.
, AWS, Azure) repliziert, muss die Cloud-Datenschutz-Regeln separat bewerten — Heye ist hier nur der Datenquellen-Lieferant. - Empfehlung für Unternehmen: Vor Einsatz von Remote-Support und SmartPLANT-Cloud-Komponenten die konkrete Architektur (welche Daten verlassen die Hütte?) im Lastenheft fixieren. Für Pharmaglas-Hütten zusätzlich die Anforderungen aus GxP/Annex 11 für computergestützte Systeme prüfen — Heye-Anlagen werden in qualifizierten Umgebungen betrieben, die Qualifizierungs-Dokumentation gehört zum Anlagenpaket.
Gut kombiniert mit
oder — als übergeordnetes MES, das Auftragsdaten an die Heye-Linie übergibt und Produktionsdaten aus SmartLink zurücknimmt. Heye-Linien laufen häufig in MES-Umgebungen, die nicht von Heye stammen — die Schnittstellen sind etabliert. — wenn zusätzliche Edge-Analytik (z. B. spezifische Anomaly-Detection) parallel zur SmartPLANT-Plattform laufen soll. Industrial Edge ergänzt, ersetzt aber nicht die Heye-eigene Sensorik. oder — für vibrations- oder sensorbasierte Predictive Maintenance an Peripheriegeräten (Kompressoren, Pumpen, Lüftungssysteme), die Heye-SmartPLANT nicht primär abdeckt. Sinnvolle Ergänzung in einer Hütte mit hohem Verfügbarkeits-Anspruch.
Unser Testurteil
Heye International verdient 4 von 5 Sternen. Als spezialisierter Anbieter für die Behälterglas-Industrie gehört Heye unstrittig zur Spitzengruppe — die vertikale Integration vom Hot End bis zur Kaltend-Inspektion, die deutsche Service-Präsenz und die Domänenexpertise sind in dieser Tiefe nur bei zwei oder drei Wettbewerbern weltweit zu finden. Den fünften Stern verlieren wir aus drei Gründen: Erstens ist Heye kein klassisches “KI-Tool” im Sinne unserer Datenbank — KI ist eine Komponente in Maschinen, kein eigenständiges Produkt mit transparenter Modell-Dokumentation. Zweitens ist die öffentliche Informationslage zu Algorithmen, Trainingsdaten und Bildverarbeitungs-Modellen dünn — was bei Industriegüter-Anbietern üblich, aber für eine kritische Bewertung der KI-Komponenten erschwerend ist. Drittens ist die Lösung extrem nischen-spezifisch: außerhalb der Behälterglas-Produktion praktisch nicht einsetzbar. Für Hütten innerhalb dieser Nische ist Heye dagegen oft die erste Wahl — und in diesem engen Anwendungsbereich klar gold-wert.
Was wir bemerkt haben
- Mai 2026 — Heyes öffentliche Außendarstellung positioniert die KI-Komponenten weiterhin sehr zurückhaltend. SmartPLANT, HiSHIELD und Heye SmartLink enthalten datengetriebene Auswertungen und kamerabasierte Inspektion, werden aber nicht als “KI-Lösungen” beworben — typisch für Industrieanlagenbauer, die Substanz vor Marketing-Buzzwords stellen, aber für Käufer mit explizitem KI-Mandat unbefriedigend.
- 2024–2025 — In der Behälterglas-Branche verstärkt sich der Trend, Inspektionseinheiten am Kaltend mit Deep-Learning-Modellen für subtile Defektmuster nachzurüsten. Heye spricht in Vorträgen und auf Branchenmessen (z. B. glasstec Düsseldorf) zunehmend über ML-Ergänzungen zur klassischen regelbasierten Inspektion — explizite Produktnamen oder Modellfamilien werden öffentlich aber kaum genannt.
- Wettbewerbsumfeld — Direkter Hauptwettbewerber Bucher Emhart Glass hat 2023 das französische Inspektions-Spezialhaus MSC & SGCC vollständig übernommen und damit seine Cold-End-Expertise gestärkt. Heye reagiert mit eigener Vertiefung der SmartPLANT-Plattform, der strategische Wettbewerb um die digitale Kontrolle der Glas-Produktionslinie hat sich zwischen 2023 und 2026 deutlich verschärft.
- Standorte — Heye hat seine Trainings- und Engineering-Standorte in Obernkirchen und Nienburg über die letzten Jahre kontinuierlich ausgebaut. Der deutsche Service bleibt ein klares Differenzierungsmerkmal gegenüber teils günstigeren Wettbewerbern aus Tschechien (Sklostroj) oder Asien.
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