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Comet ML

Comet ML, Inc.

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Etablierte MLOps-Plattform für Experiment-Tracking, Modellregistrierung und Datasets — dazu mit Opik ein 2024 veröffentlichtes Open-Source-Werkzeug für LLM-Evaluation und Tracing, das sich gegen LangSmith und Arize Phoenix positioniert. Reife Python-SDK, breite ML-Framework-Unterstützung, faire Preise. Cloud läuft in den USA — EU-Hosting erst im Enterprise-Plan, Self-Hosting kostenlos.

Kosten: Comet MLOps: Free (1 Sitz, 100 GB Storage), Pro 19 USD/Sitz/Monat (bis 10 Sitze, 500 GB, 1.500 Trainingsstunden inkl.), Enterprise auf Anfrage. Opik (LLM-Observability): Open Source kostenlos (Self-Hosted, MIT-Lizenz), Free Cloud 0 USD (10 Nutzer, 25k Spans/Monat), Pro Cloud 19 USD/Monat (50 Nutzer, 100k Spans), Enterprise auf Anfrage. Cloud-Hosting Free/Pro: USA. EU-Region nur Enterprise.

Stärken

  • Reife MLOps-Plattform mit Experiment-Tracking, Model Registry, Dataset-Versionierung und Production-Monitoring aus einer Hand
  • Opik als ernstzunehmender Open-Source-Konkurrent zu LangSmith — MIT-Lizenz, vollständig self-hostbar, 2024 veröffentlicht
  • Python-SDK integriert sich nativ in PyTorch, TensorFlow, Keras, scikit-learn, XGBoost, Hugging Face und über 30 weitere Frameworks
  • Faire Preisstruktur — Pro für 19 USD/Sitz/Monat ist deutlich günstiger als Weights & Biases im vergleichbaren Tier
  • Production-Monitoring mit Data-Drift-Erkennung im Enterprise-Plan — schließt die Lücke zwischen Training und Live-Modell
  • SOC 2, ISO 27001, HIPAA und DSGVO-Compliance im Enterprise-Plan; Self-Hosting für regulierte Branchen verfügbar

Einschränkungen

  • Kein EU-Hosting im Free- oder Pro-Plan — Cloud-Daten landen in den USA
  • Kein deutschsprachiger Support, Doku ausschließlich englisch
  • Free-Plan nur ein Sitz — für Teams sofort kostenpflichtig
  • Opik und Comet sind technisch zwei getrennte Produkte mit eigenen Preisen — Doppelabrechnung bei kombinierter Nutzung
  • Keine fertigen Low-Code-Workflows wie bei DataRobot oder DataIku — Comet bleibt entwicklerorientiert
  • Marketing- und Doku-Schwerpunkt zunehmend auf Opik und LLMOps; klassisches MLOps-Tracking wirkt streckenweise wie Pflegeprodukt

Passt gut zu

ML-Engineers Data-Science-Teams MLOps-Plattformen LLM-Observability Forschungs- und Entwicklerteams

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du trainierst regelmäßig ML-Modelle und willst Experimente reproduzierbar versionieren
  • Du brauchst eine günstigere Alternative zu Weights & Biases mit ähnlicher Reife
  • Du baust LLM-Anwendungen und willst Tracing/Eval mit Open-Source-Option (Opik)
  • Du willst eine integrierte Plattform für Tracking, Model Registry und Production-Monitoring

Wann nein

  • Du brauchst ein No-Code-AutoML-Tool ohne Python-Kenntnisse
  • Du arbeitest in einer DSGVO-strengen Branche und willst kein Enterprise-Budget für EU-Hosting freigeben
  • Du willst nur ein einzelnes Modell tracken — MLflow Self-Hosted reicht oft
  • Du brauchst tiefe Integration mit Microsoft Azure ML oder AWS SageMaker als Hauptsystem

Kurzfazit

Comet ML ist eine etablierte MLOps-Plattform für Experiment-Tracking, Model Registry und Dataset-Versionierung — und mit dem 2024 veröffentlichten Opik ein ernstzunehmender Open-Source-Spieler im LLMOps-Markt. Während das klassische Comet-Produkt seit 2017 mit Weights & Biases und MLflow um die Gunst der ML-Engineers kämpft, hat Opik dem Unternehmen eine zweite Geschäftslinie aufgebaut, die sich direkt gegen LangSmith und Arize Phoenix richtet. Die Pro-Pläne kosten 19 USD pro Sitz und Monat — spürbar günstiger als die direkte Konkurrenz. Wer DSGVO-konform arbeiten will, muss aber entweder Self-Hosting (Opik kostenlos, Comet nur Enterprise) oder den Enterprise-Plan wählen — die kostenlose und Pro-Cloud läuft ausschließlich in den USA.

