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Kostenlos Low-Code 🇩🇪 Deutschsprachig 🇪🇺 EU-Server Zuletzt geprüft: 25. Juli 2026

EPO Espacenet

European Patent Office

4/5

Redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen (Anbieterangaben, Preislisten, unabhängige Bewertungsplattformen), kein Hands-on-Produkttest, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben. Die Sternebewertung ist eine Meinung der Redaktion.

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Kostenlose Patent-Suchmaschine des Europäischen Patentamts mit Zugang zu über 140 Millionen Patentdokumenten weltweit, ohne Anmeldung nutzbar. Fachlich exzellent und in Europa gehostet, aber rein klassische Stichwort- und Klassifikationssuche ohne KI-Funktionen. Wir führen die Seite als KI-nah (adjacent): voll sichtbar und ehrlich als Nicht-KI-Werkzeug gekennzeichnet, nur nicht als KI-Tool empfohlen.

Kosten: 100 % kostenlos, keine Anmeldung erforderlich. Ein freiwilliges EPA-Konto (ebenfalls kostenlos) speichert Suchanfragen und Trefferlisten. Die Schnittstelle Open Patent Services (OPS) ist mit kostenlosem Kontingent nutzbar.

Kategorien

Stärken

  • Kostenlos und unbegrenzt nutzbar, ohne Anmeldung
  • Über 140 Millionen Patentdokumente aus mehr als 100 Ländern indexiert
  • Patentfamiliensuche über alle Länderversionen einer Erfindung, inklusive INPADOC-Rechtsstand
  • Deutsche Oberfläche, Betrieb durch eine europäische Organisation mit Sitz in München
  • Hohe Datenbankqualität, vom EPA selbst gepflegt, mit Zitierungen und Recherchenberichten
  • Patent Translate übersetzt Patentschriften maschinell in über 30 Sprachen

Einschränkungen

  • Keine KI-Funktionen, keine semantische Suche, keine Zusammenfassungen, kein neuronales Ranking
  • Reine Boolean- und IPC/CPC-Klassifikationssuche, gute Treffer hängen an der eigenen Suchstrategie
  • Manuelle Sichtung aller Treffer nötig, bei breiten Themen schnell mehrere Hundert Dokumente
  • Volltextsuche nicht für alle Länder und Jahrgänge verfügbar, ältere Dokumente oft nur als Scan
  • Export- und Trefferlisten sind begrenzt, kein vollwertiges Analytics-Modul

Passt gut zu

Erste Orientierung, 'Gibt es schon was Ähnliches?' Patentfamilienrecherche Kostenlose Vor-Recherche vor externem Anwalt

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du willst ohne Budget und ohne Registrierung prüfen, ob es zu deiner Idee schon Schutzrechte gibt
  • Du brauchst die Patentfamilie und den Rechtsstand einer konkreten Veröffentlichungsnummer
  • Du bereitest ein Gespräch mit einer Patentanwältin vor und willst mit Nummern statt Vermutungen kommen
  • Du recherchierst regelmäßig, kannst Boolean-Syntax und arbeitest gern mit CPC-Klassen

Wann nein

  • Du erwartest semantische Suche, KI-Zusammenfassungen oder ein Landscaping-Dashboard
  • Du brauchst eine belastbare Freedom-to-Operate-Aussage, das ist Anwaltsarbeit, kein Datenbankergebnis
  • Du willst Portfolio-Analysen, Wettbewerber-Monitoring und Reports auf Knopfdruck
  • Du hast keine Zeit, dich in Klassifikationen und Suchsyntax einzuarbeiten

Kurzfazit

Espacenet ist die kostenlose Patent-Suchmaschine des Europäischen Patentamts und für den ersten Blick ins Patentwesen praktisch konkurrenzlos: über 140 Millionen Dokumente aus mehr als 100 Ländern, keine Anmeldung, keine Paywall, deutsche Oberfläche, gepflegt von der Behörde, die die Daten selbst erzeugt. Wer wissen will, ob es zu einer Idee schon Schutzrechte gibt, kommt hier weiter, ohne einen Cent auszugeben.

