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Google Patents

Google

4/5

Redaktionelle Einschätzung auf Basis von 12 öffentlichen Quellen. Kein Hands-on-Produkttest, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben. Die Sternebewertung ist eine Meinung der Redaktion.

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Patent-Suche von Google mit über 120 Millionen Veröffentlichungen aus mehr als 100 Patentämtern. Maschinelle Übersetzung nicht-englischer Patente ins Englische, eine Liste ähnlicher Dokumente auf Basis von Textähnlichkeit, Zitierungen, Patentfamilien und Non-Patent-Literatur aus Google Scholar und Google Books. Stärke: niedrige Einstiegshürde. Schwäche: Boolean-Eingabe nur in der erweiterten Suche, Proximity-Operatoren ändern nur das Ranking, Google betreibt Server weltweit und beschreibt keinen AVV.

Kosten: Google weist in Hilfe und Startseite keinen Preis aus, die Suche läuft über die Startseite ohne Anmeldung; eine kostenpflichtige Stufe beschreibt die Hilfe nicht

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Stärken

  • Direkt über die Startseite ohne Anmeldung nutzbar, Google weist keinen Preis aus
  • Über 120 Mio. Patentveröffentlichungen aus mehr als 100 Ämtern (USPTO, EPO, DPMA, JPO, CNIPA, WIPO)
  • Patente, die nur in einer anderen Sprache vorliegen, sind maschinell ins Englische übersetzt und über englische Stichwörter auffindbar
  • Jeder Treffer enthält eine Liste ähnlicher Dokumente (laut Hilfe auf Textähnlichkeit basiert), der Prior Art Finder schlägt aus eingefügtem Text Suchbegriffe vor
  • Integration mit Google Scholar und Google Books für Non-Patent-Literature (NPL) und Prior-Art-Recherche
  • Boolean-Suche mit Wildcards, Phrasen und Proximity-Operatoren
  • Patentfamilien, Zitierungen und Verfahrensdaten in einer Oberfläche: pro einfacher Patentfamilie erscheint ein Treffer, die Patentansicht enthält Volltext, Abbildungen, Original-PDF, Metadaten und Zitierungen, bei umstrittenen Patenten den Hinweis „Family has litigation“ mit Daten von Darts-ip und Unified Patents

Einschränkungen

  • Proximity-Operatoren ändern laut Google-Hilfe nur das Ranking, nicht die Treffermenge, Profi-Recherche stößt an Grenzen
  • Die Google-Hilfe beschreibt keine Workflow-Funktionen wie Portfolios, Watchlists oder Team-Kollaboration
  • Google betreibt Server auf der ganzen Welt, eine EU-Region oder einen AVV für Google Patents beschreiben die archivierten Seiten nicht, für vertrauliche Wettbewerbsrecherchen ein Punkt zur Klärung
  • Die CPC-Einordnung der Non-Patent-Literatur erfolgt maschinell, bei klassifikationsbasierter Recherche solltest du Treffer stichprobenweise prüfen
  • Der CSV-Download der Trefferliste ist auf die Top 1000 Ergebnisse begrenzt, eine API beschreibt die Google-Hilfe nicht; Rohdaten gibt es getrennt als Google Patents Public Datasets auf BigQuery
  • Google garantiert keine vollständige Abdeckung ("we cannot guarantee complete coverage")

Passt gut zu

Erste Orientierung und Stand-der-Technik-Recherche Startups und KMU ohne Budget für Premium-Tools Wissenschaftler und Studierende für Prior-Art-Suche Schnelles Ähnlichkeits-Mapping vor tiefer Profi-Recherche

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du recherchierst gelegentlich und brauchst kein Profi-Tool
  • Du willst dich schnell in ein technisches Feld einarbeiten und bist auf Übersicht aus
  • Du suchst Prior-Art zu einer konkreten Idee, bevor du eine Anmeldung in Auftrag gibst
  • Du arbeitest viel mit US-Patenten oder mit fremdsprachigen Patenten (CN, JP, KR)

