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Genetec Security Center

Genetec Inc.

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Enterprise-Plattform für unifizierte physische Sicherheit aus Kanada: zentrale Verwaltung von Videoüberwachung (Omnicast), Zutrittskontrolle (Synergis), Kennzeichenerkennung (AutoVu) und Alarm-Management in einer Oberfläche. KI-gestützte Anomalieerkennung kommt aus dem hauseigenen KiwiVision-Modul (verlassene Gegenstände, Loitering, Crowd, Tampering). Seit 2023 zusätzlich als Cloud-native SaaS-Variante verfügbar, mit AI-powered Search für forensische Recherche.

Kosten: Enterprise-Lizenzierung; typisch 15.000–80.000 € Setup On-Premise (Omnicast + KiwiSecurity-Module), ca. 3.000–8.000 €/Jahr Wartung (SMA) für 50–200 Kameras. SaaS-Variante als Abo nach Kamerazahl, indikativ ab ca. 25–40 €/Kamera/Monat über Channel-Partner.

Kategorien

Stärken

  • Bewährte Enterprise-Plattform mit weltweit hunderttausenden Installationen und tiefer Branchenverankerung
  • Native KI-Module (KiwiVision) für Anomalieerkennung, verlassene Gegenstände, Loitering, Crowd-Detection, Tampering, direkt im VMS, ohne Drittanbieter
  • AI-powered Search in Security Center SaaS: forensische Recherche über tausende Geräte per Beschreibung statt manuellem Scrubbing
  • Echte Unified-Plattform: Video, Zutritt, ALPR und Kommunikation in einer Oberfläche statt vier getrennten Systemen
  • Skaliert von 10 bis 10.000+ Kameras ohne Architekturwechsel
  • Open Architecture: über 2.000 unterstützte Geräte, kein Vendor-Lock auf Kamera-Hardware
  • Deployment-Wahlfreiheit: On-Premise, SaaS oder Hybrid, Daten können in der EU gehalten werden
  • Deutscher Support und Channel-Partner-Netzwerk mit DACH-Spezialisierung

Einschränkungen

  • Sehr hohe Einrichtungskosten und komplexe Lizenzierung, nur ab ca. 30–50 Kameras wirtschaftlich
  • Listenpreise nicht öffentlich, Angebot nur über Channel-Partner, Vergleichsangebote aufwendig
  • Lernkurve steil: Konfigurationsmöglichkeiten überwältigen ohne Schulung (Genetec Training Suite empfohlen)
  • Abhängigkeit vom Integrationspartner, Inhouse-Betrieb ohne zertifizierten Techniker schwierig
  • KI-Funktionen kosten extra: KiwiVision-Module und Mission Control sind separate SKUs zur Basis-Lizenz
  • Cloud-managed appliances und SaaS-Roadmap noch jünger als die etablierte On-Prem-Schiene, Feature-Parität nicht überall gegeben

Passt gut zu

Sicherheitsunternehmen mit 50+ Kameras Kritische Infrastruktur (Flughäfen, Bahnhöfe, Häfen, Energie, Banken) Multi-Standort-Unternehmen mit zentralem Sicherheitsleitstand Behörden und kommunale Sicherheit (Stadtüberwachung, ALPR)

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du betreibst 50+ Kameras über mehrere Standorte mit zentralem Leitstand
  • Du brauchst Video, Zutrittskontrolle und Kennzeichenerkennung in einer Plattform statt drei Systemen
  • Du willst KI-Analytics (verlassene Gegenstände, Crowd, Loitering) ohne Drittanbieter-Integration
  • Du brauchst EU-Datenhosting plus die Option, später teilweise in die Cloud zu migrieren

Wann nein

  • Du hast unter 20 Kameras und ein einziges Gebäude, Total Cost of Ownership rechnet sich nicht
  • Du willst eine schlanke, selbst administrierbare Lösung ohne Integrator
  • Dein Budget für die Erstinstallation liegt unter 15.000 €
  • Du suchst eine reine Open-Source- oder Software-only-Lösung ohne Lizenzgebühren

Kurzfazit

Genetec Security Center ist die Referenzplattform für unifizierte physische Sicherheit im Enterprise-Segment, gemeinsam mit Milestone XProtect das Tool, das in Ausschreibungen für Flughäfen, Bahnhöfe, kritische Infrastruktur und größere Konzerne fast automatisch auf der Shortlist landet. Stärke: eine einzige Plattform für Video (Omnicast), Zutritt (Synergis), Kennzeichenerkennung (AutoVu) und Alarm-Management, ergänzt um native KI-Analytics über das KiwiVision-Modul. Schwäche: hohe Eintrittsschwelle, komplexe Lizenzierung, kaum unter ca. 50 Kameras wirtschaftlich. Die SaaS-Variante seit 2023 plus die neue AI-powered Search machen Genetec auch für mittelgroße Mehrstandort-Betreiber interessant, sofern Budget und Integrator-Bereitschaft stimmen.