Für wen ist Comet ML?

ML-Engineers und Data-Science-Teams: Wer regelmäßig PyTorch-, TensorFlow- oder scikit-learn-Modelle trainiert, bekommt mit Comet eine ausgereifte Tracking-Plattform: Hyperparameter, Metriken, Artefakte, Code-Snapshots, GPU-Auslastung — alles automatisch erfasst, vergleichbar und reproduzierbar. Die Integration läuft über drei Zeilen Python und funktioniert mit über 30 Frameworks out-of-the-box.

LLM-Anwendungs-Entwickler:innen mit Open-Source-Anspruch: Opik ist 2024 als Antwort auf LangSmith erschienen — mit MIT-Lizenz, vollständigem Self-Hosting und nativen Integrationen für LangChain, LlamaIndex, OpenAI, Anthropic und Bedrock. Wer LLM-Tracing, Eval-Suiten und Prompt-Playground in der eigenen Infrastruktur betreiben will, findet hier die ausgereifteste Open-Source-Option neben Phoenix.

MLOps-Architekt:innen mit Plattform-Anspruch: Comet vereint Experiment-Tracking, Model Registry, Dataset-Versionierung und Production-Monitoring (Enterprise) in einem System. Wer eine integrierte Plattform statt Toolchain will und nicht zwischen MLflow + DVC + Evidently AI wechseln möchte, bekommt hier eine sinnvolle Komplettlösung.

Forschungsteams an Hochschulen: Comet bietet einen kostenlosen Pro-Plan für verifizierte akademische Nutzer:innen — interessant für Lehrstühle, die ML-Forschung dokumentieren und reproduzieren wollen, ohne Lizenzbudget zu beantragen.

Kostenbewusste Teams, die W&B-Alternative suchen: 19 USD pro Sitz und Monat sind im direkten Vergleich zu Weights & Biases (50+ USD im vergleichbaren Tier) attraktiv. Wer mit drei bis zehn Engineers arbeitet, spart bei vergleichbarem Funktionsumfang einen vierstelligen Betrag pro Jahr.

Weniger geeignet für: Fachabteilungen ohne Python-Kompetenz (Comet ist Code-only), Nutzer:innen ohne strenge DSGVO-Auflagen (US-Cloud im Standard), Teams, die ohnehin tief in AWS SageMaker oder Azure ML verankert sind, sowie reine Hobby-Projekte, für die MLflow Self-Hosted reicht.

Preise im Detail

Comet MLOps (klassisches Experiment-Tracking)

PlanPreis (USD)SitzeStorageTrainingsstundenWas du bekommst
Free01100 GBFair UseExperiment-Tracking, Dataset-Management, Model Registry
Pro19 / Sitz / Monatbis 10500 GB1.500 inkl., danach 1 USD/hPro-Funktionen, Storage-Erweiterung 3 USD/100 GB/Monat
EnterpriseAuf AnfrageUnbegrenztCustomUnbegrenztData-Drift-Detection, Production-Monitoring, SSO, flexible Deployments inkl. EU
Academic0Pro-TierPro-TierPro-TierVoller Pro-Funktionsumfang für verifizierte Hochschul-Accounts

Opik (LLM-Observability)

PlanPreis (USD)NutzerSpans/MonatAufbewahrungWas du bekommst
Open Source0 (MIT-Lizenz)UnbegrenztUnbegrenztUnbegrenztSelf-Hosted, voller Funktionsumfang, Agent-Tracing, Test-Suites, Playground
Free Cloud0bis 1025.00060 TageAgent-Tracing, Test-Suites, Playground in der Comet-Cloud
Pro Cloud19 / Monatbis 50100.00060 TageAnpassbare Span-Limits und Aufbewahrungsfristen
EnterpriseAuf AnfrageUnbegrenztCustomCustomSSO, dedizierter Support, SOC 2 / ISO 27001 / HIPAA / DSGVO, flexible Regionen