Wann nein

  • Du brauchst belastbare, dokumentierte Recherchen für eine Patentanmeldung oder Klage
  • Du arbeitest mit vertraulichen Suchanfragen, die nicht über Google laufen dürfen
  • Du brauchst automatisierte Überwachung, Alerts oder API-Anbindung
  • Du benötigst hochpräzise CPC-/IPC-Klassifikationsrecherche auf Examinator-Niveau

Kurzfazit

Google Patents ist eine sehr zugängliche Patent-Datenbank: ohne Anmeldung nutzbar, mit mehr als 120 Millionen Patentveröffentlichungen aus über 100 Ämtern. Wer eine erste Recherche zum Stand der Technik braucht, beginnt hier. Die maschinelle Übersetzung fremdsprachiger Patente und die Liste ähnlicher Dokumente sind praktische Hilfen für die Vorrecherche. Für ernsthafte Profi-Recherche, Freedom-to-Operate-Gutachten, Nichtigkeitsverfahren, strukturierte Portfolio-Analyse, kommst du an spezialisierten Tools wie Patsnap, Questel Orbit oder PatSeer trotzdem nicht vorbei. Google Patents ist ein guter Einstieg, aber nicht das Endgerät.

Für wen ist Google Patents?

Erfinder und Gründer: Bevor du eine Patentanmeldung beauftragst, klärst du hier in einer halben Stunde, ob deine Idee vielleicht längst existiert.

KMU und Startups: Wer kein Budget für Premium-Tools wie Patsnap oder Questel hat, bekommt mit Google Patents eine überraschend leistungsfähige Basis. Für gelegentliche Wettbewerbs-Checks oder Innovations-Recherchen reicht das aus.

Wissenschaftler und Studierende: Forschungsgruppen an Universitäten nutzen Google Patents für Prior-Art-Suche in Förderanträgen, Doktorarbeiten und Drittmittelprojekten. Die Integration mit Google Scholar macht es leicht, Patente und Fachliteratur parallel zu durchsuchen.

Journalisten und Analysten: Wer Technologietrends, Konzernstrategien oder Innovationsraten recherchiert, kann mit Google Patents in Minuten herausfinden, was Apple, BYD oder Siemens kürzlich angemeldet haben, und in der Patentansicht sehen, ob zur Patentfamilie Gerichtsverfahren vermerkt sind („Family has litigation“).

Patent-Profis als Zweittool: Auch erfahrene Patentanwälte und Recherche-Spezialisten können Google Patents als zweites Fenster nutzen, nicht als Hauptwerkzeug, aber für schnelle Schnellschüsse, Ähnlichkeits-Querverweise und zum Verifizieren von Treffern aus Premium-Tools.

Weniger geeignet für: Patentanwälte, die rechtssichere FTO-Gutachten erstellen, IP-Abteilungen mit Portfolio-Verwaltungsbedarf, Recherchen unter Geheimhaltung (jede Suche geht an Google) und alle, die belastbare CPC-/IPC-Klassifikationsrecherche auf Examinator-Niveau brauchen.

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
StandardKein Preis ausgewiesenVolltext-Suche in 120+ Mio. Patentveröffentlichungen aus 100+ Ämtern, maschinelle Übersetzung, Liste ähnlicher Dokumente, Zitierungen, Non-Patent-Literatur über Google Scholar und Google Books
Premium-Eine kostenpflichtige Stufe oder einen Enterprise-Plan beschreibt die Google-Hilfe nicht.

Einordnung: Der größte Mehrwert von Google Patents ist die niedrige Einstiegshürde: Google weist keinen Preis aus, und die Suche läuft ohne Anmeldung. Was fehlt, sind nicht die Daten, sondern Workflow, Audit-Trail, Team-Kollaboration und der Profi-Suchgrad an Operatoren. Für gelegentliche Recherche reicht Google Patents vollständig. Für ein IP-Team, das täglich Stunden mit Patentrecherche verbringt, lohnt der Schritt zu einem Profi-Tool, aber selbst dann kann Google Patents als Zweitwerkzeug daneben bleiben.