Was Espacenet nicht ist: ein KI-Werkzeug. Die Suche läuft klassisch über Boolean-Operatoren, Wildcards und IPC/CPC-Klassifikationen. Es gibt keine semantische Suche, keine KI-Zusammenfassung einer Patentschrift, kein neuronales Ranking. Wir führen die Seite deshalb als adjacent, also KI-nah ohne KI-Kern: voll sichtbar für alle, die genau das suchen, aber nicht als KI-Tool empfohlen. Vier Sterne für ein exzellentes Fachwerkzeug mit einer Bedienung, die dir nichts abnimmt.

Für wen ist Espacenet?

Gründerinnen und Entwickler vor der Anmeldung. Bevor du Geld für eine Patentanmeldung ausgibst, willst du wissen, ob jemand vor dir da war. Espacenet ist der günstigste Weg, sich diese Frage grob zu beantworten. Du findest den Stand der Technik nicht vollständig, aber du findest die offensichtlichen Treffer, und die reichen oft, um eine Idee zu schärfen oder zu verwerfen.

Patentanwaltskanzleien und IP-Abteilungen. Für die tägliche Nummernrecherche, den Rechtsstand über INPADOC und den schnellen Blick in die Patentfamilie ist Espacenet auch dann gesetzt, wenn im Haus zusätzlich ein kommerzielles System läuft. Die Daten sind Primärquelle, nicht Aufbereitung durch Dritte.

Forschung und Lehre. Hochschulen und Institute nutzen Espacenet für Technologie-Recherche und für die Ausbildung. Der Zugang ist frei, der Datenbestand ist zitierfähig, und die Recherchenberichte des EPA hängen direkt am Dokument.

Technische Redaktion und Wettbewerbsbeobachtung. Wer verfolgen will, was ein bestimmter Wettbewerber anmeldet, kommt mit einer Anmeldersuche plus gespeicherter Abfrage erstaunlich weit. Komfortabel ist das nicht, aber es kostet nichts.

Weniger geeignet für: alle, die ein KI-Tool suchen. Espacenet enthält keine KI-Suche und keine Zusammenfassungen. Ebenfalls ungeeignet für Portfolio-Analysen und Landscaping-Charts, dafür brauchst du ein kommerzielles System wie PatSnap. Und für eine belastbare Freedom-to-Operate-Aussage ersetzt keine Datenbank die anwaltliche Bewertung.

Preise im Detail

ZugangPreisWas du bekommst
Espacenet ohne Konto0 €Volle Suche, Dokumentenansicht, Patentfamilie, Rechtsstand, Zitierungen, Patent Translate
Espacenet mit EPA-Konto0 €Zusätzlich gespeicherte Suchanfragen, eigene Sammlungen, Wiederaufnahme früherer Recherchen
Open Patent Services (OPS)0 € im KontingentProgrammatischer Zugriff per Schnittstelle, Registrierung nötig, Wochenlimit für das Datenvolumen

Einordnung: Espacenet ist wirklich kostenlos, nicht “kostenlos mit Haken”. Es gibt keinen Pro-Tarif, keine Trefferlimits gegen Aufpreis und keine Werbung. Finanziert wird das Ganze über die Gebühren, die Anmelder ohnehin an das EPA zahlen. Der Preis ist deshalb der falsche Vergleichsmaßstab: Was du bei kommerziellen Anbietern für vier- bis fünfstellige Jahresbeträge bekommst, ist nicht der Zugang zu den Daten, sondern die Aufbereitung, die Analytik und die semantische Suche darüber. Wer nur Rohdaten braucht, spart sich das komplett.

Stärken im Detail

Der Datenbestand ist die Primärquelle. Über 140 Millionen Patentveröffentlichungen aus mehr als 100 Ländern, gepflegt vom EPA selbst. Kommerzielle Anbieter kaufen dieselben Rohdaten ein und veredeln sie. Bei Espacenet siehst du, was tatsächlich veröffentlicht wurde, inklusive Recherchenbericht, zitierter Literatur und der Dokumente, die dein Treffer später selbst zitiert hat.