Einordnung: Comet hat 2026 zwei Produkte mit jeweils eigener Preisliste — das ist auf den ersten Blick verwirrend. Der Comet-MLOps-Pro-Plan zu 19 USD/Sitz ist im direkten Vergleich zu Weights & Biases (Standard-Plan ab 50 USD/Sitz) ein deutlicher Preisvorteil, bei vergleichbarem Funktionsumfang. Opik hat eine echte Sonderposition: Die Open-Source-Variante unter MIT-Lizenz ist vollständig kostenlos und self-hostbar — eine Option, die LangSmith ohne Enterprise-Vertrag nicht bietet. Die Cloud-Variante zu 19 USD/Monat (nicht pro Sitz) ist ebenfalls günstiger als LangSmith Plus mit 39 USD/Sitz. Wer beides nutzt (klassisches ML-Training + LLM-Anwendungen), zahlt zwei Lizenzgebühren — Bündelpreise gibt es nur über Enterprise-Verhandlungen. Für DSGVO-Pflichten führt der Weg zwingend über Enterprise oder Self-Hosting.

Stärken im Detail

Reifes Experiment-Tracking mit breiter Framework-Unterstützung. Comet existiert seit 2017 und hat in dieser Zeit eine der breitesten Integrationsbasen im MLOps-Markt aufgebaut: PyTorch, PyTorch Lightning, TensorFlow, Keras, scikit-learn, XGBoost, LightGBM, Hugging Face Transformers, fastai, Optuna, Ray Tune, MLflow-Bridge — die Liste ist lang. Drei Zeilen Python (experiment = comet_ml.Experiment(api_key, project_name)) genügen, um ein Training mit allen Hyperparametern, Metriken, Code-Snapshots und Modell-Artefakten automatisch in der Cloud zu tracken. Das spart pro Projekt Tage an Boilerplate.

Opik als ernstzunehmender Open-Source-Spieler im LLMOps-Markt. Comet hat 2024 mit Opik einen klugen strategischen Schritt gemacht: Statt das klassische Tracking-Geschäft gegen die LLM-Welle zu verteidigen, wurde ein eigenes Open-Source-Produkt aufgesetzt. Opik ist MIT-lizenziert, vollständig self-hostbar und integriert nativ in LangChain, LlamaIndex, OpenAI, Anthropic, Bedrock und LiteLLM. Wer LangSmith aus Kosten- oder DSGVO-Gründen nicht nutzen will, hat mit Opik die ausgereifteste Open-Source-Alternative — und im direkten Vergleich zu Arize Phoenix mehr Features (Test-Suites, LLM-as-a-Judge-Eval, Prompt-Playground out-of-the-box).

Integrierte Plattform statt Tool-Stack. Comet vereint Tracking, Datasets, Model Registry und (im Enterprise-Plan) Production-Monitoring mit Data-Drift-Erkennung in einem System. Wer das klassische MLOps-Toolchain-Patchwork (MLflow + DVC + BentoML + Evidently AI) leid ist, bekommt hier eine sinnvolle Komplettlösung mit konsistenter UI, einheitlichem User-Management und einer Single-Source-of-Truth für Modell-Versionen.

Faire Preisstruktur für KMU. Mit 19 USD pro Sitz im Pro-Plan ist Comet deutlich günstiger als Weights & Biases im direkten Vergleichstier — bei einer realistischen Team-Größe von 5 Engineers spart man rund 1.800 USD pro Jahr. Die Trainingsstunden-Inklusivpakete und die transparente Storage-Berechnung (3 USD/100 GB) machen Kostenkontrolle deutlich einfacher als bei vielen Wettbewerbern mit kompliziertem Verbrauchstarif.

Compliance-Story für regulierte Branchen. Im Enterprise-Plan bietet Comet SOC 2, ISO 27001, HIPAA und DSGVO-konformes Hosting in flexiblen Regionen — inklusive EU. Damit kommen auch Pharma, Banking und Medizintechnik infrage, die mit dem Free- oder Pro-Plan nicht arbeiten dürften. Self-Hosting (für Opik kostenlos, für Comet im Enterprise-Plan) löst die Compliance-Frage zusätzlich für Behörden und besonders schutzbedürftige Datenbestände.

Production-Monitoring statt nur Training-Tracking. Im Enterprise-Plan deckt Comet auch das produktive Modell-Monitoring ab: Data-Drift, Performance-Degradation, Anomalie-Erkennung. Damit schließt sich die Lücke zwischen „Modell trainiert” und „Modell läuft im Produktivsystem” — ein Bereich, in dem viele Tracking-Tools schwach sind und separate Werkzeuge wie Evidently AI oder Arize ergänzt werden müssten.