Stärken im Detail

Niedrige Einstiegshürde. Du tippst patents.google.com in den Browser, gibst Stichwörter ein, bekommst Treffer. Kein Login, kein Onboarding, keine Schulung.

Ähnliche Dokumente und Prior Art Finder. Jeder Treffer enthält laut Google-Hilfe am Ende eine Liste „Similar Documents“, die auf Textähnlichkeit basiert. Wer einen größeren Textblock einfügt, bekommt vom Prior Art Finder (Keyword-Extractor) Suchbegriffe vorgeschlagen. Beides hilft bei der Stand-der-Technik-Recherche, weil du Treffer jenseits deiner ersten Stichwörter findest.

Maschinelle Übersetzung für globale Recherche. Patente, die nur in einer anderen Sprache vorliegen, werden laut Google-Hilfe ins Englische übersetzt und indexiert, du kannst sie also mit englischen Stichwörtern suchen. Die Qualität reicht nicht für juristische Auslegung, aber für die Frage „Existiert da etwas Ähnliches?“ vollkommen aus.

Patentfamilien, Zitierungen und Verfahren. In der Trefferliste erscheint pro einfacher Patentfamilie (alle Patente mit denselben Prioritätsansprüchen) nur der am höchsten gerankte Treffer, die übrigen Familienmitglieder blendet Google aus. Die Ansicht eines Patents enthält Volltext, Abbildungen, das Original-PDF, Metadaten und Zitierungen. Die Ansicht des Apple-Patents US7469381B2 etwa listet „Cited By“, „Patent Citations“, „Legal Events“ und den „Country Status“ der Familie und zeigt „Family has litigation“: Fälle aus dem „Global patent litigation dataset“ von Darts-ip und aus den „Unified Patents Litigation Data“. Den angezeigten Rechtsstand versieht Google mit dem Hinweis, er sei „an assumption and is not a legal conclusion“.

Google Scholar, Google Books und Prior Art Archive. Prior-Art-Recherche braucht nicht nur Patente, sondern auch Non-Patent-Literature, wissenschaftliche Paper, Lehrbücher, technische Manuals. Google Patents enthält laut Hilfe eine Kopie der in Google Scholar und Google Books indexierten Dokumente sowie Dokumente aus dem Prior Art Archive, und mit dem Häkchen „Include non-patent literature“ nimmst du Scholar-Ergebnisse in die Suche auf.

Boolean-Syntax in der erweiterten Suche. Mit AND, OR, NOT, Phrasen in Anführungszeichen, Wildcards und Proximity-Suchen kannst du recht gezielt arbeiten, die Boolean-Eingabe gibt es laut Hilfe aber nicht auf der Startseite, sondern in der erweiterten Suche. Für die meisten Recherche-Aufgaben reicht das.

Abdeckung nach Ämtern. Google listet Volltexte von 22 Ämtern, darunter die USA, Europa, Japan, China, Südkorea, WIPO, Russland und Deutschland. Ab welchem Jahr Volltext vorliegt, zeigt die Startseite pro Amt („Full-text since“).

Schwächen ehrlich betrachtet

Proximity grenzt die Treffermenge nicht ein. Google Patents kennt Boolean-Logik und Proximity-Operatoren, laut Google-Hilfe ändern die Proximity-Operatoren aber nur das Ranking, nicht die Treffermenge. Für FTO-Gutachten oder Nichtigkeitsrecherchen ist das ein echtes Hindernis.

Keine Workflow-Funktionen beschrieben. Die Google-Hilfe beschreibt keine Watchlists, Alerts bei neuen Veröffentlichungen, Sammlungen, Annotationen oder Team-Funktionen. Wer regelmäßig dieselben Themen verfolgen will, muss jedes Mal neu suchen, oder ein zweites Tool dafür dranschalten.