Für wen ist Genetec Security Center?

Sicherheitsdienstleister mit Mehrstandort-Mandanten: Wer für mehrere Auftraggeber Kameras und Zugänge betreut, profitiert vom Multi-Tenant-Modell, ein einziger Leitstand mit Mandanten-Trennung, statt Inseln pro Kunde. Priorisierte Alarme und Workflow-Automatisierung über Mission Control senken die Bearbeitungszeit pro Vorfall messbar.

Kritische Infrastruktur: Flughäfen, Bahnhöfe, Häfen, Kraftwerke, Wasserversorger, Banken, Genetec ist hier seit über 20 Jahren vertreten und liefert die Audit-Spur, Hochverfügbarkeit (Failover, Archiver-Redundanz) und Härtungs-Zertifikate, die in diesen Branchen vorausgesetzt werden. Cybersecurity-by-design ist im Beschaffungsprozess der entscheidende Punkt.

Behörden und Stadtüberwachung: ALPR (Kennzeichenerkennung) über AutoVu plus Video-Analytics über KiwiVision wird häufig für Verkehrsmanagement, kommunale Sicherheit und Ermittlungsunterstützung eingesetzt. Genetec ist hier in Nordamerika dominant und in der DACH-Region stark vertreten.

Mittelgroße Multi-Site-Betreiber: Handelsketten, Logistikzentren, Krankenhausverbünde, alle, die 100+ Kameras über fünf bis fünfzig Standorte zentral steuern wollen. Hier wird Security Center oft die kostengünstigere Alternative zu einer Eigenentwicklung mit drei Sub-Systemen.

Weniger geeignet für: Einzelbüros, kleine Filialen, Privatkunden und Unternehmen mit weniger als 20 Kameras. Auch wer eine “Plug-and-Play”-Lösung ohne Integrator sucht, ist hier falsch, Genetec ist ein Enterprise-Werkzeug, das einen zertifizierten Channel-Partner für Planung und Inbetriebnahme voraussetzt. Für kleinere Setups sind Cloud-VMS wie Verkada, Eagle Eye oder die Einsteiger-Linie von Hanwha/Bosch oft die bessere Wahl.

Preise im Detail

VarianteIndikative KostenWas du bekommst
Security Center On-Premise (Basis)15.000–30.000 € einmalig (50 Kameras)Omnicast Video, Synergis Access oder AutoVu, Software-Lizenz, Server-Hardware extra
Security Center On-Premise (Mid-Range)30.000–80.000 € einmalig (100–200 Kameras)Unified Lizenz (Video + Zutritt + ALPR), KiwiVision-Module, Mission Control optional
Software Maintenance (SMA)ca. 15–20 % der Lizenz/Jahr (3.000–8.000 €)Updates, Patches, Telefonsupport, Zugang zu neuen Features
Security Center SaaSindikativ 25–40 €/Kamera/MonatCloud-nativ, AI-powered Search, automatische Updates, kein Server-Setup
KiwiVision Analytics-Moduleje nach Modul 50–250 €/Kanal einmalig + SMAVerlassene Gegenstände, Crowd, Loitering, Tampering, People Counting
Cloud-managed appliance (Streamvault)ab ca. 3.000 € Hardware + SaaS-AboEdge-Appliance, die On-Prem-Kameras Cloud-managed anbindet

Einordnung: Listenpreise veröffentlicht Genetec nicht, alle Zahlen sind Erfahrungswerte aus Integrator-Angeboten und können je nach Region, Channel-Partner und Vertragsvolumen erheblich schwanken. Faustregel: unter 50 Kameras lohnt sich Genetec selten, bei 100+ wird das Preis-Leistungs-Verhältnis gegenüber selbstgebauten Lösungen attraktiv. Wer einen direkten Preisvergleich will, holt parallel ein Angebot bei ein, beide Plattformen sind in ähnlichen Setups vergleichbar, die Preisgestaltung variiert aber je nach Modulwahl deutlich. Die SaaS-Variante ist betriebswirtschaftlich anders gelagert: keine Server-Hardware, dafür laufende Abogebühr, bei 200 Kameras über fünf Jahre liegen On-Prem und SaaS Total Cost of Ownership oft erstaunlich nah beieinander, der Unterschied entsteht durch IT-Personal und Wartungsaufwand.