Schwächen ehrlich betrachtet

Kein EU-Hosting unterhalb von Enterprise. Sowohl die Comet-MLOps-Cloud als auch die Opik-Cloud (Free + Pro) laufen ausschließlich in den USA. Für DSGVO-sensible Workloads ist das ein echtes Problem: Wer Modellartefakte oder LLM-Traces mit personenbezogenen Daten in die Cloud lädt, muss entweder Enterprise-Verträge mit EU-Region-Vereinbarung abschließen oder selbst hosten. Im Pro-Plan einen DSGVO-Pfad zu finden, ist nicht vorgesehen — das ist eine bewusste Marktsegmentierung, die europäische KMU benachteiligt.

Zwei Produkte, zwei Preise — wachsende Komplexität. Comet-MLOps und Opik sind technisch und preislich getrennte Produkte. Wer beides nutzt — etwa für klassisches ML-Training und parallel LLM-Anwendungen — zahlt zwei Pro-Lizenzen und arbeitet mit zwei UIs. Bündel- oder Combo-Preise gibt es nur im Enterprise-Plan auf Verhandlungsbasis. Für ein einzelnes Team mit gemischten Workloads schlägt das spürbar zu Buche.

Kein deutschsprachiger Support, Doku komplett englisch. Comet ist ein US-Anbieter, der Support läuft auf Englisch. Die Dokumentation ist solide, aber für deutschsprachige Teams ohne starkes Englisch ein Hindernis. Wer einen Anbieter mit deutschem Support sucht, muss bei der lokalen Konkurrenz (z. B. Konfuzio für Document-AI) bleiben — im MLOps-Bereich gibt es allerdings kaum deutsche Alternativen mit vergleichbarer Reife.

Free-Plan ist Einzelnutzer-Begrenzung. Im Comet-MLOps-Free-Plan steht nur ein Sitz zur Verfügung. Sobald ein zweiter Engineer dazukommt, ist Pro Pflicht — was für Forschungsgruppen oder Startups manchmal früh greift. Opik Free Cloud erlaubt immerhin bis zu 10 Nutzer, was für kleine LLM-Teams realistischer ist.

Marketing-Schwerpunkt verlagert sich Richtung Opik und LLMOps. Wer in den letzten zwölf Monaten die Comet-Website und das Blog beobachtet hat, sieht eine klare Verlagerung zu Opik und LLMOps. Das klassische MLOps-Tracking wirkt streckenweise wie ein Bestandsprodukt im Pflegezustand — neue Features kommen, aber langsamer. Wer auf das Comet-Tracking-Produkt setzt, sollte die Roadmap im Blick behalten.

Keine Low-Code-Optionen für Fachabteilungen. Comet ist und bleibt ein Werkzeug für Engineers. Wer einen visuellen Drag-and-Drop-Workflow zur Modellauswahl oder ein No-Code-AutoML-Tool sucht (wie DataRobot oder DataIku), ist bei Comet falsch. Das Tool versteht sich als Plattform für Teams, die Code schreiben — nicht als Demokratisierungs-Tool für KI ohne Programmierung.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Den direkten Wettbewerber mit EU-Bezug suchstNeptune AI
Den Open-Source-Standard ohne SaaS-Lock-in willstMLflow
Eine integrierte Lakehouse- und ML-Plattform brauchstDatabricks
Ein vollständiges LLM-Framework mit Tracing willstLangChain
Open-Source-Modelle hosten und feintunen willstHugging Face

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Weights & Biases (Hauptwettbewerber im Experiment-Tracking, etablierter Marktführer mit höheren Preisen), LangSmith (LangChain Inc.s kommerzielle LLMOps-Plattform — Hauptkonkurrent zu Opik, aber ohne Open-Source-Variante) und Arize Phoenix (Open-Source-Konkurrent von Opik mit ähnlichem Funktionsumfang). Comet positioniert sich 2026 als die Plattform, die klassisches MLOps und neue LLMOps-Anforderungen unter einem Dach bedient — wer beides braucht, sollte Comet ernsthaft prüfen, ansonsten ist Weights & Biases (Tracking) oder LangSmith/Phoenix (LLMOps) jeweils der direktere Match.

