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DoubleVerify Publisher Suite

DoubleVerify Holdings, Inc.

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Führendes Ad-Verification- und Publisher-Analytics-Tool der börsennotierten DoubleVerify (NYSE: DV, New York). Misst Viewability, Brand Safety und Invalid Traffic (IVT) über alle Inventarquellen, liefert den Inventory Compatibility Score (ICS) als unabhängige Außenperspektive und bietet seit November 2024 DV Attention for Publishers, KI-gestützte Attention-Metriken, die Werbewirkung jenseits der reinen Viewability messen. Eingesetzt von Bloomberg, Condé Nast, Newsweek und vielen weiteren großen Publishern.

Kosten: Kein öffentliches Pricing, Enterprise-Lizenzierung basierend auf Impressionsvolumen und Modulwahl. Typisch fünf- bis sechsstellige Jahresbeträge für mittlere bis große Publisher; Kleinstpublisher unter 10 Mio. Impressions/Monat sind selten wirtschaftlich abbildbar.

Stärken

  • Inventory Compatibility Score (ICS): zeigt, wie DSPs und Agenturen das Publisher-Inventar bewerten, seltene Außenperspektive auf die eigene Nachfragefähigkeit
  • DV Attention for Publishers (seit November 2024): KI-basierte Attention-Metriken über mehrere Inventardimensionen, jenseits der reinen MRC-Viewability
  • Invalid Traffic (IVT) Detection und Brand Safety Filtering in Echtzeit
  • Unified Analytics: Konsolidierung von Daten aus DSPs, SSPs und Exchanges in einem Dashboard
  • MRC-akkreditierte Messmethodik, wird von Werbungtreibenden als Standardwährung akzeptiert
  • Scibids-Integration (seit 2023): KI-gestützte Kampagnenoptimierung im DV-Stack verfügbar

Einschränkungen

  • Kein Self-Service, kein öffentliches Pricing, Einstieg nur über mehrstufigen Sales-Prozess
  • US-Datenhaltung; keine dedizierte EU-Region für Publisher-Suite verfügbar
  • Für Publisher unter 10 Mio. monatlichen Impressions wirtschaftlich kaum sinnvoll
  • Primär auf englischsprachige Märkte ausgerichtet; deutschsprachiger Support nur über EMEA-Generaldienst
  • Zusätzliche Tag-Komplexität im Ad-Stack, weiteres Tag je Ad Unit, weitere Latenz, weitere Dependency
  • Anbieter-Konsolidierung: Wettbewerber IAS und Moat (Oracle Advertising eingestellt) reduzieren die Marktauswahl

Passt gut zu

Publisher mit 10+ Millionen monatlichen Impressions und programmatischem Direktgeschäft Verlage, die Advertiser-Anforderungen nach Brand Safety und Viewability-Garantien erfüllen müssen Publisher mit unklarem Inventory-Compatibility-Score und sinkenden Programmatic-CPMs Medienkonzerne mit mehreren Marken, die einheitliche Verification-Metriken brauchen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du betreibst ein nennenswertes Publishergeschäft (mind. 10 Mio. monatliche Impressions)
  • Du musst Werbungtreibenden gegenüber unabhängig gemessene Viewability/Brand-Safety nachweisen
  • Du willst verstehen, warum deine Programmatic-CPMs hinter der Wettbewerbsklasse zurückbleiben
  • Du kannst Tag-Integration und mehrmonatige Implementierung betrieblich tragen

Wann nein

  • Du bist ein Einzelpublisher oder Blog mit unter 1 Mio. monatlichen Impressions
  • Du brauchst zwingend EU-Datenresidenz für deine Inventardaten
  • Du willst eine günstige Standard-Viewability-Lösung ohne Vertriebsprozess
  • Dein Stack ist überlastet und verträgt kein weiteres Tag pro Ad Unit