Export begrenzt, keine API beschrieben. Aus der Trefferliste kannst du laut Hilfe die bis zu 1000 bestplatzierten Ergebnisse als CSV herunterladen, „fewer than 1000 results may be returned“. Eine API für automatisierte Pipelines beschreibt die Google-Hilfe nicht. Für größere Auswertungen verlinkt die Startseite die „Public Datasets“: Google hat im Oktober 2017 die Google Patents Public Datasets auf BigQuery gestartet, verbundene Tabellen „for empirical analysis of the international patent system“, die du per SQL abfragst. Das ist ein eigenes Google-Cloud-Angebot und kein Ersatz für den Web-Workflow, für Datenwissenschaftler aber der Weg zu den Rohdaten.

Server weltweit, kein AVV beschrieben. Google betreibt laut Datenschutzerklärung Server auf der ganzen Welt, deine Daten können außerhalb deines Landes verarbeitet werden. Eine EU-Region oder einen AVV für Google Patents beschreiben die archivierten Seiten nicht. Für freie Recherche ist das in der Praxis kein Problem, Patente sind öffentliche Dokumente, und du kannst über die Suche nichts Vertrauliches verraten, was nicht ohnehin schon publik ist. Aber wer gezielt nach Wettbewerber-Patenten sucht, gibt Google damit Hinweise auf eigene strategische Interessen. Google schreibt dazu, dass der Zugriff auf einzelne Suchanfragen auf Mitarbeiter beschränkt ist, die ihn brauchen, und dass Google die Logs nicht für eigene Patentstrategien auswertet. Für IP-Abteilungen, die das nicht wollen, ist Espacenet oder ein lokal installiertes Tool die ehrlichere Wahl.

CPC-Einordnung maschinell. Die Non-Patent-Literatur in Google Patents ist laut Hilfe maschinell nach der Cooperative Patent Classification klassifiziert. Wer auf Klassifikationsbasis recherchiert, sollte die Ergebnisse stichprobenweise prüfen, was den Effizienzgewinn teilweise auffrisst.

Keine Abdeckungsgarantie. Google schreibt selbst, die Summen umfassten alle Patente und veröffentlichten Anmeldungen im Index, vollständige Abdeckung könne es aber nicht garantieren („we cannot guarantee complete coverage“). Für belastbare Recherchen mit Anspruch auf Vollständigkeit ist das ein Grund, mit der Datenbank des jeweiligen Amts gegenzuprüfen.

Rückmeldung über Feedback, kein Support-Kanal beschrieben. Die Hilfe verweist bei fehlenden Dokumenten auf das Feedback („please file feedback“), die Startseite bietet „Send feedback about technical issues or feature requests for Google Patents“. Einen weiteren Support-Kanal beschreiben die archivierten Seiten nicht.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Profi-Recherche mit Portfolio-Verwaltung und Workflows brauchstPatsnap
Wettbewerber-Benchmarking, Überwachung neuer Treffer und den KI-Assistenten Sophia brauchstQuestel Orbit
Asia-Pacific-Patente in besonders hoher Tiefe analysieren willstPatSeer
KI-gestützte Erfindungs-Generierung und Whitespace-Analyse brauchstIprova

Espacenet des Europäischen Patentamts hat eine eigene Seite: EPO Espacenet. Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: DEPATISnet (DPMA), Lens.org und The Lens Patent Search. Deren Angaben haben wir hier nicht geprüft. Google Patents ist ein guter Universal-Einstieg, aber für ernsthafte IP-Arbeit ergänzt man es fast immer um ein zweites, spezialisiertes Tool.

