SAP Digital Manufacturing (ehemals SAP Manufacturing Execution / Simatic IT nach Übernahme von Assets) ist SAPs Cloud-MES/MOM-Plattform für die Fertigungsindustrie im Rahmen der Industry-4.0-Strategie. Die Lösung verbindet Shopfloor-Aktivitäten (Maschinensteuerung, Qualitätsprüfung, Materialverfolgung) mit den SAP-ERP-Systemen in Echtzeit.
Kosten: Cloud-SaaS-Modell (Bestandteil von RISE with SAP oder separat), Preise auf Anfrage. Typisch im fünf- bis sechsstelligen Bereich jährlich je nach Werks- und Maschinenanzahl.
Stärken
- Nahtlose Echtzeitintegration mit SAP S/4HANA — keine Schnittstellenprobleme zwischen MES und ERP
- Cloud-native Architektur ermöglicht einfaches Rollout auf mehrere Werke weltweit
- Abdeckung von Production Order Execution, Quality Management und Plant Maintenance in einem System
- SAP Business Technology Platform (BTP) ermöglicht kundenspezifische Erweiterungen
Einschränkungen
- Setzt SAP S/4HANA als ERP-Backbone voraus — für Nicht-SAP-Kunden ungeeignet
- Relativ junge Lösung — noch weniger ausgereift als langjährige MES-Spezialisten wie Siemens Opcenter
- Hohe Implementierungskomplexität und Abhängigkeit von spezialisierten SAP-MES-Beratern
Passt gut zu
So steigst du ein
Schritt 1: SAP Digital Manufacturing setzt SAP S/4HANA als ERP-Backbone voraus — stelle sicher, dass dein S/4HANA-System auf einem aktuellen Release steht. Kontaktiere SAP oder einen zertifizierten SAP-MES-Partner für ein Scope-Assessment deiner Fertigungsprozesse.
Schritt 2: Starte mit einem Pilotwerk: Implementiere SAP DM zunächst in einem Fertigungsbereich (z. B. eine Produktionslinie), bevor du auf alle Werke ausrollst. Die Anbindung an Maschinen und Betriebssysteme (OPC-UA, REST-API) ist der technisch aufwändigste Teil.
Schritt 3: Aktiviere die S/4HANA-Echtzeitintegration: Fertigungsaufträge aus SAP S/4HANA landen automatisch in SAP DM, Maschinendaten und Qualitätsergebnisse fließen in Echtzeit zurück — kein manueller Datenabgleich zwischen Shopfloor und ERP mehr nötig.
Ein konkretes Beispiel
Ein Automobilzulieferer in Bayern mit 3 Werken und 800 Produktionsmitarbeitern führt SAP Digital Manufacturing für die Qualitätskontrolle und Fertigungssteuerung ein. Fehlerhafte Teile werden sofort im System erfasst, der Qualitätsverantwortliche bekommt eine Alert, und der betroffene Fertigungsauftrag in S/4HANA wird automatisch auf Qualitätssperre gesetzt. Die Fehler-Rückverfolgbarkeit vom Endprodukt bis zum Rohmaterial ist jetzt in Sekunden möglich statt Stunden.
Gut kombiniert mit
- SAP S/4HANA — Pflichtintegration: SAP DM als Shopfloor-Layer direkt mit S/4HANA-Produktionsplanung verbinden
- Siemens Opcenter — als langjährigere, ausgereifte MES-Alternative für Unternehmen, die nicht ausschließlich auf SAP setzen wollen
- Azure ML — Maschinendaten aus SAP DM mit Azure ML für Predictive Maintenance und Qualitätsprognosen auswerten
Empfohlen in 1 Use Cases
Automotive
- Fertigungsplanung mit KI Persönlicher Zugang
Redaktionell bewertet · Letzte Aktualisierung: April 2026 · Preise und Funktionen können sich ändern.