Siemens Opcenter
Siemens AG (Digital Industries)
Siemens Opcenter ist das umfassende Manufacturing Operations Management (MOM) Portfolio von Siemens Digital Industries Software, entstanden aus der Zusammenführung von Camstar, SIMATIC IT und Preactor. Es deckt als vollständige MES/MOM-Plattform alle Aspekte der Fertigungssteuerung ab — von der Produktionsausführung und Qualitätssicherung bis zur Feinplanung und Genealogie.
Kosten: Modulares Lizenzmodell, Preise auf Anfrage. Typisch im fünf- bis sechsstelligen Bereich jährlich je nach Modul (Execution, Quality, Planning) und Werksanzahl.
Stärken
- Breites MOM-Portfolio: Execution (MES), Advanced Planning, Quality Management und Intelligence in einer Suite
- Starke Verankerung in der deutschen und europäischen Fertigungsindustrie mit bewährten Referenzen
- Tiefe Integration in das Siemens Xcelerator-Ökosystem (Teamcenter PLM, SIMATIC Automatisierung)
- Deutschsprachiger Support durch Siemens Digital Industries Software direkt aus Deutschland
Einschränkungen
- Sehr hohe Implementierungskomplexität — erfordert MOM-spezialisierte Siemens-Partner
- Lizenzmodell und Modularität können schnell kostenintensiv werden
- Für kleinere Fertigungsbetriebe unter 50 Mitarbeitern häufig überdimensioniert
Passt gut zu
So steigst du ein
Schritt 1: Starte mit einem Proof-of-Concept an einem einzelnen Werk oder einer Produktionslinie. Siemens Digital Industries Software und zertifizierte Partner begleiten die initiale Anforderungsanalyse — typischerweise dauert dieser erste Schritt sechs bis acht Wochen.
Schritt 2: Integriere Opcenter Execution in deine bestehende SIMATIC-Automatisierungsinfrastruktur. Die Plattform übernimmt Auftrags- und Rückmeldedaten direkt aus dem ERP (SAP, Oracle) und gibt Fertigungsaufträge strukturiert in die Shopfloor-Systeme.
Schritt 3: Erweitere schrittweise um Quality Management (Prüfpläne, Sperrungen, CAPA) und Advanced Planning für dynamische Reihenfolgeplanung. Nutze Opcenter Intelligence für Echtzeit-KPIs zu OEE, Ausschuss und Durchlaufzeiten.
Ein konkretes Beispiel
Ein bayerischer Automobilzulieferer mit drei Werken hat Opcenter Execution eingeführt, um lückenlose Chargenrückverfolgung für Sicherheitsbauteile zu gewährleisten. Jedes Bauteil wird vom Rohmaterial bis zur Auslieferung mit Seriennummer, Maschinenparametern und Prüfergebnis verknüpft — eine Anforderung ihrer Tier-1-Kunden. Bei einem Qualitätsproblem identifiziert das System in Minuten alle betroffenen Fahrzeuge weltweit, was die früher tagelange manuelle Rückverfolgung ersetzt.
Gut kombiniert mit
- SAP — bidirektionale ERP-Integration für Auftragssteuerung und Materialwirtschaft direkt aus Opcenter
- Sphera — Qualitätsdaten und EHS-Ereignisse aus der Fertigung in die ESG-Berichterstattung überführen
- SAS Viya — Maschinendaten aus Opcenter für prädiktive Qualitätsanalysen und Anomalieerkennung nutzen
Empfohlen in 1 Use Cases
Automotive
- Fertigungsplanung mit KI Persönlicher Zugang
Redaktionell bewertet · Letzte Aktualisierung: April 2026 · Preise und Funktionen können sich ändern.