Kurzfazit

DoubleVerify Publisher Suite ist die etablierte Profi-Lösung für Ad-Verification und Inventarqualität im Publisher-Bereich, neben Integral Ad Science (IAS) der zweite verbliebene Marktführer mit MRC-Akkreditierung. Die Stärke liegt nicht in der reinen Viewability-Messung (die ist Commodity), sondern in der Außenperspektive durch den Inventory Compatibility Score und seit Ende 2024 in den KI-basierten Attention-Metriken, die Werbewirkung jenseits der „Pixel sichtbar”-Logik abbilden. Vier Sterne: das Produkt ist solide, gut akkreditiert und im Werbemarkt akzeptierte Währung, der fünfte Stern fällt durch US-Hosting, fehlende Pricing-Transparenz, fehlenden deutschsprachigen Support und die Tatsache, dass die Lösung erst ab 10+ Millionen monatlichen Impressions wirklich passt.

Für wen ist DoubleVerify Publisher Suite?

Mittlere und große Verlage mit Programmatic-Geschäft: Wer Werbeumsätze nicht nur aus Direktverkauf, sondern auch aus Open-Marketplace- oder Private-Marketplace-Geschäft generiert, braucht unabhängige Viewability- und Brand-Safety-Zahlen, die Demand-Seite verlangt sie als Mindeststandard.

Medienkonzerne mit Multi-Brand-Portfolio: Konzerne wie Condé Nast oder Hubert Burda Media betreiben mehrere Marken mit unterschiedlichen Inventarprofilen. DV liefert hier einheitliche Metriken über alle Marken, die Vergleichbarkeit zwischen den Brands ist ein operativer Vorteil für die Verkaufsteams.

Publisher mit sinkenden Programmatic-CPMs: Wenn die CPMs trotz wachsendem Traffic stagnieren, ist oft die Demand-Wahrnehmung des Inventars das Problem. Der Inventory Compatibility Score liefert die diagnostische Antwort: Warum kaufen Agenturen nicht (oder zu schlechten Preisen)?

Spezialinventar mit Brand-Safety-Komplexität: Nachrichtenportale mit Kommentar-Sektionen, Politik- und Krisenberichterstattung haben strukturelle Brand-Safety-Herausforderungen. DV hilft, die Inventar-Klassifikation zu schärfen und problematische Flächen separat zu vermarkten.

Video- und CTV-Publisher: Mit der wachsenden Bedeutung von Connected TV und programmatischem Video sind Verification-Metriken auch dort Pflicht geworden. DV liefert sowohl Display- als auch Video-spezifische Messungen.

Weniger geeignet für: Kleine Publisher (unter 1 Million Impressions/Monat), Blogger, Nischen-Communities, sowie Verlage ohne nennenswertes Programmatic-Geschäft. Auch wer aus DSGVO-Gründen ausschließlich EU-residente Tools nutzen muss, sollte vor einer DV-Entscheidung sehr sorgfältig prüfen, ob die US-Datenhaltung der Verification-Daten vereinbar ist.

Preise im Detail

KomponentePreisorientierungAnmerkung
Basis-Suite (Inventory Quality, Viewability, IVT)fünfstellig pro JahrEinstieg für mittlere Publisher
Brand Safety + Authentic DirectAufpreisKategorisierung und Direct-Sales-Automation
DV Attention for PublishersAufpreisKI-gestützte Attention-Metriken (seit Nov. 2024)
Unified AnalyticsAufpreisKonsolidierte Daten aus DSPs, SSPs, Exchanges
Scibids Optimization (optional)AufpreisKI-Kampagnenoptimierung (Übernahme 2023)
Implementation und OnboardingprojektabhängigTag-Setup, Integration, Schulung

Einordnung: DV veröffentlicht keine Preise, was im Enterprise-Werbemarkt branchenüblich ist. Die Preisbildung erfolgt nach Impressionsvolumen, Modulwahl und Vertragslaufzeit. Realistisch beginnt die jährliche Investition für einen mittleren Publisher im hohen fünfstelligen Eurobereich, bei großen Medienkonzernen schnell sechsstellig. Der ROI rechnet sich primär über zwei Hebel: (1) höhere CPMs durch besser positioniertes Inventar (Verbesserung von ICS und Brand-Safety-Ratings) und (2) Reduktion von IVT-Verlusten. Vor einer Vertragsunterzeichnung sollten mindestens zwei Wettbewerbsangebote vorliegen, IAS ist der nächstliegende direkte Konkurrent. Da Oracle die Moat-Verification 2024 eingestellt hat, ist die Auswahl im Premium-Segment auf zwei Hauptanbieter geschrumpft, das verschlechtert die Verhandlungsposition.