So steigst du ein

Schritt 1: Erste Recherche mit Volltextsuche. Öffne patents.google.com, gib drei bis fünf Stichwörter ein, die deine Erfindung oder dein Recherchethema beschreiben. Nutze Phrasen in Anführungszeichen, wenn die Wortreihenfolge wichtig ist (z. B. "lithium polymer separator"). Schaue dir die ersten 20–30 Treffer an und lies die Abstracts, du bekommst sehr schnell ein Gefühl, ob das Feld bereits dicht besetzt ist.

Schritt 2: Mit Ähnlichkeitssuche in die Tiefe. Wenn du ein besonders relevantes Patent findest, schau dir am Ende die Liste ähnlicher Dokumente an, Google zeigt dir verwandte Treffer auf Basis von Textähnlichkeit. Klick dich zwei bis drei Ebenen weiter und sammle interessante Treffer in einem separaten Browser-Tab. Anschließend prüfst du bei jedem Treffer die Zitierungen: Wer hat dieses Patent später zitiert? Das führt dich oft direkt zu aktuelleren, weiterentwickelten Patenten.

Schritt 3: Strukturieren und nachrecherchieren. Übertrage die gesammelten Patente in eine eigene Tabelle (Excel, Notion, Airtable) mit Anmeldenummer, Anmelder, Anmeldedatum, Kerngedanke. Für die rechtlich belastbare Auswertung nutzt du dann ein Profi-Tool oder beauftragst einen Patentanwalt, aber die Vorrecherche mit Google Patents reduziert die Stunden, für die du zahlst, oft um die Hälfte.

Ein konkretes Beispiel

Ein Hardware-Startup aus Berlin entwickelt eine neuartige Batterie-Kühlung für E-Bikes und will vor der Patentanmeldung wissen, ob das Konzept neu ist. Die Gründerin öffnet Google Patents, gibt "phase change material" battery cooling bicycle ein und findet 18 Treffer. Drei Patente sehen verdächtig ähnlich aus, sie schaut sich jeweils die ähnlichen Dokumente an und entdeckt zwei weitere relevante chinesische Anmeldungen, die per maschineller Übersetzung ins Englische gut lesbar sind. Über die Zitierungen landet sie bei einem aktuellen Patent von Bosch aus 2024, das das Verfahren deutlich weiterentwickelt. Insgesamt vergehen 90 Minuten. Mit dem Ausdruck der relevantesten Patente geht sie zum Patentanwalt, der bestätigt: Drei der gefundenen Patente sind tatsächlich kritisch, aber zwei davon laufen 2027 aus und das dritte hat einen engen Schutzbereich. Ergebnis: Sie spart sich eine teure Vollrecherche durch den Anwalt (geschätzt 2.500–4.000 €), formuliert den Anspruch enger und reicht eine Anmeldung ein, die mit hoher Wahrscheinlichkeit erteilbar ist. Google Patents hat die Vorrecherche erledigt, der Anwalt die juristische Bewertung, eine saubere Arbeitsteilung. Das Beispiel ist ein Szenario zur Veranschaulichung, keine Angabe von Google.

Nicht sicher, ob Google Patents zu euch passt?

Wir helfen bei der Tool-Auswahl und begleiten die Einführung in euren Arbeitsalltag, unverbindlich und kostenlos im Erstgespräch.