Patentfamilie und Rechtsstand in einem Klick. Eine Erfindung existiert selten als ein Dokument, sondern als Familie über mehrere Länder. Espacenet zeigt dir die einfache Familie und die INPADOC-Familie samt Rechtsstandsereignissen: erteilt, zurückgenommen, erloschen, in welchem Land, seit wann. Das ist die Information, mit der du überhaupt erst einschätzen kannst, ob ein Schutzrecht dich in deinem Markt betrifft.

Patent Translate. Chinesische, japanische und koreanische Anmeldungen machen einen großen Teil der weltweiten Veröffentlichungen aus. Patent Translate übersetzt Patentschriften maschinell in über 30 Sprachen, direkt aus der Dokumentenansicht heraus. Das ist die einzige Komponente im Portal, die überhaupt mit maschinellem Lernen arbeitet, und sie ist ein Übersetzungs-, kein Suchwerkzeug.

Präzision, wenn du sie beherrschst. Boolean-Operatoren, Abstandsoperatoren, Wildcards und die CPC-Klassifikation ergeben zusammen eine sehr scharfe Suche. Eine gut gebaute Abfrage aus zwei Klassen und drei Stichwörtern liefert dir dreißig relevante Treffer statt dreitausend. Genau diese Kontrolle vermissen Profis bei semantischen Systemen, deren Ranking sich nicht nachvollziehen lässt.

Kein Vertrieb, kein Login-Zwang, keine Abschaltung. Espacenet ist seit den Neunzigern da und wird von einer zwischenstaatlichen Organisation betrieben. Das Risiko, dass dein Recherchewerkzeug übernommen, eingestellt oder plötzlich dreimal so teuer wird, ist hier praktisch null. Das ist bei Software mehr wert, als es klingt.

Schwächen ehrlich betrachtet

Keine KI, an keiner Stelle der Suche. Du kannst Espacenet nicht fragen: “Welche Patente gibt es zu induktivem Laden von E-Bikes in Deutschland?” Du musst diese Frage selbst in Klassen, Stichwörter und Operatoren übersetzen. Genau dieser Schritt ist der schwierige, und Espacenet nimmt ihn dir nicht ab. Wenn deine Suchstrategie schlecht ist, ist dein Ergebnis schlecht, und du merkst es nicht einmal.

Volltext ist lückenhaft. Beschreibung und Ansprüche sind längst nicht für alle Länder und Jahrgänge durchsuchbar. Ältere und viele nationale Dokumente liegen nur als Faksimile vor, dann findet die Suche im besten Fall Titel und Zusammenfassung. Wer glaubt, eine Volltextsuche über den gesamten Bestand gemacht zu haben, täuscht sich.

Manuelle Sichtung frisst die Zeit. Bei einem breit gefassten Thema stehen schnell mehrere Hundert Treffer in der Liste, und jeder davon will wenigstens über Titel und Zusammenfassung eingeordnet werden. Kommerzielle Systeme bieten hier Clustering, Relevanz-Ranking und Zusammenfassungen. Espacenet bietet eine Liste. Für eine ernsthafte Recherche solltest du einen halben bis ganzen Tag einplanen, nicht eine Kaffeepause.

Export und Auswertung sind Nebensache. Trefferlisten lassen sich exportieren, aber in begrenztem Umfang und ohne die Analytik, die man für Portfolio-Auswertungen braucht. Wer Anmeldezahlen über Zeit, Wettbewerber-Vergleiche oder Landkarten will, baut das entweder selbst über die OPS-Schnittstelle oder greift zu einem kommerziellen Werkzeug.

Kein Ersatz für eine anwaltliche Bewertung. Das ist keine Schwäche des Produkts, aber der häufigste Denkfehler seiner Nutzer. Eine Espacenet-Recherche ohne Treffer bedeutet nicht, dass der Weg frei ist. Sie bedeutet, dass du mit deiner Suchstrategie nichts gefunden hast. Der Unterschied ist im Streitfall teuer.