Stärken im Detail

Inventory Compatibility Score (ICS) als seltene Außenperspektive. Die meisten Publisher messen ihre eigene Performance, Viewability, CTR, Conversion. DV liefert das, was sie nicht haben: die Wahrnehmung von außen. Wie ranken große DSPs und Agenturen das Inventar? Welche Flächen werden systematisch ausgeschlossen? Welche Brand-Safety-Kategorien hängen am eigenen Inventar fest? Diese diagnostische Tiefe ist im Markt einzigartig.

DV Attention for Publishers (seit November 2024). Die reine Viewability, „mindestens 50 % der Anzeige für mindestens 1 Sekunde sichtbar” nach MRC-Standard, ist die Mindestschwelle. Attention misst feiner: Wie lange war die Anzeige sichtbar? In welcher Bildschirmposition? Wurde sie wahrscheinlich wahrgenommen? Diese KI-gestützten Attention-Metriken werden zunehmend zur neuen Werbungs-Währung, weil sie Werbewirkung deutlich präziser approximieren als reine Sichtbarkeit. Für Publisher entscheidend: Hohe Attention-Werte können CPM-Aufschläge rechtfertigen.

MRC-Akkreditierung als Markenwährung. Der Media Rating Council (MRC) ist das US-Standardisierungsgremium für Werbemessung. DV ist MRC-akkreditiert über mehrere Messdimensionen, was bedeutet: Werbungtreibende und Agenturen akzeptieren DV-Daten als belastbare Grundlage in Verträgen, Reportings und Streitschlichtung. Diese Akkreditierung ist ein juristisch und wirtschaftlich wertvoller Trust-Anker.

Invalid Traffic (IVT) Detection in Echtzeit. Bot-Traffic, Domain-Spoofing und programmatisches Fraud kosten den Werbemarkt Milliarden. DV scannt Impressionen in Echtzeit und kann Fraud-Inventar identifizieren, bevor es verrechnet wird. Für Publisher ist das doppelt wertvoll: weniger Make-Goods und besserer Ruf bei der Demand-Seite.

Unified Analytics statt Vendor-Sprawl. Ein typischer mittlerer Publisher arbeitet mit 5–10 SSPs, mehreren DSPs und einem Ad-Server. DV konsolidiert diese fragmentierten Datenflüsse in einem Dashboard, das spart Reporting-Aufwand erheblich und macht die Identifikation systematischer Probleme (etwa: SSP X liefert systematisch schlechte Brand-Safety-Ratings) deutlich einfacher.

Scibids-Integration für KI-Optimierung. Durch die Übernahme von Scibids 2023 hat DV eine KI-gestützte Kampagnenoptimierungs-Komponente eingebunden. Für Publisher relevant: Wenn Werbungtreibende mit Scibids optimieren und gleichzeitig DV-Verification nutzen, ergibt sich ein integrierter Buy-Side-Stack, das macht den Vendor strategisch wichtiger.

Schwächen ehrlich betrachtet

US-Datenhaltung als DSGVO-Hürde. DoubleVerify ist als US-börsennotierte Aktiengesellschaft (NYSE: DV, Hauptsitz New York) ein klar amerikanisches Unternehmen. Verification-Daten enthalten zwar primär aggregierte Metriken, aber auch personenbeziehbare Komponenten (User-Agents, IP-Adressen, Cookies). Für DSGVO-strenge Publisher (öffentlich-rechtliche Sender, behördennahe Medien) ist die fehlende EU-Region ein realer Reibungspunkt, eine dedizierte EU-Hosting-Option wird nicht beworben.

Kein öffentliches Pricing. Wer einfach mal vergleichen will, muss in jedem Fall in einen Sales-Funnel einsteigen. Für die Beschaffung in größeren Verlagshäusern bedeutet das mehrwöchige Vorlaufzeiten, und es ist schwer, ohne Demo-Cycle herauszufinden, ob DV im eigenen Budgetrahmen liegt.