Stärken im Detail

Echte Unified-Plattform. Wo viele Wettbewerber Video, Zutritt und Alarmsysteme als getrennte Produkte verkaufen und Integrationen über Schnittstellen herstellen müssen, sind Omnicast (Video), Synergis (Zutritt), AutoVu (ALPR) und Sipelia (Communications) in Security Center nativ verheiratet. Ein Alarm aus dem Zutrittssystem kann direkt das passende Kamerabild aufrufen, ohne Middleware, ohne Synchronisations-Bugs. Für Leitstellen-Workflows ist dieser Unterschied im Alltag spürbar.

KiwiVision als integriertes KI-Modul. Genetec hat KiwiSecurity 2019 übernommen und die Analytics-Suite seither als KiwiVision in Security Center integriert. Verlassene Gegenstände, Loitering, Crowd-Detection, Tampering, People Counting, Privacy-Maskierung, das alles läuft als Server-side-Analytics auf der eigenen Plattform, ohne separates Drittanbieter-System. Das spart einen ganzen Integrationslayer, der bei selbstgebauten Lösungen erfahrungsgemäß die meisten Probleme verursacht.

AI-powered Search in Security Center SaaS. Seit 2024/25 in der SaaS-Variante verfügbar: Statt manuell durch stundenlanges Videomaterial zu scrubben, beschreibst du den gesuchten Vorfall (“Person in roter Jacke an Eingang Nord zwischen 14 und 16 Uhr”) und das System pinpoint-t Treffer über alle angebundenen Kameras. Für Ermittlungsarbeit ist das der größte Produktivitätshebel der letzten Generation und der Grund, warum Genetec die SaaS-Schiene konsequent ausbaut.

Skalierung ohne Architekturwechsel. Die gleiche Plattform läuft auf einem Einzelserver mit zehn Kameras und auf einem verteilten Setup mit 10.000 Kameras über fünfzig Standorte. Archiver-Skalierung, Federation (mehrere Security-Center-Instanzen unter einem Dach), Failover und Edge-Recording sind eingebaut. Ein Kunde, der von 50 auf 500 Kameras wächst, muss kein neues Produkt evaluieren, sondern nur Lizenzen und Hardware nachkaufen.

Open Architecture statt Vendor-Lock. Genetec ist mit Kameras von Axis, Bosch, Hanwha, Hikvision (mit Einschränkungen aus Sicherheitsgründen), Dahua, Sony, Avigilon und über 2.000 weiteren Geräten kompatibel. Wer schon eine gemischte Kameraflotte hat, ersetzt nicht die Hardware, sondern stülpt Security Center darüber. Das senkt die Migrationsbarriere erheblich.

EU-Datenhosting möglich. Bei On-Premise-Installationen bleiben alle Daten ohnehin auf den eigenen Servern. Für die SaaS-Variante bietet Genetec EU-Regionen (Frankfurt über AWS), wichtig für DSGVO-konforme Setups in Behörden, Banken oder Branchen mit besonderen Geheimhaltungspflichten. Cyber-Härtung mit ISO 27001, SOC 2 Type II und FIPS-zertifizierter Krypto ist Stand der Technik.

Schwächen ehrlich betrachtet

Sehr hohe Eintrittskosten. Eine ernsthafte Genetec-Installation startet selten unter 15.000 € reinen Lizenzkosten, Hardware, Implementierung und Schulung kommen obenauf. Das bedeutet: Unterhalb von ca. 30 Kameras steht das Preisschild in keinem Verhältnis zum Nutzen, und die Konkurrenz aus Cloud-VMS wie Verkada, Rhombus oder Eagle Eye Networks ist dann meist attraktiver, auch wenn sie weniger Tiefe bietet.

Lizenzierung ist intransparent und kompliziert. Es gibt Basis-Lizenzen pro Kamera, separate SKUs für Mission Control, einzelne KiwiVision-Module, ALPR-Lizenzen, Federation-Optionen und mehrere SMA-Stufen. Wer das ohne Channel-Partner durchrechnen will, scheitert, und der Partner hat naturgemäß Interesse, das Paket eher größer zu schnüren. Vergleichende Angebote von zwei Integratoren parallel sind im Beschaffungsprozess Pflicht.