Alternativen im Vergleich

Wenn du das willstNimm
Semantische Suche, KI-Zusammenfassungen, Landscaping und Portfolio-AnalytikPatSnap
Kostenlose Recherche mit besserem Volltext-Index und vertrauter SuchlogikGoogle Patents
Analytik-lastige Patentrecherche mit KI-gestützter KlassifikationPatSeer
Eine lange Patentschrift zusammenfassen und gezielt befragenNotebookLM
Fremdsprachige Passagen in belastbarer Qualität übersetzenDeepL

In der Praxis ist die Kombination stärker als die Wahl: Espacenet für die saubere Trefferliste und den Rechtsstand, Google Patents als zweiter Index für den Volltext, ein Sprachmodell für die Lesearbeit an den zwanzig Dokumenten, die übrig bleiben. Daneben existieren weitere kommerzielle Anbieter wie LexisNexis PatentSight, Questel Orbit und The Lens. Wir bewerten sie, sobald wir sie verifizieren konnten.

So steigst du ein

  1. Fang bei der Klassifikation an, nicht beim Stichwort. Such zuerst ein einziges Patent, das deiner Idee nahekommt, und schau dir dessen CPC-Klassen an. Diese Klassen sind dein Einstieg. Eine Suche aus zwei CPC-Klassen und zwei Stichwörtern schlägt zehn Stichwörter ohne Klasse fast immer.
  2. Arbeite mit der Patentfamilie, nicht mit Einzeldokumenten. Wenn ein Treffer relevant aussieht, öffne die Familie und den Rechtsstand. Erst dort siehst du, in welchen Ländern das Schutzrecht überhaupt in Kraft ist. Ein erteiltes US-Patent ohne deutsche Familienmitglieder ist für einen rein deutschen Markt eine andere Nachricht als ein erteiltes EP-Patent.
  3. Leg dir ein kostenloses EPA-Konto an und speichere die Abfrage. Recherche ist nie in einer Sitzung fertig. Mit gespeicherter Suche und eigener Sammlung nimmst du beim nächsten Mal den Faden auf, statt die Syntax neu zu bauen. Für wiederkehrende Beobachtung eines Wettbewerbers ist das der halbe Aufwand.

Ein konkretes Beispiel

Ein Maschinenbauunternehmen aus dem Sauerland mit 90 Mitarbeitenden entwickelt eine Schnellwechsel-Kupplung für Anbaugeräte. Vor der Entwicklungsfreigabe will die Geschäftsführung wissen, ob sie in ein Minenfeld läuft. Die Konstruktionsleiterin startet in Espacenet, findet über ein bekanntes Wettbewerbsprodukt die passende CPC-Klasse, kombiniert sie mit drei Stichwörtern und landet bei 180 Treffern. Nach einem halben Tag Sichtung bleiben elf Dokumente übrig, davon vier mit deutschen Familienmitgliedern in Kraft.

Diese elf Nummern gehen an die Patentanwaltskanzlei. Statt einer offenen Recherche mit unklarem Umfang bekommt die Kanzlei einen konkreten Prüfauftrag, und die Rechnung fällt entsprechend kleiner aus. Zwei der vier aktiven Schutzrechte laufen in achtzehn Monaten ab, was die Produktplanung direkt beeinflusst. Kosten für den Espacenet-Teil: null Euro plus ein halber Arbeitstag. Was Espacenet dabei nicht geleistet hat: die elf Patentschriften zu lesen und zu bewerten. Das hat die Konstruktionsleiterin selbst getan, mit einem Sprachmodell als Lesehilfe für die englischen Ansprüche.