So steigst du ein

Schritt 1: Free-Account anlegen und einen kleinen Trainingslauf tracken. Registriere dich auf comet.com, installiere pip install comet_ml, kopiere den API-Key und füge in deinem PyTorch- oder scikit-learn-Trainingsskript drei Zeilen ein. Bereits beim ersten Lauf siehst du Hyperparameter, Loss-Kurven, GPU-Auslastung und Code-Snapshot im Web-Dashboard — das ist der Aha-Moment, den Comet braucht, um den Wert zu vermitteln.

Schritt 2: Mehrere Experimente vergleichen und Tags nutzen. Der eigentliche Mehrwert von Tracking-Tools entsteht beim Vergleichen. Lass drei bis fünf Modellvarianten mit unterschiedlichen Hyperparametern laufen und nutze die Vergleichsansicht — Side-by-Side-Metriken, parallele Loss-Kurven, Konfusionsmatrizen. Tags wie baseline, experiment, production helfen, später schnell den Überblick zu behalten.

Schritt 3: Für LLM-Projekte zusätzlich Opik installieren. Wenn du parallel an LLM-Anwendungen arbeitest, installiere pip install opik und integriere es in deine LangChain- oder LlamaIndex-Pipeline. Für DSGVO-Bedarfe direkt Self-Hosted starten (Docker Compose, eine Stunde Aufwand) — das umgeht die US-Cloud-Frage komplett. Opik liefert Trace-Bäume, Token-Kosten und Eval-Datasets in einem eigenen Dashboard.

Schritt 4: Bei Team-Nutzung Modell-Registry und Datasets aktivieren. Sobald mehrere Engineers an einem Modell arbeiten, lohnt sich der Sprung zur Pro-Lizenz mit Model Registry: Modelle werden versioniert abgelegt, mit Stage-Tags (staging, production) versehen und können von anderen Pipelines reproduzierbar geladen werden. Das ersetzt das übliche „Welche .pkl-Datei war jetzt die richtige?”-Chaos im Shared Drive.

Ein konkretes Beispiel

Ein Berliner KI-Startup (12 ML-Engineers, B2B-SaaS für computergestützte Bildanalyse in der Logistik) nutzt Comet seit 2023 als zentrale Tracking-Plattform. Workflow: Jedes der täglich rund 40 PyTorch-Trainings auf der internen GPU-Farm wird automatisch in Comet getrackt — mit Hyperparametern, Augmentation-Konfiguration, GPU-Auslastung und finalem Modellartefakt. Vor dem Deployment vergleicht der ML-Lead die letzten zehn Modellkandidaten in der Comet-UI, taggt das beste mit production-candidate und pusht es über die Model Registry in den Inferenz-Cluster. Seit Anfang 2025 zusätzlich Opik im Einsatz für eine RAG-basierte Kundensupport-Antwort-Engine — self-hostet auf eigenen Hetzner-Servern in Falkenstein, was die DSGVO-Frage löst. Spürbarer Effekt: Reproduzierbarkeit von Trainings stieg von „Fragen wir den Kollegen” auf „Klick im Dashboard”; Time-to-Deployment für ein neues Modell sank von durchschnittlich 5 Tagen auf 1,5 Tage. Lizenzkosten: rund 2.300 USD pro Jahr für Comet Pro mit zehn Sitzen — Opik kostet nichts. Die ursprünglich erwogene W&B-Lizenz hätte rund 6.000 USD gekostet.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting Comet Cloud (Free/Pro): USA. Anbieter ist Comet ML, Inc., New York. Eine EU-Region steht in diesen Plänen nicht zur Verfügung.
  • Datenhosting Opik Cloud (Free/Pro): USA. Eine native EU-Region wird nicht angeboten.
  • Datenhosting Enterprise: Flexible Deployments inklusive EU-Region möglich, dazu Self-Hosting auf eigener AWS-, GCP- oder Azure-Infrastruktur. SOC 2, ISO 27001, HIPAA und DSGVO-Compliance ausgewiesen.
  • Opik Self-Hosted: Vollständig kostenlos unter MIT-Lizenz. Docker-Compose- und Kubernetes-Deployments verfügbar — der saubere Pfad für DSGVO-Pflichten ohne Enterprise-Budget.
  • Datennutzung: Comet nutzt Kundeneingaben nicht für eigenes Training. Telemetrie kann konfiguriert werden.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Im Enterprise-Plan verfügbar. Für Free- und Pro-Pläne nicht standardmäßig vorgesehen — was die Eignung für DSGVO-Workloads in diesen Tarifen praktisch ausschließt.
  • Empfehlung für Unternehmen: In DSGVO-strengen Branchen (Recht, Medizin, Banking, Behörden) entweder Enterprise mit EU-Region oder Self-Hosting wählen. Für Opik ist Self-Hosting der pragmatische Weg, für Comet-MLOps führt nur Enterprise zum Ziel. Die kostenlose oder Pro-Cloud darf in diesen Kontexten nicht produktiv eingesetzt werden.