Erstgespräch anfragen

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Google betreibt laut Datenschutzerklärung „Server auf der ganzen Welt“, deine Daten können auf Servern außerhalb deines Landes verarbeitet werden. Einen konkreten Standort für Google Patents nennen die archivierten Seiten nicht, eine EU-Region beschreiben sie nicht.
  • Datennutzung: Die Google-Hilfe zu Patents schreibt: Der Zugriff auf einzelne Suchanfragen und zugehörige Metadaten ist auf Google-Mitarbeiter, Auftragnehmer und Beauftragte beschränkt, die diese Informationen benötigen. Google kann die Logs etwa bei auffälligen Traffic-Spitzen prüfen, um Missbrauch zu erkennen, und prüft sie nicht, um eigene Patentstrategien abzuleiten.
  • Vertraulichkeit: Patente sind öffentliche Dokumente, was du suchst, ist nicht geheim. Aber dein Suchverhalten kann strategische Interessen verraten. Für Wettbewerbsrecherchen ist das relevant.
  • Verschlüsselung: Der Zugriff auf Google Patents läuft laut Hilfe über HTTPS.
  • AVV: Einen AVV für Google Patents beschreiben die archivierten Google-Seiten nicht.
  • Empfehlung für Unternehmen: Für sensible Wettbewerbs- und Patentanalysen sollten IP-Abteilungen vorab klären, ob die Datenverarbeitung vertraglich geregelt ist, z. B. bei Patsnap oder Questel Orbit (Angaben dazu stehen auf deren Tool-Seiten). Google Patents bleibt das Einsteiger- und Schnelltool, nicht das Werkzeug für vertrauliche Profi-Recherche.

Gut kombiniert mit

  • Patsnap, Patsnap übernimmt die strukturierte Portfolio-Analyse, Watchlists und Workflows; Google Patents bleibt der schnelle Ad-hoc-Zugriff zum Gegenchecken.
  • Perplexity, für die ergänzende Recherche zu Märkten, Wettbewerbern und nicht-patentbezogener Literatur. Google Patents findet die Patente, Perplexity erklärt den Marktkontext mit Quellen.
  • Claude oder NotebookLM, ein gefundenes Patent (oft 30+ Seiten technischer Text) lädst du in Claude oder NotebookLM hoch und lässt dir die Kernansprüche, technischen Effekte und potenziellen Umgehungsstrategien zusammenfassen. Google Patents liefert die Quelle, die LLM-Tools die Analyse.

Unser Fazit

Google Patents verdient 4 von 5 Sternen. Es ist ein sehr zugängliches Patent-Recherche-Werkzeug, mit globaler Abdeckung, maschineller Übersetzung, einer Liste ähnlicher Dokumente und Non-Patent-Literatur aus Google Scholar und Google Books. Den fünften Stern verliert es durch Proximity-Operatoren, die nur das Ranking ändern, und das Fehlen von beschriebenen Workflow-Funktionen, einer API und einer EU-Hosting-Option, alles Punkte, die für Profi-Anwender entscheidend sind. Für Einsteiger, Erfinder, Forscher und KMU bleibt Google Patents trotzdem unsere klare Empfehlung als Startpunkt. Eine klare 4-Sterne-Wahl.

Was wir bemerkt haben

  • Dezember 2006, Google startet die Betaversion von Google Patent Search, zunächst mit „over 7 million patents granted by the United States Patent and Trademark Office (USPTO)“.
  • August 2012, Google nimmt die Patente des Europäischen Patentamts auf und führt den Prior Art Finder ein: Er „identifies key phrases from the text of the patent, combines them into a search query“ und zeigt Treffer aus Google Patents, Google Scholar, Google Books und dem übrigen Web.
  • Oktober 2017, Google startet die Google Patents Public Datasets auf BigQuery, verbundene Tabellen für die Analyse des internationalen Patentsystems.
  • November 2026, Aus der Trefferliste lassen sich laut Google-Hilfe die bis zu 1000 bestplatzierten Ergebnisse als CSV herunterladen. Frühere Fassungen dieser Seite behaupteten, es gebe keinen Export großer Trefferlisten.
  • November 2026, Die Google-Hilfe beschreibt die Ähnlichkeitsliste als Liste auf Basis von Textähnlichkeit und den Prior Art Finder als Keyword-Extractor. Google selbst schrieb im Oktober 2018, die Dokumente des Prior Art Archive seien „labeled with Cooperative Patent Classification codes using Google’s machine learning models“.
  • November 2026, Die Hilfeseiten nennen keinen Preis, keine Premium-Stufe und keine EU-Region. Die Datenschutzerklärung spricht von Servern auf der ganzen Welt.

