LTX Studio von Lightricks ist für alle, die keinen einzelnen KI-Clip wollen, sondern eine Szene: Du arbeitest an einem Storyboard aus mehreren Shots, die Ort, Licht und Bildstil teilen. Der Free-Plan kostet 0 USD ohne Kreditkarte, bringt 800 einmalige Credits und erlaubt ausdrücklich nur private Nutzung. In diesem Tutorial baust du in 15 Minuten deine erste Szene aus drei Shots und lädst sie als MP4 herunter. Danach machst du sie besser.
Ein einzelner KI-Clip ist ein Effekt. Drei Clips, die zusammenpassen, sind eine Szene. Genau dort liegt der Unterschied zwischen “hübsch generiert” und “das sieht aus wie Film”.
Stufe 1: Anfänger, Deine erste Szene in 15 Minuten
Was der kostenlose Plan wirklich kann
Bevor du startest, die ehrlichen Zahlen. Alle Angaben von der Preisseite ltx.io/studio/pricing, abgerufen am 30. August 2026:
| Plan | Preis | Credits | Wichtigste Grenze |
|---|---|---|---|
| Free | 0 USD, “Forever”, keine Kreditkarte nötig | 800 Credits einmalig | Nur persönliche Nutzung, kein Upscale, kein “No watermarking” |
| Lite | 15 USD/Monat (12 USD bei Jahreszahlung) | 8.000 pro Monat | Weiterhin nur persönliche Nutzung |
| Standard | 35 USD/Monat (28 USD jährlich) | 28.000 pro Monat | Erst hier: kommerzielle Lizenz, AI Storyboards, Elements |
| Pro | 125 USD/Monat (100 USD jährlich) | 110.000 pro Monat | Zusätzlich Veo 3.1 und Kollaboration |
Drei Punkte, die du gelesen haben solltest, bevor du Zeit investierst:
- Die 800 Credits sind einmalig, nicht monatlich. Sie füllen sich nicht wieder auf.
- Der Free-Plan hat eine reine Privatlizenz. Auf der Preisseite steht wörtlich: “For personal projects only. Cannot be used for business, marketing, or paid work.”
- “No watermarking” wird erst beim Lite-Plan als Zugewinn aufgeführt. Rechne also damit, dass dein kostenloser Export ein Wasserzeichen trägt.
Und eine Funktion, die viele Anleitungen falsch darstellen: Die automatische AI-Storyboard-Erzeugung aus einem Skript beginnt erst beim Standard-Plan. Kostenlos legst du ein leeres Storyboard an (auf der Preisseite als “Blank Storyboards” gelistet) und schreibst die Shots selbst. Das ist kein Nachteil, es ist sogar der bessere Lernweg, weil du jeden Shot bewusst formulierst.
Schritt für Schritt
- Öffne ltx.io/studio und leg ein kostenloses Konto an. Für den Free-Plan ist keine Kreditkarte nötig
- Die Arbeitsoberfläche läuft im Browser unter
app.ltx.studiound ist für den Desktop gebaut, nicht für das Handy - Erstelle ein neues Projekt mit einem leeren Storyboard
- Leg drei Shots an und schreib in jeden Shot einen Prompt. Nutze dafür die Vorlage unten und ändere nur den letzten Satz je Shot
- Generiere jeden Shot zuerst als Standbild, nicht als Video. So siehst du Bildaufbau, Licht und Stil, bevor Credits in Bewegung fließen
- Passt ein Bild, animier diesen Shot. Wiederhole das für alle drei Shots. Die Cliplänge liegt je nach Modell zwischen 3 und 20 Sekunden, für den Anfang reichen 5
- Leg die drei Clips in der Timeline hintereinander und spiel die Szene ab
- Exportiere die Szene aus der Timeline-Ansicht als MP4. Der Knopf heißt je nach Version “Export” oder “Download”
Der Szenen-Prompt macht die eigentliche Arbeit. Fünf Angaben entscheiden darüber, ob die Shots wie eine Szene wirken: Ort, Tageszeit und Wetter, Kamera, Stimmung, Bildstil. Fehlt eine davon, füllt das Modell die Lücke bei jedem Shot anders.
Für Shot 2 und Shot 3 kopierst du denselben Block und tauschst nur die letzte Zeile:
- Shot 2: “Halbnahe Einstellung auf ein Detail des Ortes, Kamera steht still, leichte Bewegung im Bild.”
- Shot 3: “Weite Schlusseinstellung aus einer anderen Richtung, Kamera zieht langsam zurück.”