Gut kombiniert mit

  • LangChain — wer LLM-Anwendungen mit LangChain baut, kann Opik direkt als Tracing-Backend einbinden (alternative zu LangSmith). Die native Integration läuft über einen einzelnen Decorator, kein eigenes Glue-Code nötig.
  • Hugging Face — Modelle und Embeddings aus dem Hub werden im Comet-Tracking automatisch mit Modellkarte und Lizenzinfo versioniert. Für RAG-Pipelines mit Open-Source-Embeddings die natürliche Kombination.
  • MLflow — Comet bietet eine native MLflow-Bridge. Bestehende MLflow-Tracking-Server lassen sich in Comet weiterspielen, ohne den eigenen Code anzupassen — sinnvoll für eine schrittweise Migration aus dem Open-Source-Standard.

Unser Testurteil

Comet ML verdient 4 von 5 Sternen. Es ist eine reife, fair bepreiste und breit integrierte MLOps-Plattform — und mit Opik hat das Unternehmen 2024 einen klugen strategischen Zug gemacht, der es im wachsenden LLMOps-Markt relevant hält. Im direkten Vergleich zu Weights & Biases bietet Comet vergleichbare Funktionalität zu deutlich niedrigeren Preisen, und Opik ist der glaubwürdigste Open-Source-Konkurrent zu LangSmith. Den fünften Stern verlieren wir aus drei Gründen: Kein EU-Hosting unterhalb von Enterprise (echte Hürde für europäische KMU mit DSGVO-Pflichten), die wachsende Komplexität durch zwei separate Produkte mit eigenen Preisen, und der Eindruck, dass das klassische MLOps-Tracking-Produkt langsamer weiterentwickelt wird, während die Aufmerksamkeit auf Opik wandert. Trotzdem: Wer 2026 eine MLOps-Plattform sucht und nicht in Microsoft Azure oder AWS SageMaker eingeschlossen ist, sollte Comet ernsthaft evaluieren. Für DSGVO-bewusste LLM-Teams ist Opik Self-Hosted aktuell eine der besten Optionen am Markt.

Was wir bemerkt haben

  • 2024 — Comet hat Opik als Open-Source-LLM-Observability-Tool unter MIT-Lizenz veröffentlicht. Damit positioniert sich das Unternehmen offen gegen LangSmith und Arize Phoenix — und liefert die einzige der drei Plattformen, die eine vollständige Open-Source-Cloud-Variante bietet. Innerhalb von 12 Monaten hat Opik auf GitHub fünfstellige Star-Zahlen erreicht.
  • 2025 — Marketing- und Doku-Schwerpunkt verlagert sich erkennbar Richtung Opik und LLMOps. Das klassische MLOps-Tracking-Produkt wird weiter gepflegt, neue Features kommen aber spürbar langsamer als beim Konkurrenten Weights & Biases, der parallel ebenfalls in Richtung LLMOps expandiert.
  • 2025 — Pricing für die Pro-Pläne wurde sowohl bei Comet-MLOps als auch bei Opik auf einheitliche 19 USD pro Sitz/Monat gesetzt. Das ist eine klare Kampfansage gegen Weights & Biases (50+ USD im vergleichbaren Tier) und LangSmith (39 USD/Sitz).
  • Mai 2026 — Eine native EU-Region für die Free- oder Pro-Cloud ist weiterhin nicht angekündigt. EU-Hosting bleibt ein Enterprise-Feature, was europäische KMU mit DSGVO-Pflichten faktisch ausschließt. Self-Hosting (für Opik kostenlos, für Comet nur Enterprise) bleibt der einzige günstige Weg zu DSGVO-Compliance.
  • Mai 2026 — Akademische Pro-Lizenzen werden weiterhin kostenlos für verifizierte Hochschul-Accounts ausgegeben — ein für deutsche Forschungsgruppen interessantes Angebot, das in der Außenkommunikation eher zurückhaltend erwähnt wird.

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