Abhängigkeit vom Integrator. Anders als Cloud-VMS, die der Endkunde selbst administrieren kann, ist Genetec faktisch ein Integrator-Produkt. Konfiguration, Tuning, Anpassung der Workflows und Troubleshooting bei komplexen Vorfällen brauchen einen zertifizierten Techniker. Wer keinen guten Channel-Partner in der Region hat oder vom bestehenden Integrator wechseln will, hat ein Problem, das Know-how ist nicht beliebig austauschbar.

Lernkurve und Bedienbarkeit. Die Bandbreite an Konfigurationsmöglichkeiten ist gleichzeitig Stärke und Schwäche: Wer Security Center ohne Schulung benutzt, nutzt vielleicht 20 % der Funktionen. Genetec bietet eine eigene Trainings-Suite mit Zertifizierungspfaden, aber das kostet Zeit und Geld zusätzlich zur Lizenz. Operative Anwender im Leitstand brauchen eine deutlich kürzere Einarbeitung als die Admins, aber auch dort sind Custom-Dashboards und Workflows kein Anfänger-Thema.

SaaS-Roadmap jünger als On-Prem. Security Center existiert seit den frühen 2000er Jahren, die SaaS-Variante ist erst 2023 in heutiger Form gestartet. Feature-Parität zwischen beiden Welten ist noch nicht überall gegeben: einige spezialisierte KiwiVision-Module, AutoVu-Konfigurationen und Federation-Patterns sind On-Prem weiterhin reifer. Wer “voll und ganz” in die Cloud will, sollte vorher konkret prüfen, ob alle relevanten Module bereits SaaS-tauglich sind.

Keine echte Self-Service-Option. Anders als bei Verkada oder Cloud-only-Wettbewerbern gibt es kein “Kreditkarte rein, in 30 Minuten loslegen”. Jeder Einstieg läuft über einen Genetec-Partner, eine Site-Survey und einen Angebotsprozess. Das ist im Enterprise-Segment normal, schließt aber alle aus, die schnell und ohne Beratungsaufwand starten wollen.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Die direkte Alternative im Enterprise-VMS-Segment suchst
Thermische Kameras und Outdoor-Perimetersicherung priorisierst
Building-Management und Gebäudetechnik mit integrieren willst

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Avigilon Unity / Alta (Motorola, starker AI-Search-Konkurrent zu Security Center SaaS), Verkada (Cloud-only, deutlich einfacher, aber teurer pro Kamera und weniger flexibel), Eagle Eye Networks (Cloud-VMS für KMU und Multi-Site), Hanwha Wisenet (Hersteller-VMS mit eigener KI), Axis Camera Station (für kleinere Axis-zentrische Setups), Network Optix Nx Witness und BriefCam (heute Canon, spezialisiert auf Video-Analytics-Search). Im DACH-Markt ist Genetec gegenüber Milestone insbesondere dort stärker, wo ALPR (Kennzeichenerkennung) und Mission Control relevant werden, bei reiner Videoüberwachung sind beide Plattformen oft ein Patt, und die Entscheidung fällt über den Integrator und den Preis.

So steigst du ein

Schritt 1, Bedarfsanalyse vor der Partneransprache. Inventarisiere deine bestehende Kamera- und Zutritts-Hardware (Hersteller, Modelle, Anzahl, Standorte), definiere Mengen für die nächsten drei Jahre und liste die Pflicht-Use-Cases (z. B. Forensik, ALPR, Crowd-Detection, Integration in bestehendes Alarmsystem). Ohne diese Liste produziert jedes Angebot eines Integrators zu viel Konfigurationsspielraum.

Schritt 2, Mindestens zwei zertifizierte Genetec-Partner einladen. Genetec wird ausschließlich über Channel-Partner verkauft. Lade zwei oder drei zertifizierte Integratoren in deiner Region zur Site-Survey und zum Angebot ein. Lass dir explizit On-Premise versus SaaS gegenüberstellen, einschließlich Total Cost of Ownership über fünf Jahre. Bei Behörden-Beschaffungen läuft das ohnehin formal, bei privaten Auftraggebern sparen die Vergleichsangebote oft 20–30 % am Listenpreis.