Nach diesen acht Schritten hast du eine zusammenhängende Szene von rund 15 Sekunden auf der Festplatte, wenn die Warteschlange mitspielt. Das ist dein erstes Ergebnis, und es ist die ganze Grundmechanik: gleicher Rahmen, unterschiedliche Einstellungsgröße.
Stufe 2: Fortgeschritten, Reparieren statt neu generieren
Einzelne Shots ändern, nie die ganze Szene
Der teuerste Fehler in einem Credit-System ist der Reflex, alles noch einmal zu generieren, weil ein Shot nicht sitzt. Ändere stattdessen nur den einen Shot in deiner Shot-Liste und lass die anderen unangetastet. Dein Guthaben steht oben in der Anwendung und aktualisiert sich in Echtzeit, nach dem ersten animierten Shot kannst du hochrechnen, wie viele Versuche das Budget noch hergibt.
Setz dir vorher eine Grenze, zum Beispiel: höchstens zwei Fehlversuche pro Shot, danach änderst du den Prompt und nicht die Würfel.
Wenn die Figur in jedem Shot anders aussieht
Das ist der häufigste Frust bei KI-Video. Der Grund ist simpel: Ohne feste Beschreibung erfindet das Modell die Person bei jeder Generierung neu. Der Free-Plan hat die gespeicherten Elements für Charakterkonsistenz noch nicht, die beginnen laut Preisseite beim Standard-Plan. Kostenlos hilft dir eine feste Figurenbeschreibung, die du wortgleich in jeden Shot kopierst.
Zusätzlich lohnt ein Behelf: Nimm das Standbild, auf dem die Figur am besten getroffen ist, und benutz es im nächsten Shot als Ausgangsbild statt eines reinen Textprompts. Das ist ein Workaround, kein dokumentierter Weg. LTX beschreibt den offiziellen Referenz-Workflow über die gespeicherten Elements, und die gibt es laut Preisseite erst ab Standard. Probier es aus, verlass dich nicht darauf.
Kamera und Dauer je Shot
LTX Studio bietet auf allen Plänen die “Advanced camera controls” an, du steuerst also Bewegung und Einstellung pro Shot statt für die ganze Szene. Drei Regeln, die aus einer Aneinanderreihung eine Schnittfolge machen:
- Wechsle die Einstellungsgröße zwischen zwei Shots, weit auf nah wirkt wie ein Schnitt, weit auf weit wirkt wie ein Fehler
- Halte die Blickrichtung stabil. Läuft deine Figur in Shot 1 nach rechts, darf sie in Shot 2 nicht plötzlich nach links laufen, sonst kippt die Szene
- Kurz schlägt lang. Fünf Sekunden pro Shot sehen fast immer besser aus als zwölf, weil Bewegungsfehler weniger Zeit haben, sichtbar zu werden
Zwei Bildfehler wirst du trotzdem sehen, und beide sind Modellgrenzen, keine Bedienfehler: Hände in Nahaufnahme und Schrift im Bild zerfallen regelmäßig. Der praktische Ausweg ist, sie zu vermeiden. Keine Nahaufnahme von Händen, keine Schilder mit lesbarem Text in der Bildmitte.
Stufe 3: Experte, Feinschliff, Export und ehrliche Grenzen
Reihenfolge, Ton, Export
Die Reihenfolge legst du in der Timeline fest, dort kombinierst du mehrere Clips zu einem längeren Video. Probier die Szene einmal in umgekehrter Reihenfolge ab, oft ist der ruhigste Shot der bessere Anfang.
Für Ton gilt eine wichtige Einschränkung: Die Editing-Pakete beginnen laut Preisseite beim Lite-Plan, Vertonung (“Dubbing”) und Untertitel (“Captions”) stehen in der Vergleichstabelle sogar erst im Enterprise-Plan. Kostenlos ergänzt du Musik oder eine Sprachaufnahme nach dem Export in einem Schnittprogramm wie CapCut. Das kostet fünf Minuten und keine Credits.
Was du wissen musst, bevor du den Clip teilst
Der Free-Plan trägt eine reine Privatlizenz. Ein Clip auf deinem privaten Kanal ohne Werbung, ohne Auftrag und ohne Bezahlung ist damit gedeckt. Sobald ein Kunde, eine Marke, Werbung oder Bezahlung im Spiel ist, brauchst du mindestens den Standard-Plan mit kommerzieller Lizenz, so steht es auf der Preisseite.