DSGVO & Datenschutz

  • Betreiber: Das Europäische Patentamt ist das Vollzugsorgan der Europäischen Patentorganisation mit Sitz in München und weiteren Dienststellen in Den Haag, Berlin und Wien. Betrieb und Datenhaltung liegen in Europa.
  • Sonderstellung: Als zwischenstaatliche Organisation unterliegt die Europäische Patentorganisation nicht unmittelbar der DSGVO, sondern eigenen Datenschutzvorschriften mit eigenem Datenschutzbeauftragten und eigener Aufsichtsinstanz.
  • Angemessenheitsbeschluss: Die EU-Kommission hat der Organisation 2025 ein angemessenes Datenschutzniveau bescheinigt. Übermittlungen personenbezogener Daten aus der EU an das EPA sind damit ohne zusätzliche Garantien wie Standardvertragsklauseln zulässig.
  • Nutzung ohne Konto: Die Recherche funktioniert vollständig ohne Anmeldung. Ein Konto brauchst du nur für gespeicherte Suchen und Sammlungen, dann hinterlegst du E-Mail-Adresse und Zugangsdaten.
  • Kein AVV nötig, aber auch keiner möglich: Du bist Nutzer einer öffentlichen Datenbank, nicht Auftraggeber einer Verarbeitung. Einen Auftragsverarbeitungsvertrag gibt es für Espacenet nicht, weil die Konstellation ihn nicht vorsieht.
  • Vertraulichkeit der eigenen Suche: Was du suchst, verrät, woran du arbeitest. Bei jedem Anbieter, auch beim EPA, entstehen dabei Protokolle. Bei strategisch heiklen Freedom-to-Operate-Recherchen beauftragen Unternehmen deshalb bewusst Dritte, damit die Suchspur nicht auf sie zurückführt.
  • Einordnung: Für den normalen Gebrauch ist Espacenet datenschutzrechtlich unauffällig und deutlich unkritischer als eine US-Plattform mit Pflichtkonto. Sensibel ist nicht das Tool, sondern der Inhalt deiner Suchanfragen.

Gut kombiniert mit

  • Google Patents, als zweiter Index. Der Volltext-Bestand und die Trefferreihenfolge unterscheiden sich spürbar von Espacenet. Wer beide Systeme mit derselben Frage füttert, findet regelmäßig Dokumente, die im jeweils anderen durchgerutscht sind. Für eine ernsthafte Vor-Recherche ist das Pflicht, nicht Kür.
  • NotebookLM, für die Lesearbeit danach. Lade die zehn bis zwanzig relevanten Patentschriften als PDF hoch und lass dir Ansprüche zusammenfassen und gegenüberstellen. Die Antworten sind mit Fundstellen belegt, was bei Patentrecherche wichtiger ist als bei jeder anderen Textsorte. Die rechtliche Bewertung bleibt trotzdem beim Anwalt.
  • DeepL, wenn Patent Translate an seine Grenzen kommt. Für den ersten Überblick reicht die eingebaute Übersetzung, für die genaue Formulierung eines Anspruchs, an dem eine Bewertung hängt, willst du eine zweite Maschine dagegenhalten.

Unser Fazit

Espacenet bekommt 4 von 5 Sternen. Für ein kostenloses Werkzeug ist das eine ungewöhnlich hohe Bewertung, und sie ist verdient: Datenqualität, Abdeckung, Patentfamilien, Rechtsstand und Zitierungen sind auf einem Niveau, für das kommerzielle Anbieter vierstellige Jahresbeträge verlangen. Dazu kommt eine Betreiberstabilität, die kein Startup bieten kann, und eine datenschutzrechtliche Lage, die für europäische Nutzer erfreulich klar ist.

Den fünften Stern kostet die Bedienung. Espacenet setzt voraus, dass du weißt, wie man sucht: Klassifikationen, Boolean-Logik, Abstandsoperatoren. Wer das nicht mitbringt, bekommt entweder dreitausend Treffer oder drei, und in beiden Fällen ein falsches Sicherheitsgefühl. Die lückenhafte Volltextabdeckung und die schwache Auswertung kommen dazu. Für unseren KI-Katalog bleibt außerdem festzuhalten: Hier steckt keine KI drin. Als Fachwerkzeug ist Espacenet erste Wahl, als KI-Werkzeug taucht es in unserer Liste nur zur Einordnung auf.