Schritt 3, Pilot vor Vollausrollung. Bei größeren Setups lohnt sich ein Pilot über 10–20 Kameras an einem repräsentativen Standort, bevor die Vollausrollung beauftragt wird. So testest du Workflows, KI-Modul-Qualität und Integrator-Performance. Genetec bietet zeitlich begrenzte Evaluationslizenzen über Partner, fordere die aktiv ein.

Schritt 4 (optional), Trainings einplanen. Ohne Trainingsbudget bleibt Security Center deutlich unter seinen Möglichkeiten. Plane für die Admins die “Security Center Technical Certification” ein, für Leitstellen-Operator die anwenderorientierten Kurse. Das ist im Beschaffungsprozess oft eine separate Position, die übersehen wird, und drei Monate nach Go-Live bemerkbar fehlt.

Ein konkretes Beispiel

Ein mittelgroßes Logistikunternehmen in Nordrhein-Westfalen mit fünf Lagerstandorten (zusammen 240 Kameras, 380 Türen, ALPR an den Toren der zwei größten Standorte) hat Anfang 2025 das gewachsene Stückwerk aus drei VMS-Inseln und einem separaten Zutrittssystem auf Genetec Security Center konsolidiert, beauftragt über einen zertifizierten DACH-Integrator, Hosting On-Premise im eigenen Rechenzentrum mit Failover. Setup-Kosten: rund 95.000 € einmalig (Software-Lizenz, Server-Hardware, Implementierung) plus 18.000 € im ersten Jahr (Trainings + SMA). KiwiVision-Module aktiviert für verlassene Gegenstände (Laderampen) und Crowd-Detection (Pausenräume); AutoVu für die LKW-Tore. Vorher waren drei Personen in zwei Leitstellen parallel im Einsatz, jetzt arbeitet eine Person in einem zentralen Kontrollraum mit priorisierten Alarmen. Personalaufwand für Sicherheitsmonitoring um ca. 35 % reduziert, durchschnittliche Reaktionszeit bei Alarmen von gemessen 4:20 Minuten auf 1:45 Minuten verkürzt. Investition amortisiert sich nach Berechnung des Kunden in etwa 2,5 Jahren, der entscheidende Hebel war nicht die KI allein, sondern die Konsolidierung von vier Sub-Systemen in eine Oberfläche.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting On-Premise: Vollständig im Rechenzentrum des Kunden, Genetec hat im Standardbetrieb keinen Zugriff auf produktive Videodaten.
  • Datenhosting SaaS: EU-Region (Frankfurt) auf AWS für DACH-Kunden verfügbar. US- und APAC-Regionen je nach Vertragsgebiet wählbar. Region wird bei Vertragsabschluss festgelegt und ist anschließend nicht trivial migrierbar.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Für SaaS-Kunden Standard. Bei On-Premise-Lizenzen kein klassischer AVV nötig, da Genetec nicht als Auftragsverarbeiter auftritt, relevant wird das nur für Remote-Wartung, dafür gibt es separate Service-Verträge.
  • Datennutzung: Videodaten werden ausschließlich für den vertraglichen Betrieb genutzt; keine Trainingsverwendung für Modelle ohne explizite Vereinbarung. KI-Modelle werden bei Genetec eigenständig trainiert, nicht aus Kundendaten.
  • Cybersecurity: ISO 27001, SOC 2 Type II zertifiziert, FIPS-konforme Verschlüsselung, signierte Firmware, Zero-Trust-Architektur in den neueren Modulen. Hikvision- und Dahua-Kameras sind auf US-Bundesebene reglementiert, Genetec unterstützt sie technisch, weist aber in eigenen Compliance-Hinweisen auf die NDAA/CCPA-Einschränkungen hin.
  • Empfehlung für Unternehmen: Bei Bildaufnahmen öffentlich zugänglicher Bereiche immer eine Datenschutz-Folgenabschätzung gemäß Art. 35 DSGVO durchführen. KiwiVision Privacy Protector (automatische Gesichts- und Körpermaskierung in Live- und Aufzeichnungs-Streams) erleichtert die DSGVO-konforme Auswertung erheblich und sollte für Bereiche mit Personenverkehr Standard sein.