Wenn die 800 Credits leer sind
Das passiert schneller als gedacht, besonders wenn du animierst statt Standbilder zu prüfen. Der Ausweg ist nicht, ein zweites Konto anzulegen, sondern deine Vorarbeit zu retten: Deine Shot-Liste, die Figurenbeschreibung und die fünf Rahmenangaben sind reiner Text und funktionieren in jedem anderen Video-Werkzeug weiter. Du kannst die Szene mit Runway zu Ende bringen oder auf den Lite-Plan wechseln, wenn dir das Werkzeug liegt. Die eigentliche Arbeit steckt im Storyboard, nicht in den Credits.
Häufige Fragen
Reichen die kostenlosen Credits für eine ganze Szene?
Verlässlich vorhersagen lässt sich das nicht, LTX veröffentlicht keine Kosten pro Generierung. Prüf nach dem ersten animierten Shot dein Guthaben und rechne hoch, dann weißt du für deine Szene, wie viele Versuche drin sind. Was den Verbrauch in jedem Fall senkt: erst Standbilder prüfen, dann animieren, und Fehlversuche pro Shot begrenzen. Die 800 Credits füllen sich nicht wieder auf.
Darf ich den Clip auf YouTube oder Instagram stellen?
Auf einem privaten Kanal ohne kommerziellen Zweck ja. Der Free-Plan ist ausdrücklich auf persönliche Projekte begrenzt und schließt geschäftliche Nutzung, Marketing und bezahlte Arbeit aus. Sobald der Clip Werbung ist, für einen Kunden entsteht oder Geld einbringt, brauchst du den Standard-Plan mit kommerzieller Lizenz. Rechne beim kostenlosen Export außerdem mit einem Wasserzeichen, “No watermarking” ist erst ab Lite aufgeführt.
Warum sieht meine Figur in jedem Shot anders aus?
Weil das Modell ohne feste Vorgabe bei jeder Generierung neu erfindet, was es nicht weiß. Kopier die Figurenbeschreibung aus Stufe 2 wortgleich in jeden Shot und probier zusätzlich das beste Standbild als Ausgangsbild für den nächsten Shot. Die komfortable Lösung, gespeicherte Elements für Charaktere und Objekte, gibt es erst ab dem Standard-Plan.
Was ist der Unterschied zu Runway?
Runway ist auf den einzelnen, möglichst guten Clip optimiert, LTX Studio auf die zusammenhängende Szene aus mehreren Shots mit Storyboard und Timeline. Wenn du einen starken Fünf-Sekünder brauchst, nimm Runway. Wenn du eine Abfolge erzählen willst, ist der Storyboard-Ansatz von LTX der kürzere Weg. Details stehen auf unserer LTX-Studio-Seite.
Funktionieren deutsche Prompts?
Oberfläche und Hilfeseiten sind englisch, deutsche Prompts funktionieren in der Praxis meist. Präziser wirst du, wenn du Fachbegriffe englisch stehen lässt, also “wide shot”, “close-up”, “slow dolly in” statt der Übersetzung. Der offizielle Prompt-Hinweis von LTX ist ohnehin unabhängig von der Sprache: sei konkret bei Motiv, Ort, Kamerawinkel, Licht und Stimmung.
Wem gehören die generierten Videos?
Die Nutzungsrechte richten sich nach der Lizenz deines Plans, kostenlos also ausschließlich privat. Unabhängig davon ist die deutsche Rechtslage bei rein KI-generierten Bildern ungeklärt, ein Urheberrecht im klassischen Sinn entsteht ohne menschliche Schöpfungshöhe nicht. Für private Clips ist das unerheblich, für alles andere lies die aktuellen Nutzungsbedingungen des Anbieters.
Dein nächster Schritt
Du hast heute nicht nur ein Video generiert, du hast eine Szene geplant. Das ist die Fähigkeit, die bleibt: fünf feste Rahmenangaben, eine Shot-Liste, wechselnde Einstellungsgrößen, stabile Blickrichtung. Diese vier Punkte funktionieren in jedem Video-Werkzeug, auch in dem, das es nächstes Jahr gibt.
Deine erste Szene ist 15 Minuten entfernt. Öffne ltx.io/studio, leg drei Shots an, kopier den Szenen-Prompt aus Stufe 1 und generiere erst Standbilder.
Danach lohnen sich zwei Wege weiter:
- Dein erster KI-Videoclip mit Runway, wenn du einen einzelnen Shot in höherer Standalone-Qualität brauchst
- LTX Studio im Überblick, für Preise, Datenschutz und die Frage, ab wann sich ein bezahlter Plan lohnt
Und wenn du wissen willst, wie viel hängengeblieben ist:
Wie gut kennst du LTX Studio?
10 Fragen, von den Grenzen des kostenlosen Plans bis zum Export als MP4. Wer mindestens 8 schafft, bekommt ein Zertifikat zum Teilen.