Was wir bemerkt haben

  • Juli 2026, Als adjacent eingeordnet (KI-nah, kein KI-Kern), nicht deprecated. Die Seite bleibt voll sichtbar unter /tools/epo-espacenet/, ehrlich als Nicht-KI-Werkzeug gekennzeichnet, nur nicht als KI-Tool empfohlen. Zugleich die Coverage-Angabe auf über 140 Millionen Patentdokumente (Stand 2022) aktualisiert, zuvor stand hier veraltet über 90 Millionen.
  • Juli 2025, Die EU-Kommission hat der Europäischen Patentorganisation einen Angemessenheitsbeschluss erteilt. Datenübermittlungen aus der EU an das EPA sind seither ohne Standardvertragsklauseln zulässig, was die vorher unklare Rechtslage für europäische Nutzer erheblich vereinfacht.
  • November 2024, Das EPA hat öffentlich gemacht, dass eine Espacenet-Version mit Abfragen in natürlicher Sprache in Entwicklung ist, dazu Modelle zur Analyse von Zeichnungen und chemischen Formeln. Intern nutzt das Amt bereits KI, etwa EP-AutoCla zur automatischen Klassifikation seit 2020 sowie Vektorraum- und k-NN-Verfahren in Prüfer-Werkzeugen. Im öffentlichen Espacenet ist davon bis Juli 2026 nichts angekommen. Sollte sich das ändern, ändern wir die Einstufung.
  • Historisch, Espacenet hatte nie eine KI-Suche. Die einzige KI-nahe Komponente ist Patent Translate, die maschinelle Übersetzung in Partnerschaft mit Google, eingebettet, aber kein Such- oder Analyse-Feature. Im öffentlichen Espacenet-Portal sind keine KI-Such-, Ranking- oder Zusammenfassungs-Funktionen verfügbar.

Quellen

  1. IPWatchdog – EPO Pressemitteilung neues Espacenet. https://ipwatchdog.com/press/european-patent-office-launches-new-espacenet-improving-access-worlds-largest-free-collection-patent-documents/ (abgerufen am 2026-06-20). Espacenet bietet kostenlosen Zugang zu über 110 Millionen Patentdokumenten weltweit, betrieben vom Europäischen Patentamt (EPO); Patent Translate ermöglicht Übersetzungen in 32 Sprachen, keine KI-Suchfunktion erwähnt..
  2. Wikipedia – Espacenet. https://en.wikipedia.org/wiki/Espacenet (abgerufen am 2026-07-18). Espacenet ist ein kostenloser Online-Dienst des European Patent Office (EPO) und verzeichnet laut Stand 2022 über 140 Millionen Patentpublikationen; Suche per SmartSearch, CPC-Klassifikation und Volltext (EN/FR/DE), Patent Translate zur maschinellen Übersetzung in Partnerschaft mit Google, jedoch keine KI-Analyse-, Semantik- oder Zusammenfassungsfunktionen..
  3. The IPKat – How the European Patent Office uses AI to facilitate patent searches. https://ipkitten.blogspot.com/2024/11/guestpost-how-european-patent-office.html (abgerufen am 2026-07-25). Das EPA setzt KI intern ein (EP-AutoCla zur automatischen Klassifikation seit 2020, Vector-Space-Modelle und k-NN in Prüfer-Werkzeugen). Eine Espacenet-Version mit Abfragen in natürlicher Sprache befindet sich in Entwicklung, ebenso Modelle zur Figuren- und Formelanalyse. Im öffentlichen Espacenet sind diese Funktionen noch nicht verfügbar..
  4. EUR-Lex – Angemessenheitsbeschluss (EU) 2025/1382 zur Europäischen Patentorganisation. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/HTML/?uri=CELEX:32025D1382 (abgerufen am 2026-07-25). Die EU-Kommission hat der Europäischen Patentorganisation ein angemessenes Datenschutzniveau bescheinigt. Die Organisation unterliegt als zwischenstaatliche Einrichtung nicht unmittelbar der DSGVO, sondern eigenen Datenschutzvorschriften; Datenübermittlungen aus der EU sind ohne zusätzliche Garantien wie Standardvertragsklauseln zulässig..

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