DIMITRI (Database for Imaging Multi-spectral Instruments and Tools for Radiometric Intercomparison) ist das Referenz-Tool der ESA für radiometrischen Intervergleich und Kalibrierungsüberwachung optischer Satellitensensoren. Es verwaltet Level-1-Daten von Sentinel-2, Sentinel-3, MERIS, MODIS, Landsat und weiteren Sensoren über PICS-Referenzstandorte (Pseudo-Invariant Calibration Sites wie Libya 4, Algeria 3, Railroad Valley) und berechnet langfristige Sensortrends sowie Kreuzkalibierungsvergleiche zwischen Instrumenten.
Kosten: Kostenlos per Anfrage bei ARGANS/ESA zugänglich; keine Lizenzgebühren, aber Zugang auf qualifizierte Forschungs- und Behörden-Use-Cases beschränkt
Stärken
- Offizielle ESA-Infrastruktur — DIMITRI-Ergebnisse sind in Calibration/Validation-Berichten von ESA und EUMETSAT zitierfähig
- Unterstützt alle wesentlichen optischen Copernicus-Sensoren (Sentinel-2 MSI, Sentinel-3 OLCI/SLSTR)
- Eingebaute PICS-Referenzstandortdatenbank: Libya 4, Algeria 3/5, Mauritania 1/2, Railroad Valley Playa
- Langzeittrend-Analyse über gesamte Missionslaufzeiten — mehrere Jahre bis Jahrzehnte
- Kreuzkalibierungs-Workflows zwischen verschiedenen Sensoren (z.B. S2 vs. Landsat-8 OLI)
Einschränkungen
- Zugang nur auf Anfrage — kein Self-Service-Zugang, Genehmigungsprozess durch ARGANS/ESA
- Keine kommerzielle Lizenz — ausschließlich für Forschung, Behörden und Satellitenprogramme
- Englischsprachig, kein deutschsprachiger Support
- Steile Lernkurve: erfordert Kenntnisse in radiometrischer Kalibrierung und Fernerkundungsdaten
- Nicht für autonome Echtzeit-Überwachung ausgelegt — eher für periodische Kalibrierungsberichte
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So steigst du ein
Schritt 1: Anfrage an ARGANS über die DIMITRI-Website (dimitri.argans.co.uk) stellen — Name, Institution, konkreter Use-Case. Die Zugangsgenehmigung dauert typischerweise 1–2 Wochen.
Schritt 2: Nach Zugang: DIMITRI-Software herunterladen und auf Linux-Umgebung installieren. Die Dokumentation führt durch die initiale Konfiguration, Datenbankverbindung und den Import von Level-1-Sensor-Szenen.
Schritt 3: Für eine erste Trend-Analyse Sentinel-2-Szenen über Libya 4 aus dem ESA-Datenzugang (Copernicus Data Space) importieren und einen radiometrischen Trend-Report über 12 Monate generieren — das zeigt Sensorstabilität und identifiziert spektrale Bänder mit messbarer Drift.
Ein konkretes Beispiel
Ein Kalibrierungsteam bei einem ESA-Dienstleistungsanbieter nutzt DIMITRI, um die radiometrische Stabilität von Sentinel-2B MSI über alle 13 Spektralbänder zu überwachen. Über einen Zeitraum von 36 Monaten zeigt Band 1 (Küstenblau, 443 nm) eine systematische Degradation von –0,8 % pro Jahr — konsistent mit bekannter UV-induzierter Spiegelreflexionsabnahme. DIMITRI erkennt die Drift 4 Monate früher als die vorherige manuelle Auswertung quartalsweise Berichte — ausreichend Zeit, um einen Kalibrierungsparameter-Update im Level-1-Prozessor für das nächste Reprocessing-Fenster vorzubereiten.
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Luft- & Raumfahrt
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