Minimumgröße schließt kleine Publisher aus. Die Wirtschaftlichkeit setzt typischerweise erst ab 10+ Millionen monatlichen Impressions ein. Kleinere Publisher müssen entweder auf günstigere Standard-Verification (oft über die SSP/Header-Bidding-Wrapper inkludiert) zurückgreifen oder ganz darauf verzichten, und akzeptieren entsprechend niedrigere CPMs.

Kein deutschsprachiger Support, deutsche Marktbesonderheiten begrenzt. Vertrieb, Support und Dokumentation laufen auf Englisch. Spezifische deutsche Marktthemen (etwa der Umgang mit den Plattform-Regulierungen nach NetzDG/DSA, der spezielle Status des Springer- oder ARD-Inventars) bleiben oft Standardlogik der globalen Plattform.

Zusätzliche Tag-Komplexität. Jede zusätzliche Verification-Lösung bedeutet ein weiteres Tag im Ad-Stack, mit Latenz, Failure-Risiko und Dependency-Pflege. Für Publisher mit ohnehin überladenen Header-Bidding-Wrappern und Consent-Management-Komplexität ist das eine reale Belastung.

Marktkonsolidierung schwächt Verhandlungsposition. Mit der Einstellung von Oracle Advertising (inklusive Moat-Verification) 2024 ist die Auswahl im Premium-Segment auf DV und IAS geschrumpft. Weniger Wettbewerb bedeutet weniger Verhandlungsspielraum beim Preis. Beschaffungsverantwortliche sollten die Vertragslaufzeit entsprechend kurz halten und Preisanpassungs-Klauseln genau prüfen.

Attention-Metriken sind nicht standardisiert. DV Attention liefert Werte, aber die Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Attention-Anbietern (DV, IAS Quality Attention, Adelaide) ist begrenzt, jeder Anbieter nutzt eigene Modelle und Skalen. Wer Attention als Verkaufsargument einsetzen will, muss mit Werbungtreibenden klären, welche Quelle akzeptiert wird.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Den anderen großen MRC-akkreditierten Verifier brauchstIntegral Ad Science (IAS)
Standard-Viewability aus dem Header-Bidding-Wrapper willstPrebid Analytics + SSP-Reports
Eine Attention-Spezialisierung suchstAdelaide oder Lumen Research
Brand-Safety als reine Klassifikation (ohne Verification-Tag) willstNewsGuard oder Vibrant Media (kontextuell)
Programmatisches Inventar konsolidiert verkaufen willstMagnite, Index Exchange, Xandr

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Integral Ad Science (IAS) (NYSE: IAS, ehemals DV-Hauptkonkurrent, US-Hosting, ähnliches Funktionsspektrum), Moat (Oracle, eingestellt 2024, Verträge laufen aus), Adelaide (Attention-Spezialist mit guter Methodik), Lumen Research (Attention basierend auf Eye-Tracking-Modellen), Pixelate (Mobile-spezifischer Verifier), HUMAN (ehemals White Ops, IVT-Spezialist). Im Premium-Verification-Segment hat sich die Auswahl 2024–2026 deutlich verengt, DV und IAS sind faktisch die zwei verbliebenen Standardanbieter mit voller MRC-Akkreditierung.

So steigst du ein

Schritt 1: Intern den Use Case und die Erfolgsmessgrößen klären. Bevor du DV kontaktierst, definiere: Was ist das eigentliche Problem? Sinkende CPMs trotz Wachstum? Häufige Brand-Safety-Reklamationen? Bot-Traffic-Verdacht? Verschiedene Probleme erfordern verschiedene DV-Module, und der Vertrieb wird sonst alle Module auf einmal anbieten. Zielgröße: ein bis zwei messbare KPIs (z. B. „ICS von 62 auf 70 in 6 Monaten” oder „IVT-Rate unter 2 % halten”).

Schritt 2: Demo anfragen, Konkurrenzangebot einholen. Über doubleverify.com/publishers Demo-Termin vereinbaren. Parallel mindestens ein IAS-Angebot einholen, ohne diese Vergleichsbasis ist Verhandlung schwierig. Bei der Demo besonders auf Inventory Compatibility Score, Attention-Metriken und Unified Analytics fokussieren, das sind die echten Differenzierungspunkte.

Schritt 3: Pilotphase mit klaren Erfolgskriterien. Eine Implementierung dauert typischerweise 4–8 Wochen (Tag-Setup, SSP/DSP-Mapping, Dashboard-Konfiguration, Schulung des Sales-Teams). Plane eine 3-monatige Pilot-Auswertung mit definierten KPIs ein. Wichtig: Das Verkaufsteam muss die DV-Daten ins Tagesgeschäft einbinden, sonst bleibt die Investition ein internes Reporting-Tool ohne Outcome.

Ein konkretes Beispiel

Ein deutsches Nachrichtenportal mit 25 Millionen monatlichen Impressions setzt DoubleVerify Publisher Suite ein, um ein wiederkehrendes Problem zu lösen: Die Programmatic-CPMs stagnieren trotz wachsendem Traffic. Der Inventory Compatibility Score zeigt, dass rund 18 Prozent des Inventars von großen Agenturen mit niedrigem Brand-Safety-Rating eingestuft werden, wegen Kommentar-Sektionen unter Politik-Artikeln, die als „inflammatorisch” oder „Fake-News-adjacent” klassifiziert werden. Die Lösung: DoubleVerify-Tags in Kommentar-Sektionen separat konfigurieren und diese Flächen über gesonderte Ad Units mit Buyer-spezifischen Whitelists handeln. Ergebnis nach drei Monaten: Der ICS verbessert sich von 62 auf 74 Punkte, der durchschnittliche Programmatic-CPM steigt um rund 15 Prozent, IVT-Rate sinkt durch verschärfte Pre-Bid-Filterung von 3,1 auf 1,8 Prozent. Gesamtinvestition: mittlerer fünfstelliger Eurobereich pro Jahr für die Plattform plus rund 6 Wochen Implementierungsaufwand des internen Ad-Ops-Teams. Amortisation durch CPM-Anstieg bei diesem Traffic-Volumen: unter 6 Monaten.

DSGVO & Datenschutz

  • Anbieter: DoubleVerify Holdings, Inc., börsennotiert an der NYSE unter dem Tickersymbol DV. Hauptsitz in New York City; weltweit 31 Büros in 25 Ländern.
  • Datenhaltung: Standardmäßig in den USA. Eine dedizierte EU-Region für die Publisher-Suite ist nicht beworben, wer EU-Residenz braucht, sollte das im Vertrieb explizit klären lassen.
  • Verarbeitete Daten: Impressions-Metadaten, Viewability-Signale, User-Agents, IP-Adressen, Cookies bzw. Cookie-Alternativen, Inventarklassifikationen. Personenbeziehbare Komponenten sind enthalten und damit DSGVO-relevant.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Wird im Rahmen des Enterprise-Vertrags angeboten. Standardvertragsklauseln (SCC) bei US-Datentransfer Pflicht.
  • Schrems-II-Bewertung: Für deutsche Publisher mit Werbe-Verkauf an EU-Werbungtreibende ist eine Transfer Impact Assessment (TIA) sinnvoll, das DoubleVerify-Tag setzt typischerweise Cookies/Identifier, die in das Consent-Management eingebunden werden müssen.
  • Empfehlung für Unternehmen: Vor Einsatz die Tag-Implementierung mit dem Datenschutzbeauftragten abstimmen, DV-Tags müssen in das CMP (Consent Management Platform) sauber integriert sein und dürfen ohne Einwilligung nicht aktiv werden. Für öffentlich-rechtliche Sender und Behörden-nahe Medien ist die Lösung wegen US-Hosting und Cookie-Setting im Standard-Setup kritisch zu prüfen.

Gut kombiniert mit

  • Header-Bidding-Wrapper (Prebid.js, Magnite Demand Manager, Index Exchange Wrapper), DV-Verification setzt auf den Inventarfluss aus dem Wrapper auf. Sauber konfiguriertes Prebid mit konsistenter Bid-Stream-Hygiene ist Voraussetzung für valide DV-Daten.
  • Consent Management Platform (Sourcepoint, OneTrust, Usercentrics), DV-Tags müssen über die CMP gesteuert werden, sonst entstehen DSGVO-Risiken. Usercentrics aus München ist im deutschen Markt verbreitet und bietet vorgefertigte DV-Integrationen.
  • Claude oder ChatGPT, als Analyse-Assistent für die Auswertung wöchentlicher DV-Reports und für die Übersetzung der Daten in konkrete Sales-Argumente gegenüber Agenturen. Wichtig: nur aggregierte Daten ins LLM einfügen, keine personenbeziehbaren Komponenten.

Unser Testurteil

DoubleVerify Publisher Suite verdient 4 von 5 Sternen. Im Premium-Ad-Verification-Markt ist die Lösung eine von zwei verbliebenen Standardplattformen (neben IAS), MRC-akkreditiert und im Werbemarkt als Belegwährung akzeptiert. Die Außenperspektive durch den Inventory Compatibility Score und die seit November 2024 verfügbaren Attention-Metriken sind echte Differenzierungspunkte gegenüber Standard-Viewability-Tools aus Header-Bidding-Wrappern. Den fünften Stern kostet das US-Hosting, die fehlende Pricing-Transparenz, die hohe Mindestgröße (ab 10 Mio. Impressions/Monat sinnvoll), die zusätzliche Tag-Komplexität und die schrumpfende Verhandlungsposition durch die Marktkonsolidierung. Wer ein nennenswertes Programmatic-Publisher-Geschäft betreibt, sollte DV im Auswahlprozess haben, neben IAS und einer ehrlichen Bewertung, ob die Standard-Verification der eigenen SSPs nicht ausreicht.

Was wir bemerkt haben

  • 2008, DoubleVerify wurde gegründet, ursprünglich mit Fokus auf Anti-Fraud und Brand-Safety. Aus der reinen Verifikations-Nische wurde über die Jahre eine umfassende Werbe-Qualitäts-Plattform.
  • April 2021, IPO an der New York Stock Exchange (NYSE: DV). Damit gehört DV zu den börsennotierten Werbe-Tech-Standard-Anbietern; Quartalszahlen und Investor-Calls sind transparent zugänglich.
  • 2023, Übernahme von Scibids, einem französischen Anbieter für KI-gestützte Kampagnenoptimierung. Damit erweitert sich DV von reiner Verifikation zu einem integrierten Optimization-Stack, strategisch wichtig im Wettbewerb gegen IAS und gegen die Plattformen selbst (Google, Trade Desk).
  • 2024, Oracle hat sein Advertising-Geschäft inklusive Moat (langjähriger Verifier) komplett eingestellt. Die Marktauswahl im Premium-Verification-Segment ist seitdem faktisch auf DoubleVerify und Integral Ad Science (IAS) reduziert, was die Verhandlungsposition der Publisher schwächt.
  • November 2024, DV Attention for Publishers veröffentlicht. Damit positioniert sich DV früh in der nächsten Stufe der Werbe-Messung, weg von der reinen Sichtbarkeit, hin zur tatsächlichen Wahrnehmung durch Nutzer. Attention-Metriken sind 2025/26 zur Standard-Erwartung im Premium-Programmatic-Segment geworden.
  • 2025, Übernahme von Rockerbox: DV erweitert sich um Outcome-Measurement und Attribution. Strategisch entsteht damit die „DV Media AdVantage Platform for Advertisers”, die Konkurrenz zur reinen Buy-Side-Optimierung wird breiter.
  • Mai 2026, Weiterhin kein dediziertes EU-Hosting für die Publisher-Suite. Für deutsche Publisher mit strenger DSGVO-Auslegung bleibt das ein wiederkehrendes Reibungsthema, der Vertrieb verweist auf Standardvertragsklauseln und TIA-Dokumentation, aber eine native EU-Region ist nicht in Sicht.

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