Quellen

  1. Google Patents – Coverage (Hilfe). https://support.google.com/faqs/answer/7049585 (abgerufen am 2026-11-07). Über 120 Mio. Patentveröffentlichungen aus 100+ Patentämtern, Volltexte von 22 aufgelisteten Ämtern, maschinelle Übersetzung nicht-englischer Patente ins Englische, Non-Patent-Literatur aus Google Scholar und Google Books, keine Garantie vollständiger Abdeckung.
  2. Google Patents – Startseite. https://patents.google.com/ (abgerufen am 2026-11-07). Suchmaske mit Feldsuche, CPC-Suche, Chemie-Suche und Import von Patentnummern, Option Non-Patent-Literatur (Google Scholar) einzuschließen, kein Preis und keine Anmeldung auf der Seite.
  3. Google Patents – Searching (Hilfe). https://support.google.com/faqs/answer/7049475 (abgerufen am 2026-11-07). Boolean-Syntax nur in der erweiterten Suche, Proximity-Operatoren (NEAR, ADJ, WITH, SAME) ändern nur das Ranking, Prior Art Finder schlägt Suchbegriffe vor.
  4. Google Patents – Search results page (Hilfe). https://support.google.com/faqs/answer/7049588 (abgerufen am 2026-11-07). Ein Treffer pro einfacher Patentfamilie, CSV-Download der Top 1000 Ergebnisse.
  5. Google Patents – Result viewer (Hilfe). https://support.google.com/faqs/answer/7049724 (abgerufen am 2026-11-07). Liste ähnlicher Dokumente auf Basis von Textähnlichkeit, Patentansicht mit Volltext, Abbildungen, PDF, Metadaten und Zitierungen.
  6. Google Patents – Privacy and Security (Hilfe). https://support.google.com/faqs/answer/6391039 (abgerufen am 2026-11-07). HTTPS-Verschlüsselung, Zugriff auf einzelne Suchanfragen auf Mitarbeiter mit Bedarf beschränkt, Google prüft die Logs nicht für eigene Patentstrategien.
  7. Google – Datenschutzerklärung. https://policies.google.com/privacy (abgerufen am 2026-11-07). Google betreibt Server auf der ganzen Welt, Daten können außerhalb des Wohnlandes verarbeitet werden.
  8. Google Patents – Patentansicht US7469381B2. https://patents.google.com/patent/US7469381B2/en (abgerufen am 2026-11-07). Patentansicht mit Cited By, Patent Citations, Legal Events, Country Status, Hinweis Family has litigation mit Daten von Darts-ip und Unified Patents, Rechtsstand als Annahme gekennzeichnet.
  9. Official Google Blog – Now you can search for U.S. patents (13. Dezember 2006). https://googleblog.blogspot.com/2006/12/now-you-can-search-for-us-patents.html (abgerufen am 2026-11-07). Betaversion von Google Patent Search mit über 7 Millionen USPTO-Patenten.
  10. Inside Search – Improving Google Patents with European Patent Office patents and the Prior Art Finder (August 2012). https://search.googleblog.com/2012/08/improving-google-patents-with-european.html (abgerufen am 2026-11-07). EPA-Patente in Google Patents, Prior Art Finder kombiniert Schlüsselphrasen zu einer Suchanfrage.
  11. Google Cloud Blog – Google Patents Public Datasets (31. Oktober 2017). https://cloud.google.com/blog/products/gcp/google-patents-public-datasets-connecting-public-paid-and-private-patent-data (abgerufen am 2026-11-07). Start der Google Patents Public Datasets auf BigQuery.
  12. Google – Coming together to create a prior art archive (3. Oktober 2018). https://blog.google/outreach-initiatives/public-policy/coming-together-create-prior-art-archive/ (abgerufen am 2026-11-07). Prior Art Archive über Google Patents durchsuchbar, CPC-Labels mit Googles Machine-Learning-Modellen.

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