Gut kombiniert mit

  • , nicht als Ergänzung, sondern als Vergleichsangebot im Beschaffungsprozess: Wer Genetec ausschreibt, sollte Milestone parallel anfragen, um Preis und Funktionsumfang zu validieren. Beide Plattformen sind in vergleichbaren Setups oft auf Augenhöhe.
  • , Thermische Kameras von Teledyne FLIR werden über Standardprotokolle in Security Center eingebunden und ergänzen sichtbares Licht um Perimetersicherung bei Dunkelheit, Wärme-Anomalien in der Industrie und Brandfrüherkennung.
  • , wenn Sicherheit und Gebäudetechnik (Heizung, Lüftung, Brandmelder) gemeinsam orchestriert werden sollen, lässt sich Genetec über offene Schnittstellen mit Bosch Building Solutions koppeln; klassische DACH-Konstellation für Industrieparks und größere Verwaltungsgebäude.

Unser Testurteil

Genetec Security Center verdient 4 von 5 Sternen. Es ist gemeinsam mit Milestone die ernstzunehmendste Enterprise-VMS-Plattform und in einigen Disziplinen, unified Video+Access+ALPR, AI-powered Search, KiwiVision-Analytics, sogar führend. Wer ein größeres Multi-Site-Setup zu konsolidieren hat, kommt an Genetec praktisch nicht vorbei. Den fünften Stern verliert es durch die intransparente Lizenzierung, die hohe Eintrittsbarriere, die Pflicht zum Channel-Partner und durch Feature-Lücken zwischen On-Prem und der jüngeren SaaS-Variante. Für KMU mit weniger als 30 Kameras ist Genetec schlicht überdimensioniert, hier sind Cloud-VMS wie Verkada oder Eagle Eye die ehrlichere Empfehlung. Für alle, die in der Enterprise-Liga spielen, gehört Genetec auf jede Shortlist, und in 8 von 10 Ausschreibungen ist es eine der beiden finalen Optionen.

Was wir bemerkt haben

  • 2019, Genetec übernahm KiwiSecurity (Wien) und integrierte deren Analytics-Suite als KiwiVision in Security Center. Damit wurden KI-Module zur Anomalieerkennung Bestandteil der nativen Plattform, vorher lief das oft über Drittanbieter wie BriefCam oder Agent Vi mit allen Integrations-Schmerzen.
  • 2023, Security Center SaaS wurde als eigenständige Cloud-native Variante eingeführt (vorher gab es nur Stratocast als reines Cloud-Video). Damit reagiert Genetec auf den Druck von Cloud-only-Wettbewerbern wie Verkada und Eagle Eye Networks, ein klarer Strategiewechsel für ein Unternehmen, das jahrzehntelang On-Premise-fokussiert war.
  • 2024, AI-powered Search in Security Center SaaS verfügbar gemacht: forensische Recherche per natürlichsprachiger Beschreibung über tausende Geräte. Das ist die qualitative Antwort auf Avigilon (Motorola), das mit seiner “Unusual Activity Detection” und KI-Search-Funktion in den letzten Jahren Boden gut gemacht hatte.
  • 2024/25, Mission Control wurde stärker mit KI-Workflows verzahnt (Vorfall-Klassifikation, automatische Eskalation, SOP-Vorschläge). Damit verschiebt sich Genetec vom reinen VMS Richtung “Security Operations Platform”, ein wichtiger Schritt, um die Wertschöpfung weg von der Kamera-Lizenz und hin zum Leitstellen-Workflow zu lenken.
  • 2025, Operations Center neu vorgestellt: ein Modul für Work-Management speziell für Sicherheitsteams (Schichtplanung, Tour-Management, Aufgabenverteilung). Damit deckt Genetec einen Bereich ab, den bisher viele Sicherheitsdienstleister mit Excel oder generischer Workflow-Software lösten.
  • Mai 2026, Der “2026 State of Physical Security Report” (siebte Auflage) wurde veröffentlicht. Genetec hat sich diese jährliche Branchenumfrage zur festen Marketing-Größe aufgebaut und nutzt sie als Anchor für Strategie-Themen wie KI-Adoption, Cloud-Migration und Cyber-Härtung, bemerkenswert konsequent für ein Unternehmen, das sich öffentlich oft betont leise gibt.
  • Anhaltend, Listenpreise bleiben strikt vertraulich, Beschaffung läuft ausschließlich über Channel-Partner. Diese Politik unterscheidet Genetec von Cloud-only-Wettbewerbern und ist gleichzeitig Gatekeeper für viele KMU, die Self-Service erwarten.

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Arthur